Jedem ist das Böse in irgendeiner Form schon einmal begegnet. Sei es im Film, im Buch oder gar in der Realität. Doch wie wäre es, wenn es das Böse überhaupt nicht gäbe? Wenn es aufhören würde, zu existieren?
Unabhängig davon, dass das einfach unmöglich ist, greifen die beiden Autoren diesen Gedanken mehrfach im Buch auf.
Seien es fiese Schurken, reale Banditen oder durchtriebene Mörder, was bleibt, ist trotz der Gewalt die Tatsache, dass das Gute nur durch das Böse seine Wirkung entfacht. Nur dann sieht man, was Menschen Gutes tun, wozu sie sie auch in der Lage sein können.
Doch stellen die beiden auch heraus, dass es gerade beim Film die Schurken sind, die das Publikum in ihren Bann ziehen. Der Joker brilliert neben Batman, um nur eines der zahlreichen Beispiele zu nennen. Sie erhalten die Auszeichnungen, weil es anspruchsvoller wirkt, einen bösen Charakter zu spielen als den Guten.
Natürlich ist die Auswahl eine Geschmacksfrage. Und so kommen einige Schurken in dem Buch vor, die man erwartet hat, ein paar sind überraschend und wieder andere scheinen zu fehlen. Im Nachwort wird erklärt, dass es schwer ist, eine verbindliche Auswahl zu treffen, weil immer wieder neue Ideen und Gründe auftauchen, doch letztlich muss man zu seiner Zusammenstellung stehen.
Gerade bei den literarischen und filmischen Gründen handelt es sich hauptsächlich um Inhaltsangaben. Wer sich auf diesen Gebieten bereits gut auskennt, wird in den Kapiteln nicht viel Neues entdecken.
3,5 von 5 Teufeln
Kurt-Jürgen Heering
Alle Bücher von Kurt-Jürgen Heering
Fußball-Bundesliga: 50 Jahre
Schlussmacher
Das Wiener Kaffeehaus
Apokalypse 2012: Die Endzeitprophezeiungen der Maya
111 Gründe, das Böse zu lieben
Neue Rezensionen zu Kurt-Jürgen Heering
Was ist nicht schon alles über das Wiener Caféhaus fabuliert worden. Wenn man sich aber ansieht, woher das Image kommt, dann wird man feststellen, dass die Hochzeit um die Jahrhundertwende bis zum ersten Weltkrieg reichte. Da allerdings waren die Caféhäuser die Wohnzimmer der Künstler, Literaten und Musiker, genauso wie die des kleinen Mannes oder des Ministerialdirektors. Das Caféhaus war keine Restauration, es war ein Lebensgefühl, eine Notwendigkeit, um das Grauen des täglichen Lebens ertragen zu können.
Diese Anthologie enthält Beiträge der Hauptfiguren der Szene, ohne die der Ruf des Caféhauses nicht zustande gekommen wäre und die nicht nur mit ihrem Namen, sondern auch mit ihrem Korpsgeist für eine lebhafte Caféhauskultur gesorgt haben. Arbeit, Entspannung, intellektuelle Fehden, alles wurde hier ausgetragen und so finden sich Beiträge von u.a. Karl Kraus, Alfred Polgar, Peter Altenberg und Anton Kuh und ein jeder hat etwas dazu beigetragen, dass Wien unzertrennbar mit dem Caféhauszauber verbunden ist.
Ein wunderschönes kleines Buch, liebevoll zusammengestellt mit einigen Fotos, genauen Quellenangaben und einigen Schwarz-Weißfotos. Der Insel-Verlag, der für diese Art von kleinen Breviers berühmt ist, hat auch hier wieder ein schönes Stück Literaturgeschichte dokumentiert.
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