Kristin Marja Baldursdottir Die Farben der Insel

(29)

Lovelybooks Bewertung

  • 38 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 2 Leser
  • 6 Rezensionen
(17)
(5)
(6)
(1)
(0)

Inhaltsangabe zu „Die Farben der Insel“ von Kristin Marja Baldursdottir

Die Malerin Karitas lebt allein und zurückgezogen in einem kleinen Dorf an der Küste. Ihre Kinder sieht sie nur selten, Sigmar, ihren Mann, fast gar nicht. Auch ihre künstlerische Karriere will nicht voranschreiten, zu unverständlich und düster wirken ihre Bilder auf die Dorfbevölkerung. Doch Anfang der fünfziger Jahre ändert sich die Lage. Karitas reist nach Paris, um dort neue Inspirationen für ihre Kunst zu erhalten. Zurück in Island findet sie endlich die Anerkennung, die sie verdient. Kann sie Sigmar jetzt auch an ihrem Leben teilhaben lassen?

Sehr schön geschrieben. Zum Abtauchen in eine andere Welt, eine sehr unterhaltsame Familiensaga.

— Leseratte73

Ja, es geht weiter um die künstlerische Entwicklung von Karitas. Wer einmal eine Biografie o.ä. von Künstlerinnen vor 50 -100 Jahren gelesen hat, wird in diesem Roman die ganzen Zweifel, gesellschaftlichen Widrigkeiten und persönlichen Opfer wiederfinden. Für Kunstinteressierte unbedingt empfehlenswert!!! Die anderen wichtigen Aspekte dieses Buches sind die gesellschaftlichen Veränderungen, besonders der von Frauen und die Lebensart in Paris und Reykjavik. Wenn ich 6 Sterne vergeben könnte, dieses Buch würde sie von mir erhalten!

— sunlight

Stöbern in Romane

Wie wir waren

Ein gefühlvolles Buch, das zu packen weiß

SylviaRietschel

Kleine Feuer überall

Ruhige, tiefgründige Charakterstudie, wundervoller Schreibstil, liebevolle Figuren - mit kleineren Schönheitsfehlern.

Lovely_Lila

Strafe

Brilliant skizziert der Autor in den kurzen Erzählungen Charaktere, die Strafhandlungen verüben oder gestraft werden.

typomanin

Der Zopf

Eines meiner Highlights überhaupt und damit eine absolute Empfehlung!

DanisBuecherregal

Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden

eine sehr interessante Geschichte über die letzten Tage auf Erden und wie uns Dinge beeinflussen....

kidcat283

Kleine Stadt der großen Träume

ein wunderbares Buch über Wahrheit, Freundschaft und all die dunklen Stunden, die dazwischen liegen

Valabe

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • eBook Kommentar zu Die Farben der Insel von Kristin Marja Baldursdottir

    Die Farben der Insel

    Monika

    07. March 2018 um 15:29 via eBook 'Die Farben der Insel'

    Sowohl Band eins als auch die Fortsetzung haben mich vom Anfang bis zum Ende gefesselt einfach nur gut

  • Rezension zu "Die Farben der Insel" von Kristin Marja Baldursdottir

    Die Farben der Insel

    Lesemanie

    07. February 2013 um 20:02

    In der Forsetzung zu ihrem Erfolg Die Eismalerin, setzt Baldursdóttir einige Jahre nach Ende des ersten Buches ein. Karitas lebt zurückgezogen in einem kleinen isländischen Dorf. Sie arbeitet als Kunstlehrerin an der Dorfschule womit sie dank ihres bescheidenen Lebensstils über die Runden kommt. Doch ihre düstere Kunst, die mehr und mehr die Situation der isländischen Frauen thematisiert, verstört die Dorfbewohner. Endlich findet Karitas die Kraft, sich wieder auf den Weg zu machen – nach Paris. Hier endlich entfaltet sich ihr Talent vollkommen. Sie findet Anschluss, stellt ihre Werke aus, und erfährt Anerkennung als Künstlerin. In diesem Buch hat Baldursdóttir die Perspektive gewechselt. Während im ersten Teil noch ein Erzähler aus dem Off über Karitas und ihre Familie berichtet, erzählt Karitas ihre Geschichte hier selbst. Es scheint fast so, als habe sie gemeinsam mit ihrer Kunst auch ihre eigene Stimme gefunden. Anders verhält es sich bei der Beschreibung ihrer Kunstwerke. Hier spricht nicht mehr Kariats selber über ihre Arbeit, sondern diese Texte lesen sich wie Museumstexte in einer Ausstellung, die neben einer kurzen Beschreibung des Sujets auch wichtige Informationen zu dem Leben der Künstlerin beisteuern. Karitas hat ihre Selbstzweifel und Depressionen nicht vollständig überwunden, und auch die Unterstützung und das Verständnis ihrer Familie für ihr Talent wächst nur langsam und mit nachkommenden Generationen. Diese Fortsetzung ist dennoch leichter im Ton und um einiges weniger deprimierend als ihr Vorgänger. Es scheint auch so, als passiere noch viel mehr in diesem Buch als in dem vorherigen. Zugleich trägt die neue Perspektive dazu bei, dass man hier nicht nur von der Geschichte einer starken Frau sprechen kann, sondern auch eine wunderschöne (traurige) Liebesgeschichte entdeckt. Man muss den ersten Teil dieser Islandsaga nicht gelesen haben um sich hier zurechtzufinden, doch das Leseerlebnis für jedes der beiden Bücher ist am höchsten wenn man sie hintereinander in einem Schwung durchliest. Der Perspektivenwechsel mag da zunächst irritieren, doch dieses Gefühl legt sich schnell und es wird schon bald klar, dass die Figur Karitas dadurch viel gewinnt.Diese Rezension wurde auch auf lesemanie.com veröffentlicht.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Farben der Insel" von Kristin Marja Baldursdottir

    Die Farben der Insel

    Petruscha

    20. April 2012 um 11:57

    Dies ist die Fortsetzung des Romans Die Eismalerin. Die Malerin Karitas arbeitet und reist viel umher, baut praktisch kaum Beziehungen auf, wird aber von allen angehimmelt. Alle ihre Bilder sind große Erfolge, alle anderen Frauen stehen mit offenen Mündern rum, wenn Karitas schöner Ehemann mal auftaucht, der außerdem allmächtig ist. Karitas kann sich ihr Leben lang selbst finanzieren und bekommt den Haushalt von Freundinnen gemacht. Sie redet viel über die Freiheit, Gleichberechtigung und Unterdrückung der Frauen und macht den üblichen Fehler sich aufzuführen wie ein Patriarch um sich von den anderen Frauen abzuheben. Das künstlerische Schaffen erscheint mir zu wunderbar - keine Niederlagen, keine üblen Kritiken, dafür zahlungswillige Käufer. Das Menschliche hat mich oft genervt, weil ihre Art anderen vor den Kopf zu stoßen unausstehlich ist. Dass die Autorin KMB vor jedes Kapitel (Lebensabschnitt der Protagonistin) eine Beschreibung eines Kunstwerks aus der Lebensphase der Künstlerin eingefügt hat, finde ich großartig! *** An alle, die das Buch gelesen haben: Kann es sein, dass es Sigmar nur in Karitas Vorstellung gab? Er ist so charakterlos, aber allmächtig und eigentlich immer gerade dann da, wenn sie es will, egal in welchem Land sie sich befindet. Außerdem ist er jahrzehntelang so schön, so reich, so mächtig und so verliebt in sie, aber Karitas nutzt die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben nie. Vielleicht hat sie sich hier und da ein Kind eingefangen und sich einen Supervater dazu fantasiert? Vielleicht ist er nur ein Tagtraum von dem sie sich erst im hohen Alter löst (ihn sterben lässt)?

    Mehr
  • Leserunde zu "Sterneneis" von Kristín Marja Baldursdóttir

    Sterneneis

    Daniliesing

    Weiter geht es in unserem Island-Spezial passend zum Ehrengast - Island - bei der diejährigen Frankfurter Buchmesse. Diesen Monat ist im Krüger Verlag der wunderbare Roman "Sterneneis" erschienen, der den Leser in die Atmosphäre Islands und eine ganz besondere Geschichte entführt: "Reisen Sie mit: In das Land der Erinnerung oder in das Reich der Phantasie In der Nacht waren Einbrecher gekommen und hatten sie beraubt. Hatten in ihren Sachen gewühlt, ihren Schmuck entwendet. Hatten sie wahrscheinlich im Schlaf beobachtet. Die Vorstellung, eine weitere Nacht in diesem Haus zu verbringen, war ihr unerträglich. Deshalb wollte sie fort, in ihr Sommerhaus. Mit der 14-jährigen Tochter einer Bekannten fährt sie aufs Land. Doch wie verbringen eine Frau in den Fünfzigern und ein Mädchen im Teenageralter, das an Handy, PC und Fernsehen gewöhnt ist, drei Tage in völliger Abgeschiedenheit miteinander?" "Sterneneis" von Kristín Marja Baldursdóttir ist ein bewegender und mitreißender Roman, der zudem durch tolle Landschaftsbeschreibungen und interessante Protagonisten überzeugt. Und für dieses Buch suchen wir 25 Testleser, die es gern gemeinsam lesen, sich hier darüber austauschen und später eine Rezension schreiben möchten. Einen ersten Blick ins Buch bietet euch die Leseprobe: http://www.fischerverlage.de/sixcms/media.php/308/LP_978-3-8105-0266-7.pdf Der Roman überzeugt euch auf den ersten Blick? Dann bewerbt euch unter "Bewerbung & Bekanntgabe der Gewinner" für die Leserunde. Verratet uns, was ihr am meisten vermissen würdet, wenn ihr 3 Tage lang in völliger Abgeschiedenheit verbringen müsstet! Dazu habt ihr bis einschließlich 21.09. Zeit. Am Tag darauf werden die 25 Gewinner bekannt gegeben. *********************************************************** Die 25 offiziellen Testleser sind: sabatayn76, schneespur, ForeverAngel, Rekymanto, Tukka, simone_richter, claudiaausgrone, Kaddi, Maggi90, rumble-bee, VivichanS, AnnaChi, Navarronn, Winterzauber, Mirka, BookishBallerina, MeraDiaries, steffchen3010, Queenelyza, Irea, a.schmalzbauer, Rabenfrau, x-vampirella-x, AennA, literat

    Mehr
    • 354
  • Leserunde zu "Das Labyrinth der Träumenden Bücher" von Walter Moers

    Das Labyrinth der Träumenden Bücher

    Daniliesing

    Wir alle hier lieben Bücher, so viel ist klar, oder? Und was gibt es schöneres für einen richtigen Bücherwurm, als ganze Städte und Labyrinthe voller Bücher? Da verläuft man sich doch gern eine Zeit lang oder auch länger ;-) Viele hier können den Erscheinungstermin der Fortsetzung zu "Die Stadt der Träumenden Bücher" schon kaum noch erwarten. Und jetzt ist die Wartezeit auch fast vorbei - am 5. Oktober erscheint endlich "Das Labyrinth der Träumenden Bücher" und damit ein neuer märchenhafter Roman von Walter Moers, voller ausgefallener Ideen und mit einer fabelhaften Geschichte um die Welt der Bücher. Mit dabei natürlich: das fantatische Zamonien, der schriftstellernde Lindwurm Hildegunst von Mythenmetz und natürlich viele viele Bücher...! Klar, dass wir zu diesem Buch unseren Buchclub im Oktober starten müssen! Wir freuen uns, wenn viele von euch dabei sind & Lust haben von Walter Moers' erneut auf eine Reise in die Welt der Bücher mitgenommen zu werden. *** Hier erstmal mehr zum Inhalt *** Über zweihundert Jahre ist es her, seit Buchhaim, die Stadt der Träumenden Bücher, von einem verheerenden Feuersturm zerstört worden ist. Der Augenzeuge dieser Katastrophe, Hildegunst von Mythenmetz, ist inzwischen zum größten Schriftsteller Zamoniens avanciert und erholt sich auf der Lindwurmfeste von seinem monumentalen Erfolg. Er gefällt sich im täglichen Belobhudeltwerden, als ihn eine verstörende Botschaft erreicht, die seinem Dasein endlich wieder einen Sinn gibt. Verlockt durch einen rätselhaften Brief kehrt Hildegunst von Mythenmetz nach Buchhaim zurück. Die prächtig wiederaufgebaute Stadt ist erneut zur pulsierenden Metropole der Literatur und zum Mekka des Buchhandels geworden und wird durchströmt von Buchverrückten aller Art. Dem Rätsel auf der Spur gerät Mythenmetz, kaum hat er die Stadt betreten, in ihren abenteuerlichen Sog. Er begegnet alten Freunden wie der Schreckse Inazea Anazazi, den Buchlingen Ojahnn Golgo van Fontheweg, Dölerich Hirnfidler und Gofid Letterkerl, dem Eydeeten Hachmed Ben Kibitzer, aber auch neuen Bewohnern, Phänomenen und Wundern der Stadt, wie den mysteriösen Biblionauten, den obskuren Puppetisten und der jüngsten Attraktion Buchhaims, dem »Unsichtbaren Theater«. Dabei verirrt sich Mythenmetz immer tiefer im »Labyrinth der Träumenden Bücher«, das geheimnisvoll und unsichtbar die Geschicke Buchhaims zu bestimmen scheint. Bis er schließlich in einen unaufhaltsamen Strudel von Ereignissen gerät, der alle Abenteuer, die er je zu bestehen hatte, in jeder Hinsicht übertrifft. Auch ein Blick auf die offizielle Seite zum Buch lohnt sich: http://www.zamonien.de/ ************************************************************************************ Unter allen, die uns in ihrer Anmeldung zum Buchclub, verraten, was für sie das magische an Büchern ist und welches Buch sie wirklich zum träumen gebracht hat, verlosen wir 10 Exemplare von "Das Labyrinth der Träumenden Bücher" für die Teilnahme an der Leserunde hier. Mitmachen könnt ihr bis einschließlich 03.10.2011 Ich wünsche eine traumhafte Lesestunden! ************************************ Die 10 Gewinner sind: Dubhe, sunlight, rallus, Micky, Lilabella, Lesebienchen, Ennilain, Babscha, Caro88, jessi88

    Mehr
    • 316
  • Rezension zu "Die Farben der Insel" von Kristin Marja Baldursdottir

    Die Farben der Insel

    Leserrezension2010

    18. August 2010 um 10:12

    A 49 Die Farben der Insel von Kristin M. Baldursdottir Kategorie: Allgemein Dieser Fortsetzungsroman von „Die Eismalerin“ ist wieder zweierlei – eine Familiengeschichte und ein Gesellschaftsroman mit dem Schwerpunkt auf die Stellung von Künstlerinnen im Europa des vergangenen Jahrhunderts. Das Buch ist in vier Abschnitte unterteilt, in denen die isländische Künstlerin Karitas Jonsdottir aus der Ichperspektive wichtige Lebensabschnitte berichtet. Dazwischen liegen immer mehrere Jahre, die in den folgenden Kapiteln kurz zusammengefasst werden und so sind alle Entwicklungen gut verständlich. Die Erzählung beginnt nach dem zweiten Weltkrieg, als 40 Jährige, und endet an ihrem Lebensende. Jedem Kapitel ist ein beschriebenes Bild mit Titel und Entstehungsjahr vorangestellt und eine dritte Person erzählt von der Arbeit und der Wirkung des Kunstwerkes auf die Menschen in ihrem direkten Umfeld und auch auf den Kunstmarkt. Karitas hat sich von ihrer direkten Familie gelöst und strebt nach ihrer Entwicklung als Künstlerin. Intensive Schaffensphasen werden von Zeiten der Zweifel abgelöst, in denen sie auch immer wieder mit den Ansprüchen der Gesellschaft und ihrer traditionellen Rolle als Frau konfrontiert wird. Ihr gelingt es, nach einigen Wirren die lang ersehnte Reise in die Kunstmetropole Paris anzutreten und dort als Künstlerin zu leben. Neue und alte Freunde unterstützen sie auf ihrem Weg, nur einige Familienmitglieder versuchen, sie auf den in ihren Augen„rechten Pfad“ zu bringen. Die Orte, an denen sie lebt und arbeitet wechseln, die Grundprobleme bleiben. Wie kann sie möglichst sich selbst treu bleiben, als Künstlerin arbeiten und trotzdem ihre wichtigen Familienbeziehungen leben? Die Autorin, Kristin M. Baldursdottir, hat m.E. einen genialen Roman verfasst. Sie versteht es Unterhaltung mit gesellschaftlichen Fragen, besonders der Emanzipation zu verknüpfen. Die Struktur des Werkes ermöglicht unterschiedliche Blickwinkel, die Ichperspektive und die Sicht der dritten Person. So ist dem Leser ein tiefes Eintauchen in die Geschichte möglich. Ihr Schreibstil ist leicht und die aussagekräftige Wortwahl führt uns Lesern die Umgebung in Bildern vor Augen. Die Seelennöte werden geschildert, aber es entstehen keine Psychogramme, die Längen hervorrufen würden. Personen sind durch ihre Persönlichkeit bestimmte Funktionen zugeordnet. So z.B. die Mutter von Karitas. Sie tritt nur in kurzen Telefongesprächen in Erscheinung, aber ihre Lebenshaltung vermittelt Karitas nachdrücklich: Jeder ist seines Glückes Schmied. Du selbst bestimmst, wie weit du dich innerhalb der vorgegebenen Rollen bewegst oder, ob du einen anderen Weg wählst. Und somit ist sie DIE Wegweiserin für Karitas. Den Gegenpart spielt ihre Schwester Bjarghildur. Sie fordert immer wieder von Karitas ihrer Geschlechterrolle gerecht zu werden und stellt sich selbst als leuchtendes Beispiel dar. Am Ende wird sie als lebender Beweis der gesellschaftlichen Doppelmoral dastehen. Sigmar wird sich treu bleiben und gerät in Verzweiflung, als er erkennt welch große Künstlerin Karitas ist und er ihr fast den Weg verbaut hätte. Jeder Figur kann einem gesellschaftlichen Prozess im 20. Jahrhundert zugeordnet werden. Mein Leseerlebnis war tief und nachhaltig. Ich bin abgetaucht in die Welt Islands, Paris und andere Orte. Die Figur von Karitas wurde für mich so authentisch geschildert, dass ich mich mehrmals im Internet auf die Suche nach einer entsprechenden realen Person gemacht habe – ohne Erfolg, leider. Die beschriebenen Bilder hatten für mich ein Eigenleben. Karitas‘ künstlerische und persönliche Entwicklungen waren für mich so eindringlich und glaubwürdig, wie ich sie bisher nur in Biografien von realen Malerinnen gelesen habe. Mir hat das Buch einige Denkanstöße geliefert. Beispielsweise: Was hat sich seitdem verändert? Welche Parallelen gibt es? Die Erkenntnis, Verpasstes kann man nicht nachholen. Also überlege gut, wie du lebst und aus welchen Motiven heraus du dich entscheidest! Oder auch dieses Zitat: "Damals hatte ich beschlossen, dass >zu spätzu spät< nie mit Sigmar in Verbindung gebracht. Erst jetzt. Das bestürzte mich." Mein Fazit: Schmöker? Ja, aber mit Tiefgang!

    Mehr
  • Rezension zu "Die Farben der Insel" von Kristin Marja Baldursdottir

    Die Farben der Insel

    tedesca

    19. May 2010 um 15:51

    Interessant an dieser Fortsetzung von "Die Eismalerin" ist der Perspektivenwechsel in der Erzählweise. Wie im ersten Buch beginnt jeder Abschnitt mit der Beschreibung eines Werks von Karitas, doch hier geht die Geschichte in Ich-Form weiter, was tiefere Einblicke in die Welt der Künstlerin erlaubt, in die Welt einer Frau, die diesmal nicht am Muttersein und ihrer Verantwortung scheitert, sondern sich der Herausforderung mutig stellt, auch wenn ihre Umgebung immer wieder Entscheidungen trifft, die ihr Kummer und Leid zufügen. Letztendlich erreicht sie ihr Ziel, setzt sich durch als unabhängige Künstlerin, erlangt Bekanntheit und somit auch die Möglichkeit, ihr Leben so zu gestalten, wie sie es sich vorstellt. Das im Klappentext angegebene "Kann sie Sigmar jetzt auch an ihrem Leben teilhaben lassen?" finde ich ziemlich unpassend, denn im Grunde macht Karitas sich keine Gedanken um ihren Mann, geschweigedenn ein Zusammenleben mit ihm. Doch letztendlich findet sie ein spätes Glück, in dem sie sich mit ihrer Rolle als Ehefrau und Künstlerin arrangiert, und zu guterletzt trifft sie die endgültige Entscheidung über ihr Schicksal, wie sie es sich immer gewünscht hat. Auch dieses zweite Buch hat mich tief beeindruckt, wobei es sich weniger mit der Situation unterschiedlicher Personen beschäftigt, sondern ausschließlich Karitas im Mittelpunkt steht. Natürlich nicht ohne auf das Schicksal ihrer Familie und Freunde einzugehen, das sie selbst tief beeindruckt und immer wieder beeinflusst. Sicher kein \"Frauenroman\" im klassischen Sinne, aber doch ein Buch, das Frauen auf besondere Weise anspricht, weil man sich immer wieder selbst finden kann in dieser Auseinandersetzung mit dem Frausein in all seinen Facetten.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Farben der Insel" von Kristin Marja Baldursdottir

    Die Farben der Insel

    sunlight

    18. January 2010 um 17:28

    „Die Farben der Insel“ von Kristin M. Baldursdottir Dieser Fortsetzungsroman von „Die Eismalerin“ ist wieder zweierlei – eine Familiengeschichte und ein Gesellschaftsroman mit dem Schwerpunkt auf die Stellung von Künstlerinnen im Europa des vergangenen Jahrhunderts. Das Buch ist in vier Abschnitte unterteilt, in denen die isländische Künstlerin Karitas Jonsdottir aus der Ich-Perspektive wichtige Lebensabschnitte berichtet. Dazwischen liegen immer mehrere Jahre, die in den folgenden Kapiteln kurz zusammengefasst werden und so sind alle Entwicklungen gut verständlich. Die Erzählung beginnt nach dem zweiten Weltkrieg, als 40 Jährige, und endet an ihrem Lebensende. Jedem Kapitel ist ein beschriebenes Bild mit Titel und Entstehungsjahr vorangestellt und eine dritte Person erzählt von der Arbeit und der Wirkung des Kunstwerkes auf die Menschen in ihrem direkten Umfeld und auch auf den Kunstmarkt. Karitas hat sich von ihrer direkten Familie gelöst und strebt nach ihrer Entwicklung als Künstlerin. Intensive Schaffensphasen werden von Zeiten der Zweifel abgelöst, in denen sie auch immer wieder mit den Ansprüchen der Gesellschaft und ihrer traditionellen Rolle als Frau konfrontiert wird. Ihr gelingt es, nach einigen Wirren die lang ersehnte Reise in die Kunstmetropole Paris anzutreten und dort als Künstlerin zu leben. Neue und alte Freunde unterstützen sie auf ihrem Weg, nur einige Familienmitglieder versuchen, sie auf den in ihren Augen„rechten Pfad“ zu bringen. Die Orte, an denen sie lebt und arbeitet wechseln, die Grundprobleme bleiben. Wie kann sie möglichst sich selbst treu bleiben, als Künstlerin arbeiten und trotzdem ihre wichtigen Familienbeziehungen leben? Die Autorin, Kristin M. Baldursdottir, hat m.E. einen genialen Roman verfasst. Sie versteht es Unterhaltung mit gesellschaftlichen Fragen, besonders der Emanzipation zu verknüpfen. Die Struktur des Werkes ermöglicht unterschiedliche Blickwinkel, die Ich-Perspektive und die Sicht der dritten Person. So ist dem Leser ein tiefes Eintauchen in die Geschichte möglich. Ihr Schreibstil ist leicht und die aussagekräftige Wortwahl führt uns Lesern die Umgebung in Bildern vor Augen. Die Seelennöte werden geschildert, aber es entstehen keine Psychogramme, die Längen hervorrufen würden. Den Figuren sind durch ihre Persönlichkeit bestimmte Funktionen zugeordnet. So z.B. die Mutter von Karitas. Sie tritt nur in kurzen Telefongesprächen in Erscheinung, aber ihre Lebenshaltung vermittelt Karitas nachdrücklich: Jeder ist seines Glückes Schmied. Du selbst bestimmst, wie weit du dich innerhalb der vorgegebenen Rollen bewegst oder, ob du einen anderen Weg wählst. Und somit ist sie DIE Wegweiserin für Karitas. Den Gegenpart spielt ihre Schwester Bjarghildur. Sie fordert immer wieder von Karitas, ihrer Geschlechterrolle gerecht zu werden und stellt sich selbst als leuchtendes Beispiel dar. Am Ende wird sie als lebender Beweis der gesellschaftlichen Doppelmoral dastehen. Sigmar wird sich treu bleiben und gerät in Verzweiflung, als er erkennt welch große Künstlerin Karitas ist und er ihr fast den Weg verbaut hätte. Jeder Figur kann einem gesellschaftlichen Prozess im 20. Jahrhundert zugeordnet werden. Mein Leseerlebnis war tief und nachhaltig. Ich bin abgetaucht in die Welt Islands, Paris und andere Orte. Die Figur von Karitas wurde für mich so authentisch geschildert, dass ich mich mehrmals im Internet auf die Suche nach einer entsprechenden realen Person gemacht habe – ohne Erfolg, leider. Die beschriebenen Bilder hatten für mich ein Eigenleben. Karitas‘ künstlerische und persönliche Entwicklungen waren für mich so eindringlich und glaubwürdig, wie ich sie bisher nur in Biografien von realen Malerinnen gelesen habe. Mir hat das Buch einige Denkanstöße geliefert. Beispielsweise: Was hat sich seitdem verändert? Welche Parallelen gibt es? Die Erkenntnis, Verpasstes kann man nicht nachholen. Also überlege gut, wie du lebst und aus welchen Motiven heraus du dich entscheidest! Oder auch dieses Zitat: "Damals hatte ich beschlossen, dass >zu spätzu spät< nie mit Sigmar in Verbindung gebracht. Erst jetzt. Das bestürzte mich." Mein Fazit: Schmöker? Ja, aber mit Tiefgang! Und daher eindeutig 5 Sterne!

    Mehr
  • Rezension zu "Die Farben der Insel" von Kristin Marja Baldursdottir

    Die Farben der Insel

    savanna

    14. December 2009 um 19:38

    Es sind die Worte der Französin Simone de Beauvoir, die über das Nordmeer schwappen und eine kleine Insel am Polarkreis erreichen. In der Nachkriegszeit des Zweiten Weltkrieges leben die meisten isländischen Frauen in bescheidenden Verhältnissen das Leben der klassischen Hausfrauen. Modernen feministischen Denkweisen gegenüber halten sie erschrocken inne oder lehnen sie sogar durchweg ab. Allein die exzentrische Malerin Karitas, die sich getrennt von ihrem Mann und mit schwierigem Verhältnis zu ihren Kindern ausschließlich ihrer Kunst widmet, rebelliert. Sie lässt sich nicht in die Norm der angepassten Ehefrau und Mutter drängen, sondern platziert ihre Wut und Enttäuschung auf großrahmige Werke. Da weder die Frauen Islands bereit sind für gesellschaftliche Umbrüche, noch die Kunstwelt Islands bereit ist für ihre Art der Kunst, plant sie ihre Ausreise nach Paris. In der Hoffnung, in der turbulenten Weltstadt Inspiration und Anerkennung zu finden, verabschiedet sie sich von ihrer Familie. Just jedoch am Tag vor ihrer Abreise wird sie von ihrem Sohn Sumarlidi bitter hintergangen: Da er aus Frustration über eine zerbrochene Beziehung mehrere Jahre zur See fahren will, hinterlässt er sein uneheliches Kind bei Karitas. Da die Malerin nach ihren vier eigenen Kindern nicht noch ein weiteres Mal jahrelang durch ein kleines Kind an das Haus gebunden sein will, nimmt sie ihre Enkelin Silfá kurzerhand mit nach Paris. Angekommen in Frankreich kostet sie der Alltag mit einem Kleinkind in einer fremden Stadt in einer Fremdsprache enorme Kraft. Vor lauter Pflichtterminen und schließlich Müdigkeit stellt sich die erhoffte Inspiration kaum ein. Erst mit einem größer werdenden Netzwerk aus Nachbarn und anderen Künstlern, erreicht Karitas schließlich eine eigene Ausstellung. Über die Kunstwelt New Yorks führt es die umtriebige, aber alternde Frau Jahre später wieder nach Island. „Die Farben der Insel“ der isländischen Autorin Kristín Marja Baldursdòttir ist ein eigenständiger Familienepos, der jedoch auch als Fortsetzung von „Die Eismalerin“ betrachtet werden kann. Während zuvor das Leben von Karitas Mutter Steinunn im Mittelpunkt stand, begleitet der Leser durch Karitas Geschichte nun ihre Kinder und Enkelkinder. Baldursdottir hat auch in ihrem fünften in deutscher Sprache erschienen Buch vor allem die Situation isländischen Frauengenerationen im Blick. Das Wissen und das Interesse der Autorin und Journalistin um gesellschaftliche Veränderungen in ihrer Heimat lassen diesen Roman so authentisch erscheinen. Wer von dem detailverliebten Schreibstil bereits bei „Die Eismalerin“ nicht genug bekommen konnte, wird sich wonnig in die weit über 500 Seiten fallen lassen können. Jedoch auch Leser, die bisher kein Werk der Autorin in Händen hatten und die Familie um Steinunn noch nicht kennen gelernt haben, können mit diesem Buch abtauchen in eine Welt der Künste und Landschaften.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks