Lars Jaeger

 4,4 Sterne bei 48 Bewertungen
Autor von Mehr Zukunft wagen!, Supermacht Wissenschaft und weiteren Büchern.
Autorenbild von Lars Jaeger (©Gsell Photography)

Lebenslauf

Dr. Lars Jaeger, 51, hat Physik, Mathematik, Philosophie und Geschichte in Bonn und Paris studiert und mehrere Jahre in der theoretischen Physik im Bereich der Quantenfeldtheorien und Chaostheorie (Universität Bonn, Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme in Dresden) geforscht. Er lebt seit fünfzehn Jahren in der Nähe von Zürich, wo er – als umtriebiger Querdenker – zwei eigene Unternehmen aufgebaut hat, die institutionelle Finanzanleger beraten. Die Begeisterung für die Naturwissenschaften und die Philosophie hat ihn nie losgelassen. Im September 2014 publizierte Jaeger “Die Naturwissenschaften – Eine Biographie”, das einem breiten Publikum die Geschichte des naturwissenschaftlichen Denkens zu öffnen beabsichtigt. Sein zweites Buch heißt "Wissenschaft und Spiritualität" und erschien im September 2016. Es thematisiert die Zusammenhänge und Wechselwirkung von Wissenschaft und spirituellem Denken. Sein Buch "Supermacht Wissenschaft – Unsere Zukunft zwischen Himmel und Hölle" befasst sich mit der technologischen Zukunft, im September 2018 erschienen: von ihm "Die zweite Quantenrevolution - Vom Spuk im Mikrokosmos zu neuen Supertechnologien" und im September 2019 ".Mehr Zukunft wagen!Wie wir alle vom Fortschritt profitieren". Sein neustes Buch (erschien im September 2020) ist Sternstunden der Wissenschaft. Eine Erfolgsgeschichte des Denkens".  Auf seiner Webseite publiziert Jaeger zu Themen aus den Naturwissenschaften, Technologie, Philosophie und Spiritualität. 

Alle Bücher von Lars Jaeger

Neue Rezensionen zu Lars Jaeger

Cover des Buches Emmy Noether. Ihr steiniger Weg an die Weltspitze der Mathematik (ISBN: 9783878001614)
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Rezension zu "Emmy Noether. Ihr steiniger Weg an die Weltspitze der Mathematik" von Lars Jaeger

Emmy Noether
Lust_auf_literaturvor einem Jahr

Wer war Emmy Noether? 

Ich wusste bis jetzt so ziemlich gar nichts über diese bedeutende Mathematikerin (1882-1935). Ich selbst habe trotz meines ingenieurwissenschaftlichen Studiums nur die bare basics in Mathematik und obwohl ich heute im MINT Bereich arbeite, nutzte ich die Mathematik nur dilettantisch als stumpfes Werkzeug mit Hilfe von Computern.

Aber natürlich will ich eine Biografie über Emmy Noether lesen und mehr über diese Frau mit der genialen Fähigkeit zur Abstraktion wissen!


Lars Jaeger beschreibt mit seiner chronologisch aufgebauten Biografie den schwierigen und steinigen Weg Noethers hin zum wissenschaftlichen Arbeiten. Anfang des 20. Jahrhunderts ist es Frauen nur in Ausnahmefällen und mit Sondergenehmgung erlaubt, ein akademisches Studium aufzunehmen und Noether muss einige Umwege in Kauf nehmen.

Auch später, als ihre außergewöhnlichen Leistungen und Ergebnisse bereits bekannt sind, tut sich die akademische und die restliche Welt sehr, sehr schwer, Noether die ihr zustehende Anerkennung zukommen zu lassen. Geschweige denn eine ordentliche Bezahlung. Den größten Teil ihres Lebens wird Noether für ihre Arbeit und Lehrtätigkeit nicht (!) bezahlt!

Es bleibt für mich ein Rätsel, das auch Jaeger nicht befriedigend beantwortet, wie sie ihren Lebensunterhalt bestreiten konnte.


In Göttingen spielt Noether neben dem Mathematiker Hilbert eine wesentliche Rolle in der Endphase der allgemeinen Relativitätstheorie, die jedoch in der öffentlichen Wahrnehmung unberücksichtigt blieb.


Im Laufe ihres Lebens wird sie große Erfolge in der abstrakten Algebra erzielen, aber wenig Anerkennung in der theoretischen Physik erhalten.


Leider fällt Jaegers Biografie von Emmy Noether für mich eher enttäuschend aus, was aber vermutlich an meinen falschen Erwartungen lag. Ich hatte mir einen breiteren Fokus auf die soziale und gesellschaftliche Einordnung von Noethers Leben gewünscht. Mehr Informationen über Noethers Standpunkte und Meinungen, Jaeger lässt seine Hautfigur kaum selbst zu Wort kommen. Stattdessen geht Jaeger passagenweise sehr auf die mathematische Arbeit von Noether ein, was ich auch interessant gefunden hätte, wäre es populärwissenschaftlich etwas netter aufbereitet worden.


Als lobenswert möchte ich dennoch die Abschnitte hervorheben, in denen Jaeger auf die unterschiedliche Rezeption zwischen den Geschlechter in der akademischen/mathematischen Welt hinweist und die gesellschaftlichen Widerstände und Vorurteile beschreibt, mit denen Noether zu kämpfen hatte.


Wie Jaeger betont, wurde sogar noch in ihrer Trauerrede Noethers Lebensleistung darauf heruntergebrochen, dass sie eine Ausnahmeerscheinung unter den Frauen darstellte und für eine Frau eine herausragende Mathematikerin war.


Das Nachwort von Jaeger fällt leider kurz aus und hätte noch einmal die Möglichkeit geboten, ausführlicher auf das Thema Geschlecht und Mathematik einzugehen und Noethers Leistungen in diesem Kontext einzuordnen.


Final stimmt mich die gutgemeinte Aussage Jaegers nachdenklich, der speziell Mädchen und Frauen ermuntert, Emmy Noether als großes Vorbild anzusehen, auf Grund ihrer außerordentlichen und vielfältigen Eigenschaften auch jenseits der Mathematik. Ich würde die Vorbildfunktion gerne auf alle Menschen ausgeweitet sehen.


Emmy Noether wechselte auf Grund der anbrechenden Nazi Herrschaft und ihrer damit verbundenen Absetzung in die USA an das Bryn Mawr College. Dort starb sie überraschend 1935. Emmy Noether blieb unverheiratet und kinderlos.

Cover des Buches Emmy Noether. Ihr steiniger Weg an die Weltspitze der Mathematik (ISBN: 9783878001614)
Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Emmy Noether. Ihr steiniger Weg an die Weltspitze der Mathematik" von Lars Jaeger

Emmy Noether - Ein Leitstern für die theoretische Physik
Bellis-Perennisvor einem Jahr

Lars Jaeger, Autor und Naturwissenschaftler, nimmt sich in diesem Buch einer fast vergessenen Frau an: der brillanten deutschen Mathematikerin Emmy Noether (1882-1935). Sie gilt als Begründerin der Modernen Algebra, ohne die zahlreiche Erkenntnisse in der Physik nicht möglich (gewesen) wären.    


Emmy Noether wächst in einer liberal-jüdischen Familie auf und hat, wie Vater Max und Bruder Fritz einen messerscharfen, brillanten mathematischen Verstand. Nach einem Abschluss als Sprachlehrerin nimmt sie mit einer Sondererlaubnis ein Mathematikstudium auf. Lange verwehrt man ihr die Promotion. Sie geht nach Göttingen und arbeitet dort mit den Koryphäen ihrer Zeit. Weil sie eine Frau ist, erhält sie weder Gehalt noch eine akademische Position. Dennoch sind ihre Vorlesungen bestens besucht. Ihre, für die Physik, bahnbrechenden Arbeiten werden von Kollegen und Professoren ohne Nennung ihres Namens und Mitwirkens veröffentlicht.  


Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wird sie der Universität verwiesen. Unbeirrt lehrt sie in ihrer kleinen Dachkammer weiter, muss aber einsehen, dass sie Nazi-Deutschland verlassen muss. Sie überlegt in die Sowjetunion zu emigrieren, nimmt aber dann die Einladung in die USA an und lehrt u.a. in Princeton. 


Emmy Noether stirbt wenige Tage nach einer Unterleibsoperation im April 1935 mit nur 53 Jahren. 


Meine Meinung: 


Das Buch ist eine wissenschaftliche Biografie, vielleicht weil es über den privaten Menschen Emmy Noether wenig bekannt ist. Sie lebt für die Mathematik. Zeit ihres Lebens bleibt ihr die gebotene Anerkennung versagt. Selbst ihre engsten Kollegen mokieren sich in despektierlicher Weise über ihre Lebensweise und ihr Aussehen. Emmy Noether muss, weil ja ihre Arbeit nicht bezahlt wird, von ihrem schmalen Erbe leben. Da sind keine großen Sprünge möglich. 


„Als Studentin und junge Mathematikerin wurde sie von ihren männlichen Kollegen nach den Maßstäben der damaligen Zeit beurteilt. Fast ausnahmslos gingen sie bei der Einschätzung ihrer beruflichen Leistungen auf die Tatsache ein, dass es sich bei Emmy Noether um eine Frau handelte - immer mit dem Ergebnis, dass weniger talentierte Mathematiker ihr vorgezogen wurden.“ (S. 166) 


Und selbst in ihrer Trauerrede wird sie klein gemacht und ihre wissenschaftliche Arbeit herabgewürdigt. 


Um das Buch wirklich genießen zu können, ist einerseits eine hohe Konzentration und andererseits gewisse Vorbildung in Mathematik und Physik notwendig. Der Autor setzt doch ein wenig mehr als Abiturwissen voraus. Manchmal schweift er von Emmy Noethers Biografie ab, um später nachfolgenden Wissenschaftlern breiten Raum zu geben. Überhaupt liest sich das Buch wie das Who-is-Who der Mathematik und Physik. Von Albert Einstein, Erwin Schrödinger, Max Planck zu Ernst Mach oder den wenigen Mathematikerinnen wie Grete Herrmann (Noethers erste Doktorandin) und Olga Taussky-Todd bis zu Kenjiro Shoda oder Baartel Leendert van der Waerden. 


Sehr gut, weil kritisch, sind die Anmerkungen des Autors zu den diskriminierenden Aussagen von Emmy Noethers Zeitgenossen.  


Ergänzt wird diese Biografie von zahlreichen Abbildungen, eine Vielzahl von Fußnoten sowie ein ausführliches Quellenverzeichnis und Hinweise auf weiterführende Literatur. 


Fazit:


Dieser Hommage an eine zu Unrecht fast vergessene brillante Mathematikerin, ohne deren Kunst zur mathematischen Abstraktion, zahlreiche Erkenntnisse für die Physik und Mathematik nicht möglich gewesen wären, gebe ich gerne 5 Sterne.


 

Cover des Buches Emmy Noether. Ihr steiniger Weg an die Weltspitze der Mathematik (ISBN: 9783878001614)
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Rezension zu "Emmy Noether. Ihr steiniger Weg an die Weltspitze der Mathematik" von Lars Jaeger

Lars Jaeger - Emmy Noether. Ihr steiniger Weg an die Weltspitze der Mathematik
birgitdvor einem Jahr

Eine gut geschreibene Biografie über eine Frau, deren Namen in Vergessenheit geriet.
Sehr zu Unrecht, haben doch ihre Publikationen die Grundlage für die allgemeine Relativitätstheorie von Einstein gebildet.
Eine bewunderungswerte Frau, sie unterrichtete, bekam aber kein Salär
So lebte sie unter recht bescheidenen Umständen.
Als 1933 die Nazis an die Macht kamen, emigrierte sie in die USA, dort wurde sie dann auch bezahlt.
Es ist unbeschreiblich, was Frauen vor grade mal 120 Jahren angetan wurde.
Und wie langsam sich das änderte
Dieses Buch ist großartig

Gespräche aus der Community

Die „Die Naturwissenschaften. Eine Biographie“ erzählt und erklärt auch Lesern ohne Vorkenntnisse anschaulich und verständlich – in großen verbindenden Bögen – die Geschichte der Naturwissenschaften von ihren Ursprüngen bis heute. Dabei wird nicht nur dargelegt, wie sehr das abendländische Denken vom jeweiligen Forschungsstand beeinflusst wurde; es wird auch deutlich, wie wichtig ein Verständnis der Entwicklung der Naturwissenschaften für die kluge Gestaltung unserer Zukunft ist. Ich will beides liefern: Orientierungshilfe und spannende Lektüre, und dabei auch etwas Grundlegendes vermitteln: die grosse Magie des Wissens.

Ihr könnt diese Magie des Wissens selber erleben. Dabei ist es natürlich spannend für mich zu erfahren, wie man als Sachbuchautor Wissenschaft und ihre Bedeutung für unser Leben am besten vermittelten kann, eher durch Geschichten und Anekdoten, durch Erklärungen, Historisches, oder vielleicht mit Hilde eines fiktionalen Rahmens? Oder etwa ganz anderes?

Nachdem die Buchverlosung stattgefunden hat, freue ich mich nun auf die Leserunde. Natürlich freue ich mich auch über Teilnehmer, die leider kein Buch gewonnen haben. Dabei habe ich mir gedacht, teilen wir die Leserunde in verschiedene Abschnitte ein. Nach oder während des Abschnittes werde ich auf Fragen und Anregungen eingehen. Ich werde vielleicht nicht jeden Tag reinschauen können, aber so oft es nur irgend  geht.

 

Auf Anregungen zur Gestaltung der Leserunde gehe ich auch gerne ein.

Leseprobe gibt es übrigens unter:

http://www.springer.com/new+%26+forthcoming+titles+(default)/book/978-3-662-43399-7

 

59 Beiträge

Zusätzliche Informationen

Lars Jaeger wurde am 07. August 1969 in Heidelberg (Deutschland) geboren.

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