Kurt Tucholsky

 4,1 Sterne bei 593 Bewertungen
Autor von Schloss Gripsholm, Rheinsberg und weiteren Büchern.
Autorenbild von Kurt Tucholsky (©kein Urheberrecht mehr)

Lebenslauf

Kurt Tucholsky wurde am 09.01.1890 in Berlin-Moabit geboren. Seine ersten schriftstellerischen Arbeiten "Märchen" und "Vorsätze" hat er bereits im Alter von 17 Jahren in einer satirischen Beilage des "Berliner Tageblatts" anonym veröffentlicht. Anschließend hat er sein Jura Studium in Berlin und Genf aufgenommen. Diesem folgten zahlreiche politische und gesellschaftskritische Publikationen in verschiedenen Zeitungen, was ihm zu einem der wichtigsten Journalisten der Weimarer Republik machte. Zum Teil verwendete er die Pseudonyme Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger und Ignaz Wrobel. Weiterhin hat Kurt Tucholsky als Liedtexter, Kabarettautor, Lyriker, Satiriker, Literatur- und Theaterkritiker und Romanautor gearbeitet. Insbesondere sein Engagement für die Theaterzeitschrift "Die Schaubühne", später in "Die Weltbühne" umgenannt, dauerte bis zu seinem Tod an. Am 21.12. 1935 verstarb Tucholsky in Göteborg.

Neue Bücher

Cover des Buches Ein Sommertag mit Kurt Tucholsky (ISBN: 9783150148525)

Ein Sommertag mit Kurt Tucholsky

Neu erschienen am 13.05.2026 als Taschenbuch bei Reclam, Philipp.
Cover des Buches Rheinsberg. Ein Bilderbuch für Verliebte (ISBN: 9783150148594)

Rheinsberg. Ein Bilderbuch für Verliebte

Neu erschienen am 13.05.2026 als Taschenbuch bei Reclam, Philipp.
Cover des Buches Rheinsberg - Schloss Gripsholm - Das Lottchen (ISBN: 9783755300304)

Rheinsberg - Schloss Gripsholm - Das Lottchen

Erscheint am 30.07.2026 als Gebundenes Buch bei Petersberg Verlag.

Alle Bücher von Kurt Tucholsky

Neue Rezensionen zu Kurt Tucholsky

Cover des Buches Dürfen darf man alles (ISBN: 9783423140119)
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Rezension zu "Dürfen darf man alles" von Kurt Tucholsky

parden
Allerlei Sprüche...

ALLERLEI SPRÜCHE...

Mit spitzer Feder brachte Kurt Tucholsky seine Aphorismen, Glossen und Satiren zu Papier. Wie einst Heinrich Heine schrieb der große Humanist, Moralist und ironische Polemiker gegen die Ungerechtigkeiten seiner Zeit an, machte sich Gedanken über Menschliches und Allzumenschliches. Eindrucksvoll zeigt diese Anthologie, dass seine Lebenseinsichten nichts von ihrer Gültigkeit verloren haben, denn: »In jeder Zeit sitzt einer und hat sie bis zum Hals herauf satt.« (Verlagsbeschreibung)


"Denn wo käme man hin, wenn man in sich ginge." 


Ich muss gestehen, mir ist etwas mulmig dabei zumute, für dieses Buch "nur" 3 Sterne zu vergeben - denn ich schätze den Autor sehr, über den einst Erich Kästner schrieb: "Kurt Tucholsky, ein kleiner dicker Berliner, wollte mit einer Schreibmaschine eine Katastrophe aufhalten." Und Tucholsky über sich selbst: "Ich schreibe, um eine Welt zu verändern." (S. 165) Der Autor (1890-1935) verstand sich lt. Wikipedia als linker Demokrat, Sozialist, Pazifist und Antimilitarist und warnte vor der Erstarkung der politischen Rechten – vor allem in Politik, Militär und Justiz – und vor der Bedrohung durch den Nationalsozialismus. Er war ein politisch engagierter Journalist, Gesellschaftskritiker,  Satiriker, Kabarettautor, Liedtexter, Romanautor, Lyriker u.a.m. Mit spitzer Feder und einer humanitären Grundhaltung schrieb er von allem und über alles, was ihm bedeutsam schien. 1929 emigrierte er nach Schweden. Die Nationalsozialisten bürgerten ihn nach der Machtergreifung 1933 offiziell aus, seine Bücher wurden öffentlich verbrannt. Tucholskys Leben endete 1935 (krank und depressiv) mit einem Suizid. Sein (missachteter) Vorschlag für den eigenen Grabspruch war übrigens - und das mag als typisch herhalten: "Hier ruht ein goldenes Herz und eine eiserne Schnauze. Gute Nacht!"


"Besser ein Anzug nach Maß als eine Gesinnung von der Stange." 


Was nun dieses Buch anbelangt - ich finde es unglücklich angelegt. Oft sind nur kurze Sprüche abgedruckt, die aus dem Zusammenhang gerissen sind und so eher bedeutungslos wirken, teilweise beziehen sich die Sätze auch auf bestimmte (politisch-gesellschaftliche) Begebenheiten in der Vergangenheit (immerhin >100 Jahre vor unserer heutigen Zeit), was, wenn man nicht ahnt, was damit gemeint ist, auch eher zu einem Unverständnis führt. Natürlich gibt es auch Allgemeingültiges, jedoch weniger als ich erhofft hatte - und leider auch wieder Aktuelles, was Tucholsky auch heutzutage sicher wieder zu zahllosen Artikeln treiben würde. Ein Rufer in der Wüste? 


"Der Zustand der gesamten menschlichen Moral läßt sich in zwei Sätzen zusammenfassen: We ought to. But we don't."


Man mag geneigt sein, sich der Depression Tucholskys anzuschließen. Es liegt aber an jedem Einzelnen von uns, den Kopf nicht in den Sand zu stecken. Halten wir es wie der Autor, wie man im Nachwort lesen kann: "Humor, das kann man bei Tucholsky lernen, ist eine generelle Haltung dem Leben gegenüber, ein probates Mittel, sich von Problemen aller Art nicht unterkriegen zu lassen. (S. 166)

Mehr als drei Sterne kann ich der Zusammenstellung von Lebensweisheiten und Aphorismen aus den genannten Gründen leider nicht geben. Zu verkürzt, reduziert, zusammenhanglos, teilweise auch banal anmutend (böse interpretiert: die Seiten mussten gefüllt werden). Keinesfalls also die zahllosen geistreichen, prägnant formulierten Aperçus, die ich mir erhofft hatte. Das schmälert allerdings nicht meinen Respekt vor dem Leben und dem Werk Tucholskys. 


© Parden

Cover des Buches Auf tausend Straßen (ISBN: 9783833749001)
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Rezension zu "Auf tausend Straßen" von Kurt Tucholsky

Juditha
Deutsche Heimat war schon vor 100 Jahren ein schwieriges Pflaster

Kurt Tucholsky (1890 – 1935) war ein bekannter deutscher Schriftsteller, der zu den bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik zählte. Seine Beiträge für die WELTBÜHNE waren und wie man in diesem Buch sieht, sind einfach legendär. Seine diversen Pseudonyme sind es auch: Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger und Ignaz Wrobel. Ich bin mit der Lektüre seiner Bücher „Rheinsberg“ und „Schloss Gripsholm“ schon als Kind in Berührung gekommen, kenne Filme, Schallplatten, Hörspiele davon.

Die politischen Gedichte und Geschichten sind eher nicht meine Welt. Aber ich besitze ein Reprint von „Deutschland, Deutschland über alles“ aus dem Jahr 1980, das ich bis heute nicht ins Antiquariat gegeben habe. Ich habe festgestellt, im neuen Buch „Auf tausend Straßen“ machte das Kapitel „Heimat“ auf mich heute sehr viel mehr Eindruck als 1980. Wenn ich bedenke, wie viele Leute heutzutage mit Heimat und Deutschland nicht so viel anfangen können, dann war das vor 100 Jahre ähnlich, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.

1929 hat John Heartfield das Bilderbuch „Deutschland, Deutschland über alles“ montiert, heute halte ich das modern und unheimlich anregend von Stefanie Harjes illustrierte Buch „Auf tausend Straßen“ in den Händen. Der äußere Unterschied könnte nicht größer sein. Im Inneren ist es Kurt Tucholsky, wie man ihn kennt und erwartet. Der Wechsel von Lyrik und Prosa ist gut gelungen, die Illustrationen sind kleine Kunstwerke mit dem gleichen Humor, der Ironie und Melancholie, die vom Dichter hereinweht. Als Leser kann man die Unterschiede der Herren mit den drolligen Pseudonymen erforschen, ein jeder auf eigene Art unterhaltsam.

Fazit: Kurt Tucholsky wird für das Heute wiederentdeckt und mit wunderbaren Illustrationen zu neuem Leben erweckt.

Cover des Buches Auf tausend Straßen (ISBN: 9783833749001)
G

Rezension zu "Auf tausend Straßen" von Kurt Tucholsky

germangreeneyedmonster
keine Liebe auf den ersten "Blick"

Schon seit langen Jahren, spätestens seitdem ich in einem Lesebuch in der Schule Ende der 1990er Jahre auf "Augen in der Großstadt"  stieß, möchte ich mich mehr mit dem Werk von Kurt Tucholsky auseinandersetzen. 

Wie das bei solchen Vorhaben oft eben ist - bisher kam es nie dazu und deswegen habe ich mich über dieses Buch sehr gefreut. Hier bekommt man gepaart mit Illustrationen einen Querschnitt durch Kolumnen, Poesie und Prosa von ihm und lernt seine Vielfältigkeit kennen. Ob dies sein Schaffen gut repräsentiert, kann ich nicht beurteilen.

Insgesamt habe ich mir persönlich etwas schwer damit getan einen Zugang zu "ihm" zu finden was vielleicht auch am hin und herspringen liegt. Die Materialien wurden vermutlich  gut gewählt und sind oft schmerzhaft heutig und trotzdem kamen wir gerade die für die Zeitung erschienenen Texte oft recht sperrig vor und ich konnte die Lektüre nicht so genießen bzw. sie hat mich nicht so nachdenklich gestimmt wie ich das ursprünglich erwartete. Ein Buch welches man vielleicht nicht am Stück lesen sollte sondern immer wieder durchblättern und nach einem passenden Text suchen sollte.  Tucholsky als solches "erfasst" habe ich also weiterhin kaum.

Gespräche aus der Community

Kurt Tucholsky - der berühmte Satiriker der Weimarer Republik mahnte wie kein Zweiter vor den Gefahren des Nationalsozialismus und des Krieges. Und ist damit heute leider aktueller denn je! Der Band "Auf tausend Straßen" bietet eine anregende Sammlung von Prosa und Lyrik Tucholskys. Dabei werden die Texte kunst- und geistreich begleitet von Illustrationen der Hamburger Künstlerin Stefanie Harjes.

86 BeiträgeVerlosung beendet
Judithas avatar
Letzter Beitrag von  Juditha

Kurz gesagt: perfekt. Besonders die Illustration in der Mitte (S. 88/89) ist so treffend skizziert, wie das echte Paris eben (war) ist.

Zusätzliche Informationen

Kurt Tucholsky wurde am 09. Januar 1890 in Berlin (Deutschland) geboren.

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