Kveta Legátová

 4.5 Sterne bei 17 Bewertungen
Autor von Der Mann aus Zelary, Der Mann aus Želary und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Kveta Legátová

Die Leute von Želary

Die Leute von Želary

 (1)
Erschienen am 01.03.2011
Der Mann aus Želary

Der Mann aus Želary

 (5)
Erschienen am 22.10.2009
Musle a jiné odposlechy

Musle a jiné odposlechy

 (0)
Erschienen am 25.08.2008

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Rezension zu "Der Mann aus Zelary" von Kveta Legátová

Und über allem hängt das Damoklesschwert der Nazibesatzung ...
Arbutusvor 21 Tagen

Hana kämpft vor allem gegen sich selbst. Ich nenne sie Hana, obwohl sie eigentlich Eliška heißt. Aber irgendwie wird sie immer mehr zu Hana. Oder zu Hanule, wie sie das gefürchtete alte Kräuterweib Lucka nennt, oder Hanulka, wie Joza zu ihr sagt. Joza, der Mann aus Zelary. Zelary, das man mit einem Keil über dem "Z" schriebe, wenn man könnte. Und das man beim Lesen am besten mit einem weichen "sch" auf der Zunge fühlt ...

Eliška arbeitet offiziell als Ärztin in einem Brünner Krankenhaus, ist aber heimlich im tschechischen Widerstand gegen die Nazis aktiv. Als sie bei einer Informantentätigkeit auffliegt, wird sie von ihrem treuen Mittelsmann mit einer neuen Identität versehen und mit einem Patienten in dessen Heimatdorf geschickt, um diesen dort zu heiraten. Das hatte sich die gebildete und emanzipierte Frau definitiv anders vorgestellt. Zumal bald klar ist, dass ihr Zukünftiger in seiner Heimat der Dorftrottel ist ...

Nie hätte ich geglaubt, dass eine Landschaft erschrecken kann. Nun erfuhr ich es. Aschfahle Felsblöcke durchschnitten den Wald, in dem sich die Pfade schlängelten, sinnlos verflochten und verwirrend.

Die tschechische Autorin Kveta Legátová findet ausdrucksstarke Bilder, um in einfacher, klarer Sprache und doch poetisch diese ungewöhnliche und berührende Geschichte zu erzählen. Eliška lernt die rauhe Wirklichkeit der unnahbaren Bergwelt mit ihren Grausamkeiten, aber auch ihren Schönheiten kennen.

"Warum gibt es unter den Leuten soviel Böses!" seufzte ich. Es war keine Frage.
Lucka antwortete jedoch.
"Weil sie nicht zu leben verstehen."
Das Verdikt wühlte mich auf und verwirrte mich. Ich knackte daran wie an einem Kryptogramm.
Verstand ich es, zu leben?


Anfangs hochspannend, wird die Geschichte dann still. Und hart. Und weich. Und bleibt trotzdem spannend. Und über allem hängt das Damoklesschwert der Nazibesatzung. Nur gegen Ende hin wird es kurzzeitig ein bisschen wie eine improvisierte Aneinanderreihung von Anekdoten des täglichen Lebens. Aber irgendwie ist auch gerade das besonders echt. Prioritäten der Wahrnehmung verschieben sich, wenn man beginnt, das Leben aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten. Und allmählich richtet man sich als Leser gemütlich ein in dieser Anmut des Schlichten und Belanglosen. Bis er dann doch plötzlich kommt, der Krieg ...

Ein großartiges und berührendes Buch.

Kommentare: 3
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Xirxes avatar

Rezension zu "Der Mann aus Želary" von Kveta Legátová

Was wirklich zählt
Xirxevor 4 Jahren

Dies ist ein kleines Büchlein mit einer Liebesgeschichte, die aber soviel mehr enthält als 'nur' eine zärtliche Romanze. 152 Seiten die deutlich machen, was wirklich wichtig ist im Leben, was wahre Liebe ist. Hört sich großspurig an? Nun ja, vielleicht. Doch lest selbst!
Eine junge Ärztin leistet in den Jahren 1942/43 für eine Widerstandsgruppe Kurierdienste, doch die Gruppe fliegt auf. Einige werden verhaftet, ihr verheirateter Geliebter flieht mit Frau und Kind ins rettende Ausland, andere versuchen ebenfalls zu entkommen. Ihr bester Freund drängt sie zur Flucht mit einem ihrer Patienten, einem Einfaltspinsel aus den Bergen, wie sie ihn selbst bezeichnet. Unter einem falschen Namen soll sie ihn heiraten um sich in Sicherheit zu bringen. Joza der Hinterwäldler, der in sie verliebt ist, willigt in diese Scheinehe ein und so bricht sie mit ihm in sein Dorf in den Bergen auf - nach Želary.
Dort erlebt sie eine Rückkehr zu den Wurzeln: ein einfaches schlichtes Leben. Und entdeckt nach und nach in ihrem Mann einen Menschen voller Liebe und Gefühl - ganz im Widerspruch zu seinem Äußeren. Legátová beschreibt das langsame Ankommen der jungen Frau aus der Stadt derart überzeugend und einfühlsam, dass man ihre sich ständig ändernden Empfindungen stets deutlich nachvollziehen kann. Was sie zuvor als tumbe Beschäftigung gefürchtet hat wie Kochen, Beeren sammeln usw. entwickelt sich zusehends zur völlständig befriedigenden Tätigkeit - neudeutsch würde man schreiben: Sie gerät immer öfter in einen Flow ;-) Sie lernt Menschen kennen, die in ihrem Tun voll und ganz aufgehen und darin glücklich sind, egal wie schwer die Last ist die sie zu tragen haben. Und ihren Mann, der ihr zu Beginn mehr Furcht als Wohlgefühl einflößte, lernt sie lieben obwohl ihr bisheriger Traummann das genaue Gegenteil von Joza ist.
Eine wunderschöne Geschichte die auf ungewöhnliche Weise zeigt, was im Leben wirklich wichtig ist.

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leserins avatar

Rezension zu "Der Mann aus Zelary" von Kveta Legátová

Rezension zu "Der Mann aus Zelary" von Kveta Legátová
leserinvor 8 Jahren

Böhmen und Mähren 1942/43
Die Ärztin Eliza, die als Kurier für den Widerstandsdienst tätig war, mußte auf Grund ihrer Tätigkeit in einem Bergdorf mit anderer Identität untertauchen.
Im Krankenhaus betreute sie den Arbeiter Joza aus Zelary, der hervorragend Geschichten und Märchen erzählen konnte, Landschaften so gut beschrieb, daß sie förmlich die Bilder vor sich sah. Der Erzähler Joza war ein einfacher Mensch, er verlor seine Mutter als 13-jähriger und kam dann nach Zelary in die Schmidlehre..

Durch Vermittlung eines Freundes floh Eliza mit Joza in sein abgelegnes Bergdorf Zelary. Da sie wußte, daß Joza sie verehrte und liebte, machte Eliza ihm einen Heiratsantrag und die ganze Flucht und ihr Ankommen zu erleichtern. Der Mann ihrer Träume war er nicht. Nach einer längeren Zugsfahrt unterbrachen sie die Fahrt in einem nahen Städtchen, in dem Eliza inzwischen als Kellnerin arbeitete. Jozy bereitete alles für ihr zukünftiges Leben miteinander vor.

Es war ein sehr armseliges Leben in ihrer Hütte, aber letztendlich reich an Gefühlen. Eliza lernte ganz andere Qualitäten des Lebens kennen.
Die Menschen im Dorf waren anfangs zurückhaltend, aber Eliza wurde akzeptiert und von allen anerkannt und geliebt. Besonders Azor, einem zugelaufenen Hund, galt ihre große Zuneigung.

Der Mann aus Zelary ist eine wunderschöne Erzählung von einer sehr anmutigen zarten Liebe zwischen Joza, dem einfachen Arbeiter und Eliza, der ärztin aus der Stadt. Das Leben, die Bewohner und die Natur im Bergdorf hat die Autorin sehr anschaulich beschrieben und es war Erlebnis dieses Buch zu lesen.

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