Lars Pettersson Einsam und kalt ist der Tod

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Inhaltsangabe zu „Einsam und kalt ist der Tod“ von Lars Pettersson

Die Stockholmer Staatsanwältin Anna Magnusson wird von ihren samischen Großeltern um Hilfe gebeten: Sie soll ihren Cousin verteidigen. Ihm wird vorgeworfen, eine Frau vergewaltigt zu haben. Als das Opfer wenig später in der eisigen Wildnis ums Leben kommt, wird Anna misstrauisch und beginnt, nach der Geschichte hinter der Geschichte zu suchen. Sie entgeht dabei selbst nur knapp einem Mordanschlag und gerät mitten in einen archaischen Konflikt im Herzen Lapplands ...

Klasse Bühne für einen Krimi...leider stinklangweilig. Ärgerlich, hatte große Erwartungen.

— BerniGunther
BerniGunther

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  • Beißende Kälte, mörderische Gefahr

    Einsam und kalt ist der Tod
    Sternenstaubfee

    Sternenstaubfee

    25. March 2016 um 22:41

    Anna Magnusson ist Staatsanwältin in Stockholm. Ihre Verwandten leben in Nordnorwegen. Eines Tages bekommt Anna einen Anruf von dort; sie soll ihren Cousin Nils Mattis verteidigen. Er wird beschuldigt, eine Frau vergewaltigt zu haben. Anna nimmt sich Urlaub und fährt nach Norwegen, wo sie mit vielen Problemen und Konflikten ihrer Verwandten konfrontiert wird und schließlich auch mit einem Mord... Mein Leseeindruck: Ich lese sehr gerne Kriminalromane aus dem hohen Norden und war somit sehr gespannt auf diesen Lappland-Krimi. Die Atmosphäre in diesem Buch ist wirklich sehr nordisch; man spürt die Kälte förmlich beim Lesen. Allerdings muss ich auch sagen, dass das Buch eine sehr triste Stimmung verbreitet; oft wird beschrieben, dass es an den verschiedenen Orten unappetitlich modrig oder muffig riecht und das Essen hat mich auch eher abgeschreckt. Zum Beispiel war fast immer die Sahne oder Milch sauer geworden; das kam auffällig oft im Buch vor. Ich mag es dennoch, wenn eine Geschichte so eine dichte Atmosphäre verbreiten kann, auch wenn sie nicht immer angenehm ist. Zu dieser Geschichte passte die trübe Stimmung. Die Geschichte war sehr interessant; man erfährt viel über das Leben der Samen in Nordnorwegen. Für einen Kriminalroman kam mir persönlich aber die eigentliche Krimihandlung etwas zu kurz. Hier hätte ich mir etwas mehr Spannung erhofft. Die eigentliche Krimihandlung beginnt zum Beispiel erst auf etwa Seite 150. Wer sich aber für Norwegen, Lappland oder das Leben der Samen interessiert, wird dieses Buch bestimmt sehr interessant finden.

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  • Beißende Kälte, mörderische Gefahr

    Einsam und kalt ist der Tod
    Sternenstaubfee

    Sternenstaubfee

    25. March 2016 um 22:38

    Anna Magnusson ist Staatsanwältin in Stockholm. Ihre Verwandten leben in Nordnorwegen. Eines Tages bekommt Anna einen Anruf von dort; sie soll ihren Cousin Nils Mattis verteidigen. Er wird beschuldigt, eine Frau vergewaltigt zu haben. Anna nimmt sich Urlaub und fährt nach Norwegen, wo sie mit vielen Problemen und Konflikten ihrer Verwandten konfrontiert wird und schließlich auch mit einem Mord... Mein Leseeindruck: Ich lese sehr gerne Kriminalromane aus dem hohen Norden und war somit sehr gespannt auf diesen Lappland-Krimi. Die Atmosphäre in diesem Buch ist wirklich sehr nordisch; man spürt die Kälte förmlich beim Lesen. Allerdings muss ich auch sagen, dass das Buch eine sehr triste Stimmung verbreitet; oft wird beschrieben, dass es an den verschiedenen Orten unappetitlich modrig oder muffig riecht und das Essen hat mich auch eher abgeschreckt. Zum Beispiel war fast immer die Sahne oder Milch sauer geworden; das kam auffällig oft im Buch vor. Ich mag es dennoch, wenn eine Geschichte so eine dichte Atmosphäre verbreiten kann, auch wenn sie nicht immer angenehm ist. Zu dieser Geschichte passte die trübe Stimmung. Die Geschichte war sehr interessant; man erfährt viel über das Leben der Samen in Nordnorwegen. Für einen Kriminalroman kam mir persönlich aber die eigentliche Krimihandlung etwas zu kurz. Hier hätte ich mir etwas mehr Spannung erhofft. Die eigentliche Krimihandlung beginnt zum Beispiel erst auf etwa Seite 150. Wer sich aber für Norwegen, Lappland oder das Leben der Samen interessiert, wird dieses Buch bestimmt sehr interessant finden.

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  • Morde in Lappland..

    Einsam und kalt ist der Tod
    smutcop

    smutcop

    17. August 2015 um 16:16

    mmhh. Da hatte ich mir mehr vorgestellt. Samische Aussteigerin kehrt in ihr altes Dorf zurück, von allen mistrauisch beäugt, um einen Cousin als Anwältin, zu verteidigen, den sie zuletzt vor 20 sah.Ab jetzt folgen eigentlich nur noch Landschafts und Lebensumstandsbeschreibungen der Samen(Lappen) und das Auseinandersetzen mit der eigenen Vergangenheit. Mit Krimi hat das am Rande zu tun..

  • Kautokeino, ein blutiges Messer

    Einsam und kalt ist der Tod
    MikkaG

    MikkaG

    30. May 2015 um 15:26

    Dieser ambitionierte Erstlingsroman des Filmemachers Lars Pettersson wurde von der Schwedischen Krimiakedemie im Jahr 2012 als "Bestes Krimidebüt" ausgezeichnet.  Da bin ich natürlich mit hohen Erwartungen an das Buch herangegangen! Und was soll ich sagen - ich bin beeindruckt, denn dieser Krimi ist wirklich etwas Außergewöhnliches. Das liegt zum einen schon am Schauplatz, denn die Geschichte ist in Nordnorwegen in der Gegend rund um Kautokeino angesiedelt. Dort gehört die Bevölkerung noch überwiegend dem indigenen Volk der Samen an und lebt hauptsächlich von der Rentierzucht. Viele Familien leben nach althergebrachten Werten und tragen nicht nur zu besonderen Anlässen die traditionelle farbenfrohe Kleidung.  Aber dem Autor liegt es fern, eine beschauliche, touristentaugliche Postkartenidylle heraufzubeschwören! Er kennt die Kommune Kautokeino und ihre Menschen gut und beschreibt deren hartes Leben sowohl bildreich-atmosphärisch als auch schonungslos ehrlich. Die Staatsanwältin Anna Magnusson hat ihre Wurzeln in Kautokeino, denn ihre samische Mutter stammte von dort. Sie selber hat jedoch ihr ganzes Leben in Schweden verbracht und kennt ihre samische Familie und deren Leben nur von kurzen Besuchen in den Sommerferien. Als sie nun zu Hilfe gerufen wird, um ihren Cousin zu verteidigen, der eine Frau vergewaltigt haben soll, rechnet sie damit, den Fall schnell abschließen zu können. Aber schon bald wird ihr klar, dass weit mehr hinter der Geschichte steckt...  Außerdem fühlt sie sich immer mehr gezwungen, sich mit ihrer entfremdeten Familie und deren Erwartungen auseinander zu setzen. Sie hat von ihrer Mutter sozusagen Schuldgefühle geerbt - dafür, dass sie das harte Leben ihrer Familie hinter sich gelassen und somit "verraten" hat, denn eigentlich wird jedes Familienmitglied auf der Winterweide dringend gebraucht. Für mich ist Anna ein sehr interessanter Charakter! Sie ist sehr verwurzelt in ihrem modernen Rechtsempfinden und reagiert daher mit Fassungslosigkeit und Zorn darauf, dass ihre Familie von ihr erwartet, die Verbrechen ihre Cousins möglichst unter den Teppich zu kehren.  Nach dem ersten Kulturschock erwacht in ihr der Kampfgeist, und sie stürzt sich mit Hingabe in einen Fall, den außer ihr eigentlich niemand aufgeklärt sehen will. Ich habe ihren Mut und ihre Entschlossenheit sehr bewundert! Man merkt auch immer wieder, dass sie sich trotz allem der samischen Kultur doch noch zugehörig fühlt, wenn auch widerwillig. Auch die anderen Charaktere fand ich interessant, aber oft sehr schwer zu begreifen, so fremd waren mir ihre Wertvorstellungen. Aber das ist sicher durchaus beabsichtigt, denn als Leser kann man so viel eindringlicher nachempfinden, wie fehl am Platz und entwurzelt sich die Protagonistin in Kautokeino fühlt! "Einsam und kalt ist der Tod" ist kein typischer Krimi. Viel der Spannung entsteht gar nicht aus dem Kriminalfall, sondern eben aus diesem scheinbar unüberbrückbaren Konflikt zweier Kulturen. Viele der Samen in diesem Buch haben ihr ganz eigenes Verständnis von Moral und Gerechtigkeit und nur wenig Vertrauen in die norwegischen Gesetze, die so wenig mit ihrem täglichen Leben zu tun haben.  In meinen Augen macht gerade diese Mischung den Roman so originell und spannend. Man rätselt nicht nur darüber, wer denn nun was verbrochen hat oder nicht, sondern man wirft vor allem einen Blick in eine gänzlich fremde Kultur, in all ihrer Schönheit und ihrer oft gnadenlosen Härte. Den Schreibstil fand ich wunderbar. Der Autor beschwört das Leben der Samen mit allen Sinnen herauf. Man hört das Polarlicht knistern und den Schnee knarzen, man riecht und schmeckt das brutzelnde Rentierfleisch und sieht die leuchtenden Augen der Schlittenhunde in der Nacht...  Fazit: Es geht um Vergewaltigung, um Viehdiebstahl, Raubschlachtung... Und Mord. Aber vor allem geht es um den Konflikt zwischen der archaischen Lebensweise der Samen und den modernen Vorstellungen von Recht und Moral. Man sollte ein reges Interesse an fremden Kulturen mitbringen, aber dann ist das Buch wirklich sehr lohnend und spannend! 

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  • Kautokeino, ein blutiges Messer

    Einsam und kalt ist der Tod
    tinderness

    tinderness

    Kautokeino, ein blutiges Messer. So lautet die deutsche Übersetzung des schwedischen Originaltitels dieses großartigen Buches. Glauben wir dem Autor, so ist diese Ortsbeschreibung aus einem traditionellen Joik, also einem Gesang der Samen entnommen. Dort werden Orte mit bestimmten Attributen bezeichnet. Kautokeino liegt im norwegischen Teil Lapplands. Die Samen sind die Ureinwohner Lapplands und ihr Siedlungsgebiet erstreckt sich von Norwegen über Schweden und Finnland bis nach Russland. Wer noch nie einen Joik gehört hat, der möge dies jetzt nachholen, denn er vermag wohl am ehesten die Grundstimmung des Buches und seine somnambule Erzählweise verstehen. Deshalb beginnen wir diese Rezension mit einem Joik des bekannten finnischen Interpreten Wimme: Doch zurück zur Handlung des Romans: Eine Staatsanwältin aus Stockholm kehrt an den Geburtsort ihrer Mutter zurück, nach Kautokeino, einer Stadt im norwegischen Lappland, einige Kilometer nördlich des Polarkreises. Ihre Großmutter hat sie um ihre juristische Hilfe gebeten, da ihrem Cousin eine Vergewaltigung vorgeworfen wird. Anna kehrt also für drei Wochen zu ihrer Familie zurück, deren unerträgliche Enge ihre Mutter vor vielen Jahren verlassen hat. Im eisigen Winter des Nordens angelangt, wird Anna im Laufe ihrer Nachforschungen nicht nur Zeugin weiterer Todesfälle sondern auch selbst zum Opfer von Gewalttätigkeit und eines Mordanschlags. Immer tiefer verstrickt sie sich in ihre eigene Familiengeschichte, die geprägt ist vom Kampf ums Überleben der samischen Rentierzüchter und von den Codes und Gesetzen der Familienklans, die wenig Verständnis für das Rechtsverständnis der Gerichte in Oslo, Stockholm oder Helsinki aufbringen. Es gelten die eigenen Gesetze und Regeln, die sich eine Minorität angesichts des Unverständnisses der Mehrheitsgesellschaft gegeben hat. In diesem Roman klingen der Widerstand der samischen Bevölkerung gegen das ihnen angetane Unrecht ebenso an, wie die traditionelle Lebensweise der Samen quasi von ihrer Mitte aus kritisiert wird, Die reiche Kenntnis, die der Autor hier an den Tag legt, ist weit davon entfernt, oberflächliches Wissen zu sein. Anna, die zu ihren Wurzeln zurückkehrt, wird zur Protagonistin einer kritischen Haltung ihrer eigenen Volksgruppe gegenüber, allerdings ohne sie zu desavouieren oder sich ihr arrogant verweigern zu wollen. Indem sie ihre eigenen Familie verstehen lernt, muss sie sich von ihr entfernen. Damit stülpt dieses Buch die Kriminalhandlung nicht über, sondern schöpft den Stoff aus den Lebensumständen der Samen selbst: kenntnisreich, sensibel und voller Schwermut. Eine besondere Bedeutung hat dabei die Natur, die rauh, gefährlich und schwerfällig auf der Handlung lastet, ohne dass dabei ihre Beschreibung in die Gefahr eines Klischees abzurutscht. Wer jemals für längere Zeit bei Minus 20 Grad Celsius gelebt und gearbeitet hat, der weiß wie weit sie trotz ihrer strengen Schönheit von einem Wintermärchen entfernt sein kann. Genauso ist die Reise zu den eigenen Wurzeln schwer einschätzbar, voller Fallen und Gefährdungen. Wer eine geradlinige Auflösung eines Kriminalfalles, eingebettet in die Exotik des Lebens einer Minorität im Norden Europas erwartet oder ein müheloses Lesevergnügen zur Behübschung des Tages erhofft, der wird von diesem Roman mit Sicherheit enttäuscht sein. Das Buch ergreift, macht nachdenklich, wenn nicht sogar traurig und lässt die Motive und das Leben von Opfern wie Täter verstehen. Es ist kein angenehmes, aber tiefes Leseerlebnis, wo es mitunter auch um die Grundfragen der eigenen Existenz geht. Es ist ein großartiges Leseerlebnis und kommt in mein Buchregal mit der Aufschrift: Mehrmals lesen!

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    tinderness

    tinderness

    27. October 2014 um 15:22