Diese Art von Schreibstil habe ich noch nie gelesen!
Eine sehr extravagante Art, die ich gar nicht genau benennen kann.
Ein scheinbar willkürliches Wörterwirrwarr. Schimpfworttiraden eingeflechtet in traurigen Wahrheiten. Ein Zeilenverstecken von bösen Boshaftigkeiten und sinnigen Unsinnereien.
Abgrundtiefe Abgründe, über die man als Leser stolpert und hineinfällt und es kaum schafft wieder rauszukommen um Luft zu holen - in dieses so genial geschriebene Absurde unserer Welt.
Folgen wir der Geschichte um den Privatdetektiv Higgs, der beobachten soll, abwartend und folgend und wieder beobachtend.
Wen oder was? Sich selbst? Sein Gewissen?
Higgs ist eigentlich Nebensache, zwischen einem Amoklauf, Mord und Totschlag, Vergessen oder Ignorieren - folgen wir dem Strom?
Es tun doch eh (fast) alle! We like it, oder doch nicht?
Einige der Wörter hatte ich anfänglich als falsch geschrieben auserkoren, bis ich dahinter gestiegen bin, das es genauso wie es geschrieben war einen Sinn macht, einen richtig guten sogar.
Wie der Autor über Higgs schreibt " Wie jeder hat er eine Familie gehabt, aber im Laufe der Zeit ist sie ihm abhanden gekommen."
"Higgs hat Blut geleckt und will den ganzen Kübel trinken."
Zwar konnte ich kaum unterscheiden, was ist wahr und was geträumt, aber irgendwie hat es mich gefesselt.
Dieses Buch ist definitiv kein Mainstream, aber auch kein Thriller, es ist ein sehr ernster Blick hinter die Kulissen des Stroms dem wir folgen. Alle, immer, überall, nur gut dass es Seitenarme gibt, für die die 'ausbrechen' und sich richtig Gedanken machen, nicht vergessen, nicht hinnehmen.
Das Buch hat mich nachdenklich zurückgelassen, denn....(aus dem Buch):
"Die Hoffnung stirbt zuletzt, vorher verrecken Laune und das Denken."
Recht hat er, der Autor. Danke dafür.
5 von 5 Sternen, geht gar nicht anders.
c) K.B. 06 / 2016
Folgen wir dem Strom? Extravaganter Stil der aber überzeugend ist!


