Kristina Aamand

 4.3 Sterne bei 7 Bewertungen

Lebenslauf von Kristina Aamand

Die multikulturelle Stimme im heutigen Dänemark: Die dänische Autorin Kristina Aamand machte 2016 in ihrer Heimat auf sich aufmerksam, als sie einen Nachwuchswettbewerb des Carlsen Verlags mit ihrem Young-Adult-Roman „For enden af din pegefinger“ gewann. 2017 erschien das Buch zunächst in Dänemark und ein Jahr später in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Wenn Worte meine Waffe wären“. Krankenschwester und Autorin: Kristina Aamand wurde 1972 als Tochter einer dänisch-katholischen Mutter und eines palästinensisch-syrischen Vaters geboren und ist hauptberuflich als Krankenpflegerin und Sozialarbeiterin tätig. 2007 veröffentlichte sie ihren ersten Roman „Mødom på Mode“, dem zahlreiche weitere Bücher für Erwachsene und Jugendliche folgten. Zu ihren größten Erfolgen im Heimatland gehört die Young-Adult-Serie um „Omar, Bruno und Mussa“. In ihren Büchern verarbeitet Kristina Aamand ihre eigenen Erfahrungen in einem multikulturellen Umfeld. So erzählt sie in „Wenn Worte meine Waffe wären“ die Geschichte der jungen Scheherazade, die an ihrer dänischen Schule als einzige Muslima zahlreichen Anfeindungen ausgesetzt ist und sich zugleich mit ihrer immer religiöser werdenden Mutter und ihren an Kriegserinnerungen leidenden Vater auseinandersetzen muss.

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Wenn Worte meine Waffe wären

Wenn Worte meine Waffe wären

 (7)
Erschienen am 20.08.2018

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Rezension zu "Wenn Worte meine Waffe wären" von Kristina Aamand

Eine starke und wichtige Geschichtete!
Lalevor einem Monat

Inhalt:

Sheherazade ist 17, ihre Familie flüchtete vor dem Krieg nach Dänemark, um ihr ein besseres Leben zu ermöglichen. Denn Sheherazade soll Ärztin werden, später heiraten und viele Kinder bekommen. Das ist zumindest das, was man von ihr erwartet. Doch sie hat eigentlich ganz andere Pläne, aber in ihrer Kultur gehört es sich nicht, den Eltern zu widersprechen, man tut was das Beste für die Familie ist..
Eines Tages lernt Shereazade Thea kennen, die ihr neue Blickwinkel auf das Leben ermöglicht. Und plötzlich hat sie keine Lust mehr zu schweigen, sondern möchte endlich für ihren Willen und ihre Freiheit einstehen...



Meine Meinung:

Eine bewegende und tief erschütternde Geschichte über ein starkes Mädchen!

Seit Sheherazade 7 Jahre alt ist, lebt sie mit ihrer Familie und Dänemark. Zunächst zwar nur in einer Notunterkunft, doch nach der Aufenthaltsgenehmigung hat sich die Familie ihr eigenes kleines Leben aufgebaut, in einem „Ghetto“ - wie Sheherazade es nennt -, in einer Gemeinschaft mit anderen Muslimen.
Als ihr Vater krank wird und sie so viel Zeit mit ihrer Mutter verbringt, wird der Druck auf ihr - ein vernünftiges und anständiges Leben zu führen - immer stärker. Sheherazade‘s Interessen spielen dabei keine Rolle, für die Familie zählt lediglich die Ehre und Anerkennung ihrer Gemeinschaft.
Doch Thea, die sie im Krankenhaus kennen lernt, wird für Sheherazade zu einer engen Vertrauten, die Sheherazade in ihrer Freiheit unterstützen möchte. Und auch sie selbst findet, dass es an der Zeit ist, endlich den Mund auf zu machen und über das, was wirklich passiert, zu berichten. Doch damit bricht sie eine langjährige und ehrenvolle Tradition, was unweigerlich Konsequenzen nach sich zieht...


„Wenn Worte Waffen wären“ erzählt die erschütternde und zugleich wunderschöne Geschichte einer 17-Jährigen Mädchens, das das Schweigen der teilweise herrschenden Missstände und der falsche Ehre brechen und der Welt zeigen möchte, wer sie wirklich ist.

Die Geschichte wird aus der Perspektive der Protagonistin Sheherazade erzählt, sodass man als Leser die Ereignisse direkt aus ihrem Blickwinkel verfolgen und ihre damit verbundenen Gefühle und Gedanken erfahren kann. Denn das Mädchen spart daran keineswegs, ausdrucksstark und tiefgründig berichtet sie über das, was passiert und was eigentlich nicht passiert.

Mich hat diese Geschichte sehr berührt, da das junge Mädchen die teilweise verkehrten Zustände aufklären möchte und Freiheit und Gerechtigkeit fordert, ohne ihren Glauben bzw. die Gemeinschaft anzuprangern. Was sie erlebt ist keineswegs einfach, das würde dem Leser während der Handlung deutlich und es wurde nichts beschönigt, sondern so dargestellt, wie es ist und nicht so, wie ihr alle versuchen weiszumachen. Wohl wissend dass Sheherazade damit riskiert von ihrer Familie verstoßen und von der Gemeinschaft abgelehnt zu werden, möchte sie das Schweigen brechen und für mehr Gerechtigkeit sorgen.

Besonders beeindruckend fand ich neben der Geschichte auch die enthaltenen Zines der Protagonistin, die ausdrucksstark verdeutlichen was Sheherazade denkt und fühlt. Insgesamt war der Schreibstil sehr gut verständlich, flüssig und tiefgreifend, sodass es mich während des Lesens angesprochen und berührt hat. Dadurch wird man als Leser auch selbst zum Nachdenken angeregt und kann seine eigenen Verhaltens- und Denkweisen kritisch hinterfragen.


Fazit:
Dieses Buch ist für mich ein rundum gelungenes Werk, das aktuelle Themen mit anderen, wichtigen Aspekten verknüpft und somit für jeden eine Bedeutung hat. Die Geschichte konnte mich emotional auf einer Ebene abholen, wie es nicht viele können und regt zum eigenen Reflektieren an.

Deshalb kann ich dieses Buch guten Gewissens allen nur empfehlen und hoffe, dass Sheherazade´s Botschaft möglichst oft gehört wird. Geeignet ab etwa 13 Jahren. 

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jaylinns avatar

Rezension zu "Wenn Worte meine Waffe wären" von Kristina Aamand

Bedingte Leseempfehlung
jaylinnvor einem Monat

Allgemeines:

Wenn Worte meine Waffe wären ist im August 2018 bei Dressler, also in der Verlagsgruppe Oetinger erschienen. Das Hardcover hat 288 Seiten und wurde von Autorin Kristina Aamand geschrieben. Aamand hat mütterlicherseits dänische Wurzeln, väterlicherseits palästinensische. Katholisch und muslimisch sind ihre Eltern – eine interessante Kombination aus Religionen, die vermutlich auch einen nicht unerheblichen Beitrag zur Entstehung ihres Romans geleistet hat.

Rein optisch hat mich das Buch nicht angesprochen und wirkt auf mich eher wie ein Buch für jüngere Leser. In meinem Fall war es der Titel, der mir in die Augen gesprungen ist.

Inhalt:

„Sheherazades Mutter hat große Plane für ihre Tochter: Sie soll Ärztin werden, heiraten und ihr viele Enkel schenken. Deshalb geht Sheherazade auf eine Schule außerhalb ihres „Ghettos“. Doch als einzige Muslima muss sie dort viel einstecken. Hinzu kommt, dass ihre Mutter verstärkt Halt im Islam sucht und ihr Vater immer noch unter den Schrecken des Krieges leidet. Und so bleibt Sheherazade nur ihr Stift, mit dem sie kunstvoll-provokative Texte und Bilder zu Papier bringt. Doch dann passiert etwas, das nicht sein darf: Sheherazade lernt ein Mädchen kennen und verliebt sich in sie.“ (Quelle: Dressler)

Meine Meinung:

Nachdem ich den Titel des Buches gelesen habe, entstanden in meinem Kopf sofort Assoziationen. Wenn Worte meine Waffe wären… Wenn Worte meine Sprache wären.. Vielleicht klingt bei dem ein oder anderen von euch ebenfalls ein bestimmtes Lied im Kopf an. Begleitet von dieser Melodie bin ich also in den Roman versunken.

Der Fließtext der Geschichte wird von besonders gestalteten Seiten unterbrochen. Vermutlich sollen diese Seiten einen Ausschnitt aus Protagonistin Shes selbst gestalteten Gedanken darstellen. Ich habe diese Seiten jedoch nicht als ansprechend empfunden, fühlte mich eher aus der Geschichte herausgerissen als motiviert, weiterzulesen. Und damit spreche ich auch ein allgemeines Problem an, das mich während der Lektüre von diesem Buch begleitet hat: meine Motivation.

Ich lese sehr gerne und häufig Bücher, die Thematiken wie Flucht, Integration oder die Suche nach der eigenen Identität zum Thema haben, und habe auch in meinem beruflichen Umfeld viele Berührungspunkte mit diesen Themen. Falls ihr meinen Blog aufmerksam verfolgt, dann konntet ihr bestimmt schon einige Lesetipps in diese Richtung mitnehmen (ich sage nur: Sommer unter schwarzen Flügeln, Grenzlandtage, Tankstellenchips, …). Aber Wenn Worte meine Waffe wären hat mich einfach nicht eingefangen.

Bereits der Schreibstil der ersten Kapitel hat mich abgeschreckt. Natürlich ist es in Ordnung, wenn eine Person mit Migrationshintergrund sich selbst in Gegenwart einer blonden (und wie betont wird), deutschen Person als Kanakin zu bezeichnen. Aber ist das toll? Muss das Kapitel dann „Die Blondine und die Kanakin“ heißen? Will ich das so lesen? Denkt ein offensichtlich sehr intelligentes Mädchen wirklich so von sich? Ich glaube nicht! Und in diesen Stereotypen möchte ich auch nicht lesen. Das ist für mich kein Spiel mit Vorurteilen, sondern schlechter Schreibstil. Vor allem in einem Jugendbuch. Unreflektierte Jugendliche sollen nicht mit der Botschaft aus der Lektüre des Buches hinausgehen, dass es okay ist, ihre Mitschüler, Freunde, etc., die einen Migrationshintergrund haben, Kanaken zu kennen.

Mir ist nach diesen Kapiteln schwer gefallen, das Buch zu beenden. Mir fällt es an dieser Stelle auch schwer, euch noch weiter von diesem Buch zu erzählen, aber ich möchte es gerne tun. Denn mit Sicherheit sollte noch erwähnt werden, dass es Aamand zumindest in Ansätzen gelungen ist, mich doch noch von sich zu überzeugen. Sie liefert nicht wirklich etwas Neues, ich habe bereits viele Bücher gelesen, die einen ähnlichen Schwerpunkt haben. Innerhalb der Literaturlandschaft einen Ansatzpunkt zu finden, der wirklich neu ist, ist nicht einfach. Aber Aamand gelingt es, die Zerrissenheit, die vorgegebenen Erwartungen, die eine Kultur mit sich bringt, deutlich zu machen. Den Konflikt und die Suche nach der eigenen Identität einer Muslima in der westlichen Gesellschaft. Zwischen den Stühlen zu stehen und doch etwas ganz anderes zu wollen. Eine andere Liebe zu wollen, andere Ziele zu haben.

Mit Sicherheit ist dieses Buch auch wesentlich überzeugender, wenn man bisher nichts in diese Richtung gelesen hat. Vermutlich lernt man dann auch mit diesem Buch, zu verstehen. Ich habe es bereits durch viele andere gelernt und kann euch Wenn Worte meine Waffe wären aus meiner persönlichen Sicht und Leseerfahrung nur bedingt empfehlen. Nichtsdestotrotz handelt es sich um einen hochaktuellen Roman.

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helenscreativeobsessions avatar

Rezension zu "Wenn Worte meine Waffe wären" von Kristina Aamand

Spannend und lehrreich!
helenscreativeobsessionvor einem Monat

Meine Meinung
Cover und Titel: Das Cover ist fantastisch gestaltet. Die schwarze Schrift hebt sich gut vom Hintergrund ab und vor allem die Zeichnung des Mädchens ist gelungen. Auch am Titel habe ich nichts zu kritisieren.

Schreibstil: Dank dem flüssigen Schreibstil kommt der Roman als abgerundetes Ganzes daher. Die zahlreichen Illustrationen konnten mich immer wieder aufs Neue begeistern.

Inhalt und Charaktere: Wegen dem Krieg flüchtete Sheherazade mit ihrer Familie aus ihrer Heimat nach Dänemark. Jetzt wohnt sie in einem Betonblock. Zusammen mit anderen muslimischen Familien. Allerdings macht das ihr Leben nicht viel einfacher, denn hier kennt jeder jeden und alle versuchen irgendwie dazu zu gehören und gleichzeitig obenaus zu stechen.

Ihr Leben ist klar vorbestimmt. Sie soll Medizin studieren und einen Mann heiraten, den ihre Eltern für sich aussuchen. Dazu wird ihre Mutter immer religiöser. Ihr Leben plätschert dahin. Bis zu dem Tag, an dem ihr Vater plötzlich ins Krankenhaus eingeliefert wird. Aber auch im schlimmsten Unglück, lässt sich etwas Gutes finden. In Shes Fall heisst dieses Gute Thea…

She ist als Protagonistin unheimlich stark. Hin und her gerissen zwischen zwei Welten versucht sie, ihr Leben auf die Reihe zu kriegen. Als sie Thea kennenlernt und ihre Welt auf den Kopf gestellt wird, tun sich plötzlich immer mehr Fragen auf. Für mich ist Shes Geschichte wahnsinnig spannend. Ich konnte sehr gut nachvollziehen wie sich She in verschiedenen Situationen fühlte.

Die Geschichte ist nicht nur spannend, sondern auch eine kleine Offenbarung. «Wenn Worte meine Waffe wären» hat mir sehr geholfen zu verstehen, wie zerrissen man sein kann, wenn die religiösen Interessen auf die persönlichen treffen.


Fazit
Sheherazades Geschichte ist keine einfache. Ihr Lebensweg ist voller unerwarteter Schlenker und steiniger Aufstiege. Trotzdem (oder eben genau deswegen) konnte ich von Seite zu Seite mit ihr mitfiebern. Allerdings ist das Buch nicht nur unterhaltsam, sondern lehrreich und augenöffnend.


Bewertung
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