Lara Myles

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Lara Myles

Lebenslauf von Lara Myles

Sie kennen Barbara Goldstein! Aber wer ist Lara Myles? Lara Myles ist eine Herzensangelegenheit von Barbara Goldstein. Die Leidenschaft, mit der sie unter diesem Pseudonym ihre gefühlvollen und dramatischen Romane LACHEN MIT TRÄNEN IN DEN AUGEN und IN GEDANKEN BEI DIR schreibt, spiegelt sich in ihrer lebendigen und mitreißenden Sprache. Mit diesem neuen Marktauftritt etabliert sich Barbara Goldstein, die mit ihren historischen Romanen seit vielen Jahren eine feste Größe im Buchhandel ist, als Lara Myles auch im Markt der modernen Gegenwartsliteratur.

Alle Bücher von Lara Myles

Lara MylesLachen mit Tränen in den Augen
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Lachen mit Tränen in den Augen
Lachen mit Tränen in den Augen
 (1)
Erschienen am 05.08.2013
Lara MylesLachen mit Tränen in den Augen: Sonderausgabe mit vielen Fotos
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Lachen mit Tränen in den Augen: Sonderausgabe mit vielen Fotos
Lara MylesIn Gedanken bei dir: Sonderausgabe mit vielen Fotos
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In Gedanken bei dir: Sonderausgabe mit vielen Fotos
Lara MylesIn Gedanken bei dir
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In Gedanken bei dir
In Gedanken bei dir
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Erschienen am 25.03.2013

Neue Rezensionen zu Lara Myles

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Lara Myles - LACHEN MIT TRÄNEN IN DEN AUGEN und IN GEDANKEN BEI DIR als Sonderausgabe mit Bonusmaterial!


Hallo,
wegen der großen Nachfrage für meine beiden Romane als Lara Myles, LACHEN MIT TRÄNEN IN DEN AUGEN und IN GEDANKEN BEI DIR, habe ich jetzt zwei neue attraktive Sonderausgaben bei Amazon eingestellt.

Als Bonusmaterial habe ich je 30 Farbfotos an den Roman angehängt und durch kurze Ausschnitte aus den Szenen lebendig werden lassen.

Entdecken Sie die Originalschauplätze von LACHEN MIT TRÄNEN IN DEN AUGEN an den schwarzen Traumstränden von Tahiti, in den Bergen von Moorea und auf den atemberaubenden Motus mit Blick auf das Südseeparadies Bora Bora.

Erleben Sie jetzt die Welt von IN GEDANKEN BEI DIR in einer virtuellen Fototour nach San Francisco, zu den Hausbooten an den Piers von Sausalito und in die spektakuläre Wildnis am Mount St. Helens.

Hier geht es zu den eBooks:

LACHEN MIT TRÄNEN IN DEN AUGEN
http://www.amazon.de/Lachen-Tr%C3%A4nen-Augen-Sonderausgabe-ebook/dp/B00E22HAPK/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1376634426&sr=8-2&keywords=lara+myles+lachen+mit+tr%C3%A4nen

IN GEDANKEN BEI DIR
http://www.amazon.de/Gedanken-bei-dir-Sonderausgabe-ebook/dp/B00E20SR6S/ref=sr_1_2?s=digital-text&ie=UTF8&qid=1376634461&sr=1-2&keywords=lara+myles+in+gedanken+bei+dir

Und hier geht es zu den Buchtrailern und Leseproben:

LACHEN MIT TRÄNEN IN DEN AUGEN
https://www.youtube.com/watch?v=SxTA2IF7R4g
LACHEN MIT TRÄNEN IN DEN AUGEN
https://www.youtube.com/watch?v=Bk1XD6CnbTw

IN GEDANKEN BEI DIR
https://www.youtube.com/watch?v=EmnhbsuKJbY
IN GEDANKEN BEI DIR
https://www.youtube.com/watch?v=tb7sbSgCI-Q

Viel Spaß beim Lesen und Träumen wünscht
Lara Myles

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Lara Myles - LACHEN MIT TRÄNEN IN DEN AUGEN in den Amazon-Top- Charts

Hallo,
der aktuelle Amazon.de-Verkaufsrang von Lara Myles - LACHEN MIT TRÄNEN IN DEN AUGEN war am 15.08.2013 477 im Kindle-Shop und 701 in Bücher. Was für eine Freude!

Amazon-Rating *****

Christine schreibt: ***** Eine wunderschöne Liebesgeschichte
Eine ganz gelungene Liebesgeschichte, mit allen Höhen und Tiefen. So viele Gefühle auf einmal. Die Orte des Geschehens wurden so toll beschrieben. Ich habe viele Tränen vergossen beim Lesen.

KS schreibt: ***** Emotionales Lesen
Das Buch habe ich im Moment fertig gelesen und mir stehen die Tränen in den Augen. Es ist sehr schön geschrieben. Ein Buch das ich weiterempfehle.

Icono meint: ***** Das erste Buch wo auch ich Tränen in den Augen hatte
Sehr schönes gefühlvolles Buch mit allen Sonnen und Schatten Seiten. Tahiti habe ich nach lesen dieses Buches zu mein nächsten Urlaubsort auserkoren

Lilian schreibt: ***** Fantastisch! Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen!
Die wunderschöne und bewegende Liebesgeschichte zwischen Shainee und Tim, die sich zufällig auf der Südseeinsel Tahiti kennen gelernt und aufeinander eingelassen haben, hat mich begeistert und gar nicht mehr losgelassen. Die Personen sind lebendig dargestellt und man kann sich in die Gedanken und Emotionen hineinversetzen. Auch der flotte Schreibstil hat mir gut gefallen. Durch die herrlichen Landschaftsbeschreibungen bekommt man ein tolles Südsee-Feeling. Es ist ein sehr gut gelungener Roman, der einem unter die Haut geht. Eine Geschichte zum Nachdenken.

Kallie meint: ***** Was für eine bewegende Geschichte!
Was für eine bewegende Geschichte - alles andere als ein Urlaubsliebesroman, der auf Tahiti spielt! Ein Buch, das wegen seiner Lebensfreude so richtig Spaß macht, das durch spannende Szenen mitreißt, das durch Dramatik betroffen macht. Ich habe vor einigen Jahren eine ähnliche Reise gemacht wie Shainee und Tim, und ich habe mich an vieles Schöne in San Francisco, Tahiti und Bora Bora wieder erinnert. Sydney ist auch toll beschrieben. Am Ende, das sich ganz unerwartet zu einem Happy End wendet - und das bei dieser dramatischen Story! - habe ich mir die eine oder andere Träne verdrückt. Einfach schön, herzlich, ergreifend!

Kathi schreibt: ***** Mir hat es sehr gut gefallen!
Vor wenigen Tagen habe ich das Buch " Lachen mit Tränen in den Augen" beendet. Es ein Buch, welches zum Nachdenken über das Leben anregt. Obwohl es sehr traurig ist, stehen auch das Leben und die Liebe im
Vordergrund. Für das Buch habe ich eine Lese-Nachtschicht eingelegt, da ich mich nicht losreissen konnte.

Günther meint: ***** Lachen mit Tränen in den Augen
Dieses Buch hat mich am meisten berührt von den bisher gelesenen Büchern und das sind nicht wenige. Man kann dieses Buch jedem empfehlen.

Hilde meint: ***** Spannend und ergreifend
Ich konnte das Kindle einfach nicht mehr weglegen. Das Buch ist sehr einfühlsam und gefühlvoll geschrieben, mit sehr viel Liebe und Wärme und manchmal überschäumender Lebensfreude, und trotzdem entwickelt sich beim Lesen eine ungeheure Spannung: Wie geht es mit Shainee und Tim weiter? Hat ihre Liebe eine Chance? Man will immer weiterlesen. Das Buch hat mir sehr gut gefallen, es hat mich fasziniert, tief gerührt, betroffen gemacht und zum Nachdenken angeregt. Auch die beschriebenen Landschaften und Städte kann ich mir gut vorstellen und die Atmosphäre dort spüren. Bitte mehr davon!


Herzlichen Dank euch allen!
Eure Lara Myles

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Sie kennen Barbara Goldstein! Aber wer ist Lara Myles?

Lara Myles ist eine Herzensangelegenheit von Barbara Goldstein. Die Leidenschaft, mit der sie unter diesem Pseudonym ihre gefühlvollen und dramatischen Romane LACHEN MIT TRÄNEN IN DEN AUGEN und IN GEDANKEN BEI DIR schreibt, spiegelt sich in ihrer lebendigen und mitreißenden Sprache. Mit diesem neuen Marktauftritt etabliert sich Barbara Goldstein, die mit ihren historischen Romanen und spannenden Thrillern seit vielen Jahren eine feste Größe im Buchhandel ist, als Lara Myles auch im Markt der modernen Gegenwartsliteratur.

Seit 2003 arbeitet Barbara Goldstein in der Nähe von München als freie Schriftstellerin von Romanen, die alle bei Bastei Lübbe erschienen sind und bereits in mehrere Sprachen übersetzt wurden, darunter Italienisch und Spanisch. In den letzten zehn Jahren hat sie unter ihren drei Autorennamen 16 Bücher geschrieben.

 

 

LACHEN MIT TRÄNEN IN DEN AUGEN

Aus Kalifornien und Australien sind sie auf die Trauminsel Tahiti gekommen, um Abstand zu ihrem Leben zu gewinnen: Shainee, die junge Kalifornierin, die nach einer schweren Krankheit mutig und taff ihren Weg zurück ins Leben sucht, der Australier Tim, der schmerzlich seinen kleinen Sohn vermisst. Beide haben ihre Partner verloren, beide suchen nach einem Neuanfang, als sie sich Herz über Verstand ineinander verlieben. Da erreicht Shainee ein tragischer Anruf, der ihr und Tim zeigt, was im Leben wirklich wichtig ist. Hin und her gerissen zwischen ihren Gefühlen und dem, was die Vernunft ihnen gebietet, stehen beide am Ende vor der schwierigsten Entscheidung ihres Lebens ...
© 2013
ebook, 714 KB = 414 Seiten


Rating auf Amazon.de: ***** (Stand: 16. August 2013)
Die Leser meinen: »Was für eine bewegende Geschichte!« und »Fantastisch! Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen!« und »Spannend und ergreifend!«



LESEPROBE: KAPITEL 1 (7 Seiten)

Wie Meeresrauschen ...
Mit einem Lächeln schloss sie die Augen, um in dieses sehnsüchtige Gefühl einzutauchen und sich von einer Woge aus Donnern, Rauschen und Plätschern mitreißen zu lassen. Fast konnte sie das Zischen der Gischt am Strand hören, das leise Knistern des brodelnden Schaums der Brandung, über dem die nachfolgende Welle bricht, das Klappern der Steine und Muscheln im Sand. Wie die sanfte und doch starke Dünung des Pazifiks, die aus der Weite des Horizonts heranrollt, um den feinen Meeressand und die Algen zwischen ihren Zehen aufzuwirbeln, klangen die Turbinen im Landeanflug.
Eine Windbö erfasste das Flugzeug.
Plötzlich waren da Lichter! In the middle of nowhere! Fasziniert presste sie die Stirn gegen das Fenster und starrte in die Finsternis. Ein Wirbel von glitzernden Funken tauchte wie Gischt aus der schwarzen Tiefe des Pazifiks empor und schwappte an den Abhängen der Berge hoch. Die Lichter spiegelten sich auf den Wellen der Lagune. Sie sahen aus wie Pinselstriche in Gelb und Blau auf schwarzem Grund - gleißende Farbtupfen eines impressionistischen Gemäldes, das nie zur Ruhe kam.
Die Brandung der ringförmigen Korallenriffe glitt unter ihr vorbei. Wolkenschleier, fein wie Morgendunst, verhüllten jetzt das Glitzern der Lagune. Und das Funkeln dort? Die Overwater Bungalows, die künstliche Lagune, der tropische Garten? Das war ihr Hotel!
Wie eine Woge überkam sie ein lang vermisstes und unablässig ersehntes Gefühl: die Leichtigkeit des Seins, die Schwerelosigkeit des Glücks.
Bald ist es so weit!, dachte sie. Gleich bin ich da! Wie lange habe ich darauf gewartet! Sie lehnte sich zurück und genoss jeden Augenblick bis zur Landung.
In das schrille Dröhnen der Turbinen mischte sich in ihrer Vorstellung der rhythmische Klang einer Ukulele.
»Somewhere over the rainbow, way up high«, sang sie leise, wie so oft in den vergangenen Monaten. Israel Kamakawiwo'oles sanfte Stimme hatte ihr immer sehr viel Kraft geschenkt. Trost. Zuversicht. Gelassenheit in einer Zeit, in der ihr Leben über ihr zusammengebrochen war und ihre Träume unter sich begraben hatte.
»... and the dreams that you dreamed of ...«
Wieder eine Bö, die das Flugzeug hochriss.
»... dreams really do come true ...«
Träume werden wahr, wenn man die Hoffnung bewahrt und die Sehnsucht mit beiden Händen festhält, während man sich ans Leben klammert! Ich werde sie wahr machen, schwor sie sich. Ich werde mir alle meine Wünsche erfüllen!
Wie Sternschnuppen huschten die Lichter der Landebahn an ihr vorbei. Im Fenster reflektierte ihr Gesicht, dem sie mit einem Selbstbräuner einen sanften Bronzeton verliehen hatte. Die Fältchen um ihre Augen konnte die beste Gesichtscreme nicht mehr glätten, und ihre Haare waren immer noch auffallend kurz. Monatelang konnte sie sich nicht im Spiegel betrachten. Mit gesenktem Blick war sie daran vorbeigelaufen - nur nicht hinsehen! Aber jetzt schaffte sie es schon wieder.
Mit einem harten Ruck setzte die Maschine der Air France auf. Das Fahrwerk krachte, die Turbinen heulten während der Schubumkehr auf, das Flugzeug wurde langsamer. Sie atmete tief durch. Achteinhalb Stunden Flug von Los Angeles durch die Nacht über dem Pazifik gingen zu Ende. Eine kurze Reise im Vergleich zu dem Jahr, das hinter ihr lag. Ihr Herz krampfte sich zusammen, und sie rang mit den Tränen. Es war vorbei, endlich vorbei! Wenn in einigen Stunden die Sonne aufging, würde ein neuer Tag beginnen. Der erste ihres Lebens danach.
Dreams really do come true.
Sie wischte sich die Tränen aus den Augenwinkeln.
Die Air France 674 war mit röhrenden Triebwerken zum Stehen gekommen und wendete jetzt auf dem Runway, um zum Flughafengebäude von Faaa hinüberzurollen. Ihre Finger zitterten vor Aufregung, als sie nach der Schnalle ihres Gurtes tastete. Noch nicht ... noch nicht ...
Ping! »Mesdames et Messieurs, nous sommes arrivés à Tahiti. Ladies and gentlemen, we have landed in Tahiti ... Local Time is three fifty five a. m. Sunrise will be at six twenty six a. m.«
Shainee stellte ihre Uhr. Kurz vor vier. In San Francisco war es kurz vor sechs. Lexie schlief bestimmt noch, das Gesicht ins Kissen gekuschelt, ein verträumtes Lächeln auf den Lippen. Und Mark? Er hatte versprochen, in Gedanken bei ihr zu sein, wenn sie ankam. Sie stellte sich vor, wie er sich seufzend auf die Seite drehte, eine Hand auf ihr Kissen legte und die andere auf der Suche nach ihr unter die Decke schob. Aber sie war nicht mehr da. Und er wusste nicht, ob sie jemals zurückkehren würde.
Ein Jahr war sie schon fort - sie wusste, dass er so empfand und wie sehr er darunter litt. Sie merkte es an der Art, wie er sie ansah, wenn sie sich nahe waren, wie er die Hand nach ihr ausstreckte, um sie zu spüren. Es waren die kleinen Gesten, die sie anrührten. Ein Lächeln, ein Streicheln, ein kleines Geschenk, eine Schachtel Pralinen, ein Strauß Blumen, ein Ring. Oder eben eine Traumreise.
»Würdest du gern fahren, Shainee?« Auf ihrem Laptop hatten sie sich die Fotos angesehen. Blaue Lagunen, schwarze Strände, exotische Fische vor bunten Korallenriffen, Wasserfälle in smaragdgrünen Bergen, traumhafte Sonnenuntergänge unter Palmen. »Was hältst du davon, wenn ich dir die Reise schenke? Stell dir vor, du könntest dir jeden Wunsch auf deiner Liste erfüllen. Lass mich dir dabei helfen.«
Ihre Wunschliste - dass er daran gedacht hatte! Shainee war so gerührt gewesen, dass ihr die Worte gefehlt hatten.
Tahiti war schon immer das Ziel ihrer Sehnsucht gewesen! Mit einem ›Vielleicht irgendwann später ...‹ hatte sie die Erfüllung ihres Traums jahrelang vor sich hergeschoben. Nie hatte sie Zeit gehabt. Ihre Arbeit, ihre Bücher, ihre Familie - ihr Leben auf der Überholspur hatte sie immer in Atem gehalten. An dem Tag, an dem sie einen Roman beim Verlag abgegeben hatte, hatte sie schon mit den Recherchen für ein neues Buch begonnen. Drei Monate im Jahr war sie auf Lesereisen unterwegs gewesen. In den letzten drei Jahren waren vier ihrer Bücher verfilmt worden. Late-Night-Shows bei Jay Leno und Conan O'Brien, Talk bei Oprah Winfrey, Pressekonferenzen, Filmpremieren und Fotoshootings mit Will Smith und Scarlett Johansson - und Mark immer geduldig an ihrer Seite, auch bei den Auftritten in aller Welt für ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten als UNICEF-Botschafterin. Sie hatte ihre Arbeit und ihre Familie gehabt - für anderes war einfach keine Zeit geblieben. Seit Jahren hatte sie unter dem ständigen Zeitdruck gelitten. Der Erfolg hatte sie in Atem gehalten. Durchatmen? Keine Zeit! Ein Traumurlaub, ohne ihr Laptop? Acht Tage, ohne ein Wort zu schreiben? Ohne Mark und Lexie? Ohne das tägliche Chaos, die Hektik, den Californian Way of Life mit zwei Autos in der Garage, ihrem Porsche Boxster und Marks schwarzem Lexus, seinem Trekking Bike im Vorgarten, dem Surfboard mit stylishem Graffiti in Lexies Zimmer, das eher an die Leinwand eines modernen Gemäldes erinnerte? Unmöglich! Darüber hatte sie erst gar nicht nachdenken müssen. Trotz des Stresses fand Shainee das, was sie machte, spannend und befriedigend. Sie war leidenschaftlich gern Ehefrau, Mutter und Schriftstellerin. Ihr Leben war ein nie endendes aufregendes Abenteuer.
Und von einem Tag auf den anderen ist plötzlich alles anders, erinnerte sie sich. Du hast Angst. Du bist wütend. Du fühlst dich hilflos. Und obwohl du einen Mann hast, der dich auf eine rührende Art liebt, und eine sechzehnjährige Tochter, auf deren Gefasstheit und Entschlossenheit du trotz ihrer Jugend stolz sein kannst, fühlst du dich allein. Dieses Empfinden willst du dir nicht eingestehen, um deinen Liebsten nicht wehzutun. Aber du kannst nicht anders. Du bist allein.
Nach einem weiten Schwenk kam das Flugzeug mit einem Ruck vor dem hell erleuchteten Flughafengebäude zum Stehen. Das schrille Geräusch der Turbinen wurde leiser. Mit einem Ping erlosch das Anschallzeichen. Das Klicken der Sitzgurte untermalte das aufgeregte Raunen der Passagiere und die Abschiedsworte aus dem Lautsprecher:
»Nous vous souhaitons une très bonne journée. We wish you a pleasant stay on the islands. Take care!«
Sehnsucht hatte in Marks Blick geschimmert, als er gestern Abend beim Abschied am Gate ihre Hand in seiner gehalten hatte. Traurigkeit. Schmerz. Aber auch Verunsicherung. Und ein bisschen Resignation. Dabei war die Traumreise seine Idee gewesen! Jede Reise endete irgendwann, und man kehrte nach Hause zurück. Das Wort Trennung hatte keiner von ihnen in den letzten Wochen ausgesprochen. Sie hatten beide zu viel Angst, alles würde noch schlimmer werden, sprächen sie es aus. Eine Reise, ja! Eine Zeit des Durchatmens, des Besinnens, des Sichwiederfindens. Eine Zeit des Erinnerns an all die schönen Dinge, die sie in den fast zwanzig Jahren ihrer Ehe gemeinsam getan hatten. Dann eine Entscheidung, klar und bewusst getroffen. Und vielleicht die Rückkehr in die offenen Arme des anderen.
Marks Umarmung wieder spüren! Seinen Herzschlag wieder hören! Die Erinnerung an das, was sie während der vergangenen Monate verloren hatten, trieb Shainee wieder die Tränen in die Augen. Ihre Kehle schnürte sich schmerzhaft zusammen, und sie musste schlucken. Langsam atmete sie aus und erinnerte sich daran, was Mark beim Abschied in San Francisco gesagt hatte:
»Das wird die Reise deines Lebens.«

Während sie die Stufen zum Rollfeld hinabstieg und tief die schwülheiße Morgenluft einatmete, dachte sie an Mark. Der Gedanke, nur zu ihrem Vergnügen zu reisen, machte ihr trotz allem, was ihr im letzten Jahr passiert war, ein schlechtes Gewissen. Wenn sie sich schon freinahm - sollte sie die Zeit dann nicht mit ihren Liebsten verbringen? Nein, Mark war ganz und gar nicht begeistert gewesen, dass sie ohne ihn geflogen war. Dass sie ihn mit Lexie allein gelassen hatte. Warum er die Reise dann überhaupt vorgeschlagen hatte? Weil er sie besser verstand als irgendjemand auf der Welt. Weil er wusste, dass er sie jetzt loslassen musste, um sie festzuhalten.
Keine Reue!, ermahnte sie sich. Kein Blick zurück, Shainee! Schau nur noch nach vorn!
Entschlossen folgte sie den anderen Passagieren über das Rollfeld zum Flughafengebäude.
Lag es an dem strahlenden Lächeln der Tahitianerinnen in bunten Pareos, die Blütenkränze und Muschelketten verteilten? Oder an der mitreißenden Musik der Band, die mit ausgelassener Laune eine entspannte Urlaubsatmosphäre verbreitete? Hinter den Musikern prangte in großen Lettern: BIENVENU À TAHITI - TAHITI WELCOMES YOU! Konnte man herzlicher empfangen werden? Der betörende Duft von Jasmin hing in der schwülheißen Luft, die sie seidenweich umschmeichelte. Ein plötzliches Empfinden unbeschwerter Leichtigkeit riss sie beinahe von den Füßen. Gleichgültig warum - auf dem Weg zum Gepäckband schlug ihre Stimmung um.
Dass sie während der Passkontrolle erkannt wurde, machte ihr nichts aus. Kein Tuch, keine Sonnenbrille, jetzt nicht mehr! »Shainee Ryker? Die Bestsellerautorin? C'est pas vrai! Ich habe Ihr letztes Buch gelesen. Es war wundervoll. Am Ende musste ich weinen.« Für das strahlende Lächeln der jungen Tahitianerin bedankte sie sich gerührt mit einem Autogramm auf einer Postkarte: ein malvenfarbener Sonnenuntergang über Moorea. Ihr Name verschwand zwischen den schroffen Bergen, den Wolken und dem Meer und wurde Teil der grandiosen Landschaft.
Im Stillen freute sie sich: Der erste Wunsch auf meiner Liste, die ich vor Monaten geschrieben habe, ist bereits am ersten Tag erfüllt. Das Lächeln eines Fremden erwidern, ohne Worte. Weiter so!
Ja, ich freue mich auf die Zeit, die vor mir liegt, von ganzem Herzen. Ich sehne mich danach, das wiederzufinden, was ich all die Monate verloren hatte.
Mich selbst.

Nach einem Welcome Drink mit Blick auf die künstliche Lagune und den tropischen Garten des Resorts betrat Shainee eine Stunde später ihren Overwater Bungalow im polynesischen Stil: Holz, Rattan und Bast verbreiteten mit einem Hauch von Luxus und Abenteuer eine exotische Strandhüttenatmosphäre. Die Vorhänge wehten in der leisen Morgenbrise. Ihr Gepäck stand bereits vor dem breiten Bett, auf dessen weißen Laken eine geflochtene Bastmatte mit orange-violetten Blüten lag. Der ganze Raum war erfüllt von ihrem betörenden Duft - der salzige Geruch des Meeres, dessen Wellen gegen die Stelzen des Bungalows plätscherten, trat dahinter zurück.
Den Korb voller Mangos, Papayas, Guaven, Ananas und Bananen hatte Mark bestellt. Auch die eisgekühlte Flasche Champagner stammte von ihm. Das verriet ihr die handgeschriebene Karte, die unter dem silbernen Kühler auf dem Nachttisch hervorlugte. Es war nicht seine schwungvolle Schrift, wohl aber waren es seine Worte:

Genieß die Zeit, mein Liebling. Erhol Dich. In Gedanken bin ich jetzt gerade bei Dir. Mark.

Wie süß von ihm! Aber so war er!
Warum sie die Karte umdrehte, wusste sie selbst nicht. Auf der Rückseite las sie:

Du glaubst doch nicht, dass das schon alles ist?
Öffne Deinen Koffer!

Oh, Mark!
In ihrem Gepäck fand sie einen cremefarbenen Umschlag. Ein Brief? Verwirrt riss sie ihn auf und zog das dicke, seidige Papier hervor. Ein warmes Gefühl rieselte durch ihren Körper, und sie begann zu zittern.
 

(Ende der Leseprobe)



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Viel Spaß beim Lesen!

Lara Myles




B
Letzter Beitrag von  BarbaraGoldsteinvor 5 Jahren
Lesen Sie auch: Lara Myles - IN GEDANKEN BEI DIR Der letzte Wunsch eines kleinen Kindes: Ich will Daddy umarmen! Jolie bleibt nicht mehr viel Zeit: Die Fünfjährige hat Leukämie. Ihre letzten Tage verbringt sie in einem Medical Center in San Francisco. Ihr größter Wunsch: Sie will ihren Daddy kennenlernen. Aber wo ist Alex Lacey? Jolies Mutter Cassie, Unterwasserarchäologin bei der UNESCO, macht sich auf die Suche nach ihrem Ex Alex, der als Geologe für das US Geological Survey am Mount St Helens forscht. Nach Jahren der Trennung hat er vor wenigen Tagen die Scheidung eingereicht, weil er seine Freundin heiraten will: Alex hat eine neue Familie. Von der kleinen Jolie, die nach seinem Abschied aus San Francisco geboren wurde, weiß er nichts. Wird es Cassie in der atemberaubenden Wildnis am rauchenden und bebenden Vulkan gelingen, den letzten Wunsch ihres Kindes zu erfüllen? © 2013 ebook, 786 KB = 350 Seiten Rating auf Amazon.de: *****/* (Stand: 16. August 2013) Die Leser meinten: »Eine Geschichte, die ins Herz trifft!« und »So ein tolles Buch!« LESEPROBE: KAPITEL 1 (7 Seiten) Werden diese kleinen Füße jemals Spuren in einem Leben hinterlassen? Die Traurigkeit überkam Cassie wie eine Woge, die alle anderen Gefühle mit sich reißt, und sie fühlte sich, als versuchte sie, unter Wasser zu atmen. Ihr Herz klopfte und ihre Knie zitterten, als sie sich auf das Krankenbett ihrer kleinen Tochter setzte und Jolies Blue-Dolphin-Slippers aufhob. Die niedlichen Delfine aus meerblauem Plüsch hatten ein verschmitztes Grinsen in den Gesichtern und ein kesses Funkeln in den glänzenden, schwarzen Knopfaugen. Nick hatte Jolie die Hausschuhe für die Klinik geschenkt, als die Kleine vor einigen Monaten beim World Wildlife Fund die Patenschaft für einen Delfin übernommen hatte. Cassie stellte die süßen Schühchen auf ihre Knie und strich mit den Fingerspitzen über die flauschigen Flossen. Wie zum Trost wiegte Cassie sich langsam vor und zurück. Die panische Angst, dass sie Jolie verlieren könnte, bevor ihr funny little girl diesen kleinen Blue-Dolphin-Slippers entwachsen war, bevor sie ihren adoptierten Delfin auf Hawaii besuchen konnte, bevor sie überhaupt gelebt hatte, schnürte Cassie die Kehle zu. Jolie war fast sechs, sie war Cassies ältestes Kind, aber nicht das erste, das starb. Cassies Augen brannten, und wie so oft in den letzten Wochen kämpfte sie gegen die heißen Tränen an. Die Zeit zerrann ihr zwischen den Fingern, und sie versuchte, jeden Augenblick mit Jolie zu bewahren, als wäre er der letzte. In der kurzen Zeit, die Jolie bei uns ist, hat sie uns so viel Glück und Lebensfreude geschenkt!, dachte Cassie. In den letzten Monaten, seit sie krank war, hatte die Kleine Nick und sie gelehrt, wie tapfer ein kleiner Mensch sein konnte, wie stark seine Seele war, und was es bedeutete, eine Familie zu sein. Der Tod des eigenen Kindes war ... nein, dieses Gefühl, dieser Schmerz ließ sich nicht in Worte fassen. Mit dem Sterben konnte ihre kleine Tochter besser umgehen als sie. Jolie konnte sich dem stellen. Ein ungelebtes Leben verwirklichen - wie das geht? Ihre zerbrochenen Hoffnungen und unerfüllten Träume hatte Jolie in die rote Lackschachtel gesteckt, die auf dem Tisch dort drüben stand. Eine Schachtel voller Herzenswünsche, die alle wie Seifenblasen zerplatzen würden. Wie gern würde Cassie ihrer Süßen ihre sehnlichsten Wünsche erfüllen! Doch es waren Lebenswünsche, die nur sie selbst verwirklichen konnte. Ihr größter Wunsch? Sechs Jahre alt zu werden. Sechs. Nicht sechzig, siebzig, achtzig. Nicht ein langes und erfülltes Leben zu genießen, ein Leben, das ihrem Tod ein gewisses Maß an Sinn verleihen würde. Gab es etwas Unangemesseneres als den Tod eines kleinen Kindes, das fast die Hälfte seines Lebens in einer Klinik verbracht hatte? Das nie wirklich Kind war? Das in seinem kurzen Leben eigentlich nie mit aller Kraft gelebt hatte? Das mit vier gelernt hatte, wie schmerzhaft eine Lumbalpunktion an der Wirbelsäule war, und wie elend man sich nach einer Chemotherapie fühlte? Das die Bedeutung von APL kannte, eine seltene und schwer zu behandelnde Form von akuter myeloischer Leukämie, ein Wort, das Cassie nicht aussprechen konnte, ohne dabei zu würgen? Wenn Jolie und sie gemeinsam in der roten Lackschachtel stöberten, wenn die Kleine sich in ihre Arme schmiegte und sie mit den Lippen über die zarte Haut ihres kahlen Kopfes strich, war Cassie traurig, ja, aber das, was Jolie in die Schachtel gepackt hatte, schenkte ihr auch immer sehr viel Kraft und weckte in ihr den Wunsch, genau so stark zu sein wie ihre Kleine. Die Schachtel steckte voller Gefühle, und Jolie und sie lachten und weinten oft gemeinsam. Jolie strich dann über Cassies kurzes Haar und sah sie mit großen wimpernlosen Kinderaugen an. Als Jolie während der letzten Chemo wieder die Haare ausgefallen waren, hatte Cassie ihr den Kopf rasiert. Jolies feines blondes Haar war auf den Boden gerieselt, und sie hatte wieder geweint, wie beim letzten Mal. Aber Cassie hatte sie nicht in den Arm genommen und getröstet. Sie hatte ihr den Rasierer in die Hand gedrückt: »So, und jetzt ich.« Am Ende hatten sie ihren Spaß, und Cassie hatte Jolie auf Facebook das Bild der kahlen Barbie gezeigt, die Mattel für krebskranke Kinder herstellen wollte, die während der Chemo ihre Haare verloren. Meine wachsen jetzt nach, dachte Cassie, Jolies nicht. Nie mehr? Wie viele Nie mehrs stehen Nick und mir noch bevor? Nie mehr würde sie die Finger durch Jolies weiches Haar gleiten lassen, nie mehr mit ihr unter der Bettdecke Höhlentauchen spielen, nie mehr mit ihr in Blubbersprache sprechen, als wären sie mit einer Atemmaske unter Wasser, nie mehr würde sie mit ihr in einem Bett schlafen und sie in den Armen halten, nie mehr mit ihr schmusen und kuscheln. Ich muss mich zusammenreißen!, ermahnte Cassie sich und richtete sich auf. Sie war heute früher in die Klinik gekommen, um mit Jolie über das Fernsehinterview zu sprechen. CBS San Francisco war auf ihre Website help-jolie.com aufmerksam geworden. Die Redakteure glaubten, dass Jolies Geschichte auch für andere eine Bedeutung haben könnte, und wollten Cassie mit einem Beitrag in den Eyewitness News at 5 bei der Suche nach einem Knochenmarkspender unterstützen. Die Spenderdatei Bone Marrow Donors Worldwide hatte bisher nur einen Spender mit den passenden HLA-Merkmalen für eine lebensrettende Transplantation finden können - in Australien. Doch bevor er für Jolie spenden konnte, starb er vor wenigen Tagen bei einem Motorradunfall im Outback, bei einem Crash mit einem Känguru. Ihre Website war nun ihre letzte Hoffnung. Und natürlich ihre Freunde in aller Welt. Erst gestern hatte Cassie an sie alle gemailt: Von: Cassie cassie.lacey@live.com An: Alle Kontakte Kopie: Nick nick.talcott@hotmail.com 08.08.2012 / 22:58 Betreff: Jolies glückliches Lächeln Liebe Freunde, die ihr mir beisteht in dieser schweren Zeit. Ihr macht mir ein wundervolles Geschenk: Das Gefühl, nicht allein zu sein. Die Chemo ist jetzt überstanden, und Jolie geht es gut. Sie ist jetzt fieberfrei und spielt mit den Kids in der Klinik und den vielen Geschenken, die sie von euch allen bekommen hat. Ihr Zimmer war voller Kartons mit bunten Schleifchen und Glitzersternchen, und Nick und ich mussten acht Mal laufen, um den ganzen Haufen auf der Ladefläche meines Pickups zu verstauen. Jolie hat sich ausgesucht, womit sie zuerst spielen will. Nick und ich werden unserer Kleinen immer wieder neue Spielsachen mitbringen und alte auf meinem Hausboot in Sausalito verwahren. Jolie hat mich gebeten, euch allen für die tollen Geschenke zu danken. Sie hat sich sehr darüber gefreut. Auf meiner Website habt ihr von dem tragischen Unfall in Australien gelesen. Wie soll ich meine Trauer, mein Beileid und mein Mitgefühl in Worte fassen? In mir sind so viele Gefühle, die ich am liebsten in einer herzlichen Umarmung ausdrücken würde. Meine Gedanken gelten Coopers Familie, seiner Frau und seinen beiden Kinder, vier und sechs. Es fällt mir schwer, etwas Persönliches über Coop zu sagen, um ihn zu würdigen. Ich weiß nicht, wie er als Mensch war, als Ehemann, als Vater, als Freund. Ich habe ihn ja nur am Telefon kennengelernt, als ich ihm sagte, wie glücklich ich wäre, dass er Jolies Leben retten wollte. Wir haben miteinander gelacht, und er hat mir Hoffnung geschenkt. Und nun bin ich traurig, dass er aus seinem Leben gerissen wurde. Nick hat auf unserer Website eine virtuelle Kerze für Coop entzündet. Wer will, kann dort mit uns trauern, seiner Familie in Sydney kondolieren oder einfach einen Gedenkspruch posten. Coop, Du wirst uns allen unvergessen bleiben. Nick und ich hoffen, dass Jolie trotz allem, was dagegen spricht, überleben wird. Und wir danken euch, dass ihr alle euch als Knochenmarkspender habt testen und registrieren lassen. Leider kommt keiner von euch für die Transplantation infrage, ebenso wenig wie Nick und ich. Trotzdem sind wir dankbar, dass Jolies Krankheit uns überall auf der Welt zusammengeführt hat. Eure Freundschaft und eure Anteilnahme schenken uns Gelassenheit und Stärke und verleihen unserem Leben Würde. Auch wenn wir manchmal Angst haben und den Mut verlieren, wir werden gegen die Krankheit kämpfen und uns von ihr nicht besiegen lassen. Und Jolie, my funny little girl, ist die Tapferste von uns. Herzliche Grüße, Cassie Anlage Jolies glückliches Lächeln.jpg Cassie beugte sich vor und stellte die Blue-Dolphin-Slippers wieder vor das Krankenbett. Dann sprang sie auf, um die Jalousien vor dem Fenster zu öffnen. Warme Sonnenstrahlen fluteten in den Raum, und mit dem hellen Licht auch die leuchtenden Farben des beginnenden Indian Summers im nahen Golden Gate Park. Viele Bäume zeigten bereits erste herbstliche Schattierungen von Gelb, Ocker und Rot bis hin zu violettem Braun. Und in der Luft lag die fröstelige Kühle des vom Pazifik heranschwebenden Nebels. Wolken aus Zuckerwatte und Nebel aus zerlaufender Sprühsahne, hätte Jolie dazu gesagt und hätte kichernd das Konzert der fernen Nebelhörner der Schiffe unter der Golden Gate Bridge mitgesummt: »Boooo!« und »Bwwww!« Cassie packte die neue Bettwäsche aus, um Jolies Bett frisch zu beziehen. Mit den lebendigen Farben der selbst gestalteten Bettbezüge versuchte sie gegen die kalte Neonbeleuchtung des Zimmers und die sterile Krankenhausatmosphäre mit piepsenden Infusionspumpen und dem süßlichen Duft der Chemo anzugehen. Die Motive, die sie jede Woche in einem Laden in der City auf die Decken- und Kissenbezüge drucken ließ, hatte sie während ihrer Arbeit als Unterwasserarchäologin bei der UNESCO in aller Welt fotografiert. Auf der Bettwäsche waren romantische Schiffswracks in dunkelblauem Wasser zu sehen. An einer glitzernden Schnur aus Blubberbläschen schien eine kleine Taucherin im bunten Neoprenanzug zu hängen: Das war sie. Auf einem anderen Foto schwebte sie in einem Wirbel bunter Fische im türkisblauen Wasser über einem tropischen Korallenriff. Jolies liebste Schmusebettwäsche zeigte ein Wrack, das an den Felsklippen vor einer Insel zerschellt war: Mit hochgeschobener Taucherbrille hockte Cassie im kurzen Tauchanzug auf den Felsen, paddelte mit den Flossen im Wasser und winkte. Das heutige Foto war erst vor wenigen Tagen entstanden, als Nick und Cassie zum kürzlich entdeckten Schiffswrack der Armada of Golden Dreams in der San Francisco Bay getaucht waren. In einer Wolke von silbrig schimmernden Atembläschen schwebten Nick und sie, beide mit schwarzen Neoprenanzügen und neongelben Pressluftflaschen, über dem Wrack und erforschten es. Wie bei allen anderen Motiven hatte Cassie auch auf diesem Foto mit Photoshop einen Schatz versteckt, den Jolie suchen musste, im Sand neben dem Wrack, zwischen den Planken oder hinter dem Korallenriff. Auf allen vieren tobte ihre kleine Abenteurerin dann kichernd über das frisch bezogene Bett und sah sich das neue Bild mit ihrer archäologischen Ausrüstung - Taschenlampe und Digitalkamera - ganz genau an. War das immer ein Spaß! Auf diese Weise konnte sie Jolie an ihrem Leben teilhaben lassen, auch wenn sie nicht immer bei ihr sein konnte. So oft wie möglich schlief Cassie bei ihr in der Klinik, und Nick löste sie oft dabei ab. Aber manchmal wollte sie auch einfach bei ihm sein, wie heute Nacht. Zu zweit allein, zwei Liebende, die in den Armen des anderen schwach sein durften, verzweifelt, traurig. Wie viel hatten Nick und sie gemeinsam durchgestanden. Die Erfahrung, gemeinsam ein aufgewecktes Kind wie Jolie großzuziehen, die Schwangerschaft, Cassies Zusammenbruch, die Trennung von Nick, die schlaflosen Nächte und die panische Angst um ihre Kleine, die unzähligen Fahrten in die Klinik, all das hatte an ihren Kräften gezehrt und hatte sie oft regelrecht überfordert. Nick und sie brauchten dringend ein bisschen Zeit nur für sich. In den letzten Wochen saßen sie sich allzu oft beim Abendessen auf der Veranda des Hausboots gegenüber, starrten auf die nebelige Bay und schwiegen sich an. Nach der Trennung waren sie wieder ein Paar, ja klar, aber sie mussten auch die Kraft haben, weiterhin zusammen zu bleiben ... einander Halt zu geben ... (Ende der Leseprobe) Besuchen Sie auch die Websites: www.barbara-goldstein.de www.lara-myles.de Entdecken Sie auch Barbara Goldsteins Kanal mit vielen spannenden Videos und Leseproben auf YouTube www.youtube.com/user/goldsteinbarbara Viel Spaß beim Lesen! Lara Myles
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