László Krasznahorkai Satanstango

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Inhaltsangabe zu „Satanstango“ von László Krasznahorkai

Eine heruntergekommene Ansiedlung in Südostungarn. Keine Arbeit, keine Hoffnung, keine Zukunft. Ringsum Verfall, von strömendem Oktoberregen in tiefe Trostlosigkeit getaucht. Nur eine Handvoll Menschen sind geblieben und warten auf ein Wunder, das ihr Los zum Besseren wenden könnte. Eines Tages kommt einer und verheißt Erlösung: Irimias, ein ehemaliger Dorfbewohner mit dem Charisma eines Propheten. Er verspricht anderswo einen neuen Anfang, Arbeit und ein besseres Leben. Die Dorfbewohner können sich der Suggestionskraft seiner Verheißungen nicht entziehen, wenngleich sie ahnen, daß sie wie schon so oft in ihr Unglück rennen werden. Und richtig, Irimias ist ein Gaukler und Gauner, der, seinerseits den Zwängen eines übermächtigen Systems ausgeliefert, Spitzeldienste für die Polizei verrichtet. Während aus dem Mund eines Irren Warnlaute erklingen und rätselhaftes Glockengeläut das Dorf erzittern läßt, tanzen dessen Bewohner zur Feier ihrer bevorstehenden Befreiung in der Kneipe einen infernalischen nächtlichen Tango... Eine Parabel über das Versagen von Ideologien, über Indoktrination und Manipulation, über politische Hörigkeit und Spitzelwesen, über die Macht von Worten und das Unglück der Zeit.

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  • Rezension zu "Satanstango" von László Krasznahorkai

    Satanstango

    Wolkenatlas

    02. September 2008 um 09:55

    Ein teuflisch gutes Stück Literatur Regen... Sehr viel Oktoberregen... Nebel... Schlamm... Glockenschläge... Trostlose Stimmung... Ein Dorf... Nein, ein Kaff irgendwo in der tiefsten Provinz Ungarns... Die übriggebliebenen Bewohner dieses Kaffs... Der "Satanstango" beginnt damit, dass die Bewohner erfahren, zwei Männer sind auf dem Weg ins Dorf. Zwei Männer, die jedoch nicht mehr unter den Lebenden weilen sein sollten. Daher, und weil man den totgeglaubten Irimías fürchtet, will man diese Nachricht nicht glauben; trotzdem finden sich alle zu einem wirklichen Tango des Satans, einer Bacchanale, einer absoluten Orgie im Wirtshaus ein. Die beiden Männer haben den Auftrag, diese Menschen zu überwachen, auszuhören und zu bespitzeln. Eine Steigerung des Absurden. Jeder beobachtet seine Nachbarn, jeder hatte scheinbar mit jeder schon ein Techtelmechtel, die meisten mit Frau Schmidt. Auch die zwei Schwestern, die von ihrer Mutter verliehen werden, kennt jeder. Jeder wird von jedem betrogen, das Wirtshaus scheint (mit symbolischer Spinnenplage) die Brutstätte des Bösen zu sein. Nicht von ungefähr ist dieses Wirtshaus auch der Mittelpunkt, die Achse dieses Romans (beide Teile haben je 6 Kapitel, teuflische Zahlen also, während die Kapitel im zweiten Teil rückwärts laufen, bis man am Ende wieder bei einem Kapitel 1 ist). Diese Achse wird von László Krasznahorkai auf geniale Art doppelt angesteuert, die zweite Anpeilung (ein tragisches Ereignis) ist auch der Ausgangspunkt für den zweiten Teil. Im zweiten Teil wird man Zeuge, wie einfach es ist, Menschen zu einer Ideologie zu verführen, oder auch, wie einfach es ist, Betrüger zu betrügen. Manipulation pur. "Satanstango" ist ein großer Roman, ein wirklich teuflisch gutes Stück Literatur, ein dunkler, ja eigentlich ein schwarzer Roman, ein Totentanz, der, langsam gelesen, viel von seinem unter der Oberfläche schimmernden schwarzen Humor offenbart, ein Roman, der es dem Leser nicht leicht macht, der aber umso nachhaltiger wirkt. Ein Roman, der trotz seiner Schwärze nie deprimiert. Absolute Empfehlung.

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