Kristian Pech Hutschmerz - Ein Nonsens-Traktat

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Inhaltsangabe zu „Hutschmerz - Ein Nonsens-Traktat“ von Kristian Pech

Dies ist ein kleines Werk, das ein subalternes Wissenschaftsobjekt, den Pilz, bedenkenlos überhöht. Die einhundert kurzen, gleichsam mit aufgesetzter Narrenkappe geschriebenen Notizen heben das betreffende Gewächs, nicht ohne auch dessen besondere Biologie zu rühmen, auf die Stufe des Göttlichen, des Kosmischen. Sie behandeln sein angeblich universelles Wirken in Vergangenheit und Gegenwart, decken behauptete Verschwörungen auf, geißeln Pilzfeinde und loben die wahren Pilzanhänger, Darstellungsmittel wie Übertreibung, Verdrehung, Spekulation, Parodie, Verballhornung finden sich an allen Ecken und Enden. Wenn Regeln gelten, dann diese: Alles wird gegen den Strich gebürstet und manches gegen den Strich Gebürstete ein weiteres Mal. Das Unwahrscheinliche ist wahr, das Wahrscheinliche ist unwahr. Eine sich fachliterarisch gebende Clownerie, die aber viel mehr als über den Pilz, so die hintergründige Absicht, über die Befindlichkeiten des Menschen aussagen will.

Wie kommt man auf solch eine Idee? Wie dem auch sei: das ist wahrhaft Nonsens. Aber geschliffen formuliert und mit Spaß an der Freude...

— parden
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    Hutschmerz - Ein Nonsens-Traktat
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    PILILILZE... Dies ist ein kleines Werk, das ein subalternes Wissenschaftsobjekt, den Pilz, bedenkenlos überhöht. Die einhundert kurzen, gleichsam mit aufgesetzter Narrenkappe geschriebenen Notizen heben das betreffende Gewächs, nicht ohne auch dessen besondere Biologie zu rühmen, auf die Stufe des Göttlichen, des Kosmischen. Sie behandeln sein angeblich universelles Wirken in Vergangenheit und Gegenwart, decken behauptete Verschwörungen auf, geißeln Pilzfeinde und loben die wahren Pilzanhänger, Darstellungsmittel wie Übertreibung, Verdrehung, Spekulation, Parodie, Verballhornung finden sich an allen Ecken und Enden. Wenn Regeln gelten, dann diese: Alles wird gegen den Strich gebürstet und manches gegen den Strich Gebürstete ein weiteres Mal. Das Unwahrscheinliche ist wahr, das Wahrscheinliche ist unwahr. Eine sich fachliterarisch gebende Clownerie, die aber viel mehr als über den Pilz, so die hintergründige Absicht, über die Befindlichkeiten des Menschen aussagen will. Als erstes einmal stellt der Autor (Jahrgang 1946) klar, dass das übliche Wort  'Pilz' ein Wortmissgeburt sei, weil es wie ein dekompressierter Rülps klinge oder vielleicht wie der Tritt in eine Mistpfütze. Er tendiert eher zum 'Pililiz', alleine schon aufgrund der terminologischen Berechtigung, in Ahnlehnung an die Dreisilbigkeit des lateinisch-griechischen Mutterwortpaares 'boletus/bolites'. Was schon deutlich macht, dass besagter Autor nicht ungebildet sein kann. Entsprechend forstet er sich in seinen einhundert Kapiteln durch die menschliche Geschichte, Kunst und Literatur, immer auf der Suche nach Bezugspunkten zu seinen geliebten 'Pilililzen'. In geschliffenen Sätzen tischt Kristian Pech hier so manchen Nonsens auf, dem alleine schon aufgrund des großen Einfallsreichtums Respekt gezollt werden muss. Eingeschoben sind hier auch immer wieder Kapitel, die es nicht gibt, aber hätte geben sollen. Der hierür vorgesehene Abschnitt fehlt, da er über das Konzeptstadium nicht hinausgekommen ist. Ein vom Bücherregal herabstürzender dicker Wälzer, der wohlgemerkt kein Pililizbuch war, hatte den Autor verletzt und zu einigen faulen Tagen im Bett gezwungen. Leichtes Schädeltrauma. Wie kommt man auf solch eine Idee? Ich habe nicht die geringste Ahnung, doch ist den Zeilen anzumerken, welch hintersinnigen Spaß der Autor beim Verfassen derselben gehabt haben muss. Braucht die Welt so ein Buch? Vermutlich eher nicht. Dennoch konnten mir die Seiten neben der Tendenz, zuweilen den Kopf zu schütteln, durchaus auch den ein oder anderen Schmunzler entlocken. Auch Trüffeln sollte man nicht verzehren. Gottseidank schützen die sich seit geraumer Zeit selbst vor dem Gegessenwerden, indem sie Händlern und Käufern einen immer höheren Preis suggerieren (...) Am meisten stört sie noch und hat sie immer gestört, daß sie sich in ihren mediterranen Wäldern von abgerichteten Wildschweinen, Hausschweinen, Hunden jagen lassen müssen. Würde ihnen der Mensch selbst nachstellen und mit tief herabhängendem Kopf über den Waldboden schnüffeln und sie keuchend aus ihrer dunklen Tiefe herausscharren, wäre das auch nicht besser, aber amüsanter. Eine schon etwas besondere und bizarre Idee, die hier kompromisslos bis zum Ende dargelegt wurde, eine kleine unterhaltsame Lektüre für alle, die auch mal etwas ganz anderes entdecken möchten. © Parden

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