fischer baumler

Laetitia Colombani Der Zopf

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Inhaltsangabe zu „Der Zopf“ von Laetitia Colombani

Drei Frauen, drei Leben, drei Kontinente – dieselbe Sehnsucht nach Freiheit

Die Lebenswege von Smita, Giulia und Sarah könnten unterschiedlicher nicht sein. In Indien setzt Smita alles daran, damit ihre Tochter lesen und schreiben lernt. In Sizilien entdeckt Giulia nach dem Unfall ihres Vaters, dass das Familienunternehmen, die letzte Perückenfabrik Palermos, ruiniert ist. Und in Montreal soll die erfolgreiche Anwältin Sarah Partnerin der Kanzlei werden, da erfährt sie von ihrer schweren Erkrankung.

Ergreifend und kunstvoll flicht Laetitia Colombani aus den drei außergewöhnlichen Geschichten einen prachtvollen Zopf.

Gefühl- und hoffnungsvoll

— Jonas1704

Eines meiner Highlights überhaupt und damit eine absolute Empfehlung!

— DanisBuecherregal

bewegende drei frauenlebensgeschichten, obwohl die storys optimistisch enden, zieht mich das buch ziemlich runter

— LeseSprotte

Die leidenschaftlich erzählten Lebensberichte dreier Frauen.

— RubyKairo

Großartige Geschichte über drei Frauen, die ihr Schicksal nicht kampflos hinnehmen, sondern für ihr Glück kämpfen.

— miah

3 Frauen, 3 Schicksale. Sehr berührend. Regt zum Nachdenken über das Leben an.

— MsChili

Schönes Buch über das Schicksal von drei Frauen in Kanada, Indien und Italien.

— Thala

Geschichte von drei Frauen, die trotz schwerer Schicksalsschläge ihr Leben in die Hand nehmen.

— AngelikaRR

unglaublich bewegende Frauenschicksale...

— nicigirl85

Faszinierende Geschichte!

— Fantasia08

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  • Die wundersame Verflechtung dreier Geschichten

    Der Zopf

    zauberblume

    25. April 2018 um 17:59

    Mit "Der Zopf" ist der Autorin Laetitia Colombani ein außergewöhnlicher und berührender Debütroman gelungen. Die Autorin nimmt uns eine abenteuerliche Reise, die uns auf drei Kontinente führt, mit. Hier lernen wir ganz besondere Menschen und ihr Schicksal kennen.Der Inhalt: Drei Frauen kämpfen mutig gegen die Widerstände des Lebens. Das ist Smita, die Unberührbare. Sie opfert in Indien ihr Haar dem Gott Vishnu, denn sie wünscht sich für ihre Tochter ein besseres Leben. Dann reisen wir nach Sizilien. Hier lernen wir Giulia kennen. Sie möchte mit Haaren aus Indien die Perückenfabrik ihres Vaters, die schon seit Generationen im Besitz der Familie ist, retten. Zu guter Letzt landen wir in Montreal. Hier wird die erfolgreiche Anwältin und alleinerziehende Mutter Sarah schwer krank. Mit ihrer neuen Perücke, die aus wunderschönem Echthaar hergestellt ist, schöpft sie neuen Lebensweg.Als ich das atemberaubende Buch beendet habe, halt diese Geschichte bzw. diese drei Geschichten in mir nach. Jede einzelne hat mich tief berührt. In meinem Kopfkino laufen die unglaublichsten Bilder ab. Die Charakter sind hervorragend beschrieben. Beginnen wir mit Smita in Indien. Sie ist eine Unberührbare. Beim Lesen habe ich des öfteren den Kopf geschüttelt, weil das Leben von Smita einfach schrecklich war. Ich kann sie verstehen, dass sie für ihre Tochter ein besseres Leben wollte und dafür einiges in Kauf genommen hat. Hoffentlich ist ihr Traum in Erfüllung gegangen. Und dann sind wir in Sizilien. Ich sehe Giulias entsetzes Gesicht vor mir, als sie diese unglaubliche Entdeckung macht und ich bewundere ihren Mut und ihre Stärke. Unsere Reise führt uns weiter nach Montreal, wo sich der Kreis schließt. Die alleinerziehende Sarah ist ein Workaholic und führt ein Leben, das genau geplant und durchorganisiert ist. Doch ein schwerer Schicksalschlag wirft sie aus der Bahn und bringt sie zum Überlegen. Denn was ist wirklich wichtig im Leben. Und genau wie die drei Leben miteinander verwoben sind, so wird ein Zopf geflochten. Ein geniale Geschichte, die mich bis in die Seele berührt hat.Für mich ein Lesehighlight, eine Lektüre der ganz besonderen Art. Das Cover passt wunderbar, könnte nicht besser sein. Gerne vergebe ich für diese Lektüre, die in der französischen Bestsellerliste auf Platz 1 gelandet ist, 5 Sterne.

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  • Gefühl- und hoffnungsvoll

    Der Zopf

    Jonas1704

    24. April 2018 um 23:00

    Eine faszinierende Geschichte dreier Frauen, gekonnt miteinander verwoben, über drei Kontinente hinweg. Smita, Giulia und Sarah sind drei Frauen deren Schicksal im Buch wie der Zopf im Cover miteinander verbunden wird. Smita ist Reinigerin der Latrinen in Indien und reinigt deren Exkremente. Da sie nicht ihr ganzes Leben so verbringen möchte und sich für ihre Tochter etwas Besseres wünscht, macht sie sich auf die Suche nach einem neuen Anfang. Giulia soll nach einem schweren Unfall ihres Vater, die Perückenfabrik in Sizilien übernehmen und steht somit vor einer schwierigen Entscheidung. Sarah hingegen, wohnhaft in Kanada, Anwältin und Mutter dreier Kinder, erkrankt ernsthaft und wird auch auf die Probe gestellt. Wie alle drei Frauen ihre Schicksalsschläge meistern wird sehr gefühlvoll und hoffnungsvoll in diesem Buch erzählt. Leider fand ich die knapp unter 300 Seiten etwas zu kurz für einen so intensiv inhaltlichen Roman, er hätte gerne noch etwas detailierter sein können. Unabhöngig davon aber sehr lesenswert.

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  • Eines meiner Highlights überhaupt und damit eine absolute Empfehlung!

    Der Zopf

    DanisBuecherregal

    24. April 2018 um 15:18

    Ich hatte vor der Lektüre schon vermutet, dass mir der Roman gefallen würde. Aber dass er nach dem lesen zu den besten Büchern gehört, die ich je gelesen habe, hätte ich nicht gedacht. Aber es ist tatsächlich so und ich möchte Euch gerne erzählen, wieso das so ist.   Zuerst waren da die Schicksale der drei Frauen, die mich sehr berührt haben. Allen voran Smita aus Indien. Smita ist eine sogenannte Dalit. Ein Dalit gehört der untersten Kaste in Indien an und sammelt aus den primitiven Toiletten der Häuser die Exkremente. Ihrer Tochter möchte sie das ersparen und nimmt dafür so einiges auf sich. In Italien arbeitet Giulia in der Echthaarverarbeitungsfabrik ihres Vaters. Als er ins Koma fällt, nimmt sie die Dinge in die Hand und findet raus, dass das Familienimperium, das seit mehreren Generationen besteht, pleite ist. Doch anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, sagt sie der bescheidenen Lage den Kampf an. Und zu guter Letzt erfahren wir wie Sarah in Kanada kurz davor ist, Teilhaberin der Anwaltskanzlei zu werden, in der sie arbeitet. Doch sie erkrankt schwer und wird nach und nach aus der Kanzlei geschoben. Auch sie tritt den Weg nach vorne an. Und das allergeilste ist, dass die Handlungsstränge der drei verschiedenen Frauen auf den drei verschiedenen Kontinenten zum Schluss zusammen laufen.   Dann hat mich der Schreibstil, gerade bei Smitas Geschichte sehr aus der Bahn geworfen. Leatitia Columbani schreibt derart realistisch, sie beschönigt nichts und schildert die Erlebnisse sehr detailliert und bildhaft. Ich bin durch meine Thrillerleidenschaft harte Szenen gewöhnt, aber ich habe hier teilweise wirklich ein paar mal überlegt, den Roman abzubrechen. Ich habe recherchiert und die Dalits gibt es in Indien wirklich und alles, was die Autorin schreibt, ist Realität und keine Fiktion. Aber nicht nur bei Smita, auch das Schicksal der anderen beiden Frauen ist mir sehr nahe gegangen. Und auch wie die Handlungsstränge am Ende des Romanes zusammenlaufen, hat mich sehr begeistert.   Als ich erfahren habe, dass "Der Zopf" der Debütroman von Leatitia Columbani ist, war ich total verblüfft, denn hier stimmt wirklich alles. Der Roman beinhaltet eine der Geschichten, die den Leser wieder erden, weil man sich sagt, meine Güte, so schlimm hast du es aber nicht. Sei mal dankbar für dein Leben und wenn es dir nicht gefällt, änder was dran.    Ich flehe jeden von Euch an, zumindest die Leseprobe durchzulesen. Wenn es Euch dann nicht gefällt, okay, aber bitte lest mal rein. Vielleicht gefällt es Euch ja so gut wie mir, denn das Buch ist eine absolute Bereicherung.   Fazit: Ich hatte das Buch aus der Bücherei geliehen, werde es mir aber jetzt zweimal kaufen. Einmal für mich und einmal für einen ganz tollen Menschen. Große, große Empfehlung.

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  • 3 Schicksale ineinander verflochten

    Der Zopf

    BlueVelvet

    23. April 2018 um 15:58

              In "Der Zopf" von Laetitia Colombani geht es um 3 verschiedene Frauen auf 3 verschiedenen Kontinenten. Auf den ersten Blick könnten sie alle nicht unterschiedlicher sein und doch scheint sie etwas zu verbinden. Smita die in Indien lebt, gehört einer dort sehr niedrigen Kaste an und muss Latrinen reinigen - unentgeltlich! Sie würde gerne Bildung für ihre Tochter und auch für sie ermögichen, was in Indien für Menschen ihrer "Zugehörigkeit" sehr schwierig, beinahe unmöglich ist.Giulia lebt in Palermo und arbeitet schon seit sie denken kann in der Perückenfabrik ihres Vaters mit. Eigentlich wurde sie nicht wirklich gefragt ob sie dort arbeiten möchte - im Endeffekt wurde das vorentschieden. Doch plötzlich fällt ihr Vater ins Koma..Sarah wohnt in Montreal und ist eine angesehene, couragierte Anwältin, die nebenbei noch 3 Kinder allein erzieht. Doch plötzlich erfährt sie dass sie Krebs hat.Wie und Warum die 3 Frauenschicksale ineiander verwoben sind, muss man natürlich selbst lesen - da möchte ich nichts vorweg nehmen. Aber alles in allem muss man sagen, dass es ein großartiges Buch war mit einer außergewöhnlichen, emotionalen Handllung.       

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  • Starke Emotionen starker Frauen - unmöglich, nicht berührt zu sein.

    Der Zopf

    RubyKairo

    22. April 2018 um 22:23

              Drei Frauen in einer existentiellen Krise. Laetitia Colombani beschreibt Schicksale in Indien, Italien und Kanada - bildhaft und ohne Pathos. Ihre Lebenssituationen könnten unterschiedlicher nicht sein und doch gibt es etwas, das eine Inderin mit einer Kanadierin und einer Italienerin verbindet: Haare. Die Autorin erzählt in ihrem Roman "Der Zopf" aber keineswegs von neuen internationalen Frisurentrend. Am Ende laufen alle Fäden bei Sarah zusammen. Sie ist eine 40-jährige, ehrgeizige Anwältin in Montreal, eine Getriebene, die alles für ihre Karriere tut, nach schwerer Erkrankung jedoch aus ihrem Job gemobbt wird und neu anfangen muss. Colombani erzählt parallel die teils erschütternden Geschichten wagemutiger Frauen, die gezwungen sind, um Selbstbestimmung und individuelles Glück zu kämpfen, wenn sie nicht untergehen wollen. Neben der Kanadierin Sarah sind das die Inderin Smita, eine Analphabetin und wagemutige Streiterin für bessere Chancen für sich und ihre kleine Tochter, und die Italienerin Guilia, die in Palermo den Familienbetrieb, eine Perückenmanufaktur, vor der Pleite retten will. Alle drei stecken auf ihre Weise mitten in einer existentiellen Krise, sie wissen aber nichts voneinander, leben in vollkommen unterschiedlichen Welten - und doch gibt es da etwas, das sie wie ein geflochtener Zopf verbindet. Die titelgebende Metapher passt. Die Geschichte dreier Wege der Emanzipation sind rein fiktiv, wirken aber außerordentlich authentisch, weil sich die Autorin bestens in den Lebenswelten ihrer Protagonisten einzufühlen vermag. Tatsächlich habe sie alle Länder, von denen sie erzählt, selbst bereist, und sich mit indischen Verhältnissen ebenso wie mit der sizilianischen Tradition des Perückenmachens auseinandergesetzt. Abwechselnd widmet die Autorin ihren Amazonen einen jeweils eigenen Erzählstrang. Ihre Sprache ist ohne Pathos und bildhaft. Das lässt über den einen oder anderen sprachlich abgenutzt und altbacken wirkenden Vergleich den sie zieht, hinwegsehen. Derbe Ausdrücke wie "kotzen" oder "vögeln" wären vielleicht auch nicht nötig gewesen. Nach 282 Seiten leben Sarah, Smita und Guilia ein anderes Leben als zu Beginn. Sie haben sich von der Annahme verabschiedet, dass nur das Bestehende Sicherheit gibt, dass es sich lohnt, die Angst vor Veränderung zu überwinden und das Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen. Kunstvoll geflochten. Drei Frauen, drei Leben, drei Kontinente – und dieselbe Sehnsucht nach Freiheit. Wie ein Zopf der geflochten wird, verwebt sich die Geschichte. Das Haar, das Smita dem Gott Vishnu opfert, wird Giulias Rettung sein und Sarah neue Kraft schenken. Das ist emotional und eindrücklich erzählt, allerbeste Frauenunterhaltung!        

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  • Der Zopf

    Der Zopf

    miah

    22. April 2018 um 14:32

    Inhalt:3 Länder, 3 Frauen, 3 Schicksale. Smita versucht in Indien alles, damit ihre Tochter mal ein besseres Leben hat. Sie kämpft dafür, dass Lalita Lesen und Schreiben lernt. Guila arbeitet in Sizilien in der Perückenfabrik ihres Vaters, der nach einem Unfall im Koma liegt. Sie muss für die Zukunft der Firma kämpfen, um das Unternehmen zu retten. Sarah ist in Kanada eine erfolgreiche Anwältin. Als alleinerziehende Mutter von drei Kindern kämpft sie für das Wohl ihrer Familie. Dann wird sie krank und muss umso härter kämpfen.Meine Meinung:Abwechselnd begleitet der Leser Smita, Guila und Sarah ein kleines Stück durch ihr Leben. Mit jedem neuen Kapitel wechselt man von Smita zu Guila zu Sarah. Jede von ihnen lebt in einem anderen Land, es geht um unterschiedliche Kulturen und Konventionen. Alle kämpfen mit unterschiedlichen Problemen. Dennoch eint sie ihr starker Wille, etwas verändern zu wollen.Smita ist in Indien im Kastensystem gefangen. Sie ist eine Unberührbare und muss daher Aufgaben übernehmen, die die anderen Kasten nicht machen wollen. Jede Tag reinigt sie die Aborte in den Häusern der Nachbarn, eine wirklich widerliche Angelegenheit. Sie wünscht sich so sehr, dass ihrer Tochter dieses Schicksal erspart bleibt. Mit einem starken Willen setzt sie sich gegen die Konventionen zur Wehr, um ihrer Tochter Lalita ein besseres Leben zu ermöglichen. Smita hat mich am meisten beeindruckt.Guila ist eine junge Frau, die gerne liest. Sie ist eher bescheiden und arbeitet in der Perückenfabrik ihres Vaters. Das Unternehmen ist ein Familienbetrieb und der letzte seine Art in der Gegend. Als Guilas Vater nach einem Unfall im Krankenhaus im Koma liegt, ist es plötzlich an ihr, die Firma zu retten. Mit viel Mut wagt sie sich auf das Neuland vor.Sarah ist eine echte Powerfrau. Sie ist Mutter von drei Kindern, die sie alleine erzieht. Mit ihren Ehrgeiz ist sie auch beruflich auf der Überholspur. Als einzige Frau ist sie Mitgesellschafterin in einer großen Kanzlei. Berufliches trennt sie strikt von ihrem Privatleben. Als sie schwer erkrankt, versucht sie zunächst, sich nichts anmerken zu lassen, bis es schließlich doch herauskommt, und sie um ihre Position in der Firma kämpfen muss.Die Handlung läuft parallel, ohne dass sich die Frauen direkt begegnen. Alle drei Frauen sind zwar so unterschiedlich, aber was sie verbindet, sind ihr Durchhaltevermögen und ihre starken Persönlichkeiten. Ihre Geschichten haben mich alle berührt. Jede von ihnen ist ein Vorbild für mich. Ich finde dieses Buch großartig.Der Schreibstil ist lebendig und flüssig. Ich konnte mir die drei Frauen gut vorstellen und mir immer ein klares Bild ihrer Situation machen. Alle Kapitel enden immer mit einem kleinen Cliffhänger, sodass man doch gerne an der Stelle weiterlesen möchte. Doch auch die Geschichte der Frau im nächsten Kapitel ist wieder genauso interessant.Am Schluss verbinden sich die Geschichten. Sie sind miteinander verpflochten wie in einem Zopf. Das Ende macht Hoffnung, bleibt aber doch offen. Das hat mir sehr gefallen.

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  • Unbeschreiblich

    Der Zopf

    Tintenklex

    21. April 2018 um 20:35

    "Der Zopf" habe ich gelesen, weil er mir von mehreren Leuten empfohlen wurde und sie hatten recht. Es ist ein wunderschönes Buch über Hoffnung, Mut, den Willen für seine Sachen einzustehen und zu kämpfen für die, die einem wichtig sind. Verflochten werden hier drei Geschichten, so unterschiedlich wie man sie sich nur vorstellen kann. Auf den ersten Blick haben die drei Frauen nichts gemein, aber bald merkt man, dass sie im Grunde den gleichen KErn haben. Nur das Äußere ist der jeweiligen Umgebung und Gesellschaft angepasst. Aber sie alle haben diesen inneren Antrieb, der sie allen Widrigkeiten zum Trotz an ihr Ziel bringt!Eine wirklich wunderbare Geschichte, die einem zum Nachdenken bringt und einen auch so schnell nicht mehr loslässt. Man fliegt förmlich durch die Seiten und ist fast enttäuscht, wenn es schon vorbei ist.Dieses Buch möchte ich wirklich jedem ans Herz legen!

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  • Drei Schicksale miteinander verflochten

    Der Zopf

    MsChili

    21. April 2018 um 14:27

    In „Der Zopf“ geht es um drei Frauen, die auf verschiedenen Kontinenten nicht unterschiedlicher Leben könnten. Smita lebt in Indien mit ihrem Mann und ihrer Tochter in ärmsten Verhältnissen und sie wünscht sich nichts mehr, als ihrer Tochter ein besseres Leben zu ermöglichen. Giulia in Sizilien muss zu früh in die Fußstapfen ihres Vaters treten und muss mit allen Mitteln versuchen das Unternehmen zu retten. Und die erfolgreiche Anwältin Sarah in Kanada muss mit einer schweren Krankheit zurechtkommen.   Dieses Buch hat mir recht gut gefallen, besser als erwartet. Dennoch gab es auch einige Stellen, die mich eher kalt gelassen haben. Kurz zu den Charakteren: Smita ist eine Dalit, eine Unberührbare, und wünscht sich so sehr, dass ihre kleine Tochter Lalita zur Schule gehen kann. Denn sie soll nicht in ihre Fußstapfen treten wie es eigentlich vorherbestimmt ist. Dabei bleibt Smita stark und auch teilweise starrsinnig, denn sie kämpft mit allen Mitteln. Sarah ist sehr ehrgeizig, sie verbiegt sich für ihren Beruf und hat kaum Zeit für ihre Familie. Diese beiden Frauen haben mich berührt und bei Smita habe ich mitgelitten. Dann ist da noch Giulia, die Tochter eines Unternehmers der letzten Perückenfabrik in Sizilien. Sie ist traditionsbewusst, doch in Giulia konnte ich mich nicht hinein versetzen. Der Stil ist ungewohnt und in der 3. Person. Die Autorin nimmt kein Blatt vor den Mund und ich habe mich sofort verbunden gefühlt. Die drei Handlungsstränge laufen parallel, jedoch gut unterteilt und übersichtlich. Gegen Ende läuft alles zusammen und die Geschichten der Frauen berühren sich, jedoch nicht übermäßig, was mir gut gefallen hat. Die Szenen in Indien waren teilweise richtig grausam und da macht man sich schnell mal seine Gedanken wie so ein Kastensystem in unserer heutigen Welt noch existieren kann.     Ein gutes Buch mit drei Schicksalen. Zwei haben mich in ihren Bann gezogen. Kann das Buch empfehlen.

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  • Ein Zopf der Hoffnung

    Der Zopf

    MiHa_LoRe

    19. April 2018 um 17:17

    Drei Frauen, drei Länder, drei verschiedene Schicksale.Smita möchte ihrer Tochter ein besseres Leben ermöglichen, Giulia möchte das Perückenunternehmen ihrer Familie retten und Sarah kämpft trotz Diskriminierung um Erfolg bei ihrer Arbeit. Sie sind einander so fern und doch verbindet ein Zopf ihre Leben und gibt ihnen wieder Hoffnung ...ProtagonistenSmita ist eine Dalit, eine Unberührbare, unterhalb aller Kasten. Ihr Schicksal ist es, Exkremente der anderen zu säubern. Sie mag dieses Leben nicht, aber sie kann auch nichts an den Umständen ändern. Nur für ihre Tochter Lalita wünscht sie, dass diese zur Schule gehen und all dem entkommen kann, da sie es niemals übers Herz bringen würde, ihre kleine zarte Tochter zu dieser widerlichen, demütigenden Arbeit zu zwingen. Sie arbeitet hart, um Lalita ein besseres Leben zu ermöglichen, dass einer Dalit in diesem Dorf sonst nicht möglich wäre. Sie ist mutig und stark, obwohl sie ihr ganzes Leben nur gedemütigt wurde und wie Abschaum behandelt wurde.Sarah ist wohl die Personifikation von Ehrgeiz. Sie musste hart um ihre Partnerschaft bei der Anwaltskanzlei kämpfen und will diese Position auf keinen Fall gefährden. Sie ist gut in ihrem Job, aber das reicht ihr nicht, wenn sie so gut sein will wie die Männer, mit denen sie konkurriert. Für ihre Kinder hat sie kaum Zeit, da sie sich keinen Tag freinehmen möchte und mit ihrem Job verheiratet scheint. Als sie erkrankt, ist sie entschlossen, wie gewohnt weiterzuarbeiten und sich nichts anmerken zu lassen, damit sie unverwundbar bleibt und all ihre Arbeit nicht umsonst war. Ihre harte Mauer, die sie mühsam aufrecht erhält, schützt einen weichen Kern, ein Mädchen, das Anerkennung möchte.Giulia arbeitet in der Perückenfabrik ihrer Familie, ein Unternehmen, dass die Familie seit Generationen führt und mit vielen Traditionen verbindet. Doch dann schlägt das Leben zu und alles, was sie besitzen, steht auf dem Spiel. Da hat Giulia kaum die Gelegenheit ihre neu entdeckten Gefühle für ihren Geliebten zu genießen, weil sie auch andere Sorgen hat. Ihre Familie und die Traditionen bedeuten ihr viel, sie möchte anders als ihre Schwestern nicht etwas vollkommen anderes tun, sondern das gleiche Geschäft fortführen und das Erbe bewahren, wenn auch auf eine andere Art.Handlung und SchreibstilEiniges an diesem Buch fand ich wirklich toll, anderes etwas schwächer.Wir hatten hier drei Handlungsstränge, die zum Schluss eine Verbindung hergestellt haben, die nicht zu erzwungen wirkte. Ich fand aber nicht alle Handlungsstränge so emotional berührend, denn während ich mit Smita richtig mitgelitten habe und für Sarah auch viel Mitgefühl aufbringen konnte, ließ Giulias Schicksal mich eher kalt. Zwar hatte ich auch mit ihr Mitleid, aber ihre Geschichte konnte mich nicht so sehr überzeugen wie die anderen.Ich fand es schade, dass auf dem Umschlag schon der Ausgang der Geschichte stand anstelle der Ausgangspunkte, aber das habe ich seltsamerweise gar nicht vorher gelesen, da die Inhaltsbeschreibung im Internet eine andere war.Am meisten haben mich die Umstände in Indien schockiert. Es ist ein großes Land mit vielen verschiedenen Arten von Menschen und ich dachte, schon etwas über das Kastensystem zu wissen, aber was hier aufgewühlt wurde, war unglaublich und ich habe vieles nochmal recherchiert, weil ich es wirklich nicht glauben konnte.Ich dachte erst, ich könnte Probleme mit den fehlenden Anführungsstrichen haben, aber dem war definitiv nicht so. Ich fand den Schreibstil sehr angenehm und die indirekte Rede fand ich eigentlich sogar sehr gut gewählt.Fazit"Der Zopf" hat mir wirklich ziemlich gut gefallen! Zwei der drei Schicksale konnten mich wirklich mitreißen und haben mich sehr berührt.

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  • Empfehlenswerter Frauenroman

    Der Zopf

    Thala

    18. April 2018 um 21:11

    Die Autorin beschreibt das Schicksal dreier Frauen auf 3 Kontinenten: Sarah, die erfolgreiche Anwältin in Montreal, die an Krebs erkrankt. Smita aus Indien, die zur Kaste der Unberührbaren gehört und am Rande der Gesellschaft lebt, wünscht sich, dass ihre Tochter zur Schule gehen darf. Giulia in Italien muss sich um die Perückenfabrik ihres kranken Vaters kümmern. Wie bei einem Zopf verflechten sich die Schicksale ineinander.  Mit einfachen, klaren Worten in einem scheinbar objektiven Schreibstil beschreibt die Autorin das Leben der drei Hauptfiguren. Sie reißt dabei ernste Themen wie Krebs oder das nicht mehr zeitgemäße Patriarchat in Indien an, ohne dabei den Zeigefinger zu erheben und die Geschichte zu einem herzzerreißenden Roman voller Schmerz und Tränen zu machen. Immer wieder erfahren die Frauen kleine Glücksmomente, die ihnen neue Hoffnung in einer schier auswegslosen Situation schenken.  Der Schluss war für mich etwas vorhersehbar, aber dennoch sehr gut zum Titel passend.  Mir hat der Roman sehr gut gefallen, da er eine positive Botschaft ausstrahlt und die Heldinnen mir symphatisch waren.  

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  • Ein wahrer Traum

    Der Zopf

    schokokaramell

    17. April 2018 um 19:24

    Sie schreiben die Geschichte von eines Zopfes,  die Geschichte von Verflechtungen. Es ist meine Geschichte Die Geschichte dreier Frauen, die so viel verbindet - die aber unterschiedlicher kaum sein könnten. Karrierefrau Sarah, Smita aus Indien und Giulia, die in der Perückenfabrik ihres Vaters groß geworden ist. Was sie alle verbindet sind ihre Haare, die auf gewisse Weise, wie eine Geschichte weitergetragen werden. Ich war sofort hin und weg von der Geschichte. Normalerweise bin ich kein großer Freund von Romanen, die aus mehreren Perspektiven erzählt werden. Doch in diesem Fall greifen die Handlungsstränge so gut ineinander und sind ähnlich wie ein Zopf so gut miteinander verwoben, dass man nie aus dem Takt kommt und immer in der Geschichte bleibt. Eine wirkliche Lieblingsfigur gibt es nicht. Sowohl die Hauptfiguren, als auch Smitas Tochter sind Protagonisten mit denen man direkt mitfühlt, die einem ans Herz wachsen und die auch noch nach dem Lesen haften bleiben. Das Buch vermittelt eine wunderschöne Botschaft: nicht aufzugeben, sich nicht unterkriegen zu lassen und seinen Traum zu leben; wie schwer es auch sei und wie viele Steine einem in den Weg gelegt werden. Für mich ein wahrlich großer Lesegenuss! Einzig das Ende kam mir etwas zu ab­rupt. Besonders bei Smita hätte ich mir gewünscht zu sehen wie ihre Geschichte zu Ende geht. Zwar kam es am Ende besonders auf ihre Gabe an Vishnu an, doch ihr Weg war so besonders, dass ich gern erfahren hätte, ob auch ihr dieses Opfer Glück gebracht hat. Für mich schon jetzt eines DER Buchhighlights in 2018 und eine deutliche Leseempfehlung an alle, die ihre Träume noch nicht aufgegeben haben!

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  • Verschenktes Potential

    Der Zopf

    typisch-mona

    17. April 2018 um 10:03

    Wir erleben drei Frauen von drei unterschiedlichen Kontinenten, die eins verbindet: Willenskraft und Mut. Smita lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Nordindien. Sie gehören der niedrigsten Kaste - den Dalits (Unberührbare) - an. Smita verrichtet niederste Arbeiten und möchte diesem Teufelskreis entfliehen. Giulia aus Sizilien arbeitet in der Fabrik ihres Vaters. Sie möchte die Familientradition und die Fabrik aufrecht erhalten. Sarah, Anwältin aus Montreal und alleinerziehende Mutter wird schmerzlich bewusst, dass ihr Job nicht alles ist. Die drei Frauen kommen zu dem Entschluss, dass sie in ihrem Leben etwas gravierend ändern müssen und dafür benötigen sie eine ordentliche Portion Mut und Selbstbewusstsein. Die Autorin hat damit ein bewegendes und gefühlvolles Erstlingswerk geschaffen, dass einen in den Bann zieht. Es zeichnet sich dabei nicht durch eine künstlerische Sprache aus, sondern ist in einer einfachen Art verfasst, aber dennoch ist der Schreibstil etwas besonderes. Die Handlung an sich ist relativ simpel gestrickt und auch schnell vorhersehbar, zudem gibt der Klappentext zu viel vor. Wer sich überraschen lassen möchte, sollte diesen lieber nicht lesen. Leider gibt es auch bei den einzelnen Charakteren keine Entwicklung oder überraschende Wendungen. Natürlich hat jede der drei Geschichten interessante und auch spannende Momente. Im Nachhinein empfinde ich aber nur Smitas Geschichte besonders. Ich habe viel über Indien und das Kastensystem erfahren, beispielsweise die noch heute vorherrschende Diskriminierung der Frauen und Mädchen. Hier von hätte ich gerne mehr gelesen. Besonders schade finde ich, dass ihr Erzählstrang ein so offenes Ende hat und wir nicht erfahren, was mit ihr passiert. Sarah hat in der Geschichte meiner Meinung nach zu wenig Stimme bekommen. Vor der Krankheit werden ihre Überlegungen und Grundzüge gut dargestellt und auch die Ausgrenzung durch ihre Kollegen finde ich nachvollziehbar. Aber am Ende kommt Sarahs Geschichte zu kurz, die Entwicklung vom funktionierenden Arbeitstier zur Überlebenden wird nicht groß ausgeführt und auch das Thema Haare, welches ja einen größeren Stellenwert im Buch hat, wird nur in Nebensätzen kommentiert. Hier hat die Autorin das Potential der Geschichte meines Erachtens nach nicht völlig ausgeschöpft. Giulias Geschichte wurde für mich viel zu kurz abgehandelt und hat zudem ein übertrieben kitschiges Ende. Fazit: Eine interessante Idee, deren Potential aber bei weitem nicht genug ausgeschöpft wurde und der zudem ein wenig Tiefe fehlt. 

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  • Ein beeindruckendes und wichtiges Debüt

    Der Zopf

    buchmagie88

    15. April 2018 um 15:13

    Smita lebt mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter in einem kleinen indischen Dorf. Sie träumt von einem anderen Leben für ihre Tochter und kämpft wie verbissen darum, diesen Traum zu verwirklichen.Sarah lebt in Kanada und ist eine erfolgreiche Alleskönnerin. Sie ist sowohl leidenschaftliche Anwältin, als auch Mutter und meistert ihr Leben mit einem Perfektionismus, der beeindruckend ist. Bis zu dem Tag, der alles verändert.Guilia arbeitet in der Fabrik ihres Vaters in Sizilien, die seit mehreren Generationen aus sizilianischen Haaren Perücken anfertigt. Guilia liebt ihr Leben genauso wie es ist und möchte, dass es immer so bleibt, bis die Familie plötzlich ein Schicksalsschlag ereilt. Drei unterschiedliche Frauen.Drei Leben.Drei Welten. Drei Kontinente.Zunächst scheinen Laetitia Colombanis Protagonistinnen in "Der Zopf" nichts gemeinsam zu haben. In ihren unterschiedlichen Welten scheinen gemeinsame Anknüpfungspunkte fast unmöglich zu sein. Doch Colombani ist mit ihrem Debütroman wahrhaftig ein kleines Kunststück gelungen. Zuerst noch lose, verknüpft sie immer mehr die einzelnen Handlungsstränge dieser drei besonderen Frauen miteinander, so dass sich plötzlich doch gemeinsame Berührungspunkte ergeben und natürlich wird an dieser Stelle auch deutlich, woher die Geschichte ihren Namen bekommen hat. Das Verknüpfen wirkt in der Hinsicht, dass die Autorin einen erzählerischen Zopf flechtet, der immer dichter wird.Doch neben dieser besonderen Erzählweise stehen natürlich ihre Figuren. Alle drei Frauen meistern ihr Leben auf ganz unterschiedliche Weisen und haben plötzlich mit besonderen Vorkommnissen zu tun, die ihr bisheriges Leben komplett auf den Kopf stellen. Man bewundert Colombanis Protagonistinnen, weil sie unfassbar stark sind und sich niemals von ihren Zielen abbringen lassen. Durch die starken Persönlichkeiten der Figuren, erkennt man schnell die eigentliche Intention dieses Buches, die ebenso wunderbar ist, wie die Geschichte: Wir Frauen können alles, was wir uns vornehmen, auch erreichen und weder gesellschaftliche, noch persönliche Grenzen werden uns aufhalten können. Und wir sind sogar noch stärker, wenn wir uns zusammentun und die Kraft der Gemeinschaft erkennen. Auch wenn wir es nicht sehen, das Band, das wir knüpfen, wird niemals zerreißen. Colombanis Figuren leben die Botschaft ihrer Geschichte auf jeder einzelnen Seite. Obwohl "Der Zopf" in Relation wenige Seiten hat, wird hier trotzdem eine gewaltige, eine großartige und vor allem eine wichtige Geschichte erzählt. Und auch das, was zwischen den Zeilen steht, ist so wichtig, wenn nicht sogar am wichtigsten: In "Der Zopf" geht es um Frauen, die in vielen Teilen der Welt immer noch keinerlei Recht besitzen über ihr eigenes Leben zu bestimmen. Es geht um Ausgrenzung in gesellschaftlichen und persönlichen Bereichen von Frauen, die als selbstverständlich angesehen werden und auch in der Realität in dieser Form immer und immer wieder statt finden. Es geht um das Brechen mit Traditionen für ein höheres Ziel. Colombani legt ihren Protagonistinnen immer wieder Steine in den Weg, weil die Welt da draußen eben so ist. Auch wenn wir uns das immer wieder einreden, leben wir in keiner gleichberechtigten Gesellschaft und genau diesen Punkt hält die Autorin in ihrem Roman der Welt vor. Doch so, wie sie ihren Figuren Steine in den Weg legt, stemmen diese die Steine immer wieder weg und gehen konsequent ihren Weg weiter. "Der Zopf" ist ein unglaublich beeindruckendes und besonderes Buch geworden. Eine Geschichte, die aufrüttelt und hoffentlich auch verändert. Und eine Geschichte, die zeigt, dass man alles schaffen kann, wenn man nie den Glauben an die eigene Persönlichkeit und Stärke verliert. 

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  • Die Stärke der Frauen...

    Der Zopf

    nicigirl85

    15. April 2018 um 14:12

    Auf diesen Roman bin ich durch seinen ungewöhnlichen Titel und seine hübsche Aufmachung gestoßen. Nie konnte ich erahnen, was mich erwartet. In der Geschichte geht es um drei Frauen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. In Indien lebt Smita, die für andere Exkremente wegschafft und ein besseres Leben für ihre Tochter wünscht. In Italien lebt Giulia, die das Familienunternehmen retten muss: eine Perückenfabrik. Und in Kanda lebt die erfolgreiche Anwältin Sarah, deren Leben sich drastisch verändert als sie schwer erkrankt. Werden die Frauen ihr Schicksal trotz schwerer Prüfungen meistern können? Die Geschehnisse um alle drei Frauen werden dem Leser über einen beobachtenden Erzähler nahe gebracht. Anfänglich hat mich die Handlung um Giulia am meisten begeistern können, aber mit der Zeit wird immer deutlicher, dass alle drei Frauen so willens- und charakterstark sind, dass man einfach alle drei lieben muss und ihr doch sehr unterschiedliches Leben gern verfolgt. Obwohl alle Drei finanziell sehr unterschiedlich situiert sind, hat jede von ihnen ihr Päckchen zu tragen und jedes Schicksal ist für sich berührend, denn weder möchte man wegen einer Krankheit noch wegen seines Standes ausgegrenzt werden. Der Roman macht sehr deutlich, dass Frauen auch in der heutigen Zeit noch mehr kämpfen müssen als Männer es je mussten. Die Autorin schreibt sehr fesselnd, dass die Seiten nur so dahin fliegen. Die eingestreuten Verse zum Entstehen einer Perücke ließen einen beim Lesen kurz innehalten und nachdenklich werden. Haare sind gerade in der westlichen Welt für Frauen ein großes Thema, denn nur wer jung und verführerisch aussieht, geht seinen Weg einfacher als andere Frauen. Dies wird im Buch sehr gut aufgegriffen, denn es zeigt wie sehr sich die Wahrnehmung zum eigenen Ich und durch andere verändert, ob man nun langes Haar trägt oder nicht, denn langes, gesundes Haar steht nach wie vor für Weiblichkeit. Besonders berührt hat mich wie eine Krankheit wie Krebs dazu führen kann, dass man anders wahrgenommen wird. Kein Mensch sucht sich eine Krankheit selbst aus, um dann weniger leistungsfähig zu sein. Leider habe ich diese Erfahrung im eigenen beruflichen Umfeld bereits machen können und ich spreche mich nicht davon frei ähnliche Gedanken wie Ines gehegt zu haben, wenn man sieht wie Kolleginnen wegen Krankheit oder Schwangerschaft ausscheiden. Das positiv anklingende Ende hat mich sehr optimistisch gestimmt, dass für alle, insbesondere für Frauen, nach einem Unglück auch irgendwann wieder das Glück auf einen wartet, man darf eben nur nicht aufgeben. Ein Roman, der sehr nachdenklich stimmt. Bisher hatte ich mir noch keinerlei Gedanken darüber gemacht, wo Haare für Perücken und Extensions herkommen. Jetzt sieht das etwas anders aus und wie im Buch beschrieben, sollte die jeweilige Trägerin die geopferten Haare mit Stolz tragen. Fazit: Für mich eine echte Entdeckung. Ich kann nur eine klare Leseempfehlung aussprechen. Klasse Lektüre, die lange nachklingt.

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  • Starke Frauen

    Der Zopf

    buecherwurm1310

    13. April 2018 um 14:39

    Das Schicksal von drei Frauen auf drei verschiedenen Kontinenten wird von der Autorin Laetitia Colombani miteinander verflochten wie ein Zopf, dabei haben die Frauen schon aufgrund der Entfernung nichts miteinander zu tun. Aber sie verbindet eine Sehnsucht nach Freiheit. In Indien gehört Smita zur untersten Kaste und ist wertlos. Sie muss daher mit den bloßen Händen die Toiletten der Höhergestellten saubermachen. Aber auch sonst geht es ihr schlecht. Ihre Tochter soll es einmal besser haben und Smita tut alles, damit ihre Tochter Schreiben und Lesen lernen kann. Giulia auf Sizilien soll das Familienunternehmen weiterführen, da ihr Vater nach einem Unfall dazu nicht mehr in der Lage ist. Sie stellt fest, dass die letzte Perückenfabrik Palermos vor dem Bankrott steht. Die erfolgreiche Anwältin Sarah erfährt ausgerechnet von ihrer schweren Krankheit, als sie Partnerin in einer Kanzlei werden kann. Jeder der drei Frauen hat in ihrem Leben zu kämpfen, aber sie sind stark genug, um ihr Schicksal anzunehmen und ihr Leben nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Jede von ihnen ist sehr gut und authentisch beschrieben, so dass man sich in sie hineinversetzen konnte. Aber am meisten hat mich das Schicksal von Smita berührt, da ich dieses Kastensystem nicht menschlich finde und es schrecklich ist, was die Mitglieder der unteren Kaste erdulden müssen. Ich denke, dass nicht jedem dieses Buch gefallen wird, mich hat diese intensive und berührende Geschichte gepackt. Am Ende gab es dann doch noch eine Verbindung, aber ich will nicht zu viel verraten. Ich kann für dieses Buch, das nachdenklich stimmt und sehr berührend ist, nur eine Empfehlung aussprechen.

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