Dieser lila Zwerg ist nicht nur eine perfekte Kurzgeschichte für zwischendurch, sondern hallt noch sehr lange nach. Wir begleiten die hoffnungsgetriebene Alana, die in einer dystopischen Near-Future-Welt vor ihren Verfolgern fliehen und einem Unbekannten vertrauen muss. Die Geschichte ist actiongeladen und trotzdem emotional und sehr tiefgründig. Die Autorin stellt genau die richtigen Fragen: Wer - oder was? - bin ich? Was bin ich wert? Und welche Macht haben andere Menschen über mich? Wem kann ich in einer Welt, in der sich jeder selbst am nächsten ist, überhaupt trauen?
Dementsprechend harter Tobak ist auch der Twist am Ende, den die Autorin trotz aller Kürze perfekt in Szene gesetzt hat. Ich liebe die Idee einer Mini-Serie, die verspricht, Aspekte einer düsteren, aber vorstellbaren Welt zu beleuchten, in die wir selbst nämlich ganz schnell schlittern können, wenn wir uns fragen: Ist der Mensch eigentlich nichts anderes als eine Ressource? Können wir davon profitieren, oder ist das unser Untergang?
Ich möchte so gerne mehr darüber erfahren und kann jedem nur ans Herz legen, in Projekt Mynergy 22 zu versinken.


