Lanoo

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Rezension zu "Der wahre Bankenschwindel und was man dagegen tun kann" von Lanoo

Vom Schlagersänger zum Finanzexperten
Peter_Waldbauervor einem Jahr

Anders greift das herrschende Geld- und Zinssystem an und wieder geht es nicht ohne Verschwörungstheorien. Die Bundesbank, die Österreichische Nationalbank und die amerikanische Federal Reserve Bank sind laut Anders in Privatbesitz. Unser Geldsystem sei ein Schwindel, vergleichbar den Geld-Kettenbriefen, bei denen der kleine Mann der Dumme sei und man die dafür Verantwortlichen ins Gefängnis stecken müsse.

Anders ist der Meinung, dass man auf von Banken geliehenes Geld keine Zinsen zahlen müsste und natürlich sind die Profiteure des ganzen Systems „einige Bankiersfamilien“, unter diesen speziell „die Rothschild-Familie“. Anders weiß offensichtlich nicht, dass die Rothschild-Bank heute in der Finanzwelt fast keine Rolle mehr spielt. Waren die Rothschilds einst Bankiers der Fürsten und Fürsten unter den Bankiers, so sind sie heute nur noch Zwerge gegenüber den großen internationalen Finanzkonzernen. Längst sind die Zeiten vorbei, in denen die Initialen R.F. (Rothschild Freres = Gebrüder Rotschild) mit R.F. (Republique Francaise) gleichgesetzt wurden. Die nachfolgende Generation der

Rothschilds ist durch eine Reihe finanzieller Misserfolge in Verruf geraten. Die Rothschild-Beteiligungen der Erben beschränken sich nur noch auf Weinberge, Kunstschätze, Rennpferde, Paläste und Schlösser. Obwohl der Stern der Rothschilds schon lange verblasst ist, erliegt Anders dem Mythos von der „geheimen Macht“ einer jüdischen Hochfinanz. „Wie sich das der kleine Christian so vorstellt.“, hätte man im alten Wien gesagt.

Anders plädiert dafür, das zur Zeit „herrschende Geldsystem“ per Volksentscheid abzuschaffen und ein „zinsfreies“ Geldsystem einführen. Wie das im Detail funktionieren soll, ist Anders zu kompliziert zu erklären, deshalb verweist er an dieser Stelle auf sein Buch "Der Rubel muss rollen". Hierin verspricht er „die Lösung aller wirtschaftlichen, politischen und sozialen Probleme in der Welt“ und gibt den Lesern gleich eine Aufforderung mit: „Lesen Sie es, und erzählen Sie auch anderen davon!“ Die Bietigheimer Zeitung titelte daraufhin: „Vom Schlagersänger zum Finanzexperten“.

Nur soviel verrät Anders vorab, die wahre “Lösung aller Probleme in der Welt“, das sei eine „weltweite Geld- und Bodenreform“. „Geld muss zinsfrei werden, leicht an Wert abnehmen und wird damit in den Umlauf gezwungen“. Er will „Geldscheine mit Ablaufdatum“. Mit anderen Worten: Anders plädiert für eine galoppierende Inflation! „Wir brauchen zinsfreies Geld!“, fordert er und dieser Wunsch ist umso verständlicher, wenn man bedenkt, wie sich die Schulden von Christian Anders durch eben diese Zinsen seit vielen Jahren vermehrt haben dürften.

Hatte Christian Anders in der 1970er Jahren seine Multimillionen etwa zinsfrei bei der Bank angelegt? Wie muss man sich die damaligen Gespräche zwischen ihm und seinem Bankberater vorstellen?

Anders: „Hier sind sieben Millionen Mark, bitte lassen sie das Geld zinsfrei auf meinem Konto stehen! Nein, wirklich - ich möchte keine Zinsen!“ So etwa?

Und entgegnet der Banker vielleicht: „Aber Herr Anders, bei sieben Millionen Mark vermehrt sich ihre Vermögen ganz von allein. Selbst wenn wir ihnen nur ein halbes Prozent Zinsen pro Jahr auf ihrem Konto gutschreiben, macht dies bereits einen Betrag aus von...“

Anders daraufhin aufgebracht, bereit dem Bankier an die Gurgel zu gehen: „Schweigen Sie! Noch ein Wort und ich zieh` mein Geld ab und such mir `ne andere Bank.“

Der Banker ratlos: „Aber Herr Anders, die zahlen ihnen doch auch Zinsen...“

Hat Christian Anders also damals die Millionen unter der berühmten Matraze geparkt? Oder im Kofferraum seines Rolls Royce? Einmal hat Anders einen Koffer mit umgerechnet 250.000 Euro am Berliner Flughafen einfach „vergessen“, erzählte Dieter Thomas Heck. War dies ein verzweifelter Versuch, den verhassten Zinsen zu entgehen?

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