Aber der Titel?! Als Frau ganz klar – Sex nur mit Wohlfühlfaktor! Wir brauchen eine Wohlfühlgesellschaft
Sozialismus hören viele nicht gerne, aber der Sozialismus ist eine politische Ideologie, die sich aus dem Kapitalismus befreit, sich für die unterdrückte Arbeiterklasse einsetzt und Gleichheit, Solidarität und Emanzipation als Grundordnung propagiert. Daran ist nichts verwerflich – und wenn wir ehrlich sind, sind das Werte, die so viel wichtiger sind als die, die der Kapitalismus hervorbringt *hust* Privateigentum, Konsum, Marktwirtschaft. Der demokratische Sozialismus, hat die SPD hervorgerufen – über die aktuellen Ansichten kann man sich aktuell streiten, wir denken aber an die Zeit von August Bebel - und wollte die Lebensbedingungen der Menschen verbessern.
Ghodsee zeigt in ihrem Buch, dass sozialistische Strukturen mehr Freiheiten für Frauen und weniger Abhängigkeit von Männern bedeuten. Sozialistische Ideologien stellten die Unterdrückung von Frauen in Frage – überlegt mal selbst, warum viele den Sozialismus verteufeln Part I – Schulbildung für Mädchen war vorgeschrieben und Frauen verpflichtet in die Arbeitswelt einzutreten. Frauen arbeiteten gern, die kommunistischen Parteien hatten Angst vor dem Geburtenrückgang – Frauen arbeiteten sehr gern und nahmen die Doppelbelastung von Arbeit und Hausarbeit auf sich – oh Männer … no words, Frauen so krasse Maschinen einfach.
Natürlich weist Ghodsee in ihrem Buch auch auf Länder hin, die tolle Bedingungen für Frauen schaffen oder geschafft hatten. Wie zum Beispiel die skandinavischen Länder mit der fairen Entlohnung und den Hilfen für Familien. Oder Bulgarien, die eine 100% Lohnfortzahlung in der Schwangerschaft garantierten, einen sicheren Arbeitsplatz und eine studentische Schwangerschaftsvertretung – die sogar Berufserfahrungen sammeln konnte. Ob die Praxis so toll war, wie die Theorie ist natürlich eine andere Frage, aber es existieren passende Modelle.
Im Kapitalismus macht sich die Frau zur Ware – unabsichtlich und meist unbewusst. Sex gilt als Gut für Sicherheit, eine Ware – eine Hochzeit bietet Schutz, gibt aber alle Rechte ab. Frauen müssen anders für sich sorgen, da sie eben nicht gleichberechtigt sind und nicht die gleichen finanziellen Mittel wie Männer haben. Als Mutter schon gar nicht.
Kristen Ghodsee (Professorin in Pennsylvania) forschte unteranderem in Princeton, Rostock und Freiburg und beschäftigt sich seit 20 Jahren mit den gesellschaftlichen Auswirkungen des politischen und wirtschaftlichen Übergangs vom Staatssozialismus zum Kapitalismus in Osteuropa. Ihr Buch geht auf die richtige Umsetzung von sozialistischen Ideen ein, um Frauen ein besseres Leben zu schaffen. Denn richtig umgesetzt führt Sozialismus zu wirtschaftlicher Unabhängigkeit, besseren Arbeitsbedingungen und einer Balance zwischen Arbeit und Familie.
Richtig gutes Buch mit persönlichen Erfahrungen als Einleitung in die Kapitel. Ghodsee kommt es zugute, dass sie viel persönlich erlebt hat und in der Zeit vor Ort war. Dadurch bekommt das Buch einen anderen Charme. Besonders hervorzuheben bei den Büchern von Kristen Ghodsee ist, dass sie viel weiterführende Literatur im Anhang angibt. Es liegt an den Lesenden selbst, sich tiefer und weiter einzulesen.






