Lajos Egri Dramatisches Schreiben

(5)

Lovelybooks Bewertung

  • 6 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 1 Leser
  • 1 Rezensionen
(0)
(3)
(2)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Dramatisches Schreiben“ von Lajos Egri

Prämisse, Charakter, Konflikt Jeder Charakter muss davon überzeugt sein, dass die Handlung, die ihm von der Prämisse diktiert wird, die einzig mögliche ist. Jedes großartige literarische Werk erwächst aus Charakteren, selbst wenn der Autor zuerst die Handlung geplant hat. Ein Roman, ein Stück oder jedes andere literarische Werk besteht im Grunde genommen von Anfang bis Ende aus einer Krise, die zu einer zwingend logischen Auflösung führt. Konflikte sind der Herzschlag jedes geschriebenen Werkes. Ein drohender Konflikt ist, ins Autoren-Vokabular übersetzt, nichts weiter als Spannung erzeugen. Und es gibt keinen Konflikt, der sich nicht zuvor andeutet. Konflikt ist jene atomare Energie, in der eine Explosion eine Kette weiterer Explosionen auslöst.

Stöbern in Sachbuch

Das Café der Existenzialisten

Eine fesselnde Abhandlung über das philosophische Schaffen im 20. Jhd. perfekt eingebettet im historischen Kontext. Eine Bereicherung!

cherisimo

Hygge! Das neue Wohnglück

Zuhause einfach glücklich sein: das Buch bietet mehr als Einrichtungstipps, es vermittelt das Hygge-Gefühl in Wort & Bild...

Kamima

Sex Story

Witziges und informatives Comicbuch, welches die sexuelle Entwicklung der Menschheit nachzeichnet.

Jazebel

Gehen, um zu bleiben

Ein wirklich tolles Buch, das mir das ein oder andere Reiseziel echt schmackhaft gemacht hat. Hat mir sehr gefallen :)

missricki

Gemüseliebe

Tolle neue Ideen für vegetarische Gerichte, die einfach und für jedermann nachkochbar sind.

niknak

Die Entdeckung des Glücks

interessanter Überblick zum Thema Glück - nicht nur im Job

Sylwester

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu " Dramatisches Schreiben" von Lajos Egri

    Dramatisches Schreiben

    bibliophilist1985

    01. February 2015 um 22:42

    Egri hat mit seinen Werken „Dramatisches Schreiben“ und „Literarisches Schreiben“ zwei profunde und Detail für Detail den Schaffungsprozess veranschaulichende Ratgeber geschaffen, die auf verständliche Weise beschreiben, wie man scheitert oder brilliert. Im vorliegenden „Dramatischen Schreiben“ liegt der Fokus primär auf der Dramaturgie des Theaters, was sich aber in keiner Weise auf die Nutzung für viktorianische Bühnenmonologe beschränkt. Im Gegenteil eröffnen sich für artverwandte Drehbücher und auch Belletristik neue Perspektiven. Bei Literatur lassen sich die Ratschläge besonders bei der Dialog- und Charaktererstellung, Wahl der Erzählgeschwindigkeit, Aufbau, Auswirkungen von nachträglichen Änderungen, Prämisse und Konfliktkonzipierung hilfreich einsetzen. Denn im Gegensatz zu reinen Schreibratgebern birgt Egris Werk den Vorteil in sich, ohne Erklärungen zu spezifisch literarischen Problemstellungen und Techniken auskommen zu können und sich gänzlich auf Sprache und Charaktere fokussieren zu können. Dadurch wird die Personenentwicklung in einer Detailliertheit und anhand zahlreicher, gut nachvollziehbarer Beispiele vollzogen, die man in breiter gestreuter Ratgeberliteratur selten findet. Den Darstellern eher nachrangig und nebensächlich werden auch Prämisse und Konflikte behandelt. Da diese aber unaufkündbar mit den Menschen eines Werks verbunden sind und sich deren Charakter und Motiven anpassen müssen, um Spannung, Glaubwürdigkeit und Lesefluss zu gewährleisten, spielen sie laut Egri eher die zweite Geige. Es steht und fällt alles mit bis zur Perfektion realistisch dargestellten Persönlichkeiten, bei deren Fehlen auch kein noch so gewitzter Plot und mitreißende Konflikte über die Defizite in den leeren Hülsen, die durch diese Ereignisse führen, hinweg täuschen können. Die Ratschläge Egris sind weniger unumstößliche Regeln, sondern eher praktische Beispiele, wie man es richtig machen kann, aber nicht muss. Bei allzu rigider Befolgung droht im Gegenteil eher eine Tendenz zu klischeehaften Figuren und vorhersehbaren Handlungssträngen, sofern man nicht der Meisterschaft nahe oder zumindest schon sehr versiert ist. Und wer ist das schon. Viele nachträglich leichter als die Dramatis Personae zu ändernde Aspekte wie Umgebungen, Plotfeinheiten und Szenenabfolgen werden nur am Rand oder gar nicht erwähnt. Im Kern sind die Essenz und das Lebenselixier eines jeden halbwegs glaubwürdig unterhaltenden Mediums real und nachvollziehbar agierende Persönlichkeiten, die dreidimensional und akkurat ihrer Mentalität entsprechend handeln. Entstehen Risse und Lücken, die sich zu Logikfehlern und unglaubwürdigen, oberflächlichen Dialogen und abstrusen, nicht zu der Charakterisierung passenden Handlungen steigern, droht das Schwinden von Publikumsinteresse bis hin zum resignativen Abbruch des Lesevorgangs. Zu den wenigen Mankos des Werks gehört die Tendenz des Autors, sich lang und ausschweifend mittels Vergleichen, Metaphern und Bezügen zu Naturwissenschaften zu artikulieren und sich auch in den praktischen Hinweisen lang und breit zu wiederholen. Zweiteres ist nachvollziehbar, da für das Verständnis notwendig, die langen und vor allem nach Jahrzehnten nicht mehr aktuellen und richtigen Exkurse in themenfremde Bereiche wären jedoch nicht notwendig gewesen. Dem ursprünglichen Zweck der bildlichen Darstellung zur besseren Veranschaulichung wurde durch das Übermaß Schaden angetan. Eine intellektuelle Selbstbeweihräucherung, die dem Werk eher abträglich ist und es unnötig in die Länge zieht. Es empfiehlt sich das Prinzip des Überlesens. Auch bei manchen der längeren Ausschnitte aus, im deutschen Sprachraum weitgehend unbekannten, Werken wäre weniger mehr gewesen. Das diese nicht mehr zeitgemäß sind, kann man dem Autor im Gegensatz zu anderen Kritikpunkten nicht vorhalten. Der Nachteil liegt in der schlechteren und umständlicheren Anwendbarkeit in der Praxis, da dieser Schreibstil antiquiert ist und sich viele Beispiele dadurch schwerer auf Gegenwartsliteratur umsetzen lassen. Resümierend betrachtet haben die Ratschläge Egris Generationen von Autoren und Schriftstellern beeinflusst und gerade in der Weiterentwicklung seiner Konzepte hin zur besseren Nutzbarmachung für die Gegenwartsliteratur wird eine Herausforderung für zukünftige Lehrkörper des kreativen Schreibens liegen. 

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks