Kurt Tucholsky

 4,1 Sterne bei 559 Bewertungen
Autor von Schloss Gripsholm, Rheinsberg und weiteren Büchern.
Autorenbild von Kurt Tucholsky (©kein Urheberrecht mehr)

Lebenslauf von Kurt Tucholsky

Kurt Tucholsky wurde am 09.01.1890 in Berlin-Moabit geboren. Seine ersten schriftstellerischen Arbeiten "Märchen" und "Vorsätze" hat er bereits im Alter von 17 Jahren in einer satirischen Beilage des "Berliner Tageblatts" anonym veröffentlicht. Anschließend hat er sein Jura Studium in Berlin und Genf aufgenommen. Diesem folgten zahlreiche politische und gesellschaftskritische Publikationen in verschiedenen Zeitungen, was ihm zu einem der wichtigsten Journalisten der Weimarer Republik machte. Zum Teil verwendete er die Pseudonyme Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger und Ignaz Wrobel. Weiterhin hat Kurt Tucholsky als Liedtexter, Kabarettautor, Lyriker, Satiriker, Literatur- und Theaterkritiker und Romanautor gearbeitet. Insbesondere sein Engagement für die Theaterzeitschrift "Die Schaubühne", später in "Die Weltbühne" umgenannt, dauerte bis zu seinem Tod an. Am 21.12. 1935 verstarb Tucholsky in Göteborg.

Neue Bücher

Cover des Buches Schloss Gripsholm (ISBN: 9783962818586)

Schloss Gripsholm

Neu erschienen am 29.06.2021 als Taschenbuch bei Null Papier Verlag.
Cover des Buches Besinnliche Stunden (ISBN: 9783844544411)

Besinnliche Stunden

Erscheint am 27.09.2021 als Hörbuch bei Der Hörverlag.

Alle Bücher von Kurt Tucholsky

Neue Rezensionen zu Kurt Tucholsky

Cover des Buches Wir saßen auf der Wolke und ließen die Beine baumeln. Nachher (ISBN: 9783150113127)Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Wir saßen auf der Wolke und ließen die Beine baumeln. Nachher" von Kurt Tucholsky

Ein distanzierter klarer Blick aus der Ferne
Gwhynwhyfarvor 7 Monaten

Der Anfang: «Wir schaukelten uns auf den Wellen – kurze und lange umhauchten uns, die Sendestationen der Planetenkugeln versorgten uns damit, uns, im jenseitigen Herrenbad. Aus den Familienkabinen drang leises Kreischen.»


Kurt Tucholsky schaut hier in kleinen Essays auf die Welt hinunter, auf einer Wolke sitzend mit einem Gesprächspartner. Ein distanzierter klarer Blick aus der Ferne. Man könnte es als Auszeit aus der Welt betrachten, sich zurücknehmen und resümieren. Natürlich sind die Texte mit dem typisch satirischen Blickwinkel des Publizisten unterlegt. In den 1920ern widmete er sich in 20 tiefsinnigen wie amüsanten Erzählungen, die in der Zeitschrift «Weltbühne» als Kolumnen erschienen, fabulieren über das Jenseits, Gott, menschliche Fehler und Beziehungen. Ob es um den Knacks im Leben geht, wenn man aus der Jugend ins Mannesalter fällt, nicht gleitet; das Opfer des Einzelnen, das er für die Gemeinschaft auf sich nimmt, Klatsch und Tratsch hinter dem Rücken, menschliche Unzulänglichkeit und Verfehlen. Kurze Texte, Kolumnen, die auch noch heute aktuell sind. Fein geschliffene Sprache, Humor. Ein kleines Buch für die Hosentasche, ein Geschenk statt Blumen. – Bücher verwelken nicht.


«Nein›, sagte er. ‹Ich kann nicht schwimmen. Ich hatte einen Bruch. Mein Leib hatte einen Bruch.›

Ich habe es auch nicht gelernt›, sagte ich. ‹Ich wollte es immer lernen – ich habe drei –, viermal angefangen – ; aber dann ist es immer nichts geworden. Nein, Schwimmen nicht. Englisch auch nicht – damit war es ganz dasselbe. Haben Sie alles erreicht, was Sie sich einmal vorgenommen hatten? Ich auch nicht.»

Kurt Tucholsky (9.1.1890 Berlin – 21.12.1935 Göteborg, Schweden), Sohn eines jüdischen Kaufmanns, war einer der gefragtesten Publizisten der Weimarer Republik. Tucholsky, der trotz pazifistischer Einstellung Soldatendienst während des Ersten Weltkriegs zu leisten hatte, war bereits seit seines Jura-Studiums in Berlin und Genf (er promovierte 1915 zum Dr. jur.) journalistisch aktiv. Er schrieb mitunter für die Zeitschriften Vorwärts, Weltbühne (ehem. Schaubühne) und Ulk. Ab 1929 lebte er im schwedischen Hindås, wo er von der Machtergreifung Hitlers erfuhr. Tucholskys Bücher wurden aufgrund seiner offensiven Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus 1933 verboten und verbrannt, er selbst ausgebürgert. Tucholsky starb nach einem Suizidversuch in Göteborg. Tucholsky bediente in mehr als 2.500 publizistischen Texten– mitunter unter den Pseudonymen Ignaz Wrobel, Peter Panter, Theobald Tiger und Kaspar Hauser – ein breites journalistisches Spektrum von Polit-Satire über Feuilleton bis hin zu Chanson. Daneben erschienen von ihm die Reiseaufzeichnung «Ein Pyrenäenbuch» sowie das gesellschaftskritische und in Zusammenarbeit mit John Heartfields entstandene Deutschland, Deutschland über alles. Die Romane «Rheinsberg: Ein Bilderbuch für Verliebte» und «Schloss Gripsholm – Eine Sommergeschichte» sind humorvolle und melancholische Liebesgeschichten. Nach seinem Tod wird Tucholsky dem Friedhof in Mariefred in Schweden beigesetzt – unweit des Schlosses Gripsholm.

 https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/wir-saen-auf-der-wolke-und-lieen-die.html

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Cover des Buches Schloss Gripsholm (ISBN: 9783458361565)Aus-Liebe-zum-Lesens avatar

Rezension zu "Schloss Gripsholm" von Kurt Tucholsky

Leichter Klassiker
Aus-Liebe-zum-Lesenvor 8 Monaten

Nach langer Abstinenz hab ich mich mal wieder mit einigen Klassikern beschäftigt. Darunter war auch Kurt Tucholskys „Schloß Gripsholm“, das ganz gut in die Jahreszeit passt. Unter den Klassikern ist es eher leichte Kost.

 Ich finde es immer etwas schwierig, über Klassiker zu schreiben, die schon tausendfach besprochen wurden, gebe hier aber dennoch auch meinen Senf dazu.

Ich finde die Themen, die um den Sommerurlaub des Ich-Erzählers Peter und seiner Freundin Lydia, die er meistens Prinzessin nennt, doch recht forsch für die Entstehungszeit in den 30er Jahren. Es geht um ein Liebesabenteuer zu dritt und die Rettung eines Kindes aus einem Heim mit diktatorischer Leiterin. 

Der Erzählstil ist heiter-fröhlich, auch in den eher dramatischen Szenen, wobei ich die vielen Stellen in Plattdeutsch anstrengend fand. Ich bin allerdings ohnehin kein Freund von geschriebenem Dialekt.

Schloß Gripsholm kann man super an zwei lauen Sommerabenden oder als Einstieg in die Welt der Klassiker lesen. Der Umfang ist überschaubar und die Sprache recht einfach zu lesen und zu verstehen.

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Cover des Buches Schloss Gripsholm (ISBN: 9783150206126)marilovesbooks2020s avatar

Rezension zu "Schloss Gripsholm" von Kurt Tucholsky

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marilovesbooks2020vor 10 Monaten

Tucholskys bekannte Erzählung startet mit einem fiktiven Briefwechsel zum nächsten Buch zwischen dem Autor selbst und dem Verleger Ernst Rowohlt, der uns wohl allen bekannt ist. Dieser Briefwechsel ist spaßig verfasst und auf diese leichte Art war ich dann eingestellt. 

Der Herr Rowohlt sagt, „eine heitere Liebesgeschichte“ soll es werden. Doch der Kurt sträubt sich noch, obwohl er doch mehr Kohle verdienen will.

Der Erzähler fährt mit seiner Freundin, die er „die Prinzessin“ nennt in den Urlaub. Nach Schweden fahren sie heuer. Die Überfahrt gestaltet sich unspektakulär, die Suche nach einer Unterkunft wird etwas spannender. Schließlich landen sie in einem kleinen Örtchen und beziehen in Schloss Gripsholm ihr Quartier. Nach einiger Zeit kommt das Karlchen zu Besuch und danach kommt dann auch die Billie in die illustre Runde. Im „zweiten Teil“ Teil des Buches retten die beiden dann ein Kind aus den Fängen eines ansässigen Kinderheims. Dann fahren sie wieder heim.

Soweit so gut – das war das Buch.


Meine Meinung: 

Cover wunderschön. Schreibstil des Tucholsky großartig. Übersetzung super.

Der Start mit den Briefen war lustig, dann wurde es etwas langatmig und die Entwicklung plätscherte so dahin. Doch was die Story nicht ganz pointier bringt, kommt jedenfalls mit der Sprache des Autors daher. Sowohl der Humor vom Karlchen, als auch die beobachtende Beschreibung und die Ironie innerhalb des Werkes sind großartig. 

Was meinen Humor komplett traf: Man kann den Hintern schminken, wie man will, es wird kein ordentliches Gesicht daraus. (Zitat)

Hinzu kommt dann zum Schluss eine Dreiecksbeziehung mit Billie, was ich schon sehr gewagt fand (1930er).

Eine unbeschwerte, leicht erzählte "Sommer(liebes)geschichte" – befreit, fröhlich und idyllisch, aber nicht sentimental oder kitschig.

Alles in allem eine Kauf- und Leseempfehlung für die Ironie, die Offenheit, das plattdeutsche Geplappere und den Witz en point. Mein liebster war hier definitiv das Karlchen.

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Kurt Tucholsky wurde am 09. Januar 1890 in Berlin (Deutschland) geboren.

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