Kurt Tucholsky , Kurt Szafranski Rheinsberg. Ein Bilderbuch für Verliebte

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Inhaltsangabe zu „Rheinsberg. Ein Bilderbuch für Verliebte“ von Kurt Tucholsky

Zusammen mit ihrem Freund Wolfgang macht sich die quirlige Medizinstudentin Claire auf zu einem kleinen Liebesausflug in die Provinz: hinaus aus dem Berliner Großstadttrott und für eine "Reihe leuchtender Tage" hinein ins Idyll im märkischen Rheinsberg. Und wirklich, diese Tage gemeinsamen Glücks leuchten schillernd vor lauter Fröhlichkeit und Unbeschwertheit. Kurt Tucholskys Erzählung "Rheinsberg" (1912) ist mehr noch als "Schloss Gripsholm" die wunderbar leichte Geschichte einer jungen, lebenslustigen Liebe - augenzwinkernd-frivol, komisch und herrlich romantisch.

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  • Rezension zu "Rheinsberg" von Kurt Tucholsky

    Rheinsberg. Ein Bilderbuch für Verliebte
    Duffy

    Duffy

    07. July 2012 um 18:49

    Ja, man kann "Rheinsberg" eigentlich immer oder immer mal wieder lesen. In jedem Lebensabschnitt scheint diese kleine Liebesgeschichte von Claire und Wolfgang, die der Hektik der Großstadt Berlin entfliehen wollen und für drei Tage ins märkische Rheinsberg fahren, immer mehr zum Kleinod zu werden. Zumindet geht es dem Rezensenten so. Die "zärtliche" Zeit, die die beiden verbringen, ist ein Loblied auf die Liebe, eine Feier der kleinen Gesten und ein Feuerwerk an tiefer Zuneigung. Es gibt auch immer wieder etwas Neues zu entdecken, Kleinigkeiten, mit denen Tucholsky seine Leser fast ein Jahrhundert in dieser Geschichte zu begeistern wusste. Auch heute noch kann man lächeln, denn auch in diese zauberhafte Geschichte baute Tucholsky noch seine kleinen Sticheleien gegen das Preußentum und schalen Patriotismus ein. Die Diogenes-Ausgabe von 2006 veredelte Tatjana Hauptmann mit herzerfrischenden Illustrationen. Sollte man unbedingt im Regal haben (und natürlich auch lesen).

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  • Rezension zu "Rheinsberg" von Kurt Tucholsky

    Rheinsberg. Ein Bilderbuch für Verliebte
    landsby

    landsby

    30. April 2009 um 13:45

    Betuliches Geschnatter zweier Frischverliebter jenseits wilhelminischer Verkrampftheit. Wer noch nie die Chance hatte, sich in Gegenwart eines frisch verliebten Paares wie das fünfte Rad am Wagen zu fühlen, sollte schleunigst dieses Buch lesen!

  • Rezension zu "Rheinsberg" von Kurt Tucholsky

    Rheinsberg. Ein Bilderbuch für Verliebte
    flipbe

    flipbe

    19. October 2008 um 09:01

    Ich finde, dieses Werk zeigt sehr schön, dass uns auch anderere Absichten zusammenführen als nur die reine wahre Liebe

  • Rezension zu "Rheinsberg" von Kurt Tucholsky

    Rheinsberg. Ein Bilderbuch für Verliebte
    HeikeG

    HeikeG

    15. August 2008 um 18:12

    Sehnsucht nach der Erfüllung Sommer, Sonne, Lebenslust. Zwei junge Verliebte nehmen sich ein Zimmer am See, sie turteln, scherzen, necken sich. Heute alltägliche Realität. Skandal hieß es damals, 1912, in der Hoch-Zeit der wilhelminischen Prüderie, als der 22-jährige Kurt Tucholsky seine persönlichen Erlebnisse mit seiner Freundin Else Weil in der Komödie "Rheinsberg" veröffentlichte. Vorangegangen waren zahlreichen Absagen des angeblich zu frivolen Manuskripts, so dass Tucholsky die Rechte an den Verleger Axel Juncker für 125 Mark verkaufte. So konnte er leider am dennoch unerwarteten Erfolg des schmalen Bändchens nicht partizipieren. Liest man heute die undramatischen, luftig lockeren Zeilen des Autors, die bereits den Duktus von "Schloß Gripsholm" erahnen lassen, kann man sich das damalige Entsetzen kaum vorstellen. Sie erzählen völlig harmlos von der Liebe eines jungen Paares. Die Medizinstudentin Claire entrinnt mit ihrem Freund Wolfgang für eine "Reihe leuchtender Tage" der Monotonie des Berliner Alltags. Unter Vortäuschung falscher Sachverhalte - angeblich verbringt sie das Wochenende bei einer Freundin - reisen sie als "Ehepaar Gambetta" mit der Eisenbahn ins Märkische Rheinsberg. Völlig unbeschwert besichtigen sie den malerischen Ort mit der Jugendresidenz Friedrich des Großen, machen eine Bootsfahrt, übernachten in einer Gastwirtschaft. Man neckt, zankt und amüsiert sich. Vor allem Claire sprüht geradezu vor witzigen Ideen und umgurrt ihren zuweilen gnädig bevormundenden Beschützer mit eigenwilligen und verspielten Sprachschöpfungen, ein inhaltlich meist belangloses umgangssprachliches Kauderwelsch, das weit über die in Berlin übliche freie Verwendung von Artikeln und Personalpronomina hinausgeht. "Sehssu, mein Affgen, das is nu deine Heimat. Sag mal: würdest du für dieselbe in den Tod gehen?" Noch ist die Unbeschwertheit der Vorkriegszeit zu spüren, angesiedelt in einer sorglosen Atmosphäre aus kess-kecker Erotik mit beschwingt-schwerelosem Esprit: "Glücklich sein, aber nie zufrieden. Das Feuer nicht auslöschen lassen, nie, nie! (...) Dies alles umarmen können, nicht, weil es gut oder schön ist, sondern weil es da ist, weil sich die Wolkenbänke weiß und wattig lagern, weil wir leben! Kraft! Kraft der Jugend! (...) eine Reihe leuchtender Tage - das kommt nie wieder! Heiter Glück verbreiten! - Wir wollen uns Erinnerung machen, die Funken sprühen! Wir haben alles voraus - heute!", sinniert Wolfgang beinahe euphorisch. Und ebenso unbeschwert wie sie begann, klingt die Geschichte auch aus. Obwohl sich bei "Wölfchen" doch der ein oder andere melancholische Gedanke einschleicht. "Sehnsucht - Sehnsucht nach der Erfüllung! Hier war alles (...) und doch zog es weiter, der Fuß strebte vorwärts, irgendwo lag ein Ziel, nie zu erreichen!" Die beiden Verliebten kehren nach diesen luftigen drei Tagen ins nahe Berlin zurück. Zu dem heiteren Text hat Tatjana Hauptmann wunderschöne und entzückende Illustrationen beigesteuert. Die lockeren, beschwingten Tuschezeichnungen treffen absolut passend den heiteren Grundtenor des schmalen Büchleins und sind eine wertvolle Ergänzung des geschriebenen Wortes. Kurt Tucholsky, der sich später als unbestechlicher politischer Journalist mit satirischem Talent auszeichnete, gelingt mit "Rheinsberg" eine wunderbar leichtfüßige und beschwingte Erzählung voller Humor. Dass dieser Humor, der auch Bestandteil seiner nachfolgenden Werke sein wird, nicht unbedingt seine seelische Befindlichkeit beschrieb, zeigt sein Freitod im schwedischen Exil. In der Vorrede zum fünfzigsten Tausend (1920) konnte der Autor jedoch rückblickend feststellen: "Was in dem Buch da ist, das weiß ich schon. Eine bessere Zeit, und meine ganze Jugend." Fazit: Auch wenn heutzutage die Scherze und die offen gelebte Verliebtheit von Wolfgang und Claire nicht mehr als unerhört freizügig gelten, so ist eines an Tucholskys "Rheinsberg" doch unvergänglich: die ungestüme Lebensfreude, die zwischen den Zeilen mitschwingt. Das Büchlein ist auch heute noch eine Hommage an den Augenblick, gleichzeitig aber auch ein Erinnern an seinen Autor - den heiteren Kämpfer, verzweifelten Liebenden und ironischen Wissenden Kurt Tucholsky.

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