Kurt Andersen Neuland

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Inhaltsangabe zu „Neuland“ von Kurt Andersen

Ein berauschender Roman über die Geburtsstunde des modernen Amerika 1848: Zu Hunderttausenden strömen Einwanderer im Hafen von New York von Bord der aus Europa kommenden Dampf- und Segelschiffe. Darunter auch Benjamin Knowles, der der alten Welt den Rücken gekehrt hat, um sich in Amerika neu zu erfinden. Sofort gerät er in den Sog des Großstadtgewimmels, verliebt sich haltlos in die Schauspielerin Polly und folgt schließlich ihr und dem großen Goldrausch nach Kalifornien. Ein kolossales Gemälde vom Anbruch einer neuen Epoche.

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  • Rezension zu "Neuland" von Kurt Andersen

    Neuland

    LiesaB

    19. March 2011 um 17:17

    Amerika im Jahr 1848. Ein junger Engländer will sein Glück in der Neuen Welt versuchen. Er hat seinen besten Freund bei einer Revolte in Paris verloren und nun hält ihn nichts mehr in der Alten Welt. Mit einem Segelschiff landet er in New York an und ist sofort begeistert von der Dynamik der Stadt und dem ungezwungenen Miteinander der Amerikaner. Er lernt neue Freunde kennen und das Abenteuer treibt ihn durch das Land bis nach San Franzisko. Hier wurde Gold gefunden. Kurt Andersen hat ein gewaltiges Werk geschaffen. Er nimmt uns mit in die Anfänge, die wilden Jahre von Amerika. Das macht er mit einer erstaunlichen Detailgenauigkeit. Das gesamte Werk ist Geschichtsunterricht pur. Der Schriftsteller hat unglaublich exakt recherchiert. Das macht das Buch sehr wertvoll. Warum dann aber nur drei Sterne? Leider verliert das Werk auf Grund dieser Tateilverliebtheit an Biss. Mitunter verliert sich der Autor in Nebensächlichkeiten, die keine Spannung zulassen. Stellenweiser fühlte ich mich sogar gelangweilt. Dieses Buch basiert auf Fakten, die mit einer Handlung untermalt ist. Die Protagonisten sind zwar gut herausgearbeitet und haben Charakter, die Gefühlswelt des Lesers wird aber leider so gut wie gar nicht angesprochen. Fazit: Ich kann dieses Buch als Wissensquelle mit gutem Gewissen empfehlen. Ein wahres Lesevergnügen war es leider für mich nicht.

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  • Rezension zu "Neuland" von Kurt Andersen

    Neuland

    malamud

    21. December 2010 um 10:53

    Kurt Andersen ist mit "Neuland" ein prächtiges Zeitmosaik gelungen, das uns über faszinierende Charaktere das Revolutionsjahr 1848 in Europa und den USA nahe bringt. Das Buch ist so spannend geschrieben, dass es trotz seiner 900 Seiten niemals eine Phase gibt, wo man es liegen lassen möchte. Im Gegenteil: die Schicksale der vier Hauptpersonen werden gekonnt verknüpft - es ist ein Vergnügen ihnen auf ihren Wegen zu folgen, auch wenn sich haarsträubende Dinge abspielen. Andersen schafft es beeindruckend, den Zeitgeist dieser Jahre so real zu beschreiben als stecke man selbst mitten drin. Charles Darwin, Edgar Allen Poe und zahlreiche andere reale Personen treten wie selbstverständlich am Rande der Handlung auf. Darwin als furzender Gast bei einem Dinner von Benjamin Knowles geschäftstüchtigem Vater, der Benjamin den letzte Impetus gibt, seine Pläne nach Amerika auszuwandern, auch wirklich in die Tat umzusetzen. Poe als Vortragender in New York, der den Journalisten und Fotografen Timothy Skaggs mit seiner schrägen Weltsicht beeindruckt. Doch es braucht diesen realen Aufputz gar nicht, um die Story in Gang zu halten. Dazu tragen neben Knowles und Skaggs die Geschwister Duff und Lucky Polling bei: Er ein Veteran des Mexico-Krieges, der von seinen siegreichen Truppen desertierte und zu den Gegnern überlief. Seine Schwester Polly eine Prostituierte, die von einer Karriere als Schauspielerin träumt. Ben verliebt sich bei seiner Ankunft in America in Polly und bald zieht es das ganze Quartett in den Westen - verfolgt von einem wahnsinnigen Korsen, der sich für den Sohn Napoleons hält und Ben für den Tod seines Bruders während der Revolutionstage in Paris verantwortlich macht. Dieser Roman ist ein Meisterwerk für alle Zwecke: Er befriedigt die intellektuelle Neugier ebenso wie das Bedürfnis nach Spannung und romantischer Liebe. Und das – kunstvoll ins Deutsche übersetzt von Birgit Moosmüller - auf höchstem erzählerischen Niveau.

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  • Rezension zu "Neuland" von Kurt Andersen

    Neuland

    bücherelfe

    09. November 2010 um 22:49

    Das Cover zeigt es schon: Dieses Buch handelt vom Aufbruch. Vom Aufbruch in neues Land; Neuland. Kaum zu glauben, dass die Geschichte dieses 895 Seiten dicken Wälzers nur zwei Jahre umfasst. Aber so ist es. Der Roman spielt im Amerika von 1848 bis 1850. Dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. „Mein träumerischer, romantischer Junge, dachte er, während er seinen Sohn betrachtete, der in Hemdsärmeln und mit ernster Miene vor ihm stand, mein schönes widerspenstiges Baby Benjamin. Warum sind die verwöhnten Kinder dieser vom Glück höchst begünstigten Generation mit ihrem goldenen Los nicht zufrieden?“. Benjamin Knowles, junger britischer Adliger, zieht es nach New York. Wie so viele andere lockt ihn das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Einige dieser Glückssucher werden uns bis zu Ende dieses Romans begleiten, andere Menschen tauchen nur kurz auf, sind aber so einzigartig mit Ihren Visionen, dass sie lange nachklingen. Da ist Polly Lucking, deren Haupteinnahmequelle die Prostitution ist, deren wahre Leidenschaft aber der Schauspielerei gehört. Ihr Bruder, Duff kämpft mit seinen ganz eigenen Geistern aus dem mexikanisch-amerikanischen Krieg; und da ist Timothy Skaggs, der Reporter und Daguerrotypist. Schon bald nach ihrer ersten Begegnung werden Ben und Polly ein Paar. „Es kam ihnen vor, als schiene jeden Tag die Sonne – als würde jeder Baum für sie blühen und selbst die Luft prickeln. Keiner von beiden war je zuvor auf eine so fiebrige, staunende Weise verliebt gewesen.“ Ben fragt sich, ob vielleicht Polly sein umwerfendes amerikanisches Abenteuer ist. Wir begegnen sowohl bereits freigelassenen als auch flüchtigen Sklaven. Auch der wohl berühmteste unter ihnen, Frederick Douglass, wird kurz erwähnt. Als Polly von einer Theaterreise nicht mehr nach New York zurückkehrt sondern zusammen mit der jungen Prostituierten Priscilla weiter nach Westen zieht, ist für Ben klar, dass er sein Licht, seine Liebe nicht einfach aufgeben kann. Und so heftet er sich zusammen mit Duff und Tim an ihre Fersen. „Selbstverständlich würde er mit Polly nach Kalifornien gehen – oder in den Kongo oder an den Nordpol.“ Unterwegs gibt es mal längere mal kürzere Aufenthalte auch in Kommunen und bei den Mormonen. Bis sie am Ende am Ziel ankommen; dort wo so viele andere ihr Glück suchen und es manche auch finden; bei den Goldgräbern. Sie alle ahnen nicht, dass da noch jemand eine alte Rechnung mit Ben zu begleichen hat und der ganzen Truppe hinterher jagt. Fazit: 900 Seiten Aufbruch in eine neue Welt. Originell, humorvoll und voller interessanter Details. Während des Lesens habe ich mich ein paar Mal gefragt, ob es ein paar Seiten weniger nicht auch getan hätten. Aber rückblickend könnte ich nicht sagen, was da hätte gekürzt werden sollen. Absolut empfehlenswert.

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