Lars Lenth

 3.8 Sterne bei 25 Bewertungen

Lebenslauf von Lars Lenth

Lars Lenth, Jahrgang 1966, ist ein Angel-Profi und hat sich damit sowohl auf dem skandinavischen Buchmarkt als auch im Fernsehen einen Namen gemacht. Er spielte in TV-Serien mit und brachte einige DVDs zum Thema Fliegenfischen heraus. Wenn er nicht gerade angelt oder schreibt, steht er mit einer seiner Rock-Bands auf der Bühne. Bei zahlreichen Besuchen in Deutschland begeisterte er mit seinen Lesungen, bei denen er oft auch selbst zur Gitarre greift.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Lars Lenth

Cover des Buches Der Lärm der Fische beim Fliegen (ISBN: 9783809026914)

Der Lärm der Fische beim Fliegen

 (15)
Erschienen am 12.03.2018
Cover des Buches Schräge Vögel singen nicht (ISBN: 9783734104299)

Schräge Vögel singen nicht

 (10)
Erscheint am 14.02.2022
Cover des Buches Der böse Wolf von Østerdalen (ISBN: 9783809027249)

Der böse Wolf von Østerdalen

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Erscheint am 25.10.2021
Cover des Buches Schräge Vögel singen nicht (ISBN: 9783869743950)

Schräge Vögel singen nicht

 (0)
Erschienen am 23.09.2019
Cover des Buches Schräge Vögel singen nicht (ISBN: B07XGK1Y4B)

Schräge Vögel singen nicht

 (0)
Erschienen am 23.09.2019

Neue Rezensionen zu Lars Lenth

Neu

Rezension zu "Schräge Vögel singen nicht" von Lars Lenth

Der Titel bringt es auf den Punkt
Xanakavor einem Jahr

Leo Vangen ist Rechtsanwalt, aber da er die laut norwegischem Rechtssystem noch keine drei Gerichtssachen erfolgreich absolviert hat, ist er nur Rechtsreferendar. Aber das stört ihn nicht. Er lebt nach seiner Scheidung im alten renovierungsbedürftigen Haus seiner Eltern auf der Insel Baerum. Auf Baerum allerdings fällt Leo Vangen als durchschnittlicher Typ zwischen den Reichen, Schönen und Korrupten auf. Diese haben es sogar geschafft, dass auf Grund des Fluglärms, der über die Insel hinwegging, ein neuer Flugplatz weiter entfernt gebaut wurde. Und doch wird genau vor der Insel ein Toter mit Betonklötzen an den Füßen entdeckt. Jedoch liegt keine Vermisstenmeldung aus der Gegend vor. Aufgrund des Zahnstatus wird klar, es kann sich nur um einen der illegal eingereisten polnischen Bauarbeiter handeln, die am Bauprojekt des alten Flughafens arbeiten und dort ein neues Wohnprojekt erbauen sollen.

Aber es gibt da auch noch Terje Klavenes. Er ist Projektleiter für das Wohnprojekt und mit allen Wassern gewaschen. Für ihn zählt nur der Erfolg, wie er und mit welchen Mitteln er erreicht wird, ist ihm egal. Dafür gibt es Nils und Rino. Die beiden sind für das Grobe zuständig und erinnern mit ihren Handlungen zeitweise echt an die Olsenbande. Und auch wenn es in diesem Buch um einen Mord geht, gibt es in diesem Buch viele Skurrilitäten, die einem beim Lesen ein Grinsen ins Gesicht zaubern.

In diesem Buch spielt Lars Lenth häufig mit Übertreibungen und absurden Begebenheiten. Aber ich denke, es passt genau zu diesen Protagonisten. Ein mitunter rabenschwarzer Humor lassen einem mitunter beim Lesen vergessen, dass es ja auch noch einen Mordfall aufzuklären gibt.

Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung und verdiente vier Lesesterne.

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Rezension zu "Schräge Vögel singen nicht" von Lars Lenth

Bitterböse und rabenschwarz
Bibliomarievor einem Jahr

Leo Vangen als verkrachte Existenz zu beschreiben, wäre
nicht richtig. Zwar hat er, trotz eines erfolgreichen Studiums, nie seine
Anwaltszulassung erhalten und arbeitet jetzt stundenweise als Referendar in
einer Kanzlei. Ehrgeiz hat er wenig, höchstens den, sein Golfhandicap niedrig
zu halten. Er lebt im heruntergekommenen Sommerhaus seiner Familie, mit seinem
Untermieter, einem erfolgloser Bildhauer, zur Gesellschaft.

Trond Bast ist dauerkrankgeschrieben und verbringt seine
Tage beim Angeln, sein Schnitt ist eine knappe Meerforelle pro Jahr und als
sein Köder versinkt, mag er seinem Glück nicht recht trauen. Das ist auch gut
so, denn statt eines Fisches hat er ein Leichenteil am Haken.

Uns so kommt Leo ins Spiel, denn er angelt ebenfalls gern an
der Stelle. Als er einen Anruf seiner Jugendliebe, der jetzt unerreichbar
erscheinenden, erfolgreichen Kommissarin Mariken erhält, beginnt er dort zu ermitteln,
wo die Polizei nicht hingeht.

Wirtschaftskriminalität, Bodenspekulation, Betrug – es gibt
nichts wovor Terje Klavens zurückschreckt, als Handlanger hat er Nils und Rino,
zwei kleine Unterweltgangster. Während Nils strohdoof, aber brutal ist und am
liebsten andere Menschen quält oder umbringt, und dafür zu seiner großen Freude
auch noch bezahlt wird, hat sich Rino ein, wenn auch nur wenig Gewissen
bewahrt. Und Leo kommt nicht nur Terje, sondern auch Nils viel zu nah.

Schräge Vögel – der Titel ist Programm. Die Figuren, die
sich Lars Lenth erdacht hat, sind allesamt schräg und abgedreht. Dazu passt
sein Sprachstil, witzig, aber derb und voller skurriler Szenen, die er mit Lust
auskostet. Man muss diesen galligen und rabenschwarzen Humor schon mögen, um
sich bei diesem Kriminalroman zu unterhalten. Dabei nimmt der Autor, wie so oft
in skandinavischen Krimis, auch die sozialen und gesellschaftlichen Missstände
aufs Korn. Allerdings darf man dabei keine Political Correctness erwarten, er
teilt nach allen Seiten aus. Und gerade das hat mir besonders gut gefallen. Das
Buch ist temporeich, der Leser immer ein Stück weiter als Leo oder die Polizei
und eigentlich ahnt man schon, worauf es hinausläuft. Aber der Weg dorthin war
beste Unterhaltung.

Dieser Krimi fällt aus dem üblichen
Skandinavien-Krimi-Rahmen. Dafür sorgt auf den ersten Blick auch das auffällige
in Gelb und Schwarz gehaltene Cover mit linolschnittartiger Abbildung.

Schräge Vögel gibt es überall – Stockenten zum Beispiel,
sind im Frühsommer nicht wählerisch mit ihrem Futter und so kann ein
Vogelschützer seinen Lieblingen auch noch im Tod nützlich sein.

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Rezension zu "Schräge Vögel singen nicht" von Lars Lenth

Die etwas andere Art, sich eines Problems zu entledigen.
ElisabethBulittavor einem Jahr

Mit „Schräge Vögel singen nicht“ legt Lars Lenth einen Roman vor, bei dem der Titel Programm ist, präsentiert er sich doch in vielerlei Hinsicht „schräg“ und thematisiert u.a. den Bereich Umweltschutz. Erschienen ist dieser 288-seitige Roman im September 2019 bei Limes. Laut Verlag handelt es sich hierbei um den zweiten Fall für den eher erfolglosen, nichtsdestotrotz sympathischen Rechtsreferendar Leo Vangen, in Norwegen jedoch erschien dieser vor dem schon im vorangegangenen Jahr in Deutschland herausgebrachten Roman „Der Lärm der Fische beim Fliegen“.

Leo Vangen lebt als langjähriger Rechtsreferendar, der es nicht schafft, seine Anwaltszulassung zu erlangen, ein ruhiges und halbwegs zufriedenes Leben im Haus seiner Eltern auf Bærum, der Insel der Schönen und Reichen vor Oslo. Als der seit Langem krankgeschriebene Markisenhändler Trond Bast beim Angeln jedoch statt eines Fisches ein Ohr am Haken hat, ist es mit der Beschaulichkeit vorbei. Später soll sich herausstellen, dass es sich bei dem Ohr um das Körperteil eines polnischen Bauarbeiters handelt. Gemeinsam mit seiner ehemaligen „Flamme“ Mariken macht Leo sich daran, dem Verbrechen auf die Spur zu kommen – und stößt dabei auf an Netz von Korruption, Geldgier und Brutalität.

Er ist hart umkämpft, der Grundstücks- und Immobilienmarkt vor den Toren von Norwegens Hauptstadt Oslo – das bekommen die Charaktere in diesem Roman zu spüren. Und es wird mit harten Bandagen gekämpft: Menschenrechte, Arbeitnehmerrechte, Naturschutz – all dies spielt für die Spekulanten keine Rolle. Vor nichts schrecken sie zurück, wenn es darum geht, eigene Interessen durchzusetzen, seien es Fäkalien in Briefkästen, Entführung oder gar zerstückelte Leichen, die später als Vogelfutter dienen.

Dafür, dass dieses Schreckensszenario jedoch den Leserinnen und Lesern nicht allzu sehr an die Nieren geht, sorgt die Skurrilität der Charaktere. Alle in diesem Roman, mit Ausnahme von Mariken vielleicht, sind irgendwie kurios. Da ist zum einen Leo, der es trotz guter Voraussetzungen nicht schafft, etwas aus seinem Leben zu machen, und erst einen Mord braucht, um aus seiner Lethargie herauszukommen - dann aber zeigt er ungebremsten Einsatz und setzt sich, gleich einem Robin Hood, für die Rechte der zu kurz Gekommenen ein. In Rino und Nils begegnen uns zwei Möchtegern-Gangster, deren Einsatz stets in einem Desaster endet, bis - ja bis Nils wirklich Blut leckt. Am besten gefallen hat mir jedoch die Darstellung des Immobilienhais Terje Klavenes, den Lenth sehr pointiert als Neureichen par excellence charakterisiert, und der gegen Ende des Romans auch feststellt, dass das Töten „die effektivste Art und Weise, ein Problem zu lösen“, (S. 208) ist.

Neben den schon oben erwähnten Immobilienspekulationen und der Ausbeuterei sind – damit zusammenhängend – Natur- bzw. Umweltschutz sowie die westliche Arroganz gegenüber dem vermeintlich zurückgebliebenen Osteuropa Themen dieses Romans. Dass man aber trotz aller Widrigkeiten nicht die Hoffnung aufzugeben braucht, beweisen Leos uneigennütziger Einsatz sowie Rinos und Basts Entwicklung. Ebenfalls der lockere Erzählton Lenths sowie die teils sehr rasante Handlung tragen dazu bei, das ernste Grundthema und die Brutalität mit einem Augenzwinkern zu betrachten.

Ein wenig negativ aufgestoßen ist mir beim Lesen, dass Humor und „Geschlechtsteile“ für viele heutzutage zusammenzugehören scheinen. Hier wäre weniger mehr gewesen.

Mir hat die Lektüre dieses Romans insgesamt viel Spaß bereitet, allerdings sollte man, wenn man zu diesem Buch greift, offen sein für schwarzen, derben Humor und nicht alles für bare Münze nehmen. Dann aber kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen.

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