Lana Lux

 4.5 Sterne bei 130 Bewertungen
Autorin von Kukolka und Kukolka.
Lana Lux

Lebenslauf von Lana Lux

Lana Lux wurde 1986 in Dnipropetrowsk in der Ukraine geboren. Als sie zehn Jahre alt war, wanderten ihre Eltern als Kontingentflüchtlinge nach Deutschland aus, wo sie die Schule besuchte und ihr Abitur machte. Lux studierte Ernährungswissenschaften in Mönchengladbach, entschied sich schließlich jedoch für eine Schauspielausbildung am Michael Tschechow Studio in Berlin. Sie lebt und arbeitet in Berlin. Im Jahr 2017 erschien ihr Debütroman "Kukolka".

Neue Bücher

Kukolka

Erscheint am 12.04.2019 als Taschenbuch bei Aufbau TB.

Alle Bücher von Lana Lux

Kukolka

Kukolka

 (130)
Erschienen am 18.08.2017
Kukolka

Kukolka

 (0)
Erschienen am 12.04.2019

Neue Rezensionen zu Lana Lux

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Rezension zu "Kukolka" von Lana Lux

Harte Geschichte mit sympathischer Hauptdarstellerin
Fortivor 18 Tagen

"Kukolka" von Lana Lux hat mich gefesselt wie kein anderes Buch in letzter Zeit. Ich wollte es trotz der harten Geschichte kaum noch aus der Hand legen.
Die Ich-Erzählerin Samira ist kindlich naiv und leichtgläubig, aber auch mutig und hoffnungsvoll. Eine beeindruckende, sympathische Persönlichkeit, die ihre ganze Kindheit und Jugend hindurch schlecht behandelt und ausgenutzt wird.
Ich habe bis zum Ende mitgefiebert, habe für Samira immer das beste gehofft und gleichzeitig das schlimmste erwartet. Eine spannende, tragische, intensive Geschichte.

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Rezension zu "Kukolka" von Lana Lux

Malenkaja Strana
leseleavor einem Monat

Mir war nämlich klargeworden, dass ich die Einzige war, die das hier überleben konnte. Ich war nicht so eine gefallene Püppi. Ich war schon immer hier unten gewesen. (S. 326)

Wie lässt sich Kukolka von Lana Lux in einem Satz zusammenfassen? Sagen wir so: Wem Ein wenig Leben von Hanya Yanagihara zu heftig war, der sollte um Kukolka ein weiten Bogen machen. Denn in diesem Roman, der in den 1990er Jahren in der Ukraine beginnt und die Geschichte des jungen Waisenkindes Samira erzählt, kommt alles Grausame zusammen, was zusammen kommen kann. Auf über 370 Seiten verläuft der Lebensweg der Protagonistin nämlich stets getreu dem Motto: Schlimmer geht immer. Nachdem sie aus dem kalten und strengen Umfeld des Waisenhauses geflohen ist, um ihre Kindheitsfreundin Marina in Deutschland wiederzufinden, landet Samira bei Rocky und seinen jugendlichen Freunden, sie sich ihren Lebensunterhalt mit Betteln und Stehlen verdienen und am Ende des Tages ihr Geld an Rocky abtreten müssen. Verwahrlosung, Armut und Kriminalität bestimmen Samiras Alltag; je älter sie wird, desto tiefer gerät sie in den Strudel von Ausbeutung und Gewalt, bis ihr Leben in den Stationen von Missbrauch, Pädophilie, Zwangsprostitution und Menschenhandel zu Enden scheint. Da hilft es auch nicht, dass sie es schließlich doch nach Deutschland schafft, denn auch im gelobten Land, inmitten von Reichtum und Wohlstand, existieren dunkle Parallelwelten und kriminelle Machenschaften.

Schon allein die gewählten Themen reichen also aus, die Lektüre des Buches zu einer erschütternden und schmerzvollen Lektüreerfahrung zu machen. Doch es ist tatsächlich die Erzählperspektive, die Kukolka so herausfordernd und grenzüberschreitend macht. Lana Lux zieht sich nämlich ganz auf die Perspektive ihrer kindlichen Figur zurück, eine Perspektive, die geprägt ist von Naivität, Unerfahrenheit und Unwissen. Samira lebt in einer Welt, die ihr keiner erklärt, sie hat niemanden, der ihre Erfahrungen einordnen kann und ihre Lebensumstände sind der einzige Maßstab, anhand dessen sie ihr Umfeld bewerten kann. Der erwachsene Leser ahnt jedoch früh, wie sich die Geschichte entwickelt wird, er kann die Lücken füllen, die für Samira leer bleiben, die Anspielungen verstehen, die für Samira bedeutungslos sind. Die Brutalität und Traurigkeit der Geschichte speist sich in einem hohen Maße aus dieser Divergenz von Figuren- und Leserwissen und kann daher weitgehend auf eine drastische und übertrieben obszöne Sprache verzichten: Die nüchterne Realität, aus Kinderaugen betrachtet und geschildet, genügt, damit man – oder zumindest ich – die gesamte Lesezeit mit einem fetten Kloß im Hals und einem dunklen Gefühl im Bauch verbringt.

Die Frage ist, wie dieses Gesamtpaket aus brutalem Inhalt und gelungener stilistischer Umsetzung letztendlich zu bewerten ist. Lana Lux schildert auf weitgehend realistische Weise die Dynamik des Abstiegs und der Abhängigkeit und gibt so vielen Frauen, die tatsächlich ein solches Schicksal erleiden, in ihrer fiktiven Geschichte eine Stimme. Gleichzeitig kann ein solches Buch nicht gefallen, macht es dem Leser doch zum Voyeur, der, obwohl er immer wieder vom Inhalt abgestoßen wird, zu den grausamen Schilderungen zurückgekrochen kommt. Das allein kann manchmal, so paradox es klingt, schon für ein Buch sprechen: Den Leser zur Lektüre zu zwingen, seine Augen für Figuren am Rand krampfhaft zu öffnen, ist eine Kunst, die nicht jeder Autor beherrscht. Doch bei Kukolka ist tatsächlich für mich persönlich eine Grenze überschritten worden, die ich nur schwer ertragen konnte: Zu hoffnungslos und düster kam mir die Geschichte daher, zu abstoßend der Umgang der Menschen miteinander, zu atemlos das Hineinschlittern in immer unaushaltbarere Situationen. Da konnte auch das fast versöhnliche Ende nichts mehr kitten – gerade weil mir bewusst ist: diesen Ausweg gibt es für viele reale Opfer von Menschenhandel einfach nicht.

Schlussendlich vergebe ich für Lana Lux‘ Debüt drei Sterne – mehr weil ich eine Bewertung abgeben will als dass diese Sternenanzahl meine Meinung zu dem Buch angemessen widergibt. Auf handwerklicher Ebene gibt es kaum etwas zu bemängeln und ich begrüße es durchaus, dass sich Autoren bewusst schwierigen Themen widmen und jede Wohlfühlzone vermeiden. Doch jeder Leser findet mal ein Buch, das ihn in seine Schranken weist – bei mir was es eindeutig Kukolka.

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Rezension zu "Kukolka" von Lana Lux

Samiras grausamer Start ins Leben
Xirxevor 8 Monaten

Es gibt Bücher, die verschlagen einem die Sprache, machen einen atemlos. Aus Begeisterung, Faszination und/oder Entsetzen. Letzteres trifft auf Kukolka zu, denn die Geschichte, die hier erzählt wird, ist so grausam, dass ich mir immer wieder wünschte, sie sei reine Phantasie. Vermutlich bleibt es bei einem frommen Wunsch.
Die siebenjährige Samira flieht aus dem Waisenhaus, in dem sie (wie auch die anderen Kinder) eher als lästige Objekte wie als zu umsorgende Lebewesen behandelt werden. Schikanen und Schläge sind an der Tagesordnung, und als ihre beste Freundin Marina von deutschen Eltern adoptiert wird, beschließt Samira, ihr nachzureisen. Sie gerät an Rocky, der sie unter seine Fittiche nimmt, und sie, wie auch andere Kinder und Jugendliche, betteln, stehlen und arbeiten lässt, um damit sein Leben zu finanzieren. Doch Samira ist glücklich, denn endlich scheint sie frei zu sein und mit Rocky einen Menschen zu haben, der sich wirklich um sie kümmert. Mit dreizehn trifft sie Dima, einen jungen Mann, der von ihr ebenso fasziniert ist wie sie von ihm und sie tatsächlich nach Deutschland bringt. Samira scheint fast am Ziel, doch ihr Glück währt nicht lange.
Es ist eine Geschichte, wie man sie vermutlich schon unzählige Male in der Kurzversion im Fernsehen gesehen oder in irgendwelchen Zeitschriften gelesen hat. Doch hier wird das Erlebte aus der Perspektive eines betroffenen Kindes geschildert, das einen scheinbar unverrückbaren Glauben an das Gute im Leben hat - und im Menschen. Sie wird ausgebeutet, verraten und missbraucht - und dennoch bleibt sie im Grunde ihres Wesens eine Optimistin.
Bei einer derartigen Geschichte und einer solchen Heldin besteht die Gefahr, dass das Ganze schnell kippt: in eine allzu mitleidsvolle, vielleicht schon kitschige Gefühlslage. Doch der Autorin gelingt das Kunststück, die Sprache dieser Heldin so natürlich wiederzugeben, als stünde sie neben einem und würde alles direkt erzählen, ohne Bitterkeit, einfach grausam-sachlich: "Ich sollte ihn mit beiden Händen reiben. Rocky sagte, er braucht das. Das wäre das Mindeste, was ich für ihn tun kann, um ihm Schmerzen zu nehmen und damit er sich erholen kann. Er sagte, es wäre gut, wenn ich früh lerne, wie ein männlicher Körper funktioniert und wie man einem Mann Freude bereitet. Denn irgendwann würde ich einen Freund haben, und er würde enttäuscht sein von mir, wenn ich keine Erfahrung habe. Er sagte, dass er mir einen Gefallen tut, indem er mir das alles beibringt."
Keine Gute-Laune-Literatur, aber eine äußerst intensive und berührende Lektüre!

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Gespräche aus der Community

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Liebe und Leid auf den Straßen der Ukraine

Mit ihrem Debütroman "Kukolka" gelingt Lana Lux ein wahrliches Meisterstück. Dieses Buch werdet ihr garantiert so schnell nicht vergessen. Eine Lektüre, die wütend macht und doch versöhnt, denn in der Geschichte rund um das Straßenmädchen Samira steckt eine ganz eigenwillige Poesie, die es zu entdecken gilt. Als Waise wächst Samira erst im Heim, dann auf der Straße auf, sie muss sich mit Betteln und Stehlen über Wasser halten und immer ist da der Traum vom fernen Deutschland. Ein Traum, so stark, dass er jede Schicksalswendung überlebt ... 

Liebt ihr anspruchsvolle Literatur? Wir freuen uns sehr, euch mit "Kukolka" einen weiteren Titel im LovelyBooks Literatursalon vorstellen zu dürfen, in dem euch literarische Neuerscheinungen und spannende Spezialaufgaben erwarten.

Zum Inhalt
Ukraine, 90er Jahre. Große Party der Freiheit. Manche tanzen und fressen oben auf dem Trümmerhaufen der Sowjetunion, andere versuchen noch, ihn zu erklimmen. Auch Samira. Mit sieben Jahren macht sie sich auf die Suche nach Freiheit und Wohlstand. Während teure Autos die Straßen schmücken, lebt Samira mit ein paar anderen Kids in einem Haus, wo es keinen Strom, kein warmes Wasser und kein Klo gibt. Aber es geht ihr bestens. Sie hat ein eigenes Sofa zum Schlafen und eine fast erwachsene Freundin, die ihr alles beibringt. Außerdem hat sie einen Job, und den macht sie gut: betteln. Niemand kann diesem schönen Kind widerstehen, auch Rocky nicht. Er nennt sie Kukolka, Püppchen. Wenn Kukolka ihn lange genug massiert, gibt er ihr sogar Schokolade. Alles scheint perfekt zu sein. Doch Samira hält an ihrem Traum von Deutschland fest. Und ihr Traum wird in Erfüllung gehen, komme, was wolle.

Neugierig geworden? Hier geht es zur Leseprobe!


Zur Autorin
Lana Lux, geboren 1986 in Dnipropetrowsk/Ukraine, wanderte im Alter von zehn Jahren mit ihren Eltern als Kontingentflüchtling nach Deutschland aus. Sie machte Abitur und studierte zunächst Ernährungswissenschaften in Mönchengladbach. Später absolvierte sie eine Schauspielausbildung am Michael Tschechow Studio in Berlin. Seit 2010 lebt und arbeitet sie als Schauspielerin und Autorin in Berlin.

Zusammen mit Aufbau verlosen wir 30 Exemplare von "Kukolka" unter allen, die sich im Rahmen einer Leserunde über diesen wahrhaft außergewöhnlichen Roman austauschen und im Anschluss eine Rezension schreiben möchten. 

Ihr meint, dieses Buch ist das richtige für euch? Dann bewerbt euch* über den blauen "Jetzt bewerben"-Button bis zum 20.08., und antwortet auf folgende Frage:

Warum möchtet ihr unbedingt "Kukolka" lesen? 

Wir freuen uns auf eure Antworten und wünschen euch viel Glück!

Im Rahmen des LovelyBooks Literatursalons könnt ihr in dieser Leserunde ein weiteres Literatursalon-Lesezeichen erlesen! Ihr seid noch kein Literatursalon-Mitglied? Ihr könnt jederzeit eintreten. Alle Infos dazu findet ihr hier.

* Bitte beachtet vor deiner Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.
Letzter Beitrag von  Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr
Zur Leserunde

Fragefreitag mit Lana Lux

Im Literatursalon stellen wir euch diese Woche ihre Debütroman vor, daher freut es uns ganz besonders, dass Lana Lux sich heute Zeit nimmt, eure Fragen zu beantworten! "Kukolka" begeistert auf seine ganz eigene Art und Weise. Die Geschichte wirkt märchenhaft und doch brutal, realistisch und voller Träume an ein besseres Leben. 

All eure Fragen rund um Samira, das Leben auf der Straße in der Ukraine und den 90er Jahren könnt ihr nun Lana Lux bei diesem Fragefreitag stellen! 

Mehr zum Inhalt
Ukraine, 90er Jahre. Große Party der Freiheit. Manche tanzen und fressen oben auf dem Trümmerhaufen der Sowjetunion, andere versuchen noch, ihn zu erklimmen. Auch Samira. Mit sieben Jahren macht sie sich auf die Suche nach Freiheit und Wohlstand. Während teure Autos die Straßen schmücken, lebt Samira mit ein paar anderen Kids in einem Haus, wo es keinen Strom, kein warmes Wasser und kein Klo gibt. Aber es geht ihr bestens. Sie hat ein eigenes Sofa zum Schlafen und eine fast erwachsene Freundin, die ihr alles beibringt. Außerdem hat sie einen Job, und den macht sie gut: betteln. Niemand kann diesem schönen Kind widerstehen, auch Rocky nicht. Er nennt sie Kukolka, Püppchen. Wenn Kukolka ihn lange genug massiert, gibt er ihr sogar Schokolade. Alles scheint perfekt zu sein. Doch Samira hält an ihrem Traum von Deutschland fest. Und ihr Traum wird in Erfüllung gehen, komme, was wolle.

>> Neugierig geworden? Hier geht es zur Leseprobe

Gemeinsam mit Aufbau verlosen wir 5 Exemplare von "Kukolka" unter allen Fragestellern!

Wir freuen uns, dass Lana Lux Zeit gefunden hat und wünschen euch und natürlich der Autorin ganz viel Spaß beim Fragen stellen un beantworten!
Zur Buchverlosung

Zusätzliche Informationen

Lana Lux wurde am 22. November 1986 in Dnipropetrowsk (Ukraine) geboren.

Lana Lux im Netz:

Community-Statistik

in 211 Bibliotheken

auf 49 Wunschlisten

von 3 Lesern aktuell gelesen

von 1 Lesern gefolgt

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