L. Ochrasy

 3,8 Sterne bei 62 Bewertungen
Autor von Vor meiner Zeit, FAT und weiteren Büchern.

Lebenslauf von L. Ochrasy

Wenn L. Ochrasy nicht gerade ihre Heimatstadt Berlin oder die Natur in der Umgebung erkundet, unternimmt sie Reisen an die unterschiedlichsten Orte der Welt und lässt sich dort von den Kulturen, Ländern und Menschen zu ihren Geschichten inspirieren. Die Idee zu »Vor meiner Zeit« verdankt sie jedoch einem Praktikum in einem Archiv, das sie im Anschluss an ihr Studium der Soziologie absolvierte. Neben »Vor meiner Zeit« veröffentlichte sie bereits erfolgreich weitere Geschichten für junge Leser*innen auf Wattpad.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von L. Ochrasy

Cover des Buches Vor meiner Zeit (ISBN: 9783492504805)

Vor meiner Zeit

 (23)
Erschienen am 01.04.2021
Cover des Buches FAT (ISBN: 9783492505291)

FAT

 (20)
Erschienen am 28.10.2021
Cover des Buches Two Faces – Diese Sache zwischen uns (ISBN: 9783492505680)

Two Faces – Diese Sache zwischen uns

 (18)
Erschienen am 31.03.2022
Cover des Buches Unser Schicksalssommer (ISBN: B096SZKX7K)

Unser Schicksalssommer

 (1)
Erschienen am 07.06.2021

Neue Rezensionen zu L. Ochrasy

Cover des Buches FAT (ISBN: 9783492505291)Lieselotte1990s avatar

Rezension zu "FAT" von L. Ochrasy

Dicksein und andere Probleme
Lieselotte1990vor einem Monat

Dieses Buch habe ich ganz abseits des Mainstreams entdeckt. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich es beim Vorschauendurchblättern gesehen habe oder es mir beim Surfen entgegengesprungen kam. Aber ich kann mich an keinen großartigen Social Media Hype erinnern. Dabei wäre das Buch dafür prädestiniert: Es geht um Body Shaming und Mobbing und die Autorin wurde bekannt durch die Plattform „Wattpad“. Letzteres ist für mich nicht sonderlich interessant, die Thematik aber umso mehr. Deshalb stand das Buch lange auf meiner Wunschliste und nun habe ich zugegriffen und losgelesen.

Bücher, die sich mit der Problematik des Dickseins in unserer Gesellschaft auseinandersetzen, sind mein Ding. Nicht etwa, weil es mir so gut gefällt, sondern weil ich selbst betroffen bin. Ich bin eine Plussize Frau, die mit dem Eintritt ins Schulgeschehen damit konfrontiert wurde, nicht auszusehen wie alle anderen. Man schaut mich an und folgert: faul, Vielfraß, unsportlich, ungesund. Das tut nicht nur weh, sondern verändert auch die Wahrnehmung. Ich bin mir meiner Erscheinung bewusst und bin mir sicher, dass man vorrangig über mein Gewicht nachdenkt, wenn man mich sieht. Das ist eine psychische Belastung, die ich wohl bis zu meinem Lebensende mit mir tragen werde. Umso schöner und motivierender finde ich es, wenn Autor*innen sich mit dem Thema auseinandersetzen und Protagonistinnen erschaffen, mit denen ich mitleiden, aber auch mitfiebern und von denen ich schließlich auch etwas lernen kann. Mit diesem Rucksack ging ich nun an die Lektüre von L. Ocharsys „FAT“ heran. Vielleicht hätte ich das Genre und das Alter der Autorin bedenken sollen…

… denn ich bin hochgradig enttäuscht von dieser infantilen und unreflektierten Geschichte. Doch bevor ich meine Kritik äußere, möchte ich auf die positiven Aspekte des Romans zu sprechen kommen, die durchaus vorhanden sind!

Der Schreibstil wird dem Genre Young Adult gerecht und besticht durch jugendlichen Charme. Es wird sehr schnell sehr deutlich, was die Autorin mit dem Buch bezwecken will. Die Ausprägungen des Schönheitswahns sind unerträglich und machen (nicht nur) Teenagerseelen kaputt. Es ist hart, das Mobbing gegenüber Lina mitzuerleben und nicht eingreifen zu können. Es tut weh, es löst etwas in mir aus, es macht mich wütend – und das ist sehr gut und spricht für die Qualität in diesem Bereich der Geschichte. Das Ende hat mich tatsächlich in meiner Meinung etwas wanken lassen: Ich war zu Tränen gerührt. Die Zuspitzung der Situation war sehr gut ausformuliert und die Schlussfolgerungen, die Lina gezogen hat, waren einsame Spitze. Dieses Ende ist der Grund, warum ich dieses Buch schrecklich und schön zugleich finde.

Doch leider, leider, leider hatte das Niveau des Schlusses nichts mit dem Rest zu tun. Der Anfang strotzte nur so vor Plakativismus und ließ mich schmerzlich Subtilität vermissen. Die Mutter ist in ihrer Rolle völlig überzeichnet, was in Karikaturen wirkt, mich aber im Kontext so eines Buches einfach nur wütend macht. Sie kann ja gern an ihrer Tochter rummäkeln (das kennen wir doch alle), aber nicht so. So herzlos, gemein und zermürbend. Es wäre viel logischer, wenn die Tochter bei ihrem Vater wohnen würde, der nur drei Straßen weiter gezogen ist und sie einfach liebt, wie sie ist. Lina sollte mir als Protagonistin ans Herz wachsen, doch ich möchte sie eigentlich nur schütteln. Sie ist naiv, gutgläubig und super egoistisch. Teenager hin oder her, was sie abzieht, zeugt von einem sehr unterschwelligen Charakter. In sechs Wochen hat sie sich scheinbar dreiviertelt (was völligiger Nonsens ist, aber dazu später mehr) und dabei nicht nur Gewicht, sondern auch Gehirnzellen verloren wie ihre Freundin Gloria so treffend formulierte (die Einzige übrigens, die das Herz am rechten Fleck hat). Das i-Tüpfelchen ist jedoch Jona. In all seiner boshaften Missverständlichkeit. Ich war auch mal ein dicker Teenie und ich hatte mit echt fiesen Jungs zu tun, aber bitte, es gibt Grenzen! So gemein ist niemand. Absolut NIEMAND. Das ist so überspitzt, dass es einfach nicht mehr schön ist. Ey, der Junge hat doch ein Herz in der Brust! Zu sehen an seinen ultracoolen Eltern und seiner taffen, kleinen Schwester, die es aufgrund von Narben im Gesicht auch nicht gerade leicht hat. Warum zum Teufel sollte so ein Junge so einen Hass auf dicke Menschen haben? Das ist absolut unbegründet. Er degradiert Lina ja regelrecht zu einem Objekt und spricht ihr völlig die Menschlichkeit ab. Das ist so widerlich und absolut ekelhaft, dass ich ihn nur aus vollem Herzen hassen kann. Jedes Wort, dass er an die „dünne Lina“ richtet, ist vergiftet mit all dem Scheiß, den er fabriziert, wenn er das Mega Arschloch raushängen lässt, weshalb ich nicht ein Fünkchen Verständnis dafür habe, dass sich Lina überhaut auf ihn einlässt. Egal, ob sie ihn nun reinlegen will oder sonst irgendwelchen pubertären Quatsch. Die Auflösung hat mich zwar etwas versöhnt, doch während ich das hier tippe, liegt mein Ruhepuls locker bei Hundertzwanzig und steigend. Ich finde diese Figur einfach unerträglich und finde es schade, wie wenig Finesse und Handwerk seitens der Autorin hier im Spiel sind.

Ganz ehrlich? Ich glaube, die Autorin hat keine Ahnung von dem, was sie da schreibt. Vielleicht ist sie mal gemobbt worden, aber vom Dicksein, von den Erfahrungen, Gedanken und Gefühlen, die da mit reinspielen, hat sie keinen blassen Schimmer. Es scheint auch nicht so, dass sie sich mit jemanden ausgetauscht hat, so wie es Kira Mohn in ihrem wundervollen Roman „The Sky in Your Eyes“ getan hat. Die Nachvollziehbarkeit und Faktenlage sind völlig verkehrt. Niemand nimmt innerhalb von sechs Wochen so viel ab, dass er zehn Kleidergrößen weniger tragen kann und dabei keine hängenden Hautlappen am Körper mitschleppt. Hier sind nur die Brüste ein Problem. Das ist so ein ausgemachter Humbug, dass es mich schon wieder wütend macht. Von Linas Gesundheit will ich gar nicht anfangen. Wie schädlich es ist, so schnell so viel abzunehmen und davon auszugehen, dass der Jojo nicht wieder irgendwann zuschlagen wird. Das ist ausgemachter Schwachsinn und zeigt die Unerfahrenheit und das Unwissen der Autorin.

Alles in Allem ist die Geschichte sehr eindimensional und an allen Ecken und Enden fehlt es an emotionaler Tiefe. Die Themen Schlankheitswahn, Mobbing, Bodyshaming usw. sind wichtig und richtig und werden hier auch mal härter, mal schwächer beleuchtet, doch es ist alles nicht wirklich rund. Ich finde Machart und Stil ganz fürchterlich, aber die Moral von der Geschicht ist der größte Pluspunkt dieser Story. Vielleicht bin ich zu alt, vielleicht bin ich zu tief drin in dem Thema, aber ich kann hiermit nichts anfangen. Ich baue keine (gute) Verbindung zu den Figuren auf, finde es absolut verwerflich, dass die Autorin eine Geschichte schreibt, zu der sie scheinbar absolut keinen Bezug hat und damit völlig ihre und die Glaubwürdigkeit des Romans in Abrede stellt. Eigentlich ist es ein Jammer, weil ich wirklich viel Potential sehe. Mir ist auch sonnenklar, warum die Autorin auf „Wattpad“ erfolgreich ist, doch zum Autor*innen Handwerk gehört mehr als Likes einsammeln.

Kommentieren0
Teilen
Cover des Buches Two Faces – Diese Sache zwischen uns (ISBN: 9783492505680)Blondes_Gifts avatar

Rezension zu "Two Faces – Diese Sache zwischen uns" von L. Ochrasy

Der Schein muss bewahrt werden
Blondes_Giftvor einem Monat

Der Klappentext:

Die Journalistin Tilda lernt bei einem Date Mats kennen, den Mann ihrer Träume. Beiden ist klar, dass das der Anfang von etwas ganz Großem ist. Doch dann erfährt Tilda, dass sie für einen Artikel undercover wieder zur Schule gehen soll, um einem Lehrer sexuelle Belästigung an Schülerinnen nachzuweisen. Plötzlich muss sie wieder die kaugummibeklebte Schulbank drücken, und als wäre das nicht schlimm genug, stellt sie auch noch fest, dass sie einen Lehrer bereits kennt: Mats ... der nichts von ihrem Auftrag wissen darf. 


Ich möchte mich beim Piper Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken.

Mein Name ist Tilda und ich bin Journalistin aus Leidenschaft. Leidenschaftlich ist auch meine Bekanntschaft zu Mats. Mein jorunalistisches Karma hat mir einen Bettkönig geschickt und mich härter gefickt, als es beim ersten Mal angemessen war. Denn Mats ist einer der Lehrer auf meiner neuen Undercoverschule. Er fühlt sich verständlicherweisen von mir verarscht. Wie konnte er bloß etwas mit einer Schülerin gehabt haben. Dass ich nur eine Undercoverschülerin bin, darf ich ihm nicht einmal unter meinem schlimmsten Liebeskummer sagen. Denn mein Auftrag ist wichtig. Ich muss meinem Hasslehrer sexuellen Missbrauch nachweisen. Keine leichte Sache.. 


Der Schreibstil von ,,Two Faces" ist leichtfüßig. Tilda durchfährt eine sichtbare charakterliche Entwicklung, was auch für ihren männlichen Hauptcharakter Mats spricht. Hierbei spreche ich von sowohl positiven als auch negativen Charaktereigenschaften. Ich habe das Buch in wenigen Tagen durchgelesen, weil mich die Thematik gefesselt hat. Falls du dich näher mit diesem Buch beschäftigen möchtest, schau gern unter der ISBN: 9783492989152  vorbei.

Kommentieren0
Teilen
Cover des Buches Unser Schicksalssommer (ISBN: B096SZKX7K)L

Rezension zu "Unser Schicksalssommer" von L. Ochrasy

Schönes, wenn auch etwas dramatisches Buch :)
Leona2907vor 2 Monaten

Ich wollte dieses Buch unbedingt haben und fand den Klappentext auch sehr interessant.
Dieses Buch hat sehr viel Spannung und ich habe es innerhalb eines Tages gelesen.

Ich fand es sehr leicht in das Buch reinzukommen und auch weiter zu lesen, da es immer spannend blieb. Es passieren viele unerwartete Ereignisse.
Trotz der Triggerwarnung war ich ziemlich überrascht, in welchem Ausmaß diese Handlungen passieren. Für mich kein Problem, aber eventuell für andere Leser.
Mich hat dieses Buch sehr berührt, wenn auch ein paar Handlungen ein wenig unrealistisch waren.

Das Ende fand ich auch passend zu der Geschichte, auch wenn ich mir lieber ein anderes gewünscht hätte.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr fließend und fesselnd.


Fazit: 

Schönes Buch, wenn auch manchmal ein bisschen unrealistisch und ziemlich traurig. Trotz Triggerwarnung nicht für jeden. Schönes Buch mit tollen und mutigen Protagonisten.

4/5✨

Kommentieren0
Teilen

Gespräche aus der Community

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks