Kuwana Haulsey Der Engel von Harlem

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Inhaltsangabe zu „Der Engel von Harlem“ von Kuwana Haulsey

May Chinn träumt davon, Pianistin zu werden. Aber in den 1920er Jahren ist es unmöglich, sich als Farbige in New York zu behaupten. Als ihr ein rassistischer Professor sagt, dass sie keine Chance auf eine große Karriere hat, studiert sie Medizin. Auch hier wird sie mit heftigem Widerstand konfrontiert – und doch gelingt es ihr, die erste schwarze Ärztin New Yorks zu werden.

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    Der Engel von Harlem
    Liebes_Buch

    Liebes_Buch

    03. April 2014 um 13:54

    In "Der Engel von Harlem" lässt die Autorin Kuwana Haulsey May Chinn ihre Lebensgeschichte erzählen. May Chinn war 1926 die erste schwarze Ärztin in New York. Ursprünglich hatte sie Musik studieren wollen. Da man ihr in diesem Fachbereich aber ankündigte, sie als Farbige durchfallen zu lassen, wechselte sie in den wissenschaftlichen Bereich, deren Professoren offener waren und ihr Talent gerne ausbilden wollten. Haulsey holt ein bisschen bei der Familiengeschichte aus, um den Kontrast zur Zeit der Sklaverei herzustellen. So kann der Leser den schweren Kampf und das Leid der Menschen besser nachvollziehen. Fantastisch gelungen sind der Autorin auch die Schilderungen der Rassenunruhen in den Städten und des Einsatzes der Schwarzen im 1. Weltkrieg. May Chinn versorgte nicht nur die Armen in Harlem, sondern wurde auch Krebsspezialistin. In den 70ern setzte sie sich zur Ruhe, konnte sich aber nicht einmal eine Wohnung leisten. Als das bekannt wurde, ermöglichten die New Yorker ihr durch Spenden den Verbleib in ihrer Sozialwohnung. Sowas gibt es nur in Amerika! Kuwana Haulsey wurden für ihre Bücher einige Preise verliehen. Ich empfand den Schreibstil als solide, das Buch liest sich praktisch von allein. Sehr spannend! May Chinn kannte übrigens auch Paul Robeson! Ich war sehr überrascht!

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  • Rezension zu "Der Engel von Harlem" von Kuwana Haulsey

    Der Engel von Harlem
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    16. August 2012 um 12:03

    Nach ihrem schon mit vielen Preisen ausgezeichneten Debütroman „The Red Moon“ legt die junge amerikanische Schriftstellerin Kuwana Haulsey hier ihren zweiten Roman vor, der in den USA ebenfalls schon mit etlichen Preisen dekoriert wurde. Sie folgt in diesem Buch mit einer leichten, engagierten und stellenweise poetischen Sprache dem Leben und der Geschichte von May Chinn, die Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA viele Jahre darum kämpfte, als erste farbige Ärztin zugelassen zu werden. Es ist ein spannender und bewegender Roman, der ihr da gelungen ist, ein Buch, das unglaubliche Zustände schildert, einen Rassismus beschreibt, wie man in den Südstaaten, nicht aber im aufgeklärten New York der zwanziger Jahre vermutet hätte. Es sind Frauen und Menschen wie May Chinn, die durch ihre Beharrlichkeit und ihren Mut die Dinge in der Welt voranbringen, leider werden sie später oft vergessen. Dieser wunderbare Roman setzt dagegen ein deutliches und literarisch anspruchsvolles Ausrufezeichen.

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  • Rezension zu "Der Engel von Harlem" von Kuwana Haulsey

    Der Engel von Harlem
    AennA

    AennA

    26. December 2011 um 13:50

    May Chinn will Ärztin werden. Aber der Weg dahin ist lang und steinig, denn zum einen kommt sie aus sehr armen Verhältnissen, zum anderen ist ihre Hautfarbe schwarz. Und sie ist eine Frau, in den dreißiger Jahren ein weiteres Handicap. In dem biographischen Roman "Der Engel von Harlem" erzählt uns die Autorin Kuwana Haulsey von einer Frau, die in Zeiten des ausgeprägten Rassismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts in New York zielstrebig um ihre Rechte kämpft und, allen Vorbehalten zum Trotz, Ärztin wird. Die Autorin wählt die "Ich-Form", die uns Lesern sehr schön das Gefühl vermittelt, unmittelbar am Geschehen beteiligt zu sein. Wir bekommen Einblicke in die Kindheit der kleinen May, die geliebt und behütet bei Eltern aufwächst, die selbst noch das Sklavenleben ertragen mussten. Trotz schlechter Lebensumstände und großer Armut ermöglicht vor allem Mays Mutter Lulu der Tochter eine ordentliche Ausbildung. Ganz ausgezeichnet versteht es die Autorin, die wirtschaftlichen Verhältnisse sowie die enge Verbindung zwischen Mutter und Tochter zu beschreiben. Die Beziehung zum Vater dagegen erweist sich als kompliziert. Mit einer schönen Sprache und nahezu bildhaft führt Haulsey den Leser durch Mays Kindheit und Jugend, die auch geprägt durch Schicksalsschläge wird. Wir lernen eine junge und sehr kluge Frau kennen, die an den Barrieren, die sich ihr in den Weg stellen, eher zu wachsen scheint. Sowohl die persönlichen Einschläge in ihrem Leben als auch die politischen Umstände hindern sie nicht daran, ihren Weg unerbittlich zu verfolgen. Dabei steht allerdings nicht der "Karrieregedanke" im Vordergrund, sondern in erster Linie die Menschen, für die sie Verantwortung fühlt, und die sie oftmals nicht einmal bezahlen können. Ihr Privatleben stellt sie immer mehr in den Hintergrund... "Der Engel von Harlem" ist ein sehr beeindruckendes Buch, dem sehr ausführliche Recherchen zu Grunde liegen. Es ist das Portrait einer Frau, die wohl als erste farbige Ärztin in New York bekannt wurde, den Menschen aber durch ihre Taten, ihr selbstloses Handeln und ihrer Liebe zu Mensch und Beruf im Gedächtnis blieb. Schließlich wurde May Edward Chinn eine der führenden Spezialistinnen auf dem Gebiet der Krebsfrüherkennung, bevor sie 1980 fast mittellos verstarb. Kuwana Haulsey hat mich mit der Biographie dieser starken Frau sehr gefesselt.Sie hat es nicht nur geschafft, mir die Persönlichkeit von May Chinn nahe zu bringen, sondern auch perfekt die Zeit "eingefangen", in der sich die Geschehnisse abspielen. Ein ganz besonderes Buch...

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  • Rezension zu "Der Engel von Harlem" von Kuwana Haulsey

    Der Engel von Harlem
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    10. August 2011 um 16:47

    Bei blogdeinbuch.de habe ich nun also auch mein erstes Rezensionsexepmlar erhalten. Wie üblich, wenn ich vor einer Liste mit Büchern sitze, habe ich auch hier geschaut, welches Buch mich inhaltlich am meisten interessieren könnte. Und da ich in dieses Jahr mit "To kill a Mockingbird" eingestiegen bin, passte das thematisch wirklich gut. Beschreibung des Verlags (Urachhaus) May Chinn träumt davon, Pianistin zu werden. Aber in den 1920er Jahren ist es unmöglich, sich als Farbige in New York zu behaupten. Als ihr ein rassistischer Professor sagt, dass sie keine Chance auf eine große Karriere hat, studiert sie Medizin. Auch hier wird sie mit heftigem Widerstand konfrontiert – und doch gelingt es ihr, die erste schwarze Ärztin New Yorks zu werden. Kuwana Haulsey hat dem faszinierenden Leben der Ärztin May Edward Chinn (1896 – 1980) ein poetisches Denkmal gesetzt – ein Leben des leidenschaftlichen Kampfes für die Ärmsten der Armen in Harlem. Immer wieder setzte sie ihr eigenes Leben aufs Spiel, um andere zu retten, führte Operationen auf Küchentischen durch und kämpfte darum, junge Mädchen vor einem Leben auf der Straße zu bewahren. Die Tochter eines noch als Sklave geborenen Mannes war in der Harlem Renaissance aktiv, einer von politischen Unruhen und künstlerischen Aufbegehren geprägten schwarzen Bewegung im New York um 1920, die sich für die Rechte der Farbigen einsetzte. May Chinn war Mitglied der Akademie der Wissenschaften sowie eine anerkannte Pionierin im Bereich der Krebsforschung. Was aber definitiv viel wichtiger ist: Wie hat mir das Buch gefallen? Ich war zunächst etwas irritiert, weil das Buch mit einem kleinen Vorwort des Übersetzers startet, in welchem darauf hingewiesen wird, dass Begriffe wie "Nigger" u.ä. aus der Feder der Autorin stammen. Ich hätte mir hier vermutlich wenig Gedanken drüber gemacht, wenn eben diese Anmerkung gefehlt hätte. Warum kann ich aber kaum sagen. May Chinns Geschichte hat mich auf verschiedenste Weise berührt. Auf der einen Seite erleben wir eine junge Frau, die dafür kämpft ihren eigenen Weg zu gehen und dabei einiges an Rückschlägen hinnehmen muss. Sei es eine ungewollte Schwangerschaft, Verheiratungsversuche des Vaters und und und. Zudem kommen dann noch die familiären Spannungen: der Vater, der Probleme mit sich und seinem Leben hat und die hart arbeitende Mutter, die alles für ihre Tochter gibt und sie unterstützt, wo sie nur kann. Allein das wäre schon eine eigene Geschichte wert. Doch kommt noch fir Rassenproblematik zu Beginn des 20. Jahrhunderts, einer ohnehin schon schwierigen Zeit in den USA und Europa, hinzu. Alles in allem gelingt es Kuwana Haulsex ein wirklich einfühlsames Portrait einer ganz besonderen jungen Frau zu zeichnen, welches ich von der ersten bis zur letzten Seite garnicht mehr aus der Hand legen wollte.

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  • Rezension zu "Der Engel von Harlem" von Kuwana Haulsey

    Der Engel von Harlem
    verena83

    verena83

    27. July 2011 um 10:19

    New York, 1920er Jahre: Eigentlich ist es May Chinns großer Traum Pianistin zu werden. Als Farbige hat sie jedoch auf eine Karriere kaum eine Chance. Deshalb entschließt sich May schlussendlich Medizin zu studieren. Auch hier erwartet sie natürlich heftiger Widerstand, doch die junge Frau gibt nicht auf. Nach einem langen, nervenaufreibenden Kampf gelingt es May schließlich die erste schwarze Ärztin New Yorks zu werden. Fortan setzt sie sich für die Ärmsten der Armen in Harlem ein und wird darüber hinaus eine angesehene Pionierin in der Krebsforschung. „Der Engel von Harlem“ ist eine absolut außergewöhnliche Geschichte über eine bemerkenswerte junge Frau, die allen Widrigkeiten in ihrem Leben trotzt und unbeeindruckt ihren Weg geht. Von Beginn an war ich von Dr. May Edward Chinn absolut begeistert, auch wenn ich ehrlich gestehen muss, dass ich mich in den ersten beiden Kapiteln zunächst einmal etwas in die Geschichte einfinden musste. Danach ging es allerdings wahnsinnig schnell und ich war absolut gefesselt und konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen. Fasziniert und unglaublich beeindruckt verfolgte ich den Weg, den May Chinn gegangen ist, sich dabei von nichts und niemandem unterkriegen ließ und sich für die Menschen aufgeopfert hat. Uneigennützig und völlig selbstverständlich hat sie sich dem Leben als Ärztin verschrieben und auf diesem Wege selbst großteils auf ihr eigenes Leben verzichtet. Diese Tatsache ist es schlussendlich auch, die May Chinn für mich zu einer ganz und gar bewundernswerten Frau macht… einer Heldin der Menschheit! Und genau solche Menschen sind es, an denen sich jeder von uns ein Beispiel nehmen sollte. Denn sie sind diejenigen, die versuchen unsere Welt einfach ein klein wenig besser zu machen. Darüber hinaus sollte dieses Buch vor allem aber auch zum Nachdenken anregen… denn nur allzu deutlich wird klar, was Rassismus (sowohl weiß gegen schwarz als auch umgekehrt etc.) aus den Menschen macht… er führt zu Hass und Abneigung und nimmt diesen Leuten die Möglichkeit sich gegenseitig wirklich kennen zu lernen und zu achten. Leider spielt Rassismus auch heutzutage noch eine große Rolle und man kann nur hoffen, dass die Menschheit endlich irgendwann aufwacht und umzudenken beginnt. Alles in allem bin ich also wirklich begeistert von „Der Engel von Harlem“ und nur aufgrund von den oben genannten kleinen Anfangsschwierigkeiten erhält dieses absolut empfehlenswerte Buch von mir „nur“ 4 von 5 Sterne.

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  • Rezension zu "Der Engel von Harlem" von Kuwana Haulsey

    Der Engel von Harlem
    sternthaler75

    sternthaler75

    18. July 2011 um 14:00

    Müde, erschöpft, aber glücklich, so kann man Dr. May Chinn beschreiben. Denn sie hat es geschafft, sie ist die erste farbige Ärztin in New York City und es war ein langer, schwerer Weg bis dahin. Ihre Mutter hat Tag und Nacht gearbeitet, um ihrer Tochter das Studium zu ermöglichen. Eigentlich wollte May Musik studieren, denn mit ihrem Klavierspiel kann sie die Menschen verzaubern, doch während der Studienzeit wird sie kurzerhand ignoriert wegen ihrer Hautfarbe, und so hat sie keine Chance, sich zu beweisen. Ihr Vater kann nicht verstehen, warum sie nicht einfach heiratet und sich stattdessen lieber in die Welt der Weißen einbringen will, immer wieder den Rassismus vor Augen. Aber May lässt sich nicht unterkriegen, sie zeigt eine Stärke und kämpferischen Willen, um vorwärts zu kommen, auch wenn die Steine auf ihrem Weg eine beträchtliche Größe haben. So begleitet der Leser ihren Weg, geht mit ihr in der Kindheit zur Schule, zieht mit ihr um, damit sie immer die bestmöglichen Schulen für sich besuchen kann, denn daran ist ihrer Mutter sehr viel gelegen. Immer weiter und weiter, durch Krankheit, Liebe, Enttäuschung, Opfer, Hunger, Elend, doch stets ist ihre Mutter da, umgibt sie mit ihrer Liebe, beschützt sie, wo sie nur kann. Ein wunderbares Buch, dessen Thematik mich sehr gefesselt und beeindruckt hat. Es liest sich manchmal wie aus einer anderen Welt, man mag garnicht glauben dass dies alles "erst" vor ca. hundert Jahren geschehen ist. Haulsey beschreibt den Werdegang von May so blumig und poetisch, so farbenreich und Detailverliebt, dass ich es trotz der oft traurigen und auch herzlosen Augenblicke kaum aus der Hand legen wollte. Haben Sie zum Beispiel eine Ahnung, mit wieviel verschiedenen Farbtönen man die Hautfarbe beschreiben kann? Ich jetzt schon! Es zeigt ganz klar die Stellung der Farbigen in dieser Zeit, und zudem noch als Frau solch einen Weg einzuschlagen, glich einer Revolution. Die Ignoranz der Menschen, die Sturheit oder wie man das auch immer nennen will, zu lesen, ist einfach unglaublich. Aber sie selbst zu erleben, war sicherlich noch viel unerträglicher. Es gab nur wenige, die ihr eine Chance gab, aber wenn sie es taten, wurden sie nie enttäuscht von May. Durch ihre Ausdauer, ihre Standhaftigkeit schaffte May es, dass ihr immer mehr Menschen vertrauten, sie nicht mehr ignorierten oder sie gar verachteten. Das Buch ist nie langweilig, nein, es hat zwar seinen Höhen und Tiefen, aber auch seine Spannung, wenn man als Leser mitfiebert bei der Geburt eines Kindes, wenn man mitbangt auf dem Weg durch dunkle Treppenhäuser, um zu einem Verletzten zu gelangen. Schrecklich fand ich es zu lesen, was Menschen ihr antaten, weil sie sie nicht so akzeptierten, wie sie nun mal war: Geduldig, beharrlich, liebenswürdig, neugierig und wissbegierig. Aber sie hat sich nicht unterkriegen lassen, und konnte letztendlich im Kampf gegen den Krebs neue und wichtige Erkenntnisse und Ergebnisse vorweisen, und Untersuchungen zur Früherkennung entwickeln. Im Anhang dieses Buches sind zum einen alle wichtigen Personen festgehalten, die sie durch ihr Leben begleiteten. Außerdem werden Begrifflichkeiten erklärt und die fremdsprachlichen Lieder und Gedichte in's Deutsch übersetzt, was ich sehr hilfreich finde. Insgesamt kann ich mich nur verneigen vor so viel Stärke und Mut, um dieses Leben so zu leben wie Dr. May Edward Chinn es von 1896 bis 1980 getan hat.

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