Lamia Berrada-Berca

 3.8 Sterne bei 9 Bewertungen

Lebenslauf von Lamia Berrada-Berca

Das Motto Lamia Berrada-Bercas, der Tochter eines Marokkaners und einer Französin mit schottisch-afrikanischen Wurzeln, stammt von Cioran: »Wir wohnen nicht in einem Land, sondern in einer Sprache.« In ihren preisgekrönten Romanen erkundet sie neben den Gefühlswelten ihrer Figuren auch die Herausforderungen, die sich uns durch die Emanzipation und unsere Freiheit als Individuum stellen. Lamia Berrada-Berca setzt sich zudem seit Jahren mit großem Elan für Frauenrechte ein.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Lamia Berrada-Berca

Cover des Buches Kant und das kleine rote Kleid (ISBN:9783866124325)

Kant und das kleine rote Kleid

 (9)
Erschienen am 01.09.2017

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Rezension zu "Kant und das kleine rote Kleid" von Lamia Berrada-Berca

Berührende Geschichte über die stille Rebellion einer klugen Frau
Syllivor 23 Tagen

Aminata und ihr Mann haben ihr Land verlassen, um in Paris ein besseres Leben führen zu können. Für die junge Frau hat sich jedoch nichts geändert. Noch immer trägt sie die Burka, noch immer trifft ihr Mann alle Entscheidungen allein.

Da entdeckt sie eines Tages ein bezauberndes rotes Kleid im Schaufenster einer Boutique. In Aminata erwacht der Wunsch, es zu besitzen, zu tragen, und sich endlich einmal frei zu fühlen. Als ihr zufällig ein Buch von Kant in die Hände fällt, bittet sie ihre Tochter, es ihr heimlich vorzulesen - und eine unglaubliche Geschichte nimmt seinen Anfang.


Über die Autorin

Das Motto Lamia Berrada-Bercas, der Tochter eines Marokkaners und einer Französin mit schottisch-afrikanischen Wurzeln, stammt von Cioran: „Wir wohnen nicht in einem Land, sondern in einer Sprache.“ In ihren preisgekrönten Romanen erkundet sie neben den Gefühlswelten ihrer Figuren auch die Herausforderungen, die sich uns durch die Emanzipation und unsere Freiheit als Individuum stellen. Lamia Berrada-Berca setzt sich zudem seit Jahren mit großem Elan für Frauenrechte ein.


Meine Meinung

"Sie wachsen auf und lernen zu existieren, ohne in Erscheinung zu treten." Mit diesen Worten ist das Leben der Frauen in Aminatas Kultur beschrieben, doch für die junge Frau hat sich auch in Paris nichts geändert. Sie muss ihrem Mann gehorchen, die Burka tragen, darf nichts Neues ausprobieren, und fühlt sich sehr einsam. Doch ein rotes Kleid in einer Boutique und ein Buch von Kant auf der Türschwelle der Nachbarwohnung bringen eine Lawine ins Rollen. "Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen", diese Worte Kants, vorgelesen von ihrer kleinen Tochter, und das rote Kleid, versteckt in einem Kochtopf, sind der Auslöser für Aminata, sich Schritt für Schritt von den Fesseln der Traditionen zu befreien, in denen sie gefangen ist.

Den Beginn ihres Aufbruchs darf der Leser in diesem schmalen Büchlein miterleben, das in einer wunderschönen, geradezu poetischen Sprache von einer stillen Rebellion erzählt. Die junge Frau hat keine Schulausbildung erhalten, ist den Launen ihres Ehemannes ausgesetzt, und doch kann nichts und niemand ihren Gedanken Einhalt gebieten. Mit Aminata hat die Autorin eine äußerst sympathische Erscheinung geschaffen, die beseelt ist von der tiefen Sehnsucht nach Wissen, nach Freiheit und einem selbstbestimmten Leben.

Einziger Wermutstropfen an dieser herzerwärmenden Geschichte ist die Tatsache, dass sie viel zu kurz ausgefallen ist. Als der interessante Nachbar ins Spiel kommt und Aminata beschließt, ihr rotes Kleid zu tragen, wenn sie ihre Tochter am nächsten Tag zur Schule bringt, ist das Buch auch schon zu Ende. Nur zu gerne hätte ich gewusst, ob diese bewundernswerte junge Frau zumindest einen Teil ihrer Träume verwirklichen konnte, gerne hätte ich sie noch viel länger auf ihrem Weg begleitet.

Und genauso gerne empfehle ich diese kleine Kostbarkeit allen Lesern, die in die Gefühlswelt dieser erstaunlichen Frau eintauchen und sich für einige Stunden in ihren Sehnsüchten und Träumen verlieren möchten.

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Rezension zu "Kant und das kleine rote Kleid" von Lamia Berrada-Berca

Eine junge Frau auf dem Weg zur Selbstfindung
Alaisvor 2 Jahren

Eine junge Frau ist aus ihrer fernen Heimat ihrem Mann nach Paris gefolgt. Hier werde sie glücklich sein, meinte er. Doch sie und ihre Tochter leben weiterhin innerhalb der sehr engen Grenzen, die er ihnen gesetzt hat, ihre Verhüllung zieht auf der Straße misstrauische Blicke auf sich und sie fühlt sich einsam und von der sie umgebenden Welt abgeschnitten. Da findet sie eines Tages vor der Tür ihres Nachbarn ein Buch und nimmt es an sich. Ihre Tochter hilft ihr, es zu entschlüsseln ...
"Kant und das kleine rote Kleid" ist ein Roman, der mich erst auf den zweiten Blick überzeugt hat. Zunächst kam ich mit dem Stil der Autorin überhaupt nicht klar: Die Sätze klangen für mich zu aufgesetzt, getragen, bedeutungsschwanger. Das Verlangen der Autorin, eine These zu verdeutlichen, tritt auf den ersten Seiten leider deutlich hervor.
Die Sprache ist jedoch sehr poetisch, vor allem aber auch erschreckend entpersonalisierend - es ist immer wieder die Rede von "einer Frau", erst spät erfährt der Leser, dass die Hauptfigur der Erzählung Aminata heißt. Doch gerade dies ist ein geschickter Schachzug von Lamia Berrada-Berca, denn es geht tatsächlich um eine Entpersonalisierung und deren Überwindung, um Aminatas "siebte Sünde": ihren Weg zu der Idee, sie könnte ein Individuum sein, was ihr zuvor vorbehalten war ...
Die Autorin erzählt mit leisen Tönen, räumt Gefühlen einen großen Platz ein. Und so hat dieses kleine, zart-poetische Buch mich letztendlich doch verzaubert.

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