Der Zopf

von Laetitia Colombani 
4,0 Sterne bei37 Bewertungen
Der Zopf
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Positiv (24):
ElkeMZs avatar

3 Frauen, 3 Welten, 3 Geschichten, die kaum unterschiedlicher sein können u.doch Parallelen zeigen, poetisch geschrieben & genial gesprochen

Kritisch (2):
SalanderLisbeths avatar

Tolle Sprecherinnen in einem vorhersehbaren Kitschroman ohne Tiefgang

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Inhaltsangabe zu "Der Zopf"

Drei Frauen, drei Leben, drei Kontinente – und dieselbe Sehnsucht nach Freiheit

Drei Lebenswege, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und dennoch teilen Smita, Giulia und Sarah das gleiche Schicksal: Alle drei kämpfen mutig gegen die Widerstände des Lebens. Smita, die Unberührbare, opfert in Indien ihr Haar dem Gott Vishnu, denn ihrer Tochter soll es einmal besser ergehen. In Palermo rettet Giulia die Perückenfabrik ihres Vaters vor dem Bankrott. Und als in Montreal die erfolgreiche Anwältin und alleinerziehende Mutter Sarah erkrankt, schöpft sie mit ihrer Perücke neuen Lebensmut. In leuchtenden Bildern nehmen uns Andrea Sawatzki, Eva Gosciejewicz und Valery Tscheplanowa mit auf eine Reise rund um den Globus – eine Hymne auf das Leben und den Mut aller Frauen dieser Welt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783839816196
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Audio CD
Verlag:Argon
Erscheinungsdatum:21.03.2018
Das aktuelle Buch ist am 21.03.2018 bei S. FISCHER erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Daphne1962s avatar
    Daphne1962vor 25 Tagen
    Haare sind ein wertvolles Gut

    Laetitia Colombani - Der Zopf gelesen von Andrea Sawatzki, Valery
    Tscheplanowa und Eva Gosciejewicz.

    Laetitia Colombani ist eine im Jahr 1976 geborene französische
    Schriftstellerin.

    Die Autorin hat hier 3 verschiedene Geschichten erzählt, die nicht
    unterschiedlicher sein könnten. Dennoch verbinden die Schicksalswege  sich am Ende auf sonderbare Weise, wie ein verschlungener Zopf.

    Smita in Indien gehört der Kaste der Unberührbaren an. Ein grausames  Schicksal müssen diese Menschen ertragen. Sie sind absolut nichts  wert, müssen die Exkremente der Leute im Dorf aufsammeln mit
    bloßen Händen und als Nahrung bleiben ihnen nur Ratten oder Almosen.  Smita möchte für ihre Tochter ein besseres Leben und beschließt, sie  auf die Schule zu schicken. Irgendwann muss es doch mal besser werden.  Sie nimmt ihr gespartes Geld und übergibt es dem Dorflehrer.

    Giulia lebt auf der schönen Insel Sizilien und hilft ihrem Vater bei der
    Herstellung von Perücken. Traditionell werden diese Perücken mit Liebe  und sorgfalt und ausschließlich mit italienischen Haaren hergestellt. Als  ihr Vater verunglückt nimmt Giulia das Zepter in die Hand und muss leider  feststellen, es steht mit der Fabrik nicht zum Besten, diese steht vor dem  Bankrott.

    Sarah ist Anwältin in Montreal, Kanada. Sie lebt ein Leben auf der
    Überholspur, bis sie der Krebs ereilt, an dem ihre Mutter bereits erkrankte.  Das Leben als Anwältin ist hart. Da darf man keine Gefühle zeigen. Von  ihrem Privatleben gibt sie nichts nach außen preis. Sie hat 3 kleine Kinder,  die sie alleine groß zieht. Alles ist perfekt organisiert. Bis das Kartenhaus  wegen der Krankheit einzustürzen droht.

    Sensibel und feinfühlig wird von 3 verschiedenen Sprecherinnen die
    Geschichten der 3 starken und mutigen Frauen erzählt. Es sind 
    Frauen, die sich nicht unterkriegen lassen wollen und für ihre Ziele
    kämpfen. Sei es um die Freiheit zu erlangen und der Tochter
    Bildung zu ermöglichen. Oder aber sich nicht der Diskriminierung
    zu unterwerfen, weil man wegen Krankheit seinen Job nicht
    vollständig ausüben kann. Oder mit den Traditionen zu brechen und
    was Neues zu wagen, damit die Fabrik und ihre Arbeiterinnen weiter in  Lohn und Brot stehen. 

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    WinfriedStanzickvor einem Monat
    Ein ungewöhnliches und absolut gelungenes Hörbuch



    In diesem wunderbaren Bestseller aus Frankreich geht es um drei Frauen, wie sie nicht unterschiedlicher sein könnten. Drei Frauen aus drei Kontinenten, jede mit ihrem eigenen Schicksal und doch auf eine magische Weise miteinander verbunden.

    Da ist Smita aus Uttar Pradesh in Indien. Sie und ihre Tochter gehören zu den Dalit, den Unberührbaren, die Gandhi einmal „Kinder Gottes“ nannte. Ihre Aufgabe ist es, täglich die Latrinen der Bewohner des Ortes reinigen, die höher gestellt sind als sie. Mit bloßen Händen holt sie die Exkremente ihrer Nachbarn heraus und entsorgt sie auf den Feldern. Ihr Mann arbeitet als Rattenfänger auf jenen Feldern. Die Tiere, die ihm in die Falle gehen, darf er nach Hause mitnehmen. Smita brät sie dann abends, oft die einzige Nahrung für die Familie. Während Smitas Mann treu im Glauben auf seine Wiedergeburt in einem hoffentlich besseren Leben wartet und sich still in sein Schicksal fügt, beschließt Smita, die will, dass ihre Tochter Lalita Lesen und Schreiben lernt, ihr Leben in die Hand zunehmen. Mitten in der Nacht geht sie mit den wenigen Ersparnissen zusammen mit ihrer Tochter fort. Sie verlässt Dorf und Ehemann, um für sich und die Tochter ein neues Leben zu beginnen.
    Ihre Reise wird sie irgendwann in einen Tempel führen, wo sie für ihre spirituelle Reinigung ihrem Gott Vishnu ihren Zopf opfert.

    Diese Haare sind zusammen mit anderen die Rettung für die altehrwürdige Perückenfirma der 19-jährigen Giulia aus Palermo, die nach einem Unfall des Vaters, der ihn in ein immerwährendes Koma fallen lässt, verzweifelt versucht, die durch erhebliche Schulden und sinkende Nachfrage ihrer edlen Produkte kurz vor dem Bankrott stehende Firma und die Arbeitsplätze der Mitarbeiterinnen zu erhalten.
    Die Haare aus Indien, von besonders guter Qualität, sind der Rohstoff, für Perücken besonders hohen Standards, von denen eine schließlich in Kanada landen wird.

    Dort, auf der anderen Seite des Atlantiks lebt die erfolgreiche Anwältin Sarah in Montreal. Sie hat sich über viele Jahre trotz zahlreicher Anfeindungen als Frau in ihrem Beruf durchgesetzt. Immer hat sie es geschafft, die Sorge für ihre drei Kinder und ihren Beruf miteinander zu vereinbaren. Der Preis dafür war hoch. Sie hat schon zwei Scheidungen hinter sich und als sie nun als Partnerin ihrer Kanzlei aufgenommen werden soll, denkt sie, mit noch mehr Anstrengung sei auch das zu schaffen.
    Da erfährt sie von einer Krebserkrankung, die sie erst einmal verdrängt, die sie dann niederhaut und sie schließlich zwingt darüber nachzudenken, was ihr im Leben wirklich etwas bedeutet, was ihr wichtig ist. Ganz schafft sie den Turnaround nicht, aber eine Perücke aus Guilias Werkstatt in Palermo wird ihr helfen, neuen Lebensmut zu schöpfen und ihr normales Leben wieder aufzunehmen.  

    Laetitia Colombani erzählt die Schicksale dieser drei Frauen, die auf unterschiedliche Weise dieselbe Sehnsucht nach Freiheit verbindet abwechselnd. Ohne dass sich die Frauen kennen, bewegen sich ihre Geschichte sozusagen aufeinander zu. Jede auf ihre Weise kämpft gegen die Widerstände des Lebens.

    Die Autorin hat aus diesen drei Geschichten eine Art Zopf geflochten, der symbolisch den ersten Zopf Smitas ersetzt.

    Es ist ein berührender Roman ohne aufgesetzte Sozialkritik. Laetitia Colombani schildert ihre drei Frauenfiguren mit Bedacht, ohne hintergründige Kritik und achtet so das, was sie verbindet trotz aller unüberbrückbaren Unterschiede: die Sehnsucht nach Freiheit und die Erfahrung, dass es sich lohnt, neu anzufangen und für sie zu kämpfen.

    Der Argon Verlag hat für die ungekürzte  Hörbuchfassung dieses ungewöhnlichen Debüts aus Frankreich den einzig richtigen Weg gewählt und drei Sprecherinnen mit der Interpretation der drei Frauen beauftragt.
    Eva Gosciejewicz interpretiert mit viel Begeisterung in der Stimme und sehr identifiziert mit der Figur die Sizilianerin Giulia, die nach vielen Rückschlägen erfolgreich den väterlichen Betrieb erhält. Die mehrfach als Sprecherin ausgezeichnete und selbst als Schriftstellerin erfolgreiche Schauspielerin Andrea Sawatzki leiht ihre Stimme überzeugend der erfolgreiche und an Krebs erkrankten Anwältin Sarah. Für die von Laetitia Colombani besonders eindrucksvoll beschriebene indische Mutter Smita hat der Verlag mit Valery Tscheplanowa die Schauspielerin des Jahres 2017 gewonnen, deren Interpretation diese arme Frau voller Hoffnung auf Zukunft sehr lebendig werden lässt.

    Ein ungewöhnliches und absolut gelungenes Hörbuch. Eine von drei wunderbaren Stimmen geprägte Hymne auf das Leben und den Mut aller Frauen dieser Welt.


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    black_horses avatar
    black_horsevor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Haarige Geschichte dreier ganz verschiedener Frauen, die allerdings sehr vorhersehbar war.
    Haarband zu locker

    Smita in Indien, Guilia in Italien und Sarah in Kanada. Drei Frauen mit ganz unterschiedlichen Schicksalen, die eines verbindet: das Haar.

    Die Autorin erzählt abwechselnd von den Schicksalen, die jedes für sich sehr berührend sind. Während Smita sich mit ihrer kleinen Tochter zu einem Tempel durchschlägt, kämpft Guilia für das kleine sizilianische Familienunternehmen, das Echthaar-Perücken herstellt. Die erfolgreiche Anwältin Sarah muss erkennen, dass ihr Krebs ihre Karriere zerstört.

    Jede Geschichte für sich bietet sehr viel Potential und es ist interessant, wie die Autorin sie zu einem Bild verknüpft. Doch leider passt in die knapp 6 Stunden Hörbuch nur eine oberflächliche Begleitung der starken Frauen, die zudem sehr vorhersehbar ist.
    Die Sprecherinnen machen ihre Sache sehr gut, jede gibt ihrer Protagonistin eine ausdrucksvolle Stimme. Ich hätte mir aber viel mehr Tiefgang und eine umfangreicher Ausarbeitung der Charaktere gewünscht.

    Insgesamt bleibt die gute Idee in der Umsetzung zu blass. Das Haarband ist zu locker geknüpft, um richtig fesseln zu können

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    Caro_Lesemauss avatar
    Caro_Lesemausvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Vorhersehbare Geschichte ohne Tiefgang. Für die Vertonung vergebe ich einen Stern extra oben drauf...
    Der Zopf wird mit blassen Charakteren ohne Tiefgang geflochten

    Die Lebenswege von Smita, Giulia und Sarah könnten unterschiedlicher nicht sein. In Indien setzt Smita alles daran, damit ihre Tochter lesen und schreiben lernt. In Sizilien entdeckt Giulia nach dem Unfall ihres Vaters, dass das Familienunternehmen, die letzte Perückenfabrik Palermos, ruiniert ist. Und in Montreal soll die erfolgreiche Anwältin Sarah Partnerin der Kanzlei werden, da erfährt sie von ihrer schweren Erkrankung.


    Zunächst muss ich die Vertonung mit den 4 Sprecherinnen loben. Der Wechsel zwischen ihnen kennzeichnet die unterschiedlichen Kapitel der Protagonistinnen sehr gut und den Vorlesestil fand ich ebenfalls gut angepasst an die jeweilige Frau. Deswegen gebe ich einen Bonus-Stern für das Hörbuch zu meiner allgemeinen Bewertung dazu. Hätte ich das Buch gelesen, hätte ich es vermutlich abgebrochen.
    Nun zur Erzählung selbst: Smitas Schicksal in Indien als Angehörige der niedrigsten Kaste ist bedrückend und viele Schilderungen kann man kaum glauben. Wie sie dann handelt, um vorrangig ihre Tochter aus diesem Gefängnis der Kastenzugehörigkeit zu befreien, ist sicherlich mutig und bewundernswert, wenn es für sich steht. Ich fand es im Gesamtkontext unglaubwürdig. Sie ist eine ungebildete Frau ohne großartige Mittel, da sie für ihre Arbeit maximal mit Lebensmittelresten bezahlt wird. Ihr Mann ist Rattenfänger, seine Beute ist das Essen für die Familie. Eine andere Geldquelle wird nicht erwähnt. Dennoch spart die Familie einen nicht unbeträchtlichen Geldbetrag, um die Tochter in die Schule schicken zu können. Später hat Smita, deren große Armut immer wieder betont wird, ein Fahrrad. Abgesehen von ihrer Persönlichkeit, die von den drei Protagonistinnen noch am intensivsten dargestellt wird, fand ich auch die sie umgebende weitere Rahmenhandlung am Ende der Erzählung wenig überzeugend.  Insbesondere, weil sich ihr bis auf eine finanzielle Betrügerei keine Hindernisse in den Weg stellen. Zumindest, soweit dieser Weg erzählt wird.
    Die anderen beiden Protagonistinnen, Giulia und Sarah, bleiben neben Smita seltsam blass, ihre Schicksale nahezu lächerlich im Vergleich zu Smitas Leben in Indien. Sarahs Erkrankung ist schwer und existenziell bedrohlich, aber durch ihren Umgang damit und die dargestellte innere Kälte konnte ich kein Mitgefühl für sie aufbauen. Vielmehr musste ich während ihrer Kapitel immer wieder den Kopf schütteln. Aber vielleicht sind da meine Wertevorstellungen von Beruf und Familie einfach zu unterschiedlich. Giulias Charakter fehlt es dann wiederum völlig an emotionaler Tiefe. Sie wirkt zu Beginn naiv und unbelastet. Sicherlich muss sie sich nach dem Unfall ihres Vaters umstellen, dass sie aber plötzlich von kleinen Schwätzchen mit den Arbeiterinnen umschaltet auf die Leitung und Umstrukturierung des Familienunternehmens, konnte mich nicht überzeugen.
    Alle drei Erzählstränge wären sehr ausbaufähig gewesen, insbesondere, wenn es der Autorin wirklich um einen eindringlichen Roman über drei starke Frauen gegangen wäre. Vor allem aber Giulias Geschichte fehlt es völlig an Tiefe. Ihre Gedanken und ihr Charakter stehen im Vergleich zu den anderen beiden Protagonistinnen eindeutig zurück. In ihren Kapiteln kommt immer wieder das Thema Ausländerfeindlichkeit und Ausgrenzung auf, wird jedoch jeweils immer nur kurz erwähnt, nie ausgebaut oder deren tatsächliche Schwierigkeiten für ihren eigenen Alltag dargestellt. Unter anderem, weil sie sich dazu in den Gedankenmonologen so gar nicht positioniert, wirkt sie so naiv und ohne Tiefe. 
    Wie die drei Schicksale der so unterschiedlichen Frauen auf  drei Kontinenten miteinander zusammenhängen, wird sehr schnell klar. Für mich gab es keine Überraschungen, keine Wendungen - schade! Das Ende ist für alle drei offen, vor allem bei Smita fand ich es aber völlig unzureichend und noch zu weit vom "Ziel" entfernt, um als komplett erzählte Geschichte gelten zu können - ebenfalls schade!

    Fazit:
    Der Geschichte um die Schicksale der drei Frauen und dem am Ende geknüpften Zopf fehlt es an emotionaler Tiefe. Die Protagonistinnen werden unzureichend dargestellt. Eine wirkliche Verbindung zu ihnen konnte ich nicht aufbauen. Einzig Smitas Erzählstrang zusammen mit der guten Hörbuchvertonung konnten mich halten. Das Printbuch hätte ich vermutlich abgebrochen. 

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    Ro_Kes avatar
    Ro_Kevor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr vorhersehbar und ohne Tiefgang ergeben die 3 Schicksale letztendlich nicht mehr wie einen langweiligen Pferdeschwanz. 2,5 ★
    Seelenloser, langweiliger Pferdeschwanz

    Klappentext (Lovelybooks):

    Drei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten…

    Und dennoch teilen Smita, Giulia und Sarah das gleiche Schicksal: Alle drei kämpfen mutig gegen die Widerstände des Lebens. Smita, die Unberührbare, opfert in Indien ihr Haar dem Gott Vishnu, denn ihrer Tochter soll es einmal besser ergehen. In Palermo rettet Giulia die Perückenfabrik ihres Vaters vor dem Bankrott. Und als in Montreal die erfolgreiche Anwältin und alleinerziehende Mutter Sarah erkrankt, schöpft sie mit ihrer Perücke neuen Lebensmut.

    Meine Meinung:

    Leider nimmt der Klappentext den „Clou“ dieser Geschichte, sprich die Verknüpfung der einzelnen Frauenschicksale vorweg, doch auch ohne Kenntnis dessen, wird sehr schnell deutlich, worauf die einzelnen Schicksale hinauslaufen und für mich gestaltete sich der Verlauf somit absolut vorhersehbar. 

    Darüber hätte ich hinwegsehen können, wenn es der Autorin gelungen wäre, mein Interesse an den drei Protagonistinnen zu wecken und aufrecht erhalten zu können. Hier vermochten lediglich die äußeren Umstände unter denen Smita in Indien ihr Leben führt, mich zu berühren. 

    Den inneren Prozessen mangelt es an nötiger Tiefe und es begleitete mich das Gefühl, dass die Autorin zwar das Ziel, den geflochtenen Zopf, stets vor Augen hatte aber dem Weg dorthin keinerlei Emotionen mit ins Geflecht frisiert hat.

    Somit wird vorhandenes Potenzial auf den knapp 300 Seiten/knapp 6 Std. Hörzeit leider nur unzureichend ausgeschöpft und mich lässt diese Geschichte recht enttäuscht zurück. 

    Die Vertonung durch drei Sprecherinnen ist jedoch sehr gelungen und sie verlieh der Geschichte die ansonsten fehlende Lebendigkeit. 

    Fazit:

    Sehr vorhersehbar und ohne Tiefgang ergeben die 3 Schicksale letztendlich nicht mehr wie einen seelenlosen, langweiligen Pferdeschwanz. 2,5 ★

    Kommentare: 3
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    ninchenpinchens avatar
    ninchenpinchenvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Ein wunderbar fein komponiertes Märchen, ja, wirklich, es geschehen noch Wunder in der Welt der Bücher.
    Ein wunderbar fein komponiertes Märchen

    Laetitia Colombani: Der Zopf – Erstellungsdatum 16.06.2018

    Ein wunderbar fein komponiertes Märchen

     „In der Welt der Bücher geschehen noch Wunder.“ So hat Le Figaro Littéraire dieses zarte Meisterwerk zu Recht beschrieben.

    Ich durfte diesen Roman – in zum Glück ungekürzter Fassung – als Hörbuch erleben, meisterhaft und mit viel Gefühl gelesen von

    Eva Gosciejewicz (Giulia), von Andrea Sawatzki (Sarah) & von Valery Tscheplanowa (Smita).

    Es geht natürlich um Haare und um drei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und die in völlig verschiedenen Teilen des Globus‘ leben: Smita, die Unberührbare, lebt in Indien.

    Sarah, die erfolgreiche Karriere-Anwältin arbeitet in Montreal, in der größten Stadt der kanadischen Provinz Quebec.

    Und in Palermo (Sizilien) kämpft Giulia um den Erhalt der elterlichen Firma. Giulia ist die Jüngste unter ihnen, und sie schafft es gegen (fast) alle Widerstände ihrer Umgebung, ihrer Mutter, ihrer Schwestern, den Sprung vom Gestern ins Heute zu vollziehen. Was sie mit Haaren zu tun hat? Im Familienbetrieb ihres Vaters werden Echthaarperücken gefertigt. In so einer hochwertigen Echthaarperücke stecken achtzig Stunden Handarbeitszeit.

    Smita, die Unberührbare hat schon eine kleine Tochter, Lalita (6) und ist verheiratet mit einem guten Mann. Aber sie will die Nachfolge des unwürdigen Lebens, das sie führen muss, ihrer schönen und zarten Tochter nicht zumuten. Frauen haben keine Lobby in Indien und das ist das Traurigste. Aber Smita ist mutig und findet ihren Weg, wie Giulia, gegen alle Widerstände ihrer Umgebung.

    Sarah erkrankt und muss erleben, wie die Krankheit auch ihr berufliches Leben völlig verändert. Sie hat drei Kinder, einen männlichen Babysitter und ist schon zwei Mal geschieden, weil reine Antwaltsehen eben - meistens jedenfalls - nicht gutgehen. Alles, was Sarah sich in mühevoller Arbeit und mit viel Ehrgeiz aufgebaut hat, zerplatzt wie eine Seifenblase. Aber sie schöpft mit einer Echthaarperücke aus Sizilien neuen Lebensmut.

    Ich hoffe, ich habe nicht zu viel verraten. Hier geht es auch weniger um Spannung und was alles passiert, sondern um wunderbare Erzählkunst, dazu perfekt recherchiert. Frau staunt über jeden Satz, es passt alles so „haar“genau. Jede einzelne Stelle ist durchdacht, feinfühlig erzählt und jeder der drei Stränge bricht auch an den genau richtigen Stellen ab, wie beim Zopf eben. Ein ganz, ganz feines Stück Literatur, eins meiner Highlights dieses Jahres. Dies trifft auch auf das perfekte Cover zu, soo schön gestaltet, so fein gezeichnet, auch ein Meisterwerk. Wenn es zehn Sterne zu verteilen gäbe, verteilte ich auch die!!!!

    Kommentare: 1
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    Gwhynwhyfars avatar
    Gwhynwhyfarvor 4 Monaten
    zu oberflächlich - klischeehaft

    Ein Zopf wird aus drei Haarsträngen gefochten. Einen alten Zopf sollte man abschneiden. Eine Frisur muss man aufbauen, man versucht sie zu retten und irgendwann fällt sie zusammen. Soweit ist der Titel des Romans gut gewählt. Ich war sehr gespannt. Drei Frauen, drei Kontinente, drei Schicksale, die zusammengeflochten werden. Die Idee war gut.

    In Indien steht laut der Religion der Hindus mit Geburt fest, welcher Kaste man zugehört. Hunderttausende aus der Kaste der Unberührbaren, der Dalits, reinigen tagtäglich die Trockentoiletten der Höhergestellten, obwohl heutzutage diese Toiletten gesetzlich verboten sind. In Indien gibt es wesentlich mehr Handys als Toiletten; Wasserspülungen gibt es nur in Metropolen in Luxushäusern, etwa ein Drittel der Bevölkerung, hat keinen Zugang zu einer Toilette, man erleichtert sich in den Grünzonen, an Mauern, Trockentoiletten sind ein gewisser Luxus. Smitas Familie gehört zu den Dalits, die täglich die Exkremente in den Häusern von höher gestellten Kasten auslöffelt, entsorgt. Ihr Mann arbeitet als Rattenfänger, die Tiere dienen der Familie auch als Nahrung. Ihrer Tochter Lalita soll es später besser gehen. Smita hat es geschafft, ihre Tochter zur Schule zuzulassen. Und was kommt danach? Sie sind Dalits! Ihr Mann glaubt daran, dass es ihnen in einem späteren Leben einmal besser geht. Smita mag aber nicht an spätere Leben denken. Um den Kreislauf zu durchbrechen, muss sie ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen ...

    »Seit fast einem Jahrhundert lebt ihre Familie von der Cascatura, einem alten sizilianischen Brauch, der darin besteht, Haare, die ausfallen oder abgeschnitten werden, zu sammeln, um später Toupets oder Perücken daraus zu machen.«

    Giulia wohnt auf Sizilien. Ihre Familie ist seit mehreren Generationen im Besitz einer Perückenwerkstatt. Dort knüpft man aus Echthaar hochwertige Perücken. Ihr Vater bekommt eines Tages einen Schwächeanfall, kippt um, fällt ins Koma. Sie soll aus seinem Büro Unterlagen besorgen. Bei der Suche nach den Dokumenten fallen ihr Betriebsunterlagen in die Hände, die eindeutig zeigen: Die Firma ist verschuldet, pleite, selbst das Privathaus ist beliehen. Giulia muss nun die Geschicke lenken. Was soll die junge Frau tun? Soll die einen Mann heiraten, den sie nicht liebt, der zumindest die Hypotheken auf das Privathaus der Familie abbezahlen kann? Mutter und Schwester sind pragmatisch: es geht um die Familie, nicht um die Wünsche eines Einzelnen.

    Sarah ist Anwältin, lebt in Montreal, Kanada. Sie steht kurz davor Partnerin einer Wirtschaftskanzlei zu werden, alleinerziehend, hart arbeitend, erfolgreich. Freizeit ist für sie ein Fremdwort, erst recht jammert man nicht, egal was passiert. Den Status des Erfolgs hat sie sich hart erarbeitet. Als Frau muss man noch besser sein als ein Mann, noch härter arbeiten. Mancher Mann neidet ihr den Erfolg. Sarah wird krank. Ja und? Auch da muss man durch, nur nichts anmerken lassen, ansonsten ziehen die anderen die Messer …

    Es gibt einen großen Hype um das Buch. Das kann ich nicht nachvollziehen. Ziemlich schnell ist dem Leser klar, wie die Geschichten ausgehen und wie sie verbunden sind, der Spannungsfaktor war für mich gleich Null. Die Protagonisten sind für mich flach, klischeehaft mit viel Herzschmerz angelegt. Genau hier funktioniert der Roman für mich nicht, aber garantiert bei anderen Lesern. Die Geschichte ist für mich angelegt auf die Tränendrüse, kitschig, unglaubwürdig. Smita ist mutig. Kann sie das wirklich sein? Nehmen wir an, sie nimmt ihr Schicksal in die Hand. Würde sie das genauso anstellen? Das bezweifle ich. Alles läuft glatt. Man isst Ratten, hat keine Rupie, aber für die Schule der Tochter hat sich die Familie etwas abgespart? Und plötzlich gibt es sogar ein Fahrrad, woher das auch immer kommen mag? Vorher nie davon die Rede. Versteckt eine Inderin Proviant tags zuvor in einem Busch, ahnt nicht, dass Tiere die Tasche ausräumen? Und wozu? Diese gesamte Geschichte, einschließlich der Protagonistin ist meines Erachtens unglaubwürdig. Smita denkt und handelt nicht in ihrem Mikrokosmos, sondern agiert und redet nach der Denkweise unserer Gesellschaft.

    Auch die Figur Giulia kommt bei mir nicht an. Giulia ist ein naives Mädchen, kümmert sich nicht um Geschäftliches, obwohl sie wohl dem Vater folgen soll. Von einem Tag auf den anderen erstellt sie banktaugliche Geschäftsberichte und Analysen für ein neues weltweites Geschäftsmodell auf? Hat sie eine Ausbildung? Darüber wird nichts ausgesagt. Und einer mit fremden Wurzeln muss dafür herhalten, gute Ideen und Kontakte zu haben, damit er vorzeigbar ist?

    Das größte Klischee für mich ist zuletzt Sarah, ihr gesamtes Umfeld. Was passiert, wenn man schwer krank wird? Man ist nicht voll leistungsfähig. Sarah empfindet es als Angriff, wenn man sie bittet, beruflich etwas kürzer zu treten, nicht mehr die Filetstücke zur Bearbeitung erhält. Aber das ist in einer Wirtschaftskanzlei das gängige Geschäft, nicht nur dort. Den Job eines Kellners kann ein Kollege übernehmen, wenn er ausfällt, aber hier bedeutet es wochenlange Einarbeitungszeit in Fälle. Mitarbeitern wird in solchen Kanzleien das letzte Blut ausgesaugt, sie arbeiten bis zum Limit, kassieren eine Menge Geld dafür. Wer freiwillig im Haifischbecken schwimmt, darf sich nicht beschweren, wenn zugebissen wird, sobald einer blutet. Alle Menschen um Sarah herum sind Hyänen, nur sie ist gut. Genau das ist der Punkt, wo ein Stoff an mir vorbeirinnt. Es gibt nur Schwarz und Weiß.

    Die Figuren sind starr, wecken in mir nur Staunen, keine Empathie. Die Sprache ist recht einfach gestrickt, kurze Sätze, glatte Dialoge ohne Tiefe. Das ganze Buch baut auf Emotion und Mitleid auf, ist nach Schema-F aufgebaut, auf ein bestimmtes Publikum zugeschrieben. Es gibt keine schönen Metaphern, feine Sätze, Gedanken, die in die Tiefe gehen. Für mich ist der Text schlicht runtergeschrieben, passend zur Story. Mir gingen die Figuren nicht nahe, auch nicht die Geschichten, die für mich aus der Retorte stammen, mir fehlte echte Empathie, Glaubhaftes. Die Katharsis ist nicht gelungen. Das soll nicht heißen, dass dieses Buch schlecht ist. Es spricht mich nicht an, findet aber ein großes Publikum und darum ist es ok. Wer »Ein ganzes halbes Jahr« gernhatte, sollte zugreifen, dazu ein Päckchen Taschentücher.

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    Irves avatar
    Irvevor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Einfach nur großartig! Drei Geschichten mit Intensiven Charakteren, interessanten Hintergründen und grandioser Vertonung.
    *+* Laetitia Colombani: "Der Zopf" (Hörbuch) *+*

    Smita, Giulia und Sarah sind Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Und dennoch gibt es Parallelen in ihren Leben. Denn sie sind alle starke Persönlichkeiten und nehmen ihre Zukunft in die Hand. Die Autorin gewährt intensive, umfangreiche Einblicke nicht nur in drei persönliche Schicksale sondern auch in drei verschiedene Kulturen, deren Traditionen man geneigt ist, sich zu beugen, und in drei Gesellschaften, in denen man oft seinen fremdbestimmten Platz klaglos und unreflektiert einnimmt. Dass es auch anders sein kann, zeigt dieser Roman.

    „Nicht sie, sondern die Gesellschaft ist krank.
    Den Schwachen, den Schutzbedürftigen
    kehrt man den Rücken wie alten Elefanten,
    die von ihrem Rudel verlassen
    und einem einsamen Tod überantwortet werden.“

    Smita lebt mit ihrer Familie in Indien. Ihre Lebensumstände sind alles andere als leicht. Sie beschließt schon früh, dass ihre Tochter es einmal besser haben soll als sie selbst. Da die gesellschaftlichen Zwänge dies nicht ermöglichen, pilgert sie mit der Tochter zur Opferstätte des Gottes Vishnu.
    Giulia steht vor einer schweren Entscheidung. Soll sie die italienische Perückenfabrik des Vaters schließen, weil der Betrieb unter den bisher gegebenen Voraussetzungen nicht mehr funktioniert, oder stellt sie sich gegen den Widerstand der Familie und geht neue Wege, um die Tradition fortführen zu können?
    Auch Sarah aus Kanada spielt das Schicksal übel mit. Neben der Erziehung ihrer Kinder und ihrem aufreibenden Job muss sie sich nun auch mit einer schweren Krankheit auseinandersetzen.

    Aufmerksam geworden bin ich auf diesen Roman durch sein traumhaftes Cover. Es ist durch seine Türkis- und Naturtöne eher ungewöhnlich gestaltet und wirkt in seiner gesamten Optik in sich sehr stimmig. Auch der Rückentext klang sehr vielversprechend – „Eine Hymne auf das Leben und den Mut aller Frauen dieser Welt.“

    Meine Wahl viel letztlich auf den Roman und das Hörbuch, was ich nicht eine Minute lang bereut habe. Die Erzählstränge der drei Protagonistinnen werden von Andrea Sawatzki, Valery Tscheplanowa und Eva Gosciejewicz unglaublich authentisch vertont. Die indische Smita, die zwar bestimmt, aber dennoch zart, bedacht und sorgsam handelt, klingt so sanft und geduldig wie ich sie mir vorstelle. Giulia, der ich unwillkürlich italienisches Temperament unterstellt habe, wird dieses ebenso zugesprochen wie die Spontanität und Impulsivität ihrer Jugend. Und Sarahs Härte sich selbst und ihrer anfänglichen Unbeugsamkeit dem Schicksal gegenüber wird ebenfalls überzeugend Rechnung getragen.

    In alle drei Leben konnte ich mich sehr leicht hineindenken. Selbst, wenn ich manchmal an gleicher Stelle anders agiert hätte und wenn ich das Handeln nicht immer guthieß, konnte ich die Entscheidungen von Smita, Giulia und Sarah gut nachvollziehen. Alle drei wirkten – obwohl fiktiv – authentisch und lebensnah mit ihren Päckchen, die sie zu tragen haben. Ihnen allen gehörten meine Sympathien und meine Anerkennung für die Eigenschaften, die sie einen: Ihr Kampf gegen die Widrigkeiten des Lebens, ihre Ausdauer, ihr Mut, ihr nicht Aufstecken, ihr stetes Bemühen um Selbstbestimmung, ihr Glaube an sich selbst und ihre Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

    Da die Autorin in der Vergangenheit mit Indien, Italien und Kanada die Schauplätze ihrer Geschichte bereist hat, fällt es ihr nicht schwer, entsprechende Impressionen, gesellschaftliche Hintergründe und Traditionen wohl platziert und dosiert in ihren Roman einzuarbeiten. Ebenso feinfühlig und überzeugend tut sie dies, wenn sie aus den persönlichen Welten ihrer Protagonistinnen erzählt. Mir hat besonders gut gefallen, wie geschickt sie die Sprache einsetzt. Obwohl „Der Zopf“ eher niveauvoll verfasst ist, schreckt Laetitia Colombani an entsprechenden Stellen nicht davor zurück, sich auch mal etwas derber auszudrücken, was mein Empfinden noch ein wenig realistischer macht und der Geschichte einen lebendigeren und stimmigeren Anstrich gibt.

    Am Wendepunkt des Lebens, den Smita, Giulia und Sarah in die jeweils gewünschte Richtung lenken wollen, endet diese wunderbare Geschichte. Ob es gelingt, der Zukunft den eigenen Stempel aufzudrücken, bleibt offen und ist der Fantasie der Hörer und Leser überlassen.
    Kennt man den Rückentext des Buches nicht, ahnt man übrigens lange nicht, warum der Roman seinen Titel trägt und wie die Leben dieser Frauen auf drei verschiedenen Kontinenten miteinander verbandelt sind. Die Geschichten verflechten sich letztlich wie die Stränge eines Zopfes zu einem gelungenen Gesamtwerk.

    „Der Zopf“ ist ein Roman, den ich sowohl als Buch sowie als Audiobook sehr empfehlen kann!

    Inhalt
    Drei Frauen, drei Leben, drei Kontinente – dieselbe Sehnsucht nach Freiheit
    Die Lebenswege von Smita, Giulia und Sarah könnten unterschiedlicher nicht sein. In Indien setzt Smita alles daran, damit ihre Tochter lesen und schreiben lernt. In Sizilien entdeckt Giulia nach dem Unfall ihres Vaters, dass das Familienunternehmen, die letzte Perückenfabrik Palermos, ruiniert ist. Und in Montreal soll die erfolgreiche Anwältin Sarah Partnerin der Kanzlei werden, da erfährt sie von ihrer schweren Erkrankung.
    Ergreifend und kunstvoll flicht Laetitia Colombani aus den drei außergewöhnlichen Geschichten einen prachtvollen Zopf.
    Übersetzt von Claudia Marquardt

    Autorin
    Laetitia Colombani wurde 1975 in Bordeaux geboren, sie ist Filmschauspielerin und Regisseurin. »Der Zopf« ist ihr erster Roman und sorgte gleich nach Erscheinen für internationales Aufsehen. Der Roman steht seit Erscheinen weit oben auf der amazon-Bestsellerliste und erscheint in 27 Ländern. Die Filmrechte sind bereits vergeben. Laetitia Colombani lebt in Paris.
    Quelle: Fischerverlage

    Sprecherinnen
    Andrea Sawatzki gehört zu den beliebtesten deutschen Film- und Fernsehschauspielerinnen. Gleich ihr erster Spannungsroman Ein allzu braves Mädchen begeisterte Kritiker wie Leser. Auch ihre folgenden Romane, die Familienkomödien Tief durchatmen, die Familie kommt und Von Erholung war nie die Rede eroberten die Bestsellerlisten.
    Valery Tscheplanowa studierte Tanz und Puppenspiel, bevor sie zur Schauspielerei fand. Als Theaterdarstellerin kennt sie die Bühnen vom Deutschen Theater Berlin, Residenztheater München, Schauspiel Frankfurt und von der Volksbühne Berlin. Die Schauspielerin des Jahres 2017 wurde auch mit dem Alfred-Kerr-Darstellerpreis, dem Bayerischen Kunstförderpreis sowie dem Kunstpreis Berlin ausgezeichnet. Im Film arbeitete sie bereits mit Regisseuren wie Dominik Graf, Andreas Dresen und Christian Schwochow zusammen.
    Quelle: Argon Verlag


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    JessSpa81s avatar
    JessSpa81vor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Spannende Geschichte über mutige Frauen mit tollen Sprechern.
    Spannende Geschichte über mutige Frauen.

    Der Roman „Der Zopf“ wurde von Laetitia Colombani geschrieben und in der Hörbuch-Version von Andrea Sawatzki, Eva Gosciejewicz und Valery Tscheplanowa gesprochen. Sie übernehmen je-weils die Stimme von einer Protagonistin.

    In dem Buch geht es um drei Frauen, deren Leben nicht verschiedener sein könnte. Doch eines haben Sie gemeinsam. In ihrer Welt gibt es eine gewisse Vorstellung von Frauen, die Ihnen das Leben nicht so einfach macht. 

    Da haben wir Smita die in Indien lebt. Sie möchte für Ihre Tochter ein besseres Leben. Hier hat mir die Stimme besonders gut gefallen. Valery Tscheplanowa liest mit sehr viel Ruhe aber man hört trotzdem den Mut und die Entschlossenheit. Ich finde sie hat die Stimmung sehr gut um-setzt. 

    In Sizilien lebt Giulia. Ihre Familie hat seit vielen Jahren eine Perückenfabrik. Als sie erfährt das diese kurz vor dem Bankrott steht. Versucht sie die Firma zu retten. 

    Als letzten haben wir Sarah in Kanada. Sie ist eine erfolgreiche alleinerziehende Anwältin, bis sie krank wird. 

    Ich finde die Sprecherinnen geben dem Buch das Besondere. Sie hauchen jeder von den drei-en ein Leben ein, deren Geschichte ich mit Spannung verfolgt habe. Am besten hat mir die Ge-schichte und die Entwicklung bzw. der Mut von Smita gefallen. Mit der Geschichte von Giulia konnte ich anfangs nicht so viel anfangen. Ich fand sie etwas langweilig. Am Ende fügt sich aber alles perfekt zusammen. 
    Die Geschichten wechseln sich immer wieder ab. Gerade bei Smita fand ich den Spannungsbo-gen sehr hoch. 

    Das Hörbuch hat mir sehr gut gefallen, was sehr an der Vertonung der Sprecherinnen gelegen hat. Ich weiß nicht, ob es mir so gut gefallen hätte, wenn ich es gelesen hätte. Ich habe ihnen geglaubt, dass sie Smita, Giulia und Sarah sind. 

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    Wedmavor 6 Monaten
    Ein sehr schöner, lesenswerter, Mut machender Roman. Großartig gelesen.

    Klappentext beschreibt den Inhalt ganz gut: „Drei Frauen, drei Leben, drei Kontinente – dieselbe Sehnsucht nach Freiheit…“


    Nach einigen Einstiegschwierigkeiten konnte ich mich doch mit dem Roman anfreunden. Er fängt mit Smitha in Indien an. Ihre Lebenssituation ist so eindringlich erzählt worden, all die Demütigungen, die schiere Unmöglichkeit ihrer Arbeit, die Exkremente anderer auf der Straße zu sammeln, v.a. dass ihr eingebläut wird, dass es keinen Ausweg gibt und sie gezwungen ist, immer so weiter zu machen und all dies weiter zu ertragen, ihre Tochter müsse ihr folgen usw., dass ich erstmal eine Pause brauchte. Auch bei anderen Frauen sieht das Leben nicht gerade rosig aus: Sie werden bedrängt, in eine Richtung gestoßen, in die sie nicht wollen, diese auch als alternativlos dargestellt, wie es z.B. bei Julia auf Sizilien der Fall ist, oder auch aufgrund der Krankheit ausgegrenzt und geschasst, wie Sarah in Toronto.


    Alle drei Frauen, die auf drei unterschiedlichen Kontinenten und unter ganz anderen gesellschaftlichen Bedingungen leben, ganz andere Leben führen, haben scheinbar nicht viel gemeinsam. Aber je weiter man in der Geschichte voranschreitet, desto klarer wird es, dass die Drei sehr wohl einen gemeinsamen Nenner haben: Sie streben nach Selbstbestimmung, sie kämpfen für die Erfüllung dessen, was ihnen wichtig ist. Sie geben nicht auf, egal, wie schwierig, gar unmöglich es aussieht. Die Drei stehen stellvertretend für viele solcher Frauen, die kämpfen, die entschlossen sind, bis zum Ende zu gehen, egal, wer was sagt und welche Teufel an die Wand gemalt werden.


    Insofern ist diese Geschichte sehr lebensbejahend und Mut machend, wenngleich vllt auch recht märchenhaft und etwas naiv. Aber frau braucht solche Geschichten. Unbedingt.


    Zudem ist sie sehr schön erzählt. Diese klare, schnörkellose, aussagestarke Sprache habe ich genossen. Zusammen mit der Art, wie das Ganze dargeboten wurde, vermittelt sie den Eindruck, dass es hier um ein Märchen handelt.


    Der Roman wurde wunderbar gelesen. Die Stimmen der drei Erzählerinnen passen sehr gut zu einander, was insg. einen harmonischen Eindruck vermittelt. Auch einzeln betrachtet ist es schwer auszumachen, wer „besser“ wäre. Alle drei sind großartig, haben mit ihren Stimmen das Leben in die Figuren eingehaucht und das Besondere an ihnen hervorgenoben. Habe ich sehr gern gehört.


    Fazit: Es ist ein sehr schöner und lesenswerter Roman geworden, der sowohl auf die Misshandlungen von Frauen aufmerksam, als auch Mut macht, dem eigenen Weg zu folgen, denn nur auf diesem Pfad leuchtet plötzlich das Licht am Ende des Tunnels auf, und die Lösung ist möglich und nah. Auch wenn es märchenhaft anmutet: Märchen sind ein fester Bestandteil des Lebens, auch heute, und ganz besonders heute. Ich vergebe gerne fünf Sterne und eine klare Hörempfehlung.

     

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Daniliesings avatar

    Bäume raus Bücher rein


    Drei Frauen, drei Leben, drei Kontinente – und dieselbe Sehnsucht nach Freiheit


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    Mehr zum Hörbuch:
    Drei Lebenswege, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und dennoch teilen Smita, Giulia und Sarah das gleiche Schicksal: Alle drei kämpfen mutig gegen die Widerstände des Lebens. Smita, die Unberührbare, opfert in Indien ihr Haar dem Gott Vishnu, denn ihrer Tochter soll es einmal besser ergehen. In Palermo rettet Giulia die Perückenfabrik ihres Vaters vor dem Bankrott. Und als in Montreal die erfolgreiche Anwältin und alleinerziehende Mutter Sarah erkrankt, schöpft sie mit ihrer Perücke neuen Lebensmut. In leuchtenden Bildern nehmen uns drei Sprecherinnen mit auf eine Reise rund um den Globus – eine Hymne auf das Leben und den Mut aller Frauen dieser Welt.

    Ihr seid neugierig auf diesen großartigen Roman geworden und möchtet Andrea Sawatzki, Eva Gosciejewicz und Valery Tscheplanowa lauschen? Dann steigt doch jederzeit gern in unsere Hörrunde ein. Wir freuen uns auf einen spannenden Austausch.

    Bitte beachtet für eure Bewerbung unsere Richtlinien für Lese- und hörrunden!
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