Inhalt
Jens Jansen lebt ein normales Mittelklasse-Leben in Stockholm. Er hat eine Freundin, eine Zweizimmerwohnung und einen Job als Brand Manager bei einem Hersteller von Fahrradhelmen. Aber seine Motivation für seinen Job ist auf der Strecke geblieben und auch seine Beziehung geht ihrem Ende entgegen.
Als ihm eine Beförderung ins Haus steht, versteckt er sich scheinbar spontan in der Zwischendecke der Herrentoilette. Doch schnell wird klar, Jens Jansen hat sein Verschwinden von langer Hand geplant und hält sich nun in einer vergessenen Abstellkammer verborgen, die er nur nachts verlässt – verkleidet als Ninja, falls sich unerwartet doch jemand in dem Bürokomplex aufhalten sollte.
Eines Tages erfährt Jens Jansen, dass er nicht der einzige ist, der dem Wahnsinn des Alltags entflohen ist und dass es eine Schattenwelt gibt, die genau diesen Menschen Schutz bietet…
Protagonist
Jens Jansen kann sich seit geraumer Zeit weder für seinen Arbeit, noch für die Erhaltung seiner Beziehung motivieren. Seinen Tag verbringt er damit, Kaffee zu trinken, leere Blätter auf dem Schreibtisch hin und her zu schieben und mit dem Handy am Ohr wichtige Telefonate zu simulieren. Scheinbar sieht er in seinem Leben keinen Sinn mehr und greift zu einem eher ungewöhnlichen Ausweg, er möchte verschwinden und nicht mehr gefunden werden.
Meine Gedanken zum Buch
Lars Berge hat eine sozialkritische Satire geschaffen und sich die moderne Geschäftswelt und ihre Konsequenzen vorgenommen. Er nimmt Klischees, wie zum Beispiel den Büroleiter, der liebend gerne andere in die Pfanne haut, auf die Schippe. Oftmals musste ich über die Szenen, die sich in diesem Bürokomplex abspielen, schmunzeln.
Das Buch hat mich in dem Moment in seinen Bann gezogen, in dem der Protagonist in der Zwischendecke abgetaucht ist. Es war spannend, zu erleben, wie intensiv er sich vorbereitet hat, um sein Verschwinden zu verschleiern. Ebenso spannend war es, zu sehen, wie Jens Jansen auf unplanmäßige Zwischenfälle reagiert, denn dass er nicht auf alles vorbereitet war, erfährt man spätestens, als es darum geht, wovon er sich ernähren will und als er feststellt, dass so ein Tag in der Abstellkammer sehr langweilig sein kann. Dieser „Abenteuer“-Teil hat mir sehr gut gefallen.
Hin und wieder hatte ich den Eindruck, dass durch die Übersetzung etwas verloren gegangen ist, denn den Hype, den das Buch in Schweden ausgelöst hat, konnte ich nicht ganz nachvollziehen. Insbesondere konnte mich das Finale nicht überzeugen.
Daher vergebe ich 3,5 von 5 Sterne.
Lars Berge
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Lars Berge
Der Büro-Ninja
Der Büro-Ninja
Neue Rezensionen zu Lars Berge
Man soll ein Buch ja nicht nach dem Umschlag beurteilen/kaufen, aber das Cover von dem Erstroman des schwedischen Autors Lars Berge hat mein Interesse geweckt. Auch die Idee, sich am Arbeitsplatz vor dem Rest der Welt zu verstecken, fand ich total originell und somit musste ich "Der Büro-Ninja" einfach lesen.
Die Geschichte nimmt mit der Beschreibung des Büroalltags des Hauptcharakters Jens Jansen ihren Lauf und gelangt ziemlich schnell und ohne lange Umherschweifen auf den Main-Plot. Die erste Hälfte des Buches ist von den Problemen des Verschwindens und Sich-Versteckt-Haltens geprägt. Zudem werden auch die Beobachtungen des "Büro-Ninjas" geschildert - auch hier kann man sich auf das Lüften einiger Geheimnisse der Angestellten freuen.
Nach und nach nimmt die Geschichte aber sehr verrückte Züge an und wird von aberwitzigen Verschwörungstheorien angetrieben. Ebenso hat sich dann natürlich auch das Ende gestaltet, dass mich etwas überrumpelt hat (mehr möchte ich zum Ende nicht verraten).
Mir wäre es wahrscheinlich lieber gewesen, wenn sich diese Fantasien etwas mehr in Grenzen gehalten hätten.
Auch wenn ich dadurch nicht ganz zufrieden mit der Story war und allgemein etwas wählerisch bei Romanen bin, gefällt mir das Buch. Endlich mal eine Erzählung, bei der ständig was passiert - und dann auch noch so unerwartetes! Mein Problem mit manchen Romanen ist vor allem, dass sie sich oft etwas hinziehen und stellenweise ereignisarm sind. Mir fällt es dann schwer dran zu bleiben, weil die Spannung fehlt. Beim "Büro-Ninja" war das kein Problem. Dafür nehme ich auch die ein oder andere Verschwörungstheorie in Kauf - hier muss man sich halt ein bisschen auf die Story einlassen und Offenheit zeigen. Wer das schafft, wird mit einer tollen Reise ins verrückte Leben von Jens Jansen belohnt. Gelungene Satire, die zum Nachdenken anregt!
Jens Jansen hat alles was der moderne Mann so braucht, ein Haus, eine Freundin und einen sicheren Job am Schreibtisch. Dieser Schreibtisch steht in einem Unternehmen, das Fahrradhelme herstellt und Helm-Tec heißt. und je weniger Sorgen Jansen bei Helm-Tec hat umso mehr geht ihm dieses täglich das Gleiche auf den Keks, bzw. diese Eintönigkeit treibt ihn in den Wahnsinn.
Und so beschließt Jens Jansen unterzutauchen und zwar im Bürogebäude von Helm-Tec selbst. Und so schlägt er unentdeckt sein Campinglager zwischen ausrangierten Büromöbeln und Faxgeräten auf.
Und er ist nicht der Einzige, der in Schwedens Büros untergetaucht ist.
Fazit: Ist Geld und Sicherheit wirklich das, was es für ein richtiges Leben braucht?
Diese Frage stellt man sich schnell bei dieser Lektüre, denn der Autor, Lars Berge, hält dem Leser geschickt den Spiegel vor und zeigt die moderne Firmenarbeitswelt. Dabei befinden sich die Angestellten in nichts anderem als in einem riesengroßen Labyrinth, in dem sie durch Regeln und Kodex ferngesteuert werden. Und selbst die Chefs werden gelenkt und sind unfrei.
Das ist skurril, surreal und doch sehr alltäglich, denn die Schlagwörter sind überall gleich. Die Geschichte liest sich locker leicht, einzig das Lachen bleibt einem im Halse stecken, da es schon wieder so real und gleichzeitig etwas böse ist.
Die Charaktere sind gut beschrieben, authentisch und sympathisch. Wer möchte nicht selbst mal unsichtbar werden und verschwinden.
Von mir gibt es 5 STERNE.
Gespräche aus der Community
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