Die Kunst, einen Dinosaurier zu falten

von Kristina Pfister 
3,5 Sterne bei13 Bewertungen
Die Kunst, einen Dinosaurier zu falten
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Positiv (6):
K

Das Cover gibt das Grundgefühl des Buches tatsächlich perfekt wieder

Kritisch (3):
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Es passiert nicht viel, man schwimmt in der Lustlosigkeit der Protagonistin mit, die sich von einem anderen Mädel das Leben zeigen lässt.

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Inhaltsangabe zu "Die Kunst, einen Dinosaurier zu falten"

» ›Und wo zieht es dich danach hin? Hast du Pläne?‹, fragte sie, als wüsste sie nicht längst, dass ich hier gestrandet war wie einer dieser fetten Blauwale, die überall in Neuseeland an den Stränden lagen und langsam verreckten.«

Jeden Abend betrachtet Annika durch das Fenster ihres Apartments die junge Frau gegenüber. Marie-Louise scheint all das zuzufliegen, wonach Annika sich sehnt: Freunde, Liebhaber, Geselligkeit. Sie lebt aus vollen Zügen, während Annika von Praktikum zu Praktikum driftet und nichts mit sich anzufangen weiß. Doch eines Nachts klingelt Marie-Louise an Annikas Tür. Aus einer Zufallsbekanntschaft wird enge Freundschaft, als Annika nach Hause zurückkehrt, um endlich herauszufinden, was sie eigentlich mit sich anfangen will. Und unversehens ihre alte Nachbarin wiedertrifft. Bald stellt sich jenes Gefühl von Schwerelosigkeit ein, das Phasen des Umbruchs begleitet, und für die beiden Frauen beginnt ein Sommer in der Provinz, wo Humor und Verzweiflung nah beieinander liegen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783608501599
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:253 Seiten
Verlag:Tropen
Erscheinungsdatum:11.02.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Aspasiavor 9 Monaten
    Bangemachen gilt nicht

    Annika, die Ich-Erzählerin in Kristina Pfisters Debut „Die Kunst, einen Dinosaurier zu falten„, Mitte 20, Kulturwissenschaftlerin, ist eine vor Erfurcht vor der richtigen Art zu leben, erstarrte Beobachterin des Lebens der Anderen.

    Sie beobachtet täglich durch das Fenster ihres kleinen, genormten Apartments Marie- Louise. Das Mädchen von der anderen Seite, in dieser gesichtslosen Bungalowanlage, in einer unwichtigen, namenlosen Stadt, weil sie nur Heimat auf Zeit ist, für die nächsten drei Monate, für eine weitere Möglichkeit in unzähligen, unterbezahlte Stunden Arbeitspraxis für den Lebenslauf anzuhäufeln wie Kartoffeln.

    Wie in einem dieser skandinavischen Avangardefilme mit nur einer Kameraeinstellung ist dieses rechteckige Fenster die Leinwand für den Film und im geöffneten Zustand ist der dann sogar mit einer Tonspur versehen. Annika lauscht so dem Lachen der zahlreichen Besucher, dem klirren der aneinander geschlagenen Bierflaschen, der bekannten, in die Nacht wabernde Musik, sie schnappt Abschiedsgrüße von der Straße nach oben ans andere Fenster auf, bestaunt in sternenloser Nacht glitzernde Ohrringe und bewundert perfekt oval geformte Rauchringe, die nur wenige Meter Luftlinie von ihr entfernt den fremden Frauenmund verlassen.

    Während sie allein und einsam fühlt und ihr einziger Austausch die Telefonate mit ihrer Mutter sind, haben alle anderen ein Leben. Eins, das es wert ist, mit dem richtigen Filter versehen, in die Welt geschickt zu werden, um Belohnung in Herzchenform zu generieren, eines zu dem es sich lohnt Excerpte auf maximal 140 Zeichen eingestampft zu geben oder aber wenigstens die algorithmisch generierte Frage „Wo bist du?“ mit einer exotisch klingenden Ortsbezeichnung zu beantworten.

    Da steht eines Abends Marie-Louise schon leicht betrunken vor ihrer Tür und nun kommt erstmals Bewegung in Annikas Leben. Marie-Louise ist die Antagonisten wie man sie nicht besser hätte erfinden können. Sie wartet nicht lange, sie klopft an Türen und wenn nicht gleich geöffnet wird, klopft sie auch mal heftiger. Sie folgt keinem Plan, weil man das so tut, sondern tut jetzt, was sie will und morgen will sie vielleicht schon wieder etwas Anderes.

    Jetzt will sie erst einmal nach London sich einen Job suchen. Da Annika die Abschiedsparty verschläft, holt Marie-Louise sie höchst selbst zur Feier nach der Feier in ihr Apartment, der Sehnsuchtsort, wo das wahre Leben ist. Während dieser Nacht mit den kulinarischen Überbleibseln, viel Wodka, ein paar Salzstangen und löffelweise Schokopudding, in der Marie-Louise viel erzählt und Annika mehr schweigt, klettern die beiden einem spontanen Einfall folgend aufs Hausdach und ohne jede Vorwarnung übt Annika das Loslassen. Sie springt vom Dach in die nicht zu tiefe Tiefe. Was sie mit ein paar Abschürfungen und einem kaputten Knie erst einmal zurück auf Mamas Sofa bringt.

    Dort leckt sie sich ihre Wunder, igelt sich ungeduscht, mit fettigem Haar und in olfaktorisch bedenklicher Jogginghose antriebslos auf dem Sofa, mit dessen Muster sie phantasiert zu verschmelzen, ein. In die Polster gedrückt von der Wackerstein schweren Last in ihrem Bauch. Der erste Elan dem ungeliebten Praktikum entkommen zu sein, reicht nur noch für den Griff zum Joystick, um den High-score der Ballerspiele ihres jüngeren Bruders zu knacken.

    Eine der Stärken der Autorin ist, dass sie sich der bleiernden Lethargie wie auch dem Getriebensein der beiden Frauen mit der gleichen sprachlichen Hingabe widmet, und so die Emotionen spürbar zu machen.

    Zwei Wochen später treffen Annika und Marie-Louise im kleinstädtischen Krankenhaus ihrer Heimatstadt erneut aufeinander. Die eine lässt dort ihr Knie behandeln, die andere sitzt am Sterbebett der Urgroßmutter und faltet den Titel gebenden Origami Dinosaurier, denn für so ‚was Komplizertes gibt’s Anleitungen. Angesicht der Endlichkeit erstellen die beide eine Art bucket-list und beschließen all die Dinge, die sie schon immer mal, oder schon lange ncht mehr in den nächsten Tagen abzuarbeiten. Kitschig, ja, aber auch ein erster Schritt, um eigene Wünsche wertfrei zu formulieren. Auch wenn es Anika jetzt von der Couch schafft. Bewegung im Wortsinne in sie kommt, sie zu Fuß auf Konzerte geht, sie im nahen Baggersee schwimmt, Stifter tut nicht so, als sei jetzt endlich alles wieder gut.

    Annika erkennt, dass auch die bewunderte, umtriebige Freundin, die einer Schlange gleich, sich ein ums andere Mal häutet, eine Methapher, die Pfister wirklich etwas überstrapaziert, sich immer wieder neu erfindet, die selben Fragen ans Leben hat.

    Wer bin ich? Wer will ich sein? Wo ist mein Platz im Leben?

    Mir gefällt, dass die Autorin darauf keine Antworten gibt, sie keine Bauanleitung für das eine richtige Leben anreicht. Es gibt unendliche viele Möglichkeiten, das kann auch beängstigend sein, doch Bangemachen gilt nicht.

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    K
    Klabauterclarensvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Das Cover gibt das Grundgefühl des Buches tatsächlich perfekt wieder
    Keine Chance zum Wachrütteln

    In dem Buch "Die Kunst, einen Dinosaurier zu falten" sehe ich weniger einen Spiegel der Generation, sondern viel mehr den Versuch zu erklären, wie es sich anfühlt in eine Antriebsstörung zu rutschen und wieder herauszufinden. Die Protagonistin Annika ist in meinen Augen eine junge Frau, die sich mit dem Druck etwas zu erleben, ihre Jugend zu genießen und auszunutzen, überfordert fühlt. Durch ihre Umgebung wird sie immer wieder mit Leuten konfrontiert, die es "richtig machen", ins Ausland gehen, das Leben genießen. So anscheinend auch Marie Luise, ihre Nachbarin, die Annika durch ihr Fenster beim Party machen beobachtet. Doch beim Kennenlernen offenbart sich, das ihre neue Freundin keinesfalls so lebenslustig ist, wie sie aus der Ferne wirkt. Auch sie trägt eine Leere in sich, die teilweise durch eine dunklere Färbung ihrer Stimme zum Ausdruck kommt, dann jedoch schnell wieder durch idealisierte Vorstellungen des Lebens überdeckt wird, die Marie Luise aus Büchern und Filmen bezieht und immer wieder versucht zu erreichen. Annika hingegen versucht es nicht mal und als sie gegen Ende des Romans tatsächlich in "buchwürdige" Situationen gerät, wahrt sie stets eine ungläubige Distanz. Wie die Protagonistin aus Sylvia Plaths "Die Glasglocke" kann sie keine der unzähligen Möglichkeiten, die vor ihr liegen, ergreifen und versinkt in einem inneren Sumpf. Erst Marie Luise gelingt es, sie abzufangen und zu animieren, wieder am Leben teilzunehmen.
    Die Leere, Langweile und Antriebslosigkeit, die in anderen Rezensionen kritisiert wurden, machen dieses Buch in meinen Augen zu einem wunderbaren Ausdruck für eine Depression ohne direkten Auslöser, ohne das die Erkrankung jemals explizit genannt wird. Besonders fasziniert hat mich, wie bereits erwähnt, gegen Ende des Romans die Beschreibung der bunteren Szenen, die an eine Sommeridylle erinnern, von Annika aber dennoch nicht als solche wahrgenommen werden können. Obwohl sie sich stabilisiert, bleibt die Leere in ihr bestehen.

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    Buchgeborenevor einem Jahr
    Die Kunst, einen Dinosaurier zu falten.

    Das Debüt "Die Kunst, einen Dinosaurier zu falten" von Kristina Pfister ähnelt dem Sandstrand in einem reicheren Viertel. Jeder kennt diese Leute, die mit einem großen Metalldetektor größere Sandgebiete abgehen, um im Sand Schätze zu finden. Manchmal sind sie enttäuscht, ob der Banalität der gefundenen Schätze. Und dann wieder ist etwas besonderes dabei. 

    So ist das mit dem Buch. Manchmal findet man wirkliche Schätze hier. Poetische, wunderschöne Sätze oder solche, die einen zum Nachdenken anregen. Und dann ist man wieder unglaublich gelangweilt. Ich muss leider sagen, dass die langweiligen Sätze überwiegen. Das schreibe ich nicht gerne, weil ich die Poesie großartig fand. Aber es nützt nichts, weil ich mich größtenteils einfach gelangweilt habe. Schuld daran ist auch der Aufbau. 

    Es fängt damit an, dass sich Annika langweilt. Das Leben findet neben ihr statt. Und sie fühlt sich sooo wohl in dieser Langweile. Sie ist Generation Praktikum. Keine Ahnung, was sie machen will, aber sie muss ja. 

    Aber dann taucht Marie- Louise auf. Partymaus. Kann nicht eine Minute stillsitzen. Also das komplette Gegenteil von Annika. Und sie macht es sich zur Aufgabe Annika zu motivieren. Vielleicht sieht sie es als aufregendes Sozialprojekt. 

    Aber Annika zu motivieren scheint eine Mammutaufgabe zu sein und deswegen reist Marie- Louise am Schluss nach Frankreich. Wenn Annika endlich aufhört die lebende Tote zu spielen wird sie ihr schon nachreisen. Natürlich formuliert Marie- Louise das anders. Sie schreibt einfach eine Adresse in Frankreich auf ihren selbstgefalteten Origamidino.

    Jetzt wirst du vielleicht sagen: Spoiler! Du hast das Ende verraten. Nö, kein Spoiler. Das Buch hat nämlich durch seinen schlechten Aufbau keine Geschichte. Ohne Geschichte keine Spoiler. 

    Ein guter Aufbau wäre meiner Ansicht nach gewesen: Annika macht sich auf den Weg nach Frankreich und auf dem Weg dahin erinnert sie sich daran, was es alles gekostet hat, sie von ihren Zombietagen wieder auferstehen zu lassen. 

    Das wäre ein Ziel. So aber fließt die Langweile wie ein Fluß dahin und nimmt auf ihrem Weg ein paar poetische Perlen mit. Nein, selbst ein Fluß hat ein Ziel. Es tut mir leid das schreiben zu müssen. Aber es gibt hier kein Ziel. 

    Ich würde es ja mit dem Leben vergleichen, aber auch, wenn ich mich schon furchtbar gelangweilt habe, hat es doch nie so lange angehalten. Irgendwann sucht man sich doch etwas mit dem man sich ablenken kann, oder? 

    Ich finde das Leben ist eher ein Bahnhof und manchmal muss man eben aussteigen und einen anderen Zug nehmen. Annika bleibt aber in ihrem Zug sitzen, denn da war sie ja schon immer drin. Sie traut sich einfach nicht auszusteigen. Ja, der Gedanke versetzt sie regelrecht in Panik. Ab und zu klopft mal eine ihrer früheren Freundinnen oder Marie- Louise gegen die Scheibe: Du wolltest doch früher vor einer Haltestelle aussteigen! Aber Annika bleibt hartnäckig sitzen in der Angst, dass beim Aussteigen der Zug sie unter sich begräbt. 

    Erst am Schluss ist sie vielleicht in der Lage mal auszusteigen. 

    Vielleicht. 


    Fazit: Empfehlen kann ich das Buch nur wegen mancher schöner Stellen. Mir reicht das nicht, um das Buch gut zu finden. Aber man kann es lesen und es hat ein extrem schönes Cover. Und die Rezension ist meine Meinung. Bitte, lest es und bildet euch eure eigene Meinung. 


    Mich erinnert das an Kunst. Kennt ihr diese Bilder die Farbverläufe, Schlieren oder Kästchen in verschiedenen Farben zeigen? Manche Leute finden sie großartig. Sie fragen sich: Was will der Künstler mir sagen und suchen den Sinn in sich selbst, weil das Werk eine Seite von ihnen zum Schwingen bringt. Andere hingegen fragen sich: Was will ich damit? Das Bild zeigt nicht mal künstlerische Raffinesse. Die einen verlangen von sich selbst, dass sie etwas in das Werk hinein interpretieren können und finden die universelle Anwendbarkeit großartig. Die anderen möchten, dass das Bild sie auf ein bestimmtes spezielles Thema anspricht.

    Ich habe immer zu der zweiten Kategorie gehört. Das sind die Leute, die erwarten, dass die Künstler etwas ausdrücken wollen und dem Betrachter damit einen anderen Zugang zur Realität ermöglichen. Das liegt nicht daran, dass meine Fantasie nicht groß genug ist. Sondern, dass ich erwarte, dass jeder Mensch eigene Gedanken hat und diese deutlich ausdrücken kann. Damit ich in einen gedanklichen Dialog eintreten kann. Ich möchte mich mit einem Thema ausgehend von der Meinung des anderen auseinander setzen. Ich mag lieber einen René Magritte als einen Jackson Pollock. Wobei das Buch eher ein Mark Rothko ist. 

    Deswegen ist das Buch leider nichts für mich. Das bedeutet nicht, dass es keine Seinsberechtigung hat oder dass es dir nicht gefallen wird, sondern einfach, dass ich nicht zur Kategorie Leser gehöre, die mit dem Buch etwas anfangen können. 


    Ich schließe diese Rezension mit einer Stelle ab, die das Buch für mich gut zusammenfasst: 

    Sie sprach von Weizenfeldern und einem Soundtrack, der aus Radioliedern bestand oder aus den alten Platten, die sie drinnen irgendwo gesehen hatte. Sie sprach von lachenden Gesichtern mit Kriegsbemalung, um prasselnde Feuer herumtanzend, und von Füßen ohne Schuhe, die durch Bäche wateten, Fische fingen, von einem Lachen, das in den Himmel stieg wie unser Schrei, damals im Wohnheim. (…) 
    Ich sagte: „ Lass uns doch einfach mal kurz hier liegen bleiben. Es ist so angenehm.“ 
    S. 159

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    Thaliomeevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Das Cover passt verstörend gut zum Inhalt.
    Kein Kind mehr und noch lange nicht erwachsen

    Cover und Titel haben mich sofort verzaubert und die Erwartungen vielleicht auch etwas hochgeschraubt. Der Inhalt kann damit leider nicht mithalten, obwohl das Buch durchaus gut geschrieben ist.

    Es geht um Annika, die ihr Studium der Kulturwissenschaft erfolgreich abgeschlossen, aber nicht im Arbeitsleben ankommt. Sie macht Praktika, die ihr keinen Spaß machen und ist unzufrieden mit ihrem Leben. Dann trifft sie auf Marie-Louise, die zwar auch keinen Job hat, dafür aber ein aufregendes und erfülltes Leben zu haben scheint. Die angepasste Annika und die wilde Marie-Louise freunden sich an und erleben eine Zeit, die an die Semesterferien im Sommer erinnert, allerdings ohne Klausuren oder Hausarbeiten. Einfach in den Tag hineinleben, Feiern, Schwimmen im See...

    So ist es wenig überraschend, dass die Handlung dahinplätschert und es keine Überraschungen gibt. Trotzdem zieht die Geschichte den Leser in seinen Bann, ich habe mich beim Lesen nicht gelangweilt.

    Meine Große Kritik an diesem Buch ist jedoch, dass mir nicht vorstellen kann hier jemanden zu begleiten, der ein abgeschlossenes Studium und sogar Praktika hinter sich gebracht hat. Es klingt eher nach der Zeit zwischen Abitur und Studium, wenn man nicht weiß was man mit seinem Leben anfangen soll und alles ein großes Abenteuer ist. Die Freunde aus der Schulzeit verstreuen sich und man hat noch keine neuen gefunden.


    Wer sich im Cover wiedererkennt, der hat vermutlich Freude an diesem Buch.

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    derbuecherwald-blogs avatar
    derbuecherwald-blogvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein sehr realistisches Buch, dass mich zutiefst berührt hat
    Sehr realistisch


    Vollständige Rezension: Der BücherwaldDieses Buch ist nicht das totale HappyEnd-Buch in dem plötzlich einfach alles besser wird. Doch gerade die Tatsache, dass Annika sich nicht von jetzt auf gleich verändert, macht dieses Buch für mich so realistisch. Solche Veränderungen kommen langsam und schleichend. Genauso ergeht es Annika. Sie ist noch lange Zeit schüchtern und traut sich nicht Marie-Louise alles nachzumachen, aber langsam wird sie mutiger. Und natürlich gibt es auch Menschen, die ihre Veränderung nicht gut heißen.
    Genau deshalb, weil dieses Buch so realistisch ist, habe ich mich so verstanden gefühlt. Denn ich denke jeder kennt das Gefühl schüchtern zu sein oder Angst vor manchen Dingen zu haben. Und meistens ist es nicht einfach diese Gefühle über den Haufen zu schmeißen und sich ins Abenteuer zu stürzen.
    Der Schreibstil ist eher trocken und zurückhaltend. Deshalb konnte dieses Buch nicht sofort die totale Abenteuerlust in mir wecken. Doch gegen Ende wünscht man sich loszulassen und wie Annika und Marie-Louise einfach zu tun worauf man gerade Lust hat.
    Mit den Charakteren und besonders mit Marie-Louise bin ich schnell warm geworden. Man spürt deutlich die Eigenarten der Personen. Vor allem den anfangs krassen Gegensatz zwischen der wilden Marie-Louise und der schüchternen Annika.
    Es dauert aber ein bisschen bis das Buch an Fahrt aufnimmt. Die ersten Alltagstrott-Kapitel muss man überstehen damit man sich am Ende die wirklich schönen gönnen kann.

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    BonniesBuchemotions avatar
    BonniesBuchemotionvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Das Buch wird mich in Gedanken sicher eine Weile begleiten. Ich kann es jedem empfehlen, der Abenteuer nicht nur in Fantasybüchern sucht.
    Die Sogwirkung der Leere

    "Wie wird man die Person, die man gerne wäre?"

    Zum Inhalt: 

    Annika ist Mitte zwanzig, macht das ein oder andere Praktikum, das sie jedoch für sinnlos erachtet. Dabei hat sie ihren Abschluss in Kulturwissenschaften in der Tasche und es gäbe tausende Möglichkeiten. Stattdessen ist sie gefangen in einer trostlosen Melancholie der Möglichkeiten, ohne eine davon zu nutzen. Und dann ist da Marie-Luise, das Mädchen von gegenüber mit dem aufregenden Leben, dem Porzellangeschirr und der Lebensfreude. Das schiere Gegenteil von Annika, fremd und faszinierend. Durch einen Zufall steht sie vor Annikas Tür, sie verlieren sich aus den Augen und begegnen sich wieder, was für Annika treibender Motor wird, etwas zu tun.  

    „Ich meine, man muss aufpassen, dass freihändig Fahrrad fahren nicht das einzige Abenteuer bleibt, das man je erlebt hat.“

    Meine Meinung:

    „Die Kunst, einen Dinosaurier zu falten“ strotzt nur so vor wundervollen Bildern und Szenen, die lange im Kopf des Lesers nachhallen. Ich habe mir selten so viele Stellen als Zitat markiert, wie in diesem Buch, es ist poetisch, seicht und doch gewaltig, wie ein Bach, von dem man weiß, dass er irgendwann in einen reißenden Strom mündet – und doch wartet man darauf. Und es passiert nicht.

     „Ich fragte mich, ob dumme Leute immer mutiger sein würden als ich, weil sie einfach weniger nachdachten.“

    Die Handlung an sich plätschert seicht vor sich hin und bietet nicht sonderlich viele Überraschungen, keine Spannung oder gar Liebesgeschichte. Sie ist wie das echte Leben, alltäglich und doch ist man mittendrin und kann nicht umhin sich zu fragen, ob und wie sich das alles ändern wird. Man ist nah an Annika dran, manchmal zu nah, kann ihren Schmerz und den Wunsch nach Veränderung so deutlich spüren, dass man auf sie zugehen und ihr helfen möchte. Doch man ist machtlos und genau dieses Gefühl ist es auch, das einen durch das Buch begleitet. Was stellt man an mit der Leere am Ende des Studiums, mit den tausenden Möglichkeiten, die vor einem liegen, wie eine dunkle Bedrohung? Was ist mit den alten Freundschaften, die nur noch aus falschem Pflichtgefühl bestehen und erkaltet sind? Und ist der Wunsch nach Veränderung groß genug, um am Ende über die Melancholie zu siegen, ohne dass dies Not täte? Die Fragen bleiben offen. Sie verursachen Wellen aus Gedanken, die weite Kreise ziehen. Wann bist Du bereit, etwas zu ändern?

     „Ich spürte mein Herz schlagen. Es war ein holpriges Gefühl, als wäre es aus dem Takt geraten. Als wollte es auf sich aufmerksam machen.“

    Fazit: 


    „Die Kunst, einen Dinosaurier zu falten“ hat mich mitgenommen und sehr überzeugt. Es ist ein Porträt einer Generation der Möglichkeiten, die keine Not kennt und genau dadurch in die Not gerät, sich für eine Richtung zu entscheiden und sich in diese zu bewegen. Das Buch wird mich in Gedanken sicher noch eine ganze Weile begleiten und ich kann es jedem empfehlen, der Abenteuer nicht nur in Fantasygeschichten sucht. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.





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    Tsubames avatar
    Tsubamevor einem Jahr
    Leere und Langeweile pur


    Wie schreibt man eine Rezension zu einer Geschichte, die davon lebt, dass eigentlich nichts Großartiges passiert? Denn genau darum geht es in dem Roman "Die Kunst, einen Dinosaurier zu falten" von Kristina Pfister: die Leere am Ende der Jugend


    Annikas Leben ist auf einem Tiefpunkt angekommen, nachdem sie in der Vergangenheit von einem Praktikum zum nächsten pendelte, ohne irgendeine Perspektive für sich und ihr Leben erkennen zu können. In einem Wohnheim trifft sie auf die lebensgierige und überdrehte Marie-Louise und verbringt mit ihr einen Abend mit viel Alkohol johlend auf dem Dach. Danach trennen sich ihre Wege, bis sich die beiden zufällig im Krankenhaus ihrer gemeinsamen Heimatstadt wieder treffen.
    Sie verbringen einen Sommer zusammen, trinken, machen mit Jungs rum, erstellen eine Liste mit Abenteuern, die sie in ihrem Leben noch erleben wollen. Marie-Louise ist die treibende Kraft, Annika lässt sich mitschleifen und besucht auf Anraten ihrer Mutter gleichzeitig einen Psychologen, der ihr aus ihrem Tief heraushelfen soll.
    Als Leser begleitet man Annika auf ihrem Weg der Lustlosigkeit und Langeweile und fragt sich mitunter, ob die beschriebene "Generation Praktikum" wirklich so trostlos ist, wie in dem Buch dargestellt und ob Annika nur durch die Unsicherheit und Strukturlosigkeit ihres Lebens so abgestumpft ist oder woher das Problem dieser Protagonistin rührt, die sich von einer durchgeknallten Marie-Louise durch den Sommer zerren lässt.
    Zwar lässt sich der Schreibstil von Kristina Pfister flüssig lesen und es gab auch ein paar echt komische Stellen, aber eine Story ohne wirkliche Geschichte ist für meinen Geschmack dann doch etwas zu dünn ...
    Das Cover hätte nicht passender gewählt werden können. Das was drauf ist, ist in diesem Fall auch wirklich drin ;-)

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    Looooravor einem Jahr
    Kurzmeinung: Es passiert nicht viel, man schwimmt in der Lustlosigkeit der Protagonistin mit, die sich von einem anderen Mädel das Leben zeigen lässt.
    so viel Lustlosigkeit in einem Roman

    "Die Kunst, einen Dinosaurier zu falten" ist das Erstlingswerk von Kristina Pfister.


    Pfister erzählt in dem Buch von Annika, Anfang 20 gerade fertig mit ihrem Bachelor, die von Praktikum zu Praktikum tingelt, nicht weiß, was sie aus sich und ihrem Leben machen sollen und in Lustlosigkeit und Lethargie verfällt. Eines Abend steht Marie-Louise vor ihrer Tür, ebenfalls Anfang 20, das komplette Gegenteil von Annika, die M.-L. immer von ihrem Fenster aus beobachten konnte. Die beiden verbringen einen Abend zusammen, dann zieht M.-L. aus ihrer Wohnung und geht nach London. Monate später treffen sich die beiden im heimischen Krankenhaus wieder, freunden sich an und verbringen den ganzen Sommer über miteinander. 


    Das Buch ist voll von Annikas Lustlosigkeit, sie ist mit sich nicht im reinen, findet keinen Arbeitsplatz bzw. weiß gar nicht, was sie eigentlich aus ihrem Leben machen möchte. Und genau diese Lustlosigkeit sprang auch zwischendurch auf mich beim Lesen über (und auf das Verfassen der Rezension ;) ). Es war zwischendurch echt anstrengend zu lesen, wie sie anscheinend in ihrem Leben "gefangen" ist, alle erwarten irgendwas von ihr oder kritisieren sie ("Du warst früher anders") und sie blockt ab oder nimmt es so hin und das hat sie teilweise sehr unsympathisch gemacht. 
    Ihre Freundin M.-L., die ich zwischenzeitlich oder zumindest beim ersten Kennenlernen noch recht sympathisch und erheiternd fand, nervte mich irgendwann auch. Sie ist das komplette Gegenteil von Annika, giert nach Aufmerksamkeit, will immer Mittelpunkt stehen, macht was sie will, egal was dabei rauskommt. Man merkt auch, dass Annika teilweise versucht, sich diese Art anzueignen, was weniger gelingt. 


    Als ich mich für diese Leserunde beworben habe, dachte ich, dass ich mich oder Freunde teilweise in dem Buch wieder finden könnte, dass die Charakter ungefähr in meinem Alter sind, und man demnach einer Generation entspricht. Aber gerade das Gegenteil war der Fall. Vielleicht soll sie die Negativbeispiele einer Generation darstellen, die alles machen können was sie wollen, und denen Tür und Tor offen stehen. Annika auf der einen Seite, die dadurch mit allem überfordert ist, resigniert und dadurch in Lustlosigkeit verfällt und Marie-Louise, die dadurch egoistisch ist, alles will und auch versucht sich einzufordern.  Die beiden waren einfach von ihrer Art mMn wahnsinnig überzogen dargestellt, dass es schwer, Sympathien zu entwickeln. 


    Positiv an den Buch kann man aber trotzdem nette Zitate bewerten, sowohl als Aussagen von den Personen, als auch durch die Songtexte, die eingebracht werden. Es war interessant, dass die Songtexte bei Google einzugeben und sich die Lieder mal anzuhören, ein paar schöne Sachen waren dabei. 
    Ansonsten hat mich das Buch teilweise an "Mängelexemplar" von Sarah Kuttner erinnert, vor allem aber vom Schreibstil her. Pfisters Stil ähnelt mMn dem von Kuttner schon sehr stark. 


    Leider blieb mir von dem Buch, abgesehen von den netten Zitaten, nicht mehr wirklich viel im Gedächtnis, da auch nicht wirklich viel passiert ist. Es wird halt ein ganz normaler Sommer von jungen Menschen dargestellt, die diesen miteinander verbringen. Man hätte letztendlich vielleicht mehr daraus machen können, wenn die Lust da gewesen wäre. 

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    TochterAlices avatar
    TochterAlicevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Wer sich gemeinsam mit Protagonistin Annika stilvoll durch rund 250 Seiten langweilen will, der greife gerne zu!
    Langeweile oder Antriebslosigkeit

    oder aber vielleicht beides: das sind die - fraglos nicht gerade starken Motivationen, die Abiturientin Annika durchs Leben führen. Wobei: Abiturientin ist sie schon seit einigen Jahren und seitdem? Nun, seitdem jobbt sie sich durch diverse Praktika, lässt sich treiben.

    "Machen lassen" ist sowieso die passende Bezeichnung, denn von allein macht Annika nix. Ihre neueste Freundin Marie-Louise hat sie durch den gegenseitigen Blick durchs Fenster in die Unterkünfte kennengelernt - Annika hat Marie-Louise beim Langeweilen, Marie-Louise Annika beim Rumhängen zugesehen. Bis sie schließlich mal rüberkam. Umgekehrt wäre das nie passiert.

    Ich bin schon ein paar Jahre älter, gehöre den geburtenstarken Jahrgängen an, die sich ganz schön auf die Hinterbeine stellen mussten, um ein Praktikum, geschweige denn einen Job zu bekommen. Annikas Rumhängerei, die gottseidank nur teilweise für ihre Generation, die, wie ich gelernt habe, auch Generation Praktikum genannt wird, ist mir fremd.

    In der Hinsicht war es interessant, sich über dieses Buch mit dem Geist der Zeit, der ein überaus passiver ist, vertraut zu machen. Wobei: irgend etwas passiert im Laufe der Handlung mit Annika, aber ob das gut ist? Sie entfremdet sich immer mehr ihrem vertrauten Umfeld, orientiert sich neu, aber das passiert so saft- und kraftlos, dass ich mich trotz des durchaus ansprechenden  und nicht unoriginellen Stils der Autorin Kristina Pfister zeitweise schwer damit tat, am Ball zu bleiben.

    Denn: Eloquent ist sie ja, die Generation Praktikum, die gleichzeitig die Generation Facebook, Handy, What's app und was weiß ich noch alles ist. Sie kommuniziert eben (auch) schreibend. Diese Aussage von Marie-Louise bspw. ist aus meiner Sicht signifikant für die Atmosphäre, die so im Buch herrscht und die mich insgesamt befremdet: "...man muss aufpassen, dass freihändig Fahrrad fahren nicht das einzige Abenteuer bleibt, das man je erlebt hat."

    Annika wünsche ich nach der Lektüre dieses Buches, das genau so endet, wie es anfängt, plätschernd eben, ein bisschen mehr Leben. Abenteuer - das wäre etwas zu ambitioniert!

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    MrsFrasers avatar
    MrsFraservor einem Jahr
    Kurzmeinung: Stimmungsvolles Buch über die Leere und Langeweile. Sommerferien extra large.
    Sommerferien XL

    'Die Kunst einen Dinosaurier zu falten' ist für mich '...a stunning debut novel, one that seems destined to help define a generation', auch wenn das eigentlich Jay McInerey über Sweetbitter gesagt hat. Auf dieses Buch trifft es viel besser zu. :)

    Annika hat ihr Bachelor-Studium abgeschlossen und ist nun unentschieden, was sie weiter mich sich und ihrem Leben anfangen will. Sie sehnt sich nach einem ausgefüllten Leben, wie es anscheinend das Mädchen hat, das auf der anderen Straßenseite lebt: Marie-Louise. Zufällig stammen beide aus dem gleichen Dorf und treffen sich dort wenig später wieder um einen gemeinsamen, lethargischen Sommer zu verbringen, in dem sie sich mit ihren eigenen und den Erwartungen der anderen konfrontiert sehen. Ob sie sich jedoch mit ihnen auseinander setzen, steht auf einem anderen Blatt.

    Kristina Pfisters Buch ist nicht unbedingt ein 'arbeitsmarkt-technischer' Einblick in die 'Generation Praktikum', denn entgegen der Erwartungen, die der Klappentext (unbeabsichtigt?) schürt, geht es überhaupt nicht um die Erfahrungen, die Annika bei ihren Praktika sammelt. Es geht tatsächlich nur um diesen einen Sommer und ob der nun am Ende des Studiums, nach dem Abi oder irgendwann in den Schul- oder Semesterferien angesiedelt ist, spielt überhaupt keine Rolle. Der Roman fängt eine Stimmung ein, die das Coverbild wunderbar wiedergibt: Langeweile pur, Ideen- und Ratlosigkeit und generelle Lustlosigkeit. Zwar ist die Protagonistin an diesem und jenem interessiert, aber jeweils nur halbherzig. Am meisten Anziehung übt Marie-Louise auf Annika aus und ihr Einfluss ist nicht immer unbedingt der beste. Viele Gedankengänge und halbseidenen Motivationsversuche, die Faszination von einer anderen Person, die Diskrepanz zwischen der Person, die wir in der Schule waren und die wir dann wurden, Selbstsedierung durch Computerspiele, das alles kommt mir mehr als nur bekannt vor. Ich glaube, die meisten von uns werden früher oder später mal so einen Sommer verbracht haben.

    In diesem Buch passiert nicht viel, so viel sei verraten. Allerdings generiert es einen gewissen Sog, der durch flüssige, klare Sprache dazu führt, dass man von der Poesie der Langsamkeit und des Nichtstuns angerührt wird.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Klett-Cotta_Verlags avatar
    »Hi«, sagte sie, »ich bin Marie-Louise. Ich wohne gegenüber, Du siehst aus, als könntest du ein Geschirrset gebrauchen.«

    Andere sammeln Briefmarken, Annika sammelt Praktikumsbescheinigungen. Dabei driftet sie von Stadt zu Stadt ohne zu wissen, was sie mit sich anfangen soll – »Die Kunst, einen Dinosaurier zu falten« von Kristina Pfister ist ein nahezu poetischer Roman über die Leere am Ende der Jugend.

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    Inhalt:

    »Und wo zieht es dich danach hin? Hast du Pläne?«, fragte sie, als wüsste sie nicht längst, dass ich hier gestrandet war wie einer dieser fetten Blauwale, die überall in Neuseeland an den Stränden lagen und langsam verreckten.

    Jeden Abend betrachtet Annika durch das Fenster ihres Apartments die junge Frau gegenüber. Marie-Louise scheint all das zuzufliegen, wonach Annika sich sehnt: Freunde, Liebhaber, Geselligkeit. Sie lebt aus vollen Zügen, während Annika von Praktikum zu Praktikum driftet und nichts mit sich anzufangen weiß. Doch eines Nachts klingelt Marie-Louise an Annikas Tür. Aus einer Zufallsbekanntschaft wird enge Freundschaft, als Annika nach Hause zurückkehrt, um endlich herauszufinden, was sie eigentlich mit sich anfangen will. Und unversehens ihre alte Nachbarin wiedertrifft. Bald stellt sich jenes Gefühl von Schwerelosigkeit ein, das Phasen des Umbruchs begleitet, und für die beiden Frauen beginnt ein Sommer in der Provinz, wo Humor und Verzweiflung nah beieinander liegen.


    Autorin:

    Kristina Pfister, geboren 1987 in Bamberg, war Teilnehmerin der Bayrischen Akademie des Schreibens und der on3-Lesereihe. Sie lebt in München und Wiesbaden. »Die Kunst, einen Dinosaurier zu falten« ist ihr erster Roman.

    Tropen | 253 Seiten | gebunden mit Schutzumschlag | ISBN: 978-3-608-50159-9
    Thaliomees avatar
    Letzter Beitrag von  Thaliomeevor einem Jahr
    Ich habe ganz vergessen, meine Rezi zu verlinken. Hier also: https://www.lovelybooks.de/autor/Kristina-Pfister/Die-Kunst-einen-Dinosaurier-zu-falten-1358233126-w/rezension/1471273327/ Auch ich fand es extrem schwer zu bewerten, weil nicht viel passiert. Und weil ich nicht glauben möchte, dass die Generation Praktikum so tickt. Einfach einen (wenn auch blöden) Job hinschmeißen um danach nur noch in den Tag hinein zu leben... dafür ist man dann doch zu alt nach dem Studium. Irgendwann muss einfach die Einsicht kommen, dass Selbstständigkeit etwas tolles ist und man nicht ewig in einem Jugendzimmer bei Mama wohnen möchte.
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    Weitere Informationen zum Buch

    Pressestimmen

    »Pfisters Roman ist ein Plädoyer für das Ausscheren, das Abweichen, für das Beharren auf eigene Fragen und Wünsche. Einfache Antworten darauf, wie genau das geht und wohin das führt, gibt es in "Die Kunst, einen Dinosaurier zu falten" natürlich nicht.«
    Carola Ebeling, Zeit Online, 31.03.2017

    »ein schöner, ruhiger und sensibler Roman mit pointierten Dialogen und komisch-ironischen Momenten ... der die schwierigen Orientierungsversuche heutiger Twens zeigt, ihr Leben zwischen Anpassungsdruck und Verweigerung.«
    Wolfgang Seibel, Ö1 ex libris, 02.07.2017

    »Literatur muss nicht unbedingt Neues erzählen. Sie muss nur einen eigenen Tonfall finden und Figuren zum Leben erwecken, mit denen man durch eine Geschichte gehen möchte, auch - oder gerade weil - sie einem bekannt vorkommt. Diesem Romandebüt gelingt es.«
    Tamara Dotterweich, Nürnberger Zeitung, 10.04.2017

    »diese besondere Atmosphäre kurz vorm Abheben ins eigene erwachsene Leben - oder das, was dafür gehalten wird - das beschreibt der Roman treffend und poetisch.«
    Radio Fritz RBB, 15.03.2017

    »In ihrem Debütroman erzählt die Autorin Kristina Pfister ehrlich, wie es sich anfühlt, wenn man nicht weiß, was man mit sich selbst und der eigenen Zukunft anfangen soll ... eine witzige und schonungslose Abrechnung mit der ewigen Frage "Und was machst du so?".«
    Missy Magazine, April/Mai 2017

    »So poetisch wie Kristina Pfister hat lange niemand mehr über die Leere am Ende der Jugend geschrieben.«
    Christoph Peters

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