Kristina Ohlsson Schwesterherz

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Inhaltsangabe zu „Schwesterherz“ von Kristina Ohlsson

Wer war Sara Texas? Kaltblütige Serienmörderin oder unschuldiges Opfer? Staatsanwalt Martin Benner will Bobby Tell eigentlich schnellstmöglich wieder loswerden: Dieser ungepflegte, nach Zigaretten stinkende Kerl wirkt erst mal wenig vertrauenswürdig. Sein Anliegen ist nicht weniger prekär: Tells Schwester Sara – eine geständige fünffache Mörderin, die sich noch vor der Verfahrenseröffnung das Leben nahm – soll unschuldig gewesen sein, und Benner soll nun posthum einen Freispruch erwirken. Vor Gericht hätte die Beweislage damals nicht mal ausgereicht, um Sara zu verurteilen, doch unbegreiflicherweise legte sie ein umfassendes Geständnis ab und konnte sogar die Verstecke der Tatwaffen präzise benennen. Benners Neugier ist geweckt, und er nimmt das Mandat an …

Absolut unterwartete Wendungen, toll geschrieben.

— Janina84
Janina84

Am Anfang schleppend, aber ein sehr spannendes & unerwartetes Ende

— Sunshine-Jenny
Sunshine-Jenny

Ein genialer Thriller in ungewöhnlichem Erzählstil. Ruhig und dabei spannend von Anfang bis Ende, voller Wendungen und Sackgassen.

— faanie
faanie

Polarisierende Charaktere, viele Überraschungen + Sackgassen & eine immer bedrohlicher werdende Grundstimmung-Ein außergewöhnlicher Thriller

— BookHook
BookHook

Anspruchsvolle Thrillerkost mit behutsam dosierter Action und Anklängen an das Noir-Genre

— WolfgangB
WolfgangB

Ein sehr gut konstruierter Fall. Trotzdem konnte es mich nicht komplett packen und war für mich teilweise etwas zäh

— _Jassi
_Jassi

Spannend - mit viel Tempo

— Corsicana
Corsicana

Sehr spannend geschriebener Thriller, an dessen Ende man unbedingt den zweiten Teil "Bruderlüge" bereit halten sollte!

— JuliB
JuliB

Bin gespannt auf Band 2 An sich ein gutes Buch hoffe aber bei Bruderlüge auf etwas mehr Spannung

— KillaBabeno
KillaBabeno

Sehr spannend, mit immer neuen Wendungen und tollen Charakteren. Das Buch hat mich absolut gefesselt!

— Marion2505
Marion2505

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  • Wirklich spannend und gelungen.

    Schwesterherz
    Janina84

    Janina84

    22. June 2017 um 21:51

    Inhalt: Kurz vor seinem geplanten Urlaub wird Martin Benner in seiner Kanzlei von einem Mann aufgesucht, welcher ihm eine unglaubliche Geschichte erzählt. Er möchte das Benner posthum die Unschuld seiner Schwester beweist - einer 5fachen Mörderin.Während eines Fluchtversuches ihrerseits hat sie sich selbst das Leben genommen. Seitdem ist auch ihr Sohn verschwunden.Martin Benner, macht schon ziemlich zu Anfang einen unsympathischen Eindruck. Er ist sexistischt, vögelt alles was nicht bei drei auf dem Baum ist und verletzt damit vor allem seine "Ex"-Freundin Lucy immer wieder aufs neue. Schon von Beginn an ist klar, sie liebt ihn noch immer. Das er dann dennoch das Sorgerecht für seine Nichte übernimmt, als ihre Eltern sterben, lässt ihn dann doch wieder in einem besseren Licht erscheinen und als Ersatzvater dann doch etwas sympathischer werden. Lucy mimt die Starke, innerlich sieht es bei ihr aber meiner Meinung nach anders aus. Sie muss immer wieder damit fertig werden, dass der Mann den sie immer noch liebt, auch wenn sie die Trennung wollte, sich mit anderen Frauen vergnügt. Dennoch steht sie Martin in jeder noch so ausweglosen Situation zur Seite. Im Verlauf des Buches bekommt man zumindest den Eindruck, dass Martin irgendwann doch aufwacht und sieht was er an ihr hat und wie viel auch sie ihm eigentlich bedeutet.So viel zu den beiden Hauptprotagonisten. Nun zur hauptsächlichen Geschichte. Dieser Thriller ist so hervorragend verwirren und spannend geschrieben, dass es mir nicht leicht viel das Buch aus der Hand zu legen. Jedes mal wenn ich dachte, jetzt komme ich dahinter, gab es wieder eine unerwartete Wendung und man fängt wieder vor vorne mit seinen Spekulationen an. Auf der Suche nach dem wahren Mörder gerät auch Martin immer mehr in der Strudel der Kriminellen. Irgendwer möchte ihm zwei Morde anhängen die er definitiv nicht begangen haben kann. Doch warum?Dies ist nur eine der vielen Fragen die immer wieder auftauchen und während des ganzen Teiles ungelöst bleiben. Eigentlich mag ich keine Bücher mit offenem Ende, aber hier fügt sich alles sehr gut zusammen und es macht wahnsinnig Lust auf den zweiten Teil Ich möchte gar nicht viel vorweg nehmen, es soll ja noch spannend bleiben mit vielen unterschiedlichen Protagonisten, von denen jeder der Mörder sein könnte. Von mir eine klare Leseempfehlung und verdiente 5*

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  • Anfangs sehr schleppen, aber dennoch mit spannendem & unerwarteten Ende...

    Schwesterherz
    Sunshine-Jenny

    Sunshine-Jenny

    22. June 2017 um 18:29

    Inhalt: Martin Benner ist Anwalt und wollte eigentlich bald Urlaub machen. Doch seine Urlaubspläne werden von "Bobby" zerstört. Bobbe ist der Bruder von Sara Texas , welches bereits verstorben ist. Bobby hält seine Schwester, die eine 5fach Mörderin sein soll, für unschuldig. Bobby bittet Martin um Hilfe - jedoch gerät er nun selber in Gefahr. Und was ist eigentlich mit Mio? Mio ist der Sohn von Sara Texas.... Zum Buch: Ich persönlich habe mich am Anfang sehr schwer getan mit dem Buch. Die Story war gut, doch irgendwie in die Länge gezogen. Es wurde von Kapitel zu Kapitel ein wenig verwirrter. Martin Brenner ist ein "Typ" für sich. Entweder man kann ihn leiden oder nicht.Jedoch muss ich sagen, dass das Buch zum Ende hin super spannend wird. Ich habe ja immer ein wenig selbst gerätselt, wer denn nun der "Übeltäter" sein könnte, aber mit so einem Ende habe ich niemals gerechnet. Wirklich klasse!Mein Fazit:Wer am Anfang ein wenig Geduld hat, wird am Ende überrascht!Es lohnt sich dieses Buch bis zum Schluss zu lesen!Das Buch endet aber nicht wirklich....um die Geschichte vollständig zu verstehen muss man den 2. Teil (Schwesterherz) lesen. Ich persönlich finde so etwas außergewöhnlich und genau deshalb gefällt es mir! Da ich den 2. Band direkt zur Hand habe, kann ich sofort weiterlesen. Wer also direkt weiterlesen möchte, sollte Teil 2 zur Handy haben! Viel Spaß beim lesen! Jenny

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  • Sehr spannend geschrieben aber mit zu offenem Ende

    Schwesterherz
    brauneye29

    brauneye29

    22. June 2017 um 17:15

    Zum Inhalt:Anwalt Martin Brenner wird von Bobby Tell aufgesucht, um die Unschuld seiner toten Schwester, einer fünffachen Mörderin zu beweisen. Nachdem er den Auftrag annimmt, ist nichts mehr wie es wahr.Meine Meinung:Das Buch ist sehr spannend geschrieben mit vielen Irrungen, Wirrungen und Sackgassen. Die Story ist gut, die Protagonisten gut ausgearbeitet. Was mir am Buch nicht gefällt ist, dass man tatsächlich den Nachfolgeband Bruderlüge lesen muss, um die Geschichte beenden zu können. Grundsätzlich habe ich zwar nichts gegen Mehrteiler, aber so in sich geschlossen sollten sie schon sein. Da ich den Teil eh lesen will ist das für mich persönlich nicht so schlimm, könnte aber manchen Leser ärgern.Fazit:Wer diesen Band liest ist quasi gezwungen auch den nächsten zu lesen.

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  • Tandem-Leserunde zu "Schwesterherz" & "Bruderlüge" von Kristina Ohlsson

    Schwesterherz
    TanjaMaFi

    TanjaMaFi

    Schweden hat einen neuen Ermittler! Hochspannung, Nervenkitzel und Gänsehaut erwarten dich, wenn Anwalt Martin Benner seine Ermittlungen aufnimmt. Egal, ob in Schweden oder Texas, Krimifans kommen garantiert auf ihre Kosten!In unserer großen Tandem-Leserunde kannst du direkt zwei Fälle aus der Feder der schwedischen Erfolgsautorin Kristina Ohlsson entdecken, denn wir lesen gemeinsam Band 1 "Schwesterherz" und Band 2 "Bruderlüge"!Mehr zu "Schwesterherz"Wer war Sara Texas? Kaltblütige Serienmörderin oder unschuldiges Opfer? Staatsanwalt Martin Benner will Bobby Tell eigentlich schnellstmöglich wieder loswerden: Dieser ungepflegte, nach Zigaretten stinkende Kerl wirkt erst mal wenig vertrauenswürdig. Sein Anliegen ist nicht weniger prekär: Tells Schwester Sara – eine geständige fünffache Mörderin, die sich noch vor der Verfahrenseröffnung das Leben nahm – soll unschuldig gewesen sein, und Benner soll nun posthum einen Freispruch erwirken. Vor Gericht hätte die Beweislage damals nicht mal ausgereicht, um Sara zu verurteilen, doch unbegreiflicherweise legte sie ein umfassendes Geständnis ab und konnte sogar die Verstecke der Tatwaffen präzise benennen. Benners Neugier ist geweckt, und er nimmt das Mandat an …Neugierig geworden? Hier geht es zur Leseprobe!Mehr zu "Bruderlüge"Martin Benners brisanter Fall um Sara Texas geht weiter! Welche Geheimnisse und Wendungen euch erwarten, erfahrt ihr in "Bruderlüge". Neugierig? Dann lest hier die Leseprobe ... auf eigene Gefahr!Mehr zur AutorinKristina Ohlsson wurde 1979 in schwedischen Kristianstad in Skåne geboren. Heute lebt und schreibt die Schriftstellerin jedoch in Stockholm. Sie studierte Staatswissenschaft und war nach ihrem Abschluss im Außenministerium, bei der militärischen Hochschule und der schwedischen Sicherheitspolizei SÄPO tätig. Ihre Kriminalromane sind weltweit erfolgreich.Gemeinsam mit Limes vergeben wir 25 Buchpakete bestehend aus "Schwesterherz" und "Bruderlüge" unter allen, die sich bis zum 25.05.2017 über den blauen "Jetzt bewerben"-Button* bewerben und folgende Frage beantworten.Schweden oder Texas – was würdest du als Wohn- oder Urlaubsort vorziehen und warum?Ich drücke euch die Daumen.* Bitte beachtet unsere Richtlinien zur Teilnahme an Leserunden und Buchverlosungen.

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    • 826
  • Temporeicher Thriller mit vielen Handlungsfäden

    Schwesterherz
    Corsicana

    Corsicana

    22. June 2017 um 11:17

    Martin Benner ist ein erfolgreicher Anwalt, hat eine Dachgeschosswohnung in einem der guten Viertel von Stockholm, fährt Porsche und plant gerade mit seiner Kanzlei-Partnerin mit der ihn eine on-off-Beziehung verbindet, einen Urlaub an der Cote d`Azur. Da kommt ein etwas abgerissener Mann in seine Kanzlei und bittet ihn, die Wahrheit über seine verstorbene Schwester und deren verschwundenen Sohn herauszufinden.Wobei die Schwester fünf Morde gestanden hatte.....MafiaEigentlich ein No-Go, diesen Auftrag anzunehmen. Aber Benner war einmal kurzzeitig Polizist in Texas - und das Ermittlerfieber hat ihn nie ganz losgelassen. Und außerdem fanden die ersten Morde in Texas statt.Und so fängt ein Strudel von Ereignissen an. Temporeich wird der Leser auf viele Fährten und in viele Sackgassen geführt und entwickelt so langsam eine Paranoia. Denn es ist irgendwie nichts, wie es scheint. Und Martin Benner scheint fast hoffnungslos verloren in diesem Spiel - und als dann noch Belle, seine Adoptivtochter, bedroht wird, begreift auch Martin Benner, dass er sich mit einem Mafia-ähnlichem Kartell angelegt hat.Kristina Ohlsson ist eine bekannte schwedische Krimi-Autorin. Hier hat sie jedoch eher einen amerikanischen Thriller geschrieben. Actionreich, viele Tote, viele Verwicklungen, ein (Neben) Schauplatz in Texas und ein interessanter Ermittler. Erfolgreich als Rechtsanwalt und ein liebevoller Ersatzvater für seine Adoptivtochter. Aber auch mit schwierigen Seiten: Sexsüchtig, Beziehungsunfähig und mit einer traurigen Vergangenheit als Kind einer Alleinerziehenden, Alkoholsüchtigen Mutter, die vom Vater des Kindes (einem Afroamerikaner aus Texas) verlassen wurde.Dies alles wird so einem wirklich furiosen Krimi verarbeitet. Und im zweiten Band "Bruderlüge" werden dann auch die restlichen offenen Fragen aus "Schwesterherz" geklärt.

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  • Spannendes Debut mit kleinen Schönheitsfehlern

    Schwesterherz
    franziii0201

    franziii0201

    20. June 2017 um 17:00

    Quelle: randomhouse.deSterne: 4/5Seiten: 479Verlag: BlanvaletPreis: 14,99€Inhalt:Staatsanwalt Martin Benner will Bobby Tell eigentlich schnellstmöglich wieder loswerden: Dieser ungepflegte, nach Zigaretten stinkende Kerl wirkt erst mal wenig vertrauenswürdig. Sein Anliegen ist nicht weniger prekär: Tells Schwester Sara – eine geständige fünffache Mörderin, die sich noch vor der Verfahrenseröffnung das Leben nahm – soll unschuldig gewesen sein, und Benner soll nun posthum einen Freispruch erwirken. Vor Gericht hätte die Beweislage damals nicht mal ausgereicht, um Sara zu verurteilen, doch unbegreiflicherweise legte sie ein umfassendes Geständnis ab und konnte sogar die Verstecke der Tatwaffen präzise benennen. Benners Neugier ist geweckt, und er nimmt das Mandat an …Meine Meinung:Nachdem ich von Christina Ohlsson schon einmal begeistert war, musste ich dieses neue Buch auch lesen! Zwar konnte Schwesterherz nicht mit Papierjunge mithalten, aber enttäuscht wurde ich trotzdem nicht!Die Geschichte beginnt unmittelbar, sodass man in's kalte Wasser geschmissen wird. Anfangs ist es noch sehr spannend, je mehr Tatsachen an's Licht kamen, desto weniger konnte ich das Buch weglegen. Irgendwann fing es allerdings an, sich im Kreis zu drehen, wo die Spannung sehr drunter litt. Durch diesen Abschnitt musste ich mich regelrecht durchkämpfen und habe ewig dafür gebraucht, dafür einen halben Stern Abzug. Ein wenig enttäuscht war ich auch, als mich am Ende keine Auflösung erwartete, aber das war mehr meine Schuld als die des Buches, da ich erst gesehen habe, dass es der erste Teil einer Zweierserie ist.Auch mit den Charakteren hatte ich ein bisschen zu kämpfen. Martin war mir ziemlich unsympathisch, da er in vielen Ansichten einer ganz anderen Meinung war als ich und sich häufig sehr abfällig über das andere, also mein, Meinungsbild geäußert hat. Auch seine Tochter Belle kam mir ein bisschen suspekt vor. Ich kenne nun wirklich viele Vierjährige, aber keine kann sich nur annähernd so ausdrücken wie sie. Selbst für eine Siebenjährige wäre ihre Ausdrucksweise schon sehr besonders. Lucy hingegen fand ich wirklich nett, und sie kam mir auch realistisch und authentisch vor. Für die größtenteils etwas...unpassenden Charaktere nochmal einen halben Stern Abzug.Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, durch die lockere Erzählweisen ließ sich der Thriller gut lesen.Fazit: Für den etwas langatmigen Mittelteil und die zum Teil nicht ganz geglückten Charaktere gibt es insgesamt einen Stern Abzug, trotzdem stellt dieses Buch einen gelungen Auftakt zu diesem Zweiteiler dar, dessen Fortsetzung ich auf jeden Fall lesen werde!

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  • zu konstruiert und unglaubwürig - erster Teil einer Fortsetzungsgeschichte

    Schwesterherz
    mrs-lucky

    mrs-lucky

    19. June 2017 um 13:28

    Der Anwalt Martin Benner gibt im Stockholmer Grand Hotel einem Journalisten ein Interview, um über die dramatischen Ereignisse zu berichten, die er in jüngster Vergangenheit erlebt hat, und die sein Leben nachhaltig verändert haben. Eines Tages ist ein Mann in Benner Kanzlei gekommen, um ihn zu engagieren, die Unschuld seiner für 5 Morde angeklagten Schwester Sara Tell nachzuweisen und ihren verschwundenen kleinen Sohn Mio aufzufinden. Der Fall ist spektakulär und umstritten, da Sara die Morde zum einen gestanden hat und zum anderen seit 6 Monaten tot. Lehnt Benner den Fall ab. Doch ihr Bruder ist hartnäckig, Martins Neugier und sein Ego geweckt, so dass er sich dennoch zu Recherchen hinreißen lässt und mit seinen Ermittlungen quasi in einen Bienenschwarm sticht. Unvermittelt stehen Martin Benner und seine Partnerin Lucy als Gejagte da. Die Geschichte wirkt auf den ersten Blick spannend, konnte mich aber weder inhaltlich noch stilistisch überzeugen. Martin Benner als Hauptperson tritt sehr arrogant und sexistisch auf, seine später auftauchenden Gefühlregungen insbesondere seiner Nichte Belle gegenüber wirken sehr aufgesetzt. Vom Stil erinnert das Buch an klassische amerikanische Detektivfilme, in denen der Held aus dem Hintergrund über einen Fall erzählt. Zusammen mit den Namen der Hauptpersonen und dem Ablauf der Geschichte hat das Buch mich sehr skandinavischen Flair vermissen lassen. Obwohl ich Stockholm kenne, habe ich die Ereignisse gedanklich nie wirklich mit dieser Stadt in Verbindung bringen können. Inhaltlich ist die Geschichte bei weitem nicht so interessant oder reißerisch, wie Martin Benner es im Rahmen der Interview-Abschnitte darstellt. Vieles ist sehr konstruiert und unglaubwürdig, so dass kaum Spannung aufkommt. Viele Entwicklungen sind nur aufgrund eines völlig irrationalen Handelns der Personen möglich, es gibt wenig klare Aussagen zu den tatsächlichen Ereignissen, sondern stattdessen wiederkehrende wenig konkrete Andeutungen. Dazu kommt noch ein offenes Ende und die Tatsache, dass in der Beschreibung des Buches verschwiegen wird, dass zu diesem Buch der Folgeband „Bruderlüge“ mit der (vermutlichen) Auflösung des Falls gehört, die zu meiner Enttäuschung bei „Schwesterherz“ beitragen.

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  • Am Anfang etwas zäh...

    Schwesterherz
    Kleine1984

    Kleine1984

    18. June 2017 um 13:30

    Den ersten Teil des Buches fand ich sehr zäh. Leider finden sich viele Wiederholungen, die das ganze in die Länge ziehen. Die Beziehungen zu Martin und Lucy sowie Martin und Belle werden sehr ausführlich beschrieben. Der Hauptcharakter Martin wirkt dadurch am Anfang auch nicht wirklich sympathisch. Zwar plant er Zeit mit seiner Adoptivtochter ein, ansonsten schiebt er sie aber zum Kindermädchen ab. Seine Mutter würgt er am Telefon ab. Die Beziehung zu Lucy ist in der Schwebe und Martin stürzt sich in Sexabenteuer.Auch die Ermittlungen laufen nur schleppend an. Merkwürdig bleibt, dass man kaum etwas über die ausgeübten Morde erfährt. Selbst am Ende des Buches weiß man noch nicht, wer alle fünf Opfer waren und wie sie ermordet wurden.Dafür wird der Hintergrund von Sara ausführlich recherchiert, was Martin schließlich auf die richtige Fährte bringt und wodurch er sich auch selbst in Gefahr bringt. Der zweite Teil des Buches hat definitiv mehr Tempo und lies sich leichter lesen. Mit dem Ende bin ich aber auch noch nicht wirklich glücklich. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich alle Details richtig verstanden habe, weil sich die Ereignisse dann doch sehr schnell entwickelt haben und alles mal eben in einem Telefonat geklärt wird. Das finde ich irgendwie blöd... einige Fragen bleiben am Ende unbeantwortet. Ich hoffe, die Antworten in Bruderlüge zu finden.

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  • Für mich leider etwas zäh

    Schwesterherz
    _Jassi

    _Jassi

    13. June 2017 um 15:59

    Inhalt: Sara Tell hat gestanden fünf Menschen ermordet zu haben. Einen Tag vor der Gerichtsverhandlung flieht sie jedoch aus dem Gefängnis um sich und ihren kleinen Sohn umzubringen. Für die Polizei ist der Fall abgeschlossen. Ein paar Monate später aber taucht Saras Bruder in Martin Benners Kanzlei auf und beauftragt ihn, Saras Unschuld zu beweisen. Obwohl Martin nicht an ihre Unschuld glaubt, nimmt er den Fall an und gerät damit immer tiefer in einen Fall, der so groß ist, dass bald nicht nur er in Gefahr gerät.   Meinung: Dies war mein erstes Buch von Kristina Ohlssen. Leider muss ich sagen, dass ich den Schreibstil teilweise etwas zäh fand. Das Buch wird aus Martins Sicht erzählt, wobei einige Punkte aus seinem Privatleben ständig wiederholt werden. Wie z. B. seine „besondere Beziehung“ zu seiner Kollegin Lucy oder wie es dazu gekommen ist, dass er seine Nichte bei sich aufgenommen hat. Das hat mich manchmal etwas in meinem Lesefluss gestört. Die Hauptpersonen Martin und Lucy fand ich interessant. Am besten hat mir Lucy gefallen, die zu jedem Zeitpunkt zu Martin hält und ihn bei allem unterstützt, selbst wenn sie ganz anderer Meinung ist als er. Trotzdem ist mir keiner der Protagonisten sonderlich ans Herz gewachsen. Der Fall rum um Sara Tell und die Ermordung der fünf Menschen ist meiner Meinung nach wirklich gut konstruiert. Es kommen immer wieder neue Wendungen dazu und immer wenn man denkt, jetzt ist man der Wahrheit etwas näher gekommen, wird noch eine Schippe drauf gelegt. Trotz dessen hatte ich nie das Gefühl, das es zu viel oder zu übertrieben ist. Besonders hat mir gefallen, dass die verschiedenen Teile durch ein Interview-Ausschnitt von Martin Benner eingeleitet wird. Die animieren auf jeden Fall dazu, sofort weiterzulesen!Auch der Schluss ist clever gemacht. Es wurden einige Fragen geklärt, gleichzeitig wurden  aber neue Fragen aufgeworfen, sodass man sofort neugierig auf den zweiten Teil wird. Fazit: Trotz des guten und eigentlich auch spannenden Falles konnte mich das Buch nicht richtig packen. Ich weiß nicht ob es an dem  Schreibstil oder an dem Protagonisten liegt. Für mich ist „Schwesterherz“ deswegen leider „nur“ ein mittelmäßiger Thriller. Trotzdem bin ich froh den zweiten Teil schon zur Hand zu haben, damit ich endlich das komplette Ausmaß der ganzen Geschichte erfahren kann.

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  • Lotus Blues – Verwirrend, überraschend und unglaublich packend

    Schwesterherz
    BookHook

    BookHook

    13. June 2017 um 11:36

    Meine Meinung:„Mir war klar, dass ich im Begriff war, meinen inneren Kompass zu verlieren. Ich wusste nicht mehr, wer ich war oder wen ich jagte. Die Wahrheit war nach wie vor mein Ziel, aber je mehr ich erfuhr, desto unbequeme wurde sie.“ (S. 293)Die schwedische Bestseller-Autorin und Expertin für EU-Außenpolitik & Nahostfragen Kristina Ohlsson dürfte vielen Lesern bereits von ihrer „Fredrika Bergmann“-Reihe bekannt sein („Aschenputtel“, „Tausendschön“,…). Mit „Schwesterherz“ hat sie nun den ersten Band eines Zweiteilers vorgelegt, der in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich ist. Bereits der Erzählstil des Buches ist ungewöhnlich, denn der Protagonist Martin Benner erzählt seine obskuren Erlebnisse dem Journalisten Fredrik Ohlander, der hier die Rolle eines Chronisten übernimmt. Entsprechend wird die Geschichte durchweg aus der Ich-Perspektive Benners erzählt, die einen tiefen Einblick in den Charakter und die Denkweise des Protagonisten erlaubt, gleichzeitig aber die tatsächlichen Gefühle, inneren Motivationen und Absichten aller anderen, teilweise sehr zwielichtigen Charaktere entsprechend im Verborgenen lässt. Auch der Charakter Benners selbst ist für einen Protagonisten eher ungewöhnlich, denn er dürfte stark polarisieren. Auf der einen Seite ist der farbige Ex-Cop und erfolgsverwöhnte Anwalt, ein egozentrischer Lebemann mit einem Hang zum schnellen, unverbindlichen Sex und einer tief sitzenden Bindungsangst. Auf der anderen Seite kümmert er sich nach seinen (charakterlichen) Möglichkeiten und von ganzem Herzen um seine bereits mit neun Monaten verwaiste Nichte Belle, was ihn trotz aller Fehler für mich wieder sympathisch und menschlich gemacht hat.Der Start in die eigentliche Geschichte passiert für Benner wie für den Leser gleichermaßen überfallartig, als der heruntergekommene Bobby Tell ihn unangemeldet in seiner Kanzlei aufsucht und ihn bittet, den Fall seiner toten Schwester Sara Tell („Sara Texas“) posthum nochmals aufzurollen. Sara stand kurz vor einer Verurteilung als fünffache Serienmörderin, war zuvor geständig und hat sich auf einem Freigang kurz vor dem Prozess das Leben genommen. Gleichzeitig ist ihr kleiner Sohn Mio bis heute spurlos aus der KiTa verschwunden. Bobby behauptet, Sara hätte die ihr zur Last gelegten fünf Morde gar nicht begangen und die Ermittlungsbehörden hätten diverse Beweismittel unberücksichtigt gelassen, und weckt so Benners Neugier und in gewissem Maße auch seine Arroganz, diesen Fall besser lösen zu können als alle anderen.Von hieraus entwickelt sich eine Story, die sehr schnell an Fahrt aufnimmt und schon nach kurzer Zeit nicht mehr zu stoppen zu sein scheint, denn Benner wird vom außenstehenden Beobachter und Ermittler immer mehr zum zentralen Spielball Unbekannter. Durch gleich mehrere unvorhersehbare Ereignisse bringt sich Benner immer mehr selbst in Gefahr, isoliert sich immer weiter von allen anderen und wird schließlich zum Getriebenen in einem Spiel, von dem er weder die Spieler noch die Regeln kennt. Lediglich seine kleine Nichte Belle sowie seine ehemalige Partnerin und Kanzlei-Kollegin Lucy geben ihm den nötigen Rückhalt, nicht vollends in diesem perfiden Geflecht aus Lügen, Intrigen und Scheinwahrheiten verloren und zu Grunde zu gehen. Temporeich, spannend und mit zunehmend paranoider Grundstimmung treibt die Autorin ihre Story von einer Überraschung zur nächsten und lässt ihren Protagonisten wie ihre Leser gleichermaßen immer wieder vor einer Sackgasse stehen. Am Ende vertraut man fast niemandem aus dem Kreis der illustren Charaktere mehr und wittert hinter allem eine Verschwörung und hinter fast jedem den unbekannten Strippenzieher. Am Ende des Buches klärt die Autorin zwar einige der Fragen auf, lässt ihre Leser aber in anderen, sehr zentralen Fragen ratlos zurück. Daher sollte man dieses Buch wirklich nur lesen, wenn man auch den Nachfolgeband „Bruderlüge“ lesen möchte.FAZIT:Ein außergewöhnlicher Thriller mit polarisierenden Charakteren, vielen Überraschungen und Sackgassen und einer immer bedrohlicher werdenden paranoide Grundstimmung. Für mich eines meiner Lese-Highlights dieses Jahres!

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  • Schwesterherz (Kristine Ohlsson)

    Schwesterherz
    PoldisHoerspielseite

    PoldisHoerspielseite

    13. June 2017 um 09:21

    Sein neuer Mandant ist dem Anwalt Martin Brenner zwar alles andere als sympathisch, aber der Fall weckt sein Interesse. Denn seine Schwester soll einen fünffachen Mord begangen haben, hat diesen sogar freimütig gestanden und sich kurz vor dem Prozess selbst getötet. Ihr Bruder Bobby will die Sache aber nicht auf sich beruhen lassen und seine Schwester rehabilitieren. Martin nimmt das Mandat an – nicht ahnend, in welche Gefahr er sich bei seinen Ermittlungen begibt...Kristina Ohlsson hat abseits ihrer Reihe um Fredrika Bergmann mit „Schwesterherz“ einen neuen Thriller verfasst, der jedoch mit dem Nachfolger „Bruderlüge“ eine Einheit ergibt. Die Geschichte wird darin weitererzählt, sodass man am Ende von „Schwesterherz“ einem recht offenen Ende gegenübersteht und viele wichtige Fragen nicht beantwortet werden. Dem sollte man sich bewusst sein und sich darauf einlassen können, wird dann aber mit einem spannenden Roman belohnt. Die oben beschriebene Ausgangssituation ist früh an den Anfang gesetzt und hat so schnell mein Interesse geweckt, und auch wenn die ersten Ermittlungen noch etwas langatmig ausfallen, schimmert nach und nach das Konstrukt hinter dem Fall durch – und dann wird „Schwesterherz“ richtig spannend. Martin selbst begibt sich dabei in hochgefährliche Kreise und deckt hochkriminelle Strukturen auf, die in eine ganz andere Richtung führen als anfangs vermutet. Die vielen kleinen und großen Wendungen halten den Leser bei der Stange und sorgen für aufregende Momente. Und zum Schluss gibt es dann doch noch so etwas wie ein „kleines“ Ende, das die Lust auf den weiteren Teil geweckt hat.Mit Marin Brenner hat sich die Autorin einen sehr speziellen und nicht gerade einfachen Charakter ersonnen. Der Anwalt ist ziemlich narzisstisch veranlagt, dazu arrogant und sexbesessen, kümmert sich aber liebevoll um seine verwaiste Nichte. Ein Zwiespalt, der dennoch glaubwürdig wirkt, eine spannende Rolle, die man immer besser kennenlernt und eine richtig gut gelungene Hauptfigur. Auch die Nebencharaktere haben ihre eigene Aura, die Ohlsson sehr geschickt einzusetzen versteht. Die Sprache hat mir jedoch nicht immer gut gefallen, vieles wirkt abgehackt und verkürzt, sodass sich oft kein wirklicher Lesefluss einstellt. Ob dies ein gewolltes Stilmittel oder eine unerwünschte Nebenwirkung ist, vermag ich nicht zu beurteilen, es hat mich jedoch an einigen Stellen doch gestört. Interessant sind die kleinen Interviewfetzen, die zu Anfang jeden Kapitels eingebaut sind, die rekapitulieren das bisher Gehörte und wecken das Interesse an den kommenden Entwicklungen.„Schwesterherz“ zieht viel Reiz aus seiner schilldernden, ziemlich kantigen Hauptfigur, aber auch der Fall des Anwaltes kann mit einigen spannenden Momenten punkten. Die Autorin zieht ihre Leser immer tiefer in einen Sog, nur um sie dann in einem intensiven Cliffhanger auf die Folter zu spannen. Das allzu offene Ende kommt dann unerwartet, die Fortsetzung mit Bruderlüge lässt aber glücklicherweise nicht allzu lang auf sich warten.

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  • Von Stockholm nach Houston - ein intelligenter Justizthriller

    Schwesterherz
    WolfgangB

    WolfgangB

    12. June 2017 um 17:07

    Ein verwahrlost wirkender Mann betritt das Büro eine Detektivs, der den Anschein einer bürgerlichen Existenz mit einem gefüllten Auftragsbuch zu wahren sucht, und bittet diesen, einen delikaten Fall zu übernehmen. Üblicherweise beginnt auf diese Weise ein Schwarzweißfilm aus dem Genre Hardboiled, und der Detektiv wird von Humphrey Bogart verkörpert. Tatsächlich wehrt sich die Autorin nicht gegegen diese Assoziation, so beginnt das erste Kapitel gleich mit "Bobby brachte das schlechte Wetter mit." (S. 9) und weiter:"Ich erkenne ein Problem, sobald ich es vor Augen habe. Und in dem Augenblick, als ich Bobby zum ersten Mal vor Augen hatte, wittere ich auf der Stelle Unrat." (S. 9)Gut, im Fall von Kristina Ohlssons Roman "Schwesterherz" liegt das Büro in Stockholm, und sein Eigentümer ist ein wohlsituierter Anwalt namens Martin Benner. Die Figur erinnert jedoch in ihren Grundzügen an Privatdetektive aus der Feder von Raymond Chandler, nur eben in Farbe. Als Erzähler in der ersten Person pflegt er eine straßentaugliche Sprache mit Formulierungen wie "Schotter auf der hohen Kante" haben und führt mit einem befreundeten Polizisten schlüpfrige Gespräche im gedämpften Licht eines Nachtclubs. Er fährt einen Porsche und verführt junge Frauen, an deren Vornamen er sich am Morgen nach der Eroberung nur mehr schwer erinnern kann. Kurz: Martin Benner ist als Identifikationsfigur ähnlich reizvoll wie James Bond, jedoch mit erheblich reduziertem Berufsrisiko. Gleichzeitig hat er aber noch eine andere Seite aufzuweisen: Als Adoptivvater eines vierjährigen Mädchens ist er auch tagtäglich mit elterlichen Sorgen wie der kindgerechten Gestaltung eines Samstagnachmittags oder der angemessenen Reaktion auf eine plötzliche Erkrankung.konfrontiert. Parallel zur geographischen Reise über einen Ozean begibt sich Benner auch auf eine innerliche, der spannungsgeladene Höhepunkt der Geschichte stellt auch für seine Persönlichkeit einen Wendepunkt dar. Als Belle, seine Tochter, bedroht wird, sind alle amourösen Abteneuer nebensächlich, die sich abzeichnende charakterliche Wandlung ist endgültig vollzogen. Jedoch handelt es sich dabei jedoch nicht um eine fundamentale Veränderung der Persönlichkeit, keine plakative Läuterung vom Saulus zum Paulus, wie sie aus viele Geschichten bekannt ist. Vielmehr läßt die Autorin eine Neugewichtung bereits vorhandener Mermale beobachten und verzichtet damit angenehmerweise auf schwer verdaulichen Zuckerguß. Zusätzlich zum behutsamen Umgang mit ihren Figuren, trägt auch das gewählte Erzähltempo zur Glaubwürdigkeit bei: Obwohl es eine logische Notwendigkeit der Geschichte ist, daß Benner sich des Falles der verurteilten Mörderin annimmt, fällt ihm seine Entscheidung nicht leicht. Seitenlang wägt er Für und Wider ab, recherchiert heimlich und wird erst dann aktiv, als er durch eine persönliche Verstrickung regelrecht in den Fall gezwungen wird. Von ungeduldigen Lesern wird die Autorin wohl kein Lob ernten, mit diesem langsamen Spannungsaufbau errichtet sie jedoch ein Fundament, das auch das Gewicht einer komplexen Geschichte mit ihren zahlreichen Wendungen trägt. Wie die Akte eines Theaterstücks strukturieren Interviews von Martin Benner mit einem Journalisten, die zeitlich nach der Handlung angesiedelt sind, den Roman. Durch diese erzwungenen Pausen wird einerseits jedesmal ein neuer Kontext geschaffen, andererseits ergibt sich eine interessante Ambivalenz im Informationsstand der Hauptfigur: Während er als Ich-Erzähler jeweils nur über situatives Wissen verfügt, darf er die Ereignisse im Interview rückblickend aus einer breiteren Perspektive betrachten. Dies ermöglicht sowohl emotionale Bewertungen wie auch Vorausdeutungen, die den Leser zusätzlich auf die Folter spannen. Dem finalen Abschnitt ist beispielsweise folgender Kommentar vorangestellt: "Sie haben gefragt, was dann passierte, und ich habe geantwortet: Das Schlimmste. Das Allerschlimmste überhaupt." (S. 334) Persönliches FazitKristina Ohlsson schreibt, daß man ihr die Biographie eines Don Winslow andichten möchte. In "Schwesterherz" baut sie Spannung hollywoodeffektfrei, ohne Abkürzungen und eindringlich auf, bis sie sich ... dann doch nicht entlädt, sondern mit Ungeduld auf den zweiten Teil der Reihe warten läßt.

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    JuliB

    JuliB

    09. June 2017 um 14:01

    (Da das Buch von der Spannung lebt, halte ich mich in der Rezension mit Spoilern zurück, sonst braucht es ja keiner mehr lesen und das wäre schade. - Mir hat es gefallen und ich werde es gerne weiter empfehlen.) Anwalt Martin Benner erreicht in seinem Stockholmer Büro eine ungewöhnliche Bitte. Er soll den abgeschlossenen Fall der mutmaßlichen Serienmörderin Sara Texas erneut aufrollen und beweisen, dass sie unschuldig war, obwohl die Beweislage eindeutig gegen sie spricht. Auch Martin ist davon überzeugt, dass es nichts mehr zu klären gibt und doch nimmt er sich einem Impuls heraus der Sache an, ohne zu ahnen, dass er sich damit in den wohl schrecklichsten und nervenaufreibendsten Fall seiner Karriere verstrickt ... <><><>Schnell, spannend, leicht geschrieben (es ist Unterhaltungsliteratur und es unterhält) packend wie ein Film und absolut lesenswert! Zu keiner Sekunde langweilig oder langatmig. Ich habe keine Ahnung, wer hinter all die Steine, die Martin bei seinen Ermittlungen in den Weg geworfen werden, steckt, doch ich bin furchtbar gespannt darauf, es im Abschlussband "Bruderlüge" herauszufinden. Es ist wirklich ein Thriller und kein Schwedenkrimi im herkömmlichen Sinn und Martin ist kein Kommissar, sondern ein Anwalt, der sich nicht mit jedem abgibt und gern in den Rosinen pickt, um den größtmöglichen Eigenvorteil zu erzielen. Eigentlich könnte es auch  in England oder gleich in den USA spielen, aber die Autorin kommt ja aus Schweden und die Verbindung, die sie mit ihrem Protagonisten nach Texas legen kann, ist meiner Meinung nach gut ausgedacht. "Schwesterherz" von Kristina Ohlsson ist das erste von zwei Büchern und um den egoistisch veranlagten Martin Benner, der selbst zugibt, alles zu f****n, was bei drei nicht auf dem Baum ist. Obwohl er weiß, dass er damit die Frau verletzt, die ihm viel mehr bedeutet, als er je zugeben würde.  Er ist klug, direkt, nimmt sich, was er kriegen kann und damit genau der Richtige für die finsteren Offenbarungen, die im Fall Sara Texas auf ihn warten. Dass sein Herz allerdings doch am rechten Fleck sitzt, bemerkt man als Leser schon nach ein paar Kapiteln und das widerum macht ein A*loch wie Martin dann schon irgendwie sympathisch. Von Schweden nach Texas und wieder zurück. In die Fänge eines Dämons, der niemals sein wahres Gesicht zeigt und  Katz und Maus mit Martin spielt, der sobald er glaubt, endlich die richtigen Fäden in der Hand zu halten, ein ums andere Mal in Sackgassen gerät. Der Thriller ist aus Martins Sicht geschildert, in sechs Teile untergliedert und beginnt jeweils mit einem kurzen Reporterinterview, sodass klar wird, dass die Geschichte in Rückblenden erzählt wird und der Protagonist am Ende wahrscheinlich eine Menge Erkenntnisse liefern wird, auf die man als Leser in höchstem Maße gespannt wartet.  Doch ACHTUNG: Cliffhanger;"Bruderlüge" sollte man nach der Lektüre von "Schwesterherz" auf jeden Fall bereit liegen haben, denn die ganz großen Fragen bleiben offen. Deshalb bedanke ich mich umso mehr beim Limes Verlag (Random House) und Lovelybooks für den Gewinn bei der Tandem Leserunde, sodass ich gleich nach Absenden der Rezi weiterlesen kann. 5 von 5 Sternen Eine spannende, nicht zu blutrünstige Lektüre für zwischendurch und überall, wo man gerade gerne liest. Die Kapitel sind kurz, die einzelnen Teile nicht zu lang, man kann es gut weglegen und genauso schnell da anknüpfen, wo man aufgehört hat, ohne lang überlegen zu müssen. Toll!Ein herzliches Dankeschön an Lovelybooks und den Limes Verlag/Random House, dass ich bei dieser Leserunde mitmachen durfte. Alles in allem war es großartig :) 

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  • Alles anders als gedacht

    Schwesterherz
    Maddinliest

    Maddinliest

    08. June 2017 um 19:10

    Martin Brenner ist ein erfolgreicher und selbstbewusster Anwalt, den so schnell nichts aus der Bahn wirft. Eines Tages taucht in seiner Kanzlei ein ungepflegter Mann auf, der ihn bittet, sich dem Fall seiner Schwester anzunehmen, die aus seiner Sicht zu Unrecht für fünf Morde verantwortlich gemacht wird. Der Fall hatte vor sechs Monaten Schlagzeilen gemacht, da Sara Texas ihre Taten gestanden hatte und kurz darauf den Freitod gewählt hatte. Warum sollte Martin Brenner nun ein Tote verteidigen, die augenscheinlich durch ihr Geständnis die Schuld eingestanden hat? Die Besonderheit dieses Falls weckt die Neugier von Martin Brenner und er beschließt, den Fall neu aufzurollen. Eine Entscheidung, die er und seine Kollegin Lucy noch bereuen sollen...Ich hatte bisher noch kein Buch der Autorin Kristina Ohlsson gelesen und war aufgrund zahlreicher positiver Bewertungen ihrer Bücher sehr auf "Schwesterherz" gespannt. Meine Erwartungen wurden mehr als nur erfüllt, der Thriller konnte mich voll und ganz in seinen Bann ziehen. Kristina Ohlsson erzählt die spannende Geschichte in einem temporeichen und sehr flüssig zu lesenden Schreibstil. Etwas schwierig habe ich mich mit den Hauptprotagonisten getan, da sie ungewöhnlich und gleichzeitig interessant charakterisiert sind, aber bei mir anfänglich keine Sympathien auslösen konnten. Ich musste mich erst ein wenig an sie gewöhnen, um bei ihnen mitfiebern zu können. Die Story ist komplex und sehr clever konstruiert, sie bietet dem Leser immer neue Wendungen und völlig überraschende Details. So scheint man immer Licht am Ende des Tunnels zu sehen, welcher dann aber wieder völlig in sich zusammenbricht. Die Spannung wird dadurch über das ganze Buch getragen und nimmt sogar im Verlauf immer weiter zu, um dann in einem überraschendem Finale mit einem aus Lesersicht fiesen Cliffhanger zu enden. Es bleibt dem Leser nach diesem spannendem Buch eigentlich nichts anderes übrig, als sich möglichst schnell den zweiten Teil zu besorgen, der dann hoffentlich die komplette Auflösung offenbaren wird. Das Besondere an "Schwesterherz" ist aus meiner Sicht die Unvorhersehbarkeit der Handlung, die mich dann auch an das Buch gefesselt hat. Ich habe schon lange nicht mehr einen solch packenden Thriller gelesen, so dass ich ihn sehr gerne Liebhabern der Spannungsliteratur ans Herz legen möchte, verbunden mit dem Rat gleich beide Teile zu kaufen, denn ich kann mir nicht vorstellen, nach Schwesterherz nicht wissen zu wollen, wie es weitergeht. Die logische Folgerung aus meiner Begeisterung ist natürlich eine Bewertung mit fünf von fünf Sternen.

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  • Der etwas andere Thriller

    Schwesterherz
    Marakkaram

    Marakkaram

    07. June 2017 um 21:53

    "Und trotzdem manipuliert sie ihren Bruder", sagte Lucy. "Noch aus dem Grab heraus. Hält ihn in einem eisernen Griff, aus dem er nicht herauszukommen scheint. Martin, es ist sechs Monate her, dass sie gestorben ist. Warum lässt er die Sache nicht einfach auf sich beruhen?"Der etwas andere Thriller, bei dem eine Mörderin posthum rehabilitiert werden soll, ist megaspannend und hat mich mitgerissen!Anwalt Martin Benner bekommt kurz vor seinem Urlaub unliebsamen Besuch. In seinem Büro taucht plötzlich der Bruder der 5-fach Mörderin Sara Texas auf und bittet ihn um Hilfe. Es ist fest von der Unschuld seiner Schwester überzeugt, die sich während eines Freigangs, noch vor der eigentlichen Verurteilung, das Leben nahm. Die Beweise, denen Benner nachgehen soll sind allerdings z.T. mehr als dubios und Benner fragt sich mehr als einmal, ob er überhaupt Zeit in diesen "Fall" investieren soll. Aber ehe er sich versieht, steckt er bis zum Hals in einem Komplott, das sein Leben für immer verändern wird. Oh ja, dieser Thriller polarisiert. Ich muss dazu sagen, dass ich die Fredrika Bergmann Reihe der Autorin nicht kenne, aber ein großer Fan ihrer (leicht mystischen) Kinderkrimis bin.Das dieser Thriller so polarisiert liegt wahrscheinlich nicht an seiner Geschichte, sondern wohl eher an der Hauptfigur; dem nicht immer ganz so sympathisch daherkommenden Martin Benner. Mit ihm hat sich Kristina Ohlsson keinen einfachen Protagonisten geschaffen. Er ist arrogant, stur und vögelt sich, respektlos gegenüber seiner Exfreundin, durch alle Betten incl. ihrem. Ihm fehlt oftmals die Achtung vor Frauen und seinem Umfeld. Das spiegelt sich natürlich auch im Schreibstil wider, den ich allerdings jetzt nicht als vulgär empfunden habe. Und ganz ehrlich, dennoch mochte ich Benner irgendwie, er ist geradeheraus und überrascht auch immer wieder mit der Liebe zu seiner kleinen Nichte, die er nach dem Tod seiner Schwester zu sich genommen hat und großzieht. Es steckt also irgendwo doch ein Herz in ihm, nur das stellt er halt nicht oft zur Schau. Es gibt in diesem Buch kaum wirkliche Sympathieträger, ausser Boris, aber der ist ein richtig schwerer Junge und sollte eigentlich keiner sein. Ja, nicht einmal Belle, die kleine Nichte, treibt den Zuckerspiegel des Lesers in die Höhe, sie ist (Benners Erziehung zuzuschreiben) altklug und frühreif für ihre 4 Jahre. Hat mich das gestört? Nein! Es ist kein Liebesroman, sondern ein knallharter Thriller. Und letzterem wird er mehr als gerecht. Mich hat schon lange kein Thriller mehr derart gefesselt, dass ich Kapitel um Kapitel verschlungen habe. Die Autorin ist eine Meisterin in Sachen Spannungsbogen. Das Ganze ist so undurchsichtig und man hat lange überhaupt keine Ahnung wo es hinführen könnte. Und immer, wenn einen mal das Gefühl beschleicht, es wird jetzt etwas ruhiger, geht es im Gegenteil, grad erst so richtig los. Es gibt neue Erkenntnisse und Wendungen, die man so nicht erwartet hat. Und das mag ich; unvorhersehbare Twists, die aber immer im Rahmen des realistisch Möglichen bleiben. Man tappt zwar kontinuierlich im Dunkeln, hat aber trotzdem das Gefühl, die Lösung liegt jetzt gleich zum Greifen nah. Das Ende ist allerdings nicht wirklich ein Abschluss. Die Frage um die Morde ist zwar geklärt, aber das Thema geriet im Laufe des Buches eigentlich immer weiter in den Hintergrund, so dass es mehr oder weniger ein offener Schluss ist. Für mich gelungen, da man nahtlos an "Bruderlüge" anknüpfen kann, aber nicht unbedingt muss. Fazit: Ein fesselnder Thriller, mit einer ungewöhnlichen Geschichte und polarisierenden Protagonisten, der mich nahtlos zum zweiten Teil übergehen lässt.

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