Strandbadrevolution

von Kurt Palm 
4,3 Sterne bei11 Bewertungen
Strandbadrevolution
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miro76s avatar

Ein schönes Porträt der Jugend der 70er!

JulesBarroiss avatar

Kurt Palm entwirft ein stimmiges Bild, wie das damals, Anfang der 70er so war in der österreichischen Provinz.

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Inhaltsangabe zu "Strandbadrevolution"

Im Sommer 1972, in dem die Amerikaner Nordvietnam bombardieren, bereitet Ernst, der sich nach seinem Idol von den Rolling Stones Mick nennt, mit seinen Freunden im Strandbad die Revolution vor. Während sein Vater meistens in der Garage beschäftigt ist und seine Mutter die Tiefkühltruhe zum Bersten anfüllt, sollte Mick eigentlich für die Französisch-Nachprüfung lernen, lässt sich jedoch von zwei bislang im Bad noch nie gesichteten Mädchen ablenken. Doch schließlich endet dieser Sommer nicht nur für Candy, den jüngsten der Freunde, mit einer Katastrophe. Kurt Palm erzählt, wie lange ein Sommer in der Provinz in Österreich sein kann und wie kurz und unerbittlich das Leben.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783552063372
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:256 Seiten
Verlag:Zsolnay, Paul
Erscheinungsdatum:20.02.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    miro76s avatar
    miro76vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein schönes Porträt der Jugend der 70er!
    Zwischen Angriff aufs Establishment und sexueller Revolution


    Sommer 1972 in einer österreichischen Provinzstadt.
    Mick, der eigentlich Ernst heißt, und seine Freunde Mü, Taylor und Candy diskutieren im Standbad, wie sich das Establishment aufrütteln lässt. Ihre Tage sind geprägt vom Vietnamkrieg und seinen Folgen, von der Frage, auf welcher Seite ihre Eltern im Krieg standen und ob der Kommunismus nicht doch seine guten Seiten hat.
    Große Reden werden da geschwungen, aber alles dreht sich dann doch immer wieder um die Frage, wie man am besten ein Mädel überzeugen kann, mit einem die Nacht zu verbringen.


    Ein langer und heißer Sommer mit vielen Möglichkeiten, die nicht immer genutzt werden können und mache besser nicht genutzt worden wären. Mit siebzehn scheint alles möglich, doch die Freunde werden brutal auf den Boden der Realität geholt.


    Kurt Palm trifft, glaube ich den Geist der Zeit recht gut. Ich komme auch aus einem Provinznest, war zwar um einiges später ein Teenager, aber manches kam mir so bekannt vor. Die Szenen mit Ernst’s Mutter könnten aus meiner Jugend stammen. Stellenweise musste ich laut lachen.


    So lustig der Roman anfangs anmutet, so tragisch findet er sein Ende. Es gibt auch einige Ausblicke auf die Zukunft und diese lassen auf kein einfaches Leben schließen. Aber wenn man mit siebzehn schon mit dem Tod konfrontiert wird, verliert man die Leichtigkeit der Jugend zu früh. Die Dinge bekommen dann vielleicht zu viel Gewicht. Es lebt sich nicht mehr so einfach.


    Und so wie die Stimmung im Roman kippt, ändert sich auch die Sprache des Autors. Aus der anfänglichen Leichtfüßigkeit wird langsam echte Tiefgründigkeit. 
    Großartig umgesetzt. Ein schönes Porträt der Jugend der 70er!

    Kommentare: 1
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    Sumsi1990s avatar
    Sumsi1990vor einem Jahr
    Jugend


    Ernst, genannt Mick ist 15 Jahre alt und ein wenig ein Rebell. Er und seine Freunde halten sich für große Denker. Seine Familie ist eine typisch österreichische Familie in den 70er Jahren und in diesem Umfeld erleben wir mit Mick einen aufregenden Sommer seiner Jugend...


    Das Buch ist typisch österreichisch und auch teilweise im Dialekt geschrieben. Die Dialoge sind daher vielleicht nicht immer für jeden zu verstehen, für mich persönlich hat aber gerade das den Charme des Buches ausgemacht. 


    Der Roman ist in 4 Teile gegliedert und hat in diesen keine Kapitel, sondern nur Absätze. Das liegt mir leider nicht so besonders und war mir auch die Aufteilung der wenigen Zeitsprünge zwischendurch nicht ganz klar. 


    Weiters bin ich leider mit dem Buch nicht so wirklich warm geworden. Die Geschichte war gut zu lesen und hat mir an sich auch wirklich gefallen, aber der Spannungsmoment hat für mich einfach komplett gefehlt. 


    Dafür fand ich es wirklich toll wie gut man sich bei der Lektüre in die damalige Zeit versetzen kann und wie authentisch das Erzählte ist. 


    Im Großen und Ganzen ist das Buch aber in Ordnung und erhält die Mittelnote von 3 Sternen. 

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    A
    alexhaderervor einem Jahr
    Gut, doch es gibt mangel...

    Das Buch ist nicht für jedermann etwas, es wird jetzt nicht eine unglaubliche Liebesgeschichte oder etwas in der Ar erzählt es spielt Komplet genau in der realen Welt wenn auch nicht in diesem Jahrhundert. Des öfteren ist es für wie ich denke Teenager etwas schwer mitzukommen und alles zu begreifen da sehr viele Songs und Bands erwähnt werden die, da das Buch  so um 1970 spielt, eher heutzutage unbekannt sind. Auch etwas was mir nicht gefallen hat ist das interessante Punkte und Handlungen eher kurz gefasst werden und dafür die Schnaps sucht des Großvaters unendlich lange hin ausgezogen wird. 
    Ansonsten ganz interessant doch nach meiner Persönlichen Ansicht nicht unbedingt Lebenswert, doch es ist lustig zu erfahren das man früher wirklich stolz auf eine eigene Schreibmaschine war oder gar ein Auto!

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    Petriss avatar
    Petrisvor einem Jahr
    Jugend in der österreichischen Provinz der 70er

    Ich muss ja ehrlich zugeben, dass ich noch nichts von Kurt Palm gelesen habe! Allerdings habe ich sein Bad Fucking in meiner Zeit als Buchhändlerin sehr gut verkauft und hatte immer vor, mal was von ihm in die Hand zu nehmen, doch bei all den vielen schönen Büchern, die jedes Jahr erscheinen, ist es nie dazu gekommen.

    Jetzt, bei seinem neuen Roman, ist es endlich so weit. Klapppentext, Cover, Rezensionen,… Das alles versprach ein Buch nach meinem Geschmack. Und das ist es auch. Tiefgründig, witzig, gut beobachtet, menschlich, sprachlich interessant. Da stimmt einfach alles. Ein Porträt einer Gruppe Teenager in der österreichischen Provinz der 70er Jahre. Ich selber war ein Jahrzehnt selber Teenager in dieser Provinz und vieles kommt auch mir noch sehr vertraut vor.

    Den Rahmen bildet ein heißer Sommer, in dem eigentlich für Nachprüfungen gelernt werden sollte, doch Strandbad, Mädchen, der Wunsch, die Welt zu verändern, lassen diese unwichtig erscheinen. Es geht um Familie, Gesellschaft, die Frage, auf welcher Seite der Vater/Großvater im Krieg stand, natürlich die Liebe und das Suchen und Finden nach dem, der man wirklich ist oder sein will.

    Und wie im echten Leben ist nicht immer alles leicht und sonnig. Schon früh schlägt das Schicksal zu.

    Ein großartiger Roman voller Lebendigkeit, Witz und Menschlichkeit. Ich kann ihn wärmstens empfehlen!

    Kommentare: 2
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    JulesBarroiss avatar
    JulesBarroisvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Kurt Palm entwirft ein stimmiges Bild, wie das damals, Anfang der 70er so war in der österreichischen Provinz.
    Gib mir Schutz - ein Sturm bedroht heute mein Leben

    Strandbadrevolution - Kurt Palm (Autor) 256 Seiten, Deuticke Verlag (20. Februar 2017), 20 €, ISBN-13: 978-3552063372

    „Am Himmel stehen tausend Sterne. Lass sie dort wo sie sind.“ (Seite 146) Dieser Satz steht mir stellvertretend für die Träume und Illusionen eines besonderen Jahrzehnts.

    Die 50er und 60er Jahre sind vorbei. Gemeinsames Badewasser gibt es nicht mehr, aber immer noch geteilte Telefonanschlüsse. Es sind die 70er Jahre. Die engen Denkweisen und das armselige Grau der Nachkriegsjahre scheinen überwunden, das bunte Jahrzehnt hat begonnen.

    Mick erzählt uns die Geschichte. Eigentlich heißt er Ernst und wird von vielen Ernsti genannt, aber er nennt sich nach seinem Idol Mick Jagger. Eine Geschichte in deren Mittelpunkt zum einen seine Freunde stehen: Mü, der Müller heißt, Candy, Taylor und Hendrix. Da gibt es noch Rick, der Gitarrenspieler, der immer seine Haare theatralisch zurückwarf und dabei lässig bemerkte: „Ich habe in London Deep Purple bei Studioaufnahmen begleitet.“ (Seite 11)

    Alle sind irgendwo zwischen 15 und knappen 20 Jahre alt und, ja, lässig wollen sie alle sein. Auf jeden Fall wollen sie etwas verändern, eine Revolution einleiten, die Musik entscheidend beeinflussen oder eben mindestens als lässige, coole Typen wahrgenommen werden. Dem Mick würde es fast schon reichen, wenn ihm überhaupt jemand irgendeine Form der Aufmerksamkeit schenken würde, vor allem wenn er dadurch Personen des weiblichen Geschlechts etwas näherkommen könnte.

    Bis dahin lesen sie Camus, Adorno und Sartre, planen revolutionäre Aktionen „Erhebt euch, ihr Untertanen! (Seite 40), gehen ins Schwimmbad, „Ich setzte mich im Schneidersitz auf mein Badetuch und warf meine Haare theatralisch nach hinten. Aber niemand sah mir dabei zu.“ (Seite 36) oder verfassen wie Candy Traktate: „intensiv leben kann man nur auf kosten des ich.“ (Seite 15), treiben sich auf Rockkonzerten rum. Die Musik, insbesondere die Songtexte, vor allem die der Rolling Stones geben ihnen alle Orientierung und Lebenshilfe.

    Kurt Palm entwirft ein stimmiges Bild, wie das damals, Anfang der 70er so war in der österreichischen Provinz. Die scheinbare Idylle in der Familie und die Konflikte, die natürlich alle außerhalb der Familie liegen. Eine Jugendzeit, wie sie tausendfach erlebt wurde.

    Kurt Palm erzählt uns einfühlsam, ja liebevoll vom Ende der Kindheit und dem Beginn von etwas, das vielleicht Leben heißt, von Liebe und Tod und dem Anfang von vielem, das Ende von etwas.

    Leicht und locker geschrieben. Vor allem die Dialoge sind stimmig, geradezu dem Leben abgelauscht. Faszinierend wie Kurt Palm ein bis in die Details korrektes Bild des Beginns des roten Jahrzehnts entwirft und dabei auch die schwarzen Seiten nicht auslässt.

    Ein Lesegenuss für alle, die diese Zeit bewusst miterlebt haben und für alle, die sich ein Bild davon machen wollen, wie ihre eigenen Eltern groß geworden sind.

    Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Deuticke Verlages

    https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/strandbadrevolution/978-3-552-06337-2/

    Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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    mel2323s avatar
    mel2323vor einem Jahr
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    andrea1978vor einem Jahr
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    AlexandraFritzvor einem Jahr
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    Tupenivor einem Jahr
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    maromavor 2 Jahren

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    Pressestimmen

    Liebeskummer, Langeweile, Rolling Stones & der Plan von der Revolution – mit Kurt Palm in die wilden 70er!

    "Mit Witz, aber niemals nach dem Kalauer schielend erzählt Palm." Michael Wurmitzer, Der Standard, 08.04.17
    „Palm nimmt seine Figuren ernst, ihren Liebeskummer, ihre Leidenschaft für Musik und ihre Sorge um die Welt, während die USA Nordvietnam bombardieren. Man hätte von Palm ein groteskes Pointenfeuerwerk erwartet, umso mehr überrascht der feinsinnige Humor, der sich aus den recht lakonisch dargestellten Situationen und Dialogen ergibt." Friederike Leibl, Presse am Sonntag, 26.02.17
    „Kurt Palm amüsiert mit 'Strandbadrevolution' sehr. Seine Witze sind mitunter erbarmungslos." Peter Pisa, Kurier, 25.02.17
    „Kurt Palms Roman erzählt in ironischer Manier von der Komödie des Erwachsenwerdens in der Revolte-Zeit, von der Nervosität der Männchen und der Gelassenheit der Mädchen unter der Glocke des Stumpfsinns autoritären Familienlebens und dem ganzen Mief allgemein.“ Helmut Schödel, Süddeutsche Zeitung, 01.03.17
    „Eine Hommage auf Tagträumerei, jugendliche Unbeschwertheit, die Härte des Schicksals und die ungeheure Macht der Musik." Bernhard Flieher, Salzburger Nachrichten, 02.03.17
    „Mit 'Strandbadrevolution' legt Palm ein überraschend ernsthaftes, stringentes Erzählwerk vor, in dem er zwischen Komik und Tragik pendelt." Sebastian Fasthuber, Falter, 19.04.17
    „Ein Buch, so abwechslungreich wie die Pubertät selbst." Lina Brünig, WDR5 Bücher, 06.05.17

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