Schloss Gripsholm

von Kurt Tucholsky 
4,4 Sterne bei14 Bewertungen
Schloss Gripsholm
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Eine unbeschwerte Sommergeschichte, die durchaus auch ernste Seiten hat! Sprachlich gewitzt und einfach bezaubernd!

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Uwe Friedrichsen liest die 1931 erstmals erschienene Sommerliebesgeschichte sehr angenehm betont und zwischendurch auch gekonnt plattdütsch.

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Inhaltsangabe zu "Schloss Gripsholm"

Von seinem Verleger Ernst Rowohlt um eine Liebesgeschichte im Stile von "Rheinsberg" gebeten, verfasste Kurt Tucholsky seine beliebte und in vielen Teilen autobiografische Erzählung "Schloss Gripsholm". Sie erzählt von Lydia und Peter, die ihren Sommerurlaub in Schweden verbringen. Gemeinsam löst man Kreuzworträtsel, badet im See und es kommt sogar zu einer kleinen, aufregenden Ménage-à-trois. Ein perfektes Urlaubsidyll - wäre da nicht die Halbwaise Ada, die ganz in der Nähe unter den Schikanen ihrer sadistischen Heimleiterin leidet.

Günter Pfitzmann begleitet Peter und Lydia in leichtem Ton und voller Länge durch fünf beinahe unbeschwerte Wochen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:B01M99CNHI
Sprache:Deutsch
Ausgabe:herunterladbare Audio-Datei
Verlag:Der Audio Verlag
Erscheinungsdatum:13.10.2016
Das aktuelle Buch ist bei Rowohlt erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    pardens avatar
    pardenvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Uwe Friedrichsen liest die 1931 erstmals erschienene Sommerliebesgeschichte sehr angenehm betont und zwischendurch auch gekonnt plattdütsch.
    Eine zeitlose Sommer-Liebes-Geschichte...

    EINE ZEITLOSE SOMMER-LIEBES-GESCHICHTE...

    "Schloss Gripsholm" ist eine der hinreißendsten Sommergeschichten, die die deutsche Literatur zu bieten hat. Dieses innige, unnachahmlich elegante und amüsante Buch haben sich Liebende seit seinem Erscheinen 1931 immer wieder geschenkt, weil sie in ihm ihre eigene Verliebtheit mit all ihren Torheiten und Verzauberungen erkannten. In einer erstklassigen Lesung belebt Uwe Friedrichsen die Figuren mit seiner markanten Stimme. Und gelegentlich schnackt er auch ein bisschen "plattdütsch". So zeitlos wie die Romanvorlage ist auch diese Umsetzung als Hörbuch.

    Die Erzählung beginnt mit einem Briefwechsel des Autors mit seinem Verleger Ernst Rowohlt, in dem dieser Tucholsky bittet, wieder einmal etwas Leichtes zu schreiben, am liebsten eine Liebesgeschichte. Der Autor ziert sich etwas, feilscht um ein höheres Honorar, willigt jedoch schließlich ein.


    "Kein Wunder, dass Sie auf Samt saufen, während unsereiner auf harten Bänken dünnes Bier schluckt."



    Schließlich fährt der Ich-Erzähler mit seiner Geliebten in den Urlaub -  Sommerwochen in Schweden. Kurt (alias Peter, alias 'Daddy') und Lydia (seine 'Prinzessin') quartieren sich auf Schloss Gripsholm ein und genießen die Tage - die Sonne, die Natur, den Müßiggang, die Zweisamkeit. In ihrer Sommerfrische erhalten sie nacheinander Besuch von Kurts altem Kameraden und Freund Karlchen sowie von Lydias bester Freundin Billie. Die Personen sind sich allesamt sehr zugetan, es knistert wechselseitig zwischen ihnen, und schließlich erleben sie in sehr aufgeräumter Stimmung mit Billie eine Nacht zu dritt - wohl eine biografische Episode, die zu Tucholskys Ruf als Erotomane nicht unwesentlich beitrug...


    "Wir lagen auf der Wiese und baumelten mit der Seele."


    Doch die Leichtigkeit und Unbeschwertheit der Episodenerzählung kontrastiert mit düsteren Szenen. Auf einem ihrer Spaziergänge begegnen die beiden Liebenden einer Schar Kinder, an deren Ende ein kleines trauriges Mädchen geht. Einige Tage später werden sie Zeuge, wie gerade dieses Mädchen aus der Tür eines Hauses stürmt - ein Kinderheim, wie sich herausstellt, und das Mädchen auf der Flucht vor der tyrannischen und sadistischen Heimleiterin. Peter und Lydia beschließen, dass man hier handeln müsse und setzen alle Hebel in Bewegung, um dem Mädchen zu helfen. Ein Hauch von Melancholie und Vergänglichkeit schleicht sich in die sonst so vergnüglich, frivol und verspielt daherkommende Sommergeschichte - beispielsweise auch dann, wenn der Ich-Erzähler in Gedanken an den Alltag in Deutschland verfällt.


    "Die Welt hat eine abendländische Uniform mit amerikanischen Aufschlägen angezogen. Man kann sie nicht mehr besichtigen, die Welt. Man muss mit ihr leben. Oder gegen sie."


    Überhaupt lässt Tucholsky den Leser sehr intensiv an den Gedankengängen und Gefühlen des Ich-Erzählers teilhaben. Die Erzählung dominiert weniger durch Aktionen denn durch inneres Erleben - und das erfordert ein sehr genaues Zuhören, damit hier keine Anspielungen und feine Nuancen verloren gehen. Tucholsky verwebt hier witzige und geistreiche Berliner Dialoge mit plattdeutschen Einsprengseln. Dabei zeigt er sein literarisches Können durch stilistisch ausgefeilte feine Formulierungen scharfer und punktgenauer Beobachtungen - ein gehobenes Stück Literatur.

    Auch wenn die laufend wechselnde Namensgebung der beiden Hauptpersonen vor allem zu Beginn etwas verwirrend war, habe ich die ungekürzte Lesung (4h 48min) sehr genossen. Uwe Friedrichsen ist eine wundervolle Wahl für den Sprecher, denn das Stück wird durch seine durchdachten Betonungen lebendig, die Stimmungen - ob nun frivol und verspielt oder aber nachdenklich und melancholisch - werden hervorragend transportiert. Gerade aber auch die plattdeutschen Einschübe gelingen Friedrichsen mühelos, was das Geschehen noch authentischer wirken lässt.

    Eines der wenigen Hörbücher, die ich sicher nicht nur einmal hören werde. Unbedingt empfehlenswert.


    © Parden


    *********************************************************


    'Schloss Gripsholm' ist das wohl bekannteste Werk Tucholskys - und gleichzeitig das letzte von ihm veröffentlichte. Der Autor verfasste den Roman zu einer Zeit, als er unter den Verschleißerscheinungen seines unermüdlichen politischen Journalismus zu leiden begann. Die Offenheit, Weltklugheit und Großherzigkeit der Hauptfiguren wirken wie ein Gegenentwurf zum kleinkarierten und reaktionären Wesen, das Tucholsky immer wieder beklagte. Das Buch erschien erstmals im Jahr 1931. Am 23. August 1933 stand Tucholskys Name auf der ersten Ausbürgerungsliste der Nationalsozialisten, und sein Vermögen in Deutschland wurde beschlagnahmt. Es gab für ihn keine Publikationsmögichkeiten mehr. Im Dezember 1935 starb der gerade einmal 45jährige Kurt Tucholsky nach längerer Krankheit und in tiefer Resignation an einer Überdosis Schlaftabletten.

    Kommentare: 11
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    N
    NavidRDvor 5 Jahren
    Zwischen Necken und Gezwitscher

    Kurt Tucholsky, ein Name der mir zuvor ohne erkennbaren Grund in den Ohren lag bereit ihn irgendwann einzulassen. Als ich diese Hörbuchausgabe sah musste ich es wäre soweit. Seitenweise in lustvoller Erinnerung an die darauf folgenden Tage zu schwelgen, käme dem gleich was Tucholsky tat als er dieses Werk verfasste.
    Es handelt sich um eine Liebeserklärung an alle Frauen die sowohl reich an Herz wie an Verstand sind, beides in zartester Harmonie verbinden. Doch genauso verbeugt, besser verwandelt der Autor die Bedeutung der Metapher, schafft eine Bildsprache die nie die einfachen Redewendungen wählt, das ausgeleierte wie die erzwungenen Komplexitäten mit Kopfschütteln von sich stösst.
    Es gibt wenig Werke die ich bald erneut lesen möchte doch jener Zauber einer neuen Liebe vermag die Sicht auf dieses Buch verändern, weshalb ich es wieder und wieder zur Hand nehmen werde um Lydia und "dem Dicken" mein Herz zu schenken.
    Fazit: Es gibt Klassiker, Meisterwerke und Schriften die man nichtmehr vergisst, weil sie verändern. Schloss Gripsholm erhebt sich darüber hinweg.

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    Daphne1962vor 5 Jahren
    Eine Idylle in Schweden

    Schloß Gripsholm von Kurt Tucholsky, gelesen von Heike Makatsch.

    Kurt Tucholsky wurde 1890 in Berlin geboren. Der promovierte Jurist erzielte bereits 1912 seinen ersten literarischen Erfolg und gilt als einer der bedeutendsten Autoren der Weimarer Republik. Er war als Dichter, Kabarettautor, Schriftsteller, Journalist und Kritiker gleichermaßen produktiv und erfolgreich. Ab 1924 lebte er in Paris, ab 1929 in Schweden. Er starb 1935 in Göteborg.

    Stephan und Lydia freuen sich auf die Ferien in Schweden. Sie sind jung und unverheiratet. Beide mieten sich in Schloß Gripsholm ein, nachdem sie mit einem kauzigen Fremdenführer diese Idylle entdeckt haben. Was ist das Leben schön. Stephan nennt seine Liebste „Die Prinzessin“ und sie schimpft ihn keck „Daddy“. Noch viele andere Namen tauchen auf. Auch fallen die beiden ständig in ein sprachliches Gewirr aus Plattdeutsch, Denglisch ein oder sie gebrauchen auch schwedisch klingende Wörter. Das Schloß liegt so idyllisch an einem See, zwischen Wald und Wiesen, da kommt man zur Ruhe. 

    Dennoch ist es mit der Ruhe bald vorbei. Stephans alter Freund Karlchen kündigt sich an, bei ihnen 8 Tage gemeinsam zu verbringen. Karlchen erweist sich als angenehmer und heiterer Zeitgenosse, das die Zeit wie im Fluge vergeht. Nach der Abreise taucht kurzfristig die charmante Freundin von der Prinzessin, Billie auf. Sie versüßt den beiden die Tage sehr.

    Aber noch etwas taucht in diesem Urlaub auf. Eine Schar Kinder aus einem Erziehungsheim. Da ist ein sehr verängstigtes Kind dabei, welches den Beiden sehr auffällt und sie versuchen herauszufinden, was dort nicht stimmt. Als sie mit der Leiterin Frau Adriani versuchen zu reden, merken sie, die Kinder werden sehr schlecht behandelt. Hier muss Abhilfe geschaffen werden. Sie sind schockiert, was sie hier zu sehen bekommen und setzen alles daran dem Kind zu helfen.  

    Heike Makatsch liest das Hörbuch sehr gut, mit allen Dialekten, melancholisch, mal frech und burschikos. Anfangs kommt man ein wenig schwer hinein in die Geschichte, aber dann möchte man auch hören, was Kurt Tucholsky hier zu Papier gebracht hat. Sehr heiter und lustige Sprüche hat er hier verfasst.

    Kommentare: 1
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    tedescas avatar
    tedescavor 7 Jahren
    Rezension zu "Schloß Gripsholm" von Kurt Tucholsky

    Normalerweise werden Bücher, die einen Mann als Ich-Erzähler haben, ja auch von einem Mann gelesen. Hier war es eine gute Entscheidung, Heike Makatsch zu wählen, die der "Prinzessin" mit Bravour das köstliche Plattdeutsch verpasst, einem wesentlichen Element des Humors dieser kleinen Geschichte.

    Mehr muss man über diesen Klassiker wohl nicht sagen. Leichte Sommerstimmung mit einem der Entstehungszeit angepassten Witz, der seine Wirkung bis heute nicht verloren hat. Dazu eine Prise Einfühlsamkeit und Tiefgang - was will man mehr?

    Ein wirklich nettes Hörerlebnis!

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    buchjunkies avatar
    buchjunkievor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine unbeschwerte Sommergeschichte, die durchaus auch ernste Seiten hat! Sprachlich gewitzt und einfach bezaubernd!
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    blunas avatar
    bluna
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    asita
    Julezs avatar
    Julez
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    Stachellyvor 2 Jahren
    S
    Susi-Kvor 2 Jahren

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