L. P. Hartley

 4.2 Sterne bei 33 Bewertungen
Autor von Ein Sommer in Brandham Hall, The Go-Between und weiteren Büchern.

Lebenslauf von L. P. Hartley

Leslie Poles Hartley, 1895 in Whittlesey in England geboren, studierte neuere Geschichte in Oxford, schrieb Kurzgeschichten und machte sich einen Namen als Literaturkritiker, bevor er 1916 der Armee beitrat. Nach dem Krieg kehrte er nach Oxford zurück, wo er einen Kreis an Literaten um sich scharte und sich wieder der Buchkritik zuwandte. Nach seinem preisgekrönten ersten Roman Das Goldregenhaus (The Shrimp and the Anemone) gelang ihm der eigentliche Durchbruch mit seinem 1953 erschienenen Roman Ein Sommer in Brandham Hall, der bis heute als einer der schönsten englischen Romane des 20. Jahrhunderts gilt. Mit Julie Christie und Alan Bates in den Hauptrollen und einem Drehbuch von Literaturnobelpreistträger Harold Pinter wurde der Roman 1971 verfilmt und gewann im selben Jahr die Goldene Palme in Cannes. 1972 starb Hartley im Alter von 76 Jahren in London.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von L. P. Hartley

Cover des Buches Ein Sommer in Brandham Hall (ISBN: 9783961610846)

Ein Sommer in Brandham Hall

 (19)
Erscheint am 03.05.2021
Cover des Buches The Go-Between (ISBN: 9783518461532)

The Go-Between

 (10)
Erschienen am 07.12.2009
Cover des Buches The Go-between (Twentieth Century Classics) (ISBN: 9780140183078)

The Go-between (Twentieth Century Classics)

 (3)
Erschienen am 14.05.1990
Cover des Buches The Hireling (Twentieth Century Classics) (ISBN: 9780140183108)

The Hireling (Twentieth Century Classics)

 (1)
Erschienen am 27.07.1989
Cover des Buches Eustace and Hilda (ISBN: 0940322803)

Eustace and Hilda

 (0)
Erschienen am 01.08.2001

Neue Rezensionen zu L. P. Hartley

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Rezension zu "Ein Sommer in Brandham Hall" von L. P. Hartley

Wehwehchen der Haute Volée
wandabluevor einem Monat

Der Roman „Der Sommer in Brandham  Hall“ gehört zu den englischen Klassikern. Er beschäftigt sich mit der Idealisierung der Gesellschaftsschicht des Adels und der Reichen. 

 

Der Sommer in Brandham  Hall ist Lesleys erfolgreichster Roman geworden, weil dessen Zentralfigur der kleine Leo Colston ist. Der bald dreizehnjährige, vaterlose Colston ist zu Besuch auf Brandham Hall und muss sich mit allerhand Kalamitäten herumschlagen, denn er gehört nicht wirklich dazu. Leo hat die Codices der feinen Gesellschaft jedoch tief verinnerlicht und tritt einerseits mit einem tiefen Minderwertigkeitsgefühl behaftet und anderseits mit einem gewaltigen Snobismus beladen, seine Sommerferien auf Brandham Hall an. Seine idealisierten Vorstellungen von der Haute Volée können der Wirklichkeit allerdings nicht standhalten. Die feine Gesellschaft handelt nach Eigeninteressen. Wer hätte das gedacht?!

 

Die inneren Konflikte Leos, den eigentlich alles erschreckt, die Köperlichkeit anderer und seine eigene, der umgetrieben wird von Ehrgeiz und Luftschlössern, machen das Buch lebendig. Verglichen mit Middlemarch von George Elliot ist „Ein Sommer in Brandham Hall“ vergnüglich zu lesen und quasi ein Reißer.

Sein Ende ist insoweit folgerichtig, dass die sogenannten Vornehmen dieser Welt immer dafür sorgen werden, dass andere ihre Vergehen ausbaden, ist aber doch ein wenig zu melodramatisch ausgefallen. Es hätte mit spielender Leichtigkeit ein katastrophenneutrales Ende gegeben. Dafür versöhnen Prolog und Epilog vollständig. 

 Fazit: Hitze des Sommers, Heranwachsen, Katastrophe(n), feiner Schreibstil. Das große Plus des Romans ist der kleine Leo Colston, der bis zu einem gewissen Punkt sich und die feine Gesellschaft entlarvt. Diese Entlarvung bleibt allerdings Stückwerk, es ist noch reichlich Verblendung übrig.

 

Kategorie: Klassiker. Belletristik.
Verlag: Eisele, 2019

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Rezension zu "Ein Sommer in Brandham Hall" von L. P. Hartley

Erinnerungen an ‚Merkur‘ den Unschuldigen, und unvergessene Sommerferien
otegamivor einem Monat

‚Eine Dame ist nie an irgendetwas schuld, egal, was passiert‘ und ‚es kann nötig sein, jemand zu töten, obwohl man nicht wirklich eine Abneigung gegen ihn persönlich hat‘ sind zwei völlig neue Vorstellungen, mit denen Leo Colston konfrontiert wird, als er bei seinem Schulkameraden Marcus im Jahre 1900 seine Ferien verbringt. 

Es ist kurz vor seinem 13. Geburtstag und alles neu für ihn, denn er kommt aus einer anderen Gesellschaftsschicht. (Seine Mutter ist Witwe und rechnet mit jedem Pence!)

Dankbar für die ihm entgegengebrachten Freundlichkeiten, ist er ein willfähriger Bote und wird dementsprechend manipuliert: von Marian, der Schwester von Marcus, von Ted, dem heimlichen Geliebten von Marian und auch von Lord Trimingham, ihrem zukünftigen Verlobten.  

Fantastisch ist die Spannung, die der Autor langsam aber stetig aufbaut  - der Leser überlegt, wann der große ‚Knall‘ kommt und welche Rolle das Wetterhäuschen und die permanenten Wetterbeobachten von Leo spielen.

Der Roman wurde schon 1953 geschrieben und mich begeisterte die wunderschöne poetische Sprache, die Schilderungen des Ehrenkodex im Internat, des aristokratischen Landlebens und der Gefühlslage eines Heranwachsenden. Absolut zeitlos! Ich bin sehr froh, dass dieser Roman 2019 wieder aufgelegt wurde! Er war ein Genuss und ich empfehle ihn wärmstens!  

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Rezension zu "Ein Sommer in Brandham Hall" von L. P. Hartley

Lyrisch-dramatisches Intermezzo in Brandham Hall
DoriZanvor einem Jahr

„Die Vergangenheit ist ein fremdes Land, man macht die Dinge anders dort.“

Juli 1900: Der 13-jährige Leo Colston verbringt die Ferien auf Brandham Hall, dem Anwesen des 9. Lord Trimingham. Hier lebt auch sein Schulfreund Marcus mit seiner Familie. Leo schwärmt für dessen große Schwester Marian. Um ihr eine Freude zu machen, erklärt er sich bereit, heimliche Briefe zwischen ihr und dem Pächter Ted zu überbringen, nicht ahnend, welche delikaten Inhalte die Briefe haben. Als die Verlobung zwischen dem Lord und Marian bekannt wird, ahnt Leo, welches Unheil durch den heimlichen Kontakt Marians zu Ted droht. Doch wie soll er sich nun verhalten?

Der Roman führt in die Lebenswelt zu Beginn des 20. Jahrhunderts und zeichnet dabei ein beschauliches Bild des aristokratischen Landlebens aber auch der strengen Konventionen dieses Jahrhunderts in England. Adel, feine Gesellschaft oder einfaches Volk? Mann oder Frau?

Der Mitsechziger Leo schildert als Erzähler die Ereignisse des Jahres 1900 in Brandham Hall und gewährt somit auch die erwachsene Sicht auf seine Handlungen im geschilderten Sommer seiner Kindheit.

Mit der Figur des Leo Colston hat der Autor L.P. Hartley einen durch und durch sympathischen und klugen Charakter geschaffen, der auch bereits im zarten Alter von 13 Jahren seine Umgebung und sich selbst intensiv reflektiert und interpretiert und dabei nicht immer zu den richtigen Schlüssen kommt. Obwohl zeitlich zur vorletzten Jahrhundertwende angesiedelt kommt man nicht umhin, sich in dem jungen Leo selbst ein Stückchen wiederzuentdecken.

„Ein Sommer in Brandham Hall“ ist ein zeitloser Klassiker, der in seinem Stil ein wenig an Jane Austen erinnert, nur aus kindlich männlicher Sicht. Die tragische Figur der Marian, die hier im Grunde die fatalen Ereignisse ins Rollen bringt, hätte durchaus Potential zu einer Hauptfigur bei Jane Austen gehabt.

Doch wie der 9. Lord Trimingham lakonisch feststellt:

„Eine Dame ist niemals an irgendwas schuld.“

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