Larissa Brown

 4.1 Sterne bei 51 Bewertungen
Autor von Feuer und Wind, Beautiful Wreck und weiteren Büchern.

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Larissa BrownFeuer und Wind
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Feuer und Wind
Feuer und Wind
 (51)
Erschienen am 14.10.2016
Larissa BrownMy Grandmother's Knitting
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My Grandmother's Knitting
My Grandmother's Knitting
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Erschienen am 01.09.2011
Larissa BrownBeautiful Wreck
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Beautiful Wreck
Beautiful Wreck
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Erschienen am 15.01.2014

Neue Rezensionen zu Larissa Brown

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Ladylike0s avatar

Rezension zu "Feuer und Wind" von Larissa Brown

Zumindest hatte es Potenzial...
Ladylike0vor 3 Monaten

**R** "Feuer & Wind" - von Larissa Brown

Klappentext:


„Jen lebt in einer nicht allzu fernen Zukunft in einer kühlen Welt aus Glas und Stahl, der sie nur durch das Eintauchen in virtuelle Realitäten entfliehen kann.
Beim Test einer historischen Simulation geschieht das Unglaubliche: Jen wird in das Island des 10. Jahrhunderts katapultiert, wo sie von einer Gruppe Wikinger aufgefunden wird. Deren Anführer Heirik ist zugleich geachtet und gefürchtet - wegen eines Blutmals gilt er als unberührbar. Für Jen jedoch ist er Sehnsucht, Glück, Verlangen und erfüllt ihre Seele mit der Macht eines Sommersturms. Doch kann sie das Tabu durchbrechen, das den einsamen Nordmann umgibt und die Vergangenheit zu ihrer Zukunft machen?“

Meinung:

Dieses Buch strotzt voller genialer Ideen, die ich einfach nur absolut geliebt habe. Zu Beginn befindet man sich im 22. Jahrhundert. Die Umwelt ist trist, farblos und ein wenig ausgestorben. Außer Krähen gibt es keine Tiere mehr. Flüsse, Bäche, Seen und Meere existieren nicht. Wasser wird durch Maschinen aus der Luftfeuchtigkeit gewonnen. Es ist also kein Wunder, dass sich die Menschen simulierte Welten erschaffen haben und in sogenannten „Tanks“ einen Ausgleich finden.

Durch die Technologie der modernen Zeit wurden Tanks entwickelt. Mit ihnen kann man in die Zeiten und Welten gelangen, die vor dem 22. Jahrhundert existiert haben.

„Jeder hatte ein Land und eine Zeit, die er besonders schätzte, und lebte sooft wie möglich darin.“

Für die Aussprache, die Worte und die Sprache in den Tanks ist Jen verantwortlich. Sie entwickelt durch Forschung Stimmfarben, Akzente, Dialekte und Weiteres, die sie den jeweiligen Zeiten und Welten zuschreibt. Ihre Arbeit faszinierte mich. Sie nahm die Welt völlig anders wahr. In Klängen, Geräuschen, Tiefen und Höhen von Tönen.

Aktuell arbeitet das Forschungsteam an einer neuen Tanksimulation und Jen soll diese testen. Doch läuft etwas schief und sie landet im alten Island des 10. Jahrhunderts. Zu den Wikingern einer atemberaubenden Welt voller Wiesen, Getreide, Pferde, Hunde und Wasser.

Die Autorin muss unfassbar naturverbunden sein. Ansonsten kann ich mir die Liebe in den Worten über Landschaften, einfache Naturphänomene, wie einen Sonnenuntergang, nicht erklären. Dadurch, dass Jen die Natur zum ersten Mal sieht, steht sie dieser mit einer kindlichen Neugier und Freude gegenüber. Auch dem Leser wird die Schönheit unserer Welt bewusst und Jens Entdeckungsgeist sorgt regelrecht für ein Lächeln auf den Lippen. Auf jeden Fall ermöglicht Larissa Brown dem Leser eine bildgewaltige Zeit in der Welt des damaligen Islands.

Im Island trifft Jen auf die Wikinger-Sippe des gefürchteten Anführers Heirik. Er besitzt ein großes Brandmal, das die Hälfte seines Gesichts und einen Teil seines Körpers bedeckt. In seiner Sippe gilt er dadurch als verflucht, als hätten die Götter Blut auf ihn vergossen und Platz für das Böse gemacht. Doch ist er ein guter, durchdachter Häuptling und wird deswegen respektiert. Und von Jen bald geliebt.

Viele dieser Ideen sind super und ich war hingerissen von den neuen Grundideen. Verzaubert hat mich der Aufbau der Handlung, der dann langsam einer langen Schwärmerei einer jungen Frau Platz gemacht hat. Und mit lang, meine ich seeeehr lang. Gefühlt war ein Drittel des Buches gefüllt mit verliebten Gedanken von Jen gegenüber Heirik (und das Buch ist knapp 750 Seiten dick, ein Drittel ist da nicht wenig). Bald wurden Schwärmereien zu einer breit ausgefüllten Liebesgeschichte, die so voller Klischees strotzte, dass ich jede Wendung hab vorhersehen können. „Feuer und Wind“ habe ich zur Hand genommen, da mich die neuen Ideen angezogen haben. Ich wollte etwas Neues lesen, was ich leider nur zum Teil erhalten habe. Auch rückte die eigentliche Handlungsidee völlig in den Hintergrund und verlor an Bedeutung.

Liebesgeschichten gegenüber bin ich eigentlich sehr aufgeschlossen. Gerne nehme ich eine reine Romanze zur Hand oder entdecke Liebesgeschichten in Büchern gerne als Nebenstrang. Doch in "Feuer und Wind" hatte ich so einige Probleme damit. Zum einen, da wirklich viel über die Schwärmerei von Jen berichtet wird, zum anderen verstand ich die Schwärmerei nicht oder nur zum Teil. Dass sie Interesse an einem verletzlichen und gleichzeitig starken Wikinger-Häuptling hat, ist für mich nachvollziehbar. Trotzdem ist er ein Häuptling und Jen wirkte auf mich, als hätte sie die komplette Phase der Emanzipation wie die Wikinger-Sippe nie erlebt. Als eine Frau aus der Zukunft, war das wenig realistisch. Vor allem machte sie sich durch ihre unterwürfige, verträumte, teils naive Art unsympathisch.

Der Schreibstil von Larissa Brown lässt sich fließend lesen. Ihre Worte verzaubern, sind bildgewaltig und ich liebe ihre Naturbeschreibungen. Kapitelenden hat sie jedoch recht wahllos gewählt. Hin und wieder hat sie eine Landschaft beschrieben, mitten drin das Kapitel beendet und im neuen Kapitel wurden die Beschreibungen einfach fortgeführt. Ab und zu hat mich das aus meinem Lesefluss gezogen.

Fazit:

Larissa Brown baut eine wundervolle Handlung auf, die vor neuer Ideen strotzt. Voller Vorfreude habe ich mich auf jede einzelne Idee gestürzt, war bezaubert von der Weise, wie sie die Welt betrachtete. Trotzdem wurde viel meiner Lesefreude gedämpft, als die Liebesgeschichte ungefähr nach dem ersten Drittel des Buches überhand gewann. Lieber hätte ich mehr über das 22. Jahrhundert erfahren, über das 10. Jahrhundert im Island, den Zeitsprung von Jen. Eben mehr über die Handlung, die am Anfang des Buches angedeutet wurde. Letztendlich wurde viel Potenzial verschenkt, das diese Geschichte durchaus gehabt hätte.

Kommentare: 2
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Letannas avatar

Rezension zu "Feuer und Wind" von Larissa Brown

einfach nur toll
Letannavor 9 Monaten

Jen gehört zu einem Team von Wissenschaftlern, die virtuelle Realitäten erschaffen. Sie sorgt dafür, dass die Welten nicht nur technisch einwandfrei sind, sondern auch in vielen anderen Dingen authentisch sind. Besonders fasziniert ist Jen von Island des 10. Jahrhunderts. Dann eines Tages passiert das Unglaubliche, sie wird mitten in diese Zeit geschleudert. Eine Gruppe Wikinger findet sie und sie wird in die Gemeinschaft aufgenommen. Jen ist besonders von dem Anführer Heirik angetan, der von seiner eigenen Gemeinschaft zwar als Anführer akzeptiert, aber auch gemieden. Denn er hat ein Blutmal und gilt dadurch als verflucht.

Dieses Buch will ich schon ganz lange lesen, denn der Klappentext hat mich wirklich sehr angesprochen. Schon seit längerem finde ich Island sehr interessant und war sehr neugierig auf diese Geschichte hier.
Die Autorin hat hier wirklich ein unglaubliches Debüt geliefert. Mit fast 700 Seiten ist das Buch ein richtiger Schmöker und konnte mich von der ersten Seite an fesseln. Die Handlung fängt in der Zukunft an und wird aus der Sicht von Jen in der Ich-Perspektive erzählt. Später wechselt die Geschichte aber relativ schnell nach Island ins 10. Jahrhundert und wir begleiten Jen bei ihren Abenteuern dort.
Die Autorin hat einen tollen Schreibstil, der eher poetisch als rasant ist. Die Geschichte ist insgesamt eher ruhig, aber sehr faszinierend. Man erfährt sehr viel über die Kultur Islands, was ich wirklich interessant fand. Die Liebesgeschichte nimmt eine sehr zentrale Rolle ein und ich habe wirklich mit gelitten mit den beiden. Heirik ist einerseits ein sehr starker, aber andererseits auch ein sehr verletzliche Charakter. Durch seinen Makel hat er bisher eher sehr zurückgezogen gelebt. Jen passt sich sehr schnell den neuen Gegebenheiten an, sie fühlt sich in Island sehr wohl, was vor allem daran liegt, dass sie sich in ihrer eigenen Welt nicht so richtig wohl fühlt. Die Liebesgeschichte hat mich wirklich berührt.
Für mich ist dieses Buch auf jeden Fall ein Highlight und ich würde mich freuen, wenn auch die andere Bücher der Autorin übersetzt werden. Es gibt noch eine weitere Geschichte aus dieser Welt mit anderen Hauptfiguren. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung mit voller Punktzahl.

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AmiLees avatar

Rezension zu "Feuer und Wind" von Larissa Brown

Von Seite zu Seite habe ich mich immer mehr in das Buch verliebt
AmiLeevor 9 Monaten

„In einer Welt, in der wir primär durch immaterielle Fäden miteinander verbunden waren, hätten wir eigentlich in der Lage sein sollen, einander im physischen Wirrwarr der Vergangenheit zu finden. Schmerzhaft, fröhlich, widerlich, romantisch. Die Leute verbrachten Tage und Nächte mit unterschiedlichem Fanatismus in authentisch wirkenden Settings. Sie lechzten nach ihren Welten. Sie tauchten inbrünstig in sie ein.“ [S. 30]

Inhalt

„Ich erwachte auf schwarzem Sand…“ [S. 653]

Die Sprachkünstlerin Jen lebt in einem von Naturkatastrophen gezeichneten Island der Zukunft. Die Welt ist zu Eis erstarrt, jedes Fleckchen ist mit Türmen aus Glas und Metall zugebaut. Um die leeren Stunden zu füllen, entfliehen die Menschen in vergangene Epochen und lassen Festgelage, Speere und Walküre zu ihrer Wirklichkeit werden. Mit der Hoffnung auf schnelles und großes Geld lässt das Unternehmen, für das Jen arbeitet, den „Tank“ entwickeln. Dieser soll den Menschen, sofern sie finanziell dazu in der Lage sind, den Eintritt in eine uneingeschränkt und völlig real wirkende Welt ermöglichen.
Jens Aufgabe als Sprachkünstlerin bei dem Projekt ist es, die Sprachen für die jeweiligen Szenarien zu erschaffen. Beim Betreten des „Tanks“ geht jedoch irgendetwas schief und Jen wird in das Islands des 10. Jahrhunderts gezogen, wo sie von einer Gruppe Wikinger und deren Clanführer Heirik gerettet wird.
Schon bald spürt Jen, dass sie sich mit dem Land und vor allen Dingen den Menschen um sie herum tief verbunden fühlt. Allen voran Heirik. Denn auch wenn der Körper des Häutlings von einem Blutmal entstellt ist, so erkennt Jen die Schönheit des Mannes dahinter aber eben auch seine Schatten.

Meinung

„Irgendwo musste es jemanden für mich geben, der wirklich war. Jemanden, den ich wirklich kennen würde, wirklich lieben konnte. Ein Teil von mir gestand sich ein, dass ich ihn niemals hier in meinem Zimmer finden würde, solange ich die Augen verschloss und mit dem Herzen in der Vergangenheit weilte.“ [S. 25]

Die Autorin hat sich viel Zeit damit gelassen, Jens und Heiriks Geschichte zu erzählen. Im Gegensatz dazu hat sie der Welt, aus der Jen kommt, nicht mal vierzig Seiten gewidmet, was mich anfangs etwas irritiert und ratlos zurückgelassen hat. Mittlerweile verstehe ich den Sinn dahinter und lange beschäftig habe ich mich damit dann auch nicht, denn keine dreißig Seiten später war ich mitten im Geschehen. Die Autorin hat es mit ihrem poetisch anmutenden Schreibstil und ihren ausschweifenden Beschreibungen geschafft, das Island des 10. Jahrhunderts in meinem Kopf so lebendig werden zu lassen, dass ich fast schon traurig war, als ich das Buch beendet hatte. Ich hätte gut und gerne noch weitere 500 Seiten mit Jen, Heirik und wie sie alle heißen, verbringen können. Die knapp 700 Seiten habe ich sowieso kaum gespürt, die Seiten flogen nur so dahin. Und auch wenn es, gemessen an der hohen Seitenzahl des Buches, größtenteils eher ruhig zugeht, so wurde es für mich kein einziges Mal langweilig. Ich bin abgetaucht, wurde davongetragen von der Schönheit der Sprache, den Mythen und Gesängen, dem Prasseln von Kaminfeuern, dem rumpeligen Lachen der Winkinger, dem Geschnatter der Frauen. Von eisigen Winden, dem Flüstern von Liebenden. den Geräuschen von Wetzsteinen und dem Gebrabbel kleiner Kinder.

"Nachdem Heirik den ganzen Morgen so angespannt und bitter und verwirrt gewesen war, schaute er mich endlich richtig an. Und dann ließ er etwas los. Etwas, was er so leid war. Er schien in meine Augen zu fallen wie ein Kind in ein Nest aus Decken und ich umfing ihn mit meinem Blick." [S. 225]

Die Beziehung zwischen Jen und Heirik mochte ich sehr, nicht nur weil ich schon immer ein Faible für die "unmögliche Liebe" habe. Zwei Menschen die, aller Widrigkeiten zum Trotz, versuchen zueinanderzufinden, ist und bleibt für mich eines der romantischsten und kraftvollsten Dinge die es gibt. Die Autorin hat zwischen Jen und Heirik eine, in meinen Augen, absolut nachvollziehbare und zutiefst berührende Beziehung entstehen lassen, in der Gefühle nicht durch große Worte sondern hauptsächlich mittels Blicke und Gesten vermittelt werden. Beide sind auf ihre Art verloren und erkennen sich in der Einsamkeit des jeweils anderen. Jen die aus einer Welt kommt, in der nichts Bedeutung hat und Heirik, der aufgrund seines Blutmals als unberührbar gilt. Sehr beeindruckt war ich von der Tasache, wie Larissa Brown es immer wieder geschafft hat, eine erotische Atmospäre entstehen zu lassen, ohne dass sich die Beiden berühren. Auch dabei bleibt die Autorin ihrem Stil treu und so wird aus einer einfachen Sache, wie zum Beispiel dem Lösen eines Zopfes, ein Fest der Sinne.

„Jetzt sah ich mein zukünftiges Leben vor mir, nicht das, das ich hinter mir gelassen hatte. Die Verbindung zu meiner Vergangenheit – zu der kalten Stadt, den leeren Augen und verlorenen Herzen von Millionen von Menschen – war getrennt, gekappt wie ein Seil. Und während mein müder und wunder Körper noch dabei war, zum Langhaus zurückzukehren, war mein Herz bereits da.“ [S. 418]

Im Laufe des Buches wird die Geschichte dann ab und an doch etwas düsterer und auch blutiger, denn die Zeiten sind rau, gefährlich und von Aberglaube geprägt. Auch unter den Wikingern existieren Hass, Intrigen, Angst und Gewalt. Doch selbst die Dunkelheit hat Dank des besonderen Schreibstils der Autorin eine ganz eigene Schönheit und ich habe mich von Seite zu Seite immer mehr in das Buch verliebt. Und selbst einen Tag nachdem ich das Buch beendet habe, klingt die wunderschöne Sprache immer noch in mir nach und auch die Bilder in meinem Kopf sind nach wie vor noch gegenwärtig.

"Alle haben sich zur Ruhe begeben.
Gute Nacht den Schafen und Kühen und Pferden.
Dem Gras auf den Wiesen, den groben Mauern.
Den Sternen und dem Herdfeuer und dem starken Haus.
Den Wäldern und den Walen und dem Meer.
Gute Nacht dem Kreis junger Mädchen,
deren lange Zöpfe im Feuerschein leuchten." [S. 9]


Bewertung

5/5 Sternen

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