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Neue Rezensionen zu Kristiyana Valcheva

Cover des Buches Ich bin in der Hölle gewesen (ISBN: 9783426781562)
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Rezension zu "Ich bin in der Hölle gewesen" von Kristiyana Valcheva

Schade
M__E__U_vor 7 Monaten

Leider hält das Buch bisher, was das sehr gestellte Cover betrifft. Wobei das natürlich immer Geschmackssache ist. Nahezu Groschenromanniveau. 

Sprachlich in ständig wechselnden Zeitformen aus dem Französischen übersetzt und mitunter eigenartigen Satzstellungen. Dazwischen wieder sprachlich - inhaltlich sehr kompetente Abschnitte. 

Was mich durchgehend gestört hat, ist die unangemessene Weise, in der die Protagonistin immer und immer wieder auf ihre Coolness, lang anhaltende Angstlosigkeit in Gefangenschaft und - in einem Regime wie Gaddafi's Libyen seltsam anmutenden - Ahnungslosigkeit/Naivität. So wird immer wieder betont, wie sie unter der Woche scheinbar problemlos in der Dialyse tätig war und das offenbar in einer eklatanten Mangelsituation im gesamten Gesundheitssystem, während sie die Wochenenden an traumhaften Stränden feiernd mit Ehemann und Freunden verbrachte. Das erscheint mir als Kennerin der ausgefeilten hygienischen und technischen Anforderungen im Bereich der Hämodialyse bereits in den späteren 1980er Jahren als sehr unwahrscheinlich im von ihr beschriebenen prekären Kontext der gesundheitlichen Versorgung im Lande während ihres Aufenthalts dort. 

Das passt überhaupt nicht zusammen. Faktisch wie die Art der emotionalen Beschreibung. Zumindest aus meiner westlich geprägten Sicht heraus. Ich habe keine Kenntnisse bezüglich der psychischen Verfasstheit einer damals jungen Frau, die in Bulgarien unter sehr schwierigen Voraussetzungen aufwuchs und sich durchschlagen musste als alleinerziehende Mutter in einem ebenfalls prekären Staatswesen. Vielleicht ist die eigenartige Verfasstheit, die beschrieben wird darin begründet. 

Als Fazit kann ich das Buch nur eingeschränkt unter diesen Prämissen zur Lektüre empfehlen, wenn jemand sich für die Geschehnisse der damaligen Zeiten in den bekannten politischen Kontexten Libyens und auch Bulgariens interessiert. Mir war zumindest nicht bewusst gewesen, dass es solch regen Austausch zwischen Osteuropa und Libyen gegeben hatte zu Gaddafi's Zeiten. 

Cover des Buches Ich bin in der Hölle gewesen (ISBN: 9783426781562)

Rezension zu "Ich bin in der Hölle gewesen" von Kristiyana Valcheva

8 Jahre Gefangenschaft in Lybien.
Ein LovelyBooks-Nutzervor 9 Jahren

Dieser Erfahrungsbericht ist wirklich sehr erschreckend. Es tut einem so unendlich Leid, was mit diesen Menschen dort vor Ort geschehen ist. Das Ganze ging mir so nah, ich habe es sogar Nachts im Traum verarbeitet.

Kristiyana erzählt von dem Unrecht, welches ihr wieder fahren ist, von der 8-jährigen Gefangenschaft, von der Folter, die sie durch machen musste, so wie ihrer psychischen Entwicklung.

Sie gibt Einblick in das politische System und die Machenschaften hinter der Fassade - zur Vertuschung von Missständen und Verantwortungsabtretung.

Es ist immer schwer einen Erfahrungsbericht zu rezensieren. Warum gebe ich 4 Sterne? Nur, weil ich zwischendurch mit den Zeiten nicht ganz klar gekommen bin. Wann war jetzt nochmal genau was? - das war für mich manchmal etwas undurchsichtig. Ansonsten war dieser Bericht sehr gut dargestellt.

Cover des Buches Ich bin in der Hölle gewesen (ISBN: 9783426781562)
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Rezension zu "Ich bin in der Hölle gewesen" von Kristiyana Valcheva

Rezension zu "Ich bin in der Hölle gewesen" von Kristiyana Valcheva
buchfeemelanievor 12 Jahren

Generell kein schlechtes Buch.
Die Krankenschwester Kristyana wird fälschlicherweise beschuldigt, vorsätzlich hunderte von Kindern mit dem HI-Virus infiziert zu haben.
Sie wird gefangen genommen und über Jahre hinweg misshandelt.
Positiv:
Sehr ehrlich geschrieben.
Besonders der Teil von "Folterungen" ist gut "gelungen".
Die Protagonistin ist mir weder sympatisch noch unsympatisch.
Zeigt, wie einfach in machen Länder solche hinterlistigen Intrigen gespannt werden können, und was für Folgen diese haben können.
Auch ohne ausreichenden Beweise kann so ein Schicksal besiegelt werden.
Negativ:
Nachdem die "Unschuld" praktisch klar war, lebten sie noch jahrelang durch politische Verwicklungen Gefangenschaft.
Dieser Teil, der nicht gerade nur 5 Seiten lang ist, ist zwar theoretisch interessant, jedoch viel zu langatmig. Diese ganze "Lockerbie - Skandal mit Schadensersatzforderungen" ist ein bisschen schwierig zu lesen und mit der Zeit eher uninteressant.
Auffallend sind auch die Widersprüche im Buch.
Zwei Beispiele:
1. die Krankenschwester schildert das tolle Leben in Bulgarien in den 80er´n. Gleich darauf erzählt sie von Not, Hunger und dass sie wegen eines besseren Lebens nach Libyen gegangen ist.
2. In der Zusammenfassung steht, sie versteht sich als "Helferin", jedoch stellt sie im Buch selbst klar, dass sie hier ein besseres Leben erwartet.
Deshalb zwei Punkte.
Wen aber gerade solche politischen Spannungen und Verwicklungen interessiert, für den könnte es ein ganz gutes Buch sein.

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