Laila Ibrahim Gelber Krokus

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Inhaltsangabe zu „Gelber Krokus“ von Laila Ibrahim

Bereits Augenblicke nachdem Lisbeth geboren ist, wird sie ihrer Mutter weggenommen und Mattie übergeben, einer jungen Sklavin, die man von ihrem eigenen Kind getrennt hat, damit sie dem Baby als Amme dienen kann. So beginnt eine intensive Beziehung, die das Leben der beiden Frauen auf Jahrzehnte hinaus prägen wird. Obwohl Lisbeth ein privilegiertes Leben führt, findet sie bei ihrer überforderten Mutter und ihrem distanzierten Vater, der Sklaven hält, nichts als Einsamkeit. Im Laufe der Zeit wird immer mehr Mattie zu ihrer Familie. Die Besuche des Mädchens in den Sklavenunterkünften – und der lebendigen und liebevollen Gemeinschaft – schweißen die beiden noch mehr zusammen. Aber können zwei Frauen unter derartig unterschiedlichen Bedingungen ein solch enges Band schmieden, ohne dass es Folgen hat? Diese tief bewegende Geschichte einer ungewöhnlichen Beziehung folgt den beiden sehr unterschiedlichen Frauen auf ihrer Suche nach Freiheit und Würde.

Eine traurige Zeit

— kidcat283

Wunderschöner, kurzer, leicht lesbarer Südstaatenroman mit wichtiger Botschaft geg.Rassismus u. Sklaverei. Taschentücher bereit halten!

— Antje_Haase

Wow

— BelovedBooksByTine

Einfach toll!

— AnnieDSH

Ein absolutes 5 Sterne Buch

— Pat82

Ein interessantes und fesselndes Buch, besonders für die Fans von historischen Südstaaten-Romanen.

— Klusi

Ergreifender Südstaatenroman über eine Freundschaft zwischen einer Sklavin und deren Herrin. Mehr davon! Absolute Leseempfehlung!

— SteffisBuecherbloggeria

Okay, aber hätte besser sein können

— Summersnowdrops

Bewegendes Buch das zu Herzen geht.

— Buechertante

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  • Sehr real geschrieben, kaum zu glauben

    Gelber Krokus

    kidcat283

    04. November 2017 um 11:28

    Mattie ist eine der vielen Sklaven, die auf dem Feld arbeiten. Da sie ein Kind bekommen hat, ist sie ausgewählt worden. Sie muss ihr Baby verlassen, da eine Weiße ein Kind bekommt, was eine Amme benötigt. Sie hat keine andere Wahl und nimmt diese Aufgabe an. Sie mag das kleine Baby, namens Lisbeth und schließt es sehr schnell in ihr Herz. Auch Lisbeth, die viel Zeit mit Mattie verbringt, gewöhnt sich an sie und natürlich hängt sie auch mehr an Mattie als an ihrer eigenen Mutter, die wahrscheinlich nur Kinder bekommt, weil sie es muss. Dennoch liebt sie ihre Tochter. Lisbeth wird immer älter und das Band zwischen ihr und Mattie wird noch fester. Lisbeth, die viel Zeit mit ihr verbringt, bekommt andere Dinge mit auf den Weg. Sie akzeptiert und respektiert die Sklaven, behandelt sie anders wie die anderen weißen Häuser. Meine Meinung: Wenn man bedenkt, dass diese Geschichte wirklich so passiert ist, ist es sehr erschreckend, was mit Menschen gemacht wird. Welche Gesetze für Dunkelhäutige galten.. Sie wurden nicht als richtige Menschen akzeptiert und die "Weißen" haben sich damals nicht so sehr der Sonne ausgesetzt, um nicht braun zu werden, oder extra solche Kleider angezogen, die die weiße Haut zur Geltung bringt. Man erkennt deutlich die hohe Stellung der Menschen. Damals wurde noch der Ehepartner so ausgesucht, dass man in einen guten Stand kommt. Nicht Liebe und Respekt waren der Grund. Die Autorin hat das alles total super in Worte gefasst. Der Schreibstil war einfach und man kam schnell durchs Buch. Natürlich war es sehr emotional durch diese Sache mit dem Verlassen des eigenen Kindes, doch kam auch Spannung auf. Meiner Meinung nach auch ein sehr lehrreiches Buch. Man erfährt Dinge, die ich z.B. vorher noch nicht gewußt habe.

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  • if you think of being my baby it don't matter if you are black or white

    Gelber Krokus

    Keksisbaby

    10. October 2017 um 12:40

    Hattie genießt die letzten Momente mit ihrem Sohn, denn schon bald wird sie als Amme ins Herrenhaus geholt und muss die kleine Miss Elizabeth versorgen. Wider erwartend schließt sie das kleine Mädchen in ihr Herz. Als sie getrennt werden sollen, wird Lizbeth so krank, dass die Familie ein Einsehen hat und Hattie weiterhin den Kontakt zu ihrem Schützling erlaubt. Dadurch entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft, denn Hattie ist Elizabeth näher als ihre eigene Mutter. Als Jahre später Hatties Sohn an andere Sklavenbesitzer verkauft wird und fliehen konnte, hält auch Hattie nichts mehr und sie flieht mit ihrem zweiten Kind. Lizbeth bleibt allein zurück und soll durch Heirat das Vermögen des Vaters vermehren. Dann erwischt sie jedoch ihren Zukünftigen, wie er eine Sklavin missbraucht und in ihr weckt sich der Widerspruchsgeist.   Eine wundervolle Geschichte um eine Freundschaft zwischen Sklavin und Plantagenerbin. Es hat Spaß gemacht mich in diese Zeit zu vertiefen, auch wenn das Buch an einigen Stellen erzählerische Lücken aufweist. Manchmal verläuft alles zu glatt. Hatties Flucht, das unerlaubte Lernen unter der Trauerweide, die Rebellion von Lizbeth und am Ende ist für alle alles gut. Mit Miss Elizabeth hatte ich ohnehin so meine Schwierigkeiten. Als Teenager erscheint sie mir recht angepasst. Sie ist viel zu sehr damit beschäftigt den richtigen Beau zu finden und dass sie sich unbeaufsichtigt bei den Sklavenunterkünften aufhalten kann, finde ich auch eher fragwürdig. Der seichte Schreibstil bewirkt, dass die Dramatik des Themas ein bisschen auf der Strecke bleibt und auch Hatties Leiden nicht wirklich in den Vordergrund treten kann. Zumal Hattie ja stellvertretend für die Menschenverachtung steht, mit der Sklaven damals behandelt wurden. Für meinen Geschmack blieb auch der Südstaatenflair, den ich in Büchern wie „Vom Winde verweht“, „Scarlett“ oder „Fackeln im Sturm“ fand, auf der Strecke. Dem ganzen Werk fehlt es meiner Meinung nach an Authentizität. Spaß gemacht hat es ab dem Teil, an dem Lizbeth ihren Eltern die Zähne zeigt und gegen deren Willen jemand anderen heiratet, da kam endlich mal ein bisschen Leben in die Story-   Alles in allem bietet das Werk ein paar vergnügliche Lesestunden, aber ich würde „The Help“ von Kathryn Stockett vorziehen wenn es um gemischtrassige Frauenfreundschaften geht.

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  • Sklaven und die Weissen – Einblick in zwei Welten

    Gelber Krokus

    MartinFischer

    09. July 2017 um 11:43

    Das Buch erzählt zwei Geschichten. Einerseits die der Sklavin Mattie in einem Herrschaftshaus in Virginia um 1836, bis zu ihrer Flucht nach Ohio zwölf Jahre später. Andererseits die von Elizabeth (Lisbeth), die 1836 in eben jenem Herrschaftshaus zur Welt kam und von Mattie als Amme aufgezogen wurde. Da ihre eigene Mutter mit diesem Neugeborenen nichts anzufangen wusste, wurde die Bindung zur Amme umso stärker und bestimmte ihr späteren Lebensentscheidungen. Lisbeths Entwicklung durch verschiedene Stadien des Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalters werden punktuell und doch zusammenhängend erzählt, sodass man mit ihr gross wird. Lange Passagen in erzählendem, für mich eher langfädigem Stil lösten sich mit Passagen spannender Handlung und zwischenmenschlicher Beziehungen ab, in die ich fieberhaft lesend eintauchen konnte. Insgesamt entwickelt das Buch einen angenehmen Rhytmus, der einen immer wieder weiterzieht. Das Buch hat mir im Grossen und Ganzen gut gefallen. Lisbeths Entwicklung war stimmig beschrieben und ihre Entscheidung gegen Ende des Buches nachvollziehbar. Mit Mattie litt ich mit, wie als Jugendlicher beim Lesen von Onkel Toms Hütte. Der Roman wird Jugendliche und Erwachsene gleichermassen ansprechen. Die beschriebenen Liebesszenen würden einem Film „ab 12“ eintragen, ebenso die wenigen Szenen mit körperlicher Gewalt. 4 Sterne – Gute Unterhaltung, kleine Schwächen.

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  • Südstaaten

    Gelber Krokus

    Pat82

    15. May 2017 um 22:54

    Ein wundervolles Buch mit einer Geschichte die die Emotionen nur so aufwühlt. Ein horror Thema welches extrem berührt. Die Geschichte handelt um Lisbeth und ihrer Amme Mattie, einer afrikanischen Sklavin auf dem Landsitz. Für Lisbeth ist Mattie das Liebste was es gibt auf detr Welt und erst später merkt Lisbeth das es einen Unterschied gibt zwischen Schwarz und Weiss. Eine wundervolle Schreibweise, ich habe das Buch in einem Tag verschlungen... extrem rührend

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  • Gelber Krokus

    Gelber Krokus

    Klusi

    06. February 2017 um 23:29

    Im April 1837 erblickt Miss Elizabeth,die Tochter eines Tabakplantagenbesitzers, das Licht der Welt. Sie wird sofort in die Obhut der Sklavin Mattie gegeben, die ihr in der nächsten Zeit als Amme zur Verfügung stehen soll. Mattie, die bisher als Feldarbeiterin auf der Plantage tätig war, hat Sehnsucht nach ihrem eigenen Sohn, den sie in der Sklavensiedlung zurücklassen musste. Sehr schnell wächst ihr die kleine Lisbeth, wie sie ihren Schützling liebevoll nennt, ans Herz. Je älter das Mädchen wird, umso unzertrennlicher wird das Band zwischen ihr und Mattie, denn bei ihren Eltern stößt sie nur auf Unverständnis. Sie fordern Gehorsam von ihr und können gar nicht verstehen, wieso sich Elizabeth überhaupt Gedanken um die Sklaven macht. Lisbeth begleitet Mattie regelmäßig zu deren Familie. Bei den Sklaven fühlt sie sich wohl, geborgen und verstanden. Je mehr sie sich mit Matties Schicksal und dem Leben der Sklaven beschäftigt, umso deutlicher wird Lisbeth die Ungerechtigkeit bewusst, und sie kann sich immer weniger mit den Konventionen der vornehmen Plantagenbesitzer abfinden. Der Schreibstil dieser Geschichte ist klar und schlicht gehalten, schildert der Roman doch das Leben auf einer Tabakplantage aus der Sicht einer einfachen Sklavin, die bisher ein hartes und arbeitsreiches Leben auf dem Feld führte und nun zur Haussklavin „aufgestiegen“ ist. Aus diesem Blickwinkel fand ich die kurzen, prägnanten Sätze sehr passend. Die Charaktere der wichtigsten Personen sind fein ausgearbeitet, wobei besonders Mattie und Lisbeth sehr liebevoll dargestellt werden. Mit diesen beiden so unterschiedlichen Frauen, die sich doch so nahe stehen, hat der Roman zwei starke Protagonistinnen. Für die Plantagenbesitzer ist es Normalität, Sklaven zu halten, und Lisbeth wächst in dem Bewusstsein auf, dass dies einfach so gehört. Aber als das Mädchen älter wird und nachzudenken beginnt, stoßen ihr die Ungerechtigkeiten und die rohe Gewalt gegenüber den Sklaven immer mehr auf, und ihr wird bewusst, dass die farbigen Arbeiter auf der Plantage ihres Vaters über mehr Herz und Gefühl verfügen als ihre eigenen engstirnigen Eltern, denen es nur darum geht, bei ihren Nachbarn einen guten Eindruck zu machen und sich gegenseitig an Reichtum und Schönheit zu übertrumpfen. Das zeigt sich beispielsweise sehr deutlich, als es darum geht, ein Ballkleid für Miss Elizabeth zu wählen. Die junge Frau soll möglichst bald verheiratet werden und natürlich eine gute Partie machen. Nach Liebe und Zuneigung wird hier nicht gefragt. Aber die Eltern haben nicht damit gerechnet, dass ihre Tochter, die dazu erzogen wurde, sich anzupassen und gehorsam zu sein, einen eigenen, starken Willen entwickelt. Der Roman spielt in den beiden Jahrzehnten vor dem amerikanischen Bürgerkrieg zwischen Nord- und Südstaaten. Dieser wirft jedoch bereits seine Schatten voraus, denn schon zu dieser Zeit gab es eine Kluft zwischen Sklavenhaltern und Gegnern der Sklaverei. Die Atmosphäre des Romans erinnert unweigerlich ein wenig an den Anfang des alten Klassikers „Vom Winde verweht“. Leider gibt es über die Zeit vor und während des Bürgerkriegs und um die Problematik der Sklaverei nicht allzu viele Romane, was ich sehr bedauere. Umso interessanter fand ich es, in diese Geschichte einzutauchen und mehr über diese Zeit und ihre Sitten zu erfahren. Laila Ibrahim zeigt das damals herrschende Verhältnis zwischen Schwarz und Weiß klar und deutlich auf, ohne zu beschönigen. Das Coverbild auf der Vorderseite finde ich ebenfalls sehr gelungen und absolut zur Handlung passend. Nur beim Betrachten der Rückseite habe ich gestutzt und musste dann schmunzeln, denn da hat sich der Coverdesigner in der Blumenkiste vergriffen. Der Roman heißt „Gelber Krokus“, weil gelbe Krokusse Matties Lieblingsblumen sind, und so würde ich auch erwarten, einen Krokus abgebildet zu finden. Das Foto auf der Rückseite zeigt jedoch eindeutig eine Freesie. Diese gehört zwar ebenfalls zur Familie der Schwertliliengewächse, aber ein Krokus ist sie deshalb noch lange nicht ;-)

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  • "Gelber Krokus" von Laila Ibrahim

    Gelber Krokus

    Jacynthe

    01. September 2016 um 11:00

    Klappentext Bereits Augenblicke nachdem Lisbeth geboren ist, wird sie ihrer Mutter weggenommen und Mattie übergeben, einer jungen Sklavin, die man von ihrem eigenen Kind getrennt hat, damit sie dem Baby als Amme dienen kann. So beginnt eine intensive Beziehung, die das Leben der beiden Frauen auf Jahrzehnte hinaus prägen wird. Obwohl Lisbeth ein privilegiertes Leben führt, findet sie bei ihrer überforderten Mutter und ihrem distanzierten Vater, der Sklaven hält, nichts als Einsamkeit. Im Laufe der Zeit wird immer mehr Mattie zu ihrer Familie. Die Besuche des Mädchens in den Sklavenunterkünften – und der lebendigen und liebevollen Gemeinschaft – schweißen die beiden noch mehr zusammen. Aber können zwei Frauen unter derartig unterschiedlichen Bedingungen ein solch enges Band schmieden, ohne dass es Folgen hat? Diese tief bewegende Geschichte einer ungewöhnlichen Beziehung folgt den beiden sehr unterschiedlichen Frauen auf ihrer Suche nach Freiheit und Würde. (Quelle)   Meine Meinung Ich habe nun eine ganze Weile nichts von mir hören lassen und die Lektüre dieses Romans ist auch schon ein paar Wochen her. Dennoch wollte ich sie nicht unter den Tisch fallen lassen und möchte daher kurz einige Gedanken mit euch teilen, an die ich mich erinnern kann. Wer mich kennt weiß, dass ich Bücher dieser Art sehr gerne lese. Gelber Krokus stand schon lange auf meine Wunschliste und als es für kurze Zeit reduziert erhältlich war, schlug ich zu. Es hat mir dann auch gut gefallen, entsprach von der Handlung her jedoch nicht ganz meinen Vorstellungen. Im Gegensatz zu Redfield Farm, das der Underground Railroad angehörige Farmer im Blick hat, wird in Gelber Krokus das Verhältnis der Sklaven zu den weißen Gutsbesitzern und deren Familien betrachtet. Die junge Sklavin Mattie, die gerade Mutter geworden ist, wird vom Feld abbeordert um künftig Amme für die neugeborene Lisbeth zu sein. Ihren eigenen kleinen Sohn muss sie bei ihrer Familie zurücklassen und darf ihn nur noch selten sehen. Stattdessen wird Lisbeth zum Mittelpunkt ihres Lebens. Ibrahim hat die Widersprüchlichkeit dieses Verhältnisses, das zur damaligen Zeit im Süden der USA üblich war, meiner Meinung nach sehr gut dargestellt. Schwarze Sklaven galten als minderwertig, dennoch säugten sie die Babys der Weißen und zogen sie auf. Die Familienverhältnisse der Sklaven wurden dabei nicht berücksichtigt und wenn einmal ein Besuchstag eingeräumt wurde, dann wurde dies gleich als große Wohltat dargestellt. Auch der Druck, der auf die Töchter der Gutsherren ausgeübt wurde, wird in diesem Roman thematisiert, die Erziehung zu unterwürfigen Hausfrauen, die dann möglichst gewinnbringend verheiratet werden sollten. Lisbeth befindet sich fast während des ganzen Romans zwischen den Fronten. Sie liebt Mattie und auch deren Familie, dennoch folgt sie, vor allem in jungen Jahren, den Vorschriften ihrer Eltern und zeigt stellenweise sogar, dass deren Erziehung gefruchtet hat. Ich persönlich hatte erwartet, dass sie schon recht früh gegen die Zustände rebellieren würde, doch sie befand sich zu tief in dem Netz, das ihre Familie und die Gesellschaft gewebt hatten. Stattdessen trennen sich ihrer und Matties Weg unerwartet und fortan begleitet der Leser Lisbeth auf dem Weg ihrer Emanzipation. Dadurch liegt meinem Empfinden nach der Schwerpunkt der Erzählungen auf der Geschichte Lisbeths, was ich aber nicht als unangenehm empfand, denn der Einfluss Matties ist ständig spürbar und Ibrahim lässt den Leser über ihr Schicksal nicht im Ungewissen. Am Ende standen mir sogar ein paar Tränen in den Augen... Insgesamt haben mir Handlung und Geschichte gut gefallen, auch wenn ich mit Anderem gerechnet hatte. Der Schreibstil war hingegen weniger mein Fall. Die Sätze erschienen mir oft plump und irgendwie zu kurz, aber das ist natürlich Geschmackssache. Ich vergebe daher dennoch 4 von 5 Wolken.

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  • Ein bisschen mehr Gefühl, bitte!

    Gelber Krokus

    Summersnowdrops

    22. January 2016 um 20:32

    Ich habe Gelber Krokus gelesen, da ich Geschichten über die Sklaverei in den Vereinigten Staaten sehr interessant finde. Nachdem ich von The Help / Gute Geister so begeistert war, bin ich ständig auf der Suche nach einem ähnlich guten Buch. Gelber Krokus erzählt die Geschichte von der Sklavin Mattie, deren Leben und Schicksal untrennbar mit dem Lisbeths verbunden ist, einem weißen Mädchen, das als Tochter eines reiches Plantagenbesitzers geboren und aufgezogen wird. Sogleich bei der Geburt von Lisbeth muss Mattie ihre Familie, zu der auch ihr dreimonatiger Sohn gehört, verlassen, um als Amme im Herrenhaus zu wohnen und sich um Lisbeth zu kümmern. Anfangs noch etwas widerwillig schließt Mattie das Mädchen doch schnell ins Herz und bringt ihr vieles bei, das später ausschlaggebend für Lisbeths Lebensweg sein wird. Lisbeth selbst leidet unter ihrer Beziehung zu den distanzierten Eltern und blüht erst in Matties Gegenwart auf. Sie besucht mit ihr die Sklavenunterkünft, lernt Matties Freunde und Familie kennen und ist dort gerne gesehen. Und obwohl Mattie Lisbeth sehr gerne hat, schmieden sie und ihr Mann doch Pläne, die Flucht in einen freien Staat zu wagen. Als Matties Sohn an einen anderen Plantagenbesitzer verkauft hat, bietet sich die Gelegenheit... Und auch Lisbeth muss sich entscheiden, in welche Richtung sie ihr Weg führen soll. Wie gesagt, ich habe das Buch aus Interesse gelesen und ich habe es auch nicht bereut. Der Inhalt ist sehr interessant, und sowohl Lisbeth als auch Mattie sind sehr sympathische Charaktere, deren Ängste und Ansichten man gut verstehen kann. Hier hätte ich mir jedoch gewünscht, dass ihr Innenleben etwas besser ausgekleidet gewesen wäre. Es wird oft kurz erzählt, Person X fühlte sich so und so, aber nicht wirklich gezeigt. Andere Szenen hingegen sind gut und sehr nachvollziehbar geschrieben, allen voran Lisbeths Entrüstung über die Zustände und die Behandlung der Sklaven, usw. Ich habe mich selbst erwischt, wie ich zusammen mit ihr wütend wurde und mitgefiebert habe. Ein großes Manko für mich allerdings der Schreibstil der Autorin. Das Buch besteht aus kurzen, einfachen Sätzen und kurzen, einfachen Szenen. Die Gefühlswelt der Figuren wird oft nur am Rande beschrieben, sodass keine wirkliche Atmosphäre aufkommt. Der Spannungsbogen bleibt im Grunde immer auf einem Level, selbst bei der spektakulären und gefährlichen Flucht, und beim sehr emotionalen Wiedersehen kommen auch kaum Gefühle auf (ich nehme einfach mal an, dass es sehr emotional hätte sein müssen!). Das ist sehr schade, weil doch gerade in solchen Momenten so viel Potenzial steckt, das ausgeschöpft werden kann. Man liest also eine vor sich hinplätschernde Geschichte, die eigentlich ganz nett ist und ein oder zwei gute Szenen hat, über die man sich freut, aber so richtig genug ist es nicht. Irgendwie bleibt ein unbefriedigtes Gefühl zurück, weil man sich doch mehr versprochen hat. Der Schluss ist dann sehr, sehr schnell erzählt, was wohl daran liegt, dass die Autorin, wie sie selbst im Nachwort zugibt, keine Motivation mehr gehabt hat. Sehr schade.

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