Fay

von Larry Brown 
4,0 Sterne bei48 Bewertungen
Fay
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Positiv (34):
alina_kunterbunts avatar

Leider ist das Ende total offen.. sowas gefällt mir persönlich überhaupt nicht, weil ich dann nicht weiß was Sache ist :/

Kritisch (2):
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Das Buch hat mir nicht so gefallen...Ich kam gar nicht voran. sodass ich ab der Hälfte das englische Hörbuch bis zum Ende gehört habe...

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Inhaltsangabe zu "Fay"

Der Roman erzählt die Geschichte der 17-jährigen Fay, einer bildhübschen jungen Frau, die von Hause, von ihrem gewalttätigen Vater, wegläuft. Mit nichts als einer Packung Zigaretten und zwei Dollar in der Handtasche verlässt sie ihre Hüte im Wald und macht sich auf den Weg Richtung Küste, auf der Suche nach einem bessere Leben. Auf diesem Weg erlebt sie allerhand Bedrohliches, Gewalttätiges, aber auch Liebe und Hoffnung.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453270961
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:656 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:09.05.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Susi180s avatar
    Susi180vor 6 Monaten
    Anders als erwartet

    Der Roman erzählt die Geschichte der 17-jährigen Fay, einer bildhübschen jungen Frau, die von zu Hause, von ihrem gewalttätigen Vater, wegläuft. Mit nichts als einer Packung Zigaretten und zwei Dollar in der Handtasche verlässt sie ihre Hütte im Wald und macht sich auf den Weg Richtung Küste, auf der Suche nach einem bessere Leben. Auf diesem Weg erlebt sie allerhand Bedrohliches, Gewalttätiges, aber auch Liebe und Hoffnung.

    Der Autor:

    Larry Brown, geboren 1951 in Oxford, Mississippi, begann seine Schriftstellerkarriere als schreibender Feuerwehrmann. Nachdem er jahrelang erfolglos versucht hatte, seine Kurzgeschichten und Romane veröffentlicht zu bekommen, erschien 1988 unter dem Titel Facing The Music seine erste Kurzgeschichtensammlung. Weitere Short Storys und fünf Romane komplettieren das Werk des Mannes aus Mississippi, der auch außerhalb der Südstaaten Kultstatus besaß und vielfach ausgezeichnet wurde. Mit seinem Werk beeinflusste er viele Songwriter, von denen einige ihm nach seinem Tod infolge eines Herzinfarkts im November 2004 mit dem Tributalbum Just One More die Ehre erwiesen.

    Meine Meinung:

    Ich muss als erstes anmerken zu diesem Buch, dass das Cover mir unglaublich gut gefällt. Die ganze Aufmachung ist sehr ansprechend. Ich hatte hier einen Horror Roman erwartet, da das Buch im Hardcore Verlag erschienen ist. Wurde dann aber relativ schnell eines besseren belehrt. Warum das Buch unter Hardcore geführt wird ist mir bis jetzt unschlüssig, denn so blutig und brutal geht es hier wirklich nicht zu. Die Geschichte ist auf ihre Weise unterhaltsam und auch spannend. Aber wenn man mit einer falschen Vorstellung rangeht könnte man enttäuscht sein.

    Die Geschichte beginnt sofort ab der ersten Seite. Wir sind gleich mittendrin und das hat mir sehr gut gefallen, denn ich mag so viel Vorgerede nicht immer unbedingt. Die Reise die wir hier machen birgt viele Abenteuer und wir lernen auch einige unterschiedliche Charaktere kennen. An der ein oder anderen Stelle konnte ich das Handeln der Figuren nicht ganz nachvollziehen, aber dennoch hat es dem Lesespaß keinen Abbruch getan.

    Ich kann dieses Buch wirklich weiterempfehlen. Man sollte aber keinen Horror Roman erwarten. Hier fließt nicht unmengen an Blut oder es gibt keine sadistischen Handlungen, so wie man es von anderen Horror Büchern gewohnt ist. Im ganzen betrachtet hat es mir Freude gemacht und sich leicht lesen lassen.

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    Gwhynwhyfars avatar
    Gwhynwhyfarvor 6 Monaten
    Femme fatal

    Der erste Satz: »Sie kam aus den Hügeln hinunter, die sich in der Abenddämmerung schwarz färbten, und wenn ihre Füße auf dem staubigen Weg gegen einen Schotterstein stießen, zuckte sie jedes Mal zusammen.«

    Fay lebt mit ihrem Vater und den Geschwistern im De Soto National Forrest, Mississippi in einer ärmlichen Hütte, die Mutter ist verstorben. Fay ist siebzehn und ihr Vater ist ein brutaler Schläger und Säufer, sie ahnt, dass er sie demnächst vergewaltigen wird, so wie er sie ansieht. Fay ist sehr hübsch, weiß das aber nicht. Mit zwei Dollar und ein paar Zigaretten in der Hosentasche haut sie ab, will nur noch weg. Biloxi an der Küste, so hat sie gehört, soll hübsch sein, ein Badeort am Meer, nur ein paar Stunden entfernt. Sie ist ungebildet, naiv, hat die Schule bis zur 5. Klasse besucht, das reicht, meinte der Vater. Das Lesen und Schreiben fällt ihr darum schwer. Sie musste schon als Kind auf dem Feld als Erntehelfer arbeiten, Baumwolle pflücken und anderes, Hillbillys. Der Wald und die Hütte, ihr bisheriges Leben. Und sie will weg!

    Das ist alles, was man von Fay erfährt, vom Leben davor. Aber das beschreibt alles und lässt ihr nun folgendes Handeln nachvollziehen. Naiv begibt sie sich in die Welt, lebenshungrig. Irgendetwas wird kommen, ein Job, sie will sich durchschlagen. Ihr erstes Abenteuer als Anhalterin lässt sie mit einem blauen Auge davonkommen. Biloxi ist letztendlich nicht weit entfernt, aber weiter als Fay gedacht hatte. Wir begleiten Fay durch ein paar Monate. Vier, fünf, sechs? Sie wird gute Menschen kennenlernen und schlechte. 652 Seiten für ein paar intensive Monate. Und dann ist Schluss, genügend Fantasie für den Leser, wie es weitergehen könnte. Fay ist hübsch, zieht sofort die Blicke der Männer auf sich, sie besitzt eine gute innere Uhr dafür, wem sie trauen kann, wem nicht, ein intuitives Misstrauen, und sie lernt sehr schnell.

    »Woraus bestanden Menschen, und wie kamen sie zusammen, um das zu sein, was sie waren? Was war dafür verantwortlich, dass man gut oder böse war? Warum starben gute Menschen, während böse am Leben waren?«

    Das hört sich vielleicht nicht sehr spannend an, ist es aber, denn Fay erlebt viel, ein Roadmovie. Immer wieder Dosenbier und Zigaretten, Bier und wieder Bier, Bierbars, Tankstellen, Diners und Stripklubs, Angler, amerikanischer Süden, Honky Tonk. TV, Kino, Prostitution, viele Dinge, die Fay bisher nicht kannte. Ihre Schönheit und Naivität, ihre Ehrlichkeit, Anspruchslosigkeit, lässt Männerherzen schmelzen, weckt Beschützerinstinkte. Und sie wird Spuren hinterlassen, tiefe Spuren, Tote. Sie fährt ungebremst in das Leben von anderen herein und es knallt. Ihre Leichtigkeit wird sie nie verlassen, ihre Anziehungskraft als Femme fatale nicht begreifen.

    »›Was zum Teufel ist dann los? Wolltest du nicht, dass der Scheißkerl stirbt? Du hast selbst gesagt, du hättest ihn am liebsten überfahren. Findest du, der Sauhund sollte ungestraft davonkommen?‹ – ›Weiß ich nicht.‹ – Na, und was weißt du?‹ – ›Anscheinend gar nichts.‹«

    Authentische Dialoge, feine Monologe, eine subtile Beobachtungsgabe. Larry Brown zieht den Leser in einen Sog, lässt ihn zusammen mit Fay staunen, was sie auslöst, atemlos weiterhechten. Es gibt Ruhepausen für Fay, die aber nicht lange anhalten. Liebestolle Männer, eifersüchtige Frauen, schießwütige Menschen, Bösewichte mit einem weichen Herz, aufrechte Gesetzeshüter, die durchdrehen. Plötzlich ist die Geschichte zu Ende. Schade, ich hätte gern weitergelesen. Ein fantastischer Roman.

    Larry Brown ist 2004 verstorben. Dieser Roman wurde 2000 in den USA veröffentlicht. Fünf Romane und eine Reihe Kurzgeschichten wurden veröffentlicht, ebenso war er als Songwriter tätig. Mit dem Schreiben hat der Handwerker und Feuerwehrmann spät begonnen, 1988, hat sich das Schreiben hart erarbeitet. Sein Motto: »Schreib, was du weißt und kennst«. In den USA, speziell im Süden, erreichte er Kultstatus.

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    Federzaubers avatar
    Federzaubervor 10 Monaten
    Etwas anderes erwartet

    Fay flieht vor ihrem Vater mit nur einer Handtasche, ein paar Dollar und einer Packung Zigaretten.  Auf der Suche nach einem neuen Zuhause, ohne zu wissen wohin die Reise führt,  begegnet Fay Menschen,  die ihr Leben und ihre Seele verändern,  beeinflussen und vielleicht auch zerstören wird. 


    Der Klappentext hat mich extremst neugierig gemacht, da ich solche Schicksalsschläge extrem interessant finde und mit den Protagonisten sehr mitfühle. Ein wenig verunsichert, war ich aber ein wenig dadurch, dass das Buch aus dem Heyne Hardcore Verlag erschienen ist. Diese Bücher, sind angeblich immer recht blutig und brutal. Dem ist mit diesem Buch überhaupt nicht.


    Wir begleiten Fay.  Ihre Entscheidungen, Begegnungen, Erlebnisse.  Das was sie aus ihrem Leben macht. Es verläuft meist nicht reibungslos, es geschehen teilweise sehr schlimme Dinge, die sie seelig sehr verändern und belasten werden. Es ist ein tragisches Schicksal. Verursacht durch ihre Naivität,  Jugendlichkeit, Ahnungslosigkeit und die Begegnungen, Erfahrungen, die sie macht. 
    Ein blutiges, brutales Buch,  ist es aber keineswegs.  


    Fay ist sehr jung, unerfahren, hat ihre Kindheit mit ihrer Familie in sehr zurückgezogenen Verhältnissen gelebt. Man merkt ihre Unerfahrenheit in Sachen soziale Kontakte.  Sie ist sehr naiv, denkt nicht an die Gefahren, die ein einsames,  minderjähriges Mädchen begegnen könnten. Sie lässt sich auf Vieles ein, das einen den Kopf schütteln lässt , mit der Frage warum Sie es tut. Mir war schnell klar, dass Sie es nicht besser weiß, nie gelernt hat Fremden gegenüber vorsichtig zu sein, sehr naiv und blauäugig dem entgegen geht ohne sich viele Gedanken an die Konsequenzen und die Zukunft zu machen. Sie lebt im Hier und Jetzt, entscheidet spontan ohne viel nachzudenken.


    Eigentlich wäre es total mein Buch gewesen. Von der Geschichte und der Handlung.Nur leider kam ich an Fay nicht ran. So gefühllos wie sie war, so gefühlskalt hat sie mich gelassen. Mich konnte ihr Schicksal leider überhaupt nicht bewegen. Ich konnte auch keine Sympathie für sie aufbauen. Sie war für mich einfach nur sehr naiv und emotionslos. Und trotz ihrem nicht schönen Schicksal, hatte Sie es gar nicht so schlecht getroffen, hätte Sie etwas draus gemacht , denn es hätte soooo viel schlimmer ausgehen können . Ich musste immer wieder daran denken, dass Sie auf ihren Weg immer wieder sehr viel Glück hatte, und leider nie etwas draus gemacht hat. 
    Mir hat das Buch insgesamt nicht so gut gefallen, wie ich es mir erhofft hatte.  Ich dachte es könnte ein ganz großes Highlight werden. Dem war aber leider nicht so. Der Fokus lag viel zu sehr auf die Zigaretten und dem Alkohol, als auf die persönliche Weiterentwicklung und den Versuch was aus sich zu machen. Schade, ich hätte was deutlich besseres vorgestellt. 


    Note: 3/5

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    live_between_the_liness avatar
    live_between_the_linesvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Eine echt spannende und mitreißende Geschichte über ein Mädchen und das erwachsen werden.
    Eine echt spannende und mitreißende Geschichte über ein Mädchen und das erwachsen werden.

    Das Buch habe ich beim Bloggerportal von Random House angefragt und war unglaublich froh als es mir zugesagt wurde. Ich hatte es schon bei einigen anderen Bloggern gesehen und es hat sich echt spannend und interessant angehört.

    Zum Buch   Fay, die an vielen verschiedenen Orten aufgewachsen ist und schon früh arbeiten durfte, wir unter den Einflüssen von Gewalt, Alkohol, Drogen und sexuellem Missbrauchs groß.Obwohl sie doch sehr naiv ist und ein kleines Dummchen, entschließt sie sich irgendwann dazu, dass das nicht alles im Leben gewesen sein kann und kehrt ihrer Familie den Rücken. Nur mit zwei Dollar in der Tasche und nicht mehr als den Sachen die sie am Leib trägt zieht sie los und lernt auf ihrem Weg vor allem Männer kennen. Doch diese Männer meinen es zumeist auch nicht gut mit Fay. Dies versteht sie jedoch meist erst viel zuspät, da sie immer wieder versucht an das gute im Menschen zu glauben und sehr naiv an die Sache herangeht. Nach einigen durchgetrampten Nächten kommt sie jedoch in einer kleinen Familie an und fühlt sich zunächst auch sehr geborgen. Sie erfährt zum ersten Mal im Leben Liebe und lernt, wie eine Familie miteinander umgeht. Doch obwohl Fay gerne dort bleiben würde, lassen es die Ereignisse nicht zu. Und so reist sie weiter.

    Meine Meinung   Ich war sehr gespannt auf das Buch. Zuerst wegen des unglaublich schönen Covers, als ich es aber immer häufiger gesehen habe und dann auch die Rezension dazu gelesen und gesehen habe war mir klar, dass muss ich auch lesen. Ich hatte sehr hohe Erwartungen an das Buch, da ich bis zu dem Zeitpunk als ich es gelesen habe nur gute Meinungen darüber gehört habe. Die Geschichte an sich hat mich echt umgehauen, der Schreibstil war mir leider oft etwas sehr abgehackt und so kam ich nicht wirklich in die Geschichte rein. Zudem lenkten mich die vielen sehr ausführlichen Landschaftsbeschreibungen von dem eigentlichen ab.
    Trotzdem war es ein tolles Buch und ich bin froh das ich es lesen durfte.

    Zitat   Was war dafür verantwortlich, dass man gut oder böse war? Warum starben gute Menschen, während böse am Leben waren? (Klappentext)

    Fazit   Ein unglaublich fesselndes und verstörendes Buch. Ich war oft geschockt und musste einen Moment über das gelesene nachdenken. Leider hat es sich an manchen Stellen etwas gezogen.

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    SamiraBubbles avatar
    SamiraBubblevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Gute Unterhaltung, die filmreif wirkt: Spannend, atmosphärisch und tragisch.
    Roadtrip durch den Süden der USA

    Fay, die titelgebende Hauptfigur ist 17 als sie von zu Hause abhaut. Keinen Tag länger hält sie es dort aus bei ihrer in bitterer Armut lebenden und zerrütteten Familie, ihrer apathischen Mutter und dem gewalttätigen Vater, der zu sexuellen Annäherungen an seiner Tochter neigt und den kleinen Bruder gegen einen Pick-up ausgetauscht hat. Sie will zum Küstenort Biloxi in Mississippi, dort soll es warm sein, mehr weiß sie nicht darüber. Auch nicht wie sie mit nur zwei Dollar in der Tasche dorthin kommen soll. Überhaupt zeichnet sich Fay durch eine große Unwissenheit aus, die den Leser so manches Mal den Kopf schütteln lässt. So weiß sie etwa nicht was es bedeutet Trinkgeld zu geben, was es mit Prostitution auf sich hat und warum die Kassiererin an der Tankstelle ihr als Minderjährige kein Bier verkaufen will. Dazu ist sie noch ziemlich naiv, sie trampt allein durch den Süden, steigt bei Männern ins Auto und muss dann auf die harte Tour erfahren, dass es nur den wenigsten dabei um uneigennützige Hilfe geht. Trotz aller Ahnungslosigkeit und so mancher Katastrophe, die sie dadurch verursacht, ist sie eine Figur, mit der der Leser sympathisiert, denn er merkt, hier ist ein junges Mädchen, das einfach nur auf der Suche nach Geborgenheit und Liebe ist.

    Der Roman ist wie ein Roadmovie aufgebaut: Wechselnde Schauplätze, ereignisreiche Wendungen, immer in Bewegung. Was mich sehr schnell gestört hat, war der Schreibstil von Brown. Er schreibt sehr, sehr, sehr detailliert. Der Roman besteht zu einem großen Teil aus passagenweisen Landschafts-und Situationsbeschreibungen, die einem jeglichen Raum für die eigene Vorstellungskraft nehmen. Für mein Empfinden – und mich stören normalerweise keine längeren Beschreibungen – war das viel zu ausführlich und hat sich negativ auf meinen Lesefluss ausgewirkt. Manch einer mag das Brown verzeihen, weil er dafür gute Unterhaltung bietet, die durchaus spannend und atmosphärisch ist, für mich hat es aber einiges kaputt gemacht.

    ______Diese und andere Rezensionen findet ihr auf meinem insta-blog (@books_on_blankets) https://www.instagram.com/books_on_blankets/ ________ :)

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    SophieNdms avatar
    SophieNdmvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Unglaublich berührend, tragisch und dramatisch. Unbedingt lesen!!!
    Absolute Empfehlung! Mein bisheriges Highlight 2017

    Inhalt:
    Der Roman erzählt die Geschichte der 17-jährigen Fay, einer bildhübschen jungen Frau, die von zu Hause, von ihrem gewalttätigen Vater, wegläuft.

    Mit nichts als einer Packung Zigaretten und zwei Dollar in der Handtasche verlässt sie ihre Hütte im Wald und macht sich auf den Weg Richtung Küste, auf der Suche nach einem bessere Leben.

    Auf diesem Weg erlebt sie allerhand Bedrohliches, Gewalttätiges, aber auch Liebe und Hoffnung.

    Meine Meinung:
    Schon der Einstieg in das Buch hat mir unglaublich gut gefallen. Larry Brown schreibt sehr atmosphärisch und greifbar.
    Der Schreibstil ist extrem detailliert und präzise, dennoch angenehm leicht und flüssig zu lesen.
    Man fliegt nur so durch das Buch, obwohl es doch über 600 Seiten hat.

    Fay ist eine etwas naive aber trotzdem sympathische Protagonistin. Aufgrund ihrer Herkunft ist ihre Unwissenheit nicht verwunderlich aber dennoch schockierend.

    Sie macht sich auf den Weg ins ungewisse, ohne jeglichen Plan für die Zukunft.

    Auf Ihrem Weg trifft sie viele Menschen die ihr nichts gutes wollen, dennoch meistert sie ihren Weg und kämpft sich durch.

    Sam war mir so sympathisch! Ich hatte mir sehr ein Happy-End für die beiden gewünscht.

    Das Ende war so herzzerreißend und unglaublich! Nach alldem was Fay durchmachen musste geht es nun so mit ihr zu ende.

    Mehr kann ich zum Inhalt nicht sagen ohne zu spoilern.

    Fazit:
    Es fällt mir wahnsinnig schwer, diesen gewaltigen und berührenden Inhalt in Worte zu fassen.
    Vom Stil her fand ich das Buch ähnlich wie die "Sheridan Grant" Reihe von Nele Löwenberg.
    Nur noch etwas dramatischer, düsterer und tragischer.

    Das Buch war ein absolutes Lesehighlight für mich! Absolute Empfehlung Meinerseits!

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    Bookster_HROs avatar
    Bookster_HROvor einem Jahr
    Larry Brown | FAY

    INHALT: Die siebzehnjährige Fay haut von zu Hause ab, flieht vor ihrem gewalttätigen Vater, bei dem sie mit ihren Geschwistern in ärmlichen Verhältnissen lebte, irgendwo in einer Blechhütte in den Wäldern Mississippis. Die Küste ist ihr Ziel, Biloxi weit im Süden des Staates, ein Ort, von dem sie mal gehört hat. Dort wird sie leben können, die Wärme, das Meer – ewiger Urlaub. Doch es sind noch hunderte Meilen bis dort und sie ist zu Fuß unterwegs, ohne Geld, nicht mal Schuhe. Und so rechte Ahnung von der Welt hat sie auch nicht, so ganz ohne Schulbildung. Sie musste ihr Leben lang auf den Feldern arbeiten, dass ist alles, was sie kennt und weiß. Aber sie ist bildschön, ein Umstand der nützlich sein, ihr aber auch gefährlich werden könnte.

    Fay ist noch gar nicht weit gekommen, da wird sie auch schon von ein paar Typen mitgenommen und in einen Trailer-Park gebracht. Die Jungs scheinen nett zu sein, doch nachts vergreifen sie sich an ihr und sie flieht ein weiteres Mal. Auf dem Highway wird sie von Sam aufgegabelt, einem State Trooper, der auf den Straßen Mississippis für Ordnung sorgt. Er nimmt sie mit zu seiner Frau in ein traumhaftes Häuschen an einem Stausee bei Oxford. Sam und Amy haben vor ein paar Jahren bei einem Autounfall ihre Tochter verloren, sie wäre jetzt in Fays Alter. Sie beschließen, Fay bis auf Weiteres bei sich aufzunehmen. Wundervolle Wochen folgen, eine Zeit voller Zuneigung und Freude. Fay lernt Angeln und Schwimmen und die grundlegenden Regeln der Gesellschaft. Doch die Ehe zwischen Sam und Amy hat einen tiefen Riss. Amy trinkt jeden Tag übermäßig viel, was ihr eines Abends auf dem Highway zum Verhängnis wird. Und Sam hat seit Jahren eine Geliebte, eine eifersüchtige junge Frau, die die schöne Fay als Konkurrentin ansieht. Es kommt zur Auseinandersetzung und Fay muss abermals fliehen.

    Sie schafft es trampend tatsächlich bis nach Biloxi, allerdings ging ihr Plan auch nur bis zu diesem Punkt. Wie weiter? Ein Job, eine Bleibe – alles nicht so einfach ohne Geld und ohne Bildung. Sie wendet sich an Reena, eine junge Kellnerin, die sich ein Herz fasst und sie mit zu sich nach Hause nimmt. Doch Reenas Freundeskreis ist zwielichtig. Sie arbeitet zeitweise in einem Strip-Club und Aaron, der Türsteher und Ordnungshüter des Clubs, ein muskelbepackter Stiernacken, wirft ein Auge auf Fay, dessen Blick sie nicht widerstehen kann. Aaron ist zunächst auch sehr nett und zuvorkommend und Fay verbringt angenehme Wochen mit ihm, doch nach und nach entpuppt er sich als cholerischer Schläger, als Drogenhändler und Frauenverachter. Als es Fay gelingt, den von allen verlassenen Sam in einer Nachricht um Hilfe zu bitten, kommt es zum Finale…

    FORM: Larry Browns Ton ist ein überaus realistischer. Hier wird nicht rumgespielt oder experimentiert – es zählt nur die harte Realität. Das passt auch sehr zu Browns Figuren, die allesamt keine Schöngeister sind, das rauhe Leben im amerikanischen Süden, die Hitze, die Winde, die Leere – all das hat sie abstumpfen lassen. Es sind die Hoffnungslosen, die von Gott Verlassenen, denen Brown hier eine Stimme verleiht. Figuren, die aber auch arm an seelischer Kraft sind, motivationslos, die sich nicht aufrappeln können und deren Vorstellungskraft immer nur bis zum nächsten kühlen Bier reicht, das die Lösung aller Probleme verheißt. Ein zwar trauriges, aber authentisches Personal, das der Autor sich hier in die Haare kriegen lässt.

    Eine weitere Figur, wenn man so will, ist der Süden selbst. Brown schafft es, diesen von literarischen Legenden umrankten Ort, ganz nebenbei zum Leben zu erwecken. Man spürt die die staubige Hitze, man riecht das salzige Meer – selten habe ich mich beim Lesen so in eine Welt versetzt gespürt, in der ich noch nie war, wie in diesem Buch.

    Larry Brown (1951-2004) genießt in den USA Kultstatus und wird in einem Atemzug mit Größen wie William Faulkner und Cormac McCarthy genannt. Sehr verwunderlich daher, dass er erst jetzt, dreizehn Jahre nach seinem Tod, für das hiesige Publikum ins Deutsche übertragen wurde. Ich hoffe sehr, der Heyne Verlag nimmt sich diesem Autor an und beschert uns weitere Übersetzungen – es gibt viel zu entdecken. JOE zum Beispiel, quasi das männliche Pendant zu FAY. Vor einiger Zeit sah ich die Verfilmung mit Nicolas Cage, dessen Darstellung mich seit etlichen Jahren zum ersten Mal wieder vom Hocker riss. Auf diesen Roman in deutscher Übersetzung würde ich mich sehr freuen.

    FAZIT: Ich gebe FAY ganz klar fünf Sterne, weil ich die Südstaatenliteratur sehr schätze. Dieses Buch ist für Freunde von Romanen wie NO COUNTRY FOR OLD MEN oder ALS ICH IM STERBEN LAG.

    *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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    ForeverAngels avatar
    ForeverAngelvor einem Jahr
    Na ja

    Als ich mir Fay bestellt habe, hatte ich Lust auf einen guten Roman, einen Schmöker, eine Roadnovel, eine Geschichte, die berührt und bewegt. Fay klang so, als könnte er all dies bieten. Und schließlich wurde der Roman auch viel gelobt. Aber ... naja.

    Was mich an Fay stört, ist gar nicht mal die Handlung. Die schonungslose Ehrlichkeit, das Grauen, das Fay erleben muss, oder wie ihre Hoffnungen immer und immer wieder zerstört werden. Der Roman ist nicht umsonst im Heyne Hardcore Verlage angesiedelt, da wusste ich schon im Voraus, was auf mich zukommt. Nein, es ist nicht der Inhalt, mit dem ich meine Probleme hatte, der ist durchaus erzählenswert.

    "Anfangs wollte sie seine Hand nicht halten, aber nach einer Weile tat sie es doch. Sie ließ sich ein paarmal von ihm küssen, aber als er versuchte, ihr an die Titten zu fassen, schob sie seine Hand weg. Manchmal wünschte sie sich, dass sie kleiner wären. Die Leute sahen sie ständig an, Männner, Jungs wie die hier."
    (Seite21-22)

    Womit ich mich schwer getan habe, ich Larry Browns Schreibstil. Obwohl er nicht anspruchsvoll ist, emfpand ich ihn als sperrig, was dazu geführt hat, dass mir der emotionale Zugang zu den Figuren verwehrt bliebt. Larry Brown hat einen Stil, bei dem mir in jeder einzelnen Zeile bewusst ist, dass ich lese. Dass ich nur auf schwarze Buchstaben auf weißem Papier starre. Der richtige Lesefluss, das Eintauchen in die Geschichte, das völlige Abtauchen in eine andere Welt - das habe ich vermisst. Stattdessen bin ich immer wieder über seltsame Formulierungen gestolpert und statt die Geschichte mitzuerleben, habe ich überlegt, wie man dieses oder jenen Satz umformulieren könnte, damit er sich besser liest. Larry Brown schreibt nicht unbedingt schlecht, es waren vielmehr kleine Sprachklischees und holprige Formulierungen hier und da, mich stocken ließen. Sätze, die poetisch klingen wollten. Und diese gewollt poetischen Sätze wechseln sich mit solchen mit derber Sprache ab. Genau dieses Ungleichgewicht hat mit gestört.

    Hinzu kommt, dass das Erzähltempo der Geschichte sehr. sehr. sehr. langatmig ist. Man hätte den Roman sicherlich auch auf die Hälfte kürzen können, aber Larry Brown hat die Angewohnheit, alles bis ins kleinste Detail zu erzählen.  Diese Kombination also aus holprigem Stil und in die Länge gezogenen Plot haben dafür gesorgt, dass ich enorm lang für den Roman gebraucht habe und ein wirklicher Lesegenuss kam nicht auf, obwohl ich das Thema nach wie vor spannend finde. Ich wollte dieses Buch mögen, weil es klang, als wäre es genau meins. Zurück blieb leider nur der Eindruck, dass es schlecht geschrieben war.

    (c) Books and Biscuit

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    Gulans avatar
    Gulanvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine junge, unerfahrene Frau allein unterwegs: Armut, Melancholie, komplizierte Beziehungen, Gewalt. Ausführlich und präzise erzählt.
    17 Jahr', blondes Haar

    „Du musst nicht mitkommen“, sagte er.
    Sie musterte sein Gesicht, den muskulösen Arm und die Hand, die das Bier hielt, wohlwissend, wie gern sie diese Hände auf sich spürte und wie sicher sie sich manchmal in diesen Armen fühlte.
    „Ich kann dich hierlassen und wegfahren“, sagte er. „Ich meinte, du warst ja auch unterwegs, als wir uns begegnet sind. Du bist nicht schlechter dran, Fay. Verdammt“, sagte er, halb zu sich selbst. „Vielleicht geht’s dir dann sogar besser.“
    Er wandte ihr das Gesicht zu und wartete auf ihre Antwort. Doch sie dachte nur ganz kurz nach, denn allein unterwegs sein war das Letzte, was sie wollte. Lieber das kleinere Übel. Sie zog den Kopf ein, stieg in den Wagen und schloss die Tür. (S.511-512)

    Die 17jährige Fay Jones lebt mit ihrer Familie in einer Hütte im Wald in der Nähe von Oxford, Mississippi. Der Vater gewalttätig, alle zusammen bitterarm. Sie beschließt eines Tages, abzuhauen und alles hinter sich zu lassen. Ihr vages Ziel: Biloxi an der Küste des Golfs von Mexiko.

    Fay ist eine armes, ungebildetes junges Mädchen aus ärmlichsten Verhältnissen. Nachdem ihr Vater sie zuletzt auch sexuell bedrängt hat, nimmt sie Reißaus. Fay hat nicht viel mehr dabei als die Klamotten, die sie trägt, eine Handtasche und ganze zwei Dollars. Sie kommt nur wenige Kilometer weit, als ein paar Hillbillies sie aufgabeln. Fay trinkt und kifft mit und entkommt einer Vergewaltigung nur durch eine plötzlich einsetzende Übelkeit. Dies ist aber nur eine erste kurze Episode.

    Fay ist eine absolute Hinterwäldlerin, ohne Bücher und Fernsehen aufgewachsen. Daher ist sie natürlich unerfahren und naiv, andererseits hat sie die Härten des Lebens schon kennengelernt. Außerdem ist sie nicht dumm und lernt schnell. Sie hat keinen extremen unrealistischen Traum, sie möchte einfach ihrem bisherigen Leben entfliehen, vor allem möchte sie aber nicht allein sein. Aber natürlich ist dem Leser klar, dass es alles nicht so einfach ist, als „White Trash“ im ruppigen Süden der USA. Sie wird noch weiteren Männern begegnen, darunter der Highway-Polizisten Sam und der Türsteher und Dealer Aaron. Und bei aller Naivität wird es letztlich Fay sein, die - ohne es zu wissen – die Fäden in der Hand hält.

    Nachdem er gefahren war, weinte sie ein Weilchen, dann trocknete sie ihre Tränen, spülte das Geschirr, fegte und wischte den Küchenfußboden. Sie wusste nichts übers Schwangersein, wusste nicht, ob man unverzüglich zum Arzt gehen oder im Bett bleiben sollte oder was. Wie man Kinder großzog, sein Haar frisierte oder seinen Mann beglückte, konnte sie vermutlich in Amys Zeitschriften lesen. Wie man seinen Mann beglückte, wusste sie offenabr schon. Man musste ihn bloss immer richtig vögeln. Dass er gar nicht zu sich kam. Als er ging, hatte er ziemlich glücklich gewirkt. (S.172)

    Zu Beginn des Buches wird man förmlich von den anerkennenden Zitaten von Schriftstellerkollegen von Larry Brown erschlagen. Größen wie James Lee Burke, John Grisham, James Sallis und andere hielten offenbar große Stücke auf Larry Brown. Umso erstaunlicher, dass „Fay“ der erste Roman in deutscher Übersetzung ist. Larry Brown kam wie einige seiner Südstaatenautoren-Kollegen erst verspätet zur Literatur. Nach seiner Militärzeit war er in einigen Jobs tätig, zuletzt langjährig als Feuerwehrmann. 1988 erschien eine Kurzgeschichtensammlung als sein Debüt. Er veröffentlichte neben viele Short Stories fünf Romane, 2000 erschien „Fay“ als sein vierter. 2004 starb Brown im Alter von 53 Jahren an einem Herzinfarkt.

    Diese Geschichte ist von Melancholie, Sehnsucht, Ängsten, zarten Hoffnungen, aber letztlich auch von Gewalt geprägt. Larry Brown schreibt in einer präzisen, unprätentiösen Sprache. Er lässt sich für diese Geschichte viel Zeit, beschreibt die Atmosphäre und die Gefühle der Hauptfiguren sehr intensiv. Dadurch werden die Personen sehr glaubhaft in ihrer Widersprüchlichkeit. Insgesamt ist „Fay“ ein toller Südstaatenroman, dem man aufgrund seiner Intensität auch einige langatmige Passagen verzeiht.

    Kommentare: 7
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    M
    michael_lehmann-papevor einem Jahr
    Atmosphärisch auf den Punkt, treffend und sprachlich überzeugend erzählt

    Atmosphärisch auf den Punkt, treffend und sprachlich überzeugend erzählt

    Das Larry Brown in den Anfängen seiner Karriere nicht nur ein Fan von Stephen King war, sondern dessen Stil zunächst auffällig kopiert hat, ist auch noch diesem epischen und faszinierenden Roman anzumerken.

    Nicht im Sujet irgendwelcher übernatürlicher Ereignisse, durchaus aber in der sehr flüssigen Sprache, der sehr präzisen Beschreibungen von Personen und Orten und dem emotionalen Einbetten des Lesers in all diese Ereignisse, Beziehungen und Abläufe.

    Überaus flüssig erzählt Brown, wie es auch King zu eigen ist, weniger durch äußere Beschreibungen, sondern durch das „Miterleben“ mit den Figuren.

    So entsteht dieser intensive Reiz, die dichte Atmosphäre und die von Beginn an emotionale Nähe des Lesers vor allem natürlich zu „Fay“, der 17jährigen Hauptperson des Romans (auch dies ist eine der prägnanten Stilarten Kings, die Brown aufgegriffen und, im Lauf der Zeit, mit einem ganz eigenen Ton versehen hat).

    Brown erzählt durchweg plastisch. Der Leser spürt geradezu unter den eigenen Fingern die „dünnen Seiten“ einer Bibel auf einem Pult in der Kirche. Ist mittendrin im Cannabis-Nebel in einem Trailer, folgt so Fay nicht nur in den äußeren Schritten auf dem Fuß, sondern auch im inneren Erleben,

    Ungeschminkt, ohne Filter, direkt, klar und teilweise hart (allein schon, wenn der Leser durch die Augen Fay´s den Umgang einer abgehalfterten Frau mit ihrem Baby mit Beklemmung betrachtet).

    „Und als das Baby hinfiel, hörte Fay, wie sein Kopf mit einem üblen Geräusch an die Holzumrandung prallte“.

    Der Süden Amerikas. Ein Ort des „Herumhängens“, des „Herumlungerns“. Ein Ort von Menschen, die sich nichts sagen lassen würden. Weder von Gesetzeshütern noch von irgendwelchen „N…….“ (Schwarze werden hier bis heute natürlich nicht politisch korrekt bezeichnet).

    Eine Dicht Beschreibung, die zudem von Brown durch einen kleinen Kunstgriff noch gesteigert wird.

    Denn Fay hat bisher im „Hinterwald“ gelebt, mit ihren Geschwistern und ihrem Vater (auch diese Hintergründe werden Schritt für Schritt im Roman nebenbei mit offengelegt) und erkundet die „Welt da draußen“ nun Schritt für Schritt. Nicht als „tumber Tor“, denn Fay hat ein gescheites Gespür und kann sich durchaus wehren (was sie intensiv gelernt hat), aber doch mit den Augen des beobachtenden Neulings, was so vieles dem „zivilisierten Bewohner“ jener Gegend als selbstverständlich erscheint.

    Auf ihrem Weg zu ihrem persönlich „besseren Ort“, an der Küste, im Warmen, Biloxi soll es sein, bricht Fay damit zu einer persönlichen Odyssee durch den Süden Amerikas auf und prallt ein um das andere Mal mit anderen Menschen eng zusammen, die wiederum, jeder und jede für sich, ebenfalls ganz eigene, teils exotische Lebensstile pflegen. Und von denen durchaus das ein oder andere Mal auch Gefahren für Fay ausgehen.

    Bestens den Stil, aber auch im Groben das Sujet dieses Romans, fasst Joe R. Landsmann über seinen 2014 verstorbenen Autorenkollegen zusammen:

    „Larry Brown schreibt großartig über nicht so großartige Umstände. Sein Süden ist der, den ich kenne. Dunkel, wunderschön und widersprüchlich, voller Sünde und Sündern, Blut und Vergebung“.

    Vom harten Sex zu dritt im Trailer bis zum scheinbar wohlmeinenden Polizisten, der sich ihrer später annehmen wird. Von klar erkennbaren Außenseitern bis zu, nur scheinbar, problemlosen Familien der Mittelschicht, Brown zieht ein Kaleidoskop exemplarischer Menschen vor die Augen des Lesers, die einerseits Alkohol in Strömen ihrem Körper zumuten, neben dummdreist wirkenden „Hillbillys“, kontrastreich zur Landschaft, zum gemächlichen Fluß des Lebens im Süden gesetzt und (nicht viele) Menschen mit Perspektive und Hoffnung. Zu denen letztlich auch Fay in ihrer kongenialen Mischung aus Unwissenheit und Klugheit, aus Stärke und Verletzlichkeit zählt.

    Ein Entwicklungsroman und eine soziale Studie zugleich, bestens erzählt und den Dingen auf den Grund gehend, ohne zu analytisch daher zu kommen.

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