Kukolka

von Lana Lux 
4,5 Sterne bei125 Bewertungen
Kukolka
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Positiv (116):
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Ein tolles aber sehr trauriges Buch.

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Langweilig

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Inhaltsangabe zu "Kukolka"

»Ein großes, ergreifendes Buch, bei dem ich mich so sehr nach einem Happy End gesehnt habe wie noch niemals zuvor.« Olga Grjasnowa

Ukraine, 90er Jahre. Große Party der Freiheit. Manche tanzen und fressen oben auf dem Trümmerhaufen der Sowjetunion, andere versuchen noch, ihn zu erklimmen. Auch Samira. Mit sieben Jahren macht sie sich auf die Suche nach Freiheit und Wohlstand. Während teure Autos die Straßen schmücken, lebt Samira mit ein paar anderen Kids in einem Haus, wo es keinen Strom, kein warmes Wasser und kein Klo gibt. Aber es geht ihr bestens. Sie hat ein eigenes Sofa zum Schlafen und eine fast erwachsene Freundin, die ihr alles beibringt. Außerdem hat sie einen Job, und den macht sie gut: betteln. Niemand kann diesem schönen Kind widerstehen, auch Rocky nicht. Er nennt sie Kukolka, Püppchen. Wenn Kukolka ihn lange genug massiert, gibt er ihr sogar Schokolade. Alles scheint perfekt zu sein. Doch Samira hält an ihrem Traum von Deutschland fest. Und ihr Traum wird in Erfüllung gehen, komme, was wolle.
Lana Lux hat einen gnadenlos realistischen Roman über Ausbeutung, Gewalt und Schikane geschrieben, über ein Leben am Rande der Gesellschaft, geführt von einer Heldin, die trotz allem schillernder nicht sein könnte.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783351036935
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:375 Seiten
Verlag:Aufbau Verlag
Erscheinungsdatum:18.08.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Xirxes avatar
    Xirxevor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Die grausame Kindheit eines kleinen ukrainischen Mädchens - und wie sie in Deutschland vom Regen in die Traufe kam. Eine intensive Lektüre!
    Samiras grausamer Start ins Leben

    Es gibt Bücher, die verschlagen einem die Sprache, machen einen atemlos. Aus Begeisterung, Faszination und/oder Entsetzen. Letzteres trifft auf Kukolka zu, denn die Geschichte, die hier erzählt wird, ist so grausam, dass ich mir immer wieder wünschte, sie sei reine Phantasie. Vermutlich bleibt es bei einem frommen Wunsch.
    Die siebenjährige Samira flieht aus dem Waisenhaus, in dem sie (wie auch die anderen Kinder) eher als lästige Objekte wie als zu umsorgende Lebewesen behandelt werden. Schikanen und Schläge sind an der Tagesordnung, und als ihre beste Freundin Marina von deutschen Eltern adoptiert wird, beschließt Samira, ihr nachzureisen. Sie gerät an Rocky, der sie unter seine Fittiche nimmt, und sie, wie auch andere Kinder und Jugendliche, betteln, stehlen und arbeiten lässt, um damit sein Leben zu finanzieren. Doch Samira ist glücklich, denn endlich scheint sie frei zu sein und mit Rocky einen Menschen zu haben, der sich wirklich um sie kümmert. Mit dreizehn trifft sie Dima, einen jungen Mann, der von ihr ebenso fasziniert ist wie sie von ihm und sie tatsächlich nach Deutschland bringt. Samira scheint fast am Ziel, doch ihr Glück währt nicht lange.
    Es ist eine Geschichte, wie man sie vermutlich schon unzählige Male in der Kurzversion im Fernsehen gesehen oder in irgendwelchen Zeitschriften gelesen hat. Doch hier wird das Erlebte aus der Perspektive eines betroffenen Kindes geschildert, das einen scheinbar unverrückbaren Glauben an das Gute im Leben hat - und im Menschen. Sie wird ausgebeutet, verraten und missbraucht - und dennoch bleibt sie im Grunde ihres Wesens eine Optimistin.
    Bei einer derartigen Geschichte und einer solchen Heldin besteht die Gefahr, dass das Ganze schnell kippt: in eine allzu mitleidsvolle, vielleicht schon kitschige Gefühlslage. Doch der Autorin gelingt das Kunststück, die Sprache dieser Heldin so natürlich wiederzugeben, als stünde sie neben einem und würde alles direkt erzählen, ohne Bitterkeit, einfach grausam-sachlich: "Ich sollte ihn mit beiden Händen reiben. Rocky sagte, er braucht das. Das wäre das Mindeste, was ich für ihn tun kann, um ihm Schmerzen zu nehmen und damit er sich erholen kann. Er sagte, es wäre gut, wenn ich früh lerne, wie ein männlicher Körper funktioniert und wie man einem Mann Freude bereitet. Denn irgendwann würde ich einen Freund haben, und er würde enttäuscht sein von mir, wenn ich keine Erfahrung habe. Er sagte, dass er mir einen Gefallen tut, indem er mir das alles beibringt."
    Keine Gute-Laune-Literatur, aber eine äußerst intensive und berührende Lektüre!

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    moni_lovess avatar
    moni_lovesvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Roman so realistisch beschrieben, dass es beängstigend ist! Mit meiner persönlichen neuen Lieblingsheldin!
    beängstigend realiätsnah

    Hier findet ihr die ausführliche Rezi auf meinem Blog: https://allaboutmybooksandme.blogspot.de/2018/05/rezension-kukolka-von-lana-lux.html

    Ein Roman um den ich lang herumgeschlichen bin, weil ich nicht so recht wusste ob er was für mich ist. Ich bin froh ihn nun doch gelesen zu haben. Er wird mir noch eine Weile im Gedächtnis bleiben!

    Die kleine Samira; man wünscht ihr nur das Beste der Welt und möchte sie am liebsten aus dieser schier ausweglosen Lage retten.
    Gerade als Mutter habe ich sooo mitgelitten.
    Diese Ungerechtigkeiten, diese Ausbeutung und Belästigung eines so jungen Mädchen geht nicht spurlos am Leser vorbei.
    Dabei bewundert man immer wieder den nicht geringer werdenden Optimismus dieses Mädchens, das ganz fest an seinen Traum glaubt und diesen mit jeden Mitteln umzusetzen versucht.
    Und das obwohl ihre alle Welt das Gegenteil erzählt.

    Ich bin sprachlos über solch einen Kampfinstinkt und Überlebenswillen dieser Protagonistin, gerade bei all den Ereignissen und Schicksalsschlägen die sie verkraften und verarbeiten muss.

    Der Roman hat etwas beängstigendes an sich. Er ist so realistisch dargestellt, das man mitunter denken könnte es sei genauso geschehen!
    Die Charaktere sind einzigartig, ihre Geschichten berühren, erschrecken, machen einen traurig und wütend zugleich!
    Die Missstände, wie ich sie mir durchaus vorstellen kann, sind treffend beschrieben. Auch die Gedanken oder die Gleichgültigkeit mancher Charaktere ist gut nachzuvollziehen.

    Man wünscht sich wirklich nix sehnlicher als ein gutes Ende für diese kleine Kämpferin!
    Doch ob sie ihr "Happy End" bekommt oder nicht müsst ihr schon selbst heraus finden!

    Ich lege euch den Roman wärmstens ans Herz! Er wird euch nicht mehr loslassen!
    Ich freue mich auf weitere Lektüre dieser grandiosen Autorin!

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    B
    BuecherVonInnenvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Man hofft stets, dass die Raserei auf den Abgrund gestoppt wird. Dass die verzweifelte Suche nach Liebe erfüllt wird.
    Berührendes Debüt

    Über 375 Seiten beeindruckt dieser Debütroman, der die Geschichte von Samira erzählt.

    Semira ist sieben Jahre auf und wächst ein einem Waisenhaus auf. Das Leben dort ist hart. Da sie nichts anderes kennt, hat es akzeptiert. Sie hält sich an die Regeln, im Gegensatz zu ihrer Freundin Marina. und bunkert Brotrinden unter ihrer Bettdecke.

    Die Waisenkinder träumen davon adoptiert zu werden. Ihre Freundin Marina schafft es und verspricht Samira nach Deutschland nachzuholen.
    Dies geschieht nicht, so dass Samira sich auf den Weg nach Deutschland macht. Schon am Bahnhof scheitert sie, wird von einem „netten Rocky“ aufgegriffen und lebt mit anderen Kindern in einem schäbigen Haus. Von nun an bettelt sie. Obwohl das Haus mehr als schäbig ist, ist Samira glücklich. Sie hat ein eigenes Sofa und eine ältere Freundin.

    Tatsächlich stumpft sie hier bereits ab.

    Rocky nennt sie Kukolka „Püppchen“, die aufgrund ihres Äußeren von vielen als niedlich betrachtet wird.

    Die Charles Dickens Atmosphäre hält nicht sehr lange an.

    Kukolka träumt weiter davon nach Deutschland zu kommen.

    Von dem schäbigen Haus geht es weiter zu Dima, der letztendlich mit ihr nach Berlin geht. Er richtet sie zur Prostituierte ab und nun beginnt Kukolkas Weg als Prostituierte. Durch Menschenhändler wird sie weiter gereicht. Mit 13 Jahren hat sie bereits mehrere Freier täglich, ihr 14. Lebensjahr verbringt sie bernebelt durch Tabletten.

    Die Bilder sind für den Leser heftig. Oder auch einzelne Sätze beeindrucken und machen fassungslos:

    "Ich wurde so ein bisschen wie unsere Waschmaschine. Ganz viele Programme, alle laufen automatisch ab."

    Das muss man aushalten können. Trotzdem konnte ich nicht aufhören zu lesen. Die Nüchternheit mit der die Geschichte erzählt wird, trägt dazu bei.

    Man hofft stets, dass die Raserei auf den Abgrund gestoppt wird. Dass die verzweifelte Suche nach Liebe erfüllt wird.

    Und dass es ein Happy End geben wird.

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    vivreavecdeslivress avatar
    vivreavecdeslivresvor 8 Monaten
    Kukolka | Buchbesprechung


    In diesem Roman ist immer zu die Rede von Winter. Es scheint kaum jemals die Sonne, das Gefühl, das Lana Lux dem Leser vermittelt, ist düster, perspektivenlos, hart, eiskalt und die nackte Wahrheit. Ich habe es an nur einem einzigen Ferientag in einer warmen Stube in den Schweizer Alpen durchgelesen. Schon lange hat mich kein Buch mehr so gerührt und gefesselt wie dieses hier. Das liegt bestimmt zu einem Grossteil daran, dass ich es verschlungen habe. Der Schreibstil ist leicht, sehr umgangssprachlich und sehr passend zur Geschichte - genau das macht sie wohl so authentisch. Alles wird bis ins kleinste Detail genau beschrieben, jeder beschriebene Ort konnte ich mir genau vorstellen, die Gefühle habe ich so genau gespürt, als wären sie meine eigenen. Die Protagonistin dieses Buches heisst Samira. Sie erzählt uns ihre Geschichte, die 1993 beginnt, als sie sieben Jahre alt war. Samira wurde nie bei ihrem Namen genannt, sie war immer Kukolka. 



    Alle nannte man immer mit ihrem Namen, nur ich war erst Kukolka und dann Krysa. Von Püppchen zu Ratte. Ein derber Abstieg.Kukolka, Seite 358


    Mit sieben Jahren ist das schöne Mädchen aus dem Kinderheim ausgebrochen, sie möchte zu ihrer Freundin Marina, die bereits nach Deutschland adoptiert wurde, wird allerdings von Rocky abgefangen, er führt sie in sein Haus, dort lebt sie für die nächsten Jahre zusammen mit anderen Kindern, die kein Zuhause mehr haben. Ihr Job ist das Betteln und Klauen. Ähnlich wie bei Oliver Twist, lebt Samira in einem solchen abgekommenen Haus und wird zu einer kleinen Diebin gemacht. Oliver und Samira haben sowieso viel gemeinsam, beide sind sie Waisenkinder, beide sind sie noch jung, beide sind sie aus dem Heim abgehauen, beide sind sie sehr starke Charaktere, die man unglaublich schnell ans Herz schliesst, beide können sie sich einer Diebesgruppe anschliessen, beide leben sie ihren Traum. Rocky nimmt in dieser Geschichte die Rolle von Fagin ein, beide treiben sie illegale Geschäfte und bereichern sich durch die Arbeiten der Kinder. Samira hat nicht nur atemberaubend schöne Augen, sondern ist auch eine talentierte Sängerin. Bald verdient sie am meisten Geld durch ihr Gesangtalent. Dieses führt sie schlussendlich auch nach Deutschland, wo weitere Schicksalsschläge auf die junge Schönheit warten. 
    Aber stimmt, ich korrigiere mich, es gibt zwei Sachen, die immer helfen - Wodka und Musik. Kukolka, Seite 137
    Ich habe es geliebt dieses Buch zu lesen, ich habe selten so sehr mit einer Protagonistin mitgefiebert und mitgelebt. Sie hat mich zu tiefst berührt. Das Buch ist auf der einen Seite so traurig, so grau und so perspektivelos und doch spürt man die Willens- und Überlebenskraft, die Hoffnung und die Kraft seine Träume nicht loszulassen. Nachdem ich das Buch zugeschlagen habe, wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte.
    Liebe ist Vertrauen. Das habe ich einmal auf einer Werbung für Kondome gelesen. Kukolka, Seite 308

    Neben dem wahnsinnigen Inhalt, hat mich auch das Cover absolut faszinieren können. Das hübsche Mädchen hat mich im Buchladen gerade zu angelächelt, ich habe mich in das chaotische Wohnzimmer verliebt, es sieht so aus, als würde man sich darin wohlfühlen. Das hört sich relativ paradox an, das zu sagen, wenn man das Buch gelesen hat. Aber es ist irgendwie so, der Raum sieht so einladend aus... Zur Autorin: Lana Lux ist 1986 in der Ukraine geboren und im Alter von zehn Jahren mit ihrer Familie als Kontingentflüchtling nach Deutschland geflohen. In einem Interview mit der Jetzt habe ich noch einiges über die Beweggründe der Geschichte erfahren, was ich sehr spannend fand. Schaut unbedingt rein, hier der Link. Samiras Geschichte ist Lana Lux quasi zugeflogen, als sie das berühmte Bild des afghanischen Mädchens mit den hellen Augen sah. Ich bin beeindruckt von dieser bildhübschen Autorin und ihrem Debütroman, ich empfehle ihn euch wärmstens. Er ist für mich von vorne bis hinten aufgegangen, mein Herz ist aufgegangen.


    https://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2018/01/kukolka-von-lana-lux-buchbesprechung.html

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    SteffiSteffvor 9 Monaten
    Genial – eine wahre literarische Perle

    Worum geht’s:

    Samira wächst in einem Waisenhaus in der Ukraine auf, dort hat sie nur eine Freundin: Marina. Doch diese wird bald von einem deutschen Paar adoptiert. Darauf beschließt sie auf eigene Faust nach Deutschland zu fahren, Marina zu suchen und dann bei ihr einzuziehen. Doch ohne Geld ist das ganze natürlich nicht so einfach und sie landet schließlich quasi auf der Straße. Dort wird sie von einem zwielichtigen Kerl aufgelesen und lebt vorerst mit ihm und einigen anderen Kindern und Jugendlichen in einem verwahrlosten Haus und schlägt sich mit Betteln und Stehlen durch. Und grausam zieht sie das Schicksal immer tiefer nach unten. Doch der Traum von Deutschland lebt immer noch weiter in der kleinen Kukolka, wie sie wegen ihres puppenhaften Aussehens genannt wird.

    Meine Meinung:

    Dazu brauche ich eigentlich nicht viele Worte: Fantastisch, brutal, erschreckend, mitreißend, schonungslos ehrlich. Selten habe ich bei einem Buch so viel gefühlt. Die Geschichte von der kleinen, hübschen Kukolka hat mich sehr berührt. Am liebsten hätte ich das Buch gar nicht mehr weggelegt, da ich unbedingt wissen musste ob die Geschichte nun doch noch gut ausgeht für Samira. Und so leicht und locker wie Lana Lux schreibt, ist das Lesen wirklich ein Genuss. Deshalb von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung.

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    jenvo82vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Jahreshighlight mit enormer Aussagekraft, dramatischem Handlungsverlauf, vielen bitteren Wahrheiten und sehr viel Nachklang.
    Ganz unten gibt es noch den Keller

    „Ich wusste, dass ich zu niemandem gehöre und nichts wert bin. Das ich einfach da bin, so wie Kakerlaken. Niemand weiß, wo die herkommen. Niemand braucht sie. Sie leben, bis sie einer wegklatscht. Normalerweise hätte ich geheult. Ich heulte in letzter Zeit ständig. Aber diesmal nicht.“


    Inhalt


    Samira lebt in einem Kinderheim in der Ukraine und kennt mit ihren 7 Jahren nichts weiter als Drill, Schläge, Strafen und Einsamkeit. Erst als sie ein anderes Mädchen kennenlernt und sich mit ihr anfreundet, bekommt ihr Alltag etwas Sonne. Doch Marina, ihre neugewonnene Freundin hat Glück: kaum im Heim angekommen, findet sie eine gutsituierte Adoptivfamilie aus Deutschland und verlässt Samira einfach so, um in der Fremde eine echte Familie zu finden. Fortan wird es das oberste Ziel der kleinen Zigeunerin, ebenfalls nach Deutschland zu kommen, egal wie und mit wem. Eine Flucht aus dem Heim scheint eine erste Option, doch auf der Straße lernt sie den schwergewichtigen, stinkenden Rocky kennen, der eine Art Auffangbecken für Jugendliche betreibt. Dort bekommt Samira, die sich jetzt Kukolka nennt ein Dach über dem Kopf, muss aber erleben, wie Drogen, sexuelle Gewalt und räuberische Delikte als ganz normale Einkommensquellen betrachtet werden. Je älter sie wird, desto schäbiger erscheint ihr Rocky und so geht sie nur zu gern im Alter von 12 Jahren mit ihrer ersten großen Liebe, die ihr wie ein Märchenprinz erscheint mit, doch auch dieser entpuppt sich bald als fataler Kontakt in Richtung Straßenstrich …


    Meinung


    Nach zahlreichen begeisterten Leserstimmen, wollte ich mir unbedingt ein eigenes Bild von diesem Roman machen und bin mit recht hohen Erwartungen an die Lektüre herangegangen. Und mich konnte die junge, selbst aus der Ukraine stammende Autorin mit ihrem Debütroman über Menschenhandel und Zwangsprostitution mehr als beeindrucken. Zunächst einmal, weil sie Samira, ebenjenes Mädchen, die seit ihrer Geburt am Rande der Gesellschaft lebt, erzählen lässt und so eine teilweise kaum aushaltbare Nähe zwischen der Protagonistin und dem Leser heraufbeschwört und zum anderen, weil sie mit so leichter Hand durch eine Odyssee des Schmerzes, der Enttäuschung und der Abstumpfung führt, wie man sie auf Grund der geschilderten Ereignisse fast nicht nachvollziehen kann.


    Den Fokus setzt Lana Lux ganz klar auf dieses kleine, heranwachsende Mädchen, welches verzweifelt nach Liebe und besseren Lebensbedingungen sucht. Von Naivität ist hin und wieder etwas zu spüren, doch Samira hat es nicht gelernt Vertrauen zu fassen und möchte dennoch nichts anderes. Verzweifelt sucht sie nicht nur menschliche Wärme und Zuneigung, sondern auch Akzeptanz und Wohlwollen. Nur zu gern möchte sie es den Erwachsenen „recht machen“, wenn diese sie dafür annehmen. Der bittere Reifeprozess, den sie durchläuft, zeigt ihr aber immer wieder, wie eigennützig andere handeln und das sie bestenfalls geduldet wird, aber selbst dieses nur, solange sie bereit ist, anderen Gefälligkeiten zu erweisen. Darüber hinaus schafft die Autorin auch einen umfassenden Bekanntenkreis von Samira, lockere und enge Kontakte, die dem Leser sehr viel über die Welt verraten, in der sich Kukolka täglich beweisen muss.


    Die Geschichte wird in drei Teile gegliedert, zunächst die frühe Kindheit, dann das wilde aber doch abhängige Leben in der Kommune bei Rocky und schließlich Kukolkas Weg nach Deutschland, der sie statt ans Ziel ihrer Träume immer weiter hinein in die Prostitution führt und in dem es bald um Leben oder Tod geht. Denn wie es scheint, gibt es auf der ganzen weiten Welt keine Menschenseele, die sie kennt, niemanden der sie vermisst, niemanden der sie liebt und tatsächlich in ein freies, selbstbestimmtes Leben begleiten will. Und obwohl eine derartige Ausgangssituation nicht unbedingt typisch erscheint, empfindet der Leser dennoch eine beängstigende Realitätsnähe, die den unbedingten Wunsch weckt, dem Mädchen möge doch bitte ein Wunder helfen, wenn es sonst schon keiner tut.


    Das Potential dieser Erzählung beruht auf dem geschilderten Werdegang einer verlorenen Seele, die bereits ganz unten ist, nur um dann zu erfahren, dass es statt einer Fluchtmöglichkeit nur noch einen Keller weiter unten gibt, die so oft und nachhaltig enttäuscht wird, der jegliche Emotion ausgetrieben wird und die sich schließlich eher nach dem Tod als nach einem echten Leben sehnt.


    Fazit


    Ich vergebe begeisterte 5 Lesesterne für diesen dramatischen, erschütternden Roman über den Abstiegskampf eines jungen Mädchens, der gerade wegen seiner geradlinigen, objektiven Erzählweise so bedrückend und endgültig wirkt. Es hat mir ausgesprochen gut gefallen, dass die Autorin sehr viel Wert legt, keine Schuldzuweisungen aufzubauen, dass ihre Protagonistin kein Mitleid sucht, sondern echte Hilfe, dass sie darauf besteht, zu zeigen, wieviel Kampfgeist in einer geschundenen Seele ruht und wie wichtig es ist, sich selbst in der größten Not ein übergeordnetes Ziel zu suchen. Eines meiner Jahreshighlights 2017!

     

    Kommentare: 4
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    DamlaBuluts avatar
    DamlaBulutvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Ein außergewöhnliches, mitreißendes Buch!
    Ein Literaturschatz zum weiterempfehlen.

    Inhalt
    Ukraine, 90er Jahre. Große Party der Freiheit. Manche tanzen und fressen oben auf dem Trümmerhaufen der Sowjetunion, andere versuchen noch, ihn zu erklimmen. Auch Samira. Mit sieben Jahren macht sie sich auf die Suche nach Freiheit und Wohlstand. Während teure Autos die Straßen schmücken, lebt Samira mit ein paar anderen Kids in einem Haus, wo es keinen Strom, kein warmes Wasser und kein Klo gibt. Aber es geht ihr bestens. Sie hat ein eigenes Sofa zum Schlafen und eine fast erwachsene Freundin, die ihr alles beibringt. Außerdem hat sie einen Job, und den macht sie gut: betteln. Niemand kann diesem schönen Kind widerstehen, auch Rocky nicht. Er nennt sie Kukolka, Püppchen. Wenn Kukolka ihn lange genug massiert, gibt er ihr sogar Schokolade. Alles scheint perfekt zu sein. Doch Samira hält an ihrem Traum von Deutschland fest. Und ihr Traum wird in Erfüllung gehen, komme, was wolle.
    Lana Lux hat einen gnadenlos realistischen Roman über Ausbeutung, Gewalt und Schikane geschrieben, über ein Leben am Rande der Gesellschaft, geführt von einer Heldin, die trotz allem schillernder nicht sein könnte.

    Meinung
    Ein außergewöhnliches, mitreißendes Buch!
    Mir fiel es ganz und gar nicht schwer, in die Geschichte reinzufinden.
    Dieses Buch hat mich so sehr fasziniert, dass es mir teilweise sehr schwer fiel, es aus der Hand zu legen.
    Die äußert detaillierten Beschreibungen der Autroin waren mir an einigen Stellen doch recht unangenehm. Im Nachhinein denke ich aber, dass diese das genau der Grund dafür ist, warum dieses Buch so faszinierend ist.
    während des lesens ist mir Samira an's Herz gewachsen. Man wünscht ihr nur das Beste und man hofft verzweifelt auf ein Happy End.
    Die Art und Weise, wie die Autrorin es schafft, aus der Sicht des kleinen Mädchens zu erzählen, ist absolut fantastisch.
    Leider muss ich zugeben, dass mir der Schluss nicht besonders gut gefallen hat.
    Es kam alles nicht mehr so echt rüber, was ich äußerst schade fand. Auch die Widerholungen haben sich zum Ende hin angehäuft. Sehr schade.

    Fazit
    Nichtsdestotrotz ist dieses Buch ein Literaturschatz und ich kann es gerne weiterempfehlen.





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    buecher-beas avatar
    buecher-beavor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Das Buch hat mich sehr bewegt, es war wichtig, diese Geschichte zu lesen.
    In einem jungen Leben schon so viel erlebt ...

    Samira wächst in einem Kinderheim in der Ukraine auf. Dort wird sie wegen ihrer dunklen Haut von den Kindern gemieden und als "Zigeunerin" beschimpft. Als ihre einzige Freundin Marina nach Deutschland adoptiert wird, reißt sie kurz vor ihrem Schulstart als Siebenjährige aus dem Kinderheim aus.

    Auf der Straße wird sie von Rocky aufgelesen, der sich sofort in ihre dunkelblauen Augen verliebt. Er hält sich eine kleine Schar von Kindern, die für ihn klauen, betteln und andere Sachen tun. Hier findet Samira, die fortan Kukolka (Puppe) genannt wird, ein erstes richtiges Zuhause.

    Aber ihr Traum von Deutschland bleibt und Rocky ist nicht immer lieb und nett ...


    Die Geschichte wird aus der Sicht von Samira in einer schnörkellosen aber kindlichen Weise erzählt, als würde sie neben dem Leser bzw. der Leserin sitzen. Das macht einen äußerst betroffen, denn das ungebildete und gutgläubige Kind erlebt selten sehr schöne Sachen. Sie geht durch eine Hölle aus Gewalt, Ausbeutung und Missbrauch. Sie erlebt den Tod aus nächster Nähe und versteht bald, warum sich manche Mädchen ihn wünschen.

    Der Roman ist überragend geschrieben, er ließt sich sehr flüssig, wodurch man gnadenlos mit der erschütternden und sicher oft realistischen Situation in Osteuropäischen Staaten konfrontiert wird.

    Das Buch hat mich sehr bewegt, es war wichtig, diese Geschichte zu lesen.


    Da mein Leseexemplar nur 214 Seiten hatte, bin ich so gespannt, was auf den restlichen Seiten passiert, dass ich mir noch einmal ein Original besorge.

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    miss_mesmerizeds avatar
    miss_mesmerizedvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Eines der Lesehighlights 2017!
    Lana Lux - Kukolka

    Ein Kinderheim in Dnepropetrowsk, Ukraine. Samira und Marina kennen ihre Eltern nicht, auch kein Leben in einer Familie, nur das im Kinderheim kennen sie und immer träumen sie von einem besseren Dasein. Regelmäßig kommen Erwachsene, um sich Kinder auszusuchen, so auch Marina, die die Heimat verlassen und in Deutschland ein neues Leben beginnen darf. Ihrer Freundin zu folgen wird für die nächsten Jahre der sehnlichste Wunsch von Samira bleiben. Sie reißt aus dem Kinderheim aus und wird von Rocky aufgegriffen. Er ist jedoch nicht der freundliche Helfer, als der er zunächst scheint, sondern hat eine ganze Bande von Kindern angestellt, die für ihn klauen und betteln. Trotz aller Widrigkeiten hat Samira eine Ersatzfamilie und mit Dascha und Lydia so etwas wie große Schwestern. Doch die Zeiten ändern sich und mit zunehmendem Alter wird Samira für Männer als Sexobjekt interessant. Dima scheint die Rettung zu sein, er schafft es sogar, Samira nach Deutschland zu bringen, doch der Preis, den sie dafür zahlen muss, ist hoch.

    „Kukolka“ – das Püppchen. Das ist die dunkelhaarige Samira zunächst für alle. Das ahnungslose naive Mädchen, das mit seinen 6-7 Jahren alleine davonläuft und den Weg nach Deutschland antritt. Leicht findet sie Menschen, die sich um sie kümmern, doch diese haben immer Hintergedanken und nichts ist umsonst in ihrem Leben. Bei jeder Etappe denkt man, dass es nicht mehr schlimmer kommen kann. Zum Betteln und Stehlen versklavt, verwahrlost und ohne jede Bildung – was sie bei Rocky erlebt ist der böse Alptraum eines unsäglichen Kinderlebens. In einem Haus ohne fließendes Wasser, immer wieder auch mit dem Tod und Gewalt konfrontiert – was sollte das noch überbieten können?

    Dima scheint die Hoffnung zu sein. Er ist freundlich, hat eine saubere Wohnung, behandelt Samira gut – doch sein wahres Gesicht zeigt er erst später. Viel zu jung wird Samira missbraucht, verraten, verkauft. Ob all der Grausamkeiten, die das Mädchen ertragen muss, kann man gar nicht glauben, dass ein einziges Menschenleben das aushalten kann. Bei realistischer Betrachtung weiß man jedoch, dass dies auch eine Realität ist, die sich in einer Parallelgesellschaft mitten unter uns abspielt, vor unseren Augen ohne dass wir es sehen.

    Lana Lux erspart ihrer Protagonistin und dem Leser nichts. Ein unbändiger Überlebenswille, getrieben von den Gedanken die Freundin wiederzusehen und ebenfalls eine gute deutsche Familie zu finden, hält sie am Leben und lässt sie all das ertragen, was man ihr zufügt. Der Roman ist ganz sicher nichts für feinbesaitete Gemüter, zu schonungslos und direkt schildert die Autorin Gewalttätigkeiten und Missbrauch. Gleichzeitig zeichnet sie das Psychogramm einer starken jungen Frau, die zwar immer wieder droht sich in ihrer Phantasiewelt zu verlieren, einem Schutzwall um das Leben zu ertragen, aber letztlich ihren Weg mutig geht und überlebt. Sie deckt Mechanismen auf, die es Menschen erlauben, sich anderer zu bemächtigen und diese auszunutzen:

    „Ich wusste, dass mich das gleiche Schicksal erwartet wie Dascha und Lydia. Ich wusste, dass ich zu niemandem gehöre und nichts wert bin. Dass ich einfach da bin, so wie Kakerlaken. Niemand weiß, wo die ehrkommen. Niemand braucht sie. Sie leben, bis einer sie wegklatscht.“ (Pos. 2480)

    Sie glaubt, dass sie schuld am Schicksal von Dascha und Lydia sei und nun ihre gerechte Strafe bekommt. Mit dieser Schuld muss sie leben und die Strafe ertragen, bis sie irgendwann tot ist.

    Ein beeindruckender Roman, der einem als Leser nicht kalt lassen kann. Trotz oder gerade wegen einer gewissen Nüchternheit in der Erzählung geht er unter die Haut und setzt sich fest. Für mich eindeutig eins der literarischen Highlights 2017. 

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    milkysilvermoons avatar
    milkysilvermoonvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Buch, das noch eine Weile bei mir nachhallen wird
    Ein „Püppchen“ auf der Suche nach dem Glück

    Ukraine in den 1990er-Jahren: Aus einem Heim, wo sie als „Zigeunerkind“ gemobbt und schikaniert wird, haut die siebenjährige Samira eines Nachts ab. Sie wünscht sich Freiheit und Wohlstand. Doch ihr Weg, dessen Ziel Deutschland ist, endet schon nach wenigen Kilometern vorerst bei Rocky, der seine „Kukolka“, das „Püppchen“, ganz entzückend findet und das hübsche Mädchen bei sich aufnimmt. Mit einigen Straßenkindern lebt sie in einem heruntergekommenen Haus, in dem es weder Strom noch warmes Wasser und noch eine Toilette gibt. Mit den anderen muss Samira für Rocky betteln und stehlen. Zwar geht es ihr gut, doch sie hält an ihrem Traum von Deutschland fest, obwohl das Ende der Ausbeutung und Gewalt noch lange nicht erreicht ist...

    „Kukolka“ ist der beeindruckende Debütroman von Lana Lux.

    Meine Meinung:
    Die Geschichte umfasst mehrere Jahre und ist in drei Teile untergliedert. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive aus der Sicht von Samira. Entsprechend des Alters der Hauptprotagonistin ist der Ton kindlich-naiv. Klar und nüchtern, fast schon sachlich ist der Erzählstil. Die eindrücklichen Schilderungen kommen ohne Kitsch und Übertreibungen aus und konnten mich von den ersten Seiten an bereits fesseln. Schon ab dem ersten Kapitel fiel es mir schwer, das Buch zur Seite zu legen, weil ich die Handlung gebannt verfolgt habe.

    Das hat vor allem mit dem Inhalt des Romans zu tun, denn die Geschichte von Samira ist aufrüttelnd und schockierend. Schonungslos wird das Leid erzählt, das dem armen Mädchen widerfährt. Ihre Erlebnisse sind tragisch, traurig und aufwühlend. Die beschriebene Gewalt in ihren unterschiedlichen Formen hat mich nachdenklich gemacht. Bewegen konnte mich auch, dass Samira dennoch ihre Hoffnung nicht verliert. Neben Missbrauch und Gewalt gibt der Roman auch Einblicke in politische und gesellschaftliche Umstände, was mir sehr gut gefallen hat.

    Die Gestaltung des Covers ist ungewöhnlich und macht das Buch zu einem Blickfang. Auch der Titel ist treffend gewählt.

    Mein Fazit:
    Mit „Kukolka“ hat Autorin Lana Lux einen schonungslosen und schockierenden Roman geschrieben, der mich fesseln konnte. Keine leichte Kost, sondern ein Buch, das noch eine Weile bei mir nachhallen wird und das ich deshalb empfehlen kann.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Marina_Nordbrezes avatar

    Liebe und Leid auf den Straßen der Ukraine

    Mit ihrem Debütroman "Kukolka" gelingt Lana Lux ein wahrliches Meisterstück. Dieses Buch werdet ihr garantiert so schnell nicht vergessen. Eine Lektüre, die wütend macht und doch versöhnt, denn in der Geschichte rund um das Straßenmädchen Samira steckt eine ganz eigenwillige Poesie, die es zu entdecken gilt. Als Waise wächst Samira erst im Heim, dann auf der Straße auf, sie muss sich mit Betteln und Stehlen über Wasser halten und immer ist da der Traum vom fernen Deutschland. Ein Traum, so stark, dass er jede Schicksalswendung überlebt ... 

    Liebt ihr anspruchsvolle Literatur? Wir freuen uns sehr, euch mit "Kukolka" einen weiteren Titel im LovelyBooks Literatursalon vorstellen zu dürfen, in dem euch literarische Neuerscheinungen und spannende Spezialaufgaben erwarten.

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    Ukraine, 90er Jahre. Große Party der Freiheit. Manche tanzen und fressen oben auf dem Trümmerhaufen der Sowjetunion, andere versuchen noch, ihn zu erklimmen. Auch Samira. Mit sieben Jahren macht sie sich auf die Suche nach Freiheit und Wohlstand. Während teure Autos die Straßen schmücken, lebt Samira mit ein paar anderen Kids in einem Haus, wo es keinen Strom, kein warmes Wasser und kein Klo gibt. Aber es geht ihr bestens. Sie hat ein eigenes Sofa zum Schlafen und eine fast erwachsene Freundin, die ihr alles beibringt. Außerdem hat sie einen Job, und den macht sie gut: betteln. Niemand kann diesem schönen Kind widerstehen, auch Rocky nicht. Er nennt sie Kukolka, Püppchen. Wenn Kukolka ihn lange genug massiert, gibt er ihr sogar Schokolade. Alles scheint perfekt zu sein. Doch Samira hält an ihrem Traum von Deutschland fest. Und ihr Traum wird in Erfüllung gehen, komme, was wolle.

    Neugierig geworden? Hier geht es zur Leseprobe!


    Zur Autorin
    Lana Lux, geboren 1986 in Dnipropetrowsk/Ukraine, wanderte im Alter von zehn Jahren mit ihren Eltern als Kontingentflüchtling nach Deutschland aus. Sie machte Abitur und studierte zunächst Ernährungswissenschaften in Mönchengladbach. Später absolvierte sie eine Schauspielausbildung am Michael Tschechow Studio in Berlin. Seit 2010 lebt und arbeitet sie als Schauspielerin und Autorin in Berlin.

    Zusammen mit Aufbau verlosen wir 30 Exemplare von "Kukolka" unter allen, die sich im Rahmen einer Leserunde über diesen wahrhaft außergewöhnlichen Roman austauschen und im Anschluss eine Rezension schreiben möchten. 

    Ihr meint, dieses Buch ist das richtige für euch? Dann bewerbt euch* über den blauen "Jetzt bewerben"-Button bis zum 20.08., und antwortet auf folgende Frage:

    Warum möchtet ihr unbedingt "Kukolka" lesen? 

    Wir freuen uns auf eure Antworten und wünschen euch viel Glück!

    Im Rahmen des LovelyBooks Literatursalons könnt ihr in dieser Leserunde ein weiteres Literatursalon-Lesezeichen erlesen! Ihr seid noch kein Literatursalon-Mitglied? Ihr könnt jederzeit eintreten. Alle Infos dazu findet ihr hier.

    * Bitte beachtet vor deiner Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.
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    Letzter Beitrag von  DamlaBulutvor 9 Monaten
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    Marina_Nordbrezes avatar

    Fragefreitag mit Lana Lux

    Im Literatursalon stellen wir euch diese Woche ihre Debütroman vor, daher freut es uns ganz besonders, dass Lana Lux sich heute Zeit nimmt, eure Fragen zu beantworten! "Kukolka" begeistert auf seine ganz eigene Art und Weise. Die Geschichte wirkt märchenhaft und doch brutal, realistisch und voller Träume an ein besseres Leben. 

    All eure Fragen rund um Samira, das Leben auf der Straße in der Ukraine und den 90er Jahren könnt ihr nun Lana Lux bei diesem Fragefreitag stellen! 

    Mehr zum Inhalt
    Ukraine, 90er Jahre. Große Party der Freiheit. Manche tanzen und fressen oben auf dem Trümmerhaufen der Sowjetunion, andere versuchen noch, ihn zu erklimmen. Auch Samira. Mit sieben Jahren macht sie sich auf die Suche nach Freiheit und Wohlstand. Während teure Autos die Straßen schmücken, lebt Samira mit ein paar anderen Kids in einem Haus, wo es keinen Strom, kein warmes Wasser und kein Klo gibt. Aber es geht ihr bestens. Sie hat ein eigenes Sofa zum Schlafen und eine fast erwachsene Freundin, die ihr alles beibringt. Außerdem hat sie einen Job, und den macht sie gut: betteln. Niemand kann diesem schönen Kind widerstehen, auch Rocky nicht. Er nennt sie Kukolka, Püppchen. Wenn Kukolka ihn lange genug massiert, gibt er ihr sogar Schokolade. Alles scheint perfekt zu sein. Doch Samira hält an ihrem Traum von Deutschland fest. Und ihr Traum wird in Erfüllung gehen, komme, was wolle.

    >> Neugierig geworden? Hier geht es zur Leseprobe

    Gemeinsam mit Aufbau verlosen wir 5 Exemplare von "Kukolka" unter allen Fragestellern!

    Wir freuen uns, dass Lana Lux Zeit gefunden hat und wünschen euch und natürlich der Autorin ganz viel Spaß beim Fragen stellen un beantworten!
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