László Krasznahorkai Satanstango

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Inhaltsangabe zu „Satanstango“ von László Krasznahorkai

Ein nahezu verlassenes Dorf, nur wenige Menschen sind geblieben. Armut und Perspektivlosigkeit liegen schwer über den Einwohnern. Die Gemeinschaft ist zersetzt von Hass und Misstrauen. Irimias, ein früherer Dorfbewohner, kehrt zurück und verspricht Geld und Hoffnung. Das Dorf lässt sich auf ihn ein, nichtsahnend, dass er ein Polizeispitzel ist, der die Menschen durch die Androhung der Gefängnisstrafe erpresst. Krasznahorkai erzählt atmosphärisch dicht von verrotteten Charakteren in einem verfehlten Staat. Sein ›Satanstango‹ ist überwältigend.

Ein Fremder, ein verrottendes Dorf, ein übermächtiges System - László Krasznahorkai, ein Meister der Apokalypse.

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  • Rezension zu "Satanstango" von Laszlo Krasznahorkai

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    Wer keine Fantasie hat, wird dieses Buch nicht verstehen! Wer sich nicht das Grauen der menschlichen Abgründe vorzustellen vermag, wird an der Geschichte keine Freude finden. Denn, was kann geschehen, wenn in einem längst verlassenen Dorf, einer Siedlung weit ab einer Stadt inmitten Ungarns, die paar übriggebliebenen Bewohner auf einmal zu träumen beginnen? Zu träumen beginnen, von einer besseren, für SIE besseren Welt. Nur noch wenige sind geblieben. Es sind kauzige Persönlichkeiten, die sich noch in der verfallenden Siedlung befinden, deren Häuser längst von Unkraut, Spinnen und sonstigem Ungeziefer befallen sind, die langsam, aber sicher, dem Verfall preisgegeben wurden. Die Schmidts: Er, ein geldgieriger und rechthaberischer Mann, der sich vor Allem durch seine Reden hervortut. Sie: eine alternde Hure, die es mit allen Männern im Dorf hatte, eine Art Dorfschönheit unter den Hässlichen dieses Fleckchens Erde. Die Halics: Sie, eine bibeltreue, von Reue befasste Besserwisserin, die einzig von der Sicherheit befallen ist, dass alle anderen, nur nicht sie, im Fegefeuer landen werden. Er, ein duckmäuserisches Männlein, das sich dem Alkoholkonsum ergeben hat. Die Kraners: Sie, eine dicke, hilfsbereite Frau. Er, ein starker Mann, dessen Geist jedoch schwach ist, da er nichts zu tun hat. Futaki: Ein hinkender Alter, der nichts mehr fürchtet, als den Tod oder, dass er eines Tages als Landstreicher durch die Gegend wandern muss, wenn er wieder aus der Siedlung vertrieben wird. Der Doktor: Ein ehemals geachteter Mann, der den lieben langen Tag in seinem Sessel vor dem Fenster sitzt, raucht und trinkt und das, was er vor seinem Fenster sieht, in Hefte notiert. Der Schuldirektor: Er hat es nicht verwunden, dass die Schule geschlossen wurde und lässt sich immer noch mit seinem Titel ansprechen, hofft, dass die Siedlung wieder zu neuem Leben erblüht. Daneben gibt es noch ein paar Gestalten, die sich unter die Bewohner mischen, auch sie fabelhaft beschrieben und jede einzelne mit einem spezifischen, auf sie zugeschnittenen Charakter belegt. Doch alles ändert sich in dieser Gemeinschaft, als Irimias, ein längst tot geglaubter „Heiliger“, aus der Stadt zurückkehrt. Alle erhoffen sich von ihm, dass er die Siedlung wieder mit Leben erfüllt, dass er ihnen ein besseres Leben beschert. Doch am Tage seiner Ankunft, nimmt sich die zehnjährige, geistig zurückgebliebene Estike das Leben. Irimias hält eine lange Rede, dass ihnen die Schuld an ihrem Tod gegeben werden muss. Das Verhängnis nimmt seinen Lauf… Laszlo Krasznahorkai ist „ein Meister der Apokalypse“, so steht es im Klappentext geschrieben. Und wahrhaftig, dies ist nicht übertrieben! Präzise und brillant erzählt er von den hoffnungslosen Träumen der Dorfbewohner, er nimmt den Staat nach der Wende, nach dem Ende des Kommunismus in Ungarn gekonnt ins Visier seiner Geschichte. Zwar gibt sich die Erzählung mancherorts etwas langatmig, aber ansonsten ist das Buch ein uneingeschränkter Lesetipp!

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