Inhalt: In einer Einrichtung für schwer erziehbare Jugendliche in Sundsvall wird eines der Mädchen und ihre Betreuerin auf brutalste Weise ermordet. Nach Eintreffen der Polizei wird festgestellt, dass eines der Mädchen verschwunden ist. Natürlich fällt der Verdacht auf sie, die Täterin zu sein. Allerdings gibt es keine Zeugen für die Tat. Kommissar Joona Linna soll bei diesem verzwickten Fall als Beobachter agieren. Kurze Zeit später meldet sich eine verzweifelte Frau, dass ihr Auto gestohlen wurde. Auf dem Rücksitz saß noch ihr vierjähriger Sohn. Joona ermittelt mit Hochdruck, aber immer wieder werden ihm Steine in den Weg gelegt. Kann er es schaffen, die beiden zu finden, oder ist alles zu spät?
Meinung: Ich bin ja bereits ein großer Fan der Jona Linna Reihe, daher spare ich mir die Bücher auch ein bisschen auf. Das Cover ist zwar nicht ganz mein Geschmack, aber es ist schon ein Blickfang. Ins Buch bin ich, wie immer, sehr gut gestartet. Man wird direkt in die Handlung gezogen, was mir immer besonders gut gefällt. Der Schreibstil und die kurzen Kapitel lassen die Seiten nur so an oben vorbei fliegen. Die Spannung wurde zwar hoch gehalten, aber der Mittelteil war mir zu langatmig. Joona ist durch seine kantige Art sicherlich nicht gerade der Sympathieträger sondergleichen, aber ich mag seine Intelligenz. Er scheut sich vor keinem noch so verzwickten Fall. Mit dem Ende habe ich nicht gerechnet. Insgesamt muss ich aber sagen, dass dieser Teil im Vergleich zu den Vorgängern deutlich schwächer ist.
Lars Kepler

Lebenslauf
Gemeinsam schreibt es sich noch besser: Lars Kepler ist das Pseudonym des schwedischen Ehepaares Alexandra und Alexander Ahndoril. Ihr Debüt "Der Hypnotiseur" war in Schweden sensationell erfolgreich und das Buchereignis des Jahres.
Der Roman erscheint in über dreißig Ländern. Gleichzeitig bildete er den Auftakt um die Krimireihe um Kommissar Joona Linna.
Die Bücher der Ahndorils wurden mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet. Das Ehepaar lebt mit seinen drei Kindern in Stockholm.
Alle Bücher von Lars Kepler
Der Hypnotiseur
Der Sandmann
Flammenkinder
Paganinis Fluch
Lazarus
Der Spiegelmann
Ich jage dich
Hasenjagd
Neue Rezensionen zu Lars Kepler
Ein Mann wird bei einem Fußballplatz ermordet aufgefunden. Als man die Familie informieren möchte, findet man auch diese ermordet auf. Anscheinend wollte der Täter die gesamte Familie auslöschen. Nur der Sohn überlebt mit schweren Verletzungen. Landeskripokommissar Jonna Linna erfährt, dass es noch eine ältere Schwester gibt, aber niemand weiß, wo diese sich befindet. Um diese vor den Täter zu schützen, muss er mit dem Jungen Josef reden. Um diesen nicht weiter zu traumatisieren, setzt er sich mit Erik Maria Bark in Verbindung, der früher als Hypnotiseur gearbeitet hat. Allerdings hatte er versprochen, dass er keine Hypnosen mehr durchführt. Doch Joona überzeugt Erik, dass eine Hypnose hier unbedingt nötig ist.
Ich hätte am Anfang nicht gedacht, dass das Buch so gut wird. Nach ca. 100 Seiten habe ich gedacht, dass der Fall ja geklärt ist. Aber durch die Hypnose wurde noch etwas anderes in Gang gesetzt und das Buch hat plötzlich eine Wendung genommen, mit der ich gar nicht gerechnet habe.
Nach den 100 Seiten hat es auch etwas gedauert, bis ich den Sinn hinter der Länge des Buches verstanden habe. Ein Krimi mit über 600 Seiten ist eine Ansage und diesen muss man auch mit Inhalt füllen. Ich denke, dass man diesen durchaus etwas kürzen können, besonders am Anfang. Aber als es dann zur Sprache von Eriks Vergangenheit ging und geklärt wurde, warum er nicht mehr hypnotisierte, wurde es richtig spannend. Da gab es auch einen Bruch bei der Erzählung. Vorher gab es den wechselnden personellen Erzähler. Man hat zwischen den Sichten von Erik, seiner Frau und Joona gewechselt. Als Eriks Vergangenheit erzählt wurde, bekam man die Ich-Perspektive. Ich fand diese zu dem Zeitpunkt auch passend, weil es eben seine persönliche Sicht der Dinge war. Diesen Teil, der auch recht lang war, fand ich auch am spannendsten, weil es da um die Hypnose selbst ging und was Erik mit dieser Methode der Therapie erforscht hat.
Der Schluss war dann besonders spannungsgeladen und dramatisch. Davor gab es falsche Spuren und ein paar Strohmänner wurden aufgebaut. Mir kam irgendwann ein Gedanke, was dahinterstecken könnte und dieser hat sich auch am Ende bestätigt. Dennoch war die Auflösung komplexer, als ich es gedacht habe. Das Buch hat mich bei der Stange gehalten und gut unterhalten. Ich wollte ab einem gewissen Punkt dieses nicht mehr aus der Hand legen und war voll im Geschehen.
Noch zwei sonstige Anmerkungen zum Buch:
Offensichtlich fand ich das Buch gutgeschrieben. Man war nah an den Figuren dran und konnte ihre Handlungen nachvollziehen. Ich fand es nur etwas witzig, dass das Autorenpaar (der Autorenname ist ein Pseudonym für ein Autorenpaar) ein Lieblingswort hatte: gestresst. Ständig hat jemand gestresst ausgesehen, einen gestressten Blick zugeworfen oder zeigte in seinen Handlungen, dass er gestresst war. Das Wort bzw. der Ausdruck wurde schon etwas inflationär verwendet. Zudem wurde es meist nicht gesagt (Show don’t tell wurde hier nur selten eingehalten), sondern es ständig als Tatsache hingestellt.
Bei den Ermittlungen waren die Betroffenen, also das Ehepaar Bark, mehr in den Ermittlungen involviert, als Joona Linna selbst. Er hatte für mich, als Ermittler des Buches, etwas zu wenig Screentime, obwohl ich auch sagen muss, dass ich die Sichten der anderen Figuren auch interessanter als seine fand. Über ihn hat man recht wenig erfahren, außer dass er eine Freundin namens Disa hat und anscheinend immer Recht hat. Und wenn man ihn nicht glaubt, sich aber am Ende herausstellt, dass er richtig gehandelt hat, reibt er es gern den Leuten mit „Ich hatte Recht“ unter die Nase. Zudem scheinen seine blonden Haare immer verstrubbelt zu sein. Aber ansonsten weiß man recht wenig über ihn, außer dass er nicht ein ganz grimmiger Ermittler ist, aber der weiß, wie man sich durchsetzt und wohl gern auch etwas allein arbeitet.
Fazit: Mir hat der Schwedenkrimi sehr gut gefallen. Man sagt diesen ja nach, dass diese düster und teilweise langatmig sind. Ja, am Anfang war er beides bzw. war mir zunächst überhaupt nicht klar, wie man die vielen Seiten füllen möchte. Aber da steckte sehr viel Inhalt drin und vielleicht war die ein oder andere Fährte unnötig, aber langweilig war es nicht. Ich habe mich auch an der einen Stelle gefragt, warum Erik nicht selbst auf die Erkenntnis kommt, aber vielleicht kann man das auch nicht so sagen. Wenn man in der Situation ist, kann man das nicht so neutral und nüchtern betrachten, weil ja doch viele Emotionen mitgeschwungen sind. Joona Linna wurden ja nicht alle Details erzählt, ansonsten hätte er vielleicht eher darauf kommen können. Was man zum Ermittler zumindest sagen kann, dass er sehr pfiffig wirkt (und chronisch überarbeitet, aber das ist ja meistens bei Krimis/Thrillern so). 4,5 Sterne.
Die Kommissarin Saga ist beurlaubt. Dann bekommt sie eine handgeschriebene Postkarte mit dem Hinweis, dass die Versenderin 9 Leben töten will und eins davon Joona Linna, Sagas Kollege und Freund, ist. Es werden dann auch schnell Leichen gefunden, die in einem Kokon aufgehängen wurden und alle einen Bezug zu Saga hatten. Saga wird mit ins Team geholt und ein Wttlauf gegen die Zeit beginnt.
Wenn man die ganzen Hintergründe verstehen will, sollte man die Vorgänger Bände des Autoren kennen. Denn es wird oft auf früheren Handlungen und Begegnungen eingegangen. Das machte mir das Verständnis teilweise schwer, da ich die anderen Bücher nicht kannte.
Ansonsten ist es ein raffinierter Thriller. Der Spannungsbogen steigert sich kontinuierlich und ich habe mit gefiebert. Einige Beschreibungen sind aber schon sehr eklig gewesen. Auf jeden Fall habe ich einen Tatort noch nie so beschrieben bekommen bzw. war das eine neue Idee des Fundortes.
Ich habe den Thriller gerne gelesen, fand es aber störend, dass ständig Bezug auf frühere Handlungen genommen wurden.
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Gnadenloser Mord in Stockholm
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