Kristian Gidlund

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Kristian GidlundNach mir das Leben
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Nach mir das Leben
Nach mir das Leben
 (2)
Erschienen am 16.09.2014

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Rezension zu "Nach mir das Leben" von Kristian Gidlund

Ein Mensch und sein Buch, welches mein Leben veränderte
I_love_booksvor 4 Jahren


Das E-Book „Nach mir das Leben – Was ich am meisten vermissen werde, wenn ich nicht mehr bin“ stand bei mir ganz oben auf meiner Leseliste, aber ich habe mir ganz bewusst Zeit gelassen und den richtigen Moment abgewartet, um mit dem Lesern zu beginnen. Denn ich wusste, dieses Buch ist etwas ganz besonderes. Es hat mich vom ersten Moment angesprochen und mir klar gemacht, dass es gelesen werden will…

Zum Inhalt

Kristian Gidlund ist ein junger Mann, der das Leben aus den Vollen schöpft. Seine Passion ist die Musik – egal ob er sich nun als Schlagzeuger der schwedischen Indie-Band Sugarplum Fairy auspowert oder auf Musik-Festivals die Songs anderer Musiker genießt. Er ist ein Weltenbummler, der noch immer nicht genug von der weiten Ferne in sich aufsaugt hat. Er ist viel gereist – nach Indien, Israel, Japan oder Westjordanland – und dennoch findet er immer wieder zu seinen Wurzeln zurück. Zurück zu seiner geliebten Heimat Borlänge in Schweden, zu seiner Familie, den Freunden und seinen Pferden. Die Literatur und das Schreiben liegt ihm am Herzen, letzteres hat er zum Beruf gemacht – er ist ein erfolgreicher Journalist.

Kristian ist ein Workaholic. Er lebt grenzenlos und unerschrocken. Er liebt das wilde Leben und die Frauen.

»Ich wollte in die Welt hinaus. Sehen. Erleben. Mir eine Meinung bilden. In etwas Spannendem verschwinden.
Und das habe ich getan.«

Zitat von Kristian Gidlund aus “Nach mir das Leben”.

Mitten im Leben, im Alter von 23 Jahren, wird Kristian auf den Boden der Tatsachen geholt. Diagnose: Magenkrebs

Sein Buch „Nach mir das Leben“ basiert auf seinem Blog “I kroppen min”, welchen er kurz nach seiner Magenoperation im Alter von 27 Jahren eher für sich selbst zu schreiben begann. Es sollte seine Art von Tagebuch sein - nur für sich selbst, um mit alldem fertig zu werden, was ihn bedrückt. Der Blog sollte außerdem Freunde und Familie auf dem Laufenden halten, so dass er nicht jedem einzelnen immer und immer wieder erzählen muss, wie es ihm gerade geht und wie die Behandlung anschlägt. Zu dem Zeitpunkt hatte er keine Ahnung, ob außer ihm, seiner Familie und Freunde diesen Blog überhaupt noch jemand verfolgt - und es war ihm auch völlig egal. Kristian sah sich immer so: „Ich bin der Kerl, der Krebs bekam - nicht mehr und nicht weniger“

Doch seine Worte, seine Gefühle und Träume zogen so Viele in ihren Bann – der Blog “I kroppen min” wurde von über 8 Millionen Menschen gelesen.

Mein Fazit

Kristian Olof Erik Gidlund wurde im September 1983 in Borlänge, Schweden geboren und ist somit nur ein Jahr jünger als ich. Neben dem Faible für Musik und Literatur entdeckte ich während des Lesens immer mehr Gemeinsamkeiten – wenn man das so sagen darf – zwischen ihm und mir.
Mir gefällt absolut seine Art zu schreiben: direkt, kurz und knapp – jedoch voller Emotionen und eben verdammt ehrlich:

»Ich habe beschlossen, nicht zu versuchen, in die Metaphern Gefühle einzuweben, sondern ausschließlich Klartext zu reden: Es ist ein Luxus, einen Körper zu haben, der funktioniert.«
Zitat von Kristian Gidlund aus “Nach mir das Leben”.

Tja, das ist genau so etwas, wo ich mich in seinen Worten wieder finde. Wenn Kristian über sich, seine Krebserkrankung sowie die Auswirkung dessen auf seinen Körper schrieb, habe ich beim Lesen das Gefühl, dass er an so mancher Stelle ausspricht, wie ich mich manchmal fühle bzw. wie es mir geht. Denn wie es sich anfühlt einen Körper zu haben, der einem nicht mehr gehorcht, damit kenne ich mich bestens aus…

Wie der Titel schon erahnen lässt, gibt es kein Happyend. Kristian ist ein Krieger – gewesen. Er hat sich seinem Gegner gestellt und mit allen legalen und illegalen Mitteln zur Wehr gesetzt. Er glaubte den Krieg schon gewonnen zu haben – der Krebs war besiegt. Doch wie es nun einmal in guten Horror-Filmen ist - das tot geglaubte Monster rappelt sich zum finalen Schlag noch einmal auf. Und so war es auch leider auch bei Kristian. Der Krebs kam zurück: gefräßiger denn je zuvor und unbesiegbar. Von jetzt an kämpft Kristian gegen die Zeit… Er lässt sich bewusst auf das Gedankenspiel ein, was er alles nicht mehr erleben und was er vermissen wird, wenn er denn einmal nicht mehr ist. So ist es der Trip nach Los Angeles, den er wohl nie mehr machen wird. Und es sind die Gedanken an sein ungeborenes Kind, die ihn so traurig stimmen. Ich kann das nachvollziehen – auch wenn mir vielleicht mehr Zeit als Kristian bleibt, so bin ich mir der Lebensträume bewusst, die nie in Erfüllung gehen werden.

Es gibt so viele Momente, über die ich nachdenken musste und die mich jetzt immer noch nachhaltig berühren. So habe ich mich zum Beispiel während des Lesens immer wieder bei dem Gedanken ertappt, dass das geschriebene jetzt, gerade eben erst passiert und Kristian immer noch kämpft. Im selben Augenblick wird einem dann bewusst, dass Kristian bereits vor über einem Jahr von uns gegangen ist. Das will man nicht wahrhaben…

Seine Geschichte ist etwas zutiefst trauriges und so manches Mal muss man das Buch beiseite legen, um die Tränen zu trocknen. Aber das wunderbare an diesem Buch ist einfach der Mensch Kristian, der so viel Ironie und Humor hat, der so wunderschön schreibt und Herzenswünsche, Ängste und Sorgen in verständliche Worte packt und der trotz allem eine wahnsinnig inspirierende Lebensfreude ausstrahlt. So ein Gefühl hat mir noch nie ein Buch gegeben und deswegen bin ich so dankbar, dass Kristian all dies mit uns geteilt hat.

Ich freue mich so sehr darüber, dass Kristians Wunsch in Erfüllung gegangen ist und er es noch erleben durfte, sein eigenes Buch in den Händen halten zu dürfen.

Bei diesem Buch gibt es von mir dieses mal ganz klar keine Sternebewertung. Wie könnte ich es wagen, ein Leben und die Gefühle eines Menschens auf ein Bewertungssystem zu reduzieren? Ich kann nur sagen „Nach mir das Leben“ ist eines der bewegendsten Bücher, die ich je in meinem Leben gelesen habe und ich wünsche mir, dass Kristians Worte noch ganz viele Leser erreicht.

Zum Schluss möchte ich noch ein Zitat von Kristian nennen, was ich mir sehr zu Herzen nehmen werde – dank ihm:

»Arbeitet nicht zu viel. Lasst die Gefühle nicht in der Brust stecken. Redet. Streitet niemals über Geld. Wagt, Nein zu sagen. Wagt, Ja zu sagen.«
Zitat von Kristian Gidlund aus “Nach mir das Leben”.



Rezension - Copyright by: ~Ilb (Nicole Schauerte / Leseleidenschaft.de)

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