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Daniliesing

vor 6 Jahren

Bewerbung & Bekanntgabe der Gewinner

Weiter geht es in unserem Island-Spezial passend zum Ehrengast - Island - bei der diejährigen Frankfurter Buchmesse. Diesen Monat ist im Krüger Verlag der wunderbare Roman "Sterneneis" erschienen, der den Leser in die Atmosphäre Islands und eine ganz besondere Geschichte entführt:

"Reisen Sie mit: In das Land der Erinnerung oder in das Reich der Phantasie

In der Nacht waren Einbrecher gekommen und hatten sie beraubt. Hatten in ihren Sachen gewühlt, ihren Schmuck entwendet. Hatten sie wahrscheinlich im Schlaf beobachtet. Die Vorstellung, eine weitere Nacht in diesem Haus zu verbringen, war ihr unerträglich. Deshalb wollte sie fort, in ihr Sommerhaus.
Mit der 14-jährigen Tochter einer Bekannten fährt sie aufs Land. Doch wie verbringen eine Frau in den Fünfzigern und ein Mädchen im Teenageralter, das an Handy, PC und Fernsehen gewöhnt ist, drei Tage in völliger Abgeschiedenheit miteinander?"

"Sterneneis" von Kristín Marja Baldursdóttir ist ein bewegender und mitreißender Roman, der zudem durch tolle Landschaftsbeschreibungen und interessante Protagonisten überzeugt. Und für dieses Buch suchen wir 25 Testleser, die es gern gemeinsam lesen, sich hier darüber austauschen und später eine Rezension schreiben möchten.

Einen ersten Blick ins Buch bietet euch die Leseprobe:
http://www.fischerverlage.de/sixcms/media.php/308/LP_978-3-8105-0266-7.pdf

Der Roman überzeugt euch auf den ersten Blick? Dann bewerbt euch unter "Bewerbung & Bekanntgabe der Gewinner" für die Leserunde. Verratet uns, was ihr am meisten vermissen würdet, wenn ihr 3 Tage lang in völliger Abgeschiedenheit verbringen müsstet! Dazu habt ihr bis einschließlich 21.09. Zeit. Am Tag darauf werden die 25 Gewinner bekannt gegeben.

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Die 25 offiziellen Testleser sind:

sabatayn76, schneespur, ForeverAngel, Rekymanto, Tukka, simone_richter, claudiaausgrone, Kaddi, Maggi90, rumble-bee, VivichanS, AnnaChi, Navarronn, Winterzauber, Mirka, BookishBallerina, MeraDiaries, steffchen3010, Queenelyza, Irea, a.schmalzbauer, Rabenfrau, x-vampirella-x, AennA, literat

Autor: Kristin Marja Baldursdottir
Buch: Sterneneis

Themistokeles

vor 6 Jahren

Bewerbung & Bekanntgabe der Gewinner

Ich glaube so richtig viel würde ich in vollkommener Abgeschiedenheit gar nicht vermissen, wenn ich wenigstens ein paar Bücher dabei habe, denn ich liebe die Natur und mir würde es schon reichen diese erkunden zu können. Von daher würde ich wenn wohl meine Familie ein wenig vermissen, wenn ich von denen niemanden kontaktieren könnte, aber ansonsten stelle ich mir sowas eher als eine relativ angenehme Erfahrung vor.

monika62

vor 6 Jahren

...solange genügend Bücher da sind, würde ich nichts vermissen und 3 Tage ist ja auch eine überschaubare Zeit.
Bei längerer Abgeschiedenheit würden mir mit Sicherheit meine Liebsten fehlen....

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sunlight

vor 6 Jahren

Teil 5: Die Grashöcker der Sumpfohreule - S.221-Ende

...und was sagst du zu meiner Sichtweise? Für mich gibt das Buch so einen Sinn, aber es ist vieles verschlüsselt dargestellt und nicht einfach in klare Worte gefasst. Wir sollen uns Gedanken machen!

claudiaausgrone

vor 6 Jahren

Rezension / Fazit

Zunächst einmal bedanke ich mich beim Krüger Verlag und bei LOVELYBOOKS für das Buch und die Testleserunde.

Was mich zuallererst für dieses Buch eingenommen hat war die Warnung oberhalb des Impressums: „Dies ist ein Roman. Darin werden Ausschnitte aus der Erfahrungs- und Reifungsgeschichte von Frauen erzählt. Männer lesen diese Zeilen auf eigene Verantwortung.“ Schön!

In Gunnurs Haus wurde eingebrochen während sie schlief, in diesem Sinne beginnt der Klappentext. Und auch das erste Kapitel. Aber für die eigentliche Geschichte ist dies nicht wichtig. Da ist schon der Text auf der Rückseite des Einbands hilfreicher: „Wie verbringen eine Frau mittleren Alters und ein Mädchen im Teenageralter, das an Handy, PC und Fernsehen gewöhnt ist, drei Tage in völliger Abgeschiedenheit miteinander?“
Wie kommt es zu dieser Situation?
Eine Frau in den Fünfzigern, Gunnur, die zwar alles gerne unter Kontolle haben möchte, aber doch nicht immer eindeutig handelt, wird gewissermaßen überrumpelt, die 14-jährige Hugrún über ein Wochenende zu betreuen. Hugrún erinnert Gunnur an ein Reh, deshalb wird sie zukünftig auch nur so genannt. Sie benimmt sich alledings nicht scheu wie ein Reh, sondern eher wie das durch Verbiss ganze Wälder zerstörende Rotwild.

Es passiert wenig Handlung. Das überrascht mich nicht wirklich, denn was soll schon groß geschehen ohne moderne Medien in der Einsamkeit, wenn zwei Fremde sich erobern müssen?
Hier geht es um Grenzen: Austestung und Verletzung – übrigens auf beiden Seiten. Erstaunliche Nähe versus Destruktion. Gegensätze und Parallelen. Hier geht es um Aufarbeitung auf vielfältigen Ebenen und in verteilten bzw. verdrehten Rollen. Stilistisch eingeläutet durch die Traumsequenzen an den Kapitelanfängen.

Es ist ein Frauenbuch. Obwohl Gunnur glücklich verheiratet zu sein scheint, bekommt ihr Mann keinen Raum. Raum bekommen die Mütter und Schwestern, die Bäuerinnen und Gunnur und das Reh. Ihre Stärken werden uns aufgezeigt, Stärken, die natürlich nicht ohne Schwächen daherkommen können. Die Autorin solidarisiert sich mit den Frauen, die stark sein müssen, um ihr Leben selbstbestimmt leben zu können.

Es ist ein anspruchsvolles Buch, da vieles zwischen den Zeilen steht. Auch im konzentriert-lesen-müssen ist es anspruchsvoll.

Es ist ein schönes Buch, in der Sprache, da besticht es. Und in vielen Schilderungen.
Die Islandliebe der Autorin gefällt mir, die sich nicht nur dadurch zeigt, dass sie Landschaft, Natur und Geschichte so leuchtend zeigt, sondern auch durch ihre kritischen Äußerungen.

Der Bruch liegt für mich im Spannungsbogen (einerseits), der schon im 3.Kapitel schwächelt und danach jäh nach unten geht. Andererseits im letzten Kapitel, das für mich nicht mehr schlüssig ist.

Ich habe die Autorin bisher gerne gelesen und werde auch wieder Bücher von ihr lesen, dieses hier hat mir zum Ende hin nicht so gefallen, aber ich bewerte es trotzdem eher posit als negativ.

claudiaausgrone

vor 6 Jahren

Teil 5: Die Grashöcker der Sumpfohreule - S.221-Ende
@sunlight

Du hast damit für mich größtenteils Recht. Aber zum Schluß bin ich einfach nicht mehr klar gekommen. Vielleicht lese ich es mit Abstand noch einmal. Ich lese gerade die Eismalerin nochmal, weil ich glaube, auch da einiges überlesen zu haben.

steffchen3010

vor 6 Jahren

Rezension / Fazit
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Es ist mir wirklich schwer gefallen, eine Rezension zu schreiben, die nicht zu vernichtend ist und trotzdem das wiedergibt, was ich empfinde. Nun denn, hier ist sie...

~*°..Die Story..°*~

Alt trifft Jung – das Aufeinandertreffen zweier Generationen.

Als bei Gunnur eingebrochen wird, beschließt sie übers Wochenende aufs Land zu fahren. Doch was als Flucht aus dem Alltag angedacht war, entwickelt sich zu einer echten Herausforderung. Denn die Innenarchitektin Sunna Lind drückt ihr die pupertäre Tochter Hugrún aufs Auge. Ein Mädchen, das Gunnur aufgrund ihrer zarten Erschienung auch das Reh nennt und sie aufs Land begleiten wird.
Doch das Reh ist kein Reh und Gunnurs Versuch, sich an das junge Mädchen heranzutasten wird mit Ablehnung und Desinteresse quittiert. Erst als Gunnur beginnt, Hugrún aus ihrer Vergangenheit zu erzählen, schenkt die Heranwachsende ihr langsam aber sicher Gehör.

Aus Gunnurs Erzählungen entwickelt sich eine Reise in die Vergangenheit. Eine Reise, die bei Gunnur alte Wunden aufreisst und von Leid aber auch Glück gefüllt ist.

~*°..Meine Meinung..°*~

Dieses Buch hat mich wirklich enttäuscht. Es ist das erste Buch seit langem, dass meine Erwartungen leider nicht erfüllen konnte. Während ich nach dem ersten Betrachten noch von dem bezaubernden Cover und dem niedlichen Titel angetan war, verflog meine anfängliche Euphorie schon nach wenigen Seiten. Denn anstatt Begeisterung machte sich Verwirrung breit. Die Geschichte, die an sich eine Menge Potential besitzt, wurde von Baldursdóttir derart merkwürdig und verworren erzählt, dass ich mich zwingen musste, sie bis zum Ende zu lesen. Meine Begeisterung hielt sich daher in Grenzen. Ja, es war wirklich ein Kampf.

Was man Baldursdóttir zugutehalten muss, ist ihr teilweise sehr gefühl- und fantasievoller Schreibstil. Doch während es ihr gelingt, die Vergangenheit der Protagonistin Gunnur auf sehr gefühlvolle und lebendige Weise darzustellen, erschien es mir, als verliere sie manchmal die Orientierung. Es wirkte, als drifte sie in ihrer eigenen Gedankenwelt ab, ohne zu bemerken, dass der Leser ihr einfach nicht folgen kann. Sie gibt ihm unendlich viele Denkanstöße, die unweigerlich zu noch mehr Fragen führen. Fragen, die es dem Leser relativ schwer machen, der Geschichte zu folgen.

Zudem wirkte Gunnurs Reise in ihre Vergangenheit, die in erster Linie Hugrúns Unterhaltung dienen soll, letzten Endes wie eine Art Selbsttherapie. Denn obwohl es Gunnur ist, die den Beruf der Psychiaterin ausübt, erschien es mir vielmehr, als therapiere Hugrún Gunnur und nicht umgekehrt. Eine Tatsache, die dem Roman nicht unbedingt Authentizität schenkt und ihn fiktiv erscheinen lässt. Mal ganz im Ernst: seit wann therapieren Jugendliche Erwachsene?Die Geschichte beginnt mit einem Einbruch. Einem scheinbar nächtlichen Einbruch, den Gunnur erst beim Aufwachen bemerkt. Denn sämtliche teure Gegenstände sind aus der Wohnung verschwunden. Kurz nachdem die Polizei die Lage erfasst, findet sich plötzlich ihre Innenarchitektin Sunna Lind bei ihr ein. Im Schlepptau hat sie ihre 14-jährige Tochter Hugrún, die Gunnur nur vom Sehen kennt. Und obwohl Gunnur mit dem Einbruch schon überfordert genug ist, drängt Sunna ihr die Tochter auf. Sagt, sie müsse einen wichtigen geschäftlichen Termin wahrnehmen, sie hätte ja eh noch was gut bei ihr. Also reisen Gunnur und Hugrún ins Sommer- bzw. Winterhaus der Familie. Ein Ort, der Gunnur stets Zuflucht geschenkt hat und an dem sie klare Gedanken fassen will.

Ich habe mich während der Geschichte immer wieder gefragt, was Baldursdóttir dazu bewegt hat, einem 14-jährigen verzogenen und rotznäsigem Gör den Spitznamen „Reh“ zu schenken? Hugrún ist kein Reh! Sie ist taktlos und ungezogen und wirft die meiste Zeit derart mit Kraftausdrücken um sich, dass man meinen könnte, sie hätte nie gelernt, sich anständig zu artikulieren. Sie war mir bereits nach wenigen Zeilen unsympathisch. Auch Gunnur, die, wie sich schnell herausstellte, eine sehr schwierige Kindheit durchlebte, wurde und wurde mir nicht sympathisch. Vielmehr verspürte ich Mitleid. Mitleid für eine Frau, die sich während der meisten Zeit ihres Lebens einreden lies, dass sie nichts tauge. Vorallem durch ihre Mutter. Wirklich erschreckend!

Doch was ist ein Roman mit Protagonisten, mit denen man sich weder identifizieren noch anfreunden kann? Was hilft einem die Botschaft der Autorin, wenn man sie nicht versteht? Es liegt klar auf der Hand, dass Hugrún von ihrer Mutter vernachlässigt wird und Gunnur eine schwierige Kindheit hatte. Aber schafft eine fantasievolle Reise durch die Vergangenheit den beiden Klarheit? Ändert das etwas an den Tatsachen? Was will Baldursdóttir uns damit sagen? Erzieht eure Kinder ordentlich, seid uneingeschränkt für sie da?Der Einbruch am Beginn der Geschichte, von dem man erwartet, dass er zumindest teilweise Einfluss auf den Verlauf der Geschichte hat, ist völlig unerheblich. Er ist ebenso bedeutungslos wie die Tatsache, dass in China eben ein Sack Reis geplatzt sein könnte. Denn die Fahrt aufs Land scheint Gunnur ohnehin geplant zu haben. Man hätte ihn ebenso weglassen können. Auch hier erschloss sich mir Baldursdóttirs Gedankenwelt nicht. Warum etwas erwähnen, das ohnehin keinen Einfluss auf die Geschichte hat? Muss das sein? Fiel der Autorin sonst nichts ein?Ich bin mir sicher, dass keines der Bücher, die ich in diesem Jahr noch lesen werde, „Sterneneis“ toppen kann. Und damit meine ich nicht, eine Steigerung ins Postive sondern vielmehr den bedauernswert langweiligen und verwirrenden Zustand, in dem mir Baldursdóttirs Roman begegnet ist. So leid es mir tut, aber ich kann mich nicht entsinnen, jemals ein so nerviges Buch gelesen zu haben, das mir derart meine Kraft geraubt hat. Man kann seine Zeit sicherlich auch sinnvoller nutzen, als diesen Roman zu lesen. Auch Baldursdóttirs liebevolle Landschaftsbeschreibungen von Island können das Ruder nicht herumreißen. „Sterneneis“ bekommt daher nur zwei von fünf möglichen verirrten Sternchen, die auf dem See Pirouetten drehen.

Vielen Dank dass ich an der Leserunde teilnehmen durfte, auch wenn mich das Buch leider nicht überzeugen konnte. ;-P

Rabenfrau

vor 6 Jahren

Rezension / Fazit

Nie hätte sie sich vorstellen können, dass ihr einmal so etwas passiert. Doch nun ist Gunnur einem Raub zum Opfer gefallen. Mitten in der Nacht waren sie gekommen, die Einbrecher, wühlten in ihren Sachen, entwendeten Laptop, Handy, Schmuck und waren sogar in ihrem Schlafzimmer! Eines ist klar: Sie kann nicht hierbleiben, nicht jetzt.

Gunnur beschließt aufs Land zu fahren. Kurz vor ihrer Abreise steht plötzlich eine Bekannte vor ihrer Tür, mit einer Bitte an Gunnur, die eigentlich keine Bitte ist. Und ehe Gunnur einen klaren Gedanken fassen kann, steht sie da, zusammen mit Hugrun, der vierzehnjährigen Tochter ihrer Bekannten, auf die sie die nächsten Tage ein Auge haben soll.

Notgedrungen nimmt Gunnur das Mädchen mit in ihr Sommerhaus. Doch wie verbringen eine Frau in den Fünfzigern und ein Teenager drei Tage in völliger Abgeschiedenheit, wenn Handy, PC und Fernsehen ihren Dienst versagen?

„Sterneneis“ ist das neuste Werk der bekannten isländischen Autorin Kristín Marja Baldursdóttir auf dem deutschen Buchmarkt, und bereits im Jahre 2009 in Island erschienen.

Das Buch präsentiert sich mit einem wirklich wunderschönen Cover, das in einem ähnlichen Stil gestaltet ist wie auch die bisherigen deutschen Ausgaben von Kristín Marja Baldursdóttir’s Büchern. Die Aufmachung und der gewählte Titel waren es übrigens auch, die mich auf das Buch aufmerksam gemacht haben.

Ich bin relativ unbefangen an das Buch herangegangen, habe mir aber schon ein leicht philosophisch angehauchtes Werk gewünscht, den dazu bietet der gewählte Handlungsrahmen genügend Möglichkeiten.

„Wie sehr wünsche ich mir, draußen in der Natur zu sterben, in den grünen und violetten Farben, mit der Zeit langsam in den Boden hinein zu verschwinden, wie die Blätter eines knorrigen Birkenwäldchens.“
(Sterneneis, S. 38)

Hauptperson ist Gunnur. Mitten in den Fünfzigern, Psychotherapeutin und kürzlich Opfer eines Einbruchs. Aus ihrer Perspektive wird die Geschichte erzählt, was wohl vor allem dazu dienen soll, dem Leser tiefere Einblicke in Gunnur’s Gefühlswelt zu ermöglichen. So arbeitet sie im Laufe der Zeit im Sommerhaus ihre Kindheitserinnerungen auf, in der sie sich mehr als nur einmal als Ballast, als nur im Weg gefühlt, sie erzählt von ihrer ersten Liebe, ihrem Leben. Gunnur ist ganz klar erwachsen und wirkt doch oft in ihren Gedanken und Handlung sehr kindlich und naiv. Ich kann sie mir schwer als Psychotherapeutin oder starke Frau vorstellen, gerade auch wenn man bedenkt, wie leicht sie sich das Mädchen Hugrun hat aufschwatzen lassen.

Hugrun, oder auch „das Reh„, ist eine doch etwas sehr verwöhnte Vierzehnjährige, stammt aus einem wohlhabenden Hause, in dem aber ganz deutlich die familiäre Wärme und Zuneigung zu fehlen scheint. Ihre Mutter hat nur die Arbeit und ihre Liebhaber im Kopf, und so verbringt Hugrun die meiste Zeit alleine, isst vor dem Fernseher, um zumindest das Gefühl von Gesellschaft zu haben. So ist es verständlich, dass sie sich krampfhaft an die gemeinsamen Unternehmungen mit Gunnur klammert.

Beide Charaktere haben ihre Schwierigkeiten – mit sich selbst und miteinander -, ihre Eigenarten, und vor allem Hugrun legte Verhaltensweisen an den Tag, die ich durchaus nachvollziehen konnte. Und es ist schließlich nicht einfach, plötzlich mit einer fremden Frau allein zu sein. Mit Gunnur stattdessen konnte ich so gar nicht warm werden, hat sie doch Anwandlungen und Züge, die mehr an einen Teenager erinnern als an eine Erwachsene, und schon gar nicht an eine Psychologin. Gunnur ist in meinen Augen sehr naiv, störrisch und ungemein kindisch.

Zusätzlich geschürt wurde meine Abneigung gegen Gunnur wohl auch dadurch, dass sie als Ich-Erzählerin fungiert. Baldursdóttir scheint mit „Sterneneis“ in meinen Augen recht deutlich die Geschichte ihrer Gunnur, die, anhand der Rückblicke, gleichzeitig eine Geschichte über die Frau in Island an sich ist, erzählen zu wollen. Doch was bringt ein Buch, das sich mit der Entwicklung eines Charakters auseinandersetzt, man aber nicht mit der Person warm wird, sich nicht mit ihr identifizieren kann?

Nichtsdestotrotz, das Buch hebt sich stilistisch gesehen von anderen Werken ab, vor allem wohl auch, weil die Autorin keine wörtliche Rede verwendet, und stattdessen die Dialoge fließend im Text verarbeitet. So verwischen die Grenzen zwischen Gesprochenem und Gedachtem, was deutlich zur Atmosphäre des Buches beiträgt. Zusätzlich werden dem Leser Einblicke ins Land und ins Leben der Isländer gewährt, und einige Szenen im Buch sind so wundervoll formuliert, dass sie einem auch nach dem Lesen noch in Erinnerung bleiben.

„Es kommt mit der Dunkelheit. Die Sterne und der Mond, das Verlangen und die Sehnsucht. Verborgene Wesen treten aus den Felsen hervor, tauchen aus der Lava auf, eilen zum Weiher hinunter, wo der Reigen getanzt wird. Das Gedächtnis verliert jegliches Zeitgefühl, glaubt, um Jahrzehnte jünger zu sein, fleigt in die Phantasie hinein.“
(Sterneneis, S. 152)

Bei „Sterneneis“ handelt es sich um eine im Ansatz gute Idee, die aber unter einer Hauptperson zu leiden hat, die es einem schwer macht sie als sympathisch oder glaubwürdig zu empfinden. Wunderschöne Formulierungen und Landschaftsbeschreibungen brachten aber zumindest mich dazu, dem Buch bis zum Ende treu zu bleiben. Eine ungeschränkte Empfehlung kann und will ich nicht geben. „Sterneneis“ und seine Charaktere wirken wahrscheinlich auf jeden Leser anders, jeder bringt eigene Empfindungen mit hinein in diese Geschichte – die eigentliche Gesamtwirkung von Baldursdóttir’s Konstrukt wird also bei jedem eine andere sein.

x-vampirella-x

vor 6 Jahren

Sterneneis von Kristín Marja Baldursdóttier

INHALT:
In der Nacht waren Einbrecher gekommen und hatten sie beraubt. Hatten in ihren Sachen gewühlt, ihren Schmuck entwendet. Hatten sie wahrscheinlich im Schlaf beobachtet. Die Vorstellung, eine weitere Nacht in diesem Haus zu verbringen, war ihr unerträglich. Deshalb wollte sie fort, in ihr Sommerhaus.
Mit der 14jährigen Tochter einer Bekannten fährt sie aufs Land. Doch wie verbringen eine Frau in den Fünfzigern und ein Mädchen im Teenageralter, das an Handy, PC und Fernsehen gewöhnt ist, drei Tage in völliger Abgeschiedenheit miteinander?

MEINE MEINUNG:
Die Idee dieses Buches ist eigentlich nicht schlecht, aber die Umsetzung finde ich hätte besser sein können. Ich hatte echt Schwierigkeiten in die Geschichte hineinzukommen. Manche Sätze sind einfach zu lang und und ziemlich undeutlich. Was mich am meisten gestört hat ist, dass es keine wörtliche Rede gibt. Dies fand ich verwirrend. Mit der Protagonistin konnte ich mich nicht auseinander setzten, sie war mir irgendwie zu komisch. Auch das kleine "Reh" so wie Gunnúr das Mädchen Hugrún nennt, ist für mich einfach nicht sympatisch. Denn ihr ganzes Verhalten wirkt einfach fehl am Platz. Auch die wunderschönen Landschaftsbeschreibungen konnten auch nicht weiter helfen.

FAZIT:
Viel gibt es nicht zu sagen. Ich war sehr enttäuscht von diesem Buch. Und dies habe ich nicht wirklich oft, kommt eher selten vor. Aber trotzdem bedanke ich mich, dass ich bei dieser Leserunde dabei sein durfte.

MeraDiaries

vor 6 Jahren

Rezension / Fazit

Gunnur, Psychiaterin, wird eines Abends ausgeraubt. Alles das, was ihr lieb war, ist nicht mehr vorhanden. Da sie weiß, dass sie nicht mehr sicher ist, beschließt sie, aufs Land zu ziehen, um in Sicherheit zu sein. Dann bringt ihr auch noch ihre Innenarchitektin ihre 14 Jährige Tochter vorbei. Ohne das Gunnur auch nur einwenden kann, ist diese nicht mehr da. So hat Gunnur keine andere Wahl als das Mädchen mit in ihr Sommerhaus mitzunehmen.
Leider weiß Gunnur nicht, was sie mit dem Mädchen anfangen soll, denn das Mädchen ist mit der neusten Technik aufgewachsen und sie ist eine sehr "altmodische" Frau.

Kritik:
Die Leseprobe und die Inhaltsangabe waren sehr ansprechend. Doch leider enttäuschte mich ein wenig dieses Buch. Die ersten paar Seiten konnte ich flüssig lesen, doch dann wurde es ein wenig langatmig. Die Idee für dieses Buch ist sehr interessant, aber es wurde zu weit in die Länge gezogen. Vielleicht ging es nur mir so. Die ist mein erste Island Roman gewesen, von daher wurde Island sehr schön beschrieben.
Gunnur, eine Frau aus den Fünfzigern ist eine interessante Persönlichkeit. Nach einem Diebstahl verkriecht sie sich gleich. Aber besonders toll war es, dass zwei unterschiedliche Persönlichkeiten drei Tage in ein und dem selben Haus verbringen.
Mir gefiel es sehr, dass es aus der Perspektive von Gunnur erzählt wurde. Jedoch fand ich sie nicht besonders sympathisch, aber dies liegt im Auge des Betrachters.
Der Schreibstil war nicht sonderlich flüssig, aber trotzdem von großer Bedeutung. Das Buch brachte mich öfters zum Nachdenken.

Fazit:
Sehr gutes Buch, für geduldige Leser.

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