Laksmi Pamuntjak Alle Farben Rot

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Inhaltsangabe zu „Alle Farben Rot“ von Laksmi Pamuntjak

Eine Frau auf der Suche nach dem Mann, den sie einst geliebt und dann verloren hat. Ein Mann, der sich zwischen einer großen Liebe und einer großen Aufgabe entscheiden muss. Und ein Land, dessen Wunden aus der Zeit blutiger Konflikte noch immer nicht verheilt sind.
Entlang der Linien des indonesischen Nationalepos Mahabharata, jener zeitlosen Erzählung von Liebe und Krieg, entfaltet Laksmi
Pamuntjak das Panorama einer jungen Nation und ihres bewegten 20. Jahrhunderts zwischen Kolonialzeit und Unabhängigkeit, Diktatur und Demokratie.

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    Alle Farben Rot

    leselea

    18. September 2017 um 18:34

    Und ist es nicht so, dass alle Geschichten da sind, um neu geschrieben zu werden? (S.15) Im indonesischen Nationalepos Mahabharata ist Amba die Frau, die von zwei Männern zurückgewiesen wird: von König Salwa, ihrem Verlobten, und Bishma, dem edlen Krieger, der Amba entführt und in den sie sich verliebt. Der erste will die entehrte Braut nicht zurück, der zweite stellt den Kampf vor sein Herz. Zugleich ist Amba die Frau, die alles beendet: Sie wird als Srikandi wiedergeboren, um den mächtigen Bishma zu besiegen und dem Land den ersehnten Frieden zu schenken, In ihrem Roman Alle Farben Rot lehnt sich die Autorin Laksmi Pamuntjak eng und dezidiert an diesen historischen Stoff an: Auch hier gibt es eine Amba, die einem Salwa versprochen wird und in einem Bishma die wahre Liebe findet. Doch diese Amba weiß um die Bedeutung ihres Namens, um das Schicksal und die Bestimmung, die mit ihm verbunden ist – und setzt alles daran, ihm eine andere, eigene Geschichte einzuschreiben. Doch Amba ist ein Kind ihrer Zeit: Als Frau sind ihre Möglichkeiten in der indonesischen Gesellschaft der 1960er Jahre begrenzt. Und den politischen Widrigkeiten – die Spannung zwischen islamischen, nationalistischen und kommunistischen Strömungen, die schließlich im Putschversuch vom 30. September 1965 münden – kann eine einzelne Person nichts entgegensetzen… Die Vorstellungen anderer dürfen keine Fessel sein. Du musst dich von ihnen lösen, und du selbst sollst deinem Namen eine Bedeutung geben. (S. 125) Alle Farben Rot ist ein Roman, der eigentlich drei Geschichten erzählt: die Geschichte aus dem Mahabharata, die Geschichte Ambas und die Geschichte des Landes Indonesiens. Geschickt verbindet Laksmi Pamuntjak den Stoff des Nationalepos‘, das Schicksal Ambas inmitten der indonesischen Gesellschaft und die historische Entwicklung des Landes zu einer Erzählung über Liebe und Krieg, über Diktatur und Ausgrenzung und über eine Kultur reich an Mythen und Geschichten, aber auch Aberglauben und Ängsten. Dicht und teilweise überladen an Informationen kommt dieses fast 700 Seiten starke Werk daher und fordert insbesondere den westlichen Leser immer wieder dazu auf, eigenen Recherchen neben der Lektüre nachzugehen und die Andeutungen des Romans mit konkreten Bildern zu führen. Gleichzeitig führt die Autorin atmosphärisch und eindringlich durch ihr erzählerisches Gewebe und zeichnet so das Bild einer Nation, die immer noch zerrissen von der eigenen Geschichte jeden Tag darum ringen muss, ihrem Wahlspruch „Einheit in Vielfalt“ gerecht zu werden. Es sind diese Punkte, die mich das Lesen von Alle Farben Rot nicht nur als sehr lehrreich, sondern auch als bereichernd empfunden haben lassen. Laksmi Pamuntjak streut nicht nur die wichtigsten Fakten, die in den 1950er und 1060er Jahren die schließlich folgenden blutigen Konflikte vorbereitet haben, in ihre Geschichte ein, sondern ordnet die Geschichte Indonesiens auch in den globalen Zusammenhang ein. Zugleich gibt sie einen tiefen Einblick in die indonesische Kultur, lässt den Alltag in diesem Land vor dem inneren Auge auferstehen und versucht so Nähe und Verständnis zu erzeugen. Der Stil ist dabei – wie die Grundstory – sehr am alten Epos orientiert. Der Erzählung haftet durchgehend etwas Mystisches, Archaisches, Vergangenes an, ist reich an Hyperbeln und wiederholenden Äußerungen wie man es aus primär mündlich überlieferten Erzählungen gewöhnt ist (mich hat es häufig an die deutsche Literatur des Mittelalters erinnert). Das ist einerseits natürlich mehr als passend, anderseits erzeugt es eine unüberbrückbare Fremde und arbeitet so der Botschaft des Romans meiner Meinung nach entgegen. Nicht fassbar, wie aus der Zeit gefallen, distanziert wirken viele Szenen und machen ein tiefes Eintauchen in den Roman, eine Identifikation mit den Figuren, ein Miterleben der Ereignisse nicht immer möglich. Weiterhin erschwert auch eine nicht zu leugnende Langatmigkeit – vor allem in der Gestaltung der Beziehung Amba-Bishma – eine durchweg begeisternde Lektüre von Alle Farben Rot. So sehr der Roman mit den historischen Ereignissen fesseln kann, so sehr öden gleichzeitig die schwülstigen und belanglosen Liebesszenen, das ewige Warten in der Vergangenheit und die Suche ohne wirklich fassbares Ziel in der Gegenwart den Leser spätestens ab der Mitte des Buches an. Ich schätze es sehr, wenn ich durch einen fiktiven Roman etwas über die Realität lerne – hier hat Alle Farben Rot sein Soll mehr als erfüllt. Aber von einem Roman erwarte ich mehr als nur das Aufbereiten von Informationen: Ich wünsche mir eine Geschichte, die mitreißt, mich packt und mich berührt, was mir bei der Lektüre dieses Buches leider sehr gefehlt hat. Daher trotz meiner Begeisterung für die Grundidee und das erhaltene Wissen nur 3,5 Sterne.

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  • Alle Farben rot

    Alle Farben Rot

    Leseratte87

    26. March 2017 um 10:07

    Als Sudarminto und Nuniek ihr erstes Kind bekommen, weiß Sudarminto, dass er das Schicksal herausfordert, indem er  das  Mädchen Amba nennt. Im hinduistischen Epos Mahabharata ist Amba eine Königstochter, die dem König Salwa versprochen ist, später jedoch vom Krieger Bhisma entführt und am Ende von beiden verstoßen wird. Und tatsächlich gerät auch die Protagonistin dieses Buches in solch eine Situation. Dem Lehrer Salwa versprochen, lernt sie später den Arzt Bhisma kennen und lieben. Doch das Land ist von politischen Unruhen gezeichnet, die immer gewalttätiger werden. Und auch die Stadt, in der Amba und Bhisma leben, ist immer stärker betroffen und es dauert nicht lange, bis die Situation eskaliert.Laksmi Pamuntjaks Debütroman ist ein spannendes Buch über die politische Vergangenheit Indonesiens. Gekonnt verbindet sie die traditionelle Dichtung, das Mahabharata, mit den Geschehnissen des Bürgerkrieges. Ich hab das Buch jetzt zum zweiten Mal gelesen, da ich beim ersten Mal nur bis zur Hälfte kam. In manchen Abschnitten liegt ein bisschen viel Pathos, wie ich finde, was einzelne Dialoge fast ein bisschen schwülstig macht. Und die vielen Abkürzungen der politischen Organisationen/ Parteien fand ich persönlich mitunter verwirrend. Es ist auf jeden Fall kein Buch, das man einfach mal so zwischendurch liest. Trotzdem begeistert das Buch, weil es die Zerrissenheit des Landes und der Menschen so deutlich macht und weil Amba mit ihrem Wunsch nach Bildung und Eigenständigkeit als Charakter heraus sticht. 

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