Muslimisch-weiblich-deutsch!

von Lamya Kaddor 
4,3 Sterne bei4 Bewertungen
Muslimisch-weiblich-deutsch!
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Inhaltsangabe zu "Muslimisch-weiblich-deutsch!"

Eine mutige und persönliche Islamkritik, die wachrüttelt und einen wichtigen Beitrag zur Integrationsdebatte leistet.

Lamya Kaddor gehört zu einer neuen Generation von deutschen Muslimen. Sie kritisiert das Erscheinungsbild des Islam in Deutschland ebenso wie die Wagenburgmentalität der Nicht-Muslime. Der Islam ist Teil der deutschen Gesellschaft. Nur wollen das viele nicht wahr haben – selbsternannte Islamkritiker nicht und am wenigsten viele Muslime selbst. Die schweigende Mehrheit lässt es zu, dass bärtige Fundamentalisten, Zwangsheirat und Ehrenmorde das Bild vom Islam bestimmen.
Lamya Kaddor gibt den liberalen, aufgeklärten Muslimen in Deutschland endlich eine Stimme, vor allem den Frauen, die selbstbestimmt leben wollen, ohne ihre Religion preiszugeben. Sie erzählt von ihrem ganz persönlichen Weg zum Islam als Gläubige und als Islamwissenschaftlerin.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783492550154
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:208 Seiten
Verlag:Piper
Erscheinungsdatum:03.04.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    monerls avatar
    monerlvor 5 Jahren
    Die Stimme des liberalen und modernen Islam


    Klappentext:

    Der Islam ist Teil der deutschen Gesellschaft. Nur wollen das viele nicht wahr haben - unsere selbsternannten Islamkritiker nicht und am wenigsten viele Muslime selbst. Die schweigende Mehrheit lässt es zu, dass bärtige Fundamentalisten sie in der Öffentlichkeit repräsentieren und dass Terror, Zwangsheirat und Ehrenmorde das Bild vom Islam bestimmen. Lamya Kaddor gibt den liberalen, aufgeklärten Muslimen in Deutschland endlich eine Stimme, vor allem den Frauen, die selbstbestimmt - mit oder ohne Schleier - leben wollen, ohne ihre Religion preiszugeben. Sie erzählt, wie sie in Deutschland als Tochter frommer arabischer Einwanderer groß geworden ist und mit welchen Herausforderungen sie als "Ausländerin" in der Schule und als junge gläubige Frau im Berufsleben fertig werden musste. Ein ebenso spannendes wie sympathisches Buch, das wachrütteln und die verschlafene Integrationsdebatte beleben wird.
    _______________________________________________________________

    "In den sechziger Jahren, als die ersten Muslime einwanderten, war man entweder <deutsch> oder <muslimisch>, aber spätestens in der zweiten, dritten und vierten Einwanderergeneration sind wird <deutsch>  und <muslimisch>.

    Dieses Zitat bringt es auf den Punkt, was viele Deutsche als auch in Deutschland lebende Nicht-Muslime vergessen! 

    Lamya Kaddor erzählt und beschreibt in ihrem Buch sehr schön und nachvollziehbar ihren Alltag als Islamkunde-Lehrerin auf einer Hauptschule in Lohberg, NRW. Und eins wird dabei deutlich: Die muslimischen Schüler wissen wenig bis gar nichts über ihre Religion, außer, dass sie keinen Alkohol trinken und kein Schweinefleisch essen dürfen, dass Sex vor und außerhalb der Ehe verboten ist und dass eine gläubige Muslima ein Kopftuch zu tragen hat. Weiteres Wissen ist ihnen meistens fremd. Auch hat noch nie eine kritische Auseinandersetzung mit der Religion stattgefunden oder dass sie hinterfragt haben, warum sie dieses oder jenes tun oder unterlassen sollen.

    Auch wird dem Leser nahe gebracht, welche "Kämpfe" Frau Kaddor mit Eltern von Schülern, den ortsansässigen Moscheen und dessen Imamen sowie Verbänden und Menschen um sie herum ausfechten muss. Ihre liberale und moderate Auslegung des Korans und einiger Koranverse wird oftmals und lautstark von Gegnern kritisiert.

    Die Autorin verdeutlicht viele Hintergründe, Einstellungen und Lebensformen von Muslimen in Deutschland. Sie macht sich stark für die liberale und moderne Stimme des Islam. All jene Muslime, die glücklich und friedlich in Deutschland leben wollen und nicht zu den Konservativen, den Islamisten oder den Fanatikern gehören, müssen endlich in die Öffentlichkeit treten, auf sich aufmerksam machen und zeigen, dass sie einfach Bürger muslimischen Glaubens sind. Nicht mehr und nicht weniger.

    "Noch immer gibt es viel zu wenig Angebote gerade für Menschen, die einen weltoffenen und toleranten Islam kennenlernen wollen.", so Frau Kaddor und ich stimme ihr vorbehaltlos zu! Ihr Buch war ein Genuss für mich, und ich hege mit ihr die Hoffnung, dass Muslime in Deutschland schlussendlich als integrierte Gemeinschaft ein Teil von Deutschland werden dürfen. 

    Denn eins darf nicht vergessen werden, wir sprechen hier nicht von muslimischen Flüchtlingen, die nach dem Krieg wieder in ihre Heimat zurückgehen können und wollen. Nein, hier geht es vorallem um Muslime, die in Deutschland geboren sind, dessen Eltern schon in Deutschland auf die Welt gekommen sind und sie sich nicht nur deutsch fühlen sondern auch deutsch denken und leben und Deutschland als ihre Heimat bezeichnen, da sie natürlich keine andere haben (können). 

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    WinfriedStanzickvor 7 Jahren
    Rezension zu "Muslimisch - weiblich - deutsch!" von Lamya Kaddor

    Über den Islam wird gegenwärtig viel geschrieben und diskutiert. Es wird angegriffen, verteidigt, unterstellt und entlarvt. Es geht, wie immer, wenn von Religion die Rede ist, um Wahrheit. Aber da die Debatte im demokratisch verfassten Deutschland stattfindet, in dem sich auch die Religionen der Verfassung zu beugen haben, geht es auch um Menschenrechte, um die Rolle der Frauen, Zwangsheiraten und vieles mehr.

    Zwei Bücher von islamischen Frauen, die sich als Deutsche verstehen, sind in diesem Jahr erschienen, die man zur Kenntnis nehmen muss, will man die Debatte verstehen und nachvollziehen wie sehr ein aufgeklärter Islam schon in unserer Gesellschaft angekommen ist und wie Menschen, hier in diesem Fall zwei Frauen dafür kämpfen und werben, dass das noch mehr geschieht.

    Die eine ist Necla Kelek, die schon mit vielen Büchern und auch als Mitglied der von Wolfgang Schäuble initiierten Islamkonferenz von sich reden machte als streitbare Vertreterin eines aufgeklärten Islam, der im Westen und in der Demokratie ankommen soll, und in ihrem bei Kiepenheuer & Witsch erschienenen Buch alle diese Themen abhandelt. Es ist aufgebaut wie eine Reise, eine "Himmelsreise" durch die Geschichte des Islam und die Rolle seiner Vertreter im gegenwärtigen Deutschland.

    Zwei Themen haben mich ganz besonders beschäftigt. Zum einen die Art und Weise, wie sie den auch von deutschen Intellektuellen als islamischen Aufklärer gehandelten Tariq Ramadan anhand seiner Reden und Schriften und in von ihr dokumentierten öffentlichen Diskussionen, die sie mit ihm geführt hat, schildert quasi als einen Wolf im Schafspelz, der mit gespaltener Zunge spricht und bei weitem nicht das hält, wozu ihn viele Intellektuelle machen.

    Zum anderen hat mich bestürzt, doch insgeheim auch in meinen "Vorurteilen" bestätigt, was Necla Kelek dokumentiert an Aussagen von Vertretern islamischer Verbände, allesamt Mitglieder der Ersten Islamkonferenz, die letztlich darauf hinauslaufen, dass auf eine stetige Islamisierung Deutschlands und Europas hingearbeitet werden soll.

    Das vorliegende Buch von Lamya Kaddor kommt weniger grundsätzlich und auch weniger radikal daher. Sie ist eine auch unter deutschen Politikern gefragte Religionspädagogin, de sich schon seit langem für einen islamischen Religionsunterricht stark macht und vor einigen Jahren einen vielbeachteten 'Koran für Kinder und Erwachsene' bei C. H. Beck veröffentlicht hat.

    Lamya Kaddor beschreibt, so wie Necla Kelek auch, den beklagenswerten Zustand und das furchtbare Erscheinungsbild des Islam in Deutschland, bei der es die schweigende Mehrheit der Muslime zulässt, dass bärtige Fundamentalisten für sie in der Öffentlichkeit sprechen, dass Terror, Zwangsheiraten und Ehre3nmorde das Bildn des Islam in der Öffentlichkeit bestimmen.

    Lamya Kaddor erzählt sehr persönlich aus ihrem Leben, wie sie als Tochter frommer arabischer Einwanderer aufwuchs und wie sie ihren schwierigen Weg ging als gläubige junge Frau, die es in der Schule und im Berufsleben nicht leicht hatte.

    Das Buch ist eine Ermutigung für alle junge Muslime, gläubig und aufgeklärt ihren Weg zu gehen und ihren Platz zu finden in der deutschen Gesellschaft und in der Demokratie und ein wichtiges Dokument für alle Nicht-Muslime, die den selbsternannten Islamkritikern wie etwa Henryk M. Broder nicht in allem folgen wollen.

    Ein wichtiges Plädoyer für einen zeitgemäßen Islam , dem man eine große Wirkung wünscht.

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    FrauBs avatar
    FrauBvor 6 Jahren
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren

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