Lana Lux Kukolka

(90)

Lovelybooks Bewertung

  • 90 Bibliotheken
  • 11 Follower
  • 3 Leser
  • 71 Rezensionen
(57)
(27)
(3)
(3)
(0)

Inhaltsangabe zu „Kukolka“ von Lana Lux

»Ein großes, ergreifendes Buch, bei dem ich mich so sehr nach einem Happy End gesehnt habe wie noch niemals zuvor.« Olga Grjasnowa

Ukraine, 90er Jahre. Große Party der Freiheit. Manche tanzen und fressen oben auf dem Trümmerhaufen der Sowjetunion, andere versuchen noch, ihn zu erklimmen. Auch Samira. Mit sieben Jahren macht sie sich auf die Suche nach Freiheit und Wohlstand. Während teure Autos die Straßen schmücken, lebt Samira mit ein paar anderen Kids in einem Haus, wo es keinen Strom, kein warmes Wasser und kein Klo gibt. Aber es geht ihr bestens. Sie hat ein eigenes Sofa zum Schlafen und eine fast erwachsene Freundin, die ihr alles beibringt. Außerdem hat sie einen Job, und den macht sie gut: betteln. Niemand kann diesem schönen Kind widerstehen, auch Rocky nicht. Er nennt sie Kukolka, Püppchen. Wenn Kukolka ihn lange genug massiert, gibt er ihr sogar Schokolade. Alles scheint perfekt zu sein. Doch Samira hält an ihrem Traum von Deutschland fest. Und ihr Traum wird in Erfüllung gehen, komme, was wolle.
Lana Lux hat einen gnadenlos realistischen Roman über Ausbeutung, Gewalt und Schikane geschrieben, über ein Leben am Rande der Gesellschaft, geführt von einer Heldin, die trotz allem schillernder nicht sein könnte.

Erschreckendes Porträt eines Kindes, dessen Seele immer wieder mit Füßen getreten wird.

— black_horse

Dieses Buch und Samira werde ich wohl nie vergessen. Unfassbar wie grausam Menschen sein können.

— Donnas

viele Millionen Kinder sind Gewalt, Verbrechen, Missbrauch, Hunger, Krieg und deren Auswirkungen ausgesetzt. Lana Lux zeigt uns Beispiele

— Buecherspiegel

Hammerharte Realität, hammerhart erzählt. aber Umsetzung + Stil waren leider nicht so mein Fall. Sehr distanziert. Dennoch grausame Realität

— Yuyun

Eine Geschichte, die einen sehr aufwühlt. Stellenweise sehr erschütternd aber absolut fesselnd!

— DisasterRecovery

Sehr aufwühlend und erschreckend ehrlich. Ich habe noch sehr lange über dieses Buch nachgedacht und kann es jedem empfehlen.

— Cleo15

Von Träumen, Albträumen und einem großen Ziel, so gehaltvoll, das es manchmal weh tut.

— ninchenpinchen

Ein Buch, das wirklich nichts für zart besaitete Menschen ist und einem etliche Tabuthemen vor Augen hält.

— felicityofbooks

Erschütternd, schockierend, berührend und grandios erzählt. Ein gelungenes Debüt und ein Lesehightligh 2017!

— Seehase1977

Ein unglaubliches Buch, welches sprachlos macht.

— nana_fkb

Stöbern in Romane

Leere Herzen

Diese Geschäftsidee ist der absolute Gipfel - absurd und völlig genial. Eine irre gute Gesellschaftssatire unserer Welt in 8 Jahren ...

Buchstabenliebhaberin

Ehemänner

Tolle Sprache, nicht konventionelle Protagonistin, aktuelle Themen, tolle, Gedanken über das Leben, die Liebe, die Kunst, etc. Lesenswert!

Wedma

Kirchberg

Anspruchsvoll, nachdenklich stimmend, außergewöhnlicher (etwas gewöhnungsbedürftiger) Sprachstil und sehr ernster Hintergrund 4* und 89°

SigiLovesBooks

Kleine Stadt der großen Träume

Leider was auch dieser Roman von Backman nicht mein Geschmack. Überhäuft von Details, erschlägt es die eigentliche Geschichte!

Landbiene

Winterengel

Alles in allem hat mich dieses Buch einmal mehr von Corina Bomann überzeugt und ich kann es nur weiterempfehlen.

LieLu

Der gefährlichste Ort der Welt

Die Gefahren des Internets in einem Buch verpackt

MimiiiLoveee

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Das misshandelte Püppchen

    Kukolka

    black_horse

    21. November 2017 um 23:50

    Als die kleine Samira mit 7 Jahren aus dem Kinderheit "Sonnenschein" flieht, um den unwürdigen Bedingungen zu entkommen, hofft sie, sich eines Tages ihren Traum erfüllen zu können: Deutschland - sie will ihrer Freundin Marina folgen, die von einem deutschen Paar adoptiert wurde.Ob es ein Glück ist, dass Rocky das kleine Mädchen am Bahnhof aufliest? Er gibt ihr ein Dach über dem Kopf, eine "Familie" aus verlorenen Kindern und einen "Job" als Bettlerin und Diebin. Das "Püppchen" Samira wächst zur Frau heran, entwickelt erste weibliche Reize.Ob es ein Glück ist, dass der vornehme, reiche Dima ein Auge auf sie wirft und sie aus Rockys Fängen befreit? Immerhin liebt er sie und wird sie nach Deutschland bringen ...Die Geschichte, die Lana Lux hier aufgeschrieben hat, lässt den Leser fassungslos zurück. Es ist einfach so unfassbar, was dieses Mädchen in seiner Kindheit durchleben muss. Und dabei doch so real. Unmenschlich.Ein bedrückendes, verstörendes Porträt eines lebenslang misshandelten, ausgenutzten Püppchens, das immer wieder die Kraft findet, weiter zu kämpfen.

    Mehr
  • Erschütternd

    Kukolka

    raven1711

    10. November 2017 um 14:02

    Rezension Lana Lux - Kukolka Klappentext:Ukraine, 90er Jahre. Große Party der Freiheit. Manche tanzen und fressen oben auf dem Trümmerhaufen der Sowjetunion, andere versuchen noch, ihn zu erklimmen. Auch Samira. Mit sieben Jahren macht sie sich auf die Suche nach Freiheit und Wohlstand. Während teure Autos die Straßen schmücken, lebt Samira mit ein paar anderen Kids in einem Haus, wo es keinen Strom, kein warmes Wasser und kein Klo gibt. Aber es geht ihr bestens. Sie hat ein eigenes Sofa zum Schlafen und eine fast erwachsene Freundin, die ihr alles beibringt. Außerdem hat sie einen Job, und den macht sie gut: betteln. Niemand kann diesem schönen Kind widerstehen, auch Rocky nicht. Er nennt sie Kukolka, Püppchen. Wenn Kukolka ihn lange genug massiert, gibt er ihr sogar Schokolade. Alles scheint perfekt zu sein. Doch Samira hält an ihrem Traum von Deutschland fest. Und ihr Traum wird in Erfüllung gehen, komme, was wolle.Lana Lux hat einen gnadenlos realistischen Roman über Ausbeutung, Gewalt und Schikane geschrieben, über ein Leben am Rande der Gesellschaft, geführt von einer Heldin, die trotz allem schillernder nicht sein könnte.Meinung:Samira wächst in einem Waisenhaus in der Ukraine auf. Das Leben dort ist hart und entbehrungsreich, doch Samira ist es nicht anders gewohnt. Auch nicht, dass sie ständig für ihr Aussehen runter gemacht wird. "Zigeunerkind" schimpfen sie das Mädchen mit der dunkleren Haut und den ungewöhnlichen Augen. Als dann auch noch Samiras einzige Freundin Marina adoptiert wird und sie verlässt, beschließt die 7-jährige, Marina nach Deutschland zu folgen. Doch der Weg dahin ist nicht einfach. Sie landet zunächst in einer Bettler-Organisation, erlebt Gewalt und Demütigung, doch nie verliert sie ihr Ziel aus den Augen: Deutschland.Kukolka musste ich nach Beenden erst mal sacken lassen, nahm mich die Geschichte doch reichlich mit. Was Samira hier erdulden und erleiden muss, ist beileibe keine schöne Sache. Und doch ist einem schon beim Lesen klar, dass Samira nur stellvertretend für viele Kinder und junge Frauen steht, die ein ähnliches Schicksal erleiden müssen. Von einer Gesellschaft nicht aufgefangen zu werden, wenn der familiäre Rückhalt nicht gegeben wird, in einem Land, dass sich im Umbruch befindet und gänzlich andere Werte und Vorstellungen repräsentiert, als die wir gewohnt sind, haben mein Mutterherz bluten lassen. Doch Samira ist eine wirklich starke Persönlichkeit und ich finde es bewundernswert, dass sie trotz all der Schicksalsschläge für sie immer ihr Ziel nicht aus den Augen verloren hat.Auch sprachlich mach Lana Lux hier alles richtig. Einnehmend erzählt sie uns von Samiras Schicksal, schont ihre Leser nicht, findet aber immer den richtigen Ton, um doch immer noch einen Hauch Zuversicht durchscheinen zu lassen. So fühlte ich mich beim Lesen zwar erschüttert und betroffen, doch ich verlor nie die Hoffnung an Samira. Ob sie es allerdings schafft, werde ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Trotz der schweren Thematik sollte man sich dieses Buch nicht entgehen lassen. Lana Lux regt zum Nachdenken an, denn man weiß, dass Samiras Schicksal kein Einzelfall ist. Fazit:Kukolka ist thematisch kein leichtes Buch, doch mit so viel positiver Energie erzählt, dass man Samiras Lebensweg bereitwillig durch alle Höhen und Tiefen begleitet.Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar.

    Mehr
  • Das Püppchen, das so gerne eine normale Familie gehabt hätte

    Kukolka

    Buecherspiegel

    05. November 2017 um 18:38

    Millionen von Babys, Kindern, Jugendliche und junge Erwachsene werden jeden Tag durch ihre Erziehungsberechtigte misshandelt. Weitere Millionen erleben Tag für Tag durch Krieg, Hunger, Missbrauch und vieles mehr unvorstellbare Gräueltaten. Dadurch wachsen permanent Generationen auf, für die Empathie ein Fremdwort ist. Die nichts anderes kennen als Flucht vor den Qualen, Totstellreflex, um sich zu schützen, oder sich eines Tages wehren. Statistiken hierzu gibt es unter anderem von unicef unter https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/presse/2017/gewalt-gegen-kinder/152258 Ein Roman über Kinder, die solches erleben, hat Lana Lux geschrieben. „Kukolka“ ist ein Mädchen in der Ukraine, das im Waisenhaus aufwächst. Wir erfahren nicht, wann das passierte, von wem sie dort hingebracht wurde oder warum beziehungsweise in welchem Alter sie dort gelandet ist. Durch ihre dunklen Locken und ihrem ebenfalls dunklen Hautton wird sie als Zigeunerin abgestempelt, ohne dass es irgendwann Erkenntnisse gibt, dass diese Behauptung stimmt. Aber so wird sie, Samira, nun behandelt, in diesem Kinderheim. Schon hier erfahren alle Kinder Misshandlungen durch die Erzieherinnen, die wohl von vielen so bestätigt werden können. Ab und an werden alle nett angezogen, denn es kommen adoptionswillige zukünftige Eltern, vor denen sie nun bestehen müssen, um vielleicht genommen zu werden. Samira verliert so ihre einzige Freundin und Fürsprecherin, Marina, die nun nach Deutschland geht. Nach einer weiteren schweren Misshandlung packt dieses kleine Kind, kurz vor seiner Einschulung, ihre Sachen und verschwindet. Sie will nach Deutschland zu ihrer Freundin, die ihr einen Brief und mehrere Geschenke geschickt hat. Auf sie wartet ein Bett im Zimmer von Marina. Dies und ihr Name, Samira, sind die Einzigen Dinge, die diesem Kind in all den Jahren bleiben. Die Autorin schickt nun das Kind zu einem Hauptbahnhof, in dessen Umfeld sie von Rocky aufgegriffen wird. Der führt mit mehr oder weniger strenger Hand ein besetztes Haus, in dem sich Straßenkinder mit betteln über Wasser halten. Natürlich ist das nicht das einzige Haus in dieser Stadt, sie ist aufgeteilt zwischen mehreren rivalisierenden Banden. Aber das alles weiß dieses Kind nicht, das keinerlei Bildung und Wissen aufweist, dass sich alles erfragen muss. Das ist eines der starken Seiten von Lux, sich in Kukolka einzufühlen. Die Leserschaft kann erkennen, wie es ist, nichts, was für uns selbstverständlich ist, sich schwer erarbeiten zu müssen. Das kleine Püppchen „Kukolka“, wie sie von Rocky genannt wird, erlebt in diesem Haus viele Brutalitäten und muss erkennen, dass es von hier aus keinen Weg nach Deutschland geben wird. Und dabei ist Samira immer noch ein Kind, dass auf ihren Wegen zum Betteln Familien sieht, die ihre Kinder lieben und beschützen, die die Schule besuchen dürfen. Ihr Wunsch, lesen und schreiben zu lernen ist so stark, dass ihr andere Kinder im Haus von Rocky dabei helfen. Die Schicksale dieser Seelen ergreifen einen, man weiß oftmals nicht wohin mit seinen Gefühlen. Beim Betteln lernt Samira einen jungen Mann kennen, Dima, der sich ihr vorsichtig nähert. Über Wochen hinweg, sie ist inzwischen zwölf Jahre alt und schwer in ihn verliebt, erlangt er schließlich ihr vertrauen. Man möchte so gerne zurufen: „Halt! Geh nicht mit ihm“. Denn als sie ihm folgt, an Alkohol, Zigaretten und Drogen langsam herangeführt, landet sie zwar in ihr heiß ersehntes Deutschland, aber leider an einen weiteren Abgrund, der nicht ihr letzter sein soll. Kinderprostitution der schlimmsten Art folgen nun. Eindrucksvoll beschreibt Lux durch die Worte, die sie ihrer Protagonisten in den Mund legt, wie es fühlt, wie es ist, von zig Männern benutzt worden zu sein. Dass sich in ihrem übervollen Bauch Dinge befinden, die da nicht hineingehören. Ein Buch, dessen Geschichte so fern einer schönen Kindheit steht, bei der man nachvollziehen kann, warum Kinder aus diesen Verhältnissen nur schwer begreifen können, dass das Leben auch Gutes und Schönes, bieten kann. Ob die zurzeit grassierende Diskussion über sexuellen Missbrauch ihnen ebenfalls helfen kann, das wird sich zeigen.

    Mehr
  • Rezension zu "Kukolka" von Lana Lux

    Kukolka

    SomeBody

    02. November 2017 um 12:01

    Für mich hat Lana Lux mit ihrem Debütroman „Kukolka“ eine rundum erschütternd realitätsnahe Wahrheit in ein Format gepackt, welches es mir ermöglichte, das Gelesene wirklich sehr bildhaft und doch tapfer irgendwie von außen betrachten zu können. Die Handlung wird aus Kukolkas kindlich-naiver Sicht erzählt, was den Sätzen eine zusätzliche Schonungslosigkeit verleiht. Dieses Buch ist definitiv nichts für den sensiblen Leser und lässt auch mich in Bezug auf soviel Grausamkeit gegenüber einem Kind eher fassungs- und hilflos zurück.

    Mehr
  • Ein Denkanstoß, der sich gewaschen hat.

    Kukolka

    Yuyun

    24. October 2017 um 02:01

    Ukraine, 90er Jahre. Große Party der Freiheit. Manche tanzen und fressen oben auf dem Trümmerhaufen der Sowjetunion, andere versuchen noch, ihn zu erklimmen. Auch Samira. Mit sieben Jahren macht sie sich auf die Suche nach Freiheit und Wohlstand. Während teure Autos die Straßen schmücken, lebt Samira mit ein paar anderen Kids in einem Haus, wo es keinen Strom, kein warmes Wasser und kein Klo gibt. Aber es geht ihr bestens. Sie hat ein eigenes Sofa zum Schlafen und eine fast erwachsene Freundin, die ihr alles beibringt. Außerdem hat sie einen Job, und den macht sie gut: betteln. Niemand kann diesem schönen Kind widerstehen, auch Rocky nicht. Er nennt sie Kukolka, Püppchen. Wenn Kukolka ihn lange genug massiert, gibt er ihr sogar Schokolade. Alles scheint perfekt zu sein. Doch Samira hält an ihrem Traum von Deutschland fest. Und ihr Traum wird in Erfüllung gehen, komme, was wolle. Lana Lux hat einen gnadenlos realistischen Roman über Ausbeutung, Gewalt und Schikane geschrieben, über ein Leben am Rande der Gesellschaft, geführt von einer Heldin, die trotz allem schillernder nicht sein könnte.Ich weiß nicht so recht, wo ich mit diesem Roman anfangen soll. Ich denke es ist ein Buch, dass sich immer lohnt zu lesen, weil es uns verwöhnten Westlern vor Augen hält, wie gut wir es haben, und dass wir darüber auch dankbarer sein könnten. Dankbar über den Luxus, über warmes Wasser und Lebensmittel im Überfluss und in den meisten (so auch meinem) Fällen liebevolle Eltern, die einen fördern und lieben.Dafür kann ich dieses Buch nur empfehlen. Die geschilderte Handlung ist fiktiv, vor allem das Ende, aber dennoch ist es grausame Realität vieler Mädchen. Ich mag und kann es mir auch jetzt nicht ausmalen, so ein Leben zu leben. Das der Körper, das Leben nicht einem selbst gehört und man Freiwild für raffgierige, notgeile (alte) Säcke wird. Das ein Kind so an einer Barbie hängt, dass es selbst mit 15 noch der größte Wunsch ist, weil es für Freiheit steht. Während hiesige 15 jährige meist nicht mal für Geld noch mit Barbies assozziiert werden wollen, außer mit ihrem Aussehen. Danke, dass ich studieren darf, was ich möchte, Bildung und Bücher und Musik und Videospiele. Freunde, denen ich etwas bedeute und eine Familie. Warum nun nur drei Sterne?Der Schreibstil ist sehr distanziert. Man scheint immer sehr weit weg vom Geschehen zu sein. Auch mit 15 wirkt Samira insbesondere für ihre schrecklichen Erfahrungen noch furchtbar naiv. Natürlich ist es auch der sensiblen Thematik geschuldet, dennoch hätte ich mir mehr Einblick, mehr Nähe gewünscht. Weniger Abgeklärtheit, sie ist ein Kind und Kinder fühlen enorm viel, sie nehmen viel mehr wahr, als man denkt. Aber davon bekommt man als Leser wenig mit. (Auto)biografisch hätte ich es verstanden, aber als Roman hätte man dem ganzen mehr Tiefe geben können. Zudem das Ende: ich frage die Autorin- ernsthaft? Das ist für mich kein Ende. Weder ein offenes, noch ein, ok, man weiß, wie es weitergehen wird. Was gerade diesem Roman gut getan hätte. Warum nicht weitererzählen, vor allem, da die Autorin laut einem Interview wohl auch eine Vorstellung von Samiras Zukunft hätte?Dieses Nicht-Ende verstehe ich nicht. Erst ein unerwartetes Happy End (soweit man das sagen kann) und dann das. Der Roman ist schonungslos ehrlich, beschönigt nicht und schockiert so an den richtigen Stellen, aber er hat mich emotional nur dadurch abgeholt, nicht durch den Stil und die Sprache.

    Mehr
  • Leserunde zu "Bücherwürmer und Leseratten" von Bettina Mähler

    Bücherwürmer und Leseratten

    ChattysBuecherblog

    Wie Ihr aus dem Titel entnehmen könnt, treffen sich hier die Bücherwürmer und Leseratten. Und zwar zum gemeinsamen SUB-Abbau. Oft stehen wir vor dem Regal und fragen uns, welches Buch wir als nächstes lesen sollen.  Hier kommt die Lösung. Wir lesen einfach nach einem Monatsmotto. Das Ganze funktioniert so: Ich gebe jeweils zum Monatsanfang ein neues Motto bekannt (siehe Unterthema) und dann heißt es: ran an die Bücher...ran an den SUB. Viel Spaß!

    Mehr
    • 1210
  • Kukolka

    Kukolka

    DisasterRecovery

    20. October 2017 um 09:59

    "Irgendwann wirst du erwachsen werden und verstehen, dass du dich nur auf dich selbst verlassen kannst und es für Leute wie dich kein Zuhause, sondern nur eine Bleibe gibt." (S. 64) Um es direkt vorweg zu nehmen: Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven und zart besaitete Seelen. Zu den Themen im Buch gehören unter anderem Vernachlässigung, Ausbeutung, Kriminalität, Kindesmissbrauch und Vergewaltigung. Samira (auch Kukolka genannt) lebt seit sie denken kann im Heim. Sie hat keine Ahnung wer ihre Eltern sind und kennt daher auch kein Familienleben. Im Heim wohnt sie in armen Verhältnissen und unter einer Schreckensherrschaft, bei der sie beinahe jeden Tag Demütigungen ausgesetzt ist. Ihr größter Wunsch ist es, nach Deutschland zu kommen. "Umdrehen darf man sich nicht. Auf gar keinen Fall. Jeder Dummkopf weiß, dass wenn man sich umdreht, irgendwas Schlimmes passiert und man wieder dort landet, von wo man weggegangen ist." (S. 27) Zu sagen, dass Kukolkas Weg steinig ist, ist schwer untertrieben. Unterwegs gerät sie an widerliche Ausbeuter und kriminelle Banden. Sie sieht und erlebt so viele Grausamkeiten, dass es für ein Leben kaum zu bewältigen ist. Jetzt könnte man sagen, dass vieles davon in einer anderen Zeit und einem anderen Land geschieht, aber das kann wohl kaum eine Entschuldigung sein. "Ich wusste, dass ich zu niemandem gehöre und nichts wert bin. Dass ich einfach da bin, so wie Kakerlaken. Niemand weiß, wo die herkommen. Niemand braucht sie. " (S. 199) Die Geschehnisse werden aus Kukolkas Sicht erzählt. Sie schildert all diese Begebenheiten mit einer kindlichen und gleichzeitig nüchternen Naivität. Viele Situationen haben mich traurig und fassungslos gemacht, doch ich wollte keine einzige Sekunde verpassen. Ich hatte das Gefühl, ich müsse das alles zusammen mit Kukolka durchstehen. An eine Sache musste ich bis zum Schluss immer wieder denken: Man muss mehr Träume haben, als die Realität zerstören kann. Ich denke, das trifft auf Kukolka zu. Sie hat trotz allem Übel diese unglaubliche innere Stärke, die sie am Leben hält. Das Ende ist gleichzeitig ernüchternd und erfreulich, aber auf jeden Fall authentisch.Fazit:Ich habe nie zuvor ein solch grausam erschreckendes und gleichzeitig fesselndes Buch voller Hoffnung und Sehnsüchte gelesen. Kukolka ist eine bemerkenswerte Person, deren Geschichte mich sehr aufgewühlt hat.

    Mehr
  • Schlimm

    Kukolka

    StefanieFreigericht

    19. October 2017 um 19:00

    Samira wächst in einem ukrainischen Kinderheim auf, immer schon. Es gibt wenig, vor allem wenig Liebe, bis Marina in ihr Leben tritt. Doch die Freundin wird von Deutschen adoptiert und beide versprechen einander, dass Samira nachkommen wird. Doch bald flüchtet Samira, lebt bei Rocky, dem „väterlichen Freund“: Betteln, Diebestouren, alles wird abgeliefert an Rocky, sonst setzt’s was. Bald will Rocky die zarten Hände Samiras auch an seinem Körper. Als Samir Dima kennenlernt und sich verliebt, wird alles besser. Endlich ist sie erwachsen, endlich. Und Dima hat für die jetzt 13jährige sogar Kleidung, einen String-Tanga. Jetzt geht es nach Deutschland. Autorin Lana Lux schafft es, einen meist passenden Tonfall zu finden für das als Ich-Erzählerin auftretende Kind: „Rocky schob mit einem Fuß ein wenig von dem Zeug beiseite und bildete für mich einen Pfad in die Küche. Die Dielen waren mal rot gestrichen gewesen und vorher blau und davor gelb. Das konnte man sehen, wenn man sich die abgeblätterte Farbe genau ansah. Und ich sah mir so was immer genau an. …“ S. 44f Das Kind beobachtet, geht naiv an alles heran, wirkt aber teils auch recht altklug. Den eigentlichen Schrecken erkennt zunächst nur der erwachsene Leser, nicht das Kind, so, dass nur Lydia zu Rocky ins Zimmer „darf“. Und wieder ein Buch, in dem die Völker der ehemaligen Sowjetunion sich besonders durch ihr Verhältnis zu Minderheiten auszeichnen „Was hast du hier zu suchen, Samira? Was seid ihr Zigeuner nur für unerziehbare Viecher?“ S. 13 (mein voriges Buch „Außer sich von Sasha Marianna Salzmann berichtete vom Antisemitismus), sinnlose Vorurteile gibt es andernorts anscheinend nicht. Vorab: ja, das ist das letzte, Zwangsprostitution, Frauenhandel, Kindesmissbrauch. Das Buch ist hart. Aber was soll das jetzt? Ein Sachbuch könnte mir Zahlen liefern, wie hart es wirklich ist und vielleicht Lösungen diskutieren. Ein autobiographischer Roman könnte einer Betroffenen vielleicht wenigstens einen finanziellen Ausgleich verschaffen, aufklären. Ein literarischer Roman hätte über die offensichtliche Botschaft hinaus noch irgendetwas anderes vermittelt, eine tolle Sprache, was auch immer. So ist das für mich einfach nur Kitsch, vor allem durch ein Ende, wie es leider die wenigsten in dieser Hölle erleben dürften. Betroffenheitsschreibe.

    Mehr
    • 3
  • Sehr aufwühlend

    Kukolka

    Cleo15

    08. October 2017 um 18:18

    Kukolka von Lana Lux hat mich in einen ziemlich großen Zwiespalt gerissen. Von einigen Stellen habe ich mich regelrecht abgestoßen gefühlt, bei anderen habe ich mitgefiebert und gehofft, dass es doch bitte bald ins Positive umschwenkt. Mal hat die bedrückte Stimmung den Hoffnungsfunken, der immer durch die Zeilen schimmert überspült und dann hat er einen kräftig entgegen gestrahlt. Aber erst einmal zum Inhalt: Samira ist sieben Jahre alt als sie aus einem ukrainischen Waisenhaus abhaut, um nach Deutschland zu ihrer Freundin zu reisen. Anfangs voller Zuversicht muss sie bald einsehen, dass das Unterfangen sich nicht so einfach umsetzen lässt. Doch sie hat Glück, denn Rocky nimmt sie auf und bringt sie zu einer Gruppe anderer Kinder, denen es ganz ähnlich geht wie ihr selbst. Sie wohnt in einem heruntergekommenen Haus ohne Strom, warmen Wasser oder Toilette. Um etwas zum Unterhalt von der Gruppe beizutragen, geht sie betteln. Doch sie ist glücklich, denn sie hat einen Ersatz für ihre fehlende Familie gefunden. Doch bald beginnt diese kleine Welt in sich zusammen zu fallen. Charaktere: Samira ist unglaublich jung. Bei jeder neuen Katastrophe habe ich mir gedacht: "Oh nein, sie ist doch erst zehn, das könnt ihr doch nicht machen! Das geht doch gar nicht!" Einige Male habe ich das Buch ganz weit von mir weggelegt, weil ich es einfach nicht mehr ertragen habe. Dazu kommt, dass die Geschichte, die hier erzählt wird, tatsächlich irgendwo auf der Welt in der Weise oder auch schlimmer hundertfach gerade geschieht. Das erzeugt eine sehr bedrückte Grundstimmung, die mal hochschwappt, aber dagegen auch nie ganz verschwindet. Und doch ist Samira eine unglaublich positive, optimistische Person. Es gibt einige Punkte, wo sie noch das kleine Kind sein durfte, was sie wirklich war. Dann hat sie mit ihrer Puppe gesprochen oder sich unglaublich über Süßigkeiten gefreut. Insgesamt erschien sie mir allerdings älter, was aber wohl an der Lebenssituation liegt. Die Charaktere waren alle sehr tiefgründig, detailliert und umfangreich beschrieben. Jeder hatte eine Geschichte- die meisten waren sehr dramatisch und traurig. Und man hat die Schere zwischen arm und wohlhabend sehr deutlich gespürt. Vor allem, wenn es darum ging, wie viel "Wert" der Mensch hat. Schreibstil: Lana Lux hat eine Geschichte geschrieben, die unter die Haut geht. Ihr Schreibstil ist flüssig und locker, nur das Geschriebene lässt einem den Atem stocken. Mir hat es sehr gut gefallen. Fazit: Ich vergebe für Kukolka 4 Sterne. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, aber ich bin wohl zu empfindlich oder das Thema geht mir einfach zu nah. Daher musste ich viele Ruhepausen einlegen. Ich habe die Grauen einer Welt kennen gelernt, die mir sehr fern scheint, aber leider gar nicht so weit weg ist. Ich werde wohl noch lange über das Thema nachdenken- was ich gut finde, da es die Augen vieler Menschen öffnen kann.

    Mehr
  • Vom Regen in die Traufe

    Kukolka

    Estrelas

    08. October 2017 um 11:42

    Samira flieht als 7-Jährige aus einem ukrainischen Kinderheim. Sie tut alles für ihren Traum von einem Leben in Deutschland. Bei Rocky aufgenommen, findet sie "Geschwister", mit denen sie auf verschiedene Arten Geld besorgt. Kukolka - Püppchen, so wird Samira von den meisten genannt - ist ein schockierender Roman. Sprachlich spiegelt er die kindliche Naivität und die Vulgarität der Protagonistin wider, die nüchtern erzählt, was sie in den dem Ausbruch folgenden acht Jahren erlebt. Sie kann sich nicht besser ausdrücken, weil sie nie eine Schule besucht hat, aber sie bemüht sich, lesen und schreiben zu lernen. Ihren Träumen von einem besseren Leben steht die raue und brutale Realität gegenüber, beginnend mit Hunger, Armut und Kriminalität bis hin zu Drogen, Prostitution und Tod. Das Erzählte wirkt abstoßend und besonders zugleich, dadurch, dass es erzählt wird. Und es hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

    Mehr
  • Vom Regen in die Traufe

    Kukolka

    Estrelas

    08. October 2017 um 11:38

    Samira flieht als 7-Jährige aus einem ukrainischen Kinderheim. Sie tut alles für ihren Traum von einem Leben in Deutschland. Bei Rocky aufgenommen, findet sie "Geschwister", mit denen sie auf verschiedene Arten Geld besorgt. Kukolka - Püppchen, so wird Samira von den meisten genannt - ist ein schockierender Roman. Sprachlich spiegelt er die kindliche Naivität und die Vulgarität der Protagonistin wider, die nüchtern erzählt, was sie in den dem Ausbruch folgenden acht Jahren erlebt. Sie kann sich nicht besser ausdrücken, weil sie nie eine Schule besucht hat, aber sie bemüht sich, lesen und schreiben zu lernen. Ihren Träumen von einem besseren Leben steht die raue und brutale Realität gegenüber, beginnend mit Hunger, Armut und Kriminalität bis hin zu Drogen, Prostitution und Tod. Das Erzählte wirkt abstoßend und besonders zugleich, dadurch, dass es erzählt wird. Und es hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

    Mehr
  • Samira - das schöne Püppchen

    Kukolka

    Maddinliest

    06. October 2017 um 21:47

    Die fünfjährige Samira weiß nichts über ihre Eltern und lebt in einem ukrainischem Kinderheim. Dieses wird mit strenger Hand geführt und Samira lernt sich den Gegebenheiten anzupassen. Im Heim freundet sie sich mit der gleichaltrigen Marina an, die Freundschaft hält aber nur kurz an, da Marina das unglaubliche Glück hat von einer deutschen Familie adoptiert zu werden. Samira ist wieder einsam und hat nur den Wunsch, Marina in Deutschland zu besuchen. Sie flieht eines Nachts aus dem Heim und macht sich auf den Weg. Was die zu diesem Zeitpunkt siebenjährige Samira nicht ahnen kann ist, dass es eine sehr lange Reise mit harten Schicksals-schlägen werden wird...Lana Lux hat mit "Kukolka" einen aus meiner Sicht unglaublich ergreifenden Roman über das Schicksal eines ukrainischen Waisenkinds geschrieben. Die Autorin erzählt die Geschichte in einem schonungslosen und direkten Schreibstil, der durch seine Schlichtheit dem Roman eine große Authentizität verleiht. Das Schicksal Samiras ist kein glückliches und ihr Werdegang hält der kalten und stellenweise grausamen Realität den Spiegel vor. Lana Lux gelingt es, die dramatischen Begebenheiten um Samiras Leben sehr realistisch zu schildern. Die, durch ihr Alter bedingt, naive Hauptprotagonistin gerät in ein Dilemma nach dem anderen. Ich wollte ihr quasi mehrfach zurufen, ihr Vertrauen nicht den falschen Menschen zu schenken, um sie vor weiteren Fehltritten und Enttäuschungen zu bewahren. Nichts desto trotz kämpft sich Samira, angetrieben von ihrem großen Traum nach Deutschland zu kommen, durch ihr Leben, doch immer wieder, wenn ihr Schicksal eine glückliche Wendung zu nehmen scheint, wartet die nächste Enttäuschung auf sie.Selten hat mich das Schicksal eines Protagonisten so berührt wie das von Samira, was wahrscheinlich daran liegt, dass sie als anfangs siebenjähriges Mädchen sehr schutzbedürftig ist und von der harten Gesellschaft gnadenlos ausgenutzt wird. Das Buch hat mich wirklich nachhaltig beeindruckt und nachdenklich zurückgelassen. Wie kann in einer vermeintlich entwickelten Gesellschaft ein solches Schicksal nur möglich sein? Ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen und die teilweise etwas derbe Sprache der Autorin erschreckt den einen oder anderen Leser vielleicht , was sie aber auch bei der Thematik darf. Ich bewerte das Buch daher mit vollen fünf von fünf Sternen!!!

    Mehr
  • Von Träumen, Albträumen und einem großen Ziel

    Kukolka

    ninchenpinchen

    01. October 2017 um 17:34

    Lana Lux schreibt "Kukolka". Das Wort "Kukolka" bedeutet Püppchen und dieses Püppchen heißt in Wirklichkeit Samira. Die Geschichte beginnt, als Samira ungefähr fünf Jahre alt ist. Ungefähr heißt hier, es gibt offensichtlich keinen Pass und auch kein genaues Geburtsdatum. Denn Kukolka-Samiras Eltern sind unbekannt und so ist sie in einem Kinderheim in der Ukraine gelandet. Sie hält sich immer abseits von den anderen Kindern, das ändert sich erst, als Marina ankommt. Marina, die solche Schwierigkeiten hat, sich anzupassen, dafür oft von den Heimerzieherinnen grausam bestraft wird und am Ende doch das Glück hat, nach Deutschland adoptiert zu werden. Von Deutschland aus sendet sie ein Paket für Samira ins Kinderheim, ihr erstes und einziges. Darin ist u. a. eine Barbie. Diese Barbie ist in gewisser Weise heilig für Samira, träumt sie doch davon, dass die neuen Eltern von Marina auch sie – Samira – adoptieren und sie dann endlich nach Deutschland kommt, wo alles besser zu sein scheint. Und in Kukolkas Vorstellung ist unter Marinas Bett ein anderes Bett zum Ausziehen, in dem sie – Kukolka – dann schlafen wird, wenn erst Marinas Adoptiveltern sie – quasi als Marinas Schwester – auch adoptiert haben.  Der Roman geht etwa über zehn Jahre, am Ende ist Kukolka, die Schöne mit den faszinierenden Augen und der wunderbaren Singstimme, fünfzehn Jahre alt. Ihr großes, riesengroßes Ziel war immer Deutschland und dort kommt sie auch am Ende an. Aber in Deutschlands Hauptstadt Berlin ist alles anders, als sie es sich vorgestellt hat. Dort ist alles in Scheiben geschnitten und in Plastikfolie eingewickelt. Aber es gibt auch Hochhäuser, wie in der Ukraine, mit mindestens zehn Stockwerken. Und wird Kukolka Marina, die geliebte und ersehnte Kinderheimfreundin, in Deutschland endlich wiedersehen? Marinas Deutschland- Adresse hat sie samt Umschlag aufgehoben und auswendig gelernt. Das Papier gehört ebenso zu ihren Schätzen, wie die viel bespielte Barbie, deren Vorbesitzerin ja einst Marina war.  Die junge Autorin fühlt sich sehr tief ein in ihre Ich-Protagonistin. So erzählt sie federleicht von den schlimmsten Dingen, die Kukolka widerfahren. Die Schauplätze wechseln, das Land wechselt auch, Kukolkas Freundinnen und Freunde wechseln und Kukolka wird zwei Mal „gefunden“, zunächst von Rocky und später von Dima. Aber am Ende „findet“ auch sie, nicht nur zu ihrem „richtigen“ Namen Samira. Zitat Seite 367: „Alles, was du willst, Samira“, wiederholte ich leise für mich. Ich mochte meinen Namen. Er war das Einzige, was immer meins war: Mein Name. Auch wenn mich vor Olga selten einer so genannt hat. Jetzt war ich froh, dass er so selten benutzt wurde. Denn dadurch ist er so sauber und schön geblieben. Vertraut, aber so gut wie neu. Samira wiederholte ich, und es klang, als würde ich den Namen aus einer Plastikfolie auswickeln.“  Lana Lux‘ Schreibweise ist sehr ungewöhnlich und doch so eingängig, so leicht und doch gleichzeitig so grausam in ihren schonungslosen Details.  Es gibt drei Teile: Teil eins spielt im Kinderheim und bei Rocky. In zweiten Teil zeichnen sich die Veränderungen ab und der dritte Teil spielt dann in Deutschland. Fazit: Kukolka ist sehr leicht zu lesen und dennoch so gehaltvoll, das es manchmal weh tut. Man möchte immer wissen, wie es weitergeht und ob Kukolka es schließlich schafft, ihrem großen Traum näher zu kommen. Und man wünscht es ihr so sehr!    

    Mehr
  • Nur Kälte für Kukolka – über den Mädchenhandel von Osteuropa

    Kukolka

    DieBuchkolumnistin

    29. September 2017 um 23:32

    „Ich wurde so gut wie nie geschlagen, weil ich mich richtig zu verhalten wusste. Ich war ja auch schon immer im Heim gewesen, deswegen war es für mich nicht so schwer, zu wissen, was richtig war und was nicht. Kinder, die später kamen, haben ständig alles falsch gemacht.“ Dies erzählt uns das siebenjährige Heimkind Samira, geboren und aufgewachsen in der Ukraine, ohne Familie und vor allen Dingen ohne Wert. Wie ein Püppchen sieht sie aus, wie eine „Kukolka“, kann sich aber nicht wie eines verhalten und deswegen wird statt ihrer ihre Freundin von deutschen Eltern adoptiert. Von da an ist Deutschland und das Leben dort ihr Ziel, ein Ort, auf den sie all ihre Wünsche und Sehnsüchte projizieren kann, auf den sie sich während der Schläge und anderen Misshandlungen konzentriert. Mit diesem Gedanken gelingt ihr die Flucht und sie landet bei Rocky und seinem Haus der verwahrlosten Geschöpfe, Kinder und Jugendliche die niemand wollte und die nun wenigstens ein Dach über dem Kopf haben, dafür aber betteln gehen müssen, klauen, erneut sind Gewalt und Missbrauch tägliche Begleiter. Die Jahre vergehen und Kukolka überlebt, entdeckt ihr Talent zum Gesang, sie unterhält in den Fußgängerzonen und wird dafür mit Münzen belohnt, sogar endlich mit Zuneigung, als ein gutaussehender, reicher Passant stehen bleibt und ihr mitten ins Herz blickt. Samira, die in ihrem jungen Leben kaum Nettigkeit erfahren, keine Aufrichtigkeit kennengelernt hat, tappt voller Hoffnung in die Falle, der wahre Albtraum beginnt erst … Die Autorin Lana Lux wuchs, wie ihre Hauptfigur, in der Ukraine auf und zog später nach Deutschland, sie webt in ihren Roman eigene Bilder ein, lässt Kukolka aber in eine gänzlich andere Richtung leben. Von Anfang an ist ihre Erzählung kaum aushaltbar, die Kälte, die Gewalt, der Missbrauch auf allen nur denkbaren Ebenen. Aber genau diese Härte muss der Leser spüren, sie gibt den realen Vorbildern, all den Schlagzeilen vom osteuropäischen Mädchenhandel, abertausenden Frauen damit ein Gesicht, ein Herz, wenn sie es seitenweise bricht. Sie schreibt ebenso spannend wie expressiv und erzeugt von der ersten Seite an einen emotionalen Druck, der den Leser kaum atmen lässt. Welch wunderbares Stück Literatur, welch wichtige Erzählstimme, die uns derart bunt und böse aufrüttelt

    Mehr
    • 2
  • Was erträgt man nicht alles für den einen großen Traum...

    Kukolka

    dreamdreamer1

    29. September 2017 um 01:35

    Ich hatte bei der Buchverlosung teilgenommen, weil mich der Klappentext unglaublich neugierig gemacht hat: Samira – ein kleines Mädchen aus der Ukraine in den 90ern. Sie hat einen großen Traum. Nach Deutschland fahren und es dort besser haben als in dem Waisenhaus, in dem sie lebt. Sie haut aus dem Waisenhaus ab und macht sich auf den Weg. Aber dieser ist sehr viel länger und steiniger, als sie sich das vorgestellt hat. Aber was kann man denn auch erwarten von einem kleinen Mädchen, das ganz allein auf sich gestellt ist? Auf ihrer Reise trifft sie viele Menschen, die ihren Weg sehr verändern, versuchen ihn umzugestalten und zwingen Samira so ganz anders aufzuwachsen wie sie sich das vorgestellt hatte. Wird Samira es nach Deutschland schaffen? Wird sie ein besseres Leben bekommen? Wird sie ein Zuhause finden? Lana Lux hat einen unglaublichen Schreibstil! Man kann ohne Probleme in die Geschichte des kleinen Mädchens eintauchen und erlebt alles so als ob man neben ihr steht und ihre Gedanken hören kann. Alles ist so lebendig und realistisch beschrieben, dass man es als Leser/in kaum fassen kann, was alles geschieht. Auf der anderen Seite ist so fesselnd geschrieben, dass man auch nicht davon loskommt. Ich habe dieses Buch unglaublich schnell verschlungen! Es passiert einiges, dass nicht für schwache Nerven gestaltet worden ist, aber ich kann garantieren, dass Samiras Geschichte eine ist, die es wert ist, gelesen zu werden!

    Mehr
  • weitere
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks