Kurt Flasch

 4 Sterne bei 18 Bewertungen
Autor von Der Teufel und seine Engel, Warum ich kein Christ bin und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Kurt Flasch

Kurt Flasch ist emeritierter Professor für Philosophie an der Ruhr-Universität Bochum und Verfasser zahlreicher Werke zur Geschichte des philosophischen Denkens. Schwerpunkt seienr Forschung sind die Philosophie der Spätantike und des Mittelalters, u.a. Augustinus, Dietrich von Freiberg, Meister Eckhart und Nikolaus von Kues. Seine Übersetzung von Boccaccios "Decameron" übertragen das Schwebende der Atmosphäre meisterhaft ins Deutsche.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Der Teufel und seine Engel (ISBN: 9783406684128)

Der Teufel und seine Engel

 (4)
Neu erschienen am 30.03.2021 als Hardcover bei C.H.Beck.

Alle Bücher von Kurt Flasch

Cover des Buches Warum ich kein Christ bin (ISBN: 9783406673481)

Warum ich kein Christ bin

 (4)
Erschienen am 10.02.2015
Cover des Buches Der Teufel und seine Engel (ISBN: 9783406684128)

Der Teufel und seine Engel

 (4)
Erschienen am 30.03.2021
Cover des Buches Das philosophische Denken im Mittelalter (ISBN: 9783150181034)

Das philosophische Denken im Mittelalter

 (3)
Erschienen am 01.03.2011
Cover des Buches Nicolaus Cusanus (ISBN: 9783406563171)

Nicolaus Cusanus

 (2)
Erschienen am 19.09.2007
Cover des Buches Einladung, Dante zu lesen (ISBN: 9783596905966)

Einladung, Dante zu lesen

 (1)
Erschienen am 23.04.2015
Cover des Buches Liebesgeschichten aus dem Decameron (ISBN: 9783406644863)

Liebesgeschichten aus dem Decameron

 (1)
Erschienen am 12.02.2013

Neue Rezensionen zu Kurt Flasch

Cover des Buches Der Teufel und seine Engel (ISBN: 9783406684128)tob82s avatar

Rezension zu "Der Teufel und seine Engel" von Kurt Flasch

Umfangreich und fundiert, aber eher schwer zugänglich
tob82vor 2 Jahren

In der "Der Teufel und seine Engel. Die neue Biographie" begibt sich der Autor, Kurt Flasch, auf eine Reise durch die europäische Geschichte und stellt dem Leser die vorherrschenden Vorstellungen des Teufels in den einzelnen Epochen dar. Im Vorwort schreibt er dazu selbst:

"Wer Europa kennen will, muß Gott und den Teufel erkunden. Beide haben dort lange geherrscht. Um beim Gottseibeiuns zu bleiben: Er machte Erdbeben, Epidemien und Politik. Er hat eine kulturelle, eine religiöse und politische Geschichte, Aufgang und Niedergang. Er war nicht immer derselbe: Europäische Intellektuelle haben ihn verändert. Diesen Prozeß beschreibt das vorliegende Buch aus Quellen, die vom Alten Testament bis zur Gegenwart reichen."

Flasch verfolgt einen interdisziplinären Ansatz. Der Teufel ist für ihn real, insofern die Vorstellungen von ihm die Menschen in Europa zu den meisten Zeiten mehr oder weniger stark beeinflusst haben.

Das Buch behandelt nicht oder nur kaum die Frage nach dem allgemeinen Ursprung der Teufelsvorstellungen der Menschheit. Es bezieht sich explizit auf die jüdisch-christliche Tradition, die mit der Tora begann und stark durch die Situation und Entwicklung der Ur-Christen geprägt wurde. Wichtig ist Flasch, dass es zu allen Zeiten Veränderungen zu beobachten gab und damit - entgegen der Meinung anderer Autoren - auch im Mittelalter die Vorstellungen nicht starr waren.

Ich finde das Thema nach wie vor interessant, aber die Lektüre des Buches ging mir nur schwer von der Hand. So fundiert es inhaltlich wirkt, so gering scheint mir der Fokus auf die Didaktik gelegt. Der Textfluss ist häufig eher zäh. Es gibt keine Zusammenfassungen. Tabellen und Grafiken sind auch nicht enthalten. Es fiel mir teilweise schwer, (für mich) zentrale Informationen im Text zu erkennen. Manche Themen, die mich besonders interessiert hätten, werden nur im Vorbeigehen erwähnt. Es werden sehr viele Autoren erwähnt, aber leider keine Passagen aus deren Werken zitiert. Möglicherweise fehlt mir als interessierter Laie aber auch ein Hintergrundwissen, das der Autor schweigend voraussetzt.

Bilder von zeitgenössischen Teufelsdarstellungen wären aus meiner Sicht eine interessante Ergänzung gewesen. Sie hätten eventuell theoretische Ausführungen greifbarer machen können.

3,5 Sterne

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Cover des Buches Confessiones / Bekenntnisse (ISBN: 9783150186763)

Rezension zu "Confessiones / Bekenntnisse" von Augustinus

Viel Rauch um Platon oder: ein Klassiker der abendländischen Philosophiegeschichte
Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren

Ein Klassiker der abendländischen Geistesgeschichte: Augustinus. Ein großer Reformer des Christentums. Hier schildert er seinen beschwerlichen Weg zum Christentum über den Manichäismus, zugleich aber ist dies eine Einführung in sein Denken. Beispielsweise sein relatives Zeitverständnis, geprägt vom Gehalt der subjektiven Erinnerung als ein Wiederfinden, seine Exegese des Exodus, durch den sich die Entstehung des Zeitlichen durch das Vorzeitlichen hin entwickelte. Seine Metaphysik. Um ehrlich zu sein ist dies nicht anderes als Platon, mit einer Annäherung an Neuplatoniker wie Plotin und Referenzen an Aristoteles und die Hoffnung der Christenheit, das durch intellektuelle Anschauung und Selbstreflexion das Göttliche als Gott greifbar würde.

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Cover des Buches Der Teufel und seine Engel (ISBN: 9783406684128)M

Rezension zu "Der Teufel und seine Engel" von Kurt Flasch

Vielfach Interessant und weitgehend spannend zu lesen
michael_lehmann-papevor 6 Jahren

Vielfach Interessant und weitgehend spannend zu lesen

Das Kurt Flasch mit einem gewissen „trockenen“ Humor an die Figur des Satan, Beelzeebub, Teufel herangeht, das zeigt im Ansatz bereits der Untertitel, „Eine neue Biographie“. Und, im Wortspiel, dann wiederum ist doch der wissenschaftliche Ernst dahinter erkennbar, denn es ist tatsächlich eine umfassende Biographie dieser „gefallenen“ Engelsgestalt und deren Geschichte durch die Zeiten hindurch.

Eine Geschichte, die aufs Engste, in Nähe und Distanz, in Angst und moderner Nicht-Beachtung des Teufels mit der menschlichen Kultur verbunden ist, im Westen wie im Osten, im Abendland wie im Morgenland (wo der Teufel, wie so vieles Grundsätzliche der Welt-Religionen, seine Herkunft findet).

Allerdings,, schon das eine interessante Information, nicht in den Anfängen der Bibel, sondern erst späterhin, in den apokalyptischen Überlieferungen des Neuen Testamentes ganz deutlich, vorher „angedacht“ in späteren Schriften und Auslegungen der jüdischen Überlieferung.

Auch wenn Lucifer oder Satan hier und da bereits Erwähnung finden mag, dieser „Verführer“, dieses „bösartige Dämon“, dieser „Weltenvernichter“ und „Seelenverderber“, der entfaltet seine eigentliche, bedrohliche, schreckliche, furchteinflößende Seite als Gegenteil alles „Guten und Edlen“ wohl tatsächlich erst im „dunklen Mittelalter“, in der Fortführung der neutestamentlich begründeten Tradition des „Gegenspielers Gottes“.

„Im älteren Judentum und im Islam blieb seine Selbstständigkeit beschränkt Christen waren es, die ihn erhoben zum mächtigen Gegenspieler Gottes. Er war im neuen Testament der Hauptfeind ihres Gottes, aber war ihm verdammt ähnlich“. So kam Satan auch als „Engel des Lichtes“, wie Paulus beschreibt. Die „Unähnlichkeit“ zwischen dem „Lichtwesen Gott“ und dem gehörten „Dämon“ Teufel, dies hat sich im Kern im Lauf vieler Jahrhunderte immer mehr entfaltet und ausgeprägt. Eine Entwicklungsgeschichte, der Kurt Flasch systematisch und philosophisch nachgeht, für die er Quellen und Brüche, Veränderungen und die allmähliche verblassende Macht des Teufels in der Moderne nach der Aufklärung nachvollzieht.

Mit einem Schwerpunkt natürlich auf der „Hoch-Zeit“ dieser bedrängenden Figur im Mittelalter bis in die frühe Neuzeit hinein. Wobei aber auch die Literatur (allen voran der „Faust“) nicht zu kurz kommt.

„Besessenheit und Hexerei waren die sichtbarsten Wirkungen Satans, beileibe nicht die einzigen. Er drohte und ängstigte, er gab auch zu denken. Wer war er? Wie stark konnte er werden?“.

Basierend auf der Deutung des Origines vom „gefallenen Engel“, der seitdem auf Rache gegen Gott sind und um Seelen ringt, vollzieht sich eine Machtgeschichte, eine Angstgeschichte sondergleichen, in der Satan als massives Druckmittel der Angst die „Hauptrolle“ zugesprochen bekommen wird.

„Jeder, sei es Mensch oder reiner Geist, werde zum Satan, wenn er sich gegen die Tugenden entscheidet“. Womit die ständige Gefährdung des Menschen bereits früh gesetzt wird und im weiteren Verlauf der Geschichte nur mehr und mehr eine differenzierte, abstoßende, „leibhaftige“ Gestalt in der religiösen Kulturgeschichte erhält.

Das bis in die Gegenwart hinein theologisch Gott und Teufel eng gedacht werden (was im Alltagsglauben kaum mehr eine breite, gewichtige Rolle spielt), führt für Flasch letztendlich zur einzig logischen Folgerung: Gott und Teufel zusammen erst ergeben das Bild des „Herren der Welt“ und „vermutlich muss Gott fahren lassen, wer Satan wirklich loswerden will“.

Eine steile These, die nicht unbedingt geteilt werden muss, ein sachgerechtes Werk, dass die „Sache mit Satan“ differenziert und fundiert vor die Augen des Lesers führt, wenn auch in Teilen doch sehr theoretisch und abstrakt manchen literarischen Darlegungen und kulturgeschichtlichen Vorstellungen nachgehend.

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