Kristine Bilkau

 4,3 Sterne bei 222 Bewertungen
Autorin von Die Glücklichen, Eine Liebe, in Gedanken und weiteren Büchern.
Autorenbild von Kristine Bilkau (©Luchterhand Literaturverlag)

Lebenslauf von Kristine Bilkau

Was braucht man, um glücklich zu sein? Dieser Frage geht die deutsche Autorin Kristine Bilkau in ihrem 2015 erschienenen Debütroman „Die Glücklichen“ nach. Isabell und Georg sind mit ihrem Leben zufrieden. Es könnte natürlich immer noch besser laufen, doch eigentlich fehlt es ihnen an nichts. Doch dann nimmt das Unglück seinen Lauf. Beide verlieren ihre Jobs und auch privat kämpfen sie um den Erhalt ihrer kleinen Familie. Trotz aller Anstrengungen drohen die beiden zu scheitern. Doch was bedeutet es, zu scheitern? Wann ist man wirklich gescheitert und wie kann man auch in unbeständigen, schwierigen Zeiten glücklich sein? Das Buch wird mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, beispielsweise dem Franz-Tumler-Preis, und in mehrere Sprachen übersetzt. Wie ihre Protagonisten lebt auch die Autorin in Hamburg. Dort ist sie 1974 geboren und aufgewachsen. Sie studiert in Hamburg und New Orleans Geschichte. Bilkau nimmt an verschiedenen Wettbewerben teil, wird 2008 Finalistin des Literaturwettbewerbs Open Mike in Berlin und erhält mehrere Stipendien. 2013 ist sie Teilnehmerin der Bayerischen Akademie des Schreibens des Münchener Literaturhauses. Heute lebt Kristine Bilkau mit ihrer Familie in Hamburg.

Alle Bücher von Kristine Bilkau

Cover des Buches Die Glücklichen (ISBN: 9783442717101)

Die Glücklichen

 (116)
Erschienen am 10.04.2018
Cover des Buches Eine Liebe, in Gedanken (ISBN: 9783442719778)

Eine Liebe, in Gedanken

 (106)
Erschienen am 13.04.2021
Cover des Buches Geschmeidig, brutal, snobistisch und sexy (ISBN: 9783639408300)

Geschmeidig, brutal, snobistisch und sexy

 (0)
Erschienen am 14.05.2012

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Neue Rezensionen zu Kristine Bilkau

Cover des Buches Eine Liebe, in Gedanken (ISBN: 9783442719778)katzenminzes avatar

Rezension zu "Eine Liebe, in Gedanken" von Kristine Bilkau

Ein Blick zurück
katzenminzevor 6 Tagen

Toni ist eine selbstbestimmte Frau mit großen Träumen. Sie will reisen, ins Ausland, nach Paris, sie will nicht sparen, sie will das Leben genießen, sich an schönen Dingen erfreuen. Für die 60er Jahre ist sie sehr fortschrittlich und als sie Edgar kennenlernt scheint er der Mann mit dem sie sich ihre Träume erfüllen kann. Dann geht Edgar beruflich nach Hongkong und Toni soll so bald wie möglich nachkommen, doch irgendetwas geht schief, die Reise findet nie statt und doch kann sich Toni ihr restliches Leben lang gedanklich nie ganz von diesem Mann lösen, der sie so enttäuscht hat.

Mit einem feinen Gespür für Stimmungen beschreibt Bilkau das Leben und den Tod dieser besonderen Frau. Toni, oder Antonia, sprüht vor Lebensfreude. Ihr Selbstbewusstsein und Einfühlungsvermögen, ihre Kraft, die Lust am Leben und ihr leicht fatalistischer Touch beeindrucken. Die Teile aus ihrer Sicht haben mir sehr gefallen. Ihre Tochter, die den Nachlass regelt ist bedachter, beständiger vielleicht und zu sehr auf der Hut vor der Begeisterungsfähigkeit der Mutter. Doch der ruhigere Erzählton passt hervorragend zur Stimmung nach dem Tod Antonias.

Auch wenn der Blick der Tochter auf das „Vermächtnis“ ihrer Mutter – die Wohnung, die Bücher, der Blick zurück auf Tonis Leben – sehr gut gelungen und von der Stimmung her der Situation absolut angemessen war, war es mir hier ein wenig zu bedächtig und vielleicht ein wenig zu abgeklärt. Zwar passt alles und Bilkau erzählt wirklich treffend, aber mir hat hier ein Tick Emotion gefehlt um mich komplett an die Geschichte zu fesseln.

Dafür waren die Verweise auf die Bilder von Helene Schjerfbeck absolut passend, auch die Zitate aus „Fast ganz die Deine“ haben sich wunderbar eingepasst. Das vorangestellte Zitat beispielsweise würde ich mir am liebsten an die Wand hängen.

„Eine Liebe, in Gedanken“ ist ein ruhiger und wunderbar erzählter Roman über eine interessante Frau aber auch über Familie und die Stolpersteine, die das Leben einem in den Weg legt. Eine feine und einfühlsame Geschichte ohne Kitsch und Pathos; einfach ein schönes Buch.

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Cover des Buches Die Glücklichen (ISBN: 9783442717101)Moguls avatar

Rezension zu "Die Glücklichen" von Kristine Bilkau

Was ist glücklich?
Mogulvor 3 Monaten

Das beruflich erfolgreiche Paar lebt den in unserer Gesellschaft vorgegebenen Weg der materiellen Selbstverwirklichung, der auch mit einem gewissen sozialen Aufstieg einhergeht. Als das nicht mehr klappt, weil der Broterwerb aus verschiedenen Gründen wegfällt, und da auf einmal noch ein Baby ist, das ganz eigene grundsätzliche Bedürfnisse an den Tag legt, hat das Paar das Gefühl, dass sie am gesellschaftlichen Abgrund stehen und völlig versagt haben. Mit dieser Situation sind sie komplett überfordert und schieben sich mit der Zeit auch gegenseitig die Schuld zu. 


Nun gut, diese Geschichte ist nicht ganz neu. Aber es ist immer wieder gut, wenn sie neu erzählt wird. Im vorliegenden Fall besteht das Paar aus einer Cellistin und einem Journalisten, beides Berufe, mit denen sie sich identifizieren und über die sie sich auch definieren. Da ist ein Baby bereits eine große Herausforderung. Und in der Musikbranche ist der Konkurrenzkampf gnadenlos, gerade auch bei Festanstellungen in Orchestern. Und die Medienlandschaft ist wegen des Internets seit 25 Jahren einer brutalen Umwälzung unterworfen. Die Stellen für guten, unabhängigen Journalismus werden rar. Und das ist genau die Stärke dieses Buchs: Es sind zwei interessante, intelligente und aufgeschlossene Menschen,  die völlig unerwartet in eine Lebenskrise geraten. Und dabei geraten persönliche Seiten ans Tageslicht, mit denen sie für sich alleine, aber auch gemeinsam nicht klarkommen. Da treten oberflächliche, aber durch die Gesellschaft und durch die ständige Berieselung von Marketingbotschten Klischees in den Vordergrund, was nun ein glückliches Leben sein soll, an denen man ziemlich rasch zerbrechen muss. 

Das ist die starke Seite dieses Buches. Dann gibt es aber leider noch eine andere Seite, die mich etwas ratlos macht: Das Buch hat bei mir keinen bleibenden Eindruck, keine spezifische Stimmung hinterlassen, an die ich mich zurückerinnern kann, um auf diese Art im Kopf noch einmal in das Buch einzutauchen. Obwohl, ich habe den Text gerne gelesen, und ich fand es während der Lektüre interessant, wie sich die Story entwickelt. Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass ich „Die Glücklichen“ wieder vergessen werde. Ich kann nicht sagen, an was es liegt. Vielleicht einfach an mir. Vielleicht werde ich einfach langsam alt und vergesslich. Ist wohl die einfachste Antwort. Lassen wir es so stehen.


Fazit: Irgendwie ein gutes Buch, aber es fehlt etwas. Nur weiß ich nicht, was da fehlt. Daher nur bedingte Leseempfehlung. Am besten selber lesen, vielleicht ist mein Eindruck etwas zu subjektiv.

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Cover des Buches Eine Liebe, in Gedanken (ISBN: 9783442719778)dasbuchzuhauses avatar

Rezension zu "Eine Liebe, in Gedanken" von Kristine Bilkau

Anders als erwartet, es überrascht
dasbuchzuhausevor 5 Monaten

Edgar und Toni sind in den sechziger Jahren ein Liebespaar und dann geht Edgar beruflich nach Hongkong - ohne Toni. Hier könnte die Geschichte zu Ende sein, fängt aber hier erst an, den Toni konnte sich ihr ganzes Leben nie ganz von dieser Liebe lösen.

Ich habe ein bisschen gebraucht, bis ich mich entschieden hatte, wie ich das Buch finde. Die Liebesgeschichte hat mich unglaublich wütend gemacht, ich habe richtig gespürt, wie verletzt Toni gewesen sein muss und wie der gesellschaftliche Druck damals war und das hat mich noch wütender gemacht. 

Nachdem sich meine Wut etwas gelegt hatte, habe ich mich mit der Beziehung von Toni und ihrer Tochter beschäftigt und das hat mich versöhnt. Ihre Tochter spricht bzw. denkt so liebevoll von ihrer Mutter und von der Liebe ihrer Mutter zu Edgar. Es ist ihr so wichtig, ihre Mutter zu verstehen, zu verstehen, warum sie danach nie richtig glücklich geworden ist in ihren Beziehungen. Sie erzählt so liebevoll über ihre Mutter und wie sie es geschafft hat, ihrer Tochter selbst den Besuch des Gerichtsvollziehers noch schön geredet hat und die Zeiten, in denen der Strom abgestellt wurde, schön für ihre Tochter gemacht hat. Das war eine der liebenswerten Eigenschaften Tonis, sie hat aus wenig ganz viel gemacht und das merkt man der Erinnerung ihrer Tochter an.

„Ein schönes Leben zeigen“ – das war das, was Toni konnte und dadurch hat sie ihrer Tochter so wahnsinnig viel mitgegeben, was diese wiederum an ihre Tochter Hanna weitergibt und das hat mich dann wieder mit dem Buch versöhnt. Das ist für mich die wahre Liebe, in Gedanken in diesem Buch. Vielleicht ist es nicht die Absicht von Kristine Bilkau gewesen, aber bei mir hat sie das erreicht damit.

Die Sprache war auch in diesem Buch wieder etwas, was mich begeistert hat. Es gelingt Kristine Bilkau die Zwischenfarben zu beschreiben, ihrer Art sich auszudrücken, verdankt die Leserin die vielen Grautöne, es gibt nicht nur Schwarz und Weiß. Die Liebesgeschichte zwischen Edgar und Toni war nicht das, was mich an dem Buch begeisterte, sondern die Sprache und die Liebe, die es zwischen Toni und ihrer Tochter gab. 

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Gespräche aus der Community

 „Wer Kopfweh hat, nimmt Pyramidon. Wer an Magendrücken leidet, schluckt doppeltkohlensaures Natron." Aber was tun bei Einsamkeit? Bei Trauer? Bei Liebeskummer? "Was nützen dem, dessen Ehe zerbricht, lauwarme Umschläge? Was soll er mit einem Heizkissen anfangen?", hat Erich Kästner einmal gefragt. Was stattdessen hilft? Lesen, sagt er.

Mit diesem Einstieg wurde bei SPIEGEL Online heute gefragt: Welche Bücher lindern Liebesschmerz? ( https://bit.ly/2QvXosG)
Empfohlen wurden u.a. das Buch der Soziologin Eva Illouz „Warum Liebe weh tut" und mein Roman „Eine Liebe, in Gedanken". Außer, dass ich mich darüber gefreut habe, hat mich die Geschichte inspiriert darüber nachzudenken, welche Bücher mir selbst geholfen haben. Und es würde mich sehr interessieren, welche Romane Euch dazu einfallen, Euch getröstet und gestärkt haben.

Hier meine Liste (work in progress):
1. Marcelle Sauvageot: "Fast ganz die Deine", Nagel & Kimche
2. Lena Andersson: "Widerrechtliche Inbesitznahme", Luchterhand
3. Patrick Modiano: "Der Horizont", Hanser
4. Lot Vekemans: "Ein Brautkleid aus Warschau", Wallstein
5. Erich Fried: "Es ist, was es ist", Liebesgedichte, Angstgedichte, Zorngedichte, Wagenbach

Und vor einigen Tagen ist "Süßer  Ernst" von A.L. Kennedy erschienen über Liebe in ihrer unvollkommenen, beschädigten, traurig-komischen Form, auf das ich sehr gespannt bin.
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Isabell und Georg sind ein Paar. Ein glückliches. Wenn die Cellistin Isabell spätabends von ihren Auftritten mit dem Orchester nach Hause geht oder der Journalist Georg von seinem Dienst in der Redaktion auf dem Heimweg ist, schauen sie in die Fenster fremder Wohnungen, dringen mit ihren Blicken in die hellen Räume ein. Regalwände voller Bücher, stilvolle Deckenlampen, die bunten Vorhänge der Kinderzimmer. Signale gesicherter Existenzen, die ihnen ein wohliges Gefühl geben. Das eigene Leben in den fremden Wohnungen erkennen. Doch das Gefühl verliert sich.

Nach der Geburt von Sohn Matti erweist sich für Isabell die Rückkehr ins Orchester als schwierig: Während des Solos zittern ihre Hände, nicht nur am ersten Abend, sondern auch an den folgenden. Ihr Engagement steht auf der Kippe. Ohnehin ist unklar, ob die befristeten Verträge der Musiker verlängert werden. In Georgs Redaktion bestätigen sich die Gerüchte, der Verlag würde die Zeitung verkaufen und die Belegschaft verkleinern. Währenddessen wird ihr Haus saniert. Im Treppenhaus hängt jetzt ein Kronleuchter, im Briefkasten liegt eine Mieterhöhung. Für die jungen Eltern beginnt ein leiser sozialer Abstieg.

Georg flüchtet sich beim Surfen in Immobilienportalen in alternative Lebensmodelle und spielt mit Aussteigerfantasien.

„Alles, was er wollte, war sein Herz zu erleichtern. Ein überschaubares Leben führen. Wie er sich danach sehnte. Ja, es war kleinkariert. Sollte es doch.“


Isabell dagegen sehnt sich nach Verbundenheit mit ihrem vertrauten Viertel und seinen Menschen, und hängt an der Wohnung, in der sie seit langem lebt.

„Sie kann ihren Krimskrams in Kartons verstauen, aber nicht die Zeit, die sie in diesen Räumen gelebt hat, die Zeit bleibt dort, sie hat sich in die Wände eingeschrieben.“

Gegenseitig treiben die beiden sich mit ihren Ängsten und Ansprüchen in die Enge, bis das Gefüge ihrer kleinen Familie zu zerbrechen droht.



„Zu viel Information, zu viele Wahlmöglichkeiten, zu viel Konkurrenz. Zu viel Unsicherheit. Zu viele Verpflichtungen gleichzeitig", schrieb DIE WELT über die heute 30- bis 40jährigen, die "Generation Zuviel".

bit.ly/1zfuj8x    

DIE ZEIT hat eine interessante Umfrage zu dem Thema gemacht, wie die Generation 30+ sich an den Anforderungen und Unsicherheiten des Arbeitsmarktes aufreibt – und wie sich das auf ihre Lebensentwürfe auswirkt.

http://www.zeit.de/karriere/2015-05/generation-y-mythos-leiharbeit-befristetung-unbezahlt-praktika


Meine Figuren zählen zu dieser Generation – und womöglich erkennen sich auch manche Leserinnen darin wieder.

###YOUTUBE-ID=Jm2TAPhUj_4###

Gern würde ich die Diskussion mit euch vertiefen und lade deshalb herzlich zu einer Leserunde ein. Macht mit und bewerbt euch!

20 Bücher warten hier auf den Versand.



Wer teilnehmen möchte, beantwortet einfach folgende Frage:

Was wünscht ihr euch für die nachfolgenden Generationen, die heutigen Kinder und Jugendlichen?




Ich freu mich auf eure Beiträge!

Bewerbungsschluss ist der 3. Juni 2015.



Herzlich,

Kristine Bilkau




Ihr Lieben,

vielen, vielen Dank für die großartigen Zuschriften!

Eure Gedanken über die Zukunft waren so schön zu lesen! Und so zahlreich, spannend und vielseitig, dass ich mich nur mit schwerem Herzen auf 20 Gewinner beschränken konnte. Ich habe dabei möglichst vielfältige Meinungen und Schwerpunkte (Leben mit großen Kindern, mit kleinen Kindern, ohne Kinder, vor dem Berufseinstieg, nach dem Berufseinstieg, und viele Varianten mehr) versucht zu berücksichtigen. Aber nochmal: Es fiel mir wirklich schwer auszuwählen!!!

Nun freue mich auf die Leserunde und lade nochmal ausdrücklich JEDEN ein, an der Diskussion teilzunehmen.


Die 20 Gewinner sind:

Leselea

Hannelore259

LibriHolly

freiegedanken

Ginevra

seschat

kruemelhino

Cellissima

Simi159

Barbara62

Maritzel

Kerstin2505

buecherwurm1310

Sarafinchen

Sweet-little-angel

StSchWHV

Pocci

Liseron

Larischen

kleinegrauewolke


Achso, wichtig: Alle Gewinnerinnen schicken mir bitte per PM ihre Adressen für die Zusendung der Bücher.

481 BeiträgeVerlosung beendet
Da mir die Leserunde zu meinem Debütroman „Die Glücklichen" vor drei Jahren große Freude gemacht hat, möchte ich mit meinem zweiten Roman „Eine Liebe, in Gedanken" wieder zu einer Runde einladen.

Nach dem Tod scheint ein Mensch in seinem Wesen und Dasein für die Anderen auf neue Weise sichtbar zu werden. Stille kehrt ein, der Alltag weicht zurück, die Konturen dieses vergangenen Lebens treten hervor.
 Die Erzählerin nimmt Abschied von ihrer verstorbenen Mutter Antonia. Sie ordnet den kleinen Nachlass aus Büchern, Notizen, Briefen und Fotos. Sie fragt sich: Wer war meine Mutter als junge Frau. Welche Hoffnungen und Träume hatte sie? Mit welchen Herausforderungen und Grenzen hatte sie damals zu kämpfen, Anfang/Mitte der Sechziger Jahre?

Aus einer Suche nach Antworten wird eine gedankliche Reise in die Vergangenheit: Hamburg, 1964. Antonia und Edgar verlieben sich und scheinen wie füreinander gemacht. Sie teilen den Traum von einer Zukunft fern von ihrer Herkunft. Im Krieg geboren, wollen sie die Welt kennenlernen, wollen anders leben und lieben als ihre Eltern. In Tonis kleinem Zimmer trinken sie Cocktails und hören Jazz. Mit Edgars altem VW fahren sie abends durch die Stadt und stellen sich ein Leben im Ausland vor. Doch aus dieser gemeinsamen Zukunft wird nichts. Der Trennungsschmerz wird sich wie ein roter Faden durch Tonis Leben ziehen.

Fünfzig Jahre später, nach dem Tod ihrer Mutter fragt sich Tonis Tochter: War ihre Mutter gescheitert oder lebte sie, wie sie es sich gewünscht hatte: selbstbestimmt und frei? Und wer war dieser Mann, den sie nie vergessen konnte? Die Tochter will ihm begegnen, ein einziges Mal.

„Ich wollte Edgar Janssen dazu bringen, sich an meine Mutter zu erinnern, an seine und ihre gemeinsame Zeit. Ich sehnte mich nach Toni und Edgar, nach ihrem Glück, nach ihrer gemeinsamen Zukunft, die es einmal gegeben hatte. Nach den beiden Menschen, die Toni und Edgar gewesen waren.“
(Eine Liebe, in Gedanken, S. 25)


Tonis erwachsene Tochter ist eine pragmatische Frau, Architektin für Kunstausstellungen, verheiratet, Mutter eines achtzehnjährigen Mädchens, das bald ins Ausland gehen wird.  Während sie den Nachlass ihrer Mutter ordnet und auf die Begegnung mit Edgar wartet, bereitet sie eine Ausstellung mit Bildern der finnischen Malerin Helene Schjerfbeck vor, die Ende des 19. Jahrhundert als junge Frau nach Paris ging, doch den größten Teil ihres Lebens allein, abgeschieden in Finnland lebte und dort höchst Moderen Bilder malte.

„Ich möchte an meiner Straße am Fenster sitzen und glauben, dass jeder, der vorbeigeht, ein Leben lebt, glücklich oder unglücklich, aber tief.“

Helene Schjerfbecks Worte klingen, als hätte die Malerin Antonia damit gemeint. Die Arbeit an der Ausstellung wird für die Erzählerin zu einer besonderen Aufgabe, denn das Leben ihrer Mutter spiegelt sich im Leben der Malerin, in ihren Sehnsüchten und in ihrer Unabhängigkeit.

Für mich warf der Roman folgende Fragen auf:

Wie gut können wir unsere Eltern, die meistens so selbstverständlich und vertraut an unsere Seite sind, je wirklich kennen?

Wann lässt sich eine Liebe als erfüllt betrachten? Nur, wenn sie jahrzehntelang real gelebt wurde? Oder auch, wenn sie allein in Form von Gedanken und Erinnerungen geblieben ist?

Und wie ist es mit den Fragen, die nach dem Tod eines Menschen auftauchen, die man noch so gern gestellt hätte? Sind es versäumte Fragen? Oder lassen sie sich womöglich erst in der Abwesenheit dieses Menschen stellen, dann, wenn es zu spät scheint?

Gern würde ich die Diskussion mit euch beginnen und vertiefen. Deshalb lade ich herzlich zu einer Leserunde ein. Macht mit und bewerbt euch!

25 Bücher warten auf den Versand!

Wer teilnehmen möchte, beantwortet folgende Frage:

Was wünscht ihr euch für das Miteinander von erwachsenen Kindern und ihren Eltern? Aus der Sicht der Kinder? Oder aus der Sicht der Eltern?

Kleiner Nachtrag: Wenn euch die Frage zu privat oder aber zu schwer zu beantworten ist, dann schreibt einfach, warum euch das Buch interessiert. Es soll ja nicht komplizierter sein als es müsste!


Ich freue mich auf eure Beiträge!
Bewerbungsschluss ist der 3. Juni 2018.

Herzlich,
Kristine Bilkau


Wer abschließend noch eine Zusammenfassung sehen möchte:###YOUTUBE-ID=kzwKyih6HL8###



Oder einen Eindruck von meinen Tagen auf der Leipziger Buchmesse bekommen möchte:###YOUTUBE-ID=P9mgc8AVj6o###



356 BeiträgeVerlosung beendet

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