Der zweitbeste Koch

von Kurt Bracharz 
3,5 Sterne bei19 Bewertungen
Der zweitbeste Koch
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Positiv (12):
Bellexrs avatar

Alles in allem ein anspruchsvoller Krimi der etwas anderen Art, der sehr unterhaltsam umgesetzt und nicht nur etwas für Gourmets ist.

Kritisch (3):
peedees avatar

Das Buch hat sich flüssig lesen lassen, doch zuweilen habe ich ein bisschen den Faden verloren. Ausflug in die Kulinarik ja - Krimi nein.

Alle 19 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Der zweitbeste Koch"

Hunger ist bekanntlich der beste Koch. Der zweitbeste ist ein Chinese namens Wang Li. Das glaubt zumindest der Wiener Gourmetkritiker Xaver Ypp, weshalb er auch sehr verärgert ist, als es plötzlich heißt, Wang Li habe das Land verlassen. Und Ypp hat noch mehr Probleme: Sein Chef hält ihn schon lange für zu konservativ und drückt ihm zu allem Überfluss noch die Ausbildung eines pubertierenden Geschmacksgenies aufs Auge. Schlechte Karten für Ypp, der bald auch noch Opfer eines Überfalls wird: Als er die Probe eines ungewöhnlichen Stückchens Fleisch aus Wang Lis ehemaligem Restaurant untersuchen lassen will, beginnt die Angelegenheit vom Kuriosen ins Kriminelle abzugleiten und nimmt dabei immer rasanter Schussfahrt auf.
Nach seinen kultigen Erfolgskrimis in den 90er Jahren hat Kurt Bracharz sich mit seinem neuen Krimi viel Zeit gelassen - doch das Warten hat sich definitiv gelohnt: angenehm pikant, gewürzt mit einer ordentlichen Prise Nervenkitzel und in typisch amerikanischer Krimimanier: hartgesotten.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783852186344
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:180 Seiten
Verlag:Haymon Verlag
Erscheinungsdatum:16.09.2010

Rezensionen und Bewertungen

Neu
3,5 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne1
  • 4 Sterne11
  • 3 Sterne4
  • 2 Sterne3
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    peedees avatar
    peedeevor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Das Buch hat sich flüssig lesen lassen, doch zuweilen habe ich ein bisschen den Faden verloren. Ausflug in die Kulinarik ja - Krimi nein.
    Ausflug in die Kulinarik ja – Krimi eher nein

    Ein Sprichwort sagt „Hunger ist der beste Koch“. Der zweitbeste ist gemäss Gourmetkritiker Xaver Ypp der Chinese Wang Li, der urplötzlich verschwunden ist – es heisst, er habe das Land verlassen. Ein Problem jagt das andere: Dr. Ska, Ypps Chef beim Magazin „Lukull“, drückt ihm einen Geschmacksazubi aufs Auge und will ihn zu Recherchezwecken nach China schicken. Dann wird Ypp auch noch nach einem Restaurantbesuch überfallen. Seine Tasche taucht wieder auf und es fehlt einzig die aus Wang Lis ehemaligen Restaurant mitgenommene Fleischprobe. Mysteriös…

    Erster Eindruck: Das Cover ist aufgrund seiner gelben Hintergrundfarbe und des nicht mittig positionierten Bildes mit der Konservenbüchse mit Schriftzug „Panda“ sehr auffällig; gefällt mir gut.

    Xaver Ypp ist Gourmetkritiker beim Magazin „Lukull“ und dabei spezialisiert auf asiatisches Essen. Der asiatischen Küche wird nachgesagt, dass alles gekocht und gegessen wird, was die Welt so hergibt – hier vielleicht sogar Menschenfleisch? Ypp kann das nicht nachprüfen, denn das unbekannte Fleischstück, das er analysieren lassen wollte, wurde ihm ja gestohlen.

    Der Autor ist unwahrscheinlich präzise und ausführlich in seinen Beschreibungen. Es werden Gastronomiegrössen wie der Rindfleischpapst Plachutta oder der Starkoch Ferran Adrià erwähnt. Und für mich viel Fremdes aus der asiatischen Küche aufgetischt, wie z.B.:
    - geschmorte Döbelköpfe
    - dreigeteilter Heldenfisch
    - halbausgebrütete Vögel, die noch so weich sind, dass man Knochen und Schnabel mitessen kann (!)
    - Dojo-Tofu: Da werden kleine Fische in Brühe erwähnt, dann kommt ein Block gekühlter Tofu hinzu; in ihrer Panik wühlen sich die Fische dort hinein und bei zunehmender Hitze sterben sie dann ab… Uh nein, gar nicht meins!

    Nach und nach erfährt man etwas mehr über das Privatleben von Ypp. Xavers schweigsamer Bruder kontaktiert ihn, ein Milliardär verschwindet, die Tierschutzorganisation „Sechs Pfoten“ wird aktiv – einige skurrile Dinge passieren… Für mich war es das erste Buch des Autors und ich habe daher keine Vergleichsmöglichkeiten. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen, doch zuweilen habe ich ein bisschen den Faden verloren. Für mich war dieses Buch ein Ausflug in die Kulinarik und nicht wirklich ein Krimi – von mir gibt es leider nur 2 Sterne.

    Kommentieren0
    19
    Teilen
    traumwalds avatar
    traumwaldvor 8 Jahren
    Rezension zu "Der zweitbeste Koch" von Kurt Bracharz

    DR. Ska heißt mit vollem Namen Ettore Italo Scarmigliato und seine Lieblingsmusik ist .....?
    Richtig, SKA!
    Er ist Chef der Redaktion "Lukull". Franz Knihomol ist ein sozial unauffälliger Spiegeltrinker und ist natürlich der Weinexperte in der Redaktion. Ante Zupan, ein Kenner der kulinarischen osteuropäischen Küche und - auch der Hauptprotagonist dieser verrückten Story: Xaver Ypp. Er betitelt seine Freunde und sich als HUSAREN die nicht als Volontäre, sondern direkt beim Herausgeber des "Lukulls" eingestiegen sind. Das sind sie: die drei gefürchtetsten Krieger und Gourmet-Kritiker aus Wien.
    ::
    In "Der zweitbeste Koch" geht es um eine höchst skurrile Geschichte, bei der der Leser schnell merkt, dass es sich nicht um einen typischen Kriminalroman handelt, wie man es eigentlich vermutet hätte.
    Mit purer Selbstironie prüft der ICH Erzähler Ypp die fernöstlichen Köstlichkeiten auf Herz und Nieren. An seiner Seite der unerfahrene Jungspund Quentin, der noch in die Kunst der kulinarischen Gerichte eingewiesen werden muss, um zum Feinschmecker zu werden.
    Nach einem Besuch im "Shanghai 1938" geschieht etwas, womit Xaver wohl nie gerechnet hätte.
    Jemand hat es auf seine Probe mit diesem einen undefinierbaren Stück Fleisch abgesehen und den armen Xaver, während seines Heimwegs kurzerhand überfallen. Der Journalist Ypp war wie von Sinnen!
    Was wird das wohl für ein pikantes Stück Fleisch gewesen sein?
    ::
    Meine Meinung:
    Ich bin keine Koryphäe der lukullischen Küche, aber das ist nicht der Grund warum mir dieser Roman nicht vollends zugesagt hat. Einzig und allein haben mir die originell schrulligen Charaktere gefallen, die mich hin und wieder zum Schmunzeln brachten. Der Plot war gut durchdacht und hätte durchaus das Potenzial gehabt, ein richtig guter Krimi zu werden. Der Krimi-Anteil war jedoch sehr dürftig. Amüsiert haben mich die Rückblenden aus Xavers Vergangenheit, aber das ist eben nicht alles.
    Ein pikant schrullenhafter Krimi, der keiner ist!
    ::
    Ich nehme es wie Johann Wolfgang von Goethe:
    >>Ironie ist das Körnchen Salz, dass das Aufgetischte überhaupt erst genießbar macht.<<
    ::
    Fazit: Ein Krimi der anderen Art! Wer den Wiener Humor mag, wird sich mit diesem Roman von Kurt Bracharz sehr gut unterhalten fühlen. Das Nordlicht sagt: "Ja dis is a Wiener Schmäh!"
    ::
    2 Sterne von 5 Sterne
    .

    Für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars geht mein Dank an den HAYMON Verlag.

    Kommentieren0
    20
    Teilen
    Klusis avatar
    Klusivor 8 Jahren
    Rezension zu "Der zweitbeste Koch" von Kurt Bracharz

    Wenn man davon ausgeht, dass Hunger der beste Koch ist, dann ist der Chinese Wang Li bestimmt der Zweitbeste. Dies ist jedenfalls die Meinung des Ich-Erzählers Xaver Ypp. Der in die Jahre gekommene Gourmetkritiker einer Feinschmeckerzeitschrift in Wien ist Spezialist, was asiatisches Essen angeht. Als er erfährt, dass Wang Li angeblich das Land verlassen haben soll, wird er misstrauisch und zieht sogar ein Verbrechen in Betracht. Nach einem Besuch des Restaurants, in dem Wang bisher gekocht hat, wird Ypp auf dem Heimweg überfallen, und wie sich herausstellt, haben die Angreifer lediglich an einer kleinen Fleischprobe Interesse, welche der Gastrokritiker bei sich hatte. Zu allem Überfluss muss er sich nebenbei um einen jugendlichen Praktikanten kümmern, der ein absolutes Geschmacksgenie ist. Durch ihn lernt Ypp die attraktive Eurasierin Zoe kennen, die eine etwas fragwürdige Rolle bei einer Tierschutzaktion spielt. Als dann auch noch ganz unverhofft sein Bruder mit ihm Kontakt aufnimmt, der beim Geheimdienst arbeitet, wird die Sache spannend, und Xaver entwickelt kriminalistisches Gespür. Ypp hält so ziemlich alles für möglich und schließt selbst Kanibalismus nicht aus.

    Kurt Bracharz tischt seinen Lesern eine unterhaltsame und kurzweilige Story auf, die neben spannenden Krimi-Elementen auch noch allerlei Kurioses zu bieten hat. Sein Protagonist Xaver Ypp erzählt gerade heraus und frisch von der Leber weg, gewürzt mit einer klugen Portion bissiger Ironie und deftigem Humor. Seine Ausführungen über die Feinschmeckerszene muten zum Teil sehr grotesk an. Er bringt faszinierende und manchmal schockierende Tatsachen zur Sprache und vermittelt so eine Bildung ganz anderer Art. Dabei geht er häufig ins Extrem und bewegt sich hart an der Ekel-Grenze. Manche der angesprochenen „kulinarischen Genüsse“ wirken unvorstellbar, aber bei näherer Betrachtung erweisen sie sich durchaus als real. Einige Ausführungen des Autors, die mir bisher völlig fremd waren, habe ich mit Hilfe diverser Nachschlagewerke und Suchmaschinen recherchiert und immer festgestellt, dass es sie wirklich gibt.
    Dieser Roman ist kein klassischer Krimi, er lässt sich schwer einordnen und schon gar nicht in eine Genre-Schublade stopfen. Viele verschiedene Handlungs-Elemente verschmelzen gekonnt zu einer spannenden und kurzweiligen Lektüre, bei der man sich im wahrsten Sinn des Wortes „köstlich“ amüsieren kann.

    Kommentieren0
    13
    Teilen
    Tialdas avatar
    Tialdavor 8 Jahren
    Rezension zu "Der zweitbeste Koch" von Kurt Bracharz

    x Autor: Kurt Bracharz
    x (Original-) Titel: Der zweitbeste Koch
    x Genre: Kriminalroman
    x Erscheinungsdatum: 09. September 2010
    x 180 Seiten
    x Haymon Verlag
    x ISBN: 385218634X
    x Der erste Satz: Der Herausgeber hatte eine Überraschung angekündigt und die ängstlicheren Redakteure vermuteten, dass es sich um ihre Kündigung handeln könnte, aber ich dachte mir, dass einem solche Überraschungen eher unter vier Augen bereitet würden als in einer Versammlung aller Schreiber, die für das Magazin „Lukull“ arbeiteten.

    Klappentext:

    „Und Sie wollen hier eines dieser Restaurants wie in Kanada aufziehen, wo der Gast gefragt wird, ob er die Speisekarte braucht oder ob er gleich von der Roten Liste bestellen will?“

    Kurt Bracharz erhitzt wieder die Gemüter der Krimileser – und das mit ordentlich scharfen Zutaten.

    Worum geht es?

    Xaver Ypp ist Wiener Gourmetkritiker des Magazins „Lukull“ und hat ganz deutlich einen Lieblingskoch – Wang Li. Deshalb ist er umso geknickter, als er erfährt, dass Wang Li angeblich das Land verlassen hat. Als er im gleichen Restaurant in seinem Essen ein Stückchen Fleisch findet, das er nicht identifizieren kann und dieses zur Analyse mitnimmt beginnt die Sache komisch zu werden – er wird auf dem Heimweg überfallen, seine Tasche wird geklaut und ein paar Straßen weiter wieder gefunden, allerdings ohne die Fleischprobe…

    Rezeption:

    Ich stand diesem Buch Anfangs etwas skeptisch gegenüber, da ich mir bei einem 180-Seiten-Werk nicht vorstellen konnte, dass darin eine gute Geschichte stehen kann. Aber nachdem ich anfing zu lesen, wurde ich erst einmal eines besseren belehrt.

    Ich mag die Art in der Kurt Bracharz schreibt, da sich immer wieder österreichische Ausdrücke im Buch finden lassen und er mit einem gewissen Humor schreibt, der mir sehr gefällt. Wie z.B. hier: „Ich fürchte ich muss aufbrechen. Hab noch zu tun. Du weißt ja, ich bin eine Nachteule.“ Wusste ich eigentlich nicht. Als er noch mein kleiner Bruder war, hatte ich ihn eher für einen Kuckuck in unserem Nest gehalten.

    Außerdem liest sich der Text fast wie von selbst, so flüssig wie er geschrieben ist und recherchiert wurde auch sehr gut. Man lernt auf diesen wenigen Seiten so einiges über Asien und darüber, was es für außergewöhnliche Gerichte gibt.

    Was mich allerdings sehr enttäuscht hat, war das Ende. Die ganze Geschichte baut sich eigentlich richtig toll auf und teilweise schimmert durch, dass das Stückchen Fleisch Menschenfleisch sein könnte – aber diese abgefahrene Idee wird leider nicht aufgenommen… Schade. Da hätte man echt eine tolle Geschichte draus spinnen können – gut schreiben kann der Autor nämlich.

    Fazit:

    Vielversprechender und richtig gut geschriebener Roman, dessen Potential leider nicht ganz ausgeschöpft wurde.

    Kommentieren0
    9
    Teilen
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
    Rezension zu "Der zweitbeste Koch" von Kurt Bracharz

    Meine Meinung:

    Es geht ja um einen verschwundenen Koch, den zweitbesten der Welt, das ist zumindest die Meinung von Xaver Ypp einen Gourmetkritiker und er wird unfreiwillig mit in die Sache hineingezogen. Wie genau, das verrate ich euch natürlich nicht. Das Buch ist selbst so geschrieben das ich es nur schwer aus der Hand legen konnte, ich habe es wirklich überall wo ich nur konnte in die Hand genommen, ich wollte einfach wissen wie es weiter geht. Das passiert mir momentan nicht allzu oft mit Büchern, viele sind zwar gut, aber nicht so gut das ich es nicht mehr aus der Hand legen mag und immer drauf schiele wann ich endlich ein paar Minuten habe und weiter lesen zu dürfen. Einen Minuspunkt habe ich aber leider doch. Am Anfang kam ich erst nicht so richtig rein.

    Mein Fazit:

    Aller Anfang ist schwer, aber hier mit Suchtfaktor gepaart sobald man erst mal drin ist ;)

    Kommentieren0
    13
    Teilen
    sarahsbuecherwelts avatar
    sarahsbuecherweltvor 8 Jahren
    Rezension zu "Der zweitbeste Koch" von Kurt Bracharz

    Als ich das Buch zum ersten Mal gesehen habe, war mir der Autor dieses Werkes nicht bekannt. Auch wenn ich in meiner Lese-Laufbahn schon unzählige Kriminalromane gelesen habe, war von diesem recht bekannten Autoren noch nichts dabei. Der Klappentext ließ jedoch auf ein kulinarisches Erlebnis schließen. Als gelernte Gastronomin erfreue ich mich stets über solch kulinarische Highlights.

    Der Einstieg in diesen Krimi empfand ich als gewöhnungsbedürftig. Erwartet man doch von den ersten Seiten an in das Verbrechen involviert zu werden. In diesem Fall wird der Leser ausführlich mit dem Protagonisten Xaver Ypp bekannt gemacht. Dieser Charakter ist ein älterer Herr, der für eine Zeitung den Gastronomie-Teil schreibt. Zudem durfte ich als Leser seine Kollegen und den angehenden Nachwuchs-Star Quentin kennenlernen. Dieser soll von Xaver angelernt werden. Das geht natürlich am Besten in einem Gourmet-Tempel. Vor Ort stellt Xaver das abrupte Verschwinden des zweitbesten Kochs fest. Die Vermutungen von Xaver gehen von der Ermordung bis zum Kanibalismus.
    An dieser Stelle ging ich davon aus, dass ich nun endlich in den spannenden Verwicklungen über die Aufdeckung von Wang Li angekommen war. Die Ernüchterung folgte umgehend. Zwar befasst sich das Buch nach und nach mit der Aufklärung, beinhaltet jedoch zum größten Teil den kulinarischen Aspekt. Ich durfte Einblicke in Rätsel der hohen Mathematik erhalte, bekam die ungewöhnlichsten Speisekreationen vorgelegt und wurde mit Drogenerlebnissen, tödlichen Lebensmitteln und verdächtigen Käfigen im Zoo konfrontiert. Andere Krimis konzentrieren sich auf Spannung, hier befasst sich der Autor mit sehr ungewöhnlichen Nebensträngen. Diese sind in meinen Augen allerdings total unterhaltsam. Zwischenzeitlich war ich der kulinarischen Seite so fasziniert, dass ich ganz vergessen habe, dass es sich um einen Krimi handelt. Ich konnte etwas über die kulinarischen Eigenheiten in der fernöstlichen Küche erleben, die ich so nie erfahren hätte. Durch kleinere Überfälle, einen Bruder beim Geheimdienst oder den Tod seiner Frau, versucht Kurt Bracharz immer wieder daran zu erinnern, dass es eigentlich ein Kriminalroman ist. Zum Schluss wird dieser Aspekt immer deutlicher in den Vordergrund gestellt. Der Schluss näherte sich und wurde ruckartig und überraschend eingeleitet. Mit einer solchen Wendung hätte ich nur teilweise gerechnet. Dieser Höhepunkt voller Spannung dauerte nur kurz an, um danach wieder der kulinarischen Unterhaltung zu weichen.

    Der Autor schreibt nicht nur bildhaft, sondern herrlich erfrischend. Der Lesefluss wird an keinem Punkt unterbrochen oder gestört. Nachdem ich die anfänglichen Schwierigkeiten mit den Namen überwunden hat, empfand ich den Stil nur noch angenehm. Ich konnte mich in die verschiedenen Situation, Charaktere und Emotionen gut hineinversetzen und war nach den ersten Seiten bis zum Schluss gefesselt.

    Auch wenn ich persönlich dieses Buch nicht als eigentlichen Krimi bezeichnen würde, sondern eher kulinarische Unterhaltung mit Krimi-Einwurf, konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Ich habe diese Geschichte an einem Tag durchgelesen.

    Empfehlen kann ich dieses skurrile Werk jedem, der sich für die fernöstliche Küche interessiert. Diese wird in dieser Lektüre deutlich aufs Korn genommen. Leser sollten sich vor dem Kauf jedoch bewusst machen, dass der Kiminal-Anteil jedoch höchstens 20 Seiten in Anspruch nimmt und auf eine recht gewöhnungsbedürftige Art und Weise zum Ende kommt.

    ===Bewertung===
    Mich hat „Der zweitbeste Koch“ königlich amüsiert, auch wenn ich enttäuscht war, dass es nicht wirklich in die Kategorie Kriminalroman fällt. Das Buch ist authentisch, lustig und voller unerwarteter Einfälle und Wendungen. Von mir bekommt das „kulinarische“ Krimi-Highlight vier Sterne. Abzug gibt es für die irreführende Einteilung.

    Kommentieren0
    10
    Teilen
    Buechersuechtigs avatar
    Buechersuechtigvor 8 Jahren
    Rezension zu "Der zweitbeste Koch" von Kurt Bracharz

    Die Geschichte...
    Hunger ist der beste Koch. Doch der zweitbeste Koch, das ist Wang Li - ein Spitzenkoch, der bereits 1 Monat verschwunden ist. Der Wiener Gourmetkritiker Xaver Ypp vom Magazin "Lukull" vermisst den Koch sehr, doch Xaver hat bald andere Sorgen. Bei einem Restaurantbesuch mit dem Grünschnabel Quentin (einem Genie in Sachen Gaumenfreuden, der ihm vom Chef aufs Auge gedrückt wurde) bekommt Xaver Fleisch zu kosten, das er nicht zuzuordnen weiß und so nimmt er eine Probe, die ihm kurz darauf entwendet wird. Was bzw. wer steckt hinter der ganzen Sache?

    Meine Meinung:
    Eigentlich habe ich mich auf einen Wiener Kriminalroman gefreut, doch es sollte anders kommen. Einen Krimi kann man "Der zweitbeste Koch" beim besten Willen nicht bezeichnen. Dennoch hat mich dieser Roman von Kurt Bracharz bestens unterhalten.

    Herrlich selbstironisch und mit einem Augenzwinkern nimmt Hauptfigur und Ich-Erzähler Xaver Ypp die Gastronomie und speziell die chinesische Küche aufs Korn.

    Als Restaurantkritiker beim Gourmentmagazin "Lukull" soll Xaver den Teenager Quentin in die Genüsse von Feinschmeckerlokalen einführen und bei einem Besuch des Chinarestaurants "Shanghai 1938" passiert es: Xaver bekommt ein Gericht mit einer undefinierbaren Fleischsorte vorgesetzt, nimmt eine Probe dieser und wird auf dem Heimweg überfallen. Was hat es mit der Fleischprobe auf sich? Und wo ist Wang Li, der Koch des Shanghai 1938 abgeblieben?
    Diese und andere Fragen lösen sich im Laufe der Handlung in Wohlgefallen auf...

    Protagonist Xaver Ypp (was für ein Name lol) ist sowohl eigenbrötlerisch und eigenwillig als auch ein alter Hase im Gourmetgeschäft und so schnell macht ihm keiner was vor. Dementsprechend begeistert ist der Reporter um die 60 natürlich, als ihm ein junger Hupfer namens Quentin vorgesetzt wird. Quentin spielt aber nur eine untergeordnete Rolle, ebenso wie die hübsche Studentin Zoe, die sie zu einem Essen begleitet oder Xavers Bruder Rudolf.
    Die Charaktere sind außergewöhnlich, schrullig, sehr originell und passen sich der Handlung wunderbar an.

    Als Österreicherin muss man den Handlungsort Wien einfach mögen, ebenso wie die eingestreuten Redewendungen und Begriffe im Dialekt. Und hier gibts, extra für euch, ein kulinarisches Wörterbuch auf Wienerisch. Ihr werds euch zerwuzeln...

    Und auch wenn "Der zweitbeste Koch" kein Krimi ist, so habe ich mich beim Lesen sehr amüsiert, dazu tragen auch die Rückblenden und interessante Antekdoten aus Xavers bewegter Vergangenheit bei. Außerdem werden dem Leser immer wieder obsukure Speisen aus der Asia-Küche serviert, die manchmal bis an die Grenze des guten Geschmacks gehen!

    Manchmal hat der Handlungsverlauf kleine Hänger und Xaver verliert langfristig sein eigentliches Ziel (die Fleischprobe und Wang Li) aus den Augen, aber die bizarre Geschichte und seine reizvolle Umsetzung wiegen wieder einiges auf.

    Der Schreibstil ist skurril und schrullig, ganz so wie die Hauptperson. Dazu passen auch der Titel und das schön gestaltete Cover.

    FAZIT:
    Bis auf die Tatsache, dass "Der zweitbeste Koch" vom Kriminalroman weit entfernt ist und mit einigen unnötigen Szenarien aufwartet, habe ich mich mit dem Wiener Schmäh köstlich unterhalten gefühlt. Für diesen lukullischen Ausflug in die asiatische Küche vergebe ich 4 (von 5) Punkte.

    Kommentieren0
    18
    Teilen
    Bellexrs avatar
    Bellexrvor 8 Jahren
    Kurzmeinung: Alles in allem ein anspruchsvoller Krimi der etwas anderen Art, der sehr unterhaltsam umgesetzt und nicht nur etwas für Gourmets ist.
    Rezension zu "Der zweitbeste Koch" von Kurt Bracharz

    Lukullische Spannung
    .
    Der Wiener Gourmetkritiker Xaver Ypp rätselt. Wo ist der zweitbeste Koch der Welt geblieben? In seinem chinesischen Lieblingsrestaurant „Shanghai 1938“ ist Koch Wang-Li spurlos verschwunden und angeblich weiß niemand etwas über dessen Verbleib. Allerdings essen Chinesen ja bekanntlich so ziemlich alles und so hegt Xaver einen Verdacht, zumal er in seinem Gericht ein Stück Fleisch entdeckt, dessen Geschmack er so gar nicht kennt. Neugierig geworden packt er das verdächtige Stück in einem Zippbeutel. Als er auf dem Heimweg ist, wird er überfallen und seine Tasche gestohlen. Als sie kurz darauf wiedergefunden wird, ist der Tascheninhalt komplett, bis auf den Zippbeutel. Xavers Befürchtung scheint sich zu erhärten.
    .
    Herrlich erfrischend und mit einem guten Schuss Humor und Selbstironie lässt Kurt Bracharz seinen Protagonisten Xaver Ypp den Krimi selbst erzählen. Und da Xaver Ypp ein Gourmetkritiker ist und sich somit sein Leben zum größten Teil um neue, ausgefallene Gerichte dreht, erhält man auch noch einen hervorragenden Einblick in die asiatische Esskultur. Wobei es einem bei den einen oder anderen Zutaten schon ein wenig der Magen umdreht. Aber selbst Xaver gibt zu, dass bei so einigen Gerichten auch seine Schmerzgrenze erreicht wird.
    .
    Man kann jetzt nicht behaupten, dass der Krimi äußerst spannend ist, dies scheint aber auch gar nicht unbedingt das Ziel des Autors gewesen zu sein. Vielmehr mutet die Story ein wenig skurril an, ist sehr unterhaltsam und vor allem komplex angelegt. So entwickelt sich der Fall zum Schluss vollkommen anders als anfangs gedacht. Zwar kommt die Auflösung dann doch etwas plötzlich, ist jedoch logisch umgesetzt.
    .
    Seinen Protagonisten beschreibt der Autor hervorragend: Ein wenig eigenwillig, selbstkritisch und sturköpfig. So wird einem der ältere Herr fast augenblicklich sympathisch. Und auch die weiteren Personen sind recht eigenwillige Persönlichkeiten, die auch bei der Kürze des Krimis ausreichend und facettenreich beschrieben sind.
    .
    Alles in allem ein anspruchsvoller Krimi der etwas anderen Art, der sehr unterhaltsam umgesetzt und nicht nur etwas für Gourmets ist.

    Kommentieren0
    20
    Teilen
    Soliferas avatar
    Soliferavor 8 Jahren
    Rezension zu "Der zweitbeste Koch" von Kurt Bracharz

    Der beste Koch ist wohl der Hunger und der zweitbeste ein Chinese names Wang Li-Shui. Dieser war Chefkoch im Shanghai 1938, bis er auf rätselhafte Weise verschwunden ist. Wurde er am Ende im Restaurant ermordet und aufgegessen? Kannibalismus in Wien? Warum nicht, denkt sich der Ich-Erzähler und Protagonist Xaver Ypp. Als Gourmet und Mitarbeiter beim Feinschmecker-Magazin "Lukull" kennt er so einige fragwürdige und obskure Essensgewohnheiten, gerade der chinesischen Bevölkerung. Aber dieses Rätsel ist nicht seine einzige Sorge: Es soll den pubertierenden Quentin, den Supertaster mit dem phänomenalen Gedächtnis für Gerüche und Geschmackseindrücke, einen Lehrgang in Sachen ebenfalls zum Gourmet ausbilden. Und dann gibt es da noch Quentins Freundin Zoe, die bei einer Tierrechtsorganisation ist. Ein ungewöhnlicher Plot, der ohne Leichen und menschliches Blutvergießen auskommt. Ein ungewöhnlicher „Ermittler“, der den Fall nebenbei löst und dem Leser so einige Obskuritäten aus der Küche präsentiert, die man vielleicht lieber nicht probieren möchte. Krimi einmal anders, warum nicht? In jedem Fall lesenswert!

    Kommentieren0
    16
    Teilen
    kleinfriedelchens avatar
    kleinfriedelchenvor 8 Jahren
    Rezension zu "Der zweitbeste Koch" von Kurt Bracharz

    Xaver Ypp, Gourmetkritiker und Journalist für ein Feinschmecker-Magazin, ist nicht gerade begeistert, als er einen pubertierenden Burger- und Pommesliebhaber zum neuen Superkritiker ausbilden soll, weil dieser keinen Geschmack vergisst, den er je kennengelernt hat. Doch der Anweisung vom Chefredakteur kann sich Xaver leider nicht verweigern und führt den Teenie daher in die besten Restaurants der Stadt. Als er dabei auf ein Stückchen Fleisch trifft, dessen Geschmack nicht einmal das Geschmacksgenie erkennt, beginnt der eigenartige Kriminalfall. Xaver nimmt eine Probe zwecks Untersuchung mit, die ihm jedoch kurz darauf gestohlen wird. Was hat ihm die Restaurantküche da bloß auf den Teller getan? Und was hat das alles mit dem Verschwinden des Kochs Wang Li zu tun, dem zweitbesten Koch der Welt?

    Was anfangs wie ein kulinarischer Krimi wirkte, schlug irgendwann im Laufe des Buches in etwas anderes um. Plötzlich tauchen mächtige Milliardäre und eine Tierschutzorganisation in der Stadt auf, die dem Verlauf des Buches eine ganz andere Richtung geben als ursprünglich angenommen. Als richtigen Krimi würde ich das Buch allerdings eh nicht bezeichnen. Der eigentliche Inhalt der Geschichte scheint nämlich die chinesische Küche zu sein, in der ja bekanntlich alles gegessen wird, was kreucht und fleucht. So macht der Autor mit dem Leser einen amüsant makaberen Ausflug in die kulinarischen Abartigkeiten fremder Kulturen. Und das passt auch wunderbar zum kuriosen Fall, der doch schließlich mit einem kleinen Stückchen Fleisch startet. Leider war das Rätsel um dieses nicht sonderlich geheimnisvoll, wenn man vorher den kurzen Satz auf der Rückseite des Buchumschlages gelesen hat. So konnte man sich als Leser schon vieles denken. Doch das nahm dem Buch nichts vom Lesevergnügen, denn es unterhält den Leser nicht vordergründig mit dem Kriminalfall.

    Das Ende hat mir den Eindruck vom Buch dann doch etwas getrübt. Ich finde es immer sehr schade, wenn ein bis dato gutes Buch durch ein eher schwaches Ende runtergerissen wird. So ging es mir hier leider auch: die Auflösung des Krimifalls hatte letztendlich kaum noch etwas mit dem Fleischstückchen zu tun und es kam mir irgendwie banal vor, zu simpel, das Ganze wirkte konstruiert und erzwungen.

    Abgesehen davon bietet das Buch aber gute ungewöhnliche Unterhaltung für Feinschmecker und für Liebhaber unblutiger Spannungsgeschichten.

    Kommentieren0
    18
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks