Kristin Marja Baldursdottir

 3.8 Sterne bei 246 Bewertungen
Autorin von Die Eismalerin, Sterneneis und weiteren Büchern.
Kristin Marja Baldursdottir

Lebenslauf von Kristin Marja Baldursdottir

Die Stimme der isländischen Frauen: Die 1949 in Hafnarfjörður geborene Schriftstellerin Kristín Marja Baldursdóttir zählt zu den bedeutenden zeitgenössischen Autorinnen Islands. In ihrer Heimat studierte sie Pädagogik, Isländisch und Deutsch, bevor sie ihre Ausbildung in Dänemark und in Deutschland fortsetzte. Nach 13 Jahren als Grundschullehrerin in der isländischen Hauptstadt Reykjavik begann sie 1988, als Journalistin für die Tageszeitung „Morgunblaðið“ zu schreiben. 1995 gelang ihr mit ihrem Romandebüt „Möwengelächter“ der literarische Durchbruch. In diesem Buch erzählt Kristín Marja Baldursdóttir die Geschichte des Mädchens Agga, das in den 50er-Jahren kurz nach der isländischen Unabhängigkeitserklärung in ärmlichen Verhältnissen aufwächst. Der Besuch ihrer in den USA lebenden Cousine Freyja stellt ihr Leben komplett auf den Kopf. 2001 folgte die erfolgreiche Verfilmung dieses Romans. Anschließend veröffentliche Kristín Marja Baldursdóttir zahlreiche weitere Romane, in deren Mittelpunkt die Rolle der Frau im modernen Island steht. Beispielsweise schildert sie in „Hinter fremden Türen“ die Arbeit einer 30-jährigen Putzfrau und in „Das Echo dieser Tage“ die Geschichte einer Organistin, die in einem abgelegenen Dorf in den Westfjorden einen Chor gründet. 2011 erhielt Kristín Marja Baldursdóttir für ihr literarisches Schaffen den Jónas Hallgrimsson-Preis.

Alle Bücher von Kristin Marja Baldursdottir

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Buchformat:
Die Eismalerin

Die Eismalerin

 (98)
Erschienen am 01.11.2009
Möwengelächter

Möwengelächter

 (37)
Erschienen am 09.09.2011
Sterneneis

Sterneneis

 (40)
Erschienen am 04.11.2011
Die Farben der Insel

Die Farben der Insel

 (30)
Erschienen am 13.10.2009
Hinter fremden Türen

Hinter fremden Türen

 (15)
Erschienen am 09.09.2011
Kühl graut der Morgen

Kühl graut der Morgen

 (12)
Erschienen am 09.09.2011
Die Eismalerin: Roman

Die Eismalerin: Roman

 (5)
Erschienen am 24.01.2013
Sommerreigen

Sommerreigen

 (5)
Erschienen am 28.07.2016

Neue Rezensionen zu Kristin Marja Baldursdottir

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Rezension zu "Die Farben der Insel" von Kristin Marja Baldursdottir

Das Leben in Island
julestodovor 2 Monaten

Die Eismalerin und die Fortsetzung in diesem Buch lesen sich wie eine Biographie einer isländischen Frau, die nie den geraden Weg geht. Es gibt viele Facetten ihres Lebens wieder, die unterschiedlicher nicht sein können. Sehr gut werden die Eindrücke, die in der Natur und der Landschaft Islands zu finden sind, wiedergegeben. Noch nie hatte ich mir darüber Gedanken gemacht, wodurch eine Malerin inspiriert werden könnte, ihre Gedanken und Empfindungen auf die Leinwand zu bringen. Sehr berührende Momente im Leben von Karitas werden wiedergegeben, traurig und fröhliche.
Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen.

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Rezension zu "Das Echo dieser Tage" von Kristin Marja Baldursdottir

Interessantes Buch über die Neu(er)findung einer Frau im erzwungenen (Vor-)Ruhestand
Nadezhdavor 4 Monaten

Bei diesem Buch tue ich mich schwer mit einer Beurteilung, denn es hat in meinen Augen große Stärken, aber auch einige Schwachpunkte, die mich beim Lesen oft genervt haben.


Dass ich drangeblieben bin, lag sicher zum einen am Thema. Eine Frau im Prozess des Älterwerdens, die sich neu definieren muss, da sie aus ihren gewohnten Lebenszusammenhängen hinausgeworfen wird - das finde ich spannend zwischen all den jungen oder höchstens "mittelalten" Heldinnen und Helden, die viele Romane bevölkern. Dieses Buch enthält eine geballte Ladung Lebensweisheit, die in schöner Sprache an die Leserschaft gebracht wird. Ruhig und anschaulich erzählt, erfährt man viel vom Innenleben der Hauptfigur. Deren Gedanken und Gefühle in der speziellen Lebenssituation fand ich meist interessant und nachvollziehbar.


Anders ging es mir mit manchen Wendungen der Handlung sowie mit einigen Dialogen (z.B. gleich anfangs rund um die Chorproben oder um den Isländischunterricht), die ich als völlig unglaubwürdig und konstruiert empfunden habe. Bei vielen Dialogen wurde dermaßen mit dem feministisch-pädagogischen Zeigefinger gewunken, dass es selbst mir als erklärter Feministin zuviel wurde. Viele Reaktionen auf Geschehnisse fand ich seltsam und unglaubwürdig. Klar, ich stecke auch nicht in allen Menschen drin und weiß nicht, wie sie ticken, aber es war mir einfach zu oft der Fall, dass ich kopfschüttelnd das Buch beiseitegelegt und gedacht habe: "Das kann doch jetzt nicht sein!" Ich habe das Buch allerdings gerade auch deshalb weitergelesen, weil ich mich über die Ecken und Kanten mancher Figuren geärgert habe, gleichzeitig aber auch darüber nachdenken musste, ob es ähnliche Leute nicht vielleicht doch auch in meinem Umfeld gibt.

Andererseits hat das Thema des Buches mich immer wieder zum Buch zurückgezogen. Es ist einfach eine interessante Lebensphase, in der viele Menschen es hinbekommen müssen, sich neu zu definieren, während andere Menschen (z.B. solche ohne Kinder oder solche, die sich nicht so stark über den Job definieren) schon immer gewohnt waren, auch mal auf sich selbst zurückgeworfen zu sein, ohne dann gleich in ein tiefes Loch zu fallen. Mich hat interessiert, wie die Prota diese Herausforderung meistern wird. Ob sie es schaffen wird, sich von dem inneren Zwang zu lösen, dass man gebraucht werden muss (von den Kindern, dem Arbeitgeber, der Gesellschaft...), um wertvoll zu sein. Ob sie es geschafft hat? Da bin ich mir gar nicht so sicher...


Und wie lange kann man eigentlich an einem Haus streichen...!?

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Rezension zu "Das Echo dieser Tage" von Kristin Marja Baldursdottir

Ruhig, aber mit Tiefgang
buchstabensammlerinvor 5 Monaten

Rund ums Buch:
Titel: Das Echo dieser Tage
Autorin: Kristin Marja Baldursdóttir
Verlag: Krüger
Buch: Hardcover
Seiten: 383
ISBN: 978-3-8105-3042-4
Preis: 19,99 €

Cover:
Ein wunderschön ansprechendes Cover in Vanille und mit Blumen in gedeckten Farben. Komischerweise muss ich immer bei Gelb an Island denken, somit passt das Cover für mich wunderbar zum Buch.

Inhalt:
Flora, ein wenig gebeutelt, dass ihr Mann sie betrogen und ihr Arbeitgeber sie rausgeschmissen hat, bekommt das Angebot, in den Westfjorden ein Haus zu streichen und auf Vordermann zu bringen. Da die Kinder aus dem Haus sind, ihre kleine Wohnung in Reykjavik sie nicht wirklich hält, sagt sie schnell zu und macht sich auf den Weg in den harten Winter der Fjorde. Bald trifft sie auf die Organistin Petra sowie drei weitere Frauen, die in der örtlichen Fischfabrik arbeiten und sie gründen einen Chor. Jede hat ihre Geschichte und gemeinsam beginnen sie, sich ihrem Leben und was es für sie bereit hält zu stellen. 


Meine Meinung:
Dies war mein erstes Buch der Autorin, mit Sicherheit aber nicht das letzte, denn nicht nur die wunderbaren Beschreibungen der kargen Winterlandschaft Islands und deren Erwachen im Frühling, sondern auch die ruhige Sprache, die sich über 380 Seiten durch das Buch zieht, ist entzückend und niemals langweilig.
Die Geschichte wird aus Sicht von Flora erzählt, die sich aufmacht, ausbricht, versucht neu anzufangen, im Ansatz erst einmal für ein paar Wochen. Daraus werden dann 9 Monate die gespickt sind von weiblicher Intuition, Vorurteilen, Musik, Isländischen Gepflogenheiten, Naturgewalten und immer wieder den Selbstzweifeln einer Frau, die eigentlich mit erhobenem Haupt durchs Leben laufen sollte. „ Es war höchste Zeit gewesen, denn der Schnee war in der Nacht so festgefroren, dass meine Schultern und Handgelenke schon nach wenigen Minuten schmerzten. Als ich eine Pause einlegte, mich auf die Schaufel stützte und in den Schneedunst blickte, wurde mir die Absurdität der Situation bewusst. Was machte ich hier eigentlich? Alleine in den Westfjorden, um ein Haus zu streichen und Schnee zu schippen? Eine Frau, die ihre ganzes Leben lang gearbeitet und Steuern bezahlt hatte, die in jeglicher Hinsicht eine vorbildliche Staatsbürgerin gewesen war und aufgrund ihrer Stellung und ihres Alters ein komfortables Leben hätte führen sollen – was machte die hier? Die Absurdität verlangte nach einer Diagnose, so wie jede andere Krankheit auch. Obwohl ich es eigentlich gar nicht wollte, rief ich mir den Vorfall ins Gedächtnis, oder vielleicht war es die andere Frau in mir, die das machte.“ (Seite 13)

Die leisen Beschreibungen der Frauen, die gemeinsam anfangen Musik zu machen, sind so tiefgründig und ehrlich und erstaunlich ist, dass man schnell erkennt, dass viel mehr dahinter steckt, denn die Frauen sind nicht einfach die „Ausländerinnen“, die in der Fischfabrik arbeiten. Nein, als Flora sich ihnen öffnet um ihnen die Sprache näher zu bringen, erfahren wir über die Leben der Frauen, die so ganz anders sind, als man sich das vorgestellt hat und damit auch direkt in ein anderes Licht gestellt werden. Und hier erkennt auch der Leser seine eigenen Vorurteile..... (mir ist es zumindest so gegangen und ich musste wirklich an mich halten, habe wieder sehr viel gelernt).
„Anias Geschichte war eine der traurigsten, die ich je gehört hatte. Meine Kündigung und meine Arbeitslosigkeit waren lächerlich im Vergleich zu der grausamen Tatsache, dass eine Opernsängerin aus dem alten Europa tagein, tagaus in Gummistiefeln isländischen Fisch filetierte.“ (Seite 120)
Und das lernt Flora auch, sie lehnt sich auf, wird manchmal laut, sagt ihre Meinung, kämpft für den Chor und hadert nicht mehr mit ihrem Schicksal, denn das Leben hat immer noch so viel zu bieten und sie kann so viel geben. Sie wird aktiv und ist Bezugspunkt für die Frauen und das ist, obwohl viel passiert, immer und trotzdem sehr ruhig beschrieben.
Die Geschichte nimmt ihren musikalischen Lauf und selbstverständlich gibt es viele Hürden zu meisten, bevor der Chor erfolgreich auftreten kann.... und mehr wird jetzt nicht verraten.

Fazit:
„In jedes Menschen Gesichte steht seine Geschichte“ das steht auf Seite 171 und ich glaube, wir alle kennen das, wenn wir morgens in unser Spiegelbild schauen. Aber wir sehen es nicht, wenn wir in die Gesichter anderer blicken, wir sehen nicht, was in ihnen vorgeht, was sie erlebt haben und was sie bewegt. Und genau das bringt uns dieses Buch näher, hinter die Gesichter zu schauen und die Menschen kennen zu lernen.
Ein Buch, was sehr menschlich ist und gerade in Zeiten wie diesen aufrüttelt, Vorurteile abzulegen und sich zu öffnen, seinem eigenen Leben und dem, der anderen.

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Gespräche aus der Community

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Jashrins avatar
Hallo zusammen!

Ich habe angefangen mein Bücherregal auszusortieren und dachte, ich stelle das ein oder andere hier ein, vielleicht findet sich ja Jemand, der sich darüber freuen würde, auch wenn in diesem Fall der Titel schon etwas älter ist. Das Buch ist einmal gelesen und in gutem Zustand. Es handelt sich um eine Hardcover-Ausgabe des Bertelsmann Club (siehe angehängtes Bild).

Hinterlasst hier einfach bis zum 12.02.14 einen Kommentar, wenn ihr das Buch gerne hättet. Meldet sich mehr als eine(r), wird selbstverständlich ausgelost.

Liebe Grüße,
Jashrin
Zur Buchverlosung

Zusätzliche Informationen

Kristin Marja Baldursdottir wurde am 20. Januar 1949 in Hafnarfjörður (Island) geboren.

Community-Statistik

in 358 Bibliotheken

auf 64 Wunschlisten

von 9 Lesern aktuell gelesen

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