Kurt Vonnegut

 4 Sterne bei 441 Bewertungen

Lebenslauf

Kurt Vonnegut, geboren 1922 in Indianapolis, war einer der einflussreichsten amerikanischen Schriftsteller des letzten Jahrhunderts. Zu Beginn des 2. Weltkriegs brach er sein Studium der Biochemie ab, um in den Wehrdienst zu treten. 1944 kam er in deutsche Kriegsgefangenschaft in Dresden. Nach dem Krieg zog er zurück in sein Heimatland und absolvierte ein Studium der Anthropologie, im Anschluss daran war er als Polizeireporter, Werbefachmann und Aushilfslehrer tätig. Vonnegut veröffentlichte im Jahr 1952 seinen ersten Roman "Das höllische System". Es folgten viele weitere. Gekennzeichnet ist seine Literatur vorallem durch seinen humanistischen und atheistischen Glauben. Kurt Vonnegut starb am 11. April 2007 in New York.

Neue Bücher

Cover des Buches Galapagos (ISBN: 9783453322653)

Galapagos

 (2)
Neu erschienen am 15.05.2024 als Taschenbuch bei Heyne.

Alle Bücher von Kurt Vonnegut

Cover des Buches Schlachthof 5 oder Der Kinderkreuzzug (ISBN: 9783455014273)

Schlachthof 5 oder Der Kinderkreuzzug

 (119)
Erschienen am 02.04.2022
Cover des Buches Frühstück für starke Männer (ISBN: 9783442093946)

Frühstück für starke Männer

 (26)
Erschienen am 01.08.1994
Cover des Buches Mann ohne Land (ISBN: 9783492249287)

Mann ohne Land

 (14)
Erschienen am 01.11.2007
Cover des Buches Galapagos (ISBN: 9783442096244)

Galapagos

 (11)
Erschienen am 01.11.1995
Cover des Buches Die Sirenen des Titan (ISBN: 9783946503590)

Die Sirenen des Titan

 (9)
Erschienen am 01.03.2019
Cover des Buches Ein dreifach Hoch auf die Milchstrasse! (ISBN: 9783036991702)

Ein dreifach Hoch auf die Milchstrasse!

 (9)
Erschienen am 01.01.2012
Cover des Buches Katzenwiege (ISBN: 9783499124495)

Katzenwiege

 (8)
Erschienen am 01.12.1994
Cover des Buches Der taubenblaue Drache (ISBN: 9783036959108)

Der taubenblaue Drache

 (7)
Erschienen am 30.10.2013

Neue Rezensionen zu Kurt Vonnegut

Cover des Buches Galapagos (ISBN: 9783453322653)
einz1975s avatar

Rezension zu "Galapagos" von Kurt Vonnegut

Kurt Vonnegut - Galapagos
einz1975vor 20 Tagen

Eine Kreuzfahrt ist mehr als nur eine Reise von einem Hafen zum nächsten. Sie ist ein Abenteuer, das die Möglichkeit bietet, neue Menschen kennenzulernen und das Unbekannte zu erkunden. Dabei genießt man kulinarische Köstlichkeiten und erfrischende Getränke. Das brandneue Kreuzfahrtschiff „Bahia de Darwin“ steht kurz vor seiner Jungfernfahrt zu den Galapagos-Inseln. Die Reiseveranstalter haben zahlreiche Prospekte verteilt und die ersten Interessenten sind schnell gefunden. So begegnen sich der Heiratsschwindler James Wait und die frisch verwitwete Mary Hepburn. Dies ist erst der Beginn einer Reihe von Zufällen, die letztlich dazu führen, dass die Menschheit, trotz des drohenden Aussterbens, doch noch überlebt.

Es ist das Jahr 1986 und die Menschheit steht auf dem Höhepunkt ihrer Entwicklung. Auf einer Messe in Deutschland versammeln sich zahlreiche Menschen, doch an diesem Tag scheint etwas anders zu sein. Viele erkranken plötzlich an Fieber, einige fühlen sich für mehrere Tage unwohl, doch etwas völlig Unerwartetes geschieht: Diese Krankheit, die sich bis in die entlegensten Winkel der Erde ausbreitet, führt zur Unfruchtbarkeit der Frauen. Durch einen glücklichen Zufall legt das erwähnte Kreuzfahrtschiff rechtzeitig ab, sodass der Virus nicht an Bord gelangt. Währenddessen gerät die Welt aus den Fugen, da die Spannungen zwischen mehreren Ländern schließlich in einen Krieg münden. Was ist davon eine Million Jahre später noch übriggeblieben?

Kurt Vonnegut entführt den Leser nicht in einen aufregenden Endzeit-Thriller; das wäre auch nicht sein Stil. Stattdessen beginnt er recht unscheinbar und stellt uns einen der Passagiere vor. Schon auf den ersten Seiten zeigt sich seine besondere Erzählweise, die entweder sofort fesselt oder nicht. Ich muss zugeben, dass ich es stellenweise ziemlich umständlich fand, mich durch die Zeiten zu kämpfen und von einer amüsanten Anekdote zur nächsten zu springen. Die Erzählstruktur ähnelt eher einem Spinnennetz, bei dem jeder Faden eine eigene Geschichte erzählt. Erst wenn man das gesamte Netz – oder in diesem Fall die gesamte Geschichte – überblickt, erkennt man das vollständige Bild. Die einzelnen Episoden wirken zunächst völlig zufällig: Ein Kampfflieger, der zur richtigen Zeit die Bombe an der richtigen Stelle abwarf, oder ein Kapitän, der sich verirrte und dadurch genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort eintraf.

Es gibt unzählige solcher Beispiele, und doch wird diese skurrile Geschichte durch ein zentrales Thema verbunden – die übergroßen Gehirne der Menschen. So großartig unsere Erfindungen auch sind, sie haben oft zu den Problemen geführt, die wir heute haben: Streit um Land und Nahrung, Kriege – es scheint fast, als sei der Tod anderer so normal, dass es egal ist, wer lebt oder stirbt. Egal welche Evolution wir in der Zukunft durchlaufen, alles beginnt in unseren Köpfen. Nur wenn ein Zusammenleben in Harmonie und Einklang möglich wird, haben wir eine Chance. Aus der kleinen Gruppe von Kreuzfahrtpassagieren entstand die neue Generation der Menschheit und sie brachten den Neustart, den die Natur sich für uns vielleicht wirklich wünscht.

Fazit:
Alles auf Anfang! Die Galapagos-Inseln liegen am Äquator, etwa 1000 km westlich von Ecuador. Sie sind ein Refugium für Flora und Fauna und der letzte Ort, an dem man die Rettung der menschlichen Rasse erwarten würde. Kurt Vonnegut erzählt in seinem Roman keine geradlinige Geschichte über den Untergang und die Wiederauferstehung der Menschheit. Stattdessen zerlegt er die Handlung in viele kleine, scheinbar unwichtige Details, die der Leser selbst zusammensetzen muss. Dabei bietet er eine kritische Auseinandersetzung mit unserem Handeln und Denken, gepaart mit seinem unverwechselbaren Humor. Man spürt schnell, dass er großen Spaß beim Schreiben hatte. Seine Sätze sind locker und unbeschwert, was oft ein Schmunzeln hervorruft, doch die Geschichte erzählt sich nicht von selbst. Ich persönlich fand es störend, ständig zwischen verschiedenen Episoden zu springen und Nebensächlichkeiten zu erfahren. Der rote Faden ist die Kritik an den modernen Menschen und damit lag Vonnegut schon in den 80ern richtig. „Galapagos“ spaltet unweigerlich die Leserschaft, damals wie heute.

Matthias Göbel

Autor: Kurt Vonnegut
Übersetzung: Lutz-W. Wolff
Klappenbroschur: 336 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Veröffentlichung: 15.05.2024
Erstveröffentlichung: 1985
ISBN: 9783453322653

Cover des Buches Galapagos (ISBN: 9783453322653)
Flaventuss avatar

Rezension zu "Galapagos" von Kurt Vonnegut

Dystopische und sehr eigensinnige Geschichte
Flaventusvor 2 Monaten

Die Erzählung in Galapagos fängt recht merkwürdig an. Der Erzähler berichtet davon, dass die geschilderten Ereignisse eine Million Jahre in der Vergangenheit liegen, erzählt von Ereignissen aus der Gegenwart (die in diesem Roman in den 90ern ist) und berichtet, dass er auch an Ereignissen aus der Vergangenheit teilgenommen hat. Zusätzlich erzählt er permanent davon, dass die großen Gehirne der Menschen selbigen zum Verhängnis werden.

Bevor der Leser erfährt, was es damit auf sich hat, stellt der Autor relativ ausführlich einige Passagiere vor, die auf einem Kreuzfahrtschiff zu den Galapagos-Inseln aufbrechen. Es müssen irgendwie zwangsläufig die Galapagos-Inseln sein, denn dieser Roman thematisiert sehr ausführlich die Evolution. Und legt gleichzeitig die Finger in die Wunden in die „heutige“ Gesellschaft. Ja, das Buch erschien erstmals 1985, aber viele ignorante Verhaltensweisen von heute gab es auch schon damals, weshalb es noch immer aktuell ist.

Der Autor vermischt in diesem Roman sehr ungeniert Fiktives mit der Realität. Er erfindet eine Insel (Galapagos ist eine Inselgruppe) und stellt die These auf, dass es dort keine Gräber gibt (auf zwei Inseln befinden sich Friedhöfe). Gleichzeitig erzählt er von den Erfolgen Darwins und wie seine Expeditionen abliefen, und stellt einzelne sonderbare Tiere vor (wie z.B. die Vampirfinken).

Fazit

Ich finde es immer wieder lobenswert, wenn Verlage alte Werke wieder aufleben lassen. Kurt Vonnegut gilt als Kultautor und hat diese Sphäre anno 2007 verlassen. Viele finden, dass Galapagos sein bestes Werk ist. Ich persönlich mag solche Superlativen eher nicht, sondern weise lieber darauf hin, dass der beschreibende Schreibstil relativ speziell ist und der Leser offen für eigensinnige Geschichten sein muss. Dann hat er auch seine Freude an diesem Roman.

Cover des Buches Die Sirenen des Titan (ISBN: 9783453322585)
einz1975s avatar

Rezension zu "Die Sirenen des Titan" von Kurt Vonnegut

Kurt Vonnegut - Die Sirenen des Titan
einz1975vor einem Jahr

Science Fiction handelt bekanntlich nicht nur von Aliens und Raumschiffen, auch wenn in dieser Geschichte beides auftaucht. Kurt Vonnegut erzählt über das Leben von Winston Niles Rumfoord. Er ist der erste und einzige Mensch, der ein Zusammenstoß mit einem chrono-synklastisches Infidibulum hatte. Winston ist seit diesem Zwischenfall kein normaler Mensch mehr. Er bewegt sich durch Raum und Zeit, jedoch taucht er alle 59 Tage in seiner Heimat Newport wieder auf. Dieses Ereignis wird später so überwältigend gefeiert, dass er zu einer wahren Attraktion und Ikone der Raumfahrt erwächst. Wäre die Geschichte hier zu Ende, würde man eine klassische Sci-Fi-Story in den Händen halten, doch bei diesem Roman geht der Autor weit darüber hinaus.

Winston bleibt nicht die einzige Figur. Er lenkt vielmehr das Schicksal eines Menschen, den er sich auserwählt hat. Winston erzählt Constant, was mit ihm alles passieren wird, denn er kann, wie wir wissen, in die Zukunft reisen und zurück. Constant wird zum Mars reisen, zum Jupiter und zum Titan. Weiterhin wird er sich in die Frau von Winston verlieben und zusammen werden sie einen Sohn haben. Warum aber sollte all das geschehen? Er hat gar keine Absichten ins All zu fliegen, geschweige sich in eine verheiratete Frau zu verlieben?! Die Zeit verrinnt und wir erleben den Verfall des einstigen Lebens von Constant, so dass er doch irgendwann zum Mars aufbrechen muss. Hier kippt die Story und wir erleben den Alltag eines Soldaten auf dem Mars.

Bevor sie auf dem Planeten landen, werden alle noch einmal einer Prozedur unterzogen. Es werden ihnen ihre gesamten Erinnerungen genommen. Name, Herkunft und alles, was man über sich wusste, wird gelöscht. Doch hin und wieder erinnern sich einige an ihr altes Leben, so auch dieser Soldat und damit geht die Geschichte in die zweite Hälfte. Sicherlich ahnt der aufmerksame Leser, worauf das alles hinausläuft, dennoch hält sich der Autor lange zurück, um die Erkenntnisse zu offenbaren. Vonnegut geht bei seiner Erzählung nicht immer geradeaus. Oft schweift er so weit ab, dass man sich ein wenig verloren vorkommt. So beschreibt er für einen Moment eine Person, die wiederum etwas eigenes erzählt, während sie eine Geschichte vorträgt.

Verschachtelt geht es für den Leser sehr mühsam voran. Die Schreibweise und der Erzählstil sind wahrlich meisterlich eigenartig. Von der banalsten Situation, zu einer grausamen Tat ist alles dabei, was man in so einen Roman stecken kann. Die außergewöhnlichen Lebewesen oder Raumschiffe spielen zwar nur Nebenrollen, helfen dem Autor aber, dass man das neue und nicht zu verstehende seines Textes auch gar nicht erst hinterfragt. Schließlich ist es Science Fiction und manchmal taucht sie einfach nur in der Art und Weise auf, wie einer etwas macht, was noch keiner vor ihm machte. Neben dem Roman selbst, gibt es noch ein Vorwort von Denis Scheck, welches vielleicht ein klein wenig Erkenntnis für einige Situationen des Romans liefert.

Fazit:
Die Verlockung ohne Gesang! Sirenen sind Fabelwesen aus der griechischen Mythologie. Ihr betörender Gesang soll vorbeifahrende Schiffer anlocken, worauf sie tödlich verunglücken. Damit hat Kurt Vonnegut den wohl passendsten Namen für seinen Roman gefunden. Während des Verlaufs breitet sich ein wahrer Teppich an Ideen und Richtungen aus, dass man schnell nicht mehr nur mitliest, sondern sich darin verliert. Das Spiel von Rumfoord und seine gelenkten Figuren agieren genauso puppenhaft, wie die störrische Erzählstruktur. Der Autor flaniert in seiner Welt und erzählt einfach drauflos, ohne immer ein Ziel vor Augen zu haben. Die Science Fiction hilft ihm dabei seinen Text so hinzunehmen, ob man will oder nicht. Kurt Vonnegut schuf mit „Die Sirenen des Titan“ Sci-Fi-Literatur, die allein schon durch den Schreibstil schwer einzuordnen ist und noch immer nicht für jeden Zugang gewährt.

Matthias Göbel

Autor:
Kurt Vonnegut
Übersetzung: Harry Rowohlt
Broschur: 350 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Veröffentlichung:
15.03.2023
Erstveröffentlichung:
1959
ISBN:
9783453322585

Gespräche aus der Community

Bisher gibt es noch keine Gespräche aus der Community zum Buch. Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Kurt Vonnegut wurde am 11. November 1922 in Indianapolis (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

Kurt Vonnegut im Netz:

Community-Statistik

in 487 Bibliotheken

auf 68 Merkzettel

von 12 Leser*innen aktuell gelesen

von 9 Leser*innen gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks