László Krasznahorkai

 4 Sterne bei 20 Bewertungen
Autor von Satanstango, Melancholie des Widerstands und weiteren Büchern.
László Krasznahorkai

Lebenslauf von László Krasznahorkai

László Krasznahorkai ist 1954 in Ungarn geboren und aufgewachsen. Er studierte Jura in Szeged, später begann er ein geisteswissenschaftliches Studium an der Universität Budapest. Nach seinem Abschluss lebte er u. a. in Kyoto und Berlin, wo er 2008 eine Gastprofessur an der Freien Universität Berlin hielt. Seine Romane wurden in viele Sprachen übersetzt und mit internationalen Preisen ausgezeichnet. Heute lebt Krasznahorkai als freier Schriftsteller in Pilisszentlászló nahe Budapest. Mehrere seiner Texte wurden von dem ungarischen Regisseur Béla Tarr verfilmt, wobei Krasznahorkai seine eigenen Drehbücher verfasste.

Neue Bücher

Baron Wenckheims Rückkehr

 (1)
Neu erschienen am 26.09.2018 als Hardcover bei S. FISCHER.

Alle Bücher von László Krasznahorkai

Satanstango

Satanstango

 (7)
Erschienen am 01.12.2010
Melancholie des Widerstands

Melancholie des Widerstands

 (5)
Erschienen am 09.09.2011
Krieg und Krieg

Krieg und Krieg

 (1)
Erschienen am 01.02.2006
Baron Wenckheims Rückkehr

Baron Wenckheims Rückkehr

 (1)
Erschienen am 26.09.2018
Die Welt voran

Die Welt voran

 (0)
Erschienen am 19.02.2015
Seiobo auf Erden

Seiobo auf Erden

 (0)
Erschienen am 11.03.2010
Der Gefangene von Urga

Der Gefangene von Urga

 (1)
Erschienen am 01.09.1999

Neue Rezensionen zu László Krasznahorkai

Neu
M

Rezension zu "Baron Wenckheims Rückkehr" von László Krasznahorkai

Eloquente Form der Abrechnung
michael_lehmann-papevor 2 Monaten

Eloquente Form der Abrechnung

Vor dem Inhalt kommt die Form, das trifft auf diesen neuen Roman von Laszlo Krasznahorkai in exponierter Form zu.

Denn allein schon aufgrund der ständig mäandernden Sprache, Sätzen über eine halbe, eine dreiviertel Seite, eine gewisse Atemlosigkeit im Tempo und der vielfachen Assoziationen, welche diese besondere Form des Stils hervorruft, ist man als Leser während der Lektüre ständig bemüht, auf der Höhe des Geschehens zu bleiben. Was zudem durch das Schriftbild des Romans (das sich dem mäandernden Stil von Beginn an durch wenig Absätze und damit Atempausen angleicht) sich noch schwieriger gestaltet.

Was zudem noch verkompliziert wird durch eine, von Beginn bis zum zum Ende hin, deutlich erkennbare, leidenschaftliche „Unlust“ auf das Ungarn, das in der Gegenwart in den Augen Karasznahorkais wenig annehmlich erscheint und damit dem Roman auch einen misanthropischen Unterton verleiht.

So verwundert es nicht, dass der Roman durchsetzt ist mit symbolischen Bildern des Untergangs, selbstverschuldet, könnte man annehmen.

Und am Ende spielt zwar Baron Wenckheim eine große Rolle in all dem Geschehen in der ungarischen Stadt mit der Burg, doch letztlich sollte man die Tankwagen (die lange gar nicht materiell vorkommen), nicht aus den Augen verlieren.

Denn so, wie viele auftretende Personen im Gewittersturm der Wörter und Wortspiele „mit dem Feuer spielen“, so vollzieht es Krasznahorkai auch. Wenn, eines Tages, die gesamte Stadt mit so vielen Tankwagen „zugestellt“ ist, dass die Bewohner kaum mehr die Straßen betreten können. So viele, dass man zu Recht daran zweifeln darf, ob in ganz Ungarn überhaupt eine solche Menge an Tanklastwagen vorhanden ist.

Aber auch hier gilt, das Offensichtliche ist nicht das, was passieren wird. Denn in Erwartung einer ungeheuren Explosion verharrt der Leser gebannt…..um an ganz anderer Stelle dann überrascht zu werden.

Ein Paradox wie so manche, die sich erst im wasserfallähnlichen Ablauf der Worte erschließt und mit anderen Situationen im Roman bestens korrespondiert.

Denn wie sonst wäre es zu verstehen, dass da einer die Pressefreiheit in den Himmel lobt („die Pressefreiheit und er, er zeigte auf sich, das seien ein und dasselbe, wenn es keine freie Presse gäbe, sei auch er nicht frei…….“), während er umgehend die Veröffentlichung eines Schriftstückes mit diesem Sermon zu verhindern versucht.

Das sind die eigentlichen Spannungen und Reibungen im Ablauf der Ereignisse, die mehr und mehr an Fahrt aufnehmen, als Baron von Wenckheim aus Südamerika nach Hause, nach Ungarn, zurückkehrt.

Erinnerungen an einen „Aufbruch in die Freiheit“, Realisierungen von Versagen und Scheitern an diesem Aufbruch und die Kehrtwende, die aktuell in Ungarn vollzogen wird. Mit starkem Ächzen im Gebälk.

Denn daran lässt KRasznahorkai keinen Zweifel, wie er den momentanen Status Quo und die Entwicklung dort versteht: „Ein so abstoßendes Volk wie Euch hat die Erde noch nie auf ihrem Rücken getragen, obwohl das, was wir auf dieser Erde so im Allgemeinen sehen, alles andere als entzückend ist………..“

Kleinlichkeit, Stillosigkeit, Neid, Leisetreterei, Feigheit, mannigfaltig sind die Attribute, die Krasznahorkai, wütend klingend, „seinen“ Ungarn entgegenschleudert.

Was derbe und deftig in endlosen Sätzen dem Leser entgegenklingt. Eine Form, die eine Herausforderung darstellt, trotz der hochgradigen Sprachgewandtheit des Autors, oder vielleicht gerade wegen dieser.

Ein Roman, der sich nicht leicht erschließt, aber am Ende eine klare, mögliche Sicht auf das Ungarn der Gegenwart zur Verfügung stellt mit einem „krachenden“ Ende.

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LevMatroskins avatar

Rezension zu "Melancholie des Widerstands" von László Krasznahorkai

Das Gefängnis des Geistes
LevMatroskinvor 2 Jahren

Es ist kalt, aber es schneit nicht. Der Zirkus fährt in der kleinen ungarischen Stadt ein. Sie ist festgefroren in ihrer eigenen Gedankenwelt, in Gedanken, die sich immer wieder nur um sich selbst kreisen. Der Zirkus soll Anhilfe schaffen, sie in Aufruhr versetzen, sie aus ihrer Lethargie befreien, wie in einem Fieber in Gewalt ausbrechen, in Schrecken versetzen, eine heilende Katharsis herbeiführen. Am Ende passiert nichts. Es bleibt nur die Kälte und kein tröstender Schnee in Sicht.
Ein Buch für jene, die die Romantik der Apokalypse aufgebrochen sehen wollen.

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Beagles avatar

Rezension zu "Melancholie des Widerstands" von László Krasznahorkai

Rezension zu "Melancholie des Widerstands" von László Krasznahorkai
Beaglevor 6 Jahren

Ein seltsamer Zirkus hält in ein kleines Städtchen im Ungarn der Wendezeit einzug. Die besondere Attraktion ist der größte Wal der Welt.

Doch die eigentliche Geschichte dreht sich um die schrulligen Bewohner dieser Stadt, die mit ihrem Leben fertig werden müssen.

Ich fand das Buch erschreckend langatmig und kam nur immer ein paar Seiten weiter, sodass ich es abgebrochen habe.

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László Krasznahorkai wurde am 04. Januar 1954 in Gyula (Ungarn) geboren.

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