Lars Berge Der Büro-Ninja

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Inhaltsangabe zu „Der Büro-Ninja“ von Lars Berge

Jens Jansen ist ein absoluter Durchschnittsmensch: Er arbeitet in einem mittelständischen Unternehmen, hat ein ansehnliches Jahresgehalt, eine Eigentumswohnung und eine langjährige Freundin. Trotzdem quält ihn eine große innere Leere. Beruflich hat er sich schon längst aufs Nichtstun spezialisiert – auch wenn das niemand bemerkt. Um einer bevorstehenden Beförderung zu entgehen, zieht Jens Jansen lieber radikale Konsequenzen: Er versteckt sich in einem längst vergessenen Abstellraum im labyrinthischen Bürokomplex seiner Firma. Zur Tarnung, falls er doch jemanden treffen sollte, verkleidet er sich als Ninja. Doch mit der Ruhe ist es vorbei, als Jens erfährt, dass er nicht der Einzige ist, der sich in einem Büro versteckt hält. Er erfährt von einer heimlichen Organisation, die den ehrgeizigen Plan hat, die Menschen vom Arbeitswahn zu befreien …

Lars Berge hat eine schreiend komische, kluge Satire geschrieben, in der er die moderne Arbeitswelt mit viel schwarzem Humor entlarvt. Mit unbändigem Einfallsreichtum spielt er einen Wunsch durch, der vielen bekannt sein dürfte: angesichts des alltäglichen Bürowahnsinns einfach zu verschwinden.

Sehr unterhaltsam, schnell gelesen und spannend!

— melli_2897

Ein spaßiges Buch mit Hintergedanken. Jedoch hat mir das Ende nicht gefallen.

— Kaddi

Für ehemalige Büroangestellte vermutlich am lustigsten ;)

— derMichi

Eine bissige Satiere auf das Berufsleben, die den Witz nicht ganz rüber bringt.

— tootsy3000

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  • Ist hier durch die Übersetzung etwas verloren gegangen?

    Der Büro-Ninja

    santina

    15. October 2016 um 17:01

    InhaltJens Jansen lebt ein normales Mittelklasse-Leben in Stockholm. Er hat eine Freundin, eine Zweizimmerwohnung und einen Job als Brand Manager bei einem Hersteller von Fahrradhelmen. Aber seine Motivation für seinen Job ist auf der Strecke geblieben und auch seine Beziehung geht ihrem Ende entgegen.Als ihm eine Beförderung ins Haus steht, versteckt er sich scheinbar spontan in der Zwischendecke der Herrentoilette. Doch schnell wird klar, Jens Jansen hat sein Verschwinden von langer Hand geplant und hält sich nun in einer vergessenen Abstellkammer verborgen, die er nur nachts verlässt – verkleidet als Ninja, falls sich unerwartet doch jemand in dem Bürokomplex aufhalten sollte.Eines Tages erfährt Jens Jansen, dass er nicht der einzige ist, der dem Wahnsinn des Alltags entflohen ist und dass es eine Schattenwelt gibt, die genau diesen Menschen Schutz bietet…ProtagonistJens Jansen kann sich seit geraumer Zeit weder für seinen Arbeit, noch für die Erhaltung seiner Beziehung motivieren. Seinen Tag verbringt er damit, Kaffee zu trinken, leere Blätter auf dem Schreibtisch hin und her zu schieben und mit dem Handy am Ohr wichtige Telefonate zu simulieren. Scheinbar sieht er in seinem Leben keinen Sinn mehr und greift zu einem eher ungewöhnlichen Ausweg, er möchte verschwinden und nicht mehr gefunden werden.Meine Gedanken zum BuchLars Berge hat eine sozialkritische Satire geschaffen und sich die moderne Geschäftswelt und ihre Konsequenzen vorgenommen. Er nimmt Klischees, wie zum Beispiel den Büroleiter, der liebend gerne andere in die Pfanne haut, auf die Schippe. Oftmals musste ich über die Szenen, die sich in diesem Bürokomplex abspielen, schmunzeln.Das Buch hat mich in dem Moment in seinen Bann gezogen, in dem der Protagonist in der Zwischendecke abgetaucht ist. Es war spannend, zu erleben, wie intensiv er sich vorbereitet hat, um sein Verschwinden zu verschleiern. Ebenso spannend war es, zu sehen, wie Jens Jansen auf unplanmäßige Zwischenfälle reagiert, denn dass er nicht auf alles vorbereitet war, erfährt man spätestens, als es darum geht, wovon er sich ernähren will und als er feststellt, dass so ein Tag in der Abstellkammer sehr langweilig sein kann. Dieser „Abenteuer“-Teil hat mir sehr gut gefallen.Hin und wieder hatte ich den Eindruck, dass durch die Übersetzung etwas verloren gegangen ist, denn den Hype, den das Buch in Schweden ausgelöst hat, konnte ich nicht ganz nachvollziehen. Insbesondere konnte mich das Finale nicht überzeugen.Daher vergebe ich 3,5 von 5 Sterne.

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  • Mal was (ganz) anderes!

    Der Büro-Ninja

    melli_2897

    08. March 2016 um 16:35

    Man soll ein Buch ja nicht nach dem Umschlag beurteilen/kaufen, aber das Cover von dem Erstroman des schwedischen Autors Lars Berge hat mein Interesse geweckt. Auch die Idee, sich am Arbeitsplatz vor dem Rest der Welt zu verstecken, fand ich total originell und somit musste ich "Der Büro-Ninja" einfach lesen. Die Geschichte nimmt mit der Beschreibung des Büroalltags des Hauptcharakters Jens Jansen ihren Lauf und gelangt ziemlich schnell und ohne lange Umherschweifen auf den Main-Plot. Die erste Hälfte des Buches ist von den Problemen des Verschwindens und Sich-Versteckt-Haltens geprägt. Zudem werden auch die Beobachtungen des "Büro-Ninjas" geschildert - auch hier kann man sich auf das Lüften einiger Geheimnisse der Angestellten freuen. Nach und nach nimmt die Geschichte aber sehr verrückte Züge an und wird von aberwitzigen Verschwörungstheorien angetrieben. Ebenso hat sich dann natürlich auch das Ende gestaltet, dass mich etwas überrumpelt hat (mehr möchte ich zum Ende nicht verraten). Mir wäre es wahrscheinlich lieber gewesen, wenn sich diese Fantasien etwas mehr in Grenzen gehalten hätten. Auch wenn ich dadurch nicht ganz zufrieden mit der Story war und allgemein etwas wählerisch bei Romanen bin, gefällt mir das Buch. Endlich mal eine Erzählung, bei der ständig was passiert - und dann auch noch so unerwartetes! Mein Problem mit manchen Romanen ist vor allem, dass sie sich oft etwas hinziehen und stellenweise ereignisarm sind. Mir fällt es dann schwer dran zu bleiben, weil die Spannung fehlt. Beim "Büro-Ninja" war das kein Problem. Dafür nehme ich auch die ein oder andere Verschwörungstheorie in Kauf - hier muss man sich halt ein bisschen auf die Story einlassen und Offenheit zeigen. Wer das schafft, wird mit einer tollen Reise ins verrückte Leben von Jens Jansen belohnt. Gelungene Satire, die zum Nachdenken anregt!

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  • Werde zum Büro-Ninja

    Der Büro-Ninja

    Simi159

    01. January 2016 um 21:00

    Jens Jansen hat alles was der moderne Mann so braucht, ein Haus, eine Freundin und einen sicheren Job am Schreibtisch. Dieser Schreibtisch steht in einem Unternehmen, das Fahrradhelme herstellt und Helm-Tec heißt. und je weniger Sorgen Jansen bei Helm-Tec hat umso mehr geht ihm dieses täglich das Gleiche auf den Keks, bzw. diese Eintönigkeit treibt ihn in den Wahnsinn. Und so beschließt Jens Jansen unterzutauchen und zwar im Bürogebäude von Helm-Tec selbst. Und so schlägt er unentdeckt sein Campinglager zwischen ausrangierten Büromöbeln und Faxgeräten auf. Und er ist nicht der Einzige, der in Schwedens Büros untergetaucht ist. Fazit: Ist Geld und Sicherheit wirklich das, was es für ein richtiges Leben braucht? Diese Frage stellt man sich schnell bei dieser Lektüre, denn der Autor, Lars Berge, hält dem Leser geschickt den Spiegel vor und zeigt die moderne Firmenarbeitswelt. Dabei befinden sich die Angestellten in nichts anderem als in einem riesengroßen Labyrinth, in dem sie durch Regeln und Kodex ferngesteuert werden. Und selbst die Chefs werden gelenkt und sind unfrei. Das ist skurril, surreal und doch sehr alltäglich, denn die Schlagwörter sind überall gleich. Die Geschichte liest sich locker leicht, einzig das Lachen bleibt einem im Halse stecken, da es schon wieder so real und gleichzeitig etwas böse ist. Die Charaktere sind gut beschrieben, authentisch und sympathisch. Wer möchte nicht selbst mal unsichtbar werden und verschwinden. Von mir gibt es 5 STERNE.

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  • Vorsicht: Ninjas gibt es überall

    Der Büro-Ninja

    TochterAlice

    01. January 2016 um 11:27

    Halten Sie ihr Büro für einen beschaulichen, ruhigen Ort, an dem sich Schlimmes allenfalls durch entsprechende Aufträge bzw. Nachrichten per Telefon oder Email ereignen kann? Lieben Sie die frühen Morgen- oder aber die späten Abendstunden am Arbeitsplatz, das Gefühl, ganz unbebeobachtet zu sein? Dann Obacht: der schwedische Autor Lars Berge zeigt uns in seinem Roman "Der Büro-Ninja", dass auch anderes möglich ist, das im Büro ein Parallelleben herrschen kann. Sein Protagonist Jens Jansen entscheidet sich für ein Abtauchen der ganz anderen Art, quasi für eine Flucht nach vorn. Nachdem er sich entschieden hat, sein bisheriges, normales Leben abzuschließen und unauffindbar abzutauchen, ist schnell klar, dass dies für ihn nur an einem einzigen Ort möglich sein wird: Nämlich an seinem Arbeitsplatz. Und das fällt tatsächlich erst Wochen, ja Monate später auf. Und was er da an Beobachtungen macht, das geht auf keine Kuhhaut. Seine - zum großen Teil ungeliebten - Kollegen leisten sich noch einiges mehr, als er es in seinen kühnsten Vorstellungen angenommen hat. Und Jens Jansen bald auch - allerdings in seinem selbstgewählten Exil, in dem auf viel Überraschendes trifft. Ein spannender Start in eine satirische Erzählung, der mich neugierig machte, bald jedoch abdriftete in Dimensionen, mit denen ich nicht anfangen konnte und die mir den anfänglichen Spaß an dem originellen Buch vollends raubten. Optimistin, die ich bin, habe ich es dennoch bis zum Ende "durchgezogen", immer in der Hoffnung auf eine neuerliche Kehrtwende, die den Roman wieder in die Spur bringen würde. War leider nicht so - schade!

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  • Büro-Alltag?

    Der Büro-Ninja

    dominona

    21. December 2015 um 22:55

    Das Buch ist praktisch positiv absurd, denn es geht um einen Manager im Büro, der sich dem permanenten Leistungsdruck entziehen will, indem er im Büro selbst untertaucht und dadurch sowohl verschiedene Dinge erfährt als auch auslöst. Hin und wieder wurde es mir zu surreal und dann plötzlich doch wieder erstaunlich aus dem Leben gegriffen. Ich sehe es als eine Mischung aus etwas, das einen zum Lachen bringt und aber auch zum Nachdenken über die Gesellschaft. Es liest sich angenehm und dementsprechend schnell ist man durch – nette Idee, aber nichts Weltbewegendes.

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  • Große Verlosung zum Leserpreis 2015: 5 Buchpakete mit je 50 Büchern!

    Ein ganz neues Leben

    Daniliesing

    Lust auf eins von 5 riesigen Buchpaketen zum Leserpreis 2015? Es ist wieder soweit - für den Leserpreis 2015 suchen wir eure Lieblingsbücher. Wir sind schon wahnsinnig gespannt, welche Bücher euch in diesem Jahr am meisten begeistern konnten und können das Ergebnis, das am 26. November feststehen wird, gar nicht erwarten! PS: Die Gewinner stehen mittlerweile fest! Hier könnt ihr alle Preisträger und Platzierungen sehen! Unsere große Verlosung für euch! Jedes Jahr, wenn der Leserpreis näher rückt, dann kommt bei uns eine ganz besondere Stimmung auf. Es ist ein bisschen, als würde Weihnachten einfach mal 2 Monate nach vorn gezogen und würde ganz lange dauern :-) Deshalb möchten wir euch neben den tollen Buchempfehlungen und der Möglichkeit selbst mitzuentscheiden, auch eine ganz besondere Verlosung bieten. Wir werden nach der Bekanntgabe der Leserpreis-Gewinner insgesamt 5 Buchpakete mit jeweils 50 Neuerscheinungen verlosen. Fünf Gewinner dürfen sich also über eine ordentliche Ladung neuen Lesestoff freuen! Und mal ehrlich - davon kann man doch nie genug haben, oder? 1. Um an der Verlosung teilzunehmen, gibt es verschiedene Möglichkeiten - 3 der 5 Buchpakete verlosen wir unter allen Bloggern, die auf ihrem Blog über den Leserpreis berichten und darauf verlinken. Bitte teilt uns den Link zu eurem Blogbeitrag hier mit, indem ihr oben auf den blauen "Jetzt bewerben"-Button klickt und das Formular komplett ausfüllt! http://www.lovelybooks.de/leserpreis/ Grafikmaterial findet ihr hier! 2. Wenn ihr keinen Blog habt, könnt ihr alternativ auf den Social Media Kanälen wie Facebook, Twitter, Google + und ähnlichen auf den Leserpreis hinweisen. Unter allen, die das machen, verlosen wir noch mal 2 Buchpakete mit jeweils 50 Büchern. Wichtig ist hier, dass ihr euren Beitrag öffentlich teilt und ihn uns hier verlinkt. Bitte verlinkt, indem ihr oben auf den blauen "Jetzt bewerben"-Button klickt und das Formular komplett ausfüllt, direkt auf eurer Posting und nicht auf euer gesamtes Profil. Außerdem müssen in eurem Social-Media-Posting unbedingt der Link zum Leserpreis und der Hashtag #Leserpreis enthalten sein. http://www.lovelybooks.de/leserpreis/ 3. Ihr habt weder einen Blog, noch seid ihr auf einem der Social Media Kanäle aktiv? Dann verratet uns, indem ihr oben auf den blauen "Jetzt bewerben"-Button klickt und das Formular komplett ausfüllt, ein Buch, das ihr durch den diesjährigen Leserpreis entdeckt habt und das ihr jetzt unbedingt lesen möchtet. Unter allen, die das machen, verlosen wir noch mal 5 einzelne Bücher, die die jeweiligen Gewinner auf ihren Wunschzetteln haben. Ihr dürft natürlich auch 1 & 2 oder 1, 2 & 3 kombinieren und so eure Chancen steigern :-) Die Teilnahme ist bis einschließlich 29. November möglich! Wir wünschen euch ganz viel Spaß & schaut doch mal rein, welche Bücher in diesem Jahr das Rennen gemacht haben! PS: Die angehängten Bücher sind ein paar Beispiele, was sich im Buchpaket befinden könnte. Wir haben hier aber eine ganz bunte Auswahl und ihr könnt euch dann von einem riesigen Überraschungsbuchpaket begeistern lassen!

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    • 1599
  • Der Mythos vom "Arbeits"platz

    Der Büro-Ninja

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    28. November 2015 um 17:13

    Was tun die meisten Menschen in einem Büro? Sie dümpeln vor sich hin. Der Mythos vom "Arbeits"platz wurde sicher woanders erfunden. Bei Helm Tech jedenfalls nicht. Die Firma läuft - irgendwie - und beherbergt Mitarbeiter, die so oder ähnlich in vielen Büros sitzen könnten. Jens Jansen lässt Anrufe vom Anrufbeantworter erledigen, Mails mit einem Autoreply, jeweils versehen mit einem Hinweise auf andere Kontakte, an die sich der Kunde wenden solle. Er hat es perfektioniert, seine Leistung so zu dosieren, dass sie nie alarmierend schlecht, aber auch nie beeindruckend gut wird. Jansen ist unauffällig und bemüht, möglichst wenig zu tun. Dasselbe Ziel hat Stefan York, der damit aber Karriere machen möchte. Er stolziert gewichtig mit dem Headset durch die Gänge, damit ihn jeder bei nervenaufreibenden Verhandlungen beobachten kann, die in Wirklichkeit natürlich Privattelefonate sind. Hauptsache, es sieht gut aus. Regelmäßig wird ein Motivationstrainer mit sinnfreien Sprüchen auf das Team losgelassen, der mit speziellen Fragetechniken die Leute mürbe und anfällig für noch mehr Antriebslosigkeit macht. Einzig Elisabeth Pukka arbeitet wirklich. Sie erledigt all das, was Jansen und York liegen lassen, noch dazu viel besser, muss sich aber regelmäßig von York die Anerkennung stehlen lassen. Jansen hat genug, als ein Meeting einberufen wird, das ziemlich offenkundig mit Firmenproblemen verbunden sein wird. Er erscheint einfach nicht und bleibt ab dann verschwunden. Wie sich zeigt, ziemlich gut vorbereitet. Da er die Büros nicht mehr verlassen kann, ohne einen Alarm auszulösen oder entdeckt zu werden, richtet er sich bei Helm Tech in einer vergessenen Abstellkammer häuslich ein. Die ausrangierte Technik aus der Abstellkammer wird zum Zeitvertreib. Mit Hilfe der alten Telefonanlage nimmt Jansen Kontakt zur Außenwelt auf und einer der Anschlüsse, die die Kollegen während der Dienstzeit privat nutzen, wird zum Rettungsanker, wenn ihm in der selbstgewählten Isolation die Decke auf den Kopf fällt. Über "Nina" bekommt er einen wichtigen Kontakt vermittelt. Ganz in der Nähe "wohnt" ein weiterer Angestellter, der keine Lust mehr auf eintönige Büroarbeit hatte und Jansen freundet sich mit ihm an. Jansen, York und Pukka sind drei wunderbar überspitzte Archetypen des modernen Büros. In seiner überzeichneten Form kann einer wie Jansen nur das Verschwinden als ultimatives Mittel wählen, um noch weniger tun zu können als es ohnehin schon der Fall ist. Aber auch das Nichtstun ist schwierig, wie Jansen feststellen muss, alleine und - ohne etwas zu tun. Echtes "Nichts"tun geht nämlich auch nicht. Ein wichtiger Kontakt wird Yussuf Said, der Putzmann. Said ist illegal in Schweden, geflohen aus dem Irak und in beständiger Sorge um seine Familie. Said und Jansen schweißt die Heimlichkeit für eine gewisse Zeit zusammen und Said hilft Jansen, seine Legende zu verfeinern. Für Said wird die Hilfsaktion zu einem Neuanfang, während Jansens alte Kollegen weiter in Stumpfsinn schwelgen und die Nachforschungen der Polizei ebenso wenig unterstützen wie ihren Arbeitsplatz. Jansens Kollegen sind so darauf trainiert, Anrufer unmotiviert abzuwimmeln, dass sie nicht nur Jansens Freundin und seinen Vater mit lustlosen Sprüchen abwimmeln, sondern automatisch auch auf die Polizei so reagieren. Der Panzer aus Gleichgültigkeit ist so dick geworden, dass sich mit Ausnahme von Elisabeth Pukka niemand mehr an solche Details wie den Zeitpunkt des Verschwindens, persönliche Gespräche oder Pläne des Kollegen erinnern kann. Für Jansen ein Segen, für den Job ein Trauerspiel. Lars Berge entwirft ein ziemlich unheimliches Büroszenario. Er erzählt in kurzen Kapiteln, die allesamt mit markigen Werbesprüchen überschrieben sind, von "Let's do it" bis "Melts in your mouth, not in your hands". Man erkennt die meisten davon ziemlich schnell und stellt erstaunt fest, wie gut sie auf die jeweiligen Kapitel zugeschnitten sind. Es ist unterhaltsam, schrullig und schräg, keine Frage, und geht inhaltlich doch weiter. Seine Büromenschen sind so vom Produkt entkoppelt, dass sie so ziemlich alles verkaufen würden, solange es eben als Firmenname über der Eingangstüre steht. Weit weg im Industriegebiet, in unpersönlichen Bürokomplexen fehlt jegliches Engagement für eine Sache, Kreativität und das Gepür für die Kundschaft. Das eine oder andere kennt man vielleicht oder ahnt, dass es vielleicht irgendwo so zugehen könnte. So kumuliert scheint das Bürograuen weit weg zu sein. Helm Tech stellt alle Mitarbeiter über eine Zeitarbeitsfirma an, also etwas, was inzwischen öfter mal in der Zeitung steht. Die Produktion ist sonstwo und den Mitarbeitern fehlt der Bezug zum eigentlichen Triebmittel der Firma - ebenfalls nicht unbekannt. Berge wird zusätzlich die schwedischen Helme nach China verlegen lassen und gibt bei der Gelegenheit preis, dass man unter Sicherheit für den Bürger noch etwas ganz anderes verstehen kann. Bei Lars Berge fällt die Antwort auf Systemprobleme radikal aus und der Kopf der Gegenbewegung erklärt Jansen: "Wachstum erfüllt keine Funktion ... Wir glauben an das Gegenteil des Wachstums. Das, was in unserer Zeit so undenkbar geworden ist, dass es nicht einmal einen Namen hat." Berge lässt ein Gespenst des 19. Jahrhunderts auferstehen, die Ludditen. Protestierende Weber, die so weit gingen, Maschinen zu zerstören, um die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen zu erreichen. Berges Geheimorganisation wählt andere Mittel, nichtsdestotrotz übt sie sich in Sabotage. Das führt unweigerlich zu der Frage, wohin Berges Buch führen soll. Komische Unterhaltung? Ja. Ein Aufruf auch, ja. Zur Sabotage? Eher weniger. Aber vielleicht zum Hinterfragen der Strukturen? Bevor es so weit kommt, dass Leute komplett abdriften? Bevor Leute Webstühle zerschlagen, sozusagen? Je nach Arbeitsplatz muss die Antwort wohl jeder selber finden, aber es hilft, sich zusammen mit Lars Berge auf unterhaltsame Art über seinen Arbeitsplatz auszutauschen. Denn ein bisschen Freude am Job will eigentlich jeder von uns haben.

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  • Nicht nur Stromberg kann Bürosatire

    Der Büro-Ninja

    derMichi

    19. November 2015 um 11:36

    Auch der Schwede Lars Berge hat den vermutlich meistgehassten Arbeitsplatz der Neuzeit zum Handlungsort und Thema seines neuen Romans auserkoren. Ein Abgesang auf die moderne Arbeitswelt und zugleich ein Einblick in den alltäglichen Wahnsinn der Schreibtischtäter. Hauptcharakter Jens Jansen hat im Prinzip nicht viele Sorgen. Freundin, Wohnung und festes Gehalt sollten ihn eigentlich glücklich machen. Er ist als nicht unwichtiger Angestellter in einem Unternehmen tätig, das Fahrradhelme herstellt. Doch sein Bürojob treibt ihn langsam aber sicher in den Wahnsinn. Jeden Tag die selben Kollegen, die selben Aufgaben, der selbe Kaffee und die selben Kabbeleien untereinander. Deshalb beschließt er einfach zu verschwinden. Für seine Kollegen und Angehörigen ist er verschollen, doch in Wirklichkeit hat er seinen Arbeitsplatz nie verlassen. Er lebt unbemerkt in einem vergessenen Abstellraum, bis er eines Tages feststellt, dass er vielleicht nicht der Einzige ist, der diesen Ausweg gesucht hat. So nüchtern Bürogebäude normalerweise sind, hier wird der Ort der Handlung zu einem aufregenden Labyrinth mit völlig neuen Möglichkeiten. Zwischen ausgedienten Telefonen und Faxgeräten schlägt der ungewöhnliche Held Jens Jansen sein Lager auf und lernt das Unternehmen von einer ganz anderen Seite kennen. Es scheint ein universales Motiv zu sein, das in den meisten westlichen Industrienationen funktioniert. Der sichere Job, den mancher gerne hätte, der aber letztendlich zur toten Routine wird. Geld und Sicherheit sind offenbar doch nicht alles und der Autor lässt seinen Hauptprotagonisten radikal auf diese Erkenntnis reagieren. Das ergibt eine ebenso entlarvende wie stellenweise surreal verdrehte und manchmal sogar schockierende Abrechnung mit der Welt jener Bürohengste, deren Horizont jenseits der Schreibtischkante endet. Das Ganze liest sich dann auch noch so unverschämt leichtgängig, dass man das Buch einfach nicht aus der Hand legen möchte. Zudem sind die meisten Kapitel kaum mehr als drei Seiten lang, was den Leser bei Laune hält und kurzweilige Lektüre garantiert. Die englischen Überschriften der einzelnen Abschnitte könnten glatt aus einem Management-Handbuch für Fortgeschrittene stammen, passen allerdings nicht immer zum Inhalt. Vermutlich Absicht. Wer schon einmal selbst einen Bürojob hatte, wird hier vermutlich manches wiedererkennen. Aber auch unvorbelastete Leser werden mit Sicherheit ihren Spaß am Büro-Ninja haben. Wer also nicht unbedingt in der Chefetage sitzt und deshalb keine Kritik an modernen Büroarbeitsplätzen duldet, der ist hier genau richtig. Originaltitel: Kontorsninja (Büroninja) Seitenzahl: 256 Format: 13,4 x 21,3 cm, Klappenbroschur Verlag: carl's books

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  • Eine köstliche Satire auf das Berufsleben

    Der Büro-Ninja

    tootsy3000

    10. November 2015 um 20:16

    Eine köstliche Satire auf das Berufsleben ist Lars Berge mit dem Roman gelungen. Jens Jansen findet das beste Versteck überhaupt um bei zu verschwinden – bei der Arbeit! Und den Kollegen im Großraum Büro fällt es nicht einmal auf, grandios! Oft hat man doch wirklich das Gefühl, als Mensch nicht wahrgenommen zu werden. Und gerade in einem Großraum Büro herrsch so ein Tunneldenken, da fällt wohl einiges nicht auf. Aber Jens Jansen ist nicht nur verschwunden, nein, er hat sein Verschwinden bis ins kleinste Detail geplant. Er hat an alles gedacht, bloß nicht daran, dass sein Vater ihn suchen würde. Unglaublich komisch und mit viel schwarzem Humor durchsetzt und wirklich gut durchdacht mit Situationen, die so manches mal durchaus Realitätsnah sind. Natürlich ist auch viel übertrieben und manches total durchgeknallt. Was ich etwas zu viel fand, waren die pornografischen Darstellungen, die waren wirklich hard-core und nicht Softporno. Das Cover ist total gelungen und passt genau zu der Geschichte. Ein Schreibplatz nach dem Anderen und an einem sieht man nur noch die Beine darunter heraus ragen. Lars Berge, geboren1974, ist Journalist, Kolumnist und erfolgreicher Dokumentarfilmer und Drehbuchautor. Sein Romandebüt gab er er mit “Der Büro-Ninja”. Mein Fazit: Ein schnell zu lesender Roman, dessen Witz nicht ganz so bei mir angekommen ist. Aber das liegt wohl an der Übersetzung. Ein Witz kann in der Landessprache superkomisch sein, in der Übersetzung kommt der dann aber bei weitem nicht mehr so gut an. Und das ist glaube ich das Hauptproblem an dem Buch. Könnte ich Schwedisch hätte ich es wohl im Original gelesen und mich köstlich amüsiert. So habe ich mich, mit einigen wenigen Ausnahmen, köstlich unterhalten!

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  • Tolle Satire!

    Der Büro-Ninja

    sofie

    „Normalerweise hätte Gunnar Liden […] einen beträchtlichen Teil seiner Arbeitszeit verwendet, um dem Personal eine Lektion über sein Lieblingsthema zu halten: Helm Techs Verhaltensregeln und Codex einschließlich des sogenannten Helm-Tech-Geistes – ein Firmenkult, den externe Berater künstlich erschaffen hatten und der bei näherem Hinsehen auffällige Gemeinsamkeiten mit dem Faschismus aufwies.“ (S. 195) „Der Büro-Ninja“ ist ein wunderbar skurriler Roman über die heutige Arbeitswelt. Es geht um Jens Jansen (ich vermute das ist die schwedische Version von Thomas Müller), ein absoluter Durchschnittsmensch, der aus allem aussteigt. Er geht aber nicht in die Wildnis, sondern taucht in seinem Großraumbüro in einer Abstellkammer unter. Er verschwindet einfach und macht nicht mehr mit. Das klingt absurd, aber so pointiert wie Lars Berge die typischen Bürocharaktere darstellt, wirkt der Mann, der sich einen Ninja-Anzug anzieht und in der Abstellkammer lebt, plötzlich wie der vernünftigste Mitarbeiter in der Firma. Denn Helm Tech hat alles – von der ehrgeizigen Karrieristin, die von den Männern übersehen wird bis hin zum externen Unternehmensberater, der anhand von pseudoasiatischen Weisheiten versucht die Moral zu stärken. Der Humor ist zum Teil bitterböse und tiefschwarz, eine tolle Satire und Gesellschaftskritik. Aber auch die erzählte Geschichte ist spannend. Besonders haben mir die Kapitelüberschriften gefallen: es sind jeweils englische Werbeslogans verschiedenster Firmen, die mehr oder weniger zum Kapitelinhalt passen. Für mich ein absolut gelungenes Romandebüt, ich warte auf jeden Fall auf weitere Werke von Lars Berge. 5 von 5 Sternen!

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    • 3

    sofie

    03. November 2015 um 17:36
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