Kristy Cambron

 4,3 Sterne bei 30 Bewertungen
Autor*in von Das Lied des Schmetterlings, Das Lied der Grünen Insel und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Kristy Cambron liebt Geschichten aus längst vergangenen Zeiten. Die studierte Historikerin wurde bereits mehrfach für ihre Romane ausgezeichnet. Außerdem hat sie Material zum Studium der Bibel verfasst. Mit ihrer Familie lebt sie im US-Bundesstaat Indiana. (c) Foto: Whitney Neal Photography

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Kristy Cambron

Cover des Buches Das Lied des Schmetterlings (ISBN: 9783957349408)

Das Lied des Schmetterlings

 (15)
Erschienen am 19.02.2024
Cover des Buches Das Lied der Grünen Insel (ISBN: 9783957347770)

Das Lied der Grünen Insel

 (14)
Erschienen am 03.09.2021

Neue Rezensionen zu Kristy Cambron

Cover des Buches Das Lied des Schmetterlings (ISBN: 9783957349408)
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Rezension zu "Das Lied des Schmetterlings" von Kristy Cambron

Ein Buch voller Emotionen
Gina2023vor 21 Tagen

In dem Roman „Das Lied des Schmetterlings“ wird einerseits die Geschichte der Violinistin Adele erzählt, die aufgrund dessen, dass sie jüdischen Familien zur Flucht verhilft, selbst nach Auschwitz gebracht wird und dann wird noch die Geschichte der Galeristin Sera James erzählt, die auf den Spuren eines sehr eindrucksvollen Gemäldes ist.


Der Roman wird aus zwei Perspektiven erzählt, einmal aus der von Adele und dann noch aus der von Sera. Die Schreibweise ist sehr flüssig und die einzelnen Geschehnisse sind sehr gut beschrieben und lassen einen ganz leicht in die beschriebenen Szenen eintauchen. Insbesondere die beschriebenen Geschehnisse aus Adeles Sicht haben mich oft so sehr gepackt, dass ich teilweise das Buch weglegen musste, weil mein Herz so geschmerzt hat von der ganzen Grausamkeit und Schrecken der geherrscht hat. Der Roman insgesamt ist sehr packend geschrieben.


„Das Lied des Schmetterlings“ hat mein Herz einfach erschüttert. Die Kapitel aus der Sicht von Adele haben mich immer sehr mitgenommen, wobei ich die Kapitel von Sera immer als sehr leicht und teilweise auch witzig fand. Durch die Abwechslung der Perspektiven fiel es mir leichter, die sehr schwierigen bzw. gefühlvollen Kapitel von Adele zu verdauen. Ich bin sehr beeindruckt von dem Mut von Adele, jüdischen Familien bei der Flucht zu verhelfen, vor allem wenn man daran denkt, welche Risiken ein solches Unterfangen mit sich gebracht hat und welche Konsequenzen Menschen tragen mussten, wenn so etwas ans Licht kam. Ihr Schicksal hat mich von dem ersten Kapitel an berührt. Ihre Opferbereitschaft, Nächstenliebe und vor allem ihr Glaube haben mich tief beeindruckt. Adeles persönliche Entwicklung hat man auch hautnah beim Lesen miterlebt, zuerst ihr jugendlicher bzw. unschuldiger Glaube, danach ihr Glaubenskampf aufgrund der furchtbaren Zeit in Auschwitz und am Ende ihre Hoffnung auf eine bessere Zukunft.


Es hat mich schockiert zu sehen, dass in einer so furchtbaren Zeit nicht einmal Blutsverwandtschaft oder langjährige Freundschaften etwas zu bedeuten hatten. Sobald man auch nur ein Fünkchen von Zweifel geäußert hat, musste man mit harschen Zurechtweisungen rechnen.


Kristy Cambron hat es wirklich großartig geschafft ein so schweres Thema den Lesern nahe zu bringen. So voller Emotionen, die mir die Tränen in die Augen getrieben haben, hat mich der Roman bis ins tiefste meines Herzens berührt.


Fazit: Auch wenn das Thema sehr furchtbar ist und schwer auf der Seele lastet, ist es wirklich wichtig nicht zu vergessen, dass es für viele viele Menschen Wirklichkeit war. Auch nach dem Beenden des Romans musste ich noch eine sehr lange Zeit an diese Geschichte denken. Ich kann es einfach nur weiterempfehlen.

Cover des Buches Das Lied des Schmetterlings (ISBN: 9783961226023)
Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Das Lied des Schmetterlings" von Kristy Cambron

Leider ist einiges nicht sauber recherchiert. Das darf einer Historikerin nicht passieren.
Bellis-Perennisvor einem Monat

Dieser historische Roman der amerikanische Historikerin Kristy Cambron spielt sowohl in der Gegenwart als auch während des NS-Regimes. 

Worum geht’s? 

Handlungsstrang in der Gegenwart/USA:  

Die Londoner Galeristin Sera James sucht seit einigen Jahren nach Kunstwerken aus dem Holocaust. Bilder und Skizzen, die seinerzeit von den KZ-Häftlingen angefertigt und versteckt worden sind. Seit ihrer Kindheit geht der Galeristin Sera James ein Gemälde von einer jungen Frau nicht aus dem Kopf. Auf diesem Bild ist eine junge Geigerin mit geschorenem Kopf und einer tätowierten Häftlingsnummer zu sehen.  

Der Unternehmer William Hanover will das Originalbild ebenfalls finden, weil er eine testamentarische Verpflichtung einlösen muss. Die beiden begeben sich nun gemeinsam auf die Spurensuche, wenn auch aus jeweils anderen Beweggründen. 

Der Handlungsstrang der Vergangenheit beginnt im Dezember 1942 in Wien/Ostmark: 

Die junge Adele von Bron gilt schon seit ihrer Kindheit als musikalisches Wunderkind und wird als erfolgreiche Violinistin bei den Wiener Philharmonikern bejubelt. Recht bald  wird sie zum strahlenden Stern am Musikhimmel der Ostmark. Als ihre jüdische Freundin deportiert werden soll, versucht sie ihrem Freund und Musikerkollegen Wladimir, der Familie die Flucht in die Schweiz zu ermöglichen. Die Rettungsaktion misslingt und um seine eigene Karriere zu retten, lässt Adeles Vater seine Tochter verurteilen. Sie wird zu zwei Monaten in einem Arbeitslager verurteilt. Allerdings bringt man sie ins KZ Auschwitz-Birkenau. Ihr brillantes Geigenspiel bewahrt sie vor der Selektion, weil sie im neu gegründeten Mädchenorchester mitspielen muss. Doch statt der zwei Monate Haft werden es für Adele fast drei Jahre. Sie wird mit den anderen Mitglieder des Mädchenorchesters kurz vor dem Kriegsende in das KZ Bergen-Belsen verlegt und 1945 von englischen Truppen befreit werden. 

„Du hast immer zu mir gehört. Ich habe immer gebetet, dass die Musik dich am Leben hält, falls du so wie ich gezwungen wirst, zu spielen. Ich habe gebetet, dass du sie nutzt, um zu mir zurückzukommen. Dass Gott dir die Stärke schenkt, durchzuhalten.“(S. 299)

 

Meine Meinung:

 

Die amerikanische Historikerin Kristy Cambron hat mit diesem historischen Roman, der auf zwei Zeitebenen spielt, eine an sich spannende Geschichte erzählt. Leider sind einige historische Fakten nicht oder nur unzureichend recherchiert.  

Gleich zu Beginn nimmt Adeles Mutter die Bezeichnung „Österreich“ statt „Ostmark“ in den Mund, dabei ist seit 1938 Österreich ein Teil des Deutschen Reiches und hat aufgehört zu existieren. 

„Bist du ein Feigling oder eine Österreicherin?“ (S. 34) 

Oder wenige Seiten später sagt General von Bron zu seiner Tochter:  

„Ein Freund, der ein Verräter Österreichs ist. , Genau wie du, Adele. Österreich wird dich nach heute Abend aus dem Gedächtnis streichen.“ 

Hier muss es ebenfalls Deutsches Reich heißen.  

Dann wird mehrmals ein nicht näher bezeichneter „Hafen“ in Wien, der bei der Rettung von Juden eine Rolle gespielt haben soll, erwähnt. Wien liegt zwar an der Donau, hat damals nur die unbedeutenden Häfen in Albern und der Freudenau, die rund zehn Kilometer von der Innenstadt entfernt sind. Hitler hat zwar große Pläne mit Wien gehabt und der Ausbau des Donau-Oder-Kanal war einer davon. Verwirklicht ist diese Großmannssucht zum Glück nicht worden.  

Weiters ist die Geschichte der Wiener Philharmoniker schlecht recherchiert. Auch wenn es für den Roman wichtig erscheint, dass eine Violinistin bei dem wohl berühmtesten Orchester der Welt als Gast auftritt, so ist das kaum zu glauben. Die Wiener Philharmoniker sind bis 1997 (!!) ein reiner Männerklub. Die erste Frau ist eine Harfinistin. Bis heute liegt der Frauenanteil weit unter 10%. Ein weiterer Aspekt ist, dass die Wiener Philharmoniker schon vor dem Anschluss an das Deutsche Reich im Jahr 1938 mehr als 25% illegale Nazis waren. 15 jüdische und jene Musiker, deren politische Gesinnung den Machthabern nicht in den Kram passte, wurden entlassen bzw. deportiert. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs waren mehr als 50% der Orchestermitglieder Nazis. Sechs jüdische Musiker wurden in KZs ermordet. Diese unrühmliche Geschichte in nach wie vor nicht restlos aufgearbeitet.   

Die Einlieferung der eigenen Tochter in ein KZ zur „Besserung“ scheint mir, bei allen Gräuel, die die Nazis verübt haben und die ich ihnen zutraue, ein wenig überzogen.
 

Solche Nachlässigkeiten oder Fehler bei der Recherche verleiden mir häufig das Lesevergnügen. Einer studierten Historikerin sollte so etwas nicht passieren, zumal die Tatsachen doch durch ein paar Mausklicks zu finden sind. Und wenn schon die Geschichte für einen Roman gebogen werden muss, so möchte ich das bitte in den Anmerkungen lesen. Die Autorin erzählt von sich selbst, „Geschichte aus längst vergangenen Tagen zu lieben“. Nun, der Zweite Weltkrieg ist erst einmal knapp 80 Jahre her. Für US-Amerikaner, deren Geschichte erst mit der Unabhängigkeitserklärung 1783 beginnt, sind 80 Jahre eine „längst vergangene Zeit“.  

Sorry, aber da bin ich pingelig! 

Dass sich Kristy Cambron auch intensiv mit der Bibel befasst hat und ein starkes Gottvertrauen besitzt, kommt deutlich in ihrem Roman zum Ausdruck, denn „Gott“ ist in diesem Roman omnipräsent. Kaum ein Kapitel vergeht, in dem er nicht genannt wird. Besonders in den letzten Kapiteln häuft sich das. 

Die Verknüpfung von Fakt (Einschränkungen siehe oben) und Fiktion ist recht gut gelungen. Jener Teil der in der Vergangenheit spielt, ist naturgemäß fesselnder und dramatischer. Die Story der Gegenwart enthält mir ein wenig zu viel unnötiges Geplänkel. Welche Klamotten William Hanover oder Sera James tragen sowie welche Spitznamen seine Familienmitglieder haben, sind für die eigentliche Handlung nicht relevant. 

Fazit:

Wer über die historischen Ungenauigkeiten hinwegsieht, findet sich in einer dramatischen Geschichte wieder, der ich leider nur 3 Sterne geben kann.

 

Cover des Buches Das Lied des Schmetterlings (ISBN: 9783957349408)
strickleserls avatar

Rezension zu "Das Lied des Schmetterlings" von Kristy Cambron

Die Schönheit der Musik inmitten der Grausamkeit des Lagers
strickleserlvor einem Monat

Adele ist jung und wunderschön. Ihr Vater ist sehr einflussreich, die Familie wohlhabend. Die talentierte Geigerin ist als „Österreichs Liebling“ bekannt. Sie könnte sich in die Pläne ihrer Eltern einfügen und sicher leicht einen ebenso gutsituierten Ehemann finden. Aber seit Jahren interessiert sie sich nur für einen, für Wladimir, der mit ihr im Orchester spielt. In den Augen der Eltern ist er nicht gut genug für ihre Tochter, doch Adele schätzt Charakter mehr als Geld. Sie bewundert Wladimirs ruhige, hilfsbereite Art. Beide haben Erbarmen mit der jüdischen Bevölkerung in ihrer Stadt Wien. Ihr gemeinsamer Einsatz, um eine versteckte Familie zu retten, führt zur Verurteilung der beiden jungen Menschen.

 

Sera liebt Kunst und führt in Manhattan eine Kunstgalerie. Als kleines Mädchen sieht sie ein Bild, das sie sehr berührt. Es zeigt eine Frau mit einer Geige in der Hand. Das Außergewöhnliche an diesem Bild: Die Frau hat keine Haare, trägt dafür aber eine tätowierte Nummer auf dem Arm. Alle Versuche Seras dieses Bild zu finden sind erfolglos. Doch auf einmal gibt es eine neue Spur. Ein reicher Unternehmer in Kalifornien besitzt eine Kopie von genau diesem Bild. Sera will nun unbedingt das Rätsel lösen, das hinter diesem eindrücklichen Bild steht, und das Original finden.

 

In diesem Buch wird Adeles Geschichte in zwei Zeitebenen erzählt, die ineinander übergreifen. Sera erfährt immer mehr über Adeles Leben, dazwischen verfolgt der Leser selbst das dramatische Erleben von Adele im Konzentrationslager Birkenau. Sie ist dort Teil des Mädchenorchesters, das es tatsächlich gegeben hat. Adele hält an Gott fest, und doch ist sie am Zerbrechen. Die tägliche Aufgabe für zum Tode verurteilte Häftlinge zu spielen, die gelegentliche Auftritte vor ihren Schächern, die Entbehrungen und die Sehnsucht nach ihrem geliebten Wladimir, rauben ihr alle Hoffnung. Wie gut, dass es eine mütterliche Frau in ihrem Orchester gibt, die immer wieder auf das Schöne inmitten von all dem Leid hinweist.

 

Dieses Buch ist spannend und sehr berührend, vor allem da es auf geschichtliche Tatsachen beruht. Die Trostlosigkeit des Lagers wird gut widergegeben, vor allem der Konflikt, der Adele so sehr zu schaffen macht: Wie kann sie ihre Kunst unter solchen Umständen einsetzen? Kann sie auch in einem Todeslager zur Ehre Gottes spielen?

 

Die Charaktere werden gut und realistisch dargestellt. Es gibt einige wenige Umstände, die unglaubwürdig sind, aber insgesamt ist dieses Buch sehr gut geschrieben und lesenswert. Der Glaube an Gott wird auf eine natürliche und bewegende Weise in die Geschichte eingewoben.

 

Fazit: Eine traurige aber auch mutmachende Geschichte über eine junge Musikerin, die im Konzentrationslager als Teil des Mädchenorchesters spielen muss. Sehr empfehlenswert!

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