Kristina Brahm Albleben

(4)

Lovelybooks Bewertung

  • 3 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 3 Rezensionen
(1)
(2)
(1)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Albleben“ von Kristina Brahm

Eine junge Frau wird bewusstlos im Wald aufgefunden. Zunächst erinnert sie sich an nichts, nur an ihren Namen: Jennifer Bruchmeyer. Doch das kann nicht sein, denn Jennifer Bruchmeyer wurde vor einem Jahr auf grausame Art ermordet. Für die beiden ermittelnden Beamten, Franz Wendt und seine junge Kollegin Carolin Schüler, bleibt dies nicht das einzige Rätsel. Die junge Frau, sie heißt Esther Neutze, leidet seit Jahren unter einer traumatischen Psychose, sie verwechselt Wirklichkeit und Wahn. Was weiß sie über die Ermordung Jennifer Bruchmeyers? Und welche merkwürdigen Dinge gehen in der psychiatrischen Klinik vor sich, in die man Esther Neutze eingeliefert hat? Als erneut ein Mord geschieht, spitzt sich der Fall zu. Esther Neutze flieht aus der Klinik, alles deutet darauf hin, dass sie an den Morden beteiligt war und unterwegs ist, sich grausam zu rächen. Die Zeit wird knapp - und als die Polizisten erkennen, dass sie einen Denkfehler begangen haben, scheint es fast zu spät ... Die Autorin Kristina Brahm wurde 1979 in Kiel geboren, lebt jedoch seit ihrem Studium der Anglistik in der Nähe von Köln, wo sie als freie Übersetzerin und Lektorin arbeitet. Albleben ist ihr erster Thriller.

Das ist ein Buch nach meinem Kaliber! Fesselnd vom Anfang bis zum Schluss mit einer -nicht von mir erwarteten- Auflösung am Ende.

— sunriseinmorning
sunriseinmorning

Ein ungewöhnlicher Thriller, der mir an manchen Stellen leider etwas zu langatmig war. Gleichzeitig aber auch zum Nachdenken angeregt hat.

— Cadness
Cadness

Stöbern in Krimi & Thriller

Nachts am Brenner

spannend, fesselnd mit einer Reise in die Vergangenheit

Gartenkobold

Finster ist die Nacht

Sympathische Ermittlerin und ein gemütlicher Krimi

mareikealbracht

Die Bestimmung des Bösen

Ein spannender Einblick in die biologischen Analysen eines Kriminalfalles

Caro_Lesemaus

Kalte Seele, dunkles Herz

Eine Geschichte, die ich mit keinem bis jetzt gelesenen Buch vergleichen könnte.

SweetSmile

Alte Sünden

Gutes Buch!

Jinscha

Targa - Der Moment, bevor du stirbst

Ich bin etwas hin und hergerissen, hatte mir mehr von versprochen, daher von mir 3,5 Sterne

lenisvea

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Genau mein Kaliber!

    Albleben
    sunriseinmorning

    sunriseinmorning

    06. June 2016 um 12:26

    Allein das Cover war für mich schon sehr ansprechend, die Kurzbeschreibung und vor natürlich das Genre bewegten mich dann dazu dieses Buch zu lesen.Schon nach den ersten paar Seiten war ich begeistert und für mich war klar: Das ist ein Buch nach meinem Kaliber!Fesselnd vom Anfang bis zum Schluss mit einer -nicht von mir erwarteten- Auflösung am Ende.Kristina Brahm hat es geschafft, dass man einen sehr guten Einblick in den Kopf von Esther hat. Ihre verschwimmenden Erinnerungen mit Realität und Phantasie.Dazu kommen noch die sympathischen Ermittler Franz Wendt und Carolin Schüler, die in dem Fall ermitteln. (Und die kleine Urlaubsliebe Lars <3 )Für mich eine klare Leseempfehlung an jeden Thriller-Liebhaber!

    Mehr
  • Rezension

    Albleben
    Cadness

    Cadness

    27. May 2016 um 14:27

    Die Grundidee hat mich von Anfang an begeistert. Denn neben dem eigentlichen Kriminalfall stand die psychische Erkrankung der Protagonistin und die (in diesem Fall) menschenunwürdigen Zustände innerhalb einer psychiatrischen Einrichtung im Vordergrund. Zu Beginn erlebt man das Geschehen aus Esthers Sicht, welches sehr brutal und schockierend ist. Sie selbst ist eine gebrandmarkte und kaputte Frau, die in ihrem Leben viele Rückschläge und negative Erfahrungen machen musste. Das führte eines Tages dazu, dass sie Wirklichkeit und Wahn nicht mehr voneinander unterscheiden konnte. Bei mir als Leser hat das dazu geführt, dass ich sie lange Zeit sehr schlecht einschätzen konnte und mir in vielen Situationen und Momenten unschlüssig war. Waren ihre Erinnerungen wahr? Oder bildete sie sich diese ein? Fand die Situation, in der sie sich gerade befand, wirklich statt? Konnte ich jetzt Mitleid für sie empfinden? Diese und viele weitere Fragen bildeten sich in meinem Kopf. Auch muss ich sagen, dass mich die Handlung nicht immer packen konnte und mir das Ende etwas abrupt vor kam. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass etwas fehlen würde. Insgesamt vergebe ich 3 von 5 Sternen.

    Mehr
  • Zwischen Albtraum und Leben

    Albleben
    MikkaG

    MikkaG

    13. November 2015 um 22:35

    Die Grundidee fand ich direkt sehr originell! Besonders interessant ist meiner Meinung nach, dass es nicht nur um den Kriminalfall geht (der an sich schon sehr spannend ist), sondern dass die Geschichte sich auch oft mit der psychischen Erkrankung der Hauptfigur beschäftigt - und damit, wie menschenunwürdig es in einer psychiatrischen Klinik zugehen kann, wenn Menschen nicht mehr als Menschen gesehen werde, sondern als Fälle. Esther ist eine sehr komplexe, interessante, wenn auch tragische Hauptfigur. Ihr bisheriges Leben "schwer" zu nennen wäre eine hemmungslose Untertreibung: schon früh verlor sie den Vater durch eine Krebserkrankung und die Mutter durch Selbstmord, und von da an war ihr Leben eine Abwärtsspirale, geprägt von Missbrauch, Gewalt und schwerwiegenden psychischen Problemen. Sie  kann Wahn und Wirklichkeit nicht auseinander halten, und so weiß man als Leser auch oft nicht mehr, was man glauben kann. Albtraum, Leben...? Eines fließt nahtlos in das andere, und für Esther gibt es kein Entkommen aus diesem Albleben; sie ist gefangen in ihrer paranoiden, schizoaffektiven Psychose, die sie immer wieder in die geschlossene Abteilung der Psychiatrie bringt.  In einem Moment fühlt man noch mit Esther, sie tut einem unendlich leid, und dann kocht auf einmal ihre unbändige Wut hoch und sie hat hasserfüllte Gedanken... Ich hatte das Gefühl, dass ein Teil von ihr an ihren schrecklichen Erlebnissen einfach zerbrochen ist und das macht sie völlig unvorhersehbar - was ich aber sehr plausibel fand, und was für mich die Spannung noch erhöhte. Ist sie Täterin oder Opfer, oder beides? Die beiden Ermittler Franz Wendt und Carolin Schüler verblassen in meinen Augen ein wenig neben der intensiven, extremen Esther, ich fand beide aber dennoch durchaus gut geschrieben und glaubhaft und würde sie gerne in weiteren Büchern wiedersehen! An den Schreibstil musste ich mich erst gewöhnen, dann gefiel er mir aber recht gut. Normalerweise mag ich es nicht, wenn längere Sätze aus verschachtelten kurzen Sätzen zusammengesetzt werden, aber hier passt es einfach. Es hat etwas Dringliches, was sehr nahe dran bleibt an den Gedanken der Charaktere. "Die Schreie haben sie aus einem gnädigen, weil traumlosen Schlaf gerissen, sie sitzt aufrecht in ihrem Bett, so spät kann es noch nicht sein, durch das Fenster fällt Dämmerlicht." Manchmal waren mir die unsympathischen Charaktere (wie die zwei sadistischen Krankenschwestern, die die Patientinnen quälen) etwas zu überzogen - andererseits liegt das aber sicher auch daran, dass Esther die Welt nur in Extremen wahrnimmt. Das Buch ist nichts für Zartbesaitete. Ich fand es oft schwer zu lesen, wenn es um sexuelle Gewalt gegen Kinder ging - aber wie soll man dieses Thema auch sonst schreiben, verharmlost und beschönigt? Meines Erachtens gelingt der Autorin die Gratwanderung: nichts ist geschönt, aber es wird auch nichts für den billigen Schockfaktor benutzt, die Details bleiben meist ungesagt. Im Großen und Ganzen hat mich das Buch begeistert und überzeugt, aber ein paar Kritikpunkte habe ich dennoch: Meiner Meinung nach gibt es immer mal wieder inhaltliche Unstimmigkeiten.  Warum schaltet sich zum Beispiel direkt die Polizei ein, wenn eine Frau bewusstlos im Wald gefunden wird? Sie hat keine erkennbaren Verletzungen, es gibt erst mal keine Anzeichen für ein Verbrechen. Trotzdem wird sie direkt darauf untersucht, ob sie vergewaltigt wurde - und das ohne ihr Einverständnis, als sie noch bewusstlos ist! So weit ich weiß, kann nicht einmal ein erwiesenes Opfer einer Vergewaltigung zu einer solch invasiven Untersuchung gezwungen werden? Ein Auto ist erst ein Opel, dann einen Satz später ein Audi und dann wieder ein Opel... Auch die Zeit springt, manchmal mitten im Satz, von Vergangenheit zu Gegenwart und zurück. In manchen Szenen macht das Sinn, wenn die Geschehnisse zum Beispiel gerade aus Esthers Sicht geschildert werden, für die Vergangenheit und Gegenwart zusammenfließen - aber oft macht es in meinen Augen keinen Sinn, sondern wirkt wie ein Versehen. Dann gibt es öfter Sätze wie diese: "Behutsam begann Esther das Mädchen auszuziehen, bis es nackt vor ihm [ ihr? ] lag." "...noch bevor sich Carolin reagieren konnte..." Das sind alles Kleinigkeiten, aber mich wirft so etwas immer ein bisschen aus dem Erzählfluss. Fazit: "Albleben" ist ein spannender, ungewöhnlicher Thriller, in dessen Mittelpunkt eine psychisch kranke junge Frau steht, die von der Gesellschaft abgestempelt, verteufelt und im Stich gelassen wird. Man sieht nur noch ihre Akte: die Klinikaufenthalte, die Kleinkriminalität... Niemals mehr ihren Wert als Mensch, und damit wird sie direkt in die Rolle der Täterin gezwängt.

    Mehr